Kategorie: Lernen
Kunst und Keimform
Das folgende Gespräch führten Nonni und ich mit Archi Kuhnke am 23. April 2010 im Christophorus-Hospiz in Berlin-Havelhöhe. Archi verbringt dort die letzten Wochen seines Lebens. Er wird am Krebs sterben, den er gewähren lässt, da Eingriffe nur Qual, aber keine Rettung versprechen. Mitte März lud Archi Freundinnen und Freunde und Weggefährten zu einem Abschiedstreffen ein. Erasmus Schöfer hat über dieses Treffen in der »jungen Welt« geschrieben: »Archie verlässt die Welt«.
Die folgende Transkription wurde von Archi durchgesehen und korrigiert. Das Gespräch kann bei archive.org angehört oder heruntergeladen werden. Die Fotos stammen von Peter Bach und lassen sich per Klick vergrößern.
[Update] Ein weiteres Gespräch mit Archi auf kanalB
Kategorien: Lernen, Praxis-Reflexionen
25. Mai 2010, 07:59 Uhr 5 Kommentare
Oya: Wovon wir alle leben
Der Gemeingüter-Virus greift weiter um sich. Die neue Zeitschrift Oya widmet sich in ihrer ersten Ausgabe dem Thema „Allmende, Gemeingüter, Commons – Wovon wir alle leben“. Das auch grafisch sehr ansprechend gestaltete Magazin hat dabei ein umfangreiches und tiefschürfendes Programm zusammengestellt.
Die unermüdliche Silke Helfrich führt in den Schwerpunkt ein und erklärt „Was Gemeingüter sind und wie wir mit ihnen umgehen müssen“ (S. 10ff). Daran anknüpfend stellt der Kassel Wirtschaftswissenschaftler Achim Lerch Elinor Ostroms wesentliche Erkenntnisse vor, die ihr den Wirtschaftsnobelpreis eingebracht haben (S. 22f).
Kategorien: Commons, Lernen, Medientipp
5. März 2010, 21:04 Uhr 29 Kommentare
Keimformhafte Perspektiven für Studentenproteste gesucht
In Österreich spielt sich derzeit eine im Umfang und in der Ausdrucksform ungewöhnliche Studentenbewegung ab. Seit einer Woche halten Studenten der Universität Wien den Vorlesungsbetrieb blockiert und ihre Aktionen breiten sich wie ein Lauffeuer durch ganz Österreich aus. Das ganze noch mit der witzigen Pointe versehen, dass der Wissenschaftsminister just in diesem Moment einen Abgang als EU-Komissar nach Brüssel macht.
Hier sind die neuesten Entwicklungen nachzuverfolgen, es gibt auch eine U-Stream Lifeberichterstattung aus dem besetzten audimax: http://unibrennt.at/

Studenten im besetzten Audimax der Uni Wien
Kategorien: Lernen, Praxis-Reflexionen, Soziale Netzwerke
29. Oktober 2009, 12:32 Uhr 13 Kommentare
Peer-Ökonomie – das Ende von Selektion und Normierung?
Wir leben in einer hochgradig selektiven Gesellschaft. In Schule und Universität, bei Wettbewerben in Kunst, Literatur und Musik, bei der Einwanderung, im Sport, bei Zeitschriften und Kongressen, bei Projektförderungen und in sozialen Netzwerken: Allenthalben wird (aus)sortiert, was das Zeug hält.
Oft werden vor das Erreichen attraktiver Ziele mehrere Auswahlstufen gesetzt. Vollständigen Artikel lesen »
Kategorien: Arbeit & Freiheit, Lernen, Theorie
8. August 2009, 08:00 Uhr 18 Kommentare
Offene Lernplattformen sind nicht immer offen

In einer von ccLearn, einer Abteilung von Creative Commons (CC), durchgeführten Studie (vgl. auch die grafisch aufbereitete Zusammenfassung als PDF) wurden einige Hundert Bildungsprojekte und -organisationen untersucht, inwiefern die angebotenen Lern-Materialien frei nutzbar sind und unter einer entsprechenden Lizenz stehen. Das Ergebnis (siehe Abb. oben) ist ernüchternd.
Kategorien: Freie Inhalte, Lernen
1. August 2009, 07:31 Uhr 1 Kommentar
Wer lebt mit wem?
So ist der Titel eines einwöchigen Sommercamps auf Burg Luther. Aus der Ankündigung:
Wer lebt mit wem? Warum? Und wie? Diesen Fragen wollen wir mit euch zusammen auf einem Camp zum Thema Kind und politische Perspektiven im Sommer ’09 nachgehen. Wir wünschen uns spannende Diskussionen, Analysen, Thesen, Austausch über Theorie und Praxis und eine Menge Kontakte.
Uns ist es wichtig, das Thema „Leben mit Kind(ern)“ explizit aus dem privaten Raum auf die politische Bühne zu holen. Sowohl dem Vorurteil, Menschen mit Kindern würden „unpolitisch“ und wollten sich ins private „Glück“ zurückziehen, als auch dem Gefühl von Menschen mit Kindern, aus der Szene herausgedrängt zu werden, soll begegnet werden: Warum läuft es so, wie es läuft, und wie können wir die Situation verbessern? Unter anderem, weil wir hierüber eine konstruktive Diskussion beginnen wollen, möchten wir betonen, wie wichtig wir es finden, dass Menschen ohne Kinder ihre Perspektive einbringen.
Und dort gibt es auch eine Liste von Themen:
Themen, an denen wir besonderes Interesse haben, sind: (un-)doing gender, (Anti-)Pädagogik, wie kann nicht rassistische Erziehung aussehen, Heteronormativität, unterschiedlichste/queere Familien- und Lebensmodelle, das Verhältnis von Szene und Kind, politisch aktiv sein mit Kind, Erfahrungsaustausch…
So wie es zur Zeit aussieht, werde ich ab dem zweiten Tag da sein und würde mich freuen euch dort zu treffen.
Kategorien: Gender, Lernen, Termine
14. Juni 2009, 20:16 Uhr 3 Kommentare
Scrum — Software-Toyotismus?
Das, was wir in der Freien Software und anderswo im Freien Feld beobachten können, gibt es tendenziell auch in der proprietären Produktion. Sonst wäre es auch keine Keimform — die historische Tendenz zeigt sich überall. In der proprietären Produktion sind allerdings die Widersprüche anders gelagert. Während im Freien Feld die Frage vordringlich ist, wo die Leute Knete fürs Leben her bekommen können, um all die netten Sachen zu tun, die sie tun, ist im proprietären Feld diese Frage »geklärt«: Die Kohle ist da, gearbeitet werden muss. Entfremdung nennt man das. Aber auch unter entfremdeten Bedingungen können manchmal sinnvolle Dinge geschehen.
Kategorien: Lernen, Praxis-Reflexionen
1. Juni 2009, 07:52 Uhr 33 Kommentare
Besuch bei TSoLife im Büro der Projektagentur Brückenschläger
Im Rahmen der des Programms “Jugend in Aktion” wird die Jugendinitiative “Lernen Leben” für den Aufbau eines Projekt- und Infobüros gefördert, um auf lokaler Ebene Lernnetzwerke und Werbung für selbstbestimmtes Lernen auf den Weg zu bringen und auf globaler Ebene eine Lernvernetzungs-Website als interaktive Kommunikationsplattform zu gestalten. Dort soll langfristig ein Archiv der Travelling School of Life (TSoLife) sowie ein Informationspunkt rund um das selbstorganisierte Lernen entstehen. Über tsolife haben wir früher kurz berichtet.
Adelheid Scholten arbeitet für “Jugend für Europa” und ist für das Monitoring dieses Projekts zuständig. 10% der geförderten Projekte werden “gemonitored”. Sie konnte nicht sagen, nach welchen Kriterien die so auszuwertenden Projekte ausgesucht werden. Im Rahmen dieses “monitoring” werden die Projekte regelmäßig besucht und befragt. Dadurch soll auch ein Austausch von Rückmeldungen in das Programm “Jugend in Aktion” ermöglicht werden, was erst einmal bis 2013 läuft.
Dieses Treffen richtete sich also an die Geförderten. Sabine von Tsolife versteht tsolife jedoch als offenes Netzwerk und hat deshalb offen eingeladen.
Wir trafen uns im offenen Büro der Projektagentur Brückenschläger, Tsolife ist Teil dieser Bürogemeinschaft.
Kategorien: Freie Software, Lernen, Soziale Netzwerke
9. Dezember 2008, 16:09 Uhr Kommentieren
Einige Thesen zur P2P-Gesellschaft
Weil Benni jetzt begonnen hat, auf Marcin Jakubowskis Arbeit hinzuweisen, der tatsächlich ein volles technologisches Programm für die Entwicklung einer P2P-Produktion auf materiellem Gebiet erstellt hat und auch in die Tat umsetzt, veröffentliche ich einige ins Unreine gedachte Gedanken, die anlässlich eines Briefwechsels mit Stefan Merten entstanden sind. Dies auch, weil meine relativ liberale Einstellung zu verschiedenen Dimensionen des “Herausarbeitens” aus der bürgerlichen Gesellschaft zu dem Missverständnis geführt hat, ich meinte mit etwas Lokalwährung und Sozialem Unternehmertum wäre alles in Butter (siehe Bergmann-Kritik). Es geht mir im wesentlichen um die Frage, was sind die Kernstrukturen und “Konstruktionsprinzipien” einer anderen Gesellschaft, wie wir sie von den Mustern der freien Softwareentwicklung her denken können.
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Kategorien: Freie Software, Lernen, Praxis-Reflexionen, Theorie
26. Oktober 2008, 00:35 Uhr 19 Kommentare
Community Building in Zeiten der galoppierenden Krise
Stefan hat mich gerade dankenswerterweise durch sein letztes Posting wieder auf eine ältere Diskussion gestoßen. Ich hab dadurch meine alten Hoffnungen wieder entdeckt, die ich eigentlich mit Hiddinghausen verbunden hatte. Diese Diskussion wollte ich da eigentlich weiter führen aber dazu kam es dort nicht so recht. Ich glaube auch, dass das kein Zufall ist. Dort kamen Leute aus ganz Deutschland für ein Wochenende zusammen. Es war schon vorher klar, dass man hinterher im Alltag nicht viel miteinander zu tun haben wird. Deswegen ist es kein Wunder, dass die Schwerpunkte da andere waren. Ich möchte jetzt einen anderen Versuch starten. Worum geht es?
In einem Satz: Aufbau einer lokalen “resilient community” zur Produktion des Lebens durch “commons based Peer Production” in einem “Saturday House”.
Ok, jetzt seid ihr nicht viel schlauer als zuvor. Hier also ein paar Erklärungen:
Kategorien: Arbeit & Freiheit, Commons, Lernen, Soziale Netzwerke
8. Oktober 2008, 13:24 Uhr 13 Kommentare

