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	<title>keimform.de &#187; Soziale Netzwerke</title>
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	<description>Auf der Suche nach dem Neuen im Alten</description>
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		<title>ACTA kicken</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 10:51:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feindbeobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
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		<description><![CDATA[Ihr fragt euch, was das ACTA-Ding eigentlich soll? Was dahintersteckt und welche Konsequenzen es hat? Und warum man dagegen am 11.2.2012 weltweit auf die Straße gehen soll? Dann guckt euch hier die deutsche Fassung eines Anonymous-Videos an: Links: Medikamentenkampagne, Digitale Gesellschaft, Stopp ACTA, AVAAZ, Stop ACTA Berlin, KillACTA [Update] Das Video bezieht sich noch auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ihr fragt euch, was das <a href="http://keimform.de/2012/jetzt-gegen-acta/">ACTA-Ding</a> eigentlich soll? Was <a href="http://www.streifzuege.org/2010/fight-acta-create-commons">dahintersteckt</a> und welche Konsequenzen es hat? Und warum man dagegen <a href="http://wiki.stoppacta-protest.info/Main_Page">am 11.2.2012 weltweit auf die Straße</a> gehen soll? Dann guckt euch hier die deutsche Fassung eines Anonymous-Videos an:</p>
<p><iframe title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="549" height="339" src="http://www.youtube.com/embed/9LEhf7pP3Pw" frameborder="0" allowFullScreen="true"> </iframe></p>
<p>Links: <a href="https://action.msf.org/de_DE">Medikamentenkampagne</a>, <a href="http://digitalegesellschaft.de/2011/10/warum-ist-acta-so-umstritten-und-warum-sich-politiker-und-burger-dafur-interessieren-sollten/">Digitale Gesellschaft</a>, <a href="http://stopp-acta.info/">Stopp ACTA</a>, <a href="http://www.avaaz.org/de/eu_save_the_internet_spread/">AVAAZ</a>, <a href="http://www.stopactaberlin.de/">Stop ACTA Berlin</a>, <a href="http://killacta.org/">KillACTA</a></p>
<p>[Update] Das Video bezieht sich noch auf die ursprüngliche ACTA-Fassung (wird auch am Anfang kurz eingeblendet), die inzwischen etwas entschärft wurde. Das reicht aber nicht: ACTA muss ganz vom Tisch.</p>
<p>[Update] Deutschland will ACTA <a href="http://netzpolitik.org/2012/deustchland-wird-acta-vorerst-nicht-unterzeichnen/">»vorerst« nicht unterzeichnen</a>. VORERST, der übliche Trick. Nee, ACTA muss komplett zurückgezogen werden.</p>
<p>[Update] <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/8/151410">Cooler</a> <a href="https://netzpolitik.org/2012/das-internet-geht-auf-die-strase-zehntausende-demonstrieren-gegen-acta/">Protest</a></p>
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		<title>»Open Source Ecology« gründet deutsches Projekt</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 06:25:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das US-basierte ambitionierte Projekt Open Source Ecology (OSE), über das wir mehrfach berichteten, will nun auch in Deutschland Wurzeln schlagen. Nachfolgend dokumentieren wir den Aufruf zum Aufbau der OSE Community in Deutschland Es findet ein Paradigmenwechsel statt, und neue praktische Lösungen werden gebraucht. In diesem Jahr möchten wir mit der Open Source Ecology (OSE) Community [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://oseeurope.org/"><img class="right" style="margin-left: 8px;" title="OSE Europe" src="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/01/ose-europe.png" alt="" width="114" height="203" align="right" /></a>Das US-basierte ambitionierte Projekt <a href="http://opensourceecology.org/">Open Source Ecology (OSE)</a>, über das wir mehrfach <a href="http://keimform.de/tag/open-source-ecology/">berichteten</a>, will nun auch in Deutschland Wurzeln schlagen. Nachfolgend dokumentieren wir den <a href="http://oseeurope.org/2012/01/aufbau-der-ose-community-in-deutschland/">Aufruf</a> zum</p>
<h3>Aufbau der OSE Community in Deutschland</h3>
<p>Es findet ein Paradigmenwechsel statt, und neue praktische Lösungen werden gebraucht. In diesem Jahr möchten wir mit der <a href="http://opensourceecology.org/">Open Source Ecology</a> (OSE) Community in Deutschland starten und suchen dafür nach einem engagierten Team.</p>
<p>Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Projektes teilen offen und kostenlos wirtschaftlich bedeutsame Informationen. Wir möchten die gesamte Bandbreite der ökologischen, sozialen und technischen Systeme öffentlich verfügbar machen, um damit direkt zur Schaffung einer Open-Source-Ökonomie beizutragen – einer Ökonomie, die die Produktion und Verteilung von Gütern verbessert und gleichzeitig nachhaltig und sozial gerecht ist.</p>
<p>Wir beginnen mit der Technologie, die nötig ist, um eine Zivilisation im kleinen Maßstab mit modernem Komfort zu schaffen – das <a href="http://opensourceecology.org/wiki/Global_Village_Construction_Set">Global Village Construction Set</a> (GVCS) und andere relevante Werkzeuge. Von Traktoren über Windturbinen bis hin zu Autos – alle Techniken werden im Hinblick auf Modularität, Einfachheit, langlebiges Design, niedrige Kosten, geschlossene Kreisläufe, Eigenbau (DIY), flexible Fertigung und hohe Leistung entwickelt. Wir wollen den kompletten Lebenszyklus jeder Technologie als Open Source zur Verfügung stellen – von den Stücklisten und der Herstellung, über die Benutzung, Wartung und Reparatur bis zur Wiederverwendung und dem Recycling.</p>
<p>Wir werden auch unsere ökologische Nahrungsherstellung als Open Source veröffentlichen, den Wohnungs- und Werkstattbau und die Geschäftsmodelle – unsere komplette Ökonomie. Alle diese ökonomisch wichtigen Informationen werden digital im Internet gespeichert, in Form von Texten, Fertigungsdateien, Bildern und Videos, um die Daten nicht nur unserer Generation, sondern auch allen zukünftigen Generationen zu Verfügung zu stellen – die diese dann nutzen und darauf aufbauen können! Wir suchen nach den Pionierinnen und Pionieren, die das mit uns erschaffen wollen!</p>
<p>Unser erstes Ziel ist die Gründung des <a href="http://opensourceecology.org/wiki/OSE_Europe/Germany#Development_Team">Entwicklungsteams</a>, das sich 2012 der Gründung der Community widmet. Neben diesem Entwicklungsteam, das für jeden, der an der Gründung und Entwicklung der Community mitarbeiten will offen ist, gibt es ein Kernteam, das sich hauptsächlich mit diesen vordringlichen Zielen beschäftigt. Wir brauchen Hilfe in allen Bereichen: Organisation, Kommunikation, Landsuche, ökologischer Hausbau, Werkstatt-Architektur und -Konstruktion, Fertigung, Maschinenbau, Mechatronik, Permakultur, biologisch-dynamische Landwirtschaft, Betriebswirtschaft, rechtliche und soziale Fragen und Finanzen, um nur einige zu nennen.</p>
<p>Wir haben einen <a href="http://opensourceecology.org/wiki/OSE_Europe/Germany#Roadmap">vorläufigen Meilensteinplan</a> erstellt. Im Januar werden wir mit einer Menge Menschen in Verbindung treten, uns kennenlernen und die Möglichkeiten erkunden, eine Community aufzubauen. Es sind Besuche in Frankfurt und Berlin geplant. Die Planung wird erweitert und konkretisiert in dem Maße wie wir wachsen.</p>
<p>Warum Deutschland? Die Menschen in Deutschland können und werden bei der OSE-Entwicklung in Europa und der Welt eine wichtige Rolle spielen. Es gibt in Deutschland sehr gute Ingenieurinnen und Ingenieure, die meisten Menschen sind finanziell abgesichert, und die Nachhaltigkeits- und Open-Source-Kultur ist eine der Besten der Welt. Es ist der perfekte Ort, um eine OSE-Community zu gründen.</p>
<p>Egal ob Vollzeit, Teilzeit oder was auch immer du leisten kannst, jede Hilfe ist willkommen. Schreib uns einfach und erzähl etwas von dir:</p>
<ul>
<li>für direkte Kontaktaufnahme sende eine E-Mail an Nikolay: nikolay.h.georgiev (at) gmail [dot] com</li>
<li>um an das ganze Team zu schreiben, benutze bitte die <a href="https://groups.google.com/forum/#%21forum/ose-germany" class="broken_link">Google Mailingliste</a> (ose-germany (at) googlegroups [dot] com).<br />
Alternativ zur Mailingliste gibt es noch das OSE Europe Forum unter <a href="http://oseeurope.org/forum/">http://oseeurope.org/forum/</a></li>
</ul>
<p>Bitte erzähl deinen Freundinnen und Freunden von diesem Aufruf – und allen Anderen, die es interessieren könnte. Danke!</p>
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		<title>Commoning konkret</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 06:47:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan-Hendrik Cropp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeit & Freiheit]]></category>
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		<description><![CDATA[Commons-based peer production braucht ein Commoning, also eine Form von Selbstorganisierung um Gemeingüter nicht-kommerziell und bedarfsgerecht zu verwalten. Dieser Artikel möchte einen Beitrag leisten zur Erkundung wie diese Organisierung konkret aussehen könnte: Zum einen an einer Reflektion über ein Experiment &#8220;Solidarischer Landwirtschaft&#8221; und zum anderen an konkreten Überlegungen wie ein Commoning rund um endliche Ressourcen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://linksunten.indymedia.org/image/52622.jpg" rel="lightbox[node_images][&lt;a href=&quot;/de/node/52622&quot; id=&quot;node_link_text&quot; target=&quot;_blank&quot; &gt;People&lt;/a&gt; - &lt;a href=&quot;/image/52622.jpg&quot; id=&quot;lightbox2-download-link-text&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Download&lt;/a&gt;]"><img class="right" src="http://linksunten.indymedia.org/system/files/images/8356304244.thumbnail.jpg" alt="People" width="200" height="121" align="right" /></a></p>
<p>Commons-based peer production braucht ein Commoning, also eine Form von Selbstorganisierung um Gemeingüter nicht-kommerziell und bedarfsgerecht zu verwalten. Dieser Artikel möchte einen Beitrag leisten zur Erkundung wie diese Organisierung konkret aussehen könnte: Zum einen an einer Reflektion über ein Experiment <a href="http://www.solidarische-landwirtschaft.org/">&#8220;Solidarischer Landwirtschaft&#8221;</a> und zum anderen an konkreten Überlegungen wie ein Commoning rund um endliche Ressourcen aussehen könnte. Die Artikel finden sich auch in der aktuellen Ausgabe der <a href="http://www.streifzuege.org/">&#8220;Streifzüge&#8221;</a> und dem soeben erschienenden Büchlein <a href="http://www.projektwerkstatt.de/hefte/index.html">&#8220;Herrschaftsfrei Wirtschaften&#8221;</a>.</p>
<h3>Die post-revolutionäre Möhre. Hier und Jetzt.</h3>
<p><em>Ein Bericht aus einem Versuch solidarischer Landwirtschaft auf dem Weg zur Schenkökonomie</em></p>
<p>Wir, ein Kollektiv von fünf „Gärtner_Innen“, suchten uns eine Gruppe von 60 Personen, die „Begärtnerten„, die von uns durch die Bearbeitung von 5000 qm Ackerfläche im nordhessischen Witzenhausen-Freudenthal mit Gemüse von April bis November versorgt werden wollten. Zusammen formten wir eine verbindliche Gemeinschaft.</p>
<p>Wann und wieviel wir Gärtner_Innen in diesem Projekt arbeiten, nein besser, tätig sein wollen, wurde von jedem einzelnen selbstverantwortlich und je nach Bedürfnissen (flexibel) festgelegt und im Kollektiv vereinbart. Der Teil unserer finanziellen Bedürfnisse („Lohn“), der über das Projekt befriedigt werden soll, wurde weitgehend unabhängig von dieser Tätigkeitszeit bestimmt und mit den laufenden Betriebskosten (ohne Investitionen) zu den Gesamtkosten (Budget) einer Jahresproduktion zusammengerechnet.</p>
<p>Die Begärtnerten boten dann anonym einen auf den Zeitraum der Produktion verbindlichen, monatlichen finanziellen Beitrag, der ihren Möglichkeiten entspricht. Von 0 Euro aufwärts war und ist alles möglich. Diese Zusage und andere Punkte (Entscheidungsfindung, Ausstiegsgründe, Scheiterkriterien, gemeinsame Übernahme von Verantwortung und Risiko, Kommunikation etc.) wurden in einer Vereinbarung schriftlich und verbindlich festgehalten und unterschrieben. Das zuvor beschriebene Budget wurde mit diesen freiwilligen finanziellen Beiträgen gedeckt, woraufhin der genaue Bedarf an Gemüse abgefragt und mit der Produktion des Gemüses begonnen wurde.</p>
<p>Die Ernte wird der Gemeinschaft von Begärtnerten in Depots frei zur Verfügung gestellt. Die Verteilung vor Ort organisiert die Gemeinschaft je nach den individuellen Bedürfnissen. Es gibt keine genormten „Gemüsekisten“, sondern jede_r nimmt, was gebraucht wird. Ein weiteres Mitwirken am Projekt durch Mitarbeit, Erntesicherung/Einmachen und das Einbringen von weiteren Fähigkeiten steht den Mitgliedern frei, ist aber erwünscht und wird gemeinsam organisiert.</p>
<p>Durch dieses Experiment sollen kapitalistische Prinzipien in unserem Verhältnis zueinander überwunden und transformiert werden:</p>
<p><strong>Freiwilliges Beitragen und Schenken statt Tausch, Wert, Ware</strong></p>
<ul>
<li>Niemand muss, alle können nach ihren Fähigkeiten (u.a. finanziell) beitragen.</li>
<li>Bedürfnisse werden erhoben und ihnen entsprechend wird produziert. Daher werden den Leuten keine Waren mehr vor die Füße geschmissen, für die sie dann doch bitte auch ein Bedürfnis haben sollen; sondern Bedürfnisse werden formuliert und die Produktion wird dafür selbst organisiert.</li>
<li>Die Produkte haben keinen Tausch- bzw. Geldwert. Damit werden Dinge nicht abstrakt gleichgesetzt wie im Kapitalismus: Alles, was 1 Euro kostet, ist gleich viel „wert“. Alles, was nix kostet, ist nix „wert“.</li>
<li>Daher entfällt Geld als primäre Wertschätzung und es kann mit neuen Formen der Wertschätzung experimentiert werden; durch Worte, Gesten und vor allem gegenseitige Verantwortung.</li>
</ul>
<p><strong>Freies Tätigsein statt abstrakter Arbeit in Konkurrenz:</strong></p>
<ul>
<li>Tätigkeit wird zu Arbeit und Arbeit zur Last, wenn unsere Produkte auf dem Markt einen Wert erzielen müssen oder wir primär für einen Lohn arbeiten.</li>
<li>In unserem Projekt müssen wir beides nicht: Wir liefern keine normierten Waren und unsere finanziellen Bedürfnisse werden von vornherein abgedeckt.</li>
<li>Daher können wir Anbauweise und Arbeitsabläufe frei bestimmen, um unsere und die Bedürfnisse anderer Menschen zu befriedigen.</li>
<li>Kommt es zu Problemen, lösen wir diese nicht wie in der Gesellschaft der Vereinzelten mit dem Ellenbogen und dem „Ausschalten von Konkurrenten“ sondern durch kollektive Lösungsfindung.</li>
</ul>
<p>Knapp 11 Monate nach Beginn des Projektes haben sich allerdings einige Problemfelder in unserem Projekt aufgetan. Deren Analyse halte ich für wichtig, wenn Projekte über die Waren- und Tauschgesellschaft hinausweisen wollen:</p>
<p><strong>Problemfeld 1: Der verinnerlichte Kapitalismus im Kollektiv</strong></p>
<p>Das Problemfeld betrifft vor allem uns als Kollektiv von Gärtner_innen. Was Tausch und Geld im Kapitalismus so hervorragend machen, nämlich Menschen und Tätigkeiten zu vergleichen und gleichzusetzen, verschwindet in einem weniger kapitalistischen System nicht sofort. Diese Verhaltensweisen scheinen wir tief verinnerlicht zu haben. Wir, also einmalige Individuen, die im Kollektiv zusammenarbeiten, vergleichen weiterhin, wieviel Zeit wir in das Projekt investieren. Wir bekommen ein schlechtes Gewissen, weil wir „zu wenig“ tun, oder werden grummelig, weil wir „zu viel“ tun. Schnell kommt es zu Situationen, in denen wir uns für unsere Bedürfnisse (die ja so sind wie sie sind) rechtfertigen wollen, oder denken, dass wir es müssen. Oft ist es gar nicht das Kollektiv, das diesen Druck erzeugt, sondern wir, die Individuen selbst. Denn schließlich ist unser Kopf vom allgegenwärtigen Kapitalismus vollkommen durchzogen.</p>
<p>Eine schnelle Abhilfe für das Problem scheinen die üblichen Abstraktionen des Kapitalismus zu bieten. So geschieht es beizeiten auch in unserem Kollektiv: Ein Ruf nach einer Abstraktion der Zeit in greifbare „Arbeitsstunden“ oder „Urlaubszeiten“ wird laut. Und darauf aufbauend: Das Verlangen nach einem abstrakten Gerechtigkeitsbegriff. Statt zu sagen: „Es soll allen gut gehen mit dem, was und wieviel sie tun“, sagen wir schnell: „Alle sollen das gleiche Maß an Arbeit verrichten bzw. die gleiche Anzahl an Urlaubswochen haben“. Nicht nur, dass 1 Stunde an 1 Tag sich anfühlen kann wie 8 Stunden an einem anderen. Nein, wer Arbeitsstunden normieren will, ist auch schnell dabei, die ganze Tätigkeit zu normieren: Was zählt als Arbeitszeit? Welche Tätigkeit ist wichtig, welche nicht? Was, wenn eine Person schneller oder „effizienter„ (was ist das?) arbeitet als die andere? Diese Fragen und Probleme und die Erkenntnis, dass es statt Gleichmacherei darum gehen sollte, dass sich alle Beteiligten wohl fühlen, führen diese Abstraktions-Versuche schnell ad absurdum.</p>
<p>Ähnlich schwierig zu akzeptieren scheint auch die Gleichgewichtung aller Tätigkeit außerhalb der Projektes zu sein. Es sollte schließlich egal sein, ob einzelne außerhalb des Projektes (freiwillig) an der Uni büffeln oder in der Badewanne mit einem Glas Sekt liegen und sich ein gutes Buch zu Gemüte führen. Diese Akzeptanz erfordert allerdings eine hohe Selbstverantwortung und ein gutes Reflexionsvermögen.</p>
<p>Hinzu kommt: Der Acker ist vor der Tür. Wir wohnen zwar in verschiedenen WGs, aber doch zusammen auf einem Hof, und die räumliche Nähe führt zu einem Gefühl sozialer Kontrolle, das die oben beschriebenen Tendenzen verstärkt. Wir bekommen schließlich alles von den anderen mit. Ob eine räumliche Distanz das Problem löst oder nicht vielmehr beiseite schiebt, bleibt dahingestellt. Eine Lösung wären klare Vereinbarungen (z.B. feste Tage und Zeiten, in denen man im Projekt tätig ist) und trotzdem ein flexibler Umgang damit (z.B. andere spontane Absprachen, wenn die Zeiten mal nicht passen), um den Bedürfnissen der einzelnen im Jetzt den angemessenen Respekt zu zollen. Dann kann kollektiv nach einer Problemlösung gesucht werden, statt individuelle Schuldzuweisungen und Selbstausbeutungs-Forderungen zu formulieren. Angenommen, eine_r von uns ist überlastet, dann kann so z.B. gemeinsam nach Mithilfe gesucht werden, um der_dem Betroffenen entsprechenden Freiraum zu gewähren. Dennoch bleibt diese Frage bestehen und muss kontinuierlich neu beantwortet werden: Wie stehen individuelle Bedürfnisse im Jetzt und Verantwortung für im Kollektiv getroffene Vereinbarungen zueinander? Klar ist beides wichtig. Eine Grenze ist allerdings überschritten, wenn selbstbestimmte Tätigkeit zu abstrakter, entfremdeter Arbeit wird und es Menschen dadurch mittelfristig schlecht geht.</p>
<p>Wenn Tätigkeit wieder zur abstrakten Arbeit wird (ein fließender Übergang?), wird „der Rest der Zeit“ schnell wieder zur „Freizeit“. Letzteres macht Spaß. Das erstere „muss getan werden“. Sollte die aktuelle „Arbeits“situation tatsächlich unerträglich sein, kann die Wiedereinführung dieser Trennung in Arbeit und Freizeit ein Rettungsanker sein. Eine Möglichkeit zu sagen: Bis hierher und nicht weiter. Dazu braucht es aber sehr wahrscheinlich die oben beschriebene Normierung von Zeit und Tätigkeit. Wenigstens für eine_n selbst: „Ich hab so und so viel gearbeitet &#8211; deshalb hab ich jetzt frei!„. Eine Überwindung dieser Trennung und ein konkretes Tätigsein statt einer abstrakten, entfremdeten Arbeit sollten aber weiterhin die Losung bleiben.</p>
<p>Auch in unserem Tätigsein können sich andere (z.B. feministische) Ansprüche verlieren. Wenn das Gemüse ruft und wir alle Hände voll zu tun haben, stellt sich stereotypes Verhalten ein und bleibt wenig Zeit, unsere Privilegien zu reflektieren und uns gegenseitig Fähigkeiten beizubringen, vor deren Aneignung wir sonst Scheu hätten. Oder ich (ein männlich sozialisierter Gärtner) habe den ganzen Tag auf dem Acker verbracht, komme zurück in meine WG und ärgere mich darüber, dass ich, gerade ich (!), es bin, der um neun Uhr Abends noch anfangen „muss“ (!) zu kochen und zu spülen, weil es niemand anderes gemacht hat. Als ob die anderen Mitbewohner_Innen nichts zu tun gehabt hätten. Wir wollen die geschlechtliche Arbeitsteilung (produktiv / „männliche“ vs. reproduktiv / „weibliche„) überwinden? Pustekuchen!</p>
<p>Allgemein sei auch noch angemerkt, dass Landnutzung, um sie fachlich gut und angepasst betreiben zu können, ein mehrjähriges Engagement verlangt, das in Zeiten steigender Flexibilisierung und Unverbindlichkeit nicht so leicht organisierbar ist, wie es vielleicht auf den ersten Blick scheinen könnte. Wir haben uns im Kollektiv auch nur für ein Jahr zusammengetan.</p>
<p>In diesem Sinne abschließend noch ein kleiner Seitenhieb in Richtung Revolutionsromantiker: Selbstbestimmung und Selbstverantwortung entstehen also nicht automatisch mit dem Wegfall der kapitalistischen Strukturen. Dies ist zwar eine notwendige Voraussetzung. Hinreichend wird es aber erst, wenn wir uns vom Kapitalismus in unserem Kopf befreien. Und dies ist ein langwieriger, kollektiver genauso wie individueller Prozess.</p>
<p><strong>Problemfeld 2: Lustprinzip und Verantwortung</strong></p>
<p>Auch in einer nicht-kapitalistischen Gesellschaft braucht es Verantwortung und Verbindlichkeit. Wir haben einer Gruppe von 60 Menschen zugesagt, für sie Gemüse zu produzieren. Damit rechnen sie. Zwar kann durch den weiterhin bestehenden Zugang zum kapitalistischen Markt ein Ernteausfall durch den Gang zum Supermarkt oder Container abgefedert werden. Aber die Vermeidung eines solchen Rückgriffs ist ja erklärtes Ziel des Projektes. Zwar ist anzunehmen, dass eine vernetzte, nicht-kapitalistische landwirtschaftliche Produktion entsprechende Lücken in der Versorgung durch Risikostreuung (verschiedene Anbaustandorte etc.) überbrücken kann. Aber (vielleicht) nicht, wenn alle Beteiligten (v.a. die Produzierenden) unbedingt dem Lustprinzip („Ich mach, wozu ich Lust habe.“) folgen. Das Lustprinzip kann zwar eine Leitlinie sein. Allerdings ist Landnutzung vor allem die Kunst, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Da kann die Witterung ein Handeln erzwingen, auf das mensch gerade keine Lust hat. Das erzeugt Druck. Druck, der aus gegenseitiger Abhängigkeit, Verantwortung und Verbindlichkeit und aus einem Arbeiten mit der Natur entsteht. Auch dieser wird in einer nicht-kapitalistischen Gesellschaft nicht gänzlich verschwinden. Wir mussten uns dieses Jahr zum Beispiel durch eine beispiellose Trockenheit kämpfen: Die Pflanzen warten nicht darauf, bis jemand Lust hat, sie zu gießen. Sie vertrocknen einfach.</p>
<p>Diesen Druck erzeugen wir allerdings auch durch uns selbst. Lohnenswert bleibt deshalb darüber nachzudenken, welches Handeln wir gerade für unbedingt erforderlich halten und welches nicht. Wie weit wollen wir das Lustprinzip hinten runterfallen lassen? Was passiert mit meiner Lust, wenn alles vertrocknet und es nix mehr zu ernten gibt? Wie weit geht unsere Verantwortung für andere? Ähnlich wie bei der Balance zwischen Kollektiv und Individuum bleibt es auch bei Lustprinzip und Verantwortung ein Lernprozess, die Situationen richtig einzuschätzen und aus Fehlern zu lernen.</p>
<p><strong>Problemfeld 3: Abhängigkeit vom Kapitalismus und die Frage nach dem technischen Niveau</strong></p>
<p>Es ist leider unmöglich, das technische Niveau einer nicht-kapitalistischen landwirtschaftlichen Produktion abzusehen. Dafür müsste die Grundlage des technischen Potentials, nämlich die Rohstoffe dieser Erde, als globales Gemeingut eingerichtet werden. Dann könnte darüber verhandelt werden, ob überhaupt, wie und für welche Technik wir sie als Menschheit verwenden wollen. Die Ergebnisse dieses hypothetischen Aushandlungprozesses bleiben zwangsläufig unbekannt. Deshalb wird es zu dem Thema, welches technische Niveau einer nicht-kapitalistische Produktion angemessen ist, unterschiedlichste Einschätzungen geben.</p>
<p>Diese Unklarheit spielt in unserem landwirtschaftlichen Projekt folgendermaßen eine Rolle: Durch den Kauf moderner Technik greifen wir erstens auf die kapitalistische Gesellschaft und ihre Durchsetzungsmechanismen von Landraub, Vertreibung und Umweltzerstörung durch Rohstoffgewinnung und industrielle Produktion zurück. Deshalb können wir den Menschen, für deren Nahrungmittelversorgung wir Verantwortung übernehmen, nicht versprechen, dass es Traktoren und Landmaschinen in der heutigen Form in einer nicht-kapitalistischen Welt weiterhin geben wird. Schlimmer noch könnte es sein, dass das Wissen um weniger technisierte Anbauverfahren in der Zwischenzeit verloren geht und damit die Nahrungsmittelversorgung in Frage gestellt wird.</p>
<p>Ganz konkret entsteht durch den Rückgriff auf die kapitalistischen Durchsetzungsmechanismen besonders dann ein Bedürfniskonflikt, wenn ich mich nach Rationalisierung und effektiver „Arbeitswirtschaft“ statt „Selbstausbeutung“, durch arbeitserleichternde Landmaschinen sehne und sich auf der anderen Seite eine Bäuerin in Bergbaugebieten in Chile wünscht, dass ich dem kapitalistischen Zwangssystem, das ihre Lebensgrundlage zerstört, keinen Vorschub leiste, indem ich darauf basierende Waren kaufe.</p>
<p>Wollen oder können wir die Produktion von Landmaschinen nicht selbst organisieren, können wir dem Dilemma aus dem Weg gehen, indem wir die nicht-kapitalistische landwirtschaftliche Produktion mit wenig technisierten Verfahren organisieren und bei der Anschaffung neuer Geräte auf die lange Haltbarkeit, einfache Reparierbarkeit, Recycelbarkeit und Durchschaubarkeit der Technik achten sowie deren ökologische Verträglichkeit in Produktion und Nutzung sowie den Enfremdungsgrad für die Produzierenden und Nutzer_Innen prüfen. Die eventuell entstehende Mehrarbeit in einem wenig technisierten System könnte auch, wenn gewollt, von der Gemeinschaft um das Projektkollektiv erledigt werden, um einem Gefühl der Selbstausbeutung und Monotonie der Hauptproduzierenden vorzubeugen.</p>
<p>Ein weiterer Schritt, um die Abhängigkeit vom Kapitalismus zu mindern, wäre es, die laufenden Kosten zu minimieren, d.h. das Produktions-System unabhängiger von Geld-Inputs zu machen. Größere Investitionen in Infrastruktur sollten dann nur getätigt werden, wenn sie uns langfristig unabhängiger von Geld-Inputs machen: ausgeklügelte Handmaschinen, Ölpressen zur Kraftstoffgewinnung, Infrastruktur/Geräte zur eigenen Saatgut-Gewinnung; oder andere Betriebe in das Netzwerk integrieren, die diese Möglichkeiten haben.</p>
<p><strong>Problemfeld 4: Fehlende Selbstorganisation im Netzwerk und Erweiterung des Konzeptes</strong></p>
<p>Genauso wie wir Gärtner_innen in unserem Tätigsein Aspekte der „arbeits-wahnsinnigen„ Gesellschaft verinnerlicht haben, so haben die “Begärtnerten„ sehr wahrscheinlich eine Konsumhaltung verinnerlicht. Gerade auch der freiwillige, monatliche finanzielle Beitrag kann diese Haltung verstärken. Während sich einige eine weitreichende Selbstorganisation als radikales Experiment gegen den Kapitalismus wünschen, ist anderen die “alternativen Gemüsebeschaffungsmaßnahme„ revolutionär genug. Wichtig, um Enttäuschungen durch diese Tendenz vorzubeugen, kann die Formulierung der gemeinsamen Vision sein und darauf folgend die selbstbestimmte, aber verantwortliche Übernahme von anfallenden Aufgaben (in der oder um die Produktion herum) je nach den Fähigkeiten und Wünschen der “Begärtnerten„. In diesem Dialog können dann auch Hindernisse auf dem Weg der Selbstorganisation (Prioritätensetzung, Zeit- und / oder Geldmangel, fehlende Transparenz, Unlust etc.) gemeinsam beschrieben und überwunden werden.</p>
<p>Wenn die Vision auch eine Ausweitung der schenkökonomischen Prinzipien auf andere Lebensbereiche beinhaltet, macht es Sinn, eine Vernetzung mit anderen umsonstökonomischen Projekten anzustreben und zu forcieren. Innerhalb des Projektes wäre es weiterhin auch möglich, die Bedürfnis-Befriedigung der „Produzierenden“(d.h. uns Gärtner_innen), nicht durch Geld, sondern durch die Fähigkeiten der Gemeinschaft zu decken. So könnte ein Begärtnerter, der gleichzeitig Arzt ist, andere in der Gemeinschaft, vor allem aber die Gärtner_innen, umsonst behandeln. Oder der Schlosser im Netzwerk könnte unsere Maschinen umsonst reparieren. Damit werden scheinbar erst mal unvermeidbare finanzielle Kosten (hier z. B. Geld für Krankenversicherung oder Werkstattkosten) irgendwann wegfallen.</p>
<p><strong>Problemfeld 5: Investitionen in und Zugang zu Produktionsmitteln</strong></p>
<p>Das oben beschriebene Budget beinhaltet weder den Kauf von Hof und Land noch die Investition in teurere Produktionsmittel. Hierfür müssen Lösungen gefunden werden: Zum Beispiel durch das Abschreiben und Einbeziehen der Investitionen in das Budget oder die Einrichtung eines Fonds für nicht-kapitalistische Projekte, in den geneigte und betuchte Menschen Gelder investieren, die dann entweder eine Sicherheit für Kredite bieten oder direkt für den Kauf von Produktionsmitteln verwendet werden. Beispiele dafür gibt es z.B. in Frankreich.</p>
<p>Diese Produktionsmittel sollten dann für ein langfristig angelegtes nicht-kapitalistisches Experiment unumkehrbar entprivatisiert werden. Dafür braucht es eine Rechtsform, die genau diese nicht-kapitalistische, ökologischen Nutzungsbestimmungen festschreibt und verankert. Dies würde auch der Forderung Rechnung tragen, dass Land von jenen bewirtschaftet werden sollte, die es am ehesten im Einklang mit den Bedürfnissen der zu versorgenden Gemeinschaft und den ökologischen Gesetzmäßigkeiten nutzen.</p>
<p><strong>Problemfeld 6: Der Zugang zu den zur Zeit begrenzten nicht-kapitalistischen Erzeugnissen</strong></p>
<p>Ähnlich wichtig wäre die Beantwortung der Frage danach, wer Zugang zu den nicht-kapitalistischen landwirtschaftlichen Erzeugnissen bekommt. Nicht-kapitalistisches Gemüse ist unter jetzigen Verhältnissen ein begrenztes Gut. Die Wartelisten von uns ähnlichen Höfen zeigen auch, dass sich das Problem nicht „einfach“ bzw. kurzfristig mit der „Neugründung weiterer Projekte“ oder der „Vergrößerung“ bestehender Projekte lösen lässt. Dies wäre die ideale Lösung und ihr sollte die meiste Energie zufließen.</p>
<p>Wer hat also Zugang zu den Erzeugnissen? Diejenigen, die als erste da waren? Die mit den besseren persönlichen Connections? Auf jeden Fall nicht (nur) diejenigen, die (am meisten) zahlen? Oder jene, die die brauchbarsten Fähigkeiten einbringen? Wohl eher auch nicht. Schließlich geht es um die Entkoppelung von Geben und Nehmen. Ohne die Frage abschließend beantworten zu können, bleibt klar: Das finanzielle Budget des Projektes muss gedeckt werden. Und alle Beteiligten sollen glücklich sein. Im Ergebnis wohl ein weiterer Aushandlungsprozess.</p>
<p>Eine weitere Frage des Zugangs stellt sich, wenn wir reflektieren, dass unser Projekt zumeist aus Menschen der weißen Ober- und Mittelklasse besteht. Was ist mit sozial Ausgegrenzten? Wir stellen unser Gemüse zwar auch illegalisierten Migrant_innen in der Umgebung zur Verfügung. Diese sind allerdings nicht organisiert, wurden an den Stadtrand gedrängt, und es bestehen deshalb Barrieren auf Grund fehlender Mobilität (keine Fahrräder, kein Geld für die Öffentlichen), sozialer Isolation und auch unterschiedlicher Sprachen. Die Abholung und Verteilung der Produkte steht und fällt deshalb mit den wenigen Migrant_innen, bei denen diese Barrieren überwindbar sind und zu denen wir deshalb einen Kontakt aufbauen konnten. Hier wäre kontinuierlicher Austausch mit den Menschen vor Ort nötig. Einfacher hingegen könnte die Arbeit mit organisierten Zusammenhängen sein (z.B. Erwerblosen- und Flüchtlingsinitiativen), zu denen wir Kontakt aufzubauen versuchen.</p>
<p><strong>Die Zukunft. Kommende Herausforderungen</strong></p>
<p>Überzeugt von dem Potential dieser Idee erwarten wir, dass sich in Zukunft Fragen nach der Erweiterung auf zwei Ebenen stellen.</p>
<p>Wir könnten regional mehr Gemüse und auch mehr Produkte nach diesem Modell organisieren. Hier sind Imker_innen und Obstbäuer_innen bereits am Grübeln. Allerdings stellt sich die Frage der Organisierung neu, wenn immer mehr Menschen in einer Region Teil des Projektes werden. Wie können wir uns in Großgruppen methodisch organisieren? Ab wann müssen wir uns aufteilen und wollen wir delegieren?</p>
<p>Außerdem könnten wir uns überregional umschauen, wo unser Wein und unsere Avocados herkommen könnten. Wer stellt diese zu Verfügung? Was für Bedürfnisse haben deren Produzent_innen? Können wir dazu irgendetwas beitragen? Wird es dann nicht wieder zum Tausch? Kohl wollen sie in Spanien als Gegenleistung doch eh nicht haben.</p>
<p>Wenn die beschriebene Gegenseitigkeit also weiter ausgedehnt werden soll, wird es umso komplizierter. Es stellen sich ganze neue Fragen der Organisierung, Bedarfserfassung, Logistik, Ausstattung und Finanzierung. Fragen also, die wohl am besten im Tun beantwortet werden können.</p>
<p>Abschließend sei auch noch auf das „Netzwerk Solidarische Landwirtschaft“ hingewiesen (<a title="www.solidarische-landwirtschaft.org/" href="http://www.solidarische-landwirtschaft.org/">www.solidarische-landwirtschaft.org/</a>), dass versucht bestehende, ähnliche Projekte zu vernetzen, Neugründungen zu unterstützen und die Idee in der Öffentlichkeit bekannter zu machen.</p>
<h3>Endliche Ressourcen als Gemeingut</h3>
<p>Was wäre wenn &#8230; wir über die Nutzung von Bodenschätzen global, gemeinsam und gleichberechtigt entschieden?</p>
<p><strong>Definition</strong></p>
<p>Bodenschätze, also alle endlichen Ressourcen dieses Planeten, sind prädestiniert dafür als Gemeingut zu gelten. Ob, wie und wofür diese gewonnen und genutzt werden, sollte von der gesamten Menschheit kollektiv in einem gleichberechtigten Prozess ausgehandelt werden.</p>
<p>Denn die regionale Verteilung dieser Stoffe ist zufällig, ungleich und ihre Vorkommen begrenzt. Es wäre daher absurd, nur denen eine Nutzung zu ermöglichen, die zufällig in dieser Region leben. Denn das Bedürfnis zur Nutzung dieser Ressourcen ist global. Diese Kombination aus breitem Interesse und Begrenztheit lässt Interessenkonflikte wahrscheinlich werden und verlangt deshalb umso mehr nach einer kooperativen und gleichberechtigten Aushandlung.</p>
<p>Diese Begrenztheit verlangt ebenfalls, dass die Ressourcen zwar genutzt werden können aber so verarbeitet werden sollten, dass sie nicht verbraucht, sondern trotz der temporären Verwendung, langfristig (d.h. möglichst unverändert) und unkompliziert (d.h. ohne großen energetischen oder technischen Aufwand) wieder zurück gewonnen werden können.</p>
<p>Eine Möglichkeit zur Lösung der Mengenfrage, wäre, die Nutzungsrechte der zur Zeit nutzbaren endlichen Ressourcen anteilig und gleichmäßig auf alle Menschen aufzuteilen. Damit hätten dann einzelne Menschen individuell und ihre Gemeinschaften kollektiv ein Budget an Ressourcen, das sie nutzen „dürfen“. Wofür und für wen sie diese Nutzen wollen oder ob sie ihre Anteile zusammenlegen oder anderen zur Verfügung stellen wollen, könnte dann auf kleinerer Ebene entschieden werden.</p>
<p>Auch ist anzumerken, dass der Abbau endlicher Ressourcen erhebliche Verwüstungen ganzer Landstriche in der betroffenen Region verursacht und damit extreme ökologische und soziale Schäden anrichtet. Die Leidtragenden sind hier zu aller erst die dortigen Ökosysteme und die darin lebenden Menschen. Für sie geht es nicht einfach „nur“ um Teilhabe an der Nutzung der Ressource sondern um die existenzielle Beeinträchtigung ihrer Lebensgrundlage und Lebensumwelt durch Abbau und Begleitprozesse.</p>
<p><strong>Erarbeitung von Vorschlägen für diesen globale Aushandlungs-Prozesses</strong></p>
<p>Für diesen globalen Aushandlungsprozess müssen Menschen individuell und kollektiv in ihren Gemeinschaften grundsätzliche Fragen klären: Wie und mit welcher Technik möchte ich meine Bedürfnisse und die dafür nötige Produktion organisieren? Wie viele endliche Ressourcen benötigen ich oder wir dafür? Wie erreichen wie optimale Möglichkeiten zur Wiederverwertung? Und vorausgesetzt, es gibt ein globales Interesse an der Nutzung der aus den Ressourcen produzierten Gütern: Ist deren Produktion bzw. der daraus erwachsende Nutzen verallgemeinerbar? Wenn nein: Wie bekommen wir ein ähnlich zufriedenstellendes Resultat mit geringerem Ressourcen-Bedarf?</p>
<p>Gibt es demnach Ideen und Interesse zur Nutzung bestimmter Ressourcen, müssen weitere Fragen geklärt werden. Wer organisiert den Produktionsprozess von der Rohstoffgewinnung bis zum fertigen Produkt? Wie kann diese Produktion (insbesondere der Abbau) mit möglichst wenig Schaden organisiert werden? Sinnvoll wäre es bereits zu diesem Zeitpunkt zu überlegen, woher mensch die benötigten Stoffen bekommt, um im Vorhinein Vereinbarungen und Absprachen zu den Details des Abbaus mit den Bewohner_Innen der betroffenen Regionen zu finden.</p>
<p>Durch die Beantwortung dieser sicherlich nicht erschöpfenden Fragen können dann konkrete Vorschläge und Ideen ausgearbeitet, die dann in Kooperation mit anderen Menschen umgesetzt werden können Ablauf des Aushandlungs-Prozesses</p>
<p>Hat eine Projektgruppen dann alles für ihre Unternehmung zusammen, ist es notwendig, dass das Vorhaben global transparent gemacht wird. Diese Beschreibung sollte enthalten inwiefern das Produkt die oben genannten Kritierien (Notwendigkeit zur Bedürfnisbefriedigung, weitgehende Reduzierung des Ressourcenverbrauchs/ Verallgemeinerbarkeit, Recycelbarkeit, Langlebigkeit und Reparierbarkeit) erfüllt. Des weiteren sollte ersichtlich sein, dass die benötigten Stoffe noch im oben genannten „Ressourcen-Budget“ der Beteiligten und Nutzer_Innen „drin sind“. Dies würde die globale Klasse der „Hochindustrialisierten“ erstmals ausschließen bis diese ihren Verbrauch drastisch reduziert haben.</p>
<p>Dieses Vorgehen ermöglicht einen offene Prozess in dem andere Interessierte oder Betroffene, Verbesserungen, Vorschläge, Kritik oder andere Anmerkungen einbringen könnten. Sicher werden einige Vorschlägen Kontroversen und direkte Interventionen erzeugen. Die Ergebnisse wären aus heutiger Perspektive nicht vorhersehbar. Sicher scheint, dass durch diesen Prozess die Ressourcennutzung gründlich umgekrempelt würde. Nicht zuletzt weil darin auf die Bedürfnisse der regionalen Gemeinschaften in den Abbaugebieten besonders berücksichtigt würden. Dieses von Initiative und Intervention geprägte System bliebe dynamisch genug um die menschliche Kreativität nicht unnötig zu hemmen. Die Produktion organisieren jene, die ein Interesse an den Produkten haben.</p>
<p>Spätestens jetzt stellt sich allerdings bei diesem Prozess, wie bei viele anderen globalen Problemen, die Frage, wie und wo dieser Aushandlungsprozess und die Bekanntgabe der Vorschläge denn von statten gehen soll. Das Internet könnte hier vielleicht die nötige Transparenz und in geringerem Umfang die nötige Kommunikation schaffen. Allerdings müsste dafür zu aller erst die globale IT-Infrastruktur und dessen endlicher Ressourcen-Verbrauch an sich verhandelt werden.</p>
<p>Für alle konkreteren Schritte der Umsetzung bleiben wahrscheinlich weiterhin andere, direktere Kommunktionsformen (von Telefon, Radio bis physischen Treffen von Interessierten oder Betroffenen ist alles denkbar) nötig, deren Nutzung sehr wahrscheinlich mehr Zeit in Anspruch nehmen wird, um die Fülle an Informationen auszutauschen. Ob und wie die Beschaffenheit dieses Aushandlungsprozesses die Nutzung der Ressourcen und die daraus entwickelte Technik verändert, bleibt abzuwarten.</p>
<p>Es bleibt zu hoffen, dass alle Beteiligten in diesen komplexen Prozess mit ausreichend Selbstreflektion und Selbstorganisationsvermögen einsteigen.</p>
<p><strong>Fazit und praktische Konsequenzen für die Selbstorganisation im Hier und Jetzt</strong></p>
<p>Wenn wir darüber nachdenken, eine schenkökonomische Produktion zu organisieren, kommen wir um die Frage der endlichen Ressourcen nicht herum. Konsequent wäre es eigentlich mit der Organisierung dieses Ursprungs jeglicher Produktion zu beginnen. Erst in diesem Prozess könnte sich dann das technische Niveau einer selbstorganisierten Produktion abzeichnen. Zum Beispiel ob und in welcher Form die sogenannten „erneuerbaren Energien“ (die ja in Produktion und Leitungsnetzen auch auf endlichen Ressouren basieren) eine Rolle spielen. Alles andere bleibt Spekulation.</p>
<p>Die Diskussion zeigt allerdings auch die Notwendigkeit von Technik, die komplett auf erneuerbaren Ressourcen basiert. Weitere Kriterien für eine emanzipatorische Technikentwicklung könnten die einfache Recycelbarkeit und eine möglichst lange Lebensdauer aller Produkte sein. Entscheidet man sich für die vereinfachte Version, in der allen Menschen ein fairer Teil der globalen Ressourcen zugeteilt wird, ist absehbar, dass sich zum Beispiel der bundesdeutsche Ressourcenverbrauch auf 1/10 des jetzigen Niveaus absenken müsste.</p>
<p>All dies gilt es in der Öffentlichkeit, aber vor allem auch in den diversen sozialen Bewegungen bewusst zu machen. Ganz konkret gilt es auch, sich mit dem Widerstand gegen den zerstörerischen Abbau von endlichen Ressourcen, vor allem auch im globale Süden, zu solidarisieren und eigene direkte Aktionen gegen die entsprechenden Akteure zu starten.</p>
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		<title>A new language for the commons</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Oct 2011 05:33:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
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<p>[<a href="http://www.commoner.org.uk/blog/?p=248">via</a>]</p>
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		<title>Vibe &#8212; dezentrale und lokale Kurznachrichten</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Oct 2011 09:57:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zur Versendung von Kurznachrichten über Mobilgeräte werden in der Regel zentralisierte Dienste wie Twitter genutzt. Solche Kurznachrichten haben bei der Organisation von Protesten und Aufständen eine wichtige Rolle gespielt, weltweit. Doch zentrale Dienste haben einen gravierenden Nachteil: Der Gegenseite &#8212; staatlichen Instanzen oder wem auch immer &#8212; wird ein ebenso guter Überblick geliefert wie den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://keimform.de/wp-content/uploads/2011/10/vibeapp.jpg"><img class="right" style="margin-left: 8px;" title="Vibe-App (Klicken zum Vergrößern)" src="http://keimform.de/wp-content/uploads/2011/10/vibeapp-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" align="right" /></a>Zur Versendung von Kurznachrichten über Mobilgeräte werden in der Regel zentralisierte Dienste wie Twitter genutzt. Solche Kurznachrichten haben bei der Organisation von Protesten und Aufständen eine wichtige Rolle gespielt, weltweit. Doch zentrale Dienste haben einen gravierenden Nachteil: Der Gegenseite &#8212; staatlichen Instanzen oder wem auch immer &#8212; wird ein ebenso guter Überblick geliefert wie den Aktivist_innen. Hinzu kommt die Zensuroption. Immer wieder wurden solche Vorwürfe gegen die privaten Dienste erhoben. So würden bestimmte Tags unterdrückt, um sie nicht in den Top-Trends erscheinen zu lassen &#8212; etwa im Fall von #wikileaks oder <a href="http://www.betabeat.com/2011/09/26/twitter-says-its-not-censoring-occupy-wall-street-people-really-are-talking-more-doritos/">aktuell bei den #occupywallstreet Protesten</a>.</p>
<p>Das Ziel von <a href="http://www.zami.com/v.html">Vibe</a> ist, Zensur und zentraler Überwachung von vornherein aus dem Weg zu gehen, in dem die Versendung von Nachrichten auf einen bestimmten <strong>Radius</strong> (»Lautstärke«) und eine bestimmte <strong>Dauer</strong> begrenzt wird. Die Geräte müssen GPS-fähig sein, eine Registrierung ist nicht erforderlich und es gibt keine dauerhafte zentrale Speicherung der »Vibes«. Lautstärke und Dauer können gewählt werden: vom Flüstern (50 meter) bis zum Brüllen (weltweit) und von 15 Minuten bis zu 30 Tagen.</p>
<p>Nun ist eine Überwachung sicher nicht völlig unmöglich, aber durch die Dezentralität erheblich erschwert. Insbesondere die Kommunikation bei den Aktionen vor Ort wird damit unterstützt &#8212; <a href="http://www.betabeat.com/2011/09/29/vibe-the-anonymous-anarchist-version-of-twitter-being-used-at-occupy-wall-street/">bei #occupywallstreet wird Vibe bereits eingesetzt</a>. Die App ist <a href="http://www.zami.com/v.html">kostenlos für iPhone und Android</a> verfügbar, aber Frei im Sinne Freier Software ist sie nicht. Mal abwarten, welches Geschäftsmodell folgen wird.</p>
<p>[<a href="http://blog.p2pfoundation.net/check-your-vibes-twitter-like-app-used-at-occupy-wall-street/2011/10/07">via</a>]</p>
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		<title>Das Ende von CouchSurfing&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Sep 2011 12:25:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230;so wie wir es kannten steht vor der Tür. CouchSurfing ist eine globale Community-Plattform zur Vermittlung von kostenlosen Übernachtungen. Drei Millionen Mitglieder nutzen die Übernachtungsmöglichkeiten in 81.000 Städten überall auf der Welt. Selbstorganisation, Vertrauen und das Teilen kultureller Erfahrungen standen im Mittelpunkt von CouchSurfing. Standen. Denn nun ist CouchSurfing in eine profitorientierte Firma umgewandelt worden. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;so wie wir es kannten steht vor der Tür. <a href="http://www.couchsurfing.com/">CouchSurfing</a> ist eine globale Community-Plattform zur Vermittlung von kostenlosen Übernachtungen. Drei Millionen Mitglieder nutzen die Übernachtungsmöglichkeiten in 81.000 Städten überall auf der Welt. Selbstorganisation, Vertrauen und das Teilen kultureller Erfahrungen standen im Mittelpunkt von CouchSurfing.</p>
<p><em>Standen</em>. Denn nun ist CouchSurfing in eine profitorientierte Firma umgewandelt worden. Zwar gab es immer mal wieder <a href="http://www.keimform.de/2007/oeffnung-von-reisenetzwerken-wird-versucht/">Kritik an CouchSurfing</a>, aber der jetzige Schritt toppt alles.</p>
<p>Benchmark Venture Capital und Omidyar Network haben mehr als 5 Millionen Euro investiert. Der offizielle Grund für die Umwandlung ist die Bezahlung von zehn Top-Programmierern, die die CouchSurfing-Plattform so aufmotzen sollen, so dass CS mit den zahlreich entstandenen Kommerz-Travel-Sites konkurrieren kann.</p>
<p>Das ist das Ende von CouchSurfing. Die Venture-Capitalists wollen einen ordentlichen Return auf ihren Invest sehen. Die Verwertungslogik geht den Gang ihrer Dinge: Wo kann Werbung platziert werden? Was kann mit den wertvollen User-Daten geschehen? Wie können Daten-Profile monetarisiert werden? Und so weiter.</p>
<p>Die Nutzinnen und Nutzer werden zu Recht angepisst sein. Zunächst nicht viele, es werden nicht alle abspringen, viele werden den warmen Worten glauben, dass dies alles nur zum Besten der CouchSurfing-Idee sei. Ist es aber nicht. Und diese Erfahrung wird sich auch im Alltag von CouchSurfing niederschlagen.</p>
<p>Dieses Beispiel, das nun wirklich nicht das erste seiner Art ist, wirft die Frage nach dem Schutz der Commons vor ihrer Zersetzung von innen heraus auf. Die feindliche anti-commonistische Umgebung besteht nicht nur in Unternehmen, die sich von freien Commons den Platz streitig gemacht sehen, sondern es ist die Geldlogik als solche, die ins Denken und dann ins Handeln der Commoners eindringt.</p>
<p>Denn sicher ist: Es wird immer einige geben, die sagen: »Warum nicht Geld nehmen, um unsere Ziele zu erreichen?« Es sieht so einfach aus ganz im Gegensatz zu den Schwierigkeiten, etwa durch Spendensammlungen ein Projekt am Leben zu erhalten. Es ist die Illusion, dass Geld nur ein neutrales Medium sei. Was kann das schon machen, ein paar Zahlen im Computer. Doch Geld ist gerade nicht bloß ein Medium, ein Mittel, um bestimmte Ziele zu erreichen. Sondern Geld vorkörpert eine dahinter stehende strukturelle Handlungslogik. Diese lautet: Aus Geld muss mehr Geld werden. Dort, wo sie greift, gibt es kein Halten mehr, kein Argument, das sie stoppen kann.</p>
<p>Ein Stopp, ein Schutz vor der Verwertlichung, vor der Monetarisierung unseres Handelns können wir nur selber setzen. Dies muss relativ am Anfang eines Projektes geschehen. Erfolgreiche Projekte sind solche, die sich eine eigene »Verfassung« gegeben haben, einen »Sozialvertrag«, der den Handlungsrahmen absteckt. Kommt dann noch eine rechtliche Absicherung hinzu &#8212; wie etwa mittels einer Freien Lizenz &#8212; dann ist die Kanibalisierungsgefahr schon wesentlich geringer.</p>
<p>Was nun im Falle von CouchSurfing passieren wird, ist offen. Es ist zu hoffen, dass andere Plattformen die offene Kultur von CouchSurfing übernimmt und fortsetzen kann (zum Beispiel <a href="http://www.bewelcome.org/">BeWelcome</a>). CouchSurfing kann ich jedenfalls nicht mehr alles Gute wünschen.</p>
<p>[<a href="http://bollier.org/requiem-couchsurfing">via</a>]</p>
<p>[Update] Nicht-kommerzielle Alternative: <a href="http://www.hospitalityclub.org/">The Hospitality Club</a></p>
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		<title>Random Hacks of Kindness in Berlin</title>
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		<pubDate>Sat, 28 May 2011 05:55:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am 4. und 5. Juni 2011 findet der 4. Random Hacks of Kindness statt. RHoK ist ein an vielen Orten der Welt gleichzeitig und wiederholt stattfindender Programmierwettbewerb, der ein ganzes Wochenende dauert. Zum zweiten Mal wird es dabei auch im Betahaus in Berlin ein lokales Event geben. Die RHoK-Anwendungen sollen in Krisensituationen helfen oder der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rhok.org/"><img class="center" title="rhok" src="http://www.keimform.de/wp-content/uploads/2011/05/rhok.png" alt="" width="450" height="137" align="center" /></a></p>
<p>Am 4. und 5. Juni 2011 findet der 4. <a href="http://www.rhok.org/">Random Hacks of Kindness</a> statt. RHoK ist ein an vielen Orten der Welt gleichzeitig und wiederholt  stattfindender Programmierwettbewerb, der ein ganzes Wochenende dauert.  Zum zweiten Mal wird es dabei auch <a href="http://www.rhok.org/event/berlin">im Betahaus in Berlin ein lokales Event</a> geben.</p>
<p>Die RHoK-Anwendungen sollen in Krisensituationen helfen oder der  Prävention und dem Schutz dienen. Dies können sowohl plötzliche Ereignisse sein (Erdbeben,  Überschwemmungen, Terroristische Angriffe, Buschfeuer) als auch vorhersagbare Ereignisse (Monsunregen, Grippeepidemien…) oder auch  längerfristige Krisen wie in Unruheherden, Gebieten mit chronischer  Unterernährung, hohen AIDS-Raten, dauernden Dürren oder  Auswirkungen des globalen Klimawandels. [<a href="http://opendata-network.org/2011/05/random-hacks-of-kindness-in-berlin/">via</a>]</p>
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		<title>Open Design City</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Apr 2011 19:53:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schöner Bericht von Annette über einen Besuch in einer Offenen Werkstatt im Betahaus Berlin. Die große Bedeutung des offenen Designs und der offenen Herstellung fasst sie so zusammen: Historisch gesehen können sich nur in einer solchen Produktionsweise die kreativen und produktiven Bedürfnisse und Fähigkeiten der Menschen voll entfalten, so dass diese Produktionsweise das Potential hat, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schöner <a href="http://philosophenstuebchen.wordpress.com/2011/04/07/yes-we-are-open-%E2%80%93-eine-offene-werkstatt-in-berlin/">Bericht von Annette</a> über einen Besuch in einer Offenen Werkstatt im <a href="http://odc.betahaus.de/">Betahaus Berlin</a>. Die große Bedeutung des offenen Designs und der offenen Herstellung fasst sie so zusammen:</p>
<blockquote><p><em>Historisch gesehen können sich nur in einer solchen Produktionsweise die  kreativen und produktiven Bedürfnisse und Fähigkeiten der Menschen voll  entfalten, so dass diese Produktionsweise das Potential hat, eine  wesentlich höhere Produktivität zu entfalten als die bisherigen  vorkapitalistischen und kapitalistischen oder auch realsozialistischen  zwangs- und herrschaftsförmigen Produktionsweisen. Das Ergebnis der  Produktivität ist dann gerade nicht nur ein großer Ausstoß von Gütern  pro Zeiteinheit – sondern die Entfaltung der beteiligten Menschen in  ihrem ganzen Bedürfnis- und Fähigkeitsspektrum.</em></p></blockquote>
<p>Das ist der Punkt! <a href="http://philosophenstuebchen.wordpress.com/2011/04/07/yes-we-are-open-%E2%80%93-eine-offene-werkstatt-in-berlin/">Mehr lesen drüben&#8230;</a></p>
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		<title>Geldschöpfung selbstgemacht</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Feb 2011 09:37:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>libertär</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Keineswegs soll hier zum Gebrauch von Geld geraten werden. In einer Peerökonomie ist Geld überflüssig. Doch zurzeit ist das Geld noch nicht abgestorben und leider für die meisten Menschen noch notwendig. Das herkömmliche Geld – das Bargeld und Buchgeld von Währungen – hat jedoch einige Nachteile: Um sein Geld effizient zu verwalten und zu transferieren, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="///Users/Christian/Library/Caches/TemporaryItems/moz-screenshot.png" alt="" />Keineswegs soll hier zum Gebrauch von Geld geraten werden. In einer Peerökonomie ist Geld überflüssig. Doch zurzeit ist das Geld noch nicht abgestorben und leider für die meisten Menschen noch notwendig. Das herkömmliche Geld – das Bargeld und Buchgeld von Währungen – hat jedoch einige Nachteile: Um sein Geld effizient zu verwalten und zu transferieren, benötigt man ein Konto bei einer Bank. Für viele „Problemkunden“ mit einem Einkommen und einem Transaktionsvolumen, die zu niedrig für ein profitables Geschäft der Bank sind, ist bereits ein Konto zu eröffnen und zu behalten eine große Hürde. Weitere Probleme sind das staatliche Ausspähen des Kontos und die nicht kontrollierbare Verwaltung des Kontos durch die Bank, was geradezu zur Unterschlagung von Kundengeldern einlädt. Zudem sind Transaktionen nicht anonym durchführbar. Geldbewegungen werden von den beteiligten Banken, von zentralen Organisationen und teilweise im Ausland erfasst. Kurzum: der zentralistische Aufbau des Geldsystems ist eine Ursache für die meisten Probleme seiner schwächsten Nutzer mit diesem System. Gebraucht wird eine digitale Variante des Bargelds. Sie sollte aber nicht von zentralen Instituten abhängen, damit die Nutzer jederzeit die Kontrolle über ihr Vermögen und ihr Zahlungssystem haben. In einem solchen System hätte z.B. kein Einzelner die Macht, einen Teilnehmer auszuschließen. WikiLeaks etwa wäre vor der finanziellen Austrocknung gefeit gewesen. Ein Geldsystem, das diese Anforderungen erfüllt, gibt es bereits.</p>
<h3>Ein P2P-System für Zahlungen</h3>
<p><a href="http://ripple-project.org/">Ripple</a> (<em>dt.</em> sich kräuseln; plätschern) ist ein Softwareprojekt, das die Basis für Implementierungen dezentraler Geldsysteme legen soll. Eine frühe Implementierung ist <a href="http://ripplepay.com/">Ripplepay</a>. Ripple ist keine Währung, da jeder Teilnehmer Geld schöpfen kann und keine Hierarchie bei Ausgabe und Fluss des Geldes existiert. Es ist eine vermittelnde und buchführende Infrastruktur für Zahlungen, ein P2P-Zahlungssystem. Im System können alle Währungen transferiert werden, die die an einer Transaktion Beteiligten unterstützen. Das System beinhaltet nur soviel Geld wie seine Nutzer im gegenseitigen Vertrauen geschöpft haben. Es involviert ein Vertrauensnetz (<a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Web_of_Trust" class="broken_link">Web of trust</a>), das sich sehr leicht spinnt, weil Vertrauensbeziehungen <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Transitivit%C3%A4t_%28Mathematik%29" class="broken_link">transitiv</a> sind. D.h. jeder Teilnehmer vertraut nicht nur den Teilnehmern, denen er sein Vertrauen ausspricht, sondern auch allen, denen diese Teilnehmer vertrauen, usw.</p>
<h3>So entsteht das Geld</h3>
<p>Dasselbe Prinzip wie bei den (zentralen) Banken findet bei Ripple Anwendung. Schulden gelten als Geld, ein Zahlungsversprechen ist ebenso gut wie eine Zahlung. Geld entsteht, indem Vertrauen gespendet (= Kredit gewährt) und im Gegenzug ein Zahlungsversprechen abgegeben wird. Ein Beispiel: A will bei B Güter im Wert von 10 € einkaufen. Also schreibt A <em>–Ich schulde dir 10 €–</em> auf einen Zettel und unterschreibt ihn. Nur wenn B dem A vertraut, d.h. ihm mindestens einen Kredit über 10 € gewährt, kann A mit B den Zettel gegen die Güter tauschen. In unserem hierarchischen Bankensystem funktioniert das üblicherweise nicht, weil nur Banken Vertrauen gewähren. Nur die amtlichen Schuldscheine (Münzen und Banknoten) sind allgemein gültig. Banken sind die zentralen Vermittlungsstellen zwischen Vertrauensanbietern und Geldanbietern. Sie haben das Informationsmonopol darüber, welche Kreditnehmer wie vertrauenswürdig sind. Kreditgeber und Kreditnehmer finden über Banken nicht direkt zueinander. Die Bank ist der zentrale Wegelagerer, der Geschäfte nur mit ihr zulässt statt direkt zwischen den beteiligten Personen.</p>
<p>Mit Ripple dagegen kann jeder anderen Personen Vertrauen in beliebiger Höhe aussprechen. Das ermöglicht, dass niemand direkt einem Zahlungssender vertrauen muss. Es genügt, wenn ihm über eine Verbindung aus mehreren Personen vertraut wird. Umgekehrt lassen sich auch problemlos Fremde bezahlen, weil sich im Vertrauensnetz über vertrauenspendende Mittelspersonen sehr leicht Kontakte mit Personen, die eine Zahlung akzeptieren, finden lassen.</p>
<h3>Transaktionen</h3>
<p>Eine Zahlung ist eine Übertragung eines Zahlungsversprechens. Nach der Theorie des <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Debitismus" class="broken_link">Debitismus</a> entspricht eine Instanz von Geld (z.B. eine Banknote) einem Schuldschein. Eine Banknote zu überreichen galt tatsächlich als Transfer eines Zahlungsversprechens der Zentralbank, bei Einlösung Gold zum aufgedruckten Wert abzugeben. Heute repräsentiert immerhin Buchgeld (auf Girokonten) das Versprechen einer Bank, den Wert in Bargeld auszuzahlen. Und das ist wiederum tauschwertloses (aber nicht wertloses!) Papier, das seinen Wert aus dem Vertrauen in seinen Aussteller, die Zentralbank, bezieht.</p>
<p>Mit Ripple ist nun jeder Nutzer eine Bank und kann Geld schöpfen. Dazu gewährt ein Nutzer einem anderen Nutzer, dem er vertraut, einen Kredit in bestimmter Höhe. Er muss nun Schuldscheine maximal im Umfang des gewährten Kredits von dem anderen Nutzer akzeptieren. Schuldscheine fungieren als Geld und können an Freunde weitergegeben werden, und zwar höchstens in dem Maße, wie die Freunde dem Zahlenden vertrauen. Soll eine Transaktion zwischen nicht befreundeten Personen stattfinden, sucht das System einen Pfad zwischen den Beiden, der nur über Personen führt, die sich vertrauen. D.h. vom Empfänger der Zahlung besteht eine Vertrauenskette bis zum Sender. Jeder der Beteiligten (außer dem Sender und Empfänger natürlich) hat nach der Transaktion genauso viel Guthaben oder Schulden wie zuvor.</p>
<h3>Sicherheiten</h3>
<p>Jeder kann mit der <a href="http://ripple-project.org/Main/Implementations">quelloffenen</a> Software ein eigenes Zahlungssystem einrichten. Es gibt also nicht bloß ein dezentrales System, sondern bei Bedarf können beliebig viele Zahlungssysteme entstehen. Der offene Quellcode trägt auch deshalb zur Sicherheit bei, weil viele Menschen darin nach Fehlern und unsicheren Methoden suchen können und überprüfen können, ob die Software überhaupt das leistet, was sie angeblich leisten soll. Über das gesamte Geld im System verfügen ausschließlich die Nutzer, und zwar jeder nur über sein eigenes Geld. Es gibt keine zentrale Verwaltung und Ausspähung. Auch eine partiell anonyme Teilnahme ist nicht ausgeschlossen. Ein Nutzer entspricht im System einer Identität (gekoppelt an eine Emailadresse). Inwiefern diese Online-Identität mit Daten zur realen Person unterfüttert wird, bleibt jedem selbst überlassen. Doch Kreditvergabe, die ja Vertrauen voraussetzt, hat noch nie zwischen anonymen Partnern funktioniert. Persönlich müssen sich Freunde also zwangsläufig kennen. Allerdings können Fremde, die eine Transaktion durchführen, füreinander anonym bleiben und müssen auch nur ihren jeweiligen Freunden bekannt sein, da das System über die vermittelnden befreundeten Personen eine Beziehung herstellt.</p>
<h3>Der Gebrauchswert von Ripple</h3>
<p>Die Intention hinter Ripple ist, Geld zu einem sozialen Werkzeug zu machen, das ohne institutionelle und staatliche Beschränkungen geschaffen und eingesetzt werden kann. Eine Finanzbürokratie samt zentralistischem Vertrauensmanagement, wie derzeit mit unserem Bankwesen gegeben, ist unnötig, wenn jeder ein paar Freunden Vertrauen spendet. Die privaten Beziehungen, die jeder Mensch selbst zu pflegen in der Lage ist, werden mit Ripple für eine große Gesellschaft von Fremden nutzbar gemacht. Die Wertspeicherung, Buchführung und Zahlung für die Benachteiligten der heutigen Finanzökonomie und in einem frühen Stadium der Peerökonomie der Zahlungsverkehr mit projektexternen, kapitalistischen, Handelspartnern sind denkbare Anwendungsbereiche von Ripple. Dieses Projekt zeigt deutlich, welch ungeahntes Produktivitätspotenzial durch P2P-Technologie freigesetzt werden kann. Die gesamte Finanzbürokratie, die das Wissen über die gespeicherten Werte der Gesellschaft und die Vertrauenswürdigkeit Einzelner seit Jahrhunderten monopolisiert, wird durch eine simple informationstechnische Netzwerklösung obsolet. Ehemalige Arbeiter in diesem Sektor könnten fortan einer produktiven Tätigkeit nachgehen und der Arbeitsaufwand der Gesellschaft würde sinken. Der Kapitalismus belohnt zwar nicht <em>generell</em> Ineffizienz, doch haben sich offenbar immer wieder selbststabilisierende Strukturen entwickelt, die ohne technisch-soziale Innovationen – sozusagen sprunghafte Fortschritte der Produktivkräfte – eine gewisse Ineffizienz nicht überwinden können. Man denke etwa an das Gesundheitswesen, das nicht Kranke heilen, sondern <em>Krankheiten</em> möglichst kostenintensiv pflegen soll, um den Profit zu maximieren. Ein Wettbewerb um die effizienteste Heilung findet nicht statt.</p>
<p>Das Ripple-Projekt hat keine utopischen, reformistischen, Ambitionen. Es stellt ein vollwertiges kapitalistisches Zahlungssystem bereit, das Zentralisationsprozesse weder anregt noch behindert. Im System können sich selbstverständlich Banken bilden und Zins kann etabliert werden. Das System ist, was seine Nutzer daraus machen. Ripple ist sicher kein dauerhaft erstrebenswertes Ziel für Freunde des Kommunismus oder der Peerproduktion; es ist lediglich eine optimale Übergangslösung für die Probleme des kapitalistischen Finanzwesens, bis Geld schließlich für die Gesellschaft „zu teuer“ und somit völlig nutzlos wird.</p>
<h3>Weiterführende Links:</h3>
<ul>
<li><a href="http://ripple-project.org/Main/Videos">Einführende Videos</a> (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=7onj4BMLpdg">1</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=s512x58dqDg">2</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ySzqM5dpF7s">3</a>)</li>
<li><a href="http://www.masternewmedia.org/news/2005/06/27/p2p_can_cut_banks_out.htm">P2P Can Cut Banks Out Of The Picture: Ripple</a></li>
<li><a href="http://ripplepay.com/faq/">Ripplepay FAQ</a></li>
<li><a href="http://groups.google.com/group/rippleusers/">Diskussion über Ripple</a></li>
</ul>
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		<item>
		<title>»Big Society« &#8212; der kommende Hype?</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Oct 2010 09:51:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[big society]]></category>
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		<description><![CDATA[So groß waren meine Kristallkugel-Fähigkeiten nicht, um vorherzusagen (Folie 23, Folie 39), was nun tatsächlich kommt: Die Nutzung der Commons, um den Sozialstaat abzuschaffen. »Big Society« nennt sich die »Idee«. Sie war Teil des Wahlpogramms der Tories und wurde vom neuen britischen Staatschef David Cameron als Handlungsleitlinie der Regierung vorgestellt. Was ist dran an der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So groß waren meine Kristallkugel-Fähigkeiten nicht, um vorherzusagen (<a href="http://www.keimform.de/2010/commons-und-die-linken/">Folie 23</a>, <a href="http://www.keimform.de/2010/commons-jenseits-von-markt-und-staat/">Folie 39</a>), was nun tatsächlich kommt: Die Nutzung der Commons, um den Sozialstaat abzuschaffen. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Big_Society">»Big Society«</a> nennt sich die »Idee«. Sie war Teil des Wahlpogramms der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Conservative_Party">Tories</a> und wurde vom neuen britischen Staatschef <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/David_Cameron">David Cameron</a> als Handlungsleitlinie der Regierung <a href="http://www.bbc.co.uk/news/uk-10680062">vorgestellt</a>.</p>
<p>Was ist dran an der »Big Society«, ist alles nur ein schlauer Coup der Rechten? Oder gibt es &#8212; eben weil dahinter Elemente der Commons-Ansatzes stecken &#8212; auch Chancen für die Commons? Dieser kleine Artikel wird keine erschöpfende Antwort geben, zu schwammig sind die bisherigen Infos. Aber ich sage mal mutig voraus: Es dauert nicht lange, dann wird die »Idee« auch auf dem Kontinent entdeckt &#8212; fehlt den hiesigen Regierungen doch eine echte »Leitidee«. Dann aber werden uns die Commons noch so richtig um die Ohren fliegen&#8230;</p>
<p>So sehen die Ziele von »Big Society« aus:</p>
<ol>
<li>Mehr Macht den Gemeinschaften/Gemeinden</li>
<li>Ermutigung der Leute, eine aktive Rolle in ihrer Gemeinde zu übernehmen</li>
<li>Übertragung von Macht von der Zentrale zu lokalen Regierungen</li>
<li>Unterstützung von Kooperativen, Freiwilligenverbänden, Wohlfahrtsorganisationen und sozialen Unternehmen</li>
<li>Veröffentlichung von Regierungsdaten</li>
</ol>
<p>Zu diesem Zweck soll eine »Big Society Bank« gegründet werden, die Anschubfinanzierungen für Start-up-Initiativen bereitstellt. Vier Gemeinden wurden als Testfelder ausgewählt.</p>
<p>Zunächst sieht das Konzept nach einem »alternativen Kürzungsplan« aus, bei dem Freiwillige unbezahlt das machen sollen, was früher staatlich organisiert war (entsprechend protestieren die Gewerkschaften). Doch im Unterschied zur neoliberalen Tirade der Privatisierung-löst-alle-Probleme, sollen mit »Big Society« nicht weitere Funktionen an den Markt, sondern an die Menschen vor Ort übergeben werden &#8212; zumindest die Funktionen, die sich im Wortsinne nicht mehr »vermarkten« lassen. »Big Society« trifft in jedem Fall auf existierende Ansätze des <a href="http://www.guardian.co.uk/environment/video/2010/may/11/ethical-living-diy-big-society">DIY Britain</a> und der unvermeidlichen <a href="http://www.guardian.co.uk/environment/video/2010/may/12/ethical-living-real-big-society-two">Lokalgeld-Initiativen</a>.</p>
<p>Interessant ist es, danach zu fragen, ob <a href="http://vinay.howtolivewiki.com/blog/other/the-green-shoots-of-a-new-big-society-2032">»Big Society« Funktionen des Marktes genauso übernehmen kann wie solche der Regierung</a>. Dazu müssten sich existierende Basis-Bewegungen den Ansatz aneignen und mit eigenen Forderungen verbinden. Denn es liegt aus meiner Sicht auf der Hand: Ohne Ressourcen ist »Big Society« nur ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunitarismus">kommunitaristisches</a> Entstaatlichungsprogramm. Die erste Forderung muss also sein: Her mit den Ressourcen, her mit den Gebäuden, den städtischen Flächen, dem Land, den Produktionsmitteln &#8212; und nicht nur Geld (das aber auch).</p>
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