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	<title>keimform.de &#187; Termine</title>
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	<description>Auf der Suche nach dem Neuen im Alten</description>
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		<title>Landwirtschaft und Gemeingüter</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Apr 2012 05:28:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die agriKultur-Gruppe Greifswald hat in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern eine interessante Veranstaltung organisiert. Es geht um die Commons als neuen Ansatz in der Landwirtschaft. Die Daten der Veranstaltung: »Landwirtschaft und Gemeingüter«, mit Thomas Janoschka Do, 26. April 2012, 20:00 Uhr IKuWo, Goethestr. 1, 17489 Greifswald Aus der Einladung: Der Referent Thomas Janoschka hat sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="http://agrikultur.blogsport.de/">agriKultur-Gruppe Greifswald</a> hat in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern eine interessante Veranstaltung organisiert. Es geht um die Commons als neuen Ansatz in der Landwirtschaft. Die Daten der Veranstaltung:</p>
<ul>
<li>»Landwirtschaft und Gemeingüter«, mit Thomas Janoschka</li>
<li>Do, 26. April 2012, 20:00 Uhr</li>
<li><a href="http://ikuwo.de/">IKuWo</a>, Goethestr. 1, 17489 Greifswald</li>
</ul>
<p>Aus der <a href="http://www.rosalux.de/event/45557/landwirtschaft-und-gemeingueter.html">Einladung</a>:</p>
<p>Der Referent Thomas Janoschka hat sich ausführlich mit dem Gemeingut-Konzept, besonders im Rahmen der Open-Software-Entwicklung auseinander gesetzt. Des Weiteren ist er im landwirtschaftspolitischen Bereich aktiv. In der Veranstaltung wird er besonders auf die Herausforderungen und Möglichkeiten der Übertragung des Gemeingut-Konzeptes auf die Landwirtschaft eingehen. Die Idee der Übertragung ist nicht neu – Jahrhunderte lang wurden Weideflächen als Gemeingut genutzt.</p>
<p>Die Nicht-Kommerzielle Landwirtschaft ist ein Beispiel wie jenseits von Markt und Staat der Gemeingüter-Gedanke speziell im Bereich der Landwirtschaft Früchte tragen kann. Die nicht-kommerziell erzeugten Produkte werden nicht verkauft, sondern unentgeltlich in einem selbst organisierten Netzwerk abgegeben. Der Referent Markus Leip wird von den Erfahrungen der Stadt-Land-Garten Gruppe berichten, die seit vier Jahren nicht-kommerziell Gemüse in der Nähe von Greifswald anbaut. Er wird auf die aktuelle Situation des Projekts eingehen und über die Möglichkeiten zur Beteiligung informieren.</p>
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		<title>Kapitalismuskritik in München</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Mar 2012 06:53:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Siefkes</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich war das Seminar schon für letztes Jahr geplant, doch da musste es wegen schwerer Erkrankung meines Ko-Referenten kurzfristig abgesagt werden. In vier Wochen ist der Nachholtermin: 21. April 2012, 10 bis 18 Uhr Tagesseminar „Kapitalismuskritik gut und schön – Aber was sind eure Alternativen?“ Tagesseminar des DGB Bildungswerk Bayern, mit Hermann Lueer und Christian [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="right" title="Logo des DGB Bildungswerks" src="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/03/dgb_bwb_logo.gif" alt="Logo des DGB Bildungswerks" width="184" height="98" align="right" hspace="5" vspace="1" />Eigentlich war das Seminar schon für letztes Jahr <a href="http://keimform.de/2011/berlin-hamburg-muenchen/">geplant</a>, doch da musste es wegen schwerer Erkrankung meines Ko-Referenten kurzfristig abgesagt werden. In vier Wochen ist der Nachholtermin:</p>
<p><em>21. April 2012, 10 bis 18 Uhr</em><br />
<strong>Tagesseminar „Kapitalismuskritik gut und schön – Aber was sind eure Alternativen?“</strong><br />
Tagesseminar des <a href="http://www.dgb-bildungswerk-bayern.de/">DGB Bildungswerk Bayern</a>, mit <a href="http://www.amazon.de/Warum-verhungern-t%C3%A4glich-100-000-Menschen/dp/3865825176/">Hermann</a> <a href="http://www.amazon.de/Grund-Finanzkrise-Hermann-Lueer/dp/3865827985/">Lueer</a> und Christian Siefkes<br />
im DGB-Haus München, Schwanthalerstraße 64</p>
<p>Hier der komplette Ankündigungstext:</p>
<blockquote><p>Altersarmut, Kinderarmut, Einschnitte im Bildungswesen wie bei der medizinischen Versorgung nicht nur in den sogenannten Entwicklungsländern, sondern auch in den erfolgreichen Industrienationen sowie die Tatsache, dass weltweit täglich 100.000 Menschen verhungern und eine Milliarde Menschen ohne Zugang zu sauberem Wasser in bitterer Armut und unter elenden Arbeitsbedingungen dahin vegetieren, findet niemand gut. An wohlgemeinten Vorschlägen, wie eine Alternative zur Normalität der globalen Weltlage aussehen könnte, fehlt es ebenso wenig. Dabei wird gerne mit einem Bild besserer Zustände „argumentiert“: Die Vertreter der Kapitalseite geißeln den Wohlfahrtsstaat und die „übertriebenen“ bürokratischen Vorschriften wie Umweltschutz, Bauordnungen, Arbeitsschutz, Lebensmittelgesetze, Tarifverträge, Kündigungsschutz. Das schade der Wettbewerbsfähigkeit. Von gewerkschaftlicher Seite und aus Kreisen der Linken werden stärkere staatliche Reglementierungen, soziale Gerechtigkeit und soziale Verantwortung statt Profitgier und Gewinnmaximierung als bessere Alternative vorgetragen. So gibt es endlose Debatten über vermeintliche Gerechtigkeiten und Ungerechtigkeiten, die, ohne sich über die Gründe zu einigen, warum es so ist, wie es ist, alle in einem bestärken: Marktwirtschaft müsste eigentlich gar nicht so sein, wie sie ist, wenn es in meinem Sinne gerechter zuginge.</p>
<p>Jede Alternative ist aber nur so gut wie die ihr zugrunde liegende Kritik (Erklärung) der bestehenden Verhältnisse, zu der sie eine Alternative sein soll. Nur wenn man den Grund richtig bestimmt hat, kann man daran arbeiten, die Ursache abzuschaffen. In der Naturwissenschaft wie im praktischen Leben ist dies eine Selbstverständlichkeit. Wenn ein Flugzeug abstürzt, wird nach den Ursachen geforscht, um den nächsten Unfall zu verhindern. Wenn mein Auto liegen bleibt, muss ich den Grund wissen, um es reparieren zu können. Ist der Tank leer oder liegt ein Motorschaden vor? Welches Teil muss ausgewechselt werden, damit das Auto wieder funktioniert? Ohne sich um die Gründe zu kümmern, sich unterschiedliche Reparaturmöglichkeiten zu präsentieren, würde als ausgesprochene Blödheit wahrgenommen.</p>
<p>Wer daher nach vernommener Kritik fragt, was die Alternative sei, der tut so, als ob die praktischen Konsequenzen der Kritik noch ganz im Dunkeln lägen. Das ist aber nicht der Fall. Jeder bestimmten Kritik ist schon anzusehen, auf welche Alternative sie hinaus will. Die ernsthafte Beschäftigung mit der Alternative unterstellt daher die Einigkeit in der Kritik.</p>
<p>Im Seminar sollen entsprechend Kritik und Alternative zusammengebracht werden: Es gilt die Kritik an Eigentum, Ware, Geld und Kapital auf ihre Richtigkeit und die Skizzierung einer Welt jenseits von Eigentum, Ware, Geld und Kapital auf ihren korrekten Bezug zur Kritik hin zu überprüfen. Die Frage nach der Machbarkeit beantwortet sich dann von selbst.</p>
<p style="text-align: center;">* * *</p>
<p>Die Teilnahme ist nur nach Anmeldung möglich. Teilzeitteilnahme wird nicht akzeptiert. Fahrtkosten, Verpflegung und Getränke können nicht übernommen werden. Der Teilnahmebeitrag beträgt 5 Euro.</p>
<p><em>Information/Anmeldung:</em> Wolfgang Veiglhuber, DGB Bildungswerk Bayern, Schwanthalerstraße 64, 80336 München; Mail: wolfgang.veiglhuber at bildungswerk-bayern.de</p>
<p><em>Anmeldeschluss:</em> Montag 16. April 2012</p></blockquote>
<p>In der <a href="http://www.dgb-bildungswerk-bayern.de/pdf/Tagesseminare%202012-DIN%20A%204.pdf">Übersicht aller vom DGB Bildungswerk dieses Jahr veranstalteten Tagesseminare</a> (PDF) findet sich es noch einiges Spannende, etwa zu Marx und zur Kritik antisemitischer und rechter Argumentationen.</p>
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		<title>COM&#8217;ON to the Commons</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 06:12:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie schon mal angekündigt, findet am Sa, 10.12.2011, eine Commons-Tagung in der Rosa-Luxemburg-Stiftung statt. Dazu gibt es nun ein nettes Einladungs-Filmchen: Die Auflösung der Geschichte gibt&#8217;s auf der Tagung]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie <a href="http://keimform.de/2011/com-on/">schon mal angekündigt</a>, findet am Sa, 10.12.2011, eine Commons-Tagung in der <a href="http://www.rosalux.de/event/44755//comon.html" class="broken_link">Rosa-Luxemburg-Stiftung</a> statt. Dazu gibt es nun ein nettes Einladungs-Filmchen:</p>
<p><iframe title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="550" height="340" src="http://www.youtube.com/embed/Sr_MhHns8Qo" frameborder="0" allowFullScreen="true"> </iframe></p>
<p>Die Auflösung der Geschichte gibt&#8217;s auf der Tagung <img src='http://keimform.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
]]></content:encoded>
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		<title>COM&#8217; ON!</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Nov 2011 06:18:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung haben einige von uns eine Commons-Tagung organisiert. Sie findet statt: 10.12.2011, 11:00–17:30 Uhr, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin. Begrenzte Plätze, rasch anmelden (s.u.)! Hier die Einladung (Flyer als PDF): COM&#8217; ON! &#8212; Die alte Eigentumswelt dreht sich Commons haben das Zeug zu einer neuen großen Erzählung. Haben sie? Was ist das Neue [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://keimform.de/wp-content/uploads/2011/11/commons-based-queer-production.jpg"><img class="right" style="margin-left: 8px;" title="commons-based queer production" src="http://keimform.de/wp-content/uploads/2011/11/commons-based-queer-production-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" align="right" /></a>Gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung haben einige von uns eine Commons-Tagung organisiert. Sie findet statt: 10.12.2011, 11:00–17:30 Uhr, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin. Begrenzte Plätze, rasch anmelden (s.u.)! Hier die Einladung (<a href="http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Veranstaltungen/2011/Commons.pdf">Flyer als PDF</a>):</p>
<h3>COM&#8217; ON! &#8212; Die alte Eigentumswelt dreht sich</h3>
<p>Commons haben das Zeug zu einer neuen großen Erzählung. Haben sie? Was ist das Neue an den Commons, was unterscheidet sie von Kommune und Kommunismus, von Gemeineigentum und Öffentlichem  – und was verbindet sie? Was bedeutet die Aussage, Commons bewegten sich «jenseits von Markt und Staat»? Was können die Commons, die Commoner – und was nicht? Welche Rolle spielen Commons bei der OccupyBewegung? Dreht sich die alte Eigentumswelt? Und was heißt das für die Linke(n)?</p>
<h3>Programm</h3>
<p><strong>11:00–14:00 Uhr:  Einstieg mit Film und Diskussion</strong></p>
<p>Mit Commons die Machtverhältnisse ändern &#8212; Brigitte Kratzwald, Graz, commons.at</p>
<p>Das Öffentliche und Commons &#8212; Rainer Rilling, Berlin, Rosa-Luxemburg-Stiftung</p>
<p>Commons und Kommune &#8212; Mike Nagler, Leipzig, Attac</p>
<p>Commons als Grundlage einer neuen Produktionsweise &#8212; Stefan Meretz, Berlin, keimform.de</p>
<p><strong>14:00–15:00 Uhr: Occupy Buffet</strong></p>
<p><strong>15:00–16:45 Uhr: Worldcafé</strong></p>
<p>1. Für alle: Wie bist Du praktisch-alltäglich in die Commons verwickelt?<br />
2. Welche Gesellschaftskonzepte werden in der Commons-Debatte diskutiert? Mit Annette Schlemm<br />
3. Was können Linke von den Commons lernen und was können Commoner von Linken lernen? Mit Benni Bärmann<br />
4. Der Gemeinschaftsbegriff wird oft als reaktionär kritisiert. Geht´s auch anders? Mit Friederike Habermann<br />
5. Was passiert mit den bestehenden Produktionsstrukturen im Falle einer gesellschaftlichen Transformation? Mit Christian Siefkes<br />
6. Was braucht es, um Commons zu pushen? Mit Brigitte Kratzwald</p>
<p><strong>17:00–17:30 Uhr: COM’ ON (Resümee)</strong></p>
<p>Moderation: Sabine Nuss</p>
<p>Tagungsseite: <a href="http://commons.rosalux.de/">commons.rosalux.de</a></p>
<p>Ort: Rosa-Luxemburg-Stiftung, 1. OG, Münzenbergsaal, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin</p>
<p><strong>Kontakt und Anmeldung</strong>: Isabel Ullrich, Tel. 030 44310-438, ullrich ÄT rosalux DOT de</p>
<p>Passend zum Thema der Tagung findet eine «Luxemburg Lecture» mit Michael Hardt statt: «What To Do With a Crisis» am Montag, 12.12.2011, 19:00 Uhr, Grüner Salon der Volksbühne</p>
<p>Michael Hardt lehrt im Rahmen des Literatur Programms an der Duke University. Er ist Koautor der Bücher Empire, Multitude, und Commonwealth (mit Antonio Negri).</p>
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		</item>
		<item>
		<title>(Post-)Ökonomische Perspektiven im 21. Jahrhundert</title>
		<link>http://keimform.de/2011/post-oekonomische-perspektiven-im-21-jahrhundert/</link>
		<comments>http://keimform.de/2011/post-oekonomische-perspektiven-im-21-jahrhundert/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 12 Oct 2011 06:38:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Siefkes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeit & Freiheit]]></category>
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		<description><![CDATA[Diesen Monat nehme ich mal wieder an zwei einer Veranstaltungen teil. Zunächst am kommenden Samstag, 15. Oktober an einem Workshop Ökonomische Perspektiven II – Utopien und Perspektiven des Bildungskollektiv Biko in Erfurt (siehe Kommentar): 15.10.2011 10–16 Uhr im Jugendbüro filler, Schillerstr. 44, Erfurt Ökonomische Perspektiven II &#8211; Utopien und Perspektiven In Zeiten der Krise ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diesen Monat nehme ich mal wieder an <del>zwei</del> einer Veranstaltung<del>en</del> teil. <del>Zunächst am kommenden Samstag, 15. Oktober an einem Workshop <a href="http://biko.arranca.de/index.php?c=programm&amp;nr=109">Ökonomische Perspektiven II – Utopien und Perspektiven</a> des <a href="http://biko.arranca.de/">Bildungskollektiv Biko</a> in Erfurt</del> (siehe <a href="http://keimform.de/2011/post-oekonomische-perspektiven-im-21-jahrhundert/#comment-20611">Kommentar</a>):</p>
<blockquote><p>15.10.2011 10–16 Uhr<br />
im Jugendbüro filler, Schillerstr. 44, Erfurt</p>
<p><strong>Ökonomische Perspektiven II &#8211; Utopien und Perspektiven</strong></p>
<p>In Zeiten der Krise ist wieder Zeit für Analysen und Perspektiven. Wir wollen einen Teil der Ansätze, Ideen und Projekte, die in der letzten Zeit entwickelt bzw. populär wurden vorstellen und diskutieren. Bei der zweiten Veranstaltung geht es um ökonomische Utopien und Perspektiven. Mit der Peer-Ökonomie wird ein weiterer Ansatz vorgestellt sowie Beispiele und Ideen für praktische Umsetzungen gezeigt. Die angebotenen Modelle werden an ihren eigenen Ansprüchen gemessen.</p></blockquote>
<p>Neben <a href="http://keimform.de/tag/peer-economy/">Peer-Ökonomie/Commonismus</a> sollen dabei auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Solidarische_%C3%96konomie">Solidarische Ökonomie</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Parecon">Parecon</a> vorgestellt und kritisch diskutiert werden; <a href="http://biko.arranca.de/anmeld.php?s=%D6konomische+Perspektiven+II+-+Utopien+und+Perspektiven">anmelden kann man sich hier</a>. Plätze sind wohl noch reichlich vorhanden, wer also Lust hat kurzfristig etwas über Peer-Produktion und ökonomische Alternativen zu lernen bzw. diese zu kritisieren, ist herzlich willkommen <img src='http://keimform.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Eine Woche später bin ich dann auf dem <a href="http://2011.elevate.at/">Elevate-Festival</a> in Graz, das vom 20. bis 24. Oktober unter dem etwas generischen Titel „Elevate the 21st century“ stattfindet. Nachdem vor drei Jahren Stefan und Silke auf dem Festival <a href="http://commonsblog.wordpress.com/2008/11/06/elevate-the-commons-das-netz-das-uns-tragt/">die Commons</a> und <a href="http://keimform.de/2008/sieben-thesen-zum-commonismus/">den Commonismus</a> erhoben haben, werde ich dieses Jahr die commonsbasierte Peer-Produktion als für alle Beteiligten bessere Alternative statt Erwerbsarbeit und Marktproduktion vorstellen.</p>
<p>Das <a href="http://2011.elevate.at/diskurs-film/">gesamte Programm</a> des diesjährigen Festivals gibt es online (<a href="http://2011.elevate.at/musik-kunst/">Musik &amp; Kunst</a> separat). Am Samstag nehme ich an einer Diskussionsveranstaltung teil:</p>
<blockquote><p>Samstag 22.10.2011 16–18 Uhr<br />
im <a href="http://forum.mur.at/index.php?idcat=59">Forum Stadtpark</a></p>
<p><strong><a href="http://2011.elevate.at/e11arbeit">Von der Ich-AG zur Peer Production? Arbeit und Produktion im 21. Jahrhundert</a></strong></p>
<p>Diskussion mit<br />
<a href="http://www.linksnet.de/de/autorin/r%C3%B6ttger_bernd" class="broken_link">Bernd Röttger</a> (Freier Sozialwissenschaftler, Bildungsarbeiter / de)<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andrea_D._B%C3%BChrmann">Andrea Bührmann</a> (Georg-August-Universität Göttingen / de)<br />
<a href="http://keimform.de/author/christian/">Christian Siefkes</a> (Softwareentwickler, Autor / de)<br />
<a href="http://2011.elevate.at/diskurs/guest/muckenhuber/">Johanna Muckenhuber</a> (Medizinische Universität Graz / at)<br />
Moderation: <a href="http://kratzwald.wordpress.com/">Brigitte Kratzwald</a> (commons.at / AT)</p>
<p>Vor allem Kultur-, Kreativ- und Wissensarbeiter_innen erleben ihre Erwerbsarbeit als Möglichkeit zur Selbstverwirklichung, trotz oft enormen Arbeitsumfangs bei geringem Einkommen. Viele andere fühlen sich durch die geforderte Flexibilität und längere Arbeitszeiten unter Druck gesetzt. Burn-out wird zur Volkskrankheit. Prekarität, Erwerbsarbeitslosigkeit und Armut nehmen zu, und niemand ist mehr vor sozialem Abstieg gefeit. Dabei könnten wir die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit durch neue Produktionsweisen erheblich reduzieren und uns vor allem Tätigkeiten widmen, auf die wir wirklich Lust haben. Selbstbestimmt und stressfrei.</p>
<p>Nach einer Analyse dieser Umstände wollen wir diskutieren, wie Prekarisierung und (Selbst-)Ausbeutung entgegengewirkt werden kann und wie ein Arbeits- und Produktionsmodell der Zukunft aussehen könnte, das es allen ermöglicht, ihre Fähigkeiten einzubringen und ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Wie kann es gelingen, soziale Sicherheit, Freiheit und Selbstbestimmung gleichermaßen zu verwirklichen? Welche Beispiele sind bereits heute auszumachen und wie können wir sie vervielfältigen?</p></blockquote>
<p>Und am Sonntag biete ich einen vertiefenden Workshop an:</p>
<blockquote><p>Sonntag 23.10.2011 11:30–13:30 Uhr<br />
in der <a href="http://gruene-akademie.at/kontakt">Grünen Akademie</a></p>
<p><strong> <a href="http://2011.elevate.at/e11peer/">Beitragen statt tauschen – Wie funktioniert Peer-Ökonomie?</a></strong></p>
<p>Workshop mit Christian Siefkes</p>
<p>Peer Production nutzt und erzeugt Gemeingüter: Ressourcen und Güter, die allen zustehen und die gemäß selbst definierten Regeln gemeinsam oder anteilig genutzt werden. Sie basiert auf Beiträgen statt auf Tausch: Menschen beteiligen sich an Projekten, die ihnen wichtig sind, und tragen so zu deren Erfolg bei. Und sie basiert auf freiwilliger, zwangloser Kooperation, die keine formalen Hierarchien und Befehlsstrukturen kennt. Im Workshop soll es darum gehen, wie und warum Peer Production funktioniert. Vor allem aber geht es um die Frage, wie die Peer Production den Sprung von der immateriellen in die materielle Welt schaffen kann, sodass die Bedürfnisse der Menschen (und nicht der Profit) bestimmen, was und wie produziert wird.</p></blockquote>
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		<title>Produzieren ohne Geld und Zwang</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jul 2011 05:59:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Siefkes</dc:creator>
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		<description><![CDATA[[Versión en español] Dieser Text ist mein Beitrag für die Konferenz „Andere mögliche Welten?“ (¿Otros mundos posibles?), die im Mai in Medellín (Kolumbien) stattfand. Alle Beiträge der Konferenz werden in einem Sammelband der Rosa-Luxemburg-Stiftung erscheinen, der Ende des Jahres in deutscher sowie in spanischer Sprache veröffentlicht werden soll. Die Bewegung zum Commonismus Stellen wir uns [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.keimform.de/wp-content/uploads/2011/07/otros-mundos-posibles.jpg"><img class="right" title="¿Otros mundos posibles?" src="http://www.keimform.de/wp-content/uploads/2011/07/otros-mundos-posibles.jpg" alt="¿Otros mundos posibles?" width="336" height="145" align="right" hspace="5" vspace="1" /></a>[<a href="http://www.keimform.de/2011/producir-sin-dinero-y-coercion/">Versión en español</a>]</p>
<p><em>Dieser Text ist mein Beitrag für die <a href="http://www.keimform.de/2011/conference-on-other-possible-worlds/">Konferenz „Andere mögliche Welten?“</a> (¿Otros mundos posibles?), die im Mai in Medellín (Kolumbien) stattfand. Alle Beiträge der Konferenz werden in einem Sammelband der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rosa-Luxemburg-Stiftung">Rosa-Luxemburg-Stiftung</a> erscheinen, der Ende des Jahres in deutscher sowie in spanischer Sprache veröffentlicht werden soll.</em></p>
<div id="die-bewegung-zum-commonismus">
<h3>Die Bewegung zum Commonismus</h3>
<p>Stellen wir uns eine Welt vor, in der Produktion und Reproduktion bedürfnisorientiert zum Wohle aller stattfinden, organisiert von Menschen, die sich niemandem unterordnen müssen und sich freiwillig in die erforderlichen Tätigkeiten teilen. Ich nenne eine solche Gesellschaft <em>Commonismus,</em> weil ich glaube, dass darin die <em>Commons,</em> die Gemeingüter, eine wichtige Rolle spielen werden.</p>
<p>Man mag einwenden, dass eine solche Gesellschaft unmöglich sei, weil es sie noch nicht gab oder weil sie der Natur des Menschen widerspreche. Doch daraus, dass es etwas noch nicht gab, kann man nicht schließen, dass es unmöglich ist; und Argumente zur „Natur des Menschen“ übersehen, dass die Menschen nicht nur die Gesellschaft machen, sondern umgekehrt auch durch die Gesellschaft beeinflusst und geprägt werden. Ändern sich die Strukturen, ändert sich auch das Verhalten der Menschen.</p>
<p>Der Commonismus bliebe allerdings eine abstrakte Idee, wenn er nicht das Zeug hätte, aus der heutigen Gesellschaft, dem Kapitalismus, heraus zu entstehen. Karl Marx (1859, 9) sagte dazu, dass „die materiellen Existenzbedingungen“ neuer Produktionsverhältnisse „im Schoß der alten Gesellschaft selbst ausgebrütet“ werden müssen.</p>
<p>Eine commonistische Gesellschaft hat meiner Ansicht nach zwei wesentliche Voraussetzungen, deren Entwicklung durch die kapitalistische Logik zum Teil begünstigt wird, während ihre vollständige Umsetzung im Widerspruch zum Kapitalismus steht: (1) Menschliche Arbeit verschwindet aus dem Produktionsprozess, sie wird durch Automatisierung und Selbstentfaltung ersetzt. (2) Der Zugang zu Ressourcen und Produktionsmitteln steht allen gleichermaßen offen.</p>
<p>Wie diese Voraussetzungen die Produktionsprozesse verändern, wird bislang im Bereich der digitalen Produktion von Software und anderen Informationsgütern am deutlichsten sichtbar. Die <em>Freie-Software-</em> und <em>Freie-Kultur-Bewegung</em> hat diesen Kernbereich der modernen Produktion so grundsätzlich umgewandelt, dass bestimmte Märkte deutlich geschrumpft oder gar komplett verschwunden sind. Dies betrifft etwa Internetsoftware, Software für Programmierer/innen und Enzyklopädien. In diesen Bereichen haben sich frei verwendbare Programme wie Apache, Firefox, WordPress, frei nutzbare Programmiersprachen wie Python, Entwicklungsumgebungen wie Eclipse sowie die freie Internet-Enzyklopädie Wikipedia durchgesetzt. Konkurrenzangebote, die gemäß der üblichen kapitalistischen Logik nur käuflich erwerbbar sind, haben nahezu keine Chance mehr. Indem sie Märkte zum Verschwinden bringt, weist diese Bewegung über den Kapitalismus hinaus. Zugleich basiert sie aber auf Voraussetzungen, die im Kapitalismus entstehen und der kapitalistischen Logik zufolge entstehen <em>müssen.</em></p>
<p>Ein Paradox des Kapitalismus ist, dass die menschliche Arbeit einerseits seine Grundlage ist, andererseits aber ein Kostenfaktor, den jedes Unternehmen möglichst stark reduziert. Arbeit ist Quelle des Mehrwerts und damit des Profits, doch zugleich kann jedes Unternehmen seinen Profit zumindest temporär dadurch erhöhen, dass es Arbeit einspart und so gegenüber seinen Konkurrenten einen Kostenvorteil erzielt. Arbeit in Billiglohnländer auszulagern, ist eine Möglichkeit zur Kostensenkung, doch noch besser ist es aus unternehmerischer Sicht, sie durch Maschineneinsatz oder durch von den Kund/innen freiwillig und unentgeltlich übernommene Tätigkeiten zu ersetzen.</p>
<p>Bis vor einigen Jahrzehnten ging der Einsatz von Maschinen und menschlicher Arbeit meist Hand in Hand, etwa bei der Fließbandarbeit. Doch mit zunehmender Automatisierung wird die menschliche Arbeit bei Routinetätigkeiten immer entbehrlicher. Übrig bleiben Arbeiten, die sich kaum automatisieren lassen, weil sie Kreativität, Intuition oder Einfühlungsvermögen erfordern. Deshalb ist in Bezug auf den modernen Kapitalismus oft von „Dienstleistungs-“ oder „Informationsgesellschaft“ die Rede, weil die meisten nicht automatisierbaren Tätigkeiten in diese Bereiche fallen.</p>
<p>Zudem werden Aufgaben an die Kund/innen selbst delegiert, was weitere Arbeitskräfte einspart. Dank Selbstbedienung brauchen Supermärkte weniger Verkäufer/innen; beim Online-Shopping und Online-Banking werden die Verkäufer bzw. Schalterangestellten ganz überflüssig; Ikea überlässt den Kund/innen das Zusammenbauen ihrer Möbel und spart so Personal und Transportkosten.</p>
<p>Doch diese Entwicklungen verändern zugleich den Charakter des Tuns. Als Angestellter arbeite ich, um Geld zu verdienen. Wenn ich jedoch meine eigenen Möbel zusammenbaue oder im Internet nach für mich geeigneten Produkten suche, dann interessiert mich das <em>Ergebnis</em> meines Tuns. Und durch die zunehmende Automatisierung werden langweilige Routinetätigkeiten, die man nur gegen (Schmerzens-)Geld erledigt, zunehmend durch kreativere und daher auch inhaltlich interessantere Tätigkeiten ersetzt.</p>
<p>Für letztere ist eine Bezahlung zwar (sofern man noch Geld braucht) ein netter Pluspunkt, aber – wie sich in den letzten Jahrzehnten zur Überraschung vieler Ökonom/innen gezeigt hat – keineswegs eine notwendige Bedingung. Seit das Internet es immer mehr Menschen ermöglicht, andere mit ähnlichen Interessen auch über größere Entfernungen hinweg zu finden, sind viele Projekte entstanden, in denen Menschen gemeinsam an Dingen arbeiten, die ihnen wichtig sind. Dazu gehören Freie Software, Freie Inhalte wie die Wikipedia und Open-Hardware-Projekte, in denen die Beteiligten gemeinsam materielle Dinge entwerfen und die Baupläne mit der ganzen Welt teilen. Beim Freifunk-Projekt, das offene Funknetzwerke aufbaut, und bei Gemeinschaftsgärten, wo Menschen gemeinsam städtische Freiflächen in offene Gärten umgestalten, steht dagegen die Zusammenarbeit vor Ort im Mittelpunkt. All diese Projekte haben zwei Grundlagen: zum einen die freiwillige, bedürfnisorientierte Zusammenarbeit der Beteiligten; zum anderen die Gemeingüter – Software, Wissen, Netzwerke oder Orte –, die sie nutzen, pflegen oder hervorbringen.</p>
<p>Manchen der Beteiligten geht es dabei ums Geldverdienen oder die Verbesserung ihrer Berufschancen, aber viele engagieren sich aus anderen Gründen: Weil sie selbst an dem entstehenden Werk Interesse haben, weil sie dabei Aufgaben übernehmen können, die ihnen Spaß machen, oder weil sie den anderen etwas zurückgeben möchten (ohne dazu verpflichtet zu sein). Arbeit zum Zweck des Geldverdienens wird so ersetzt durch Tätigkeiten, die man gerne um ihrer selbst willen, aufgrund ihres Ergebnisses oder den anderen Beteiligten zuliebe übernimmt: Selbstentfaltung.</p>
<p>Möglich ist das nur, weil die Beteiligten Zugang zu den benötigten Produktionsmitteln – wie Computern und Internetzugang – haben. Das mag als Begrenzung dieser freien, commonistischen Produktionsweise erscheinen, da die Konzentration der meisten Produktionsmittel in den Händen weniger für den Kapitalismus charakteristisch ist. Gemeinschaftlich produzieren kann man Software und Wissen, wo nur kleine, schon weit verbreitete Produktionsmittel nötig sind, aber wie steht es um Dinge, die riesige Fabriken erfordern?</p>
<p>Glücklicherweise treibt auch hier die Produktivkraftentwicklung den Kapitalismus in eine Richtung, die seine eigene Überwindung erleichtert. Ähnlich wie die heutigen Personalcomputer Nachfolger der Millionen kostenden und Räume füllenden Großrechner des letzten Jahrhunderts sind, werden auch andere Produktionstechniken immer günstiger und für Einzelne oder kleine Gruppen erschwinglicher. Kostengünstige, aber flexible computergesteuerte (CNC) Maschinen ersetzen in der industriellen Produktion zunehmend schwerfällige Großanlagen. Gleichzeitig hat sich rund um diese Maschinen eine Bewegung von Hobbyisten gebildet – die sogenannte „Maker“-Szene –, die sie nicht zum Geldverdienen benutzen, sondern um bedürfnisorientiert zu produzieren, zu experimentieren und Spaß zu haben.</p>
<p>In diesem Kontext sind auch erste Open-Hardware-Projekte entstanden, die selbst solche Produktionsmaschinen entwerfen und ihr Wissen als Gemeingut teilen. Damit werden die Grundlagen für eine bedürfnisorientierte, auf Gemeingütern basierende Produktionsweise gelegt.</p>
</div>
<div id="die-organisation-einer-welt-ohne-geld">
<h3>Die Organisation einer Welt ohne Geld</h3>
<p>Im Kapitalismus hat die Produktion gesellschaftlichen Charakter – man produziert immer für andere, nicht für sich selbst. Allerdings stellt sich der gesellschaftliche Charakter der Produktion erst im Nachhinein – und auch keineswegs in allen Fällen – heraus, da die Güter zunächst privat (in Firmen) produziert werden. Zur Vermittlung zwischen privater Produktion und gesellschaftlicher Nutzung (durch andere) bedarf es des Markts und des Geldes. Verkaufen kann man nur, was einem formell gehört, deshalb braucht es das Privateigentum und den Staat, der es durchsetzt und auch sonst darauf achtet, dass sich alle an die „Spielregeln“ halten.</p>
<p>Im Commonismus wären alle diese Institutionen überflüssig, weil die Produktion von Anfang an gesellschaftlich und bedürfnisorientiert erfolgt. Im Folgenden soll dies vor allem anhand des Geldes durchgespielt werden, denn das Geld spielt in unserer Gesellschaft eine so große Rolle, dass es schwierig ist, sich eine Welt ohne Geld vorzustellen. Arbeiten die Menschen nicht nur, um Geld zu verdienen? Produzieren die Firmen nicht nur, um Gewinne zu machen? Würde ohne Geld nicht alles zum Stillstand kommen?</p>
<p>Zweifellos würden Firmen ohne Erwartung von Profiten nicht produzieren, doch für das Tun der Menschen spielt das Geld keine so große Rolle, wie man gewöhnlich denkt. So werden weniger als 40 Prozent der in Deutschland geleisteten Arbeiten bezahlt, der größere Teil wird nicht entlohnt: Tätigkeiten im Haushalt, private Pflege- und Betreuungsleistungen sowie ehrenamtliche Tätigkeiten (vgl. Meretz 2010). Gerade weil sie unbezahlt sind, werden diese Tätigkeiten in unserer Gesellschaft meist nicht sehr ernst genommen, doch ohne sie würde alles zusammenbrechen. Und sie demonstrieren eindrucksvoll, dass Menschen für andere nützliche Dinge tun, auch wenn sie nicht mit Geld „bestochen“ werden.</p>
<p>Auch im Internet spielen weitgehend geldfreie Formen der Produktion eine wichtige Rolle. Für Freie Software, wie das Betriebssystem Linux oder den Browser Firefox, und Freie Inhalte, wie die Internet-Enzyklopädie Wikipedia oder das OpenStreetMap-Projekt, muss ich nichts bezahlen. Ich darf sie nutzen, an andere weitergeben, und sogar – wenn ich die entsprechenden Kenntnisse habe – erweitern und verbessern; und das alles kostet mich keinen Cent.</p>
</div>
<div id="bedurfnisorientierte-produktion">
<h3>Bedürfnisorientierte Produktion</h3>
<p>Bisweilen wird Freie Software von Firmen produziert, die damit auf indirektem Weg Geld verdienen, z.B. über den Verkauf von Supportverträgen, Dokumentation oder passender Hardware. Doch in vielen Fällen steht hinter solchen Projekten eine Community von Menschen, die sich freiwillig und unentgeltlich engagieren, weil ihnen das dort entstehende Produkt wichtig ist oder weil sie die Tätigkeit genießen. Anderen geht es darum, etwas zu lernen, ihre Kenntnisse zu demonstrieren oder der Community etwas zurückzugeben. Es gibt viele Gründe, warum Menschen sich engagieren – auch ohne Geld.</p>
<p>Entsprechend den Vorstellungen der modernen, neoklassischen Wirtschaftstheorie entstehen Firmen zur Reduzierung von sogenannten Transaktionskosten (Coase 1937). Das heißt, als Unternehmer meine Angestellten zu beauftragen, ist für mich günstiger, als jede einzelne Leistung einzukaufen. Die Angestellten haben den Vorteil, im Voraus zu wissen, welche Einnahmen sie erwarten können, statt sich täglich auf dem Markt bewähren zu müssen, aber sie sind Teil eines hierarchischen Systems und müssen den Anweisungen der Geschäftsführung folgen. Beziehungen auf dem Markt spielen sich dagegen zwischen formell Gleichberechtigten ab, sind jedoch rein funktionell: Die anderen interessieren mich nur als Tauschpartner, die mir etwas verkaufen oder abkaufen können.</p>
<p>Die Neoklassik kennt keine anderen Formen außer dem Markt und der Firma, doch die Communities von Menschen, die gemeinsam produzieren, zeigen, dass es auch anders geht. Anders als in Firmen sind alle freiwillig dabei, niemand erteilt den anderen Befehle. Deshalb wird diese Produktionsweise als Peer-Produktion bezeichnet: Die Beteiligten arbeiten auf gleichberechtigter Basis (als „Peers“) zusammen.</p>
<p>Und anders als auf dem Markt sind die anderen keine potenziellen Tauschpartner, sondern Menschen, die mit mir zusammen zu einem Ziel beitragen, das uns wichtig ist. Bei solchen Projekten geht es also ums Beitragen statt ums Tauschen. Beitragen ist im Gegensatz zum Tauschen kein Nullsummenspiel: Wenn ich beim Tauschen bzw. (Ver-)Kaufen ein „gutes Geschäft“ gemacht habe, bedeutet dies allzu oft, dass jemand übers Ohr gehauen wurde. Wenn dagegen jemand gute Beiträge liefert, gewinnen alle Beteiligten.</p>
<p>Solange die Produzent/innen Verkäufer sind und die Nutzer/innen Käufer, arbeiten alle tendenziell gegeneinander: Die Einnahmen der einen sind die Kosten der anderen. Und ein höherer Marktanteil für einen Produzenten schmälert die Einnahmen derjenigen, die dasselbe produzieren, weshalb die Produzenten zwangsläufig in einem Konkurrenzverhältnis zueinander stehen. Derselbe Interessengegensatz wie zwischen Verkäufern und Käufern besteht zwischen Angestellten und Inhabern bzw. Geschäftsführung einer Firma: Erstere wollen zu möglichst günstigen Konditionen ihre Arbeitskraft verkaufen; letztere wollen ein Maximum an Arbeitskraft für möglichst wenig Geld erhalten. Diese Gegensätze fallen bei der bedürfnisorientierten Peer-Produktion weg, da meine Bedürfnisse nicht auf Kosten der Bedürfnisse anderer gehen müssen. Im Gegenteil: Alle Beteiligten unterstützen sich gegenseitig bei der Befriedigung ihrer Bedürfnisse, was für alle von Vorteil ist.</p>
</div>
<div id="ungezwungene-produktion-fur-andere">
<h3>Ungezwungene Produktion für andere</h3>
<p>Bedürfnisorientierte Produktion darf nicht dahingehend missverstanden werden, dass jede und jeder nur für sich produziert. Peer-Produktion beginnt zwar oft dort, „wo’s ihre Entwickler/in juckt“, wie Eric Raymond (2001), einer der Pioniere der Freien Software, sagte, aber gleichzeitig entstehen dabei immer auch für andere nützliche Güter. Und häufig beteiligen sich Menschen nicht aufgrund konsumtiver, sondern aufgrund produktiver Bedürfnisse: Sie machen etwas, weil sie es gerne machen, weil sie etwas lernen oder weil ihnen die Menschen wichtig sind, für die sie es machen.</p>
<p>Dass Peer-Produktion immer auch Produktion für andere ist, widerspricht gängigen ökonomischen Vorstellungen, wonach die Alternative zum Markt eine Art Robinson-Modell ist: Alle würden nur noch für sich oder ihre Familie produzieren; Kooperation größeren Stils fände nicht mehr statt. Dass man mit so einem isolierten Modell nicht weit kommt, ist klar. Als weitere Alternative wird die zentralisierte Planwirtschaft – der verflossene „Realsozialismus“ – genannt: Die ganze Gesellschaft funktioniert nach dem Modell einer Firma. Das Management, die Planerinnen und Planer geben vor, was alles zu tun ist, verteilen die zu erledigenden Aufgaben und überwachen, dass sie ordnungsgemäß erledigt werden. Diese Alternative hat historisch nicht sonderlich gut funktioniert und klingt wenig attraktiv: Man ist weiterhin abhängiger Angestellter, jetzt allerdings des Staats, und muss tun, was die Vorgesetzten sagen.</p>
<p>Peer-Produktion ist dagegen Produktion für andere, die nicht erzwungen wird und nicht um des Geldes willen stattfindet. Peers produzieren für andere, weil sie es können und weil es eine Möglichkeit ist, weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu finden. Denn je mehr Menschen die Ergebnisse eines Projekts nutzen, desto mehr potenzielle Beitragende gibt es, da die Beitragenden meist nach und nach aus dem Kreis der Nutzerinnen und Nutzer dazustoßen. Wenn ein Projekt nicht mit anderen teilt und für andere mitproduziert, nimmt es sich die Chance, „Nachwuchs“ zu gewinnen.</p>
<p>Die Aufgabenverteilung bei Peer-Projekten erfolgt in einem offenen Prozess, für den sich der Begriff „Stigmergie“ etabliert hat (vgl. Heylighen 2007). Die Beteiligten hinterlassen Hinweise (griechisch <em>stigmata</em>) auf begonnene oder gewünschte Arbeiten, die andere dazu anregen, sich darum zu kümmern. Diese Zeichen, etwa To-Do-Listen und Bug-Reports in Softwareprojekten oder „rote Links“ auf noch nicht existierende Artikel in der Wikipedia, bilden einen wichtigen Teil der Kommunikation.</p>
<p>Alle Beteiligten folgen den Zeichenspuren, die sie am meisten interessieren, und sorgen auf diese Weise sowohl für eine automatische Priorisierung der offenen Aufgaben – was mehr Menschen am Herzen liegt, wird im allgemeinen schneller erledigt – als auch dafür, dass die unterschiedlichen Kenntnisse und Fähigkeiten der Beitragenden nahezu optimal eingesetzt werden. Man arbeitet zumeist an dem, was man sich am ehesten zutraut. Und da man sich aussucht, ob und wo und wie viel man mitarbeitet, sind die Beteiligten motivierter als Menschen, denen eine Aufgabe zugeteilt wird oder die als Angestellte oder Selbständige auf dem „freien Markt“ nur wenig Alternativen haben.</p>
</div>
<div id="die-unangenehmen-aufgaben">
<h3>Die unangenehmen Aufgaben</h3>
<p>Aber reicht das? Was passiert, wenn man das Modell der Peer-Produktion auf alle Bereiche der Gesellschaft projiziert? Was wäre, wenn sich für bestimmte Aufgaben keine Freiwilligen finden, weil sie von allen als unangenehm, gefährlich oder aus anderen Gründen unattraktiv empfunden werden? Ein geldbasiertes System zwingt die schwächsten Glieder der Gesellschaft zur Übernahme solcher Aufgaben – diejenigen, die keine anderen Möglichkeiten zum Geldverdienen haben. Dass das eine gute Lösung ist, würden nur Zyniker behaupten – aber wie geht es anders?</p>
<p>Manche dieser Aufgaben würden sich wahrscheinlich als verzichtbar erweisen; wo das nicht der Fall ist, bleiben Automatisierung, Umorganisation und faire Aufteilung als Lösungen. Die Automatisierung hat seit Beginn der „industriellen Revolution“ schon enorme Wirkungen entfaltet; immer größere Teile der Produktion werden ganz oder teilweise automatisiert.</p>
<p>Allerdings stellt im Kapitalismus der Lohn eine Grenze der Automatisierung dar. Je schlechter bezahlt ein Job ist, desto schwieriger wird es, ihn ohne Mehrkosten zu automatisieren. Deshalb lohnt sich dies bei vielen undankbaren Tätigkeiten, wie etwa Putzen, gemäß der kapitalistischen Kalkulation nicht. Anders bei der Peer-Produktion: Wenn es hier Aufgaben gibt, an deren Erledigung alle oder viele interessiert sind, die aber niemand selbst tun will, dann ist der Anreiz, sie zumindest teilweise zu automatisieren, sehr hoch. Und da die Automatisierung von Tätigkeiten selbst eine spannende und herausfordernde Beschäftigung ist, sind die Chancen, dafür Freiwillige zu finden, sehr viel besser.</p>
<p>Wo dies unmöglich ist, dürften sich Tätigkeiten häufig so umgestalten lassen, dass sie angenehmer werden. Im Kapitalismus finden manche Arbeiten unter sehr schlechten Bedingungen statt. Man denke an eine Angestellte, die um vier Uhr morgens Büros putzen soll. Das würden gleichberechtigte, freiwillig kooperierende Menschen von sich aus nicht so organisieren.</p>
<p>Automatisierung und Umorganisation lassen sich auch kombinieren. Beispielsweise werden in einigen spanischen Städten heute Müllautos mit Greifarmen eingesetzt, mittels derer die Mülltonnen vom Fahrerhaus aus ferngesteuert aufgenommen und geleert werden. So kommt niemand mehr mit dem Müll direkt in Berührung, und die Müllabfuhr wird zu einer einem Videospiel ähnlichen Geschicklichkeitsaufgabe, für die sich leicht Freiwillige finden.</p>
<p>Falls weder Automatisierung noch Umorganisation greifen, ist ein Pool von unangenehmen Aufgaben denkbar, von denen jede und jeder anteilig einige übernimmt. Wenn sich so alle oder die meisten an der Erledigung dieser Aufgaben beteiligen, hat niemand lange damit zu tun, und was alle machen müssen, ist erfahrungsgemäß auch weniger schlimm.</p>
</div>
<div id="gemeinguter-und-besitz-produzieren">
<h3>Gemeingüter und Besitz produzieren</h3>
<p>In jeder Gesellschaft verhalten sich die Menschen zur Natur und zu den Produkten ihres Tuns in einer Weise, die dieser Gesellschaft entspricht. Im Kapitalismus werden Ideen, Produkte und natürliche Ressourcen vorwiegend als Privateigentum betrachtet, das nur mit Zustimmung der Eigentümerin oder des Eigentümers – und in aller Regel gegen Geld oder eine andere Gegenleistung – den Besitzer wechseln kann. Im Commonismus werden sie dagegen zu Gemeingütern und Besitz, denn wo das Geld überflüssig wird, verliert auch das Eigentum, also die Berechtigung, Dinge „zu Geld zu machen“, seine Bedeutung. Etwas zu besitzen, bedeutet dagegen, es zu benutzen: Die Wohnung, die ich gemietet habe, ist mein Besitz, aber das Eigentum meines Vermieters.</p>
<p>Gemeingüter (englisch <em>commons</em>) sind Güter, die von einer Gemeinschaft produziert oder gepflegt werden und die für die Nutzerinnen und Nutzer nach gemeinsam festgelegten Regeln verfügbar sind. Freie Software und Freie Inhalte sind Gemeingüter, die alle nicht nur nutzen, sondern auch verändern und weiterentwickeln dürfen. Wasser, Luft, Wälder und Land galten oder gelten in vielen Gesellschaften als Gemeingüter, die von größeren oder kleineren Gruppen genutzt und gepflegt werden.</p>
<p>Peer-Produktion basiert auf Gemeingütern und bringt ihrerseits neue Gemeingüter hervor. Deswegen spricht der US-amerikanische Jurist Yochai Benkler (2006), der den Begriff geprägt hat, auch von <em>commons-based peer production.</em> Das von Peers produzierte Wissen – ob Software, Inhalte oder Freies Design, freie Bauanleitungen und Konstruktionspläne, die die Herstellung, Nutzung und Wartung materieller Güter dokumentieren – wird zum Gemeingut, das andere anwenden und weiterentwickeln können. Aber Peer-Produktion kann nicht nur Informationen, sondern auch Infrastrukturen und materielle Güter hervorbringen. So sind in vielen Städten Freie Funknetze entstanden, die allen in der Umgebung kostenfreien drahtlosen Internetzugang ermöglichen. Häufig sind diese Projekte als „Mesh-Netzwerke“ organisiert, die ohne privilegierte Server auskommen – alle beteiligten Computer sind gleichberechtigt. Mittels solcher dezentraler, selbstorganisierter Netzwerke können sich die Menschen nicht nur mit Kommunikationsmöglichkeiten versorgen (vgl. Rowe 2010, 2011), sondern auch mit Energie und Wasser. Selbstorganisierte commonsbasierte Projekte zur Wasserversorgung existieren beispielsweise in Südamerika (vgl. De Angelis 2010).</p>
<p>Gleichzeitig sind auch erste offene Einrichtungen für die Produktion materieller Güter entstanden. Hackerspaces und Fab Labs werden von Freiwilligen betrieben und verfügen oft über computergesteuerte Maschinen – z.B. Fräsmaschinen und sogenannte 3D-Drucker oder Fabber –, die eine weitgehend automatisierte Produktion kleiner Stückzahlen ermöglichen. Die Baupläne der verwendeten Maschinen werden nach Möglichkeit selbst als Freies Design offengelegt, und man arbeitet daran, dass sich mit ihnen wiederum mindestens gleichwertige Maschinen herstellen lassen. So schafft sich die commonsbasierte Peer-Produktion selbst die Basis für ihre weitere Ausbreitung und gleichzeitig für die Versorgung der Menschen mit dem, was sie zum Leben brauchen.</p>
<p>Wo die Dinge als Gemeingüter und Besitz produziert werden, wird die Frage der Verteilung viel entspannter. Ich kann beliebig viele Lebensmittel verkaufen, aber nur eine sehr begrenzte Anzahl essen. Dasselbe gilt für alle anderen Güter: Jedes Bedürfnis, sie zu nutzen, ist tendenziell begrenzt. Potenziell grenzenlos ist nur die Möglichkeit und gegebenenfalls das Interesse, sie zu Geld zu machen (sofern es genug Käufer/innen gibt). Aber diese Möglichkeit verschwindet in einer Welt, wo die Produktion bedürfnisorientiert erfolgt und niemand kaufen und verkaufen muss.</p>
<p>Peers produzieren für sich und andere. Ich tue etwas für die anderen und vertraue darauf, dass die anderen etwas für mich tun. Alle suchen sich die Bereiche aus, die ihnen wichtig sind oder gut gefallen. Auch wenn einige gar nichts machen, ist das kein Problem, solange genügend andere aktiv werden. Dabei funktioniert Peer-Produktion immer nur dann, wenn man die anderen tatsächlich als Peers, als ebenbürtig begreift. Einzelne können sich nicht auf Kosten der anderen verwirklichen, weil die anderen nicht dumm sind und sie dabei nicht unterstützen werden – und ohne Unterstützung kommt man nicht weit.</p>
<p>Auch eine commonistische Gesellschaft wird entscheiden müssen, wie die vorhandenen Ressourcen eingesetzt werden – produziert man lieber Lebensmittel für alle oder Biosprit, damit einige nach Erschöpfung der Ölvorräte weiter Auto fahren können? Setzt man für die Energieversorgung auf dezentrale erneuerbare Energiequellen oder auf Atomkraftwerke, deren Abfälle noch für Jahrtausende ein Risiko darstellen? Wie lassen sich die Interessen der Nutzer/innen eines Guts, die sich eine neue Fertigungsstätte wünschen, mit denen der Nachbarn, die sich dadurch gestört fühlen, in Einklang bringen? Wer verstanden hat, wie und warum Peer-Produktion funktioniert, wird sich vorstellen können, wie die Antworten auf solche Fragen ausfallen dürften. Aber das Wichtigste ist, dass sie von denen gestellt und beantwortet werden können, die sie angehen – uns allen.</p>
</div>
<div id="literatur">
<h3>Literatur</h3>
<ul>
<li>De Angelis, Massimo (2010): <em>Water Umaraqa.</em> URL: <a href="http://www.commoner.org.uk/blog/?p=241">http://www.commoner.org.uk/blog/?p=241</a> (Zugriff am 2.4.2011).</li>
<li>Benkler, Yochai (2006): <em>The Wealth of Networks: How Social Production Transforms Markets and Freedom.</em> Yale University Press, New Haven. URL: <a href="http://cyber.law.harvard.edu/wealth_of_networks/">http://cyber.law.harvard.edu/wealth_of_networks/</a> (Zugriff am 28.4.2011).</li>
<li>Coase, Ronald (1937): The Nature of the Firm. <em>Economica</em> 4(16): 386–405.</li>
<li>Heylighen, Francis (2007): Warum ist Open-Access-Entwicklung so erfolgreich? In: Bernd Lutterbeck, Matthias Bärwolff, Robert A. Gehring (Hg.), <em>Open Source Jahrbuch 2007.</em> Lehmanns Media, Berlin. URL: <a href="http://www.opensourcejahrbuch.de/portal/articles/pdfs/osjb2007-02-04-heylighen.pdf">http://www.opensourcejahrbuch.de/portal/articles/pdfs/osjb2007-02-04-heylighen.pdf</a> (Zugriff am 2.4.2011).</li>
<li>Marx, Karl (1859): Zur Kritik der Politischen Ökonomie. In: Karl Marx, Friedrich Engels, <em>Werke</em> (MEW), Band 13. Dietz, Berlin 1961.</li>
<li>Meretz, Stefan (2010): <em>Produktive Schweine und unproduktive Kinder.</em> URL: <a href="http://www.keimform.de/2010/produktive-schweine-und-unproduktive-kinder/">http://www.keimform.de/2010/produktive-schweine-und-unproduktive-kinder/</a> (Zugriff am 23.4.2011).</li>
<li>Raymond, Eric S. (2001): The Cathedral and the Bazaar. In: <em>The Cathedral and the Bazaar: Musings on Linux and Open Source by an Accidental Revolutionary.</em> O’Reilly, Sebastopol, CA, 2. Aufl. Deutsche Übersetzung: <a href="http://gnuwin.epfl.ch/articles/de/Kathedrale/">http://gnuwin.epfl.ch/articles/de/Kathedrale/</a> (Zugriff am 2.4.2011).</li>
<li>Rowe, David (2010): <em>Baboons, Mesh Networks, and Community.</em> URL: <a href="http://www.rowetel.com/blog/?p=124">http://www.rowetel.com/blog/?p=124</a> (Zugriff am 2.4.2011).</li>
<li>Rowe, David (2011): <em>Dili Village Telco Part 11 – State of the Mesh.</em> URL: <a href="http://www.rowetel.com/blog/?p=1447">http://www.rowetel.com/blog/?p=1447</a> (Zugriff am 2.4.2011).</li>
</ul>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Random Hacks of Kindness in Berlin</title>
		<link>http://keimform.de/2011/random-hacks-of-kindness-in-berlin/</link>
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		<pubDate>Sat, 28 May 2011 05:55:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
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		<category><![CDATA[betahaus]]></category>
		<category><![CDATA[krise]]></category>
		<category><![CDATA[rhok]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 4. und 5. Juni 2011 findet der 4. Random Hacks of Kindness statt. RHoK ist ein an vielen Orten der Welt gleichzeitig und wiederholt stattfindender Programmierwettbewerb, der ein ganzes Wochenende dauert. Zum zweiten Mal wird es dabei auch im Betahaus in Berlin ein lokales Event geben. Die RHoK-Anwendungen sollen in Krisensituationen helfen oder der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rhok.org/"><img class="center" title="rhok" src="http://www.keimform.de/wp-content/uploads/2011/05/rhok.png" alt="" width="450" height="137" align="center" /></a></p>
<p>Am 4. und 5. Juni 2011 findet der 4. <a href="http://www.rhok.org/">Random Hacks of Kindness</a> statt. RHoK ist ein an vielen Orten der Welt gleichzeitig und wiederholt  stattfindender Programmierwettbewerb, der ein ganzes Wochenende dauert.  Zum zweiten Mal wird es dabei auch <a href="http://www.rhok.org/event/berlin">im Betahaus in Berlin ein lokales Event</a> geben.</p>
<p>Die RHoK-Anwendungen sollen in Krisensituationen helfen oder der  Prävention und dem Schutz dienen. Dies können sowohl plötzliche Ereignisse sein (Erdbeben,  Überschwemmungen, Terroristische Angriffe, Buschfeuer) als auch vorhersagbare Ereignisse (Monsunregen, Grippeepidemien…) oder auch  längerfristige Krisen wie in Unruheherden, Gebieten mit chronischer  Unterernährung, hohen AIDS-Raten, dauernden Dürren oder  Auswirkungen des globalen Klimawandels. [<a href="http://opendata-network.org/2011/05/random-hacks-of-kindness-in-berlin/">via</a>]</p>
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		<title>Kongress-Wochenende: Wachstumskritik und Marx</title>
		<link>http://keimform.de/2011/kongress-wochenende/</link>
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		<pubDate>Wed, 11 May 2011 04:39:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[attac]]></category>
		<category><![CDATA[berlin]]></category>
		<category><![CDATA[karl marx]]></category>
		<category><![CDATA[konferenz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.keimform.de/?p=4373</guid>
		<description><![CDATA[Gleich zwei Kongresse bzw. Konferenzen locken vom 20. bis 22 Mai 2011 nach Berlin. Zunächst ist da der Attac-Kongress »Jenseits des Wachstums?!« in der Technischen Universität Berlin, und dann die Internationale Konferenz »Re-Thinking Marx« in der Humboldt Universität Berlin. Aus Platzspar-Gründen habe ich mal beide Logos kombiniert. Ergibt das Sinn? Hätte Marx sich einen wachstumsgebremsten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-medium wp-image-4374" title="Jenseits des Wachstums und Re-Thinking Marx" src="http://www.keimform.de/wp-content/uploads/2011/05/jenseits-marx.gif" alt="" width="550" height="121" /></p>
<p>Gleich zwei Kongresse bzw. Konferenzen locken vom 20. bis 22 Mai 2011 nach Berlin. Zunächst ist da der Attac-Kongress <a href="http://www.jenseits-des-wachstums.de/">»Jenseits des Wachstums?!«</a> in der Technischen Universität Berlin, und dann die Internationale Konferenz <a href="http://www.rethinking-marx.de/marxhome-de.html">»Re-Thinking Marx«</a> in der Humboldt Universität Berlin. Aus Platzspar-Gründen habe ich mal beide Logos kombiniert. Ergibt das Sinn? Hätte Marx sich einen wachstumsgebremsten Kapitalismus vorstellen können?</p>
<p>[Update] Einen hab ich noch: Wer&#8217;s eher traditionell mag &#8212; Klassenkampf und Pulverdampf &#8212; geht über Himmelfahrt (2.-5- Juni) zum Kongress <a href="http://marxismuss2011.wordpress.com/">»Marx Is Muss«</a>.</p>
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		<title>Conference on Other Possible Worlds</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Apr 2011 18:38:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Siefkes</dc:creator>
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		<description><![CDATA[I recently arrived in Colombia where I will take part in a conference that starts on 11 May in Medellín. The topic of the conference is “Other Possible Worlds? Construction of alternative policies from governments and social movements in Latin America” and it is motivated as follows (translated from original Spanish): Why this workshop? Recent [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.keimform.de/wp-content/uploads/2011/04/Conf_Medellin_UN_web-full.jpg"><img class="right" title="Conference flyer—click to enlarge" src="http://www.keimform.de/wp-content/uploads/2011/04/Conf_Medellin_UN_web-cropped.jpg" alt="Conference flyer—click to enlarge" hspace="5" vspace="1" width="336" height="284" align="right" /></a>I recently arrived in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Colombia">Colombia</a> where I will take part in a conference that starts on 11 May in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Medell%C3%ADn">Medellín</a>. The topic of the conference is <em>“Other Possible Worlds? Construction of alternative policies from governments and social movements in Latin America”</em> and it is motivated <a href="https://sites.google.com/site/semillerotrosmundos/informacion-general" class="broken_link">as follows</a> (translated from original Spanish):</p>
<blockquote><p><strong>Why this workshop?</strong></p>
<p>Recent years have been marked by multiple crises—of an economic, social, political and environmental nature. It is quite clear that the neoliberal model, based on fossil energy and consumerism, has reached its limits. Against this background it is more than reasonable to consider social and economic alternatives.</p>
<p>We presume that these alternatives won’t arise primarily from government politics. They must be born, most of all, out of social practices and debates. Therefore we propose a workshop that connects the academic world with social movements and organizations that try to outline possible ways of transformation. We will seek to develop some key elements of a democratic and socially balanced society that is based on commons and an ecologically sustainable economy.</p></blockquote>
<p>The topics of the three conference days are:</p>
<ul>
<li>Day 1: Crisis of representation, the state and new democratic subjectivities</li>
<li>Day 2: Sustainable development, solidarity economy, and commons</li>
<li>Day 3: Socialization of local experiences (reserved for interventions by students and local social movements and organizations)</li>
</ul>
<p>The conference is organized by the German author <a href="http://www.raulzelik.net/textarchiv/engl-index.htm">Raul Zelik</a>, who since last year teaches as professor for political science in Medellín. I will talk on the second day on “Peer production and commonism: From the free software movement to the ‘free association of producers’.” Most of the other invited speakers will be from Latin America; <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Elmar_Altvater">Elmar Altvater</a> and <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Meschkat">Klaus Meschkat</a> [de] from Germany will attend as well. I look very much forward to this conference that should bring together critiques of capitalism and experiences of non-capitalist organization from (at least) two continents.</p>
<p>More Information in Spanish is available at the <a href="https://sites.google.com/site/semillerotrosmundos/home" class="broken_link">conference website</a>.</p>
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		<title>Berlin, Hamburg, München: Vortrag, Lesung, Seminar</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Mar 2011 16:23:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Siefkes</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bei mir stehen in den kommenden Monaten einige Veranstaltungen in verschiedenen Teilen Deutschlands an. Zunächst halte ich am kommenden Sonntag, 6. März um 18 Uhr einen Vortrag mit Diskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe „etwas fehlt“ der Jour Fixe Initiative Berlin. Veranstaltungsort ist die Neue Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK) (Oranienstraße 25) in Berlin-Kreuzberg. Wie schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei mir stehen in den kommenden Monaten einige Veranstaltungen in verschiedenen Teilen Deutschlands an.</p>
<p>Zunächst halte ich am kommenden <strong>Sonntag, 6. März um 18 Uhr</strong> einen Vortrag mit Diskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe <a href="http://www.jourfixe.net/seiten/0213utopie.html">„etwas fehlt“</a> der <a href="http://www.jourfixe.net/">Jour Fixe Initiative Berlin</a>. Veranstaltungsort ist die <a href="http://www.ngbk.de/">Neue Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK)</a> (Oranienstraße 25) in <strong>Berlin</strong>-Kreuzberg. Wie schon mehrmals in letzter Zeit geht es um <a href="http://www.keimform.de/2010/selbstorganisierte-fuelle/">Selbstorganisierte Fülle</a>, wobei ich diesmal etwas detaillierter auf die Rolle der Produktivkraftentwicklung und das Verhältnis von Utopie und Kritik eingehen werde.</p>
<p>Einen Monat später nehme ich in <strong>Hamburg</strong> an den <a href="http://lesetage-selber-machen.blogspot.com/" class="broken_link">Lesetagen selbstgemacht – Vattenfall Tschüss sagen</a> teil, die dieses Jahr erstmalig stattfinden, um gegen das mit den Hamburger <a href="http://www.vattenfall.de/de/lesetage/introseite-lesetage.htm">Vattenfall-Lesetagen</a> einhergehende <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Greenwashing">Greenwashing</a> zu protestieren und zugleich eine bessere Alternative zu bieten. Ich werde am <strong>Sonntag, 10. April um 16 Uhr</strong> in der <a href="http://www.openstreetmap.org/?mlat=53.55547&amp;mlon=9.98357&amp;zoom=17">Druckerei</a> im <a href="http://das-gaengeviertel.info/">Gängeviertel</a> über <strong>Die Bewegung zu einer Welt ohne Geld</strong> lesen:</p>
<blockquote><p>Wie könnte eine Welt aussehen, in der Produktion und Reproduktion bedürfnisorientiert zum Wohle aller stattfinden, organisiert von Menschen, die sich niemandem unterordnen müssen und sich freiwillig in die erforderlichen Tätigkeiten teilen? Eine Welt, in der es kein Geld, keinen Markt und keinen Staat mehr braucht, weil alle diese Institutionen überflüssig geworden sind? […]&nbsp;</p>
<p>Christian Siefkes liest aus zwei aktuellen Texten, die sich damit beschäftigen, wie und warum die Peer-Produktion funktioniert und warum die Entwicklung des Kapitalismus selbst ihre weitere Ausweitung begünstigt – eine Entwicklung, die den Kapitalismus schließlich überflüssig machen wird und den Weg zu einer Welt ohne Geld eröffnet.</p></blockquote>
<p>Eine Lesung habe ich noch nie gemacht – bin selbst gespannt. Das <a href="http://lesetage-selber-machen.blogspot.com/p/autoren.html" class="broken_link">vorläufige Programm</a> der selbstgemachten Lesetage gibt es online.</p>
<p>Am <strong>21. Mai von 10 bis 18 Uhr</strong> findet dann schließlich in <strong>München</strong> (<del>den genauen Ort kenne ich noch nicht</del> DGB-Haus München, Schwanthalerstraße 64) ein vom <a href="http://www.dgb-bildungswerk-bayern.de/">DGB Bildungswerk Bayern</a> veranstaltetes Tagesseminar <a href="http://neoprene.blogsport.de/2011/01/10/kapitalismuskritik-schoen-und-gut-aber-was-sind-eure-alternativen/">Kapitalismuskritik gut und schön – „Aber was sind eure Alternativen?“</a> statt. Als Referenten wurden der Autor Hermann Lueer (<a href="http://www.amazon.de/Warum-verhungern-t%C3%A4glich-100-000-Menschen/dp/3865825176/">Warum verhungern täglich 100.000 Menschen?</a>, <a href="http://www.amazon.de/Grund-Finanzkrise-Hermann-Lueer/dp/3865827985/">Der Grund der Finanzkrise</a>) und ich eingeladen – Hermann Lueer wird sich der Kritik widmen und mir geht es dann um die Alternativen. Das Bildungswerk hat alle seine für dieses Jahr geplanten gesellschafts- und wirtschaftskritischen Seminare in einem <a href="http://www.dgb-bildungswerk-bayern.de/pdf/bw_tagessem_2011_einz.pdf" class="broken_link">PDF-Flyer</a> zusammengefasst – da gibt es auch noch einiges andere Interessante.</p>
<p>Zwischendurch bin ich auch noch auf zwei internationalen Konferenzen vertreten, dazu gibt es aber demnächst noch einen englischsprachigen Artikel.</p>
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