Kategorie: Soziale Netzwerke
Neuer Hackerspace nördlich von Berlin
Heute eröffnet direkt am Bahnhof Wensickendorf (Karte), nördlich von Berlin, der Garten zur schönen Kybernetik, ein neuer Hackerspace im Grünen. Aus der Ankündigung von Herrn Schmidt, dem ehemaligen “Spacemaster” der c-base:
Der Bahnhof Wensickendorf liegt noch in der Berliner C-Zone und ist jede Stunde in 45 Minuten von Berlin-Friedrichstraße mit der S2 und umsteigen in Karow erreichbar (Fahrplan – PDF).
Für die Zukunft finden hier friedlich forschende Wesen einen lebendigen Hacker-Space mit ausreichend Platz zum Kreativsein vor. Angefangen wird mit der Reaktivierung eines Raums und dem Aufbau eines Gartens mit Pflanzen und Bienen. Also fast das gleiche wie die Raumstation c-base, nur in grün!
Kategorien: Commons, Soziale Netzwerke
23. Mai 2009, 13:10 Uhr 3 Kommentare
Zeichnet die Petition gegen Internetzensur!
Ok, die meisten werden es schon mitbekommen haben, aber dennoch: Bitte zeichnet die Petition gegen Internetsperren.
Das Thema ist sehr sehr wichtig. Hier soll zum ersten mal eine geheime unkontrollierbare Zensurinfrastruktur fürs Internet errichtet werden und schon jetzt gibt es jede Menge Begehrlichkeiten die Zensur auf andere Bereiche (Filesharing, Glücksspiele, politischer “Extremismus”) zu erweitern. Alle Erfahrung zeigt, dass das so kommen wird, wenn man nichts unternimmt. Am Ende stehen chinesische Verhältnisse auch bei uns.
Ja, das Petitionswesen ist eine im Kern feudale Angelegenheit und diese Petition kann nicht wirklich direkt etwas ändern, aber sie kann Aufmerksamkeit generieren und so vielleicht dazu beitragen nach und nach die zur Zeit vorherrschende öffentliche Meinung zu korigieren, dass wer gegen Internetsperren ist, scheinbar ja wohl für Kinderpornos sein müsse.
Und nicht zu letzt ist es ein Test für die Mobiliserbarkeit der Netzcommunitys. Ein bisher sehr positiv verlaufender übrigens. In den ersten 24 Stunden gab es schon 15000 Mitzeichner. Wenn es gelingt in den ersten 3 Wochen 50000 Zeichner zu sammeln, gibt es immerhin ein Rederecht im Petitionsausschuß.
Und es geht darum die Commons zu verteidigen. In diesem Fall das Gemeinsame einer unzensierten Netzinfrastruktur.
Lesetipp: Ein Artikel aus der c’t.
Tipp: Nicht vom erschreckend wenig leistungsfähigen Server abschrecken lassen. Geduld mitbringen oder früh morgens oder spät abends zeichnen.
Kategorien: Commons, Feindbeobachtung, Soziale Netzwerke
5. Mai 2009, 08:33 Uhr 5 Kommentare
Commonsnet gegründet
Motto: “herstellen, verknüpfen, nutzen, reflektieren”
Das Commonsnet ist ein Zusammenschluss waren- und erwerbsarbeits-kritischer Gruppen. Es ist am 15. März 2009 auf dem “Umsonstladentreffen Gib und Nimm 2009” in Köln gegründet worden. Bislang sind Gruppen aus vier Städten beteiligt, mit weiteren Gruppen werden Kontakte aufgenommen.
Ziel von Commonsnet ist eine Zusammenarbeit mit allen Menschen, denen eine Ausweitung einer verabredeten gemeinsamen Produktion und Nutzung von Dingen und Diensten — Commons — wichtig ist.
Die Website von Commonsnet befindet sich im Aufbau: www.commonsnet.de
[via]
Kategorien: Arbeit & Freiheit, Commons, Soziale Netzwerke
26. April 2009, 10:33 Uhr 5 Kommentare
Vom Livestream zum Lifestream (Teil 2)
Im ersten Teil dieser Serie habe ich behauptet, dass sich die Struktur der Öffentlichkeit nicht nur generell von Massenmedien hin zu Netzmedien wandelt sondern auch innerhalb der Netzmedien ein Wandel stattfindet von einem Öffentlichkeitsmodus der Diskussion zu einem der Inspiration. Das hat die Frage aufgeworfen, wie denn in diesem neuen Modus der Öffentlichkeit das Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatheit sei. Auch hier will ich zunächst wieder alle vier Modi der Öffentlichkeit auf diese Frage hin untersuchen:
Kategorien: Commons, Soziale Netzwerke, Theorie
16. März 2009, 12:28 Uhr 11 Kommentare
Vom Livestream zum Lifestream
In meinem letzten Post habe ich ja ein bisschen fürs Microblogging getrommelt. Unklar blieb dabei sicherlich, was das Ganze denn mit Keimformen zu tun hat. Dazu muß ich etwas weiter ausholen.
Das, was wir heute mit “Öffentlichkeiten” bezeichnen, unterscheidet sich vor allem hinsichtlich zweier Parameter. Das eine ist die Größe der Öffentlichkeit. Eine Kneipenrunde ist in einem ganz anderen Sinne öffentlich als dieses Blogposting – alleine schon aufgrund ihrer schieren Menge an Adressaten (das hoffe ich zumindestens!).
Wichtiger scheint mir aber noch der Modus der Öffentlichkeit zu sein. Diese unterschiedlichen Modi kamen alle zu allen Zeiten und an allen Orten vor. Jedoch sind bestimmte historisch auftretende Gesellschaftsformen von jeweils einem Modus der Öffentlichkeit hegemonial geprägt. Ich benutze dabei die Wörter, die normal für Staatsformen (“Monarchie”,”Diktatur”,…) reserviert sind, als auf die Gesellschaft bezogen, weil die Weise, wie die Zivilgesellschaft funktioniert, mindestens genauso entscheidend für die Öffentlichkeit ist wie der Staat. Den Modi der Öffentlichkeit entsprechen jeweils Handlungsmodi, die angeben, welche Art von Handlungen von den Mitgliedern einer Gesellschaft, in der ein entsprechender Öffentlichkeitsmodus wirkt, normalerweise und im Durchschnitt erwartet werden. Ich unterscheide zunächst mal provisorisch vier Modi von Öffentlichkeiten, die sich vor allem in ihrem Bezug zur Legitimität von Herrschaft unterscheiden:
Kategorien: Praxis-Reflexionen, Soziale Netzwerke, Theorie
10. Februar 2009, 15:03 Uhr 25 Kommentare
Bleep me up, Scotty
Ich bin ja ein großer Fan all dieser neumodischen Dinge wie Blogs, Wikis, sozialen Netzwerke usw. Nur hadere ich zunehmend mit dem Problem, dass meine Aktivitäten an unterschiedlichen Stellen sich nicht miteinander vertragen. Wenn ich eine tolle neue Webseite finde, dann will ich die bei del.icio.us bookmarken, in den Empfehlungsfeed schieben, im irc mitteilen, auf Mailinglisten posten, bloggen etc. Wenn ich das jedesmal alles machen würde, wäre ich ziemlich lange beschäftigt.
Nun bin ich natürlich nicht der einzige der dieses Problem hat und man kann es sicherlich als neuen Trend in der Webszene bezeichnen, dass immer mehr Aggregationstools entwickelt werden. Man kann aus all seinen Netzaktivitäten eine Suppe kochen, man kann seine Nase dran reiben oder man kann sie über Applets in seine Facebook-Seite integrieren. Diese ganzen Tools empfinde ich persönlich noch als sehr vorläufig, weil sie jeweils nur eine eingeschränkte Benutzergruppe im Auge haben. Ich glaube auch nicht, dass man das neue alles vereinende Tool am Reißbrett entwerfen kann. Das wird sich ergeben aus einem dieser vielen Anfänge. Wohl demjenigen, dem es gelingt eine besonders große Community an sich zu binden. Irgendwann wird man dann garnicht mehr anders können als ein Profil bei dem neuen XY-Tool zu haben. So wie man heute ohne Mailadresse nicht so wirklich im Netz ist. Ich wünsche mir sehr, dass dieses Tool ein paar Mindestanforderungen erfüllt: Open Source, Open Data und dezentral sollte es sein. Nur so ist gewährleistet dass aus diesem neuen Tool keine neue Krake a la Google entsteht.
Kategorien: Freie Software, Medientipp, Soziale Netzwerke
3. Februar 2009, 13:19 Uhr 5 Kommentare
Leben in zwei Welten
[Dieser Artikel erschien im Katalog zur Ausstellung »/unvermittelt für einen Arbeitsbegriff jenseits von Überarbeitung und Mangel«, 13.12.2008 bis 1.2.2009 in der NGBK, Oranienstr. 25, Berlin-Kreuzberg; vgl. auch die Artikel hier und hier]
Erfahrungen aus der Freien Software- und Kulturbewegung
Netzwerke sind weder a priori sinnvoll oder besser geeignet als andere Kooperationsformen, um bestimmte Ziele zu erreichen. Die Frage ist vielmehr, worin das Ziel besteht, wofür Netzwerke also genutzt werden sollen. Das Profit realisierende Unternehmen hat die Vorteile der Vernetzung ebenso entdeckt, wie die Freie Software- und Kulturbewegung. Doch was ist der spezifische Unterschied?
Kategorien: Arbeit & Freiheit, Eigentumsfragen, Freie Software, Soziale Netzwerke
4. Januar 2009, 09:33 Uhr Kommentieren
Alles wird offen (Teil 2)
Am späten Vormittag ging es bei openeverything Berlin (Ankündigung, Bericht Teil 1) mit den 7 Minute Showcases weiter, wo diverse offenen Projekte sich und ihr Konzept in je sieben Minuten vorstellten – das war zumindest die Idee, real brauchten manche auch acht oder neun Minuten
Interessant fand ich hierbei vor allem die Projekte aus dem Bereich Freies Design:
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Pamoyo (vorgestellt von Cecilia Palmer) ist ein Open-Source-Modelabel, dass Kleidung verkauft und die dazugehörigen Schnittmuster im Internet frei zur Verfügung stellt (unter der CC-BY-SA-Lizenz, allerdings im PDF-Format, was die weitere Bearbeitung etwas erschwert.)
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Ronen Kadushin macht “Open Design” im Wortsinne: er ist ein Designer, der Möbel und Einrichtungsgegenstände entwirft und ihre Designs unter CC-BY-NC-SA veröffentlicht. Seine minimalistischen Designs basieren auf flachen, quasi zweidimensionalen Komponenten, die leicht ausgestanzt/geschnitten und kostengünstig verschickt werden können; das Zusammensetzung und evt. Zurechtbiegen in dreidimensionale Gegenstände wird dann dem Benutzer überlassen.
Kategorien: Freie Hardware, Freie Inhalte, Soziale Netzwerke, Termine
31. Dezember 2008, 15:57 Uhr 6 Kommentare
Alles wird offen (Teil 1)
Hier mit etwas Verspätung einige Eindrücke von openeverything Berlin. “Open Everything” ist eine globale Eventreihe, die für Vernetzung und Austauschen zwischen offenen/freien Projekten sorgen will.
Der 6. Dezember war da insofern etwas Besonderes, als drei Events in aller Welt praktisch gleichzeitig stattfanden – genauer gesagt zeitversetzt, entsprechend den verschiedenen Zeitzonen. So ging das Event in Hongkong gerade zu Ende, als wir morgens in Berlin anfingen. Und abends, als sich unsere Veranstaltung dem Ende zuneigte, begann das dritte Event in Madison (Wisconsin) in den USA. Dementsprechend begann und endete der Tag jeweils mit kleinen Videokonferenzen mit den Teilnehmern in Hongkong und den USA – trotz (und zum Teil auch wegen) einiger technischer Probleme eine lustige Sache, die einem ein gewisses Gefühl für die Internationalität der “Bewegung” gab.
Kategorien: Commons, Soziale Netzwerke, Termine
18. Dezember 2008, 18:04 Uhr 5 Kommentare
Besuch bei TSoLife im Büro der Projektagentur Brückenschläger
Im Rahmen der des Programms “Jugend in Aktion” wird die Jugendinitiative “Lernen Leben” für den Aufbau eines Projekt- und Infobüros gefördert, um auf lokaler Ebene Lernnetzwerke und Werbung für selbstbestimmtes Lernen auf den Weg zu bringen und auf globaler Ebene eine Lernvernetzungs-Website als interaktive Kommunikationsplattform zu gestalten. Dort soll langfristig ein Archiv der Travelling School of Life (TSoLife) sowie ein Informationspunkt rund um das selbstorganisierte Lernen entstehen. Über tsolife haben wir früher kurz berichtet.
Adelheid Scholten arbeitet für “Jugend für Europa” und ist für das Monitoring dieses Projekts zuständig. 10% der geförderten Projekte werden “gemonitored”. Sie konnte nicht sagen, nach welchen Kriterien die so auszuwertenden Projekte ausgesucht werden. Im Rahmen dieses “monitoring” werden die Projekte regelmäßig besucht und befragt. Dadurch soll auch ein Austausch von Rückmeldungen in das Programm “Jugend in Aktion” ermöglicht werden, was erst einmal bis 2013 läuft.
Dieses Treffen richtete sich also an die Geförderten. Sabine von Tsolife versteht tsolife jedoch als offenes Netzwerk und hat deshalb offen eingeladen.
Wir trafen uns im offenen Büro der Projektagentur Brückenschläger, Tsolife ist Teil dieser Bürogemeinschaft.
Kategorien: Freie Software, Lernen, Soziale Netzwerke
9. Dezember 2008, 16:09 Uhr Kommentieren
