Auf der Suche nach dem Neuen im Alten

Kategorie: Theorie

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Kolumne Immaterial World: Review

Streifzuege 66[Kolumne Immaterial World in der Wiener Zeitschrift Streifzüge]

Im Jahr 2004 fragte mich die Redaktion der Streifzüge, ob ich eine regelmäßige Kolumne schreiben würde, und ich sagte zu. In 12 Jahren schrieb ich 35 Kolumnen, und es hat mir Freude bereitet. Eine anstehende Kolumne war immer wieder Anlass, entweder aktuelle Themen aufzugreifen oder über die Dinge zu schreiben, die mich ohnehin gerade beschäftigten.

Doch warum Immaterial World? Das frage ich mich inzwischen auch. Zu Beginn verbarg sich dahinter die Idee, über Themen aus der digitalen Welt zu schreiben. Darunter fielen Themen wie Copyright, Wissensallmende, Wikipedia, freie Projekte, Informationsgüter, ACTA, Kopierschutz, Kulturflatrate und Shareconomy. Vollständigen Artikel lesen »

Kategorien: Commons, Theorie

6. April 2016, 07:04 Uhr   1 Kommentar

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Die Arbeit und der fiktive Tropf

Titelbild der Krisis-Ausgabe (zum Vergrößern klicken)Norbert Trenkle hat für die (nur noch digital erscheinende) Krisis einen Antwortartikel auf meine Untersuchung Geht dem Kapitalismus die Arbeit aus? (1, 2) geschrieben: Die Arbeit hängt am Tropf des fiktiven Kapitals.

In meinen Artikel hatte ich vorsichtig geschlossen, dass „Lohoff und Trenkle […] im Vergleich zur von Heinrich (2007) postulierten tendenziell unendlichen Ausdehnungsfähigkeit des Kapitalismus […] der Wahrheit näher zu kommen“ scheinen. Dieses abwägende Fazit befriedigt Trenkle nicht – er argumentiert, dass die Zahlen eine deutlichere Sprache sprechen. Dafür führt er im Wesentlichen zwei Argumente an, von denen mir das eine mehr, das andere weniger einleuchtet. Vollständigen Artikel lesen »

Kategorien: Arbeit & Freiheit, Theorie

28. März 2016, 08:30 Uhr   5 Kommentare

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Entstehung und Überwindung des Geldes

Fabian Scheidler und ich haben beim Stuttgart Open Fair Forum 2016 einen Kombi-Vortrag gehalten zur Entstehung und Überwindung des Geldes. Da Fabian erkrankt war, konnten wir ihn nur per Skype zuschalten. Hier Audio-Aufzeichnung von Fabian (OGG, MP3) sowie Folien (ODP, PDF) und Audio-Aufzeichnung (OGG, MP3) meines Beitrag (jeweils ohne Diskussion).

Teil 1 (Fabian Scheidler):

Teil 2 (Stefan Meretz):

 

Kategorien: Commons, Theorie

13. Februar 2016, 06:43 Uhr   2 Kommentare

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Transformationskonzepte im Vergleich

Beim Stuttgart Open Fair Forum 2016 habe ich einen Vortrag gehalten, in dem ich drei Transformationskonzepte miteinander verglichen habe. Hier die Folien (ODP, PDF) und die Audio-Aufzeichnung (OGG, MP3), aus der Diskussionsbeiträge herausgeschnitten wurden.

 

Kategorien: Commons, Theorie

10. Februar 2016, 06:52 Uhr   9 Kommentare

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Bedürfnisse

Die Frage danach, was eigentlich Bedürfnisse sind, hat sich als seltsamer Attraktor recht vieler Diskussionen erwiesen. Deswegen möchte ich der Sache hier mal etwas auf den Grund gehen. Es gibt dabei recht viele Definitionen, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Diejenige, die ich hier vorstelle, ist daran orientiert, ob sie hilfreich ist für die Fragen, die uns hier im Blog interessieren, letzten Endes also um die Frage zu beantworten, was das eigentlich ist, was alle kriegen sollen, wenn alle kriegen, was sie brauchen. Es geht also nicht darum ein für alle Mal festzuhalten, welcher Bedürfnisbegriff nun der einzig wahre und richtige ist, sondern darum einen Begriff zu finden, der für unsere Diskussionen auf der Suche nach Keimformen einer neuen Gesellschaft, in der gilt: jede*r nach ihren Bedürfnissen, jede*r nach ihren Fähigkeiten, funktional ist.

Wie so oft, ist es hilfreich für Definitionen mit Abgrenzungen zu beginnen. Was genau sind Bedürfnisse also nicht?

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Kategorien: Theorie

14. Januar 2016, 00:55 Uhr   2 Kommentare

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Welcher Bruch mit welchen Verhältnissen? Über Begrenzungen und Perspektiven alternativökonomischer und nicht-kommerzieller Praxen

[alle Texte der Broschüre „ich tausch nicht mehr – ich will mein Leben zurück“]

Cover der Broschüre "ich tausch nicht mehr - ich will mein Leben zurück"Für die Entwicklung einer emanzipativen Praxis ist Wissen und Reflexion über die gesellschaftlichen Strukturen von entscheidender Bedeutung. Denn sie geben das Handlungsfeld vor, auf dem wir uns bewegen. Ein Verständnis der gesellschaftlichen Verhältnisse hilft, Fallstricke zu vermeiden, Widersprüche zu begreifen und sie damit prozessierbar zu machen. Davon ausgehend hilft ein solches Strukturwissen auch, emanzipative Potentiale oder Beschränkungen von Praxen zu reflektieren und zu entschlüsseln:

  • In welchen Bereichen gibt es einen fundamentalen Bruch mit den gängigen Logiken und Strukturen, so dass Denkmöglichkeiten, Handlungsperspektiven und Wege für eine ganz andere Vergesellschaftung eröffnet werden?
  • Wo werden gesellschaftliche Strukturen und Handlungslogiken nicht hinterfragt, werden nur Teilaspekte kritisiert (wie bspw. der Zins, die Finanzspekulation, der Zwischenhandel oder die Marktmacht von multinationalen Konzernen), die für das wirkliche Problem gehalten und damit (unbewusst) Bestehendes fortgesetzt werden oder sogar eine Praxis entwickelt, die emanzipativen Veränderungen letztlich im Wege steht?

In einem ersten Schritt werden wir kurz unsere theoretische Perspektive vorstellen, um darauf aufbauend ein grobes Raster zur Bewertung alternativer gesellschaftlicher Praxen zu entwerfen. In einem zweiten Schritt werden wir ausgewählte alternative Praxen – fokussiert auf den Bereich der Produktion und Verteilung von Nahrungsmitteln – anhand dieses Schemas beurteilen. Wir wollen hierbei sowohl zeigen, was wir gut finden, als auch, was uns zu kurz kommt bzw. für uns unzulänglich bleibt. Daraus ergibt sich für uns, dass im Vergleich gerade nicht-kommerzielle Handlungsansätze ein größeres emanzipatives Potential aufweisen als andere alternative Praxen.

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Kategorien: Commons, Praxis-Reflexionen, Theorie

10. Januar 2016, 15:03 Uhr   Kommentieren

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Interessengemeinschaft statt Avantgarde

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Kommunismus wird als universale Befreiung der Menschheit vom Kapitalismus beschrieben. Doch kann dem Kapitalismus, der sich nur durch unvorstellbare Gewalt global ausbreiten konnte, eine globale gewalt- und herrschaftsfreie Gesellschaft folgen? Einige Überlegungen zu einem partikulären Verständnis von Kommunismus.

Der Kapitalismus ist die erste gesellschaftliche Struktur, die sich auf dem gesamten Globus ausgebreitet hat. Folgt man Immanuel Wallersteins Argumentation der Weltsystemtheorie so liegt dies darin begründet, dass die kapitalistische Ökonomie nicht in ein Reich wie bspw. das Römische umgewandelt wurde. Bis heute ist sie in Nationen organisiert.1 Der Kapitalismus erscheint ideologisch als die natürliche und universelle Wirtschaftsform der Menschheit. Diesem Universalismus folgt die antikapitalistische Kritik im Internationalismus verschiedener marxistischer Strömungen oder in globalen Visionen utopischer Entwürfe postkapitalistischer Gesellschaften. Oft nicht explizit ausformuliert folgt dem Kapitalismus in der Vision eine globale kommunistische Gesellschaft.2

Hier stellt sich jedoch die Frage, ob dem kapitalistischen Universalismus, der nur durch unvorstellbare koloniale und imperiale Gewalt möglich geworden ist, eine universale befreite Gesellschaftsordnung folgen kann. Sollte die Antwort auf den gewaltförmigen kapitalistischen Universalismus nicht gerade ein partikulärer Kommunismus sein. Ich gehe hier den geschichtlichen Ursprüngen der Universalität der kommunistischen Idee nach: monotheistische Paradiesvorstellungen und christlicher Missionsgedanke. Und ich plädiere für eine partikuläre Version eines postkapitalistischen Gesellschaftsentwurfs und schlage eine mögliche Fassung dieser vor: Kommunismus als offene Interessengemeinschaft.

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Kategorien: Commons, Theorie

29. Dezember 2015, 21:32 Uhr   62 Kommentare

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Erziehung

Streifzuege 65[Kolumne Immaterial World in der Wiener Zeitschrift Streifzüge]

„Kinder brauchen Grenzen“, tönt es aus Erziehungsratgebern, sonst würden aus kleinen Menschen später maßlose Monster werden. Gerne werden die empfohlenen Grenzen mit moralischen Werten drapiert, die Heranwachsenden Orientierung bieten sollen. Erstaunlicherweise findet sich eine ähnliche Argumentation bei jenen Eltern, die emanzipatorische Ansprüche hegen. Selbstbestimmung für alle – mit Ausnahme von Kindern?

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Kategorien: Lernen, Theorie

3. Dezember 2015, 06:56 Uhr   16 Kommentare

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On the Political Economy of Copy Protection

UnknownThis article was published in: Tilman Baumgärtel (Ed.), A Reader on International Media Piracy, Amsterdam University Press, pp. 131-144. It is the English translation of Zur politischen Ökonomie von Kopie und Kopierschutz.

Why does copy protection exist? What is been protected against whom? The spontaneous answers to these simple questions refer to the prevailing forms of thinking in commodity society: The “intellectual property” just has to be protected against theft, just like everybody locks their door in order to prevent the television set from be carried away by “TV pirates”.

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Kategorien: Eigentumsfragen, English, Theorie

24. November 2015, 15:08 Uhr   Kommentieren

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Commons und Geld

Bei Treffen des Commons-Instituts in Leipzig vom 29.10. bis 1.11. haben Denis Neumüller und ich einen Vortrag zum widersprüchlichen Verhältnis von Geld und Commons gehalten. Hier die Folien und der Audiomitschnitt — leider in mieser Qualität die erste Minute ist mies, dann ist die Qualität ok (Download Folien: PDF|ODP, Download Audio: OGG|MP3):

 

Kategorien: Commons, Theorie

4. November 2015, 13:08 Uhr   14 Kommentare