Post-Kapitalistische Landwirtschaft und Commons
Die Wirtschaftsnobelprei
sträger*In Elinor Ostrom hat in ihren langjährigen Forschungen zu Commons sieben Regeln gefunden, die ein funktionierendes Commoning ausmachen. An dieser Stelle möchte ich an Hand dieser Kriterien unser Projekt einer post-kapitalistischen Landwirtschaft reflektieren. Als Common gelten in diesem Fall der Boden und die darauf produzierten Lebensmittel. Als Commoning die Gemeinschaft aus Gärtner*Innen-Kollektiv und Unterstützer*Innen-Kreis.
Kategorien: Commons, Praxis-Reflexionen, Soziale Netzwerke
3. März 2013, 07:00 Uhr Kommentieren
Commons in grün
Es ist gut, wenn sich die verschiedenen politischen Strömungen zu den Commons ins Verhältnis setzen. Das gilt auch für die großen Parteien. Am ausführlichsten haben dies nun die Grünen, genauer: die Bundestagsfraktion, getan. Ein langer Text liegt im Entwurf vor und kann bis zum 31.1.2013 kommentiert werden. Und Kommentare hat dieser Entwurf dringend nötig. I did it.
Hier nur die wichtigsten Punkte, die mir aufgefallen sind.
Kategorien: Commons
22. Januar 2013, 07:10 Uhr 5 Kommentare
How Commons Can Flourish
[deutsch]
Eight Points of Reference for Commoning
Elinor Ostrom and others have formulated eight design principles for the shared use of resources. They distill the lessons of a huge number of case studies from around the world. They are written from a scientific perspective and continue to be of great significance for the commons movement.
We approach the commons from the perspective of active commoners, meaning the people who create and maintain working commons. We are more concerned with creating spaces for community and cooperation than with institutions. As for the resources themselves, we are more interested in how to preserve and use them, than in making distinctions between material and non-material, traditional or new commons. We therefore refer to all types of commons here.
Kategorien: Commons, English, Theorie
28. August 2012, 06:35 Uhr 1 Kommentar
Wie sich Commons entfalten können
Elinor Ostrom hat vor über 20 Jahren acht Commons-Prinzipien formuliert. Eine Arbeitsgruppe auf der ersten Commons-Sommerschule hat sich entschlossen, sie neu zu formulieren. Hier ist das Ergebnis. Unten folgt ein Kommentar von mir.
[english]
Acht Orientierungspunkte für das Commoning
Elinor Ostrom und andere haben Designprinzipien für die gemeinschaftliche Nutzung von Ressourcen formuliert. Sie sind die Essenz unzähliger Feldstudien. Sie wurden aus einer wissenschaftlichen Perspektive verfasst und bleiben für die Commons-Bewegung von großer Bedeutung.
27. August 2012, 06:55 Uhr 29 Kommentare
Eine kurze Phänomenologie der Commons
[Beitrag aus dem Commons-Buch (Commons – Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat, Hg. Silke Helfrich/Heinrich-Böll-Stiftung); Lizenz: CC BY-SA.]
Ugo Mattei
Die Ursprünge der modernen Wissensordnung
Die Teilhabe an Gemeingütern ist kein Zugeständnis. Sie stehen Menschen einfach zu, weil sie lebensnotwendig sind. Alle haben das Recht auf einen gleichen Anteil an ihnen. Daher muss die Gesetzgebung jeden ermächtigen, dieses gleiche und unmittelbare Zugangsrecht auch durchzusetzen. Zudem tragen alle gleichermaßen Verantwortung für die Gemeingüter wie Wasser, Land, Luft. Sie teilen die Verpflichtung, deren Reichtum an nachfolgende Generationen weiterzugeben. Commons, als machtvolle Quelle von Emanzipation und sozialer Gerechtigkeit, stehen heute im klaren Gegensatz zum Staat sowie zu jener Form des Privateigentums, die vom Markt hervorgebracht wird. Doch sie wurden vom positivistischen wissenschaftlichen Diskurs regelrecht verschüttet. Wir müssen daher den Commons durch eine neue, ganzheitliche Sichtweise wieder zu ihrem Recht verhelfen, damit sie ihr emanzipatorisches Potential entfalten können.
Kategorien: Commons, Eigentumsfragen
15. August 2012, 11:30 Uhr 9 Kommentare
Elinor Ostrom ist tot
Gestern mittag, am 12. Juni 2012, ist Elinor Ostrom mit 78 Jahren gestorben. Viel zu früh. Sie erlag einem Krebsleiden. Weltweit bekannt wurde sie schlagartig, als ihr 2009 als erster Frau der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften verliehen wurde. Damit rückte ihr Thema, die Commons, in den Fokus der Öffentlichkeit. Sie prägte den Slogan der »Commons jenseits von Staat und Markt«.
Die Diskussionen darum, was das »jenseits« genau bedeutet, werden weiter gehen. Und das ist gut so. Es geht darum, Alternativen zum Markt-Staat-Dualismus zu formulieren und zu leben. Dafür hat Elinor Ostrom eine Menge an Inspiration geliefert.
Weitere inhaltsreiche Nachrufe (auf englisch) schrieben David Bollier und Jay Walljasper sowie die Universität von Indiana.
Kategorien: Commons
13. Juni 2012, 09:44 Uhr 4 Kommentare
Was sind Commons? Infomaterial (nicht nur) für Schulen
Die Sparkassen unterhalten seit 1975 einen SchulService, um einen »Beitrag zur ökonomischen Grundbildung in den Schulen« zu leisten. Monatlich erscheinen Foliensätze samt Begleitmaterial für Lehrer_innen.
Im Dezember 2011 lautete das Thema »Was sind Gemeingüter?« Sichtlich steckt viel Arbeit in dem Material. Das Ergebnis ist eine ansprechend geschriebene Kurzreise von der Güterklassifikation der klassischen Ökonomie, über Elinor Ostrom bis zur Wissensallmende und dem Urheberrecht. Auf nur zwei Seiten. Alle Achtung! Ganz aktuell ist das Material allerdings nicht. Insbesondere dem Begleitmaterial (PDF) ist anzumerken, dass die Commons vor allem durch die verstaubte Brille des homo oeconomicus betrachtet werden.
Kategorien: Commons, Freie Inhalte, Lernen
13. März 2012, 07:34 Uhr 5 Kommentare
Rezension »Was mehr wird, wenn wir teilen«
(Rezension erschienen in: »Das Argument«, Nr. 295/2011)
Ostrom, Elinor, Was mehr wird, wenn wir teilen. Vom gesellschaftlichen Wert der Gemeingüter, hgg. von Silke Helfrich, oekom, München 2011 (126 S., geb., 14,95 €)
Verf. wurde schlagartig bekannt, als ihre Forschungen zu Gemeingütern 2009 mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet wurden. Sie holte damit ein Thema ins Rampenlicht, das lange Zeit im diskursiven Abseits stand, nachdem der Ökologe Garrett Hardin 1968 mittels eines Denkspiels eine unabwendbare ›Tragik der Allmende‹ behauptet hatte: Eine zugangsoffene Weide werde zwangsläufig übernutzt, weil die einzelnen Viehhirten ihren eigenen Nutzen zu maximieren suchen. Nur ein privates oder staatliches Eigentumsregime, das den Zugang zur Weide reguliert, könne dies verhindern. Dieses Denken hatte und hat enormen Einfluss auf die (neo-)liberale Theoriebildung in den Wirtschaftswissenschaften. Vollständigen Artikel lesen »
Kategorien: Commons, Eigentumsfragen
15. Januar 2012, 07:43 Uhr 40 Kommentare
Mit Commons Machtverhältnisse verändern
Mein Beitrag auf der COM’ON-Tagung am 10.12.2011:
Wenn neue Begriffe im politischen Diskurs oder in den Sozialen Bewegungen auftauchen, dann entspringen sie konkreten politischen Erfahrungen. Es waren im Fall der Commons Erfahrungen von Enteignung und Ohnmacht – trotz massiver Proteste, wurde weiterhin die Agenda des Kapitals umgesetzt, gerade auch bei der Krisenbekämpfung, die Umverteilung von unten nach oben nahm zu und demokratische Instrumente greifen nicht mehr, viele Menschen haben das Gefühl, es wird ihnen die Kontrolle über ihr Lebensumfeld und ihre Lebensbedingungen entzogen.
Kategorien: Commons, Eigentumsfragen, Praxis-Reflexionen
18. Dezember 2011, 07:51 Uhr 6 Kommentare
Ein praktikabler Ansatz in der Eigentumsfrage?
Das fragt sich Günter Krause in der »Hellen Panke«, dem Berliner Teil der Rosa-Luxemburg-Stiftung, und meint damit — die Commons! So langsam entdeckt die LINKE die Commons. Liegt aber in der Fokussierung auf die viel beschworene Eigentumsfrage nicht bereits eine Blickverengung? Wer will kann das überprüfen am 10.11.2011, 19:00 Uhr, in der Kopenhagener Str. 9, 10437 Berlin. Eintritt: 1,50€
Hier der offizielle Einladungstext: Vollständigen Artikel lesen »
Kategorien: Commons, Eigentumsfragen
1. November 2011, 07:26 Uhr Kommentieren
