FAQ zum Fünfschritt und zum Keimform-Ansatz
Nach der Darstellung des Fünfschritts als methodisch-analytisches Denkwerkzeug, sollen nun häufig gestellte Fragen (FAQ) diskutiert werden. Also bitte erst den vorhergehenden Artikel lesen, sonst werden die Fragen und Antworten nicht unbedingt verständlich.
Ich halte eine Diskussion um diese Fragen für sehr wichtig. Ich habe selbst auf viele Fragen keine oder nur vorläufige Antworten. Und mir fallen oft auch jeweils zig Gegenargumente ein, die gegen meine eigenen Pro-Argumente sprechen. Ich hoffe, dass ich dadurch die Komplexität nicht zu hoch schraube, wenn ich das »mit mir« diskutiere. Lest den Text als eine Form individueller Selbstverständigung. Wenn wir daraus eine kollektive machen könnten, wäre das gut.
Kategorien: Theorie
14. Juli 2011, 12:38 Uhr 3 Kommentare
Gesellschaft
Wie in 6300 Zeichen erklären, was Soziolog_innen oft gar nicht mehr kennen wollen — Gesellschaft? Das war die schwierige Aufgabe meiner Kolumne in der neuen Ausgabe der Wiener Zeitschrift »Streifzüge«. Meine versuchte Antwort: Die menschliche Gesellschaft begreift man nur, wenn man auch den gesellschaftlichen Menschen begreift — und umgekehrt. Emanzipatorische Theorie kommt da nicht drumherum. Versucht sie es doch, landet sie in zwei verschiedenen Sümpfen: dem Etatismus (Verabsolutierung der gesellschaftlichen Determination) oder dem Neoliberalismus (Verabsolutierung eines isolierten Individuums). Wie oft bei so schwierigen philosophischen Themen hat mich Annette beraten — danke dafür!
Der Rest der »Streifzüge« mit dem Schwerpunkt »Wohnen« ist übrigens auch sehr interessant
Kategorien: Theorie
6. Januar 2010, 07:16 Uhr 5 Kommentare
Repost: »Über den Commonismus«
[Der nachfolgende Artikel ist ein (reformatierter und nun lesbarer) Repost aus dem Blog Marx101. Lizenz: CC-by-sa-nc]
Vom Kapitalismus über den Commonismus zum Kommunismus?
Eine Betrachtung in Marx’ Kategorien
Verfasser: Daniel Scharon
1. Einleitung
Die zunehmende Verbreitung und Bedeutung von Freier Software rückt die Zusammenhänge ihrer Entstehung sowie ihre grundsätzlichen Bedeutung in den Fokus wissenschaftlichen Untersuchungsinteresses. Doch dabei bleibt es nicht stehen. Freie Software und dessen Entwicklungsmodell wird von vielen als etwas ganz neues angesehen, das dem bisherigen Modell, Software zu produzieren, diametral entgegen steht. Vollständigen Artikel lesen »
Kategorien: Freie Software, Theorie
31. Oktober 2009, 14:03 Uhr 3 Kommentare
Freie Software als des Staates Helfer
Kürzlich bin ich über ein ältere Publikation gestolpert, die eine mir neue Variante der Kritik an Freier Software im allgemeinen und implizit auch der Keimformhypothese im besonderen lieferte. Es geht um den Aufsatz »Electronic Government und die Free Software Bewegung: Der Hacker als Avantgarde Citoyen« von Christoph Engemann, erschienen in »Politiken der Medien. Medien als Kriegs- und Regierungstechnologien« (diaphanes, 2005, S. 155-171). These des Beitrages ist,
dass die Hacker der Free Software Bewegung … einen der wichtigsten Bausteine der Staatlichkeit im 21. Jahrhundert geschaffen haben — dass sie tatsächlich, wenn auch wahrscheinlich unfreiwillig, Avantgarde-Citoyen waren bzw. in erheblichem Maße sind. (155)
Die Kritik wird deutlich, wenn man noch die Aussage des Autors dazu liest,
dass nicht eine neue revolutionäre Klasse mit der Free Software Bewegung aufgetreten ist, sondern Hacker als Avantgarde-Citoyen agiert haben (168)
Kategorien: Freie Software, Theorie
16. Juni 2009, 07:14 Uhr 6 Kommentare
Vom Livestream zum Lifestream (Teil 2)
Im ersten Teil dieser Serie habe ich behauptet, dass sich die Struktur der Öffentlichkeit nicht nur generell von Massenmedien hin zu Netzmedien wandelt sondern auch innerhalb der Netzmedien ein Wandel stattfindet von einem Öffentlichkeitsmodus der Diskussion zu einem der Inspiration. Das hat die Frage aufgeworfen, wie denn in diesem neuen Modus der Öffentlichkeit das Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatheit sei. Auch hier will ich zunächst wieder alle vier Modi der Öffentlichkeit auf diese Frage hin untersuchen:
Kategorien: Commons, Soziale Netzwerke, Theorie
16. März 2009, 12:28 Uhr 11 Kommentare
Workshop-Bericht: »Auf der Suche…«
Am letzten Sonntag, 8. März 2009, begaben sich ca. 50 Interessierte auf die »Suche nach dem Neuen im Alten« — so der Titel des Attac-Workshops, zu dem Benni und ich eingeladen hatten. Es wurden kurzweilige 90 Minuten. Der komplette Audio-Mitschnitt ist bei archive.org verfügbar.
Kategorien: Commons, Eigentumsfragen, Freie Hardware, Freie Inhalte, Freie Software
15. März 2009, 17:24 Uhr 4 Kommentare
Abstraktes und konkretes Allgemeines
In meiner neuen Kolumne »Immaterial World« in den Wiener »Streifzügen« greife ich mit dem »Allgemeinen« nochmal ein philosophisches Thema auf, das auch hier im Keimform-Blog schon mal angesprochen wurde.
Was ist eigentlich allgemein? Was tun wir, wenn wir verallgemeinern? Warum gelangen wir spontan häufig nur zum abstrakt Allgemeinen? Was ist demgegenüber dann ein wissenschaftliches begründetes konkret Allgemeines? — Das sind so ein paar Fragen, die mich zu dem (viel zu kurzen) Artikel trieben.
Kategorien: Medientipp, Theorie
15. November 2008, 13:43 Uhr 14 Kommentare
Thesen zur allgemeinen Arbeit
Der nachfolgende Text erläutert die Präsentationsfolien (PDF|ODP) meines Vortrages auf dem krisis-Seminar vom 3. bis 5. Oktober. Da es sich nur um Thesen handelt, ist der Text ziemlich dicht geschrieben. Ich möchte den Text noch zu einer größeren Publikation umarbeiten, in der ich dann ausführlicher die einzelnen Argumente ausführen werde. Die Folien enthalten einige ergänzende Zitate, die in den Thesen nicht vorkommen.
Abstract: Kernaussage des Textes (und der Folien) ist These, dass der Kapitalismus mit der »konkret-allgemeinen Arbeit«, die »unmittelbar gesellschaftliche Arbeit« ist, bei bestimmten Produkten (nämlich Universalgütern) eine Form der sozialen Vermittlung hervorbringt, die über den Kapitalismus hinausweist: Resultate konkret-allgemeiner Arbeit werden nicht über den Wert vermittelt (sprich: getauscht). Voll gültig ist dies allerdings nur für »freie Universalgüter«, während »privatisierte Universalgüter« als Bezahlgüter diese Potenz nur widersprüchlich repräsentieren.
Kategorien: Arbeit & Freiheit, Theorie
7. Oktober 2008, 10:35 Uhr 9 Kommentare
Transparenz als Kriterium für Keimformen
Wir hatten ja schon öfter die Diskussion ob Bewußtheit ein Kriterium für Keimformen sein kann oder gar muß. Juli holt das Thema in einem Kommentar zu meinem Artikel über Freiräume und Keimformen nun dankenswerterweise wieder aus der Versenkung:
Auch die Frage des Bewußtseins der Beteiligten zum Unterscheidungskriterium zu machen scheint mir schwierig. So nach dem Motto: Es gibt die Freiräume, die machen was, aber wissen nicht was sie da tun. Und es gibt die Keimformen, die haben ein Bewußtsein von ihrem Tun. Quasi als Ersatz für die Klasse an sich und die Klasse für sich.
Das überzeugt mich nicht, weil es dann – harte Kriterien für Bewußtsein angelegt – so ziemlich kein Projekt gibt, das als Keimform durchginge. Überhaupt ja eine spannende Frage, inwieweit und zu welchem Grad müssen die Leute eigentlich ein Verständnis davon mitbringen, das sie grade in ner Keimform (oder neudeutsch: im emanzipatorischem Transformationsprojekt) unterwegs sind? Ist es egal, weil es um den objektiven Prozess der Veränderung geht? Oder ist es wichtig, weil es ja um bewusste Vergesellschaftung gehen soll?
das und meine aktuellen Erfahrungen mit Freiräumen bringen mich dazu ein neues Kriterium für Keimformen in die Runde zu werfen: Transparenz. Warum das?
Kategorien: Freie Software
8. September 2008, 10:30 Uhr Kommentieren
Ist doch logisch!
Vom »Logischen« handelt meine aktuelle »Immaterial World«-Kolumne in den Wiener »Streifzügen«. Inspiriert wurde ich zu dem Thema unter anderem durch Diskussionen hier im Blog und durch Sahra Wagenknecht (»Vom Kopf auf die Füße? Zur Hegelrezeption des jungen Marx«), die lieber bei der Philosophie hätte bleiben sollen, als Politikerin zu werden.
Ach ja: Die Literaturangabe »MEW 23« in der Kolumne ist das Werk »Das Kapital« von Karl Marx — damit Benni nicht schimpft
Kategorien: Medientipp, Theorie
31. Juli 2008, 16:28 Uhr Kommentieren

