Auf der Suche nach dem Neuen im Alten
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Selbstorganisierte Fülle

Beitragen statt tauschen[This article is also available in English.]

Angeregt durch meine Erfahrung der letzten Jahre und durch Überlegungen, die ich in meiner englischsprachigen Serie „The Earth’s the Limit“ (Teil 1, Teil 2) niedergelegt habe, habe ich meine Überlegungen zu einer möglichen künftigen Peer-Ökonomie weiterentwickelt. Anders als früher gehe ich nicht mehr von der Notwendigkeit einer Kopplung zwischen Geben und Nehmen aus. Der wichtigste Grund dafür ist, dass ich nicht mehr im menschlichen Tun, sondern in der Endlichkeit der natürlichen Ressourcen die kritische Grenze sehe, mit der jede emanzipatorische Gesellschaft wird umgehen müssen.

Meine Ideen für ein solches „entkoppeltes“ Modell einer verallgemeinerten Peer-Produktion habe ich erstmals am 5. Mai in einem Vortrag in Fulda dargestellt; seit Anfang letzter Woche folgten mehrere Vorträge in Baden-Württemberg. Dieser Beitrag dokumentiert meine Vortragsfolien (in Form eines Handouts); in näherer Zukunft hoffe ich auch eine verschriftlichte Version des Vortrags vorlegen zu können. Ich hoffe, dass das Handout schon einige Anregungen geben kann, wie es ohne Kopplung von Geben und Nehmen (und natürlich ohne Zwang oder Geld) gehen kann.

Selbstorganisierte Fülle

Gemeingüter und Peer-Produktion als Grundlagen einer nichtkapitalistischen Gesellschaft

Das Internet als Ort der Fülle

Zwei Auffassungen von Fülle:

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Kategorien: Commons, Freie Hardware, Reichtum & Knappheit, Theorie

17. Mai 2010, 21:39 Uhr   30 Kommentare

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Wenn Peers produzieren: Von Freier Software zu Freier Hardware und darüber hinaus

Der folgende Artikel ist in der FIfF-Kommunikation 1/2010 erschienen. Er ist als Dokumentation zu der Arbeitsgruppe entstanden, die ich auf der FIfF-Jahrestagung 2009 gestaltet habe. Der Artikel wird unter den Bedingungen der Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen Deutschland-Lizenz (CC-BY-SA) 3.0 veröffentlicht.

Das Beispiel Linux

Das Linux-Maskottchen Tux1991 hatte der junge finnische Informatikstudent Linus Torvalds eine verblüffende Idee: er begann damit, auf seinem neuerworbenen PC ein Betriebssystem zu schreiben. Zunächst ging es ihm nur darum, einige fehlende Funktionen für seinen Rechner nachzurüsten, doch nach einigen Monaten Bastelei bemerkte er, dass er ein System entwickelt hatte, das auch für andere Leute nützlich werden könnte. Er kündigte seine Arbeit öffentlich im Internet an – „Ich arbeite an einem (freien) Betriebssystem (nur ein Hobby…)“ – und bat um Rückmeldungen, welche Eigenschaften sich die anderen von einem solchen System wünschten. Einige Wochen später stellte er die Software ins Internet, was es jedem ermöglichte, Torvalds’ Code herunterzuladen, zu verwenden und (bei entsprechenden Programmierkenntnissen) auch den eigenen Bedürfnissen anzupassen.

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Kategorien: Commons, Freie Hardware, Freie Software, Theorie

10. April 2010, 09:22 Uhr   2 Kommentare

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FabLab-Camp in Bremen

Ende Februar fand in Bremen das erste Barcamp zum Thema Fablabs in Deutschland statt. Hier ein kurzer Film (startet erst, wenn geladen) über das Selbstständigen-Treffen [via].

FabLabCamp 2010 Der Film from FabLab Camp.

Kategorien: Freie Hardware, Praxis-Reflexionen

11. März 2010, 14:10 Uhr   3 Kommentare

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Von kopierbaren Dingen, offenen Produktionsstätten und berührbaren Bits

Das Projekt »Tangible Bit« (»berührbares Bit«) will für materielle Produkte möglich machen, was für Freie Software schon geht: jede/r soll sie sich problemlos besorgen können, jede/r soll sich an ihrer Weiterentwicklung und Verbesserung beteiligen können, und jede/r soll sie an andere weitergeben und mit anderen teilen können

Wenn ich (z.B. bei einem Freund) eine Software sehe, die mich interessiert, kann ich sie ganz einfach selber installieren – entweder er kopiert sie mir oder ich besorge mir eine Kopie auf der Homepage der Software. Unter freien Betriebssystemen wie Linux und BSD geht es noch einfacher: dort gibt es sogenannte Repositories (Verzeichnisse) der verfügbaren Software. Dort muss ich nur den Namen des Softwareprogramms eingeben und auf Knopfdruck beginnt mein Computer mit der Installation desselben. Oft bestehen noch »Abhängigkeiten« zwischen Programmen: um eine Software B nutzen zu können, muss ich zunächst ein anderes Programm A installieren. Unter Windows habe ich mich darum selber zu kümmern – unter Linux nicht, da erledigt das Repository das automatisch.

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Kategorien: Freie Hardware, Freie Software, Praxis-Reflexionen, Reichtum & Knappheit

2. Dezember 2009, 10:35 Uhr   10 Kommentare

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Open Design and Open Manufacturing

we_magazineMichel Bauwens from P2P-Foundation recently published an interesting article in the new we_magazine (=>Manifesto) summing up current developments in peer production. After explaining the most important aspects of immaterial peer production he discusses the differences when coming to material production. The first expansion step into the sphere of material production is the opening of the design process.

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Kategorien: English, Freie Hardware, Freie Inhalte, Freie Software

23. Februar 2009, 07:48 Uhr   10 Kommentare

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Kritische Auseinandersetzung mit Frithjof Bergmann

Was schon länger fällig war, hole ich jetzt nach: Auf der heutigen Veranstaltung im Stadtteilzentrum Bassena in Wien, bei dem der dritte große Anlauf zur Auseinandersetzung mit neuen selbstorganisierten Arbeitsprozessen im Kontext mit New Work – Ideen erfolgt, halte ich zur Einführung und zur Einstimmung folgendes Referat:

Was heißt „Neue Arbeit“? – eine kritische Auseinandersetzung mit Frithjof Bergmann

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Kategorien: Arbeit & Freiheit, Praxis-Reflexionen, Theorie

17. Oktober 2008, 09:28 Uhr   12 Kommentare

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Rezension zu »Beitragen statt Tauschen«

Titelbild des deutschen Peerconomy-BuchsDieter Koschek hat bei Amazon eine schöne Rezension (»Produktbeschreibung«) zu Christians Buch »Beitragen statt tauschen. Materielle Produktion nach dem Modell Freier Software« geschrieben. Mit Erlaubnis von Dieter re-poste den Text hier (Absatz-Einfügungen, Korrekturen und Links von mir):

»Es ist einfach erstaunlich, das Buch von Christian Siefkes („Beitragen statt tauschen“, erschienen in AG SPAK Bücher, 2008, aber auch unter Creative Commons Lizenz CC-BY-SA im Internet). Er entwirft, aufgrund seiner Erfahrung als Programmierer in Open Source- und Free Software-Projekten, seine Peer-Ökonomie als eine Alternative Ökonomie zum marktförmigen Kapitalismus und zur Planwirtschaft.

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Kategorien: Commons, Eigentumsfragen, Freie Hardware, Freie Inhalte, Freie Software, Medientipp

8. August 2008, 21:56 Uhr   6 Kommentare

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»Die Marx-Maschine«

RepRap version 1.0 Darwin (Foto: CharlesC, Lizenz: GFDL)Die Wochenzeitung »Freitag« hat in ihrer neuen Ausgabe einen Artikel über »Personal Fabricators«. Tenor: Nach den PCs sind jetzt die PFs dran, was heute noch teuer ist, wird morgen billig und allgegenwärtig sein. Was ich bislang nicht wusste, ist, dass der RepRap-Protagonist Adrian Bowyer eine explizit gesellschaftliche Zielsetzung mit PFs verbindet, die allerdings ein wenig altbacken daherkommt: »Eine sich selbst reproduzierende Rapid-Prototyping-Maschine wird ein revolutionäres Eigentum an den Produktionsmitteln durch das Proletariat ermöglichen — ohne den chaotischen und gefährlichen Revolutionskram«. Dass einige ein solcher Revolutionsautomatismus nervt, kann ich nachvollziehen.

Kategorien: Freie Hardware, Medientipp

29. Februar 2008, 15:52 Uhr   2 Kommentare

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Fab Labs

Hier noch einer dieser TED-Vorträge, das ist wirklich eine Fundgrube. Diesmal gehts um FAB-Labs. Eine geniale Erfindung des MIT. Fabbing als Soziales Projekt. Maschinen für 20000$ machen Produktion in Stückzahl 1 vor Ort möglich. Auch und gerade in der 3. Welt. Er sagt, wir befinden uns in der PDP-11-Ära der Personal Production. 8 Jährige in Ghana erfinden Dinge über die Leute im MIT ihre Dissertation schreiben, lauter solche Storys, sehr spannend.

Kategorien: Arbeit & Freiheit, Medientipp, Soziale Netzwerke

28. Dezember 2007, 22:23 Uhr   Kommentieren

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Web-2.0 in echt?

Spiegel-Online interviewt den Open-Source-Papst Tim O’Reilly zu Web-2.0. Sein Neues Projekt: Eine Zeitschrift names make mit dem Fokus auf 3-D-Drucker:

SPIEGEL ONLINE: Ihr Name ist mit zwei Trendbegriffen unserer Zeit aufs Engste verknüpft: Open Source und Web 2.0. Welches Buzzword denken Sie sich als nächstes aus?

O’Reilly: Unser nächstes großes Projekt steckt in einem neuen Magazin, das wir herausbringen. Es heißt “Make”. Wir konzentrieren uns darauf, wie Computer beginnen, mit der physikalischen Welt zu interagieren – wie beim Custom Manufacturing, der Maßanfertigung von Produkten. Gerade ist zu beobachten, dass viele Hacker Dinge herstellen: Die Leute haben ihre dritte oder vierte Digitalkamera, und was machen sie mit der alten? Sie können sie für Basteleien wiederverwenden. Inzwischen gibt es alle möglichen Geräte für derlei Maßproduktion, Laser-Schneidegeräte und 3D-Drucker, und sie kosten heute etwa so viel wie eine Schriftsatz-Maschine zur Zeit der Desktop-Publishing-Revolution.

SPIEGEL ONLINE: Der Fokus verschiebt sich also von der Software zurück in die wirkliche Welt?

O’Reilly: Ja. Wir treten ein in das Zeitalter der Maßfertigung. Nehmen Sie den Bereich der synthetischen Biologie, wo sich diese Maßfertigung bis hinunter auf die Ebene der chemischen Prozesse und Stoffe erstrecken wird. Ganz zu schweigen davon, dass wir heute Dinge in relativ kleiner Stückzahl herstellen lassen können, in Ländern mit relativ niedrigen Lohnkosten. Es gibt immer ausgefeiltere Simulations- und Entwurfwerkzeuge. Leute konstruieren Dinge in “Second Life” oder mit Sketchup von Google. Solche Werkzeuge zur Gestaltung virtueller Objekte sind heute viel stärker demokratisiert, viel weiter verbreitet als je zuvor. Es gibt zum Beispiel Dienste, über die man sich seinen Avatar aus “Second Life” als 3D-Modell ausdrucken lassen kann. Das ist ein Aufbruch in neue Welten.

Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,451248,00.html

Kategorien: Freie Hardware

30. November 2006, 22:20 Uhr   1 Kommentar