Auf der Suche nach dem Neuen im Alten

Kategorie: Medientipp

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Alternativen von unten

Glücksökonomie[Auszug aus dem Buch »Glücksökonomie« von Annette Jensen und Uta Scheub, repostet unter CC-by-nc-nd]

»…Könnte nicht alles, was relokalisierbar ist, konsequent entglobalisiert und lokaler Steuerungsintelligenz zugeführt werden? Viele Probleme, die zentrale Machtagglomerate verursachen, würden durch regional angepasste Lösungen verschwinden.

Die dafür nötige Vielfalt von Projekten, Betrieben und Initiativen gibt es schon weltweit. Diese basieren auf anderen Werten als das gegenwärtige Wirtschaftssystem und durchwuchern es von allen Seiten. Das Alte dient nur noch als Steinbruch oder als Werkzeugkasten: Man nutzt, was davon noch nützlich ist.

Angetreten sind die Bewegungen nicht, um das herrschende System zu bekämpfen, sondern um das Wohlergehen der Beteiligten zu mehren. Deshalb beziehen sie sich auch nicht direkt auf den Kapitalismus – sie ignorieren ihn einfach und stellen stattdessen selbst Regeln auf. Dieses Vorgehen verschwendet die eigene Kraft nicht damit, sich an einem übermächtigen Gegner abzuarbeiten, sondern konzentriert sich auf das Entwickeln des Eigenen.

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Kategorien: Commons, Medientipp

20. Oktober 2014, 13:43 Uhr   8 Kommentare

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RLS: Futuring

Die RLS hat den Stand ihrer Transformationsforschung mal wieder zusammengefasst und ein Buch daraus gemacht, das im Volltext auch online zu haben ist. Ausgangspunkt ist ein Blick auf das, was das “Futuring der Herrschenden” (S.8) genannt wird – der Zugriff auf Zukünfte als zentrales Element von Macht. Von links sei dieses „Futuring“ allerdings anders zu denken und zugleich zu überwinden. „Zeit“, so Marx, ist „Raum für menschliche Entwicklung“ (Marx 1865/1974, 144). Nicht die Verfügung über die Ungeborenen, nicht die vorwegnehmende Kontrolle über das denkbar Mögliche, sondern der heutige Beitrag dazu, dass Menschen in Zukunft gleicher und freier, selbstbestimmter und demokratischer, friedlicher vor allem leben können, dies ist gesellschaftsreformierende wie umstürzende, ist „revolutionäre Realpolitik“ (Luxemburg 1903/1972, 373) der Transformation.

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Kategorien: Medientipp, Theorie

20. September 2014, 06:52 Uhr   1 Kommentar

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„Wo hört Nische auf und fängt Transformation an?“

Christina Kaindl, Caroline Rosenthal, Thomas Lohmeier und Christian Siefkes (zum Vergrößern klicken)[Repost aus dem Onlinemagazin prager frühling. Die sehr umfangreiche aktuelle Ausgabe ist ganz den Commons gewidmet.]

Gespräch mit Caroline Rosenthal, Christina Kaindl und Christian Siefkes

Über das emanzipatorische Potential von Commons und über deren Beschränkungen sprachen wir mit dem Programmier und Publizisten Christian Siefkes, der Psychologin Christina Kaindl sowie Caroline Rosenthal, von Rathausstern Lichtenberg. Die Bürgerinitiative will auf dem Gelände einer ehemaligen Polizeiwache in Berlin-Lichtenberg Wohnraum, einen Stadtteilgarten, Versammlungsräume, ein Nachbarschaftscafé und eine Kita schaffen.

prager frühling: Caroline, du engagierst dich, bei den Rathaussternen. Was ist euer Anliegen?

Caroline Rosenthal: Wir haben den Rathausstern als eine Art Statement, als ein Experiment geplant: Wir wollten ausprobieren, ob Menschen, die das nicht professionell machen, an einem Berliner Liegenschaftsvergabeverfahren teilnehmen können und in den angeblich verbesserten Vergabeverfahren auch wirklich eine Chance haben. Aber wir unterscheiden uns auch von klassischen Hausprojekten. Wir sind da ähnlich wie das Philosophikum …

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Kategorien: Commons, Eigentumsfragen, Medientipp, Praxis-Reflexionen

6. Juli 2014, 07:27 Uhr   1 Kommentar

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Das musste mal gesagt werden

Was Leute so alles einsprechen

Kategorien: Medientipp

25. Mai 2014, 12:22 Uhr   2 Kommentare

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Rezension: Christoph Spehr (2003) »Gleicher als Andere«

Rezension: Christoph Spehr (2003) Gleicher als Andere. Eine Grundlegung der freien Kooperation. Mit Kommentaren von Frigga Haug, Ralf Krämer, Stefan Meretz, Dorothee Richter, Babette Scurrell, Uli Weiß, Frieder Otto Wolf u.a.

Von Marco Pompe, Berlin

Herrschaftskritik, die sowohl anarchistische, als auch marxistische Elemente beinhaltet, entwickelt zunehmend Orientierungsfunktion in der Linken. Wie dieses Zusammengehen heute theoretisch wie praktisch funktionieren kann wird aber selten direkt verhandelt. Auch der 2001 von der Rosa-Luxemburg-Stiftung ausgezeichnete Text ‘Gleicher als Andere. Eine Grundlegung der freien Kooperation‘ stellt sich nicht wirklich dieser Herausforderung. Dafür geht aber das Buch, indem dieser Text auf ca. 100 Seiten veröffentlicht und anschließend in zahlreichen Kommentaren diskutiert wird, insgesamt ein gutes Stück diesen Weges. Wie in dem Text erläutert besteht die emanzipatorische Linke aus vielen Strömungen. Er macht deutlich, daß der Selbstfindungsprozess als eine strömungsübergreifende Bewegung nicht abgeschlossen ist. Mir scheint, die Debatte um Spehrs Text in Erinnerung zu rufen, kann diesen Prozess unterstützen und die Qualität von so manchem politischen Projekt positiv beeinflussen.

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Kategorien: Medientipp, Theorie

17. April 2014, 06:14 Uhr   3 Kommentare

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Streifzüge Nr. 60: »Keimformen«

Streifzüge Nr. 60/2014[Inhaltverzeichnis der Ausgabe: unten]

Einlauf

Ich hatte das Vergnügen, den Schwerpunkt als Gast-Kurator zu betreuen. Es lief einfacher als gedacht, am Ende hatten wir sogar mehr Artikel, als wir unterbringen konnten.

Die Keimform-These spricht einen bestimmten, aber selten thematisierten Aspekt der an Marx orientierten Theorie an: Wie gehen gesellschaftliche Systeme unterschiedlicher Qualität in der Entwicklung auseinander hervor? Traditionell schien dieses Thema in Bezug auf den Kapitalismus mit der Figur der die Macht ergreifenden Arbeiterklasse gelöst zu sein: Die regelt das dann. Doch so schlicht und politizistisch funktioniert(e) der geschichtliche Prozess nicht. Die untergegangenen realsozialistischen Versuche bezeugen dies. Das Verhältnis von Produktivkraftentwicklung und Produktionsverhältnissen ist weitaus komplexer als gedacht.

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Kategorien: Medientipp, Theorie

5. April 2014, 06:48 Uhr   18 Kommentare

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3sat-Doku “Wem gehört die Welt”

Hier nun die Doku, deren Untertitel “Wachstum durch Teilen” ich ziemlich merkwürdig fand. Dabei hat er nichts mit dem Inhalt zu tun, gar nichts. Der Film ist auch deutlich besser als die Sendung “Scobel” zu Gemeingütern (am 20.2.14) , zu der auch Silke Helfrich eingeladen war. Im Unterschied zu anderen gnädigen Beurteilungen fand ich die Sendung ziemlich mies. Sie war für Nichteingeweihte schwer verständlich, die Einspielungen bedienten alte, falsche Klischees und Scobel himself hat Silke völlig unmotiviert unter der Gürtellinie angegriffen (“P2P nutzen auch Kinderpornoringe”). DieDoku ist dagegen für Einsteiger_innen geeignet, liefert schöne Bilder und deckt eine ganze Palette von Commons ab, geht allerdings auch nicht sehr tief. Schaut selbst:

Kategorien: Commons, Medientipp

27. Februar 2014, 06:06 Uhr   1 Kommentar

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Wachstum durch Teilen?

Wirtschaft muss wachsen. Und wenn die Wirtschaft zur Shareconomy wird, dann muss auch die wachsen. So klingt das bei der Ankündigung der Sendung “Wem gehört die Welt? Wachstum durch Teilen”, die am Dienstag, den 18. Februar um 22:25 Uhr auf 3sat gezeigt wird.

Am Donnerstag, den 20. Februar um 20:15 Uhr geht’s weiter in der Reihe “Wissenschaft am Donnerstag” mit der Sendung “Mein Auto, kein Auto”, in der der Individualverkehr in Frage gestellt wird, und um 21.00 Uhr diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen über das Thema “Gemeingüter” (dann hoffentlich auch im Archiv zu finden). Dann mal sehn :-)

Weitere Infos findet ihr auf dem CommonsBlog.

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13. Februar 2014, 12:17 Uhr   1 Kommentar

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Bitcoins – Währung mit Zukunft?

[Repost von Radio-Z, Lizenz CC-by-nc-sa]

Sind Alternativwährungen wie der Bitcoin die Währung der Zukunft. Können  Zahlungsmittel stabil bleiben, die nur aus dem Glauben derer leben, die sie verwenden? Oder zeigt uns das neue Phänomen von Kunstwährungen wie Bitcoin, Litecoin und Ven nur, wie fragwürdig auch unser “richtiges” staatlich kontrolliertes Geld ist?

Diesen Fragen gehen im Beitrag Michael Liebler und seine Gesprächspartner, der Wertkritiker Ernst Lohoff und der Bitcoin-Pionier Björn Gießler, nach. Noch zu Anfang des Jahres kannte ihn kaum jemand: den Bitcoin, eine digitale Kunstwährung, mit der man sicher und anonym via Internet bezahlen kann. Doch dann setzte ein regelrechter Boom ein. Der Kurs stieg und stieg.

Bitcoins werden nicht von einer zentralen Stelle ausgegeben und reguliert. Sie werden von einem Computernetzwerk in einem komplizierten Verfahren erschaffen. Die Energiemenge, die dabei verbraucht wird, hatte vor 2 Jahren noch die Größenordnung des Energieverbrauchs einer Stadt. Die Frage nach der ökologischen Vertretbarkeit ist eine der Fragen, denen der folgende Beitrag nachgeht (16:38 Min).

Kategorien: Medientipp, Reichtum & Knappheit

28. Januar 2014, 06:38 Uhr   6 Kommentare

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Saftige Allmende

oya 24-2014[Artikel aus Oya 24/2014, Lizenz CC by-sa]

Aus möglichst ökologischen Materialien kluge Werkzeuge entwickeln, die andere nachbauen können: Die Saftstraße aus dem Dorf Gatschow ist nach dem Allmende-Prinzip entstanden.

von Lara Mallien

Seit fünf Jahren lädt das Landkombinat Gatschow, eine kleine Gemeinschaft in Vorpommern, jeden Herbst zu »Safttagen« ein. Ihre selbstgebaute Presse hat inzwischen Schule gemacht.

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Kategorien: Commons, Freie Hardware, Medientipp

25. Januar 2014, 06:24 Uhr   1 Kommentar