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	<title>keimform.de &#187; Freie Inhalte</title>
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	<description>Auf der Suche nach dem Neuen im Alten</description>
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		<title>Open Source Culture Perspectives</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 05:39:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[A talk from Michel Bauwens at Open Source Conference + Hacklab »Move Fast and Break Things« on the 22th September 2011 at IT-University in Copenhagen. He explains the principles of the developing Peer and Sharing Economy and its potentials to deal with emerging crises.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>A talk from Michel Bauwens at Open Source Conference + Hacklab »Move Fast and Break Things« on the 22th September 2011 at IT-University in Copenhagen. He explains the principles of the developing Peer and Sharing Economy and its potentials to deal with emerging crises.</p>
<p><iframe title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="549" height="339" src="http://www.youtube.com/embed/WvcK_Obswdg" frameborder="0" allowFullScreen="true"> </iframe></p>
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		<title>OpenStreetMap – Eine virtuelle Welt gedeiht</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Apr 2012 05:25:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freie Inhalte]]></category>
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		<description><![CDATA[[Repost aus freiesMagazin 03/2012] von Matthias Meißer Mit „OpenStreetMap – GoogleMaps-Klon oder doch mehr?“ wurde bereits in der Ausgabe 11/2008 von freiesMagazin das OpenStreetMap-Projekt (OSM) vorgestellt, das nach dem Wiki-Prinzip eine ganze Weltkarte erstellt, die jedermann nutzen und verbessern darf. Doch drei Jahre sind eine lange Zeit, gerade für freie Projekte. Hier folgt nun das Update, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/03/osm-mapper.jpg"><img class="right" title="OSM-Mapper" src="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/03/osm-mapper-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" align="right" /></a>[Repost aus <a href="http://www.freiesmagazin.de/mobil/freiesMagazin-2012-03-bilder.html#12_03_osm">freiesMagazin 03/2012</a>]</p>
<p>von Matthias Meißer</p>
<p><em>Mit „OpenStreetMap – GoogleMaps-Klon oder doch mehr?“ wurde bereits in der <a href="http://www.freiesmagazin.de/freiesMagazin-2008-11">Ausgabe 11/2008</a> von</em> <strong><span style="color: #595959;">freies</span></strong><span style="color: #ff630a;">Magazin</span> <em>das <a href="http://www.openstreetmap.de/">OpenStreetMap</a>-Projekt (OSM) vorgestellt, das nach dem Wiki-Prinzip eine ganze Weltkarte erstellt, die jedermann nutzen und verbessern darf. Doch drei Jahre sind eine lange Zeit, gerade für freie Projekte. Hier folgt nun das Update, wie sich die Welt seither verändert hat.</em></p>
<p><em>Abb. rechts: Mit einfachem Equipment unterwegs für eine freie Weltkarte. <a href="http://wiki.openstreetmap.org/wiki/File:Mapper_at_a_track.jpg">© Sebastian Haag</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC-BY-2.0</a>) </em></p>
<h3>Qualität</h3>
<p>Wenn man heute die Qualität von OSM beurteilen will, lohnt sich meist eine differenzierte Betrachtung. In Städten steht die Karte den kommerziellen Angeboten in Bezug auf Anzahl der Objekte, deren Eigenschaften und der Vielfalt an Objektkategorien (von der Stadtautobahn bis zum Hydranten kann mittlerweile fast alles erfasst werden) in nichts nach und übertrifft diese teilweise sogar. Beispiele wie der damals genannte, detailliert erfasste Berliner Zoo sind mittlerweile nicht mehr die Ausnahme, sondern in den meisten Städten ebenso schön umgesetzt. Nicht selten sind es solche kleinen Details, die auch der Stolz der Community sind. Ähnlich verhält es sich mit den Hausnummern, bei denen einige Großstädte schon sehr weit gekommen sind und Googles einfache Adressen-Interpolation vergleichsweise bescheiden aussehen lassen. Als Beispiel kann man gerne einmal die Städte <a href="http://sautter.com/map/?zoom=12&amp;lat=53.5483&amp;lon=9.99423&amp;layers=B000000TFFFFFTFF">Hamburg</a> oder aber München vergleichen.</p>
<p>Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass der ländliche Raum aber immer noch erheblichen Nachholbedarf hat (ca. 70 % der Straßen sind erst komplett). Doch die Gemeinschaft ist dabei, aus den Ballungszentren heraus auch immer weiter in die Dörfer vorzudringen und dort mit Mapping-Partys (meist eintägige Ausflüge um Daten zu sammeln) Vorarbeit zu leisten und Anwohner für das Projekt zu begeistern. Mit Erfolg, denn in Deutschland scheinen nur noch 3 % des gesamten Straßennetzes zu fehlen und mit kleinen Wegen und spezialisierten Objektarten kann OSM viel besser glänzen als kommerzielle Anbieter.</p>
<h3>Datenerfassung</h3>
<p>Diese Art der Erfassung von Informationen vor Ort stellt auch heute noch einen wichtigen Teil der Arbeit der Mapper dar. Doch gibt es nun auch gut aufgelöste Luftbilder, die durch die Community genutzt werden können. So erlaubt Microsoft es, die Bilder des <a href="http://maps.bing.de/">Bing Maps Portals</a> zu nutzen und z. B. ist es auch erlaubt, die amtlichen Bilder von <a href="http://www.geoimage.at/">Geoimage Austria</a> einzubinden. Obwohl diese Technik eine sehr gute Möglichkeit darstellt, gerade großflächige Objekte wie Seen und Wälder abzuzeichnen sowie die bisher sehr problematischen Gebäude-Umrisse zu erfassen, muss ihr Einsatz immer auch kritisch hinterfragt werden. Denn nicht jede Schneise im Wald ist unbedingt ein Wanderweg (oft auch einfach nur ein Wechsel des Baumbestandes) und durch die verminderte Aktualität muss das Gesehene nicht mehr dem aktuellen Stand vor Ort entsprechen. Deshalb ist es gerade in Städten am sinnvollsten, sich die Karte einfach einmal <a href="http://www.walking-papers.org/">auszudrucken</a> und dort manuell das Gesehene zu ergänzen. Das Ganze geht aber natürlich auch durchgehend digital mit <a href="http://osmbugs.org/" class="broken_link">OpenStreetBugs</a> oder per E-Mail an eine der vielen <a href="http://openstreetmap.de/karte.html">lokalen Gruppen</a>. Mittlerweile gibt es schon so viele Leute, die mit Luftbildern umzugehen wissen, dass sich mit dem Humanitarian OpenStreetMap Team eine Gruppe innerhalb des Projektes herausgebildet hat, die sich um das Erstellen von Karten gerade in Krisengebieten kümmert. So können im Katastrophenfall schnell Versorgungswege für Hilfskräfte geplant und das Kartenmaterial durch Bodentruppen <a href="http://wiki.openstreetmap.org/wiki/HOT">aktualisiert</a> werden.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/04/osm-OpenStreetBugs.png"><img class=" wp-image-5683 aligncenter" title="OpenStreetBugs" src="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/04/osm-OpenStreetBugs.png" alt="" width="485" height="298" /></a></p>
<p><em>Fehler in der Karte gefunden? © OSM Contributors (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/">CC-BY-3.0</a>) </em></p>
<h3>Nutzung</h3>
<p>Hier hat sich wohl gerade durch die verbesserte Datengrundlage enorm viel getan. Dutzende Webkarten sind entstanden, die sich mit jeweils speziellen Stilen um ausgewählte Objekte und ihre Eigenschaften kümmern. So zeigt <a href="http://www.%c3%b6pnvkarte.de/" class="broken_link">ÖPNV-Karte</a> die Strecken des Nahverkehrs an, <a href="http://www.openseamap.org/">OpenSeaMap</a> präsentiert Bojen und andere maritime Aspekte und mit der <a href="http://www.hikebikemap.de/">Hike &amp; Bike Map</a> findet man sich auch in unwegsamen Gelände zurecht.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/04/osm-rostock-opencyclemap.png"><img class="aligncenter  wp-image-5686" title="Rostock OpenCycleMap" src="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/04/osm-rostock-opencyclemap.png" alt="" width="500" height="537" /></a></p>
<p><em>Verschiedene Sichten auf die Welt – OSM fürs Fahrrad. © OSM Contributors (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC-BY-2.0</a>) </em></p>
<p>Daneben gibt es zahlreiche Dienste, die die Daten nicht nur zur Darstellung nutzen, sondern auch weiter verwerten. Etwa <a href="http://nominatim.openstreetmap.org/">Nominatim</a>, das eine Suche nach Adressen ermöglicht, oder <a href="http://www.openrouteservice.org/">OpenRouteService</a>, der Navigation für verschiedenste Fortbewegungsmittel bietet. Viele weitere spannende Online-Karten listet darüber hinaus das <a href="http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Maps">OSM-Wiki</a> auf</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/04/osm-rostock-oepnvkarte.png"><img class="aligncenter  wp-image-5687" title="Rostock ÖPNV-Karte" src="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/04/osm-rostock-oepnvkarte.png" alt="" width="500" height="537" /></a></p>
<p><em>Verschiedene Sichten auf die Welt – OSM für den ÖPNV. © OSM Contributors (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC-BY-2.0</a>) </em></p>
<p>Den Lesern dieses Magazins werden die Parallelen von OSM und Wikipedia natürlich nicht entgangen sein. Seit mehr als einem Jahr herrscht daher auch eine rege Zusammenarbeit zwischen beiden Projekten. OpenStreetMap ist nun die Standardkarte von Wikipedia, die mit einem Klick auf die Geokoordinaten zu einem Artikel (rechts oben im Mediawiki) erscheint und von Wikipedia selbst auf eigenen Servern gerendert wird.</p>
<p>Doch natürlich lassen sich Karten gerade unterwegs erst sinnvoll einsetzen. Mit OSM gib es dort die Möglichkeit, diese kostenlos und besonders platzsparend als Vektorkarten zu nutzen, welche sich sogar dynamisch je nach Szenario darstellen lassen. Seit jeher sind dort Outdoor-GPS-Geräte sehr beliebt, die die eigene Position und die vorgeschlagene Route auf der Karte anzeigen, sowie interessante Orte (POIs) auch unterwegs finden können. Lange Zeit konnten nur die Geräte der Marke Garmin mit OSM-Karten betankt werden, doch mittlerweile geht dies auch für Magellan und einige andere Hersteller. Medion hat mit dem GoPal S3875 ein GPS für den deutschen Massenmarkt entwickelt, dass sogar ab Werk mit <a href="http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Software/PNA">Karten des freien Portals</a> ausgestattet ist. Diese kompakten und wasserdichten Geräte sind heutigen Smartphones immer noch eine Nasenlänge voraus, jedenfalls wenn es nicht um die typischen kurzen Touren durch den Großstadtdschungel geht.</p>
<p>Für die mittlerweile alltäglichen digitalen Helfer gibt es aber auch schon sehr viele (leider meist proprietäre) Apps, die das Kartenmaterial nutzen. OSM stellt derzeit wohl die einzige Möglichkeit dar, Geodaten offline verfügbar zu haben, ohne an die restriktiven Lizenzen der großen Datenanbieter wie Navteq oder Teleatlas gebunden zu sein. Bekannte Alternativen für die Nutzung von OSM sind <a href="http://www.skobbler.us/">Skobbler</a>, <a href="http://www.footmap.de/">Footmap</a> und <a href="http://www.navmii.com/navfree/">NavFree</a>. Erfreulicherweise gibt es aber auch offene Navigationslösungen, die häufig sogar auf einer Vielzahl von Plattformen verfügbar sind, wie etwa <a href="http://www.navit-project.org/">NAVIT</a> oder <a href="http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Gosmore">Gosmore</a>. Leider ist hier jedoch die Usability noch nicht ganz so ausgereift, sodass man dabei noch nicht von Out-of-the-box-Lösungen, wohl aber von hochgradig anpassbaren Programmen sprechen kann, die mit ein wenig Einarbeitung schon erstaunlich zuverlässig ihren Dienst verrichten. Die vergangenen Jahre zeigten auch, zu was für einer überraschenden Vielfalt von Anwendungen freie Daten führen können und wie sehr sie Innovation und Spieltrieb fördern. So gibt es mit <a href="http://eworld.sourceforge.net/">eWorld</a> einen einfach zu bedienenden Verkehrssimulator sowie Export-Werkzeuge wie <a href="http://osm2xp.com/">Osm2xp</a>, die die Szenerien von Flugsimulatoren wie X-Plane zu erweitern vermögen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/04/osm2xp-Flugsimulator.jpg"><img class="aligncenter  wp-image-5688" title="osm2xp-Flugsimulator" src="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/04/osm2xp-Flugsimulator.jpg" alt="" width="544" height="222" /></a></p>
<p><em>Der Flugsimulator X-Plane nutzt OSM um Gebäude zu visualisieren. © Osm2xp (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC-BY-2.0</a>) </em></p>
<p>Es gibt auch Ansätze, die Datenbestände für semantisches Web und Suchmaschinen zu erschließen oder auch größere, dreidimensionale Stadtmodelle <a href="http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Simulators">generieren</a> <a href="http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Research">zu können</a>. Das Ganze ist natürlich bei weitem nicht nur auf die digitalen Ergebnisse beschränkt. So wird OSM auch zur Erstellung von gedruckten <a href="http://www.maposmatic.org/">Stadtplänen</a>oder zur Illustration von Reisebänden genutzt.</p>
<h3>Technik</h3>
<p>Möchte man selbst bei OSM aktiv werden, sollte man sich als Erstes ein Konto beim Projekt anlegen und ggf. den in Java entwickelten <a href="http://josm.openstreetmap.de/wiki/De:WikiStart">Editor JOSM installieren</a> (oder den in die Webseite integrierten Flash Editor Potlatch2 nutzen).</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/04/osm-potlatch-editor.png"><img class="aligncenter  wp-image-5691" title="osm-potlatch-editor" src="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/04/osm-potlatch-editor.png" alt="" width="526" height="349" /></a></p>
<p><em>Einfach anmelden und mit dem Potlatch-Editor loslegen.</em></p>
<p>Nach dem Laden der bestehenden Daten kann man mit den <a href="http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Editors">Editoren</a> beginnen, Objekte einzutragen. Im einfachsten Fall sind das nur einzelne Punkte („Nodes“), an denen die passenden <a href="http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Map_Features">Eigenschaften</a> gesetzt werden („Tags“). So wird aus ein und demselben Node durch <strong><tt>amenity=restaurant</tt></strong> ein Restaurant oder mit <strong><tt>highway=traffic_light</tt></strong> eine Ampel.</p>
<p>Natürlich gibt es aber auch Linienobjekte (Ways), die ebenso mittels Tags als Straßen oder Flüsse gekennzeichnet werden. Geschlossene Wege mit <strong><tt>building=yes</tt></strong> stellen dabei Gebäude dar und Plätze werden z. B. mit geschlossenen Wegen mit <strong><tt>highway=pedestrian</tt></strong> und <strong><tt>area=yes</tt></strong> <a href="http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Data_Primitives">erfasst</a>.</p>
<p>Diese grundlegenden technischen Konzepte von OpenStreetMap sind natürlich gleich geblieben, einige kleinere Ergänzungen kamen jedoch mit der aktuellen API 0.6, über die auf die zentrale Datenbank zugegriffen werden kann.</p>
<p>So werden Änderungen nun nicht nur zu sogenannten Changesets zusammengefasst, sondern es gibt mit Relationen sogar einen neuen Objekttyp. Sie stellen die derzeitige Lösung für Probleme wie Gruppierungen von Linien in Nahverkehrsnetzen und Flächen als Multipolygone dar, also überall wo ein Objekt nicht nur einmalig einem anderen zugeordnet werden soll. Aber grau ist alle Theorie, man sollte wirklich mutig einfach mal mit ein paar Änderungen beginnen, um zu sehen, wie alles in einander greift, und sich nicht von den <a href="http://wiki.openstreetmap.org/wiki/DE:Beginners_Guide">Begriffen</a> abschrecken lassen.</p>
<p>Der Austausch von Objekten erfolgt mit einem sehr einfachen XML-Schema, das nacheinander Abschnitte mit den Nodes, Ways und Relationen eines bestimmten Bereichs enthält. Die gesamte Erde umfasst als komprimierte XML-Datei zurzeit 19 GB, was ein kleiner Hinweis darauf ist, wie komplex weltweite Berechnungen werden können. Denn neben dem Speicherplatz werden auch intelligente Datenstrukturen benötigt, so dass man etwa in einer Datenbank wie <a href="http://wiki.openstreetmap.org/wiki/PostGIS">PostGIS</a> schnell herausfinden kann, welche Objekte sich an einer bestimmten Position befinden.</p>
<p>Dennoch benötigt die performante Verarbeitung der Geodaten extrem viele Ressourcen. So sind Rechner mit über 30 GB RAM keine Seltenheit bei den zentralen <a href="http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Servers">Servern</a>. Damit gerade der sehr aufwendige Import des kompletten <a href="http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Planet.osm">Datenbestandes</a> nicht dauernd neu durchgeführt werden muss, gibt es mit OSM Diff XML ein abgeleitetes Dateiformat, mit dem man Änderungen übertragen kann und so die eigene lokale DB auf dem aktuellen Stand bleibt. Daran können sich nun weitere Programme ankoppeln, sodass Karten gezeichnet (Mapnik, Osmarender), Routen berechnet (OSRM) oder eigene Analysen durchgeführt werden können.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/04/osm-heatmap.png"><img class="aligncenter  wp-image-5694" title="OSM-Heatmap" src="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/04/osm-heatmap.png" alt="" width="544" height="335" /></a></p>
<p><em>Überall gibt es Flecken, wo Mapper fleißig die Welt erfassen. <a href="http://wiki.openstreetmap.org/wiki/File:Osm-heatmap-2011-04-29.png">© Indigomc</a> (<a href="http://www.freiesmagazin.de/mobil/freiesMagazin-2012-03-bilder.html#12_03_osm">Public Domain</a>) </em></p>
<h3>Community</h3>
<p>All diese Veränderungen entstehen natürlich nur durch eine massiv angewachsene Community. So gibt es mittlerweile über 500.000 registrierte Mitglieder, von denen etwa 16.000 Nutzer monatlich zu OSM beitragen. Dadurch bildeten sich in größeren Städten sehr viele Stammtische, wo die einzelnen Mapper sich über Neuigkeiten austauschen oder gemeinsame Aktionen planen.</p>
<p>Nach wie vor hapert es (wie bei den meisten freien Projekten) jedoch in Sachen überregionaler Kommunikation, auch wenn sich dort einige Lichtblicke abzeichnen. So gibt es schon über ein Jahr den <a href="http://blog.openstreetmap.de/">OSMBlog</a>, welcher in der regelmäßig erscheinenden Wochennotiz die Ereignisse im Projekt von verschiedenen <a href="http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Contact">Kommunikationskanälen</a> (Mailinglisten, regionale Mailinglisten, Foren, IRC, Diaries, Blogs, Twitter etc.) sammelt und prägnant zusammenfasst. Denn gerade Leute, die neu zu OpenStreetMap stoßen, haben immer noch oft das Problem, sich in den verschiedenen Kommunikationskanälen zurecht zu finden und eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung zu bekommen. Diese gab es bisher bereits im Wiki und mit einigen <a href="http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Video_tutorials">Video-Tutorials</a>, diese sind aber leider teilweise auch schon wieder veraltet. In diese Bresche springen <a href="http://www.learnosm.org/">LearnOSM</a> sowie einige <a href="http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Books">Bücher</a>, die die Arbeit in und mit dem Projekt thematisieren.</p>
<p>Da für die immer weiter wachsende Nutzung der Karte auch entsprechende Ressourcen angeschafft und Spenden verwaltet werden müssen, gibt es mit der <a href="http://www.osmfoundation.org/">OpenStreetMap Foundation</a> nun schon seit längerem auch eine Vereinigung, die als juristischer Ansprechpartner fungieren kann. Im deutschsprachigem Raum ist dies übrigens der <a href="http://www.fossgis.de/">FOSSGIS e.V.</a>, der unter anderem auch einige Entwicklungsserver betreibt, damit nicht jeder, der gewillt ist eine OSM-Karte zu bauen, eigene leistungsfähige Hardware braucht, und so auch europaweite Karten anbieten kann.</p>
<p>Ein ganz wichtiges Vorhaben der Mapper ist übrigens die Umstellung der Lizenz von der jetzigen CC-BY-SA zu der neuen Open Database License (<a href="http://wiki.openstreetmap.org/wiki/DE:ODbL/Wir_wechseln_die_Lizenz">ODbL</a>). Naturgemäß führte diese Maßnahme zu einiger Unruhe innerhalb des Projektes, geht es doch um nichts weniger als um die Nutzbarkeit der mühevoll zusammengetragenen eigenen Daten. Inhaltlich ändern sich nur wenige Aspekte, denn es bleibt bei dem Copyleft-Gedanken, sodass man bei einer Vermischung von Daten auch die Endprodukte unter diese Lizenz stellen muss. Ein weiterer Grund ist sicherlich, dass die neue Lizenz sich erst etablieren muss, sind die Creative-Commons-Lizenzen doch schon durch diverse andere Projekten recht bekannt. Sie bürgen somit für eine gewisse Verlässlichkeit, aber leider greifen Sie bei Datenbanken gerade im amerikanischen Raum nicht zwangsläufig. Neulinge akzeptieren übrigens von vornherein die neue Lizenz. Bei den anderen Mitgliedern wird jedoch explizit um eine Zustimmung nachgefragt, weshalb einige Daten auch nach der Umstellung eventuell verloren gehen werden und neu erfasst werden müssen.</p>
<h3>Ausblick</h3>
<p>OpenStreetMap hat bisher bereits Erstaunliches geleistet und es ist kaum zu glauben, dass sich an den Stellen, wo heute Städte mit Gebäuden und Restaurants zu sehen sind, früher nur digitale Wüste befand. Dies überzeugt langsam aber sicher auch diejenigen aus dem professionellen Umfeld, die dem Projekt keinen Erfolg prophezeiten, da es zu unorganisiert sei und so gar nicht mit den üblichen akkuraten Messmethoden in der Geodäsie vereinbar schien. So nutzen bereits zahlreiche offizielle <a href="http://wiki.openstreetmap.org/wiki/DE:OSM_Internet_Links">Webseiten</a> die Karte und allmählich sehen sich auch die bisherigen Navi-Hersteller mit dem Problem konfrontiert, dass Kartenupdates von bis zu hundert Euro schwerlich zu rechtfertigen sind, wenn es parallel dazu ein Projekt gibt, das die neuesten Fahrwege sehr viel schneller als bisherige Datenlieferanten und dazu noch kostenlos bereitstellen. Ein wichtiger Achtungserfolg ist die freie Veröffentlichung der Daten der englischen Vermessungsbehörden (<a href="http://www.ordnancesurvey.co.uk/oswebsite/">Ordnance Survey</a>) in letztem Jahr. Das zeigt, dass Open Data bereits in aller Munde ist und wie sehr die Möglichkeit genutzt wird, neue Ideen damit auszuprobieren.</p>
<p>Keinesfalls soll aber der Eindruck erweckt werden, dass OSM völlig ohne Makel ist. Die Qualität der Daten ist nicht überall bereits so gut wie in Deutschland oder England und auch dort sind ländliche Gebiete oder die Erfassung der zugelassenen Geschwindigkeiten noch immer ausbaufähig. Jedoch sind dies Aufgaben, die sicherlich binnen der nächsten zwei Jahren gelöst werden können, wenn noch mehr Menschen die Karte nutzen und Gefallen daran finden, ihre eigene Nachbarschaft darin dazustellen. Vielleicht wird es für Orte und Institutionen dann immer wichtiger geworden sein, auf der freien Weltkarte zu erscheinen, ähnlich vielleicht wie bei Google Maps heute schon. Daher auch ein kleiner Aufruf an den geneigten Leser, der ja auch mal persönlich bei OSMBugs vorbeischauen und melden kann, was in der Heimatstadt noch fehlt. Und wer basteln mag, der ist herzlich dazu eingeladen, kreative Anwendungen auf Grundlage von OpenStreetMap umzusetzen. Die Unterstützung der Community ist einem gewiss!</p>
<h3>Literatur</h3>
<ul>
<li>Pascal Neis, Dennis Zielstra, Alexander Zipf: „The Street Network Evolution of Crowdsourced Maps: OpenStreetMap in Germany 2007-2011“, Future Internet 2012 <a href="http://www.mdpi.com/1999-5903/4/1/1/">[URL]</a></li>
<li>Ina Ludwig: „Abbildung von Straßendaten für Qualitätsuntersuchungen – Ein Vergleich von OpenStreetMap mit Navteq“, 2010 Universität Bonn <a href="http://publica.fraunhofer.de/starweb/servlet.starweb?path=urn.web&amp;search=urn:nbn:de:0011-n-1174865">[URL]</a></li>
<li>Jochen Topf, Frederik Ramm: „OpenStreetMap – Die freie Weltkarte nutzen und mitgestalten“, Lehmanns Media 2011, ISBN 978-3865413758 <a href="http://www.lehmanns.de/shop/naturwissenschaften/12274969-9783865413758-openstreetmap">[URL]</a></li>
</ul>
<h3>Autor</h3>
<p><a href="http://www.openstreetmap.org/user/%21i%21">Matthias Meißer</a> ist Student an der Universität Rostock, wo er bei einer Projektarbeit auf OpenStreetMap stieß. Zusammen mit vielen anderen hat er nicht nur die Hansestadt auf die Karte gebracht, sondern kümmert sich insbesondere um die Kommunikation in Mecklenburg-Vorpommern innerhalb des Projektes und nach außen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Silke Helfrich: Vortrag zur Einführung in die Commons</title>
		<link>http://keimform.de/2012/silke-helfrich-vortrag-zur-einfuehrung-in-die-commons/</link>
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		<pubDate>Sat, 24 Mar 2012 06:15:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Freie Inhalte]]></category>
		<category><![CDATA[Medientipp]]></category>
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		<category><![CDATA[solidarische ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[tim berners-lee]]></category>
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		<description><![CDATA[Silke Helfrich, profilierteste Gemeingüter-Autorin im deutschsprachigen Raum, hat beim beim Forum Solidarische Ökonomie (2.-4.3.2012 in Kassel) eine sehr schöne Einführung in das Commons-Thema gegeben. Die folgende Aufzeichung des Vortrags und der Diskussion hat drei Teile. Teil 1: =&#62; Teil 2 (Vortrag und Diskussion) =&#62; Teil 3 (Diskussion) Einige klitzekleine Anmerkungen (liebe Silke): Tim Berners-Lee als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Silke Helfrich, profilierteste Gemeingüter-Autorin im deutschsprachigen Raum, hat beim beim Forum Solidarische Ökonomie (2.-4.3.2012 in Kassel) eine sehr schöne Einführung in das Commons-Thema gegeben. Die folgende Aufzeichung des Vortrags und der Diskussion hat drei Teile. Teil 1:</p>
<p><iframe title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="549" height="339" src="http://www.youtube.com/embed/waMskSGl_t8" frameborder="0" allowFullScreen="true"> </iframe></p>
<p>=&gt; <a href="http://www.youtube.com/watch?v=7feAALOB1CQ">Teil 2 (Vortrag und Diskussion)</a></p>
<p>=&gt; <a href="http://www.youtube.com/watch?v=LPXfD3ylwn0">Teil 3 (Diskussion)</a></p>
<p>Einige klitzekleine Anmerkungen (liebe Silke):</p>
<ul>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tim_Berners-Lee">Tim Berners-Lee</a> als »Erfinder des Internet« zu bezeichnen, ist sehr großzügig. Es stimmt insofern, als das für viele gilt Internet=WWW, denn Tim Berners-Lee ist Erfinder der WWW-Sprache <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/HTML">HTML</a> (1992) und des Übertragungsprotokolls <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/HTTP">HTTP</a> (1991). Tatsächlich ist das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Internet">Internet</a> aber wesentlich älter (1969) und umfasst wesentlich mehr Dienste.</li>
<li>Freie Software ist nicht identisch Copyleft, sondern es gibt auch nicht wenige Freie Software-Lizenzen, die nicht das Copyleft-Prinzip (Weiterverbreitung unter gleichen Bedingungen) enthalten. Auch das GNU-Projekt weist darauf <a href="http://www.gnu.org/philosophy/free-sw">explizit</a> in seiner Definition von Freier Software hin.</li>
<li>Nicht nur die Piraten und die Grünen oder die SPD, sondern tatsächlich auch die Partei Die Linke (PDL) interessiert sich für die Commons. Sicherlich ist es nicht »die Partei« als ganze, sondern einzelne Gliederungen, aber das gilt wohl für alle Parteien. Hier auf keimform.de finden sich viele <a href="http://keimform.de/tag/die-linke/">Dokumente</a> dazu. Ich stimme allerdings Silkes Bewertung zu, dass sich die PDL wegen ihrer staatszentrierten Politikkonzeption besonders schwer tut, den Blick zu weiten.</li>
</ul>
<p>Das soll jetzt keine übertriebene Krittelei sein, denn ich kenne die Situation in Vorträgen, in denen auch ich zu Abkürzungen greife, wenn es um komplizierte Zusammenhänge geht &#8212; vor allem, wenn die Abkürzung gar nicht das Hauptthema ist (wie auch hier). Es sind eher ein paar zusätzliche Hinweise für Leute, sie sich die Videos anschauen.</p>
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		<title>Die soziale Steuerung von Open Source (Teil 7)</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Mar 2012 05:59:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[[Fortsetzung des Interviews mit George Dafermos: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6] Neal Gorenflo: Auf welche Initiativen oder Veranstaltungen würdest du verweisen, um zu veranschaulichen, wie die soziale Produktion von Software die allgemeine Kultur beeinflusst? Das ist ein Thema, was David Bollier in Viral Spiral untersucht hat, aber mich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="right" style="margin-left: 8px;" title="George Dafermos" src="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/03/george-dafermos.jpg" alt="" width="128" height="128" align="right" />[Fortsetzung des Interviews mit George Dafermos: <a href="../2012/2012/2012/2012/2012/die-soziale-steuerung-von-open-source-teil-1/">Teil 1</a>, <a href="../2012/2012/2012/2012/die-soziale-steuerung-von-open-source-teil-2/">Teil 2</a>, <a href="../2012/2012/2012/die-soziale-steuerung-von-open-source-teil-3/">Teil 3</a>, <a href="../2012/2012/die-soziale-steuerung-von-open-source-teil-4/">Teil 4</a>, <a href="../2012/die-soziale-steuerung-von-open-source-teil-5/">Teil 5</a>, <a href="http://keimform.de/2012/die-soziale-steuerung-von-open-source-teil-6/">Teil 6</a>]</p>
<p><em>Neal Gorenflo: Auf welche Initiativen oder Veranstaltungen würdest du verweisen, um zu veranschaulichen, wie die soziale Produktion von Software die allgemeine Kultur beeinflusst? Das ist ein Thema, was David Bollier in <a href="http://www.viralspiral.cc/">Viral Spiral</a> untersucht hat, aber mich interessiert, welche direkten Verbindungen du zwischen diesen Communities und anderen Lebensbereichen siehst.</em></p>
<p>Der Einfluss der peerproduzierten Software ist so weitreichend, dass es nahezu unmöglich ist, ihre breite kulturelle Wirkung nicht zu bemerken. Peerproduzierte Software war die wesentliche Inspirationsquelle, die Jakubowskis vorher erwähntes globales Dorf geprägt hat. Sie war ein Einfluss für das weltweite Netzwerk der unabhängigen Medienzentren Indymedia, die 1999 mit dem Ziel ins Leben gerufen wurden, die Aktionen der Antiglobalisierungsbewegung zu koordinieren. Peerproduzierte Software hat – über Weblogs – das Feld des Journalismus revolutioniert. Sie hat Gemeinschaftsanstrengungen wie das Humangenomprojekt inspiriert, die die Vorgehensweise der pharmazeutischen Industrie neu erfinden. Sie hat den Open-Source-Ansatz bei der Entwicklung stofflicher Produkte angeregt, auch bekannt als Open Design. Sie hat eine ständig steigende Anzahl von Firmen veranlasst, mit Modellen von „Open Innovation“ und „Nutzer_innen-Innovation“ zu experimentieren und dadurch die Teilhabe der Endnutzer_innen im Entwicklungsprozess vorangetrieben.</p>
<p>Und es gibt noch mehr, viel mehr. Die gegenwärtig populärste Enzyklopädie ist die Wikipedia, die von Nutzer_innen geschaffene Enzyklopädie im Internet. Immer mehr Universitäten bringen ihr Bildungsmaterial (wie Skripte und Studienpläne) online, um es für alle zugänglich zu machen, die Zugang zum Internet haben. Ein bekanntes Experiment ist die OpenCourseWare des MIT. Das gleiche geschieht mit wissenschaftlichen Periodika – in so genannten Open-Access-Journalen veröffentlichte Artikel sind für alle frei erhältlich, nicht nur für Akademiker_innen. Ähnliche molekulare Prozesse sind im künstlerischen Bereich im Gange: Die Freie Kulturbewegung setzt sich für die freie Verfügbarkeit von Kulturgütern ein. Alle diese Initiativen und Projekte sind auf irgendeine Art vom FOSS-Erfolg inspiriert oder beeinflusst. Sie entleihen sich einige oder alle der FOSS-Prinzipien und wenden sie auf einen anderen Kontext an. Die Liste ist unglaublich lang. Sicherlich, einige Ideen – wie das Free Beer, dessen Rezept frei erhältlich ist, damit es die Nutzer_innen abwandeln und weiterverteilen können – mögen eine geringere kulturelle Auswirkung haben als etwa das RepRap-Projekt, das einen 3D-Drucker entwickelt, der etwa so groß ist wie ein PC und dem Leuten ermöglichen soll, die meisten Dinge des täglichen Lebens zu Hause herzustellen. Aber wenn wir die Gesamtheit dieser Ansätze betrachten, dann sehen wir deutlich, wie tief die kulturellen Auswirkungen peerproduzierter Software sind.</p>
<p><img class="center" title="Wikimedia" src="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/03/wikimedia-opensource.jpg" alt="" width="480" height="359" align="middle" /></p>
<p><em>Der Wikimedia-Tisch bei der Open-Source-Konferenz 2011 in Prag. Foto: Packa. Nutzung unter Creative-Commons-Lizenz.</em></p>
<p>Meiner Meinung nach besteht der kombinierte Effekt all dieser Projekte darin, eine Kultur des Experimentierens und des Do-It-Yourself hervorzubringen. Peer-Produktion ist der Vorläufer einer neuen Kultur, die Leute ermutigt darüber nachzudenken, wie eine Gesellschaft basierend auf den Prinzipien der Peer-Produktion organisiert sein könnte. Wir beobachten, dass das auch schon passiert. Konzepte wie Open-Source-Steuerung und Open-Source-Demokratie (die unter anderem Douglas Rushkoff propagiert) läuten die Totenglocke für traditionelle Parteipolitik, indem sie eine breite und direkte Teilhabe am politischen Leben einfordern.</p>
<p><em>Neal Gorenflo: Welche Zukunft siehst du für Freie und Open-Source-Software? Welches sind die internen und externen Gefahren für ihre Vitalität, und welche neuen Bedingungen könnten Produktion und Nutzung ausweiten?</em></p>
<p>Ich bin überzeugt, dass sich das Open-Source-Modell weit über die Softwareindustrie hinaus ausdehnen und auf diese Weise die Reichweite dezentraler Gemeinschaftsproduktion revolutionieren wird. Das ist keine Vorhersage, sondern es geschieht bereits. Zu den Antriebskräften, die diesem Prozess Schub verleihen, gehört die Ablehnung reglementierter Arbeitsumgebungen und Lohnarbeit, wie die Aktivitäten einer zunehmenden Zahl von Menschen zeigen. Das Bild des „Unternehmensmenschen“ stößt junge Leute zunehmend ab. Also entscheiden sie sich für etwas anderes. Einige leben vom Wohlfahrtsstaat (in Ländern wie Schweden oder den Niederlanden, wo das möglich ist); andere versuchen sich als Mikro-Unternehmer_innen, entweder in der formellen oder informellen Wirtschaft. Die gemeinsame zugrunde liegende Motivation ist, der Entfremdung der Arbeit zu entkommen. Sie möchten Prozess und Inhalt ihrer Arbeit so umgestalten, dass sie mit ihren Wünschen nach flachen Hierarchien übereinstimmt und Aufgaben umfasst, durch welche sie sich selbst ausdrücken und ihre individuelle Persönlichkeit entwickeln können.</p>
<p>Die FOSS-Entwicklung wird sehr stark durch solche Wünsche vorangetrieben. Wenn sich Leute an FOSS-Projekten beteiligen, dann weil sie es kreativ, angenehm und erfüllend finden. FOSS-Forscher_innen wie Pekka Himanen haben absolut recht, wenn sie die „Hacker-Ethik“ von FOSS-Entwickler_innen als der dominanten Arbeitsethik im Kapitalismus – der berühmten „protestantischen Ethik“ – diametral entgegengesetzt ansehen. Im Gegensatz zur protestantischen Betonung einer Arbeitsdisziplin als Pflicht, feiert die Hacker-Ethik den Spaß und die Autonomie der intrinsisch motivierten Aktivitäten. Daher ist es nicht weiter überraschend, warum sie eine zunehmende Zahl von Leuten reizt, die von der Arbeitsrealität innerhalb der Unternehmenshierarchien desillusioniert sind.</p>
<p>Ich glaube nicht, dass es etwas der Dynamik von FOSS Inhärentes gibt, was ihre Vitalität untergräbt. Die Schlüsselrolle der FOSS-Community bei der fortlaufenden Entwicklung des Internets zeugt von ihrer inneren Dynamik und Nachhaltigkeit. Die FOSS-Vitalität wird eher durch externe Faktoren bedroht. Gesetzgebungen, die das Herumbasteln mit Technologie kriminalisiert, unterdrücken das Motiv des Experimentierens und beschränken letztlich die Beteiligung von Endnutzer_innen und Hobbyist_innen. Die Unterhaltungsindustrie mit den Film- und Musikkonzernen als Speerspitze hat in den letzten 15 Jahren eine harte Lobbyarbeit in diese Richtung betrieben, und wahrscheinlich werden die Unternehmen der Unterhaltungselektronik bald hinzukommen. Drakonische Durchsetzungsregimes des geistigen Eigentums haben den gleichen Effekt: Sie entmutigen dezentrale Entwicklung und beschränken die Beteiligung von Endnutzer_innen und Hobbyist_innen. Obwohl die wissenschaftliche Erkenntnis ihrer schädlichen Auswirkungen auf Innovationen weit verbreitet ist, hat dies den politischen und legislativen Prozess bislang nicht beeinflussen können. In jedem Fall wird sich der Konflikt zwischen der Community der FOSS-Projekte und dem kulturell-industriellem Komplex zuspitzen und in verschiedenen Formen auftreten. Er wird nicht nur in der legislativen Arena ausgetragen, sondern auch in den kulturellen und wirtschaftlichen Bereichen.</p>
<p>[<a href="http://keimform.de/2012/die-soziale-steuerung-von-open-source-teil-8/">Teil 8 und Schluss</a>]</p>
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		<title>Was sind Commons? Infomaterial (nicht nur) für Schulen</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Mar 2012 06:34:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Sparkassen unterhalten seit 1975 einen SchulService, um einen »Beitrag zur ökonomischen Grundbildung in den Schulen« zu leisten. Monatlich erscheinen Foliensätze samt Begleitmaterial für Lehrer_innen. Im Dezember 2011 lautete das Thema »Was sind Gemeingüter?« Sichtlich steckt viel Arbeit in dem Material. Das Ergebnis ist eine ansprechend geschriebene Kurzreise von der Güterklassifikation der klassischen Ökonomie, über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/03/schulservice-nr-1.png"><img class="right" title="SchulSservice Nr. 1: Was sind Commons?" src="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/03/schulservice-nr-1-300x266.png" alt="" width="300" height="266" align="right" /></a>Die Sparkassen unterhalten seit 1975 einen <a href="http://www.sparkassen-schulservice.de/" target="_blank">SchulService</a>, um einen »Beitrag zur ökonomischen Grundbildung in den Schulen« zu leisten. Monatlich erscheinen <a href="http://www.sparkassen-schulservice.de/spk/sparkasse-erlangen/unterrichtshilfen/foliensaetze.php" target="_blank">Foliensätze samt Begleitmaterial für Lehrer_innen</a>.</p>
<p>Im Dezember 2011 lautete das Thema »Was sind Gemeingüter?« Sichtlich steckt viel Arbeit in dem Material. Das Ergebnis ist eine ansprechend geschriebene Kurzreise von der Güterklassifikation der klassischen Ökonomie, über Elinor Ostrom bis zur Wissensallmende und dem Urheberrecht. Auf nur zwei Seiten. Alle Achtung! Ganz aktuell ist das Material allerdings nicht. Insbesondere dem Begleitmaterial (<a href="http://www.sparkassen-schulservice.de/imod/foliensaetze/310748100_Beiblatt_Gemeingueter.pdf" target="_blank">PDF</a>) ist anzumerken, dass die Commons vor allem durch die verstaubte Brille des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Homo_oeconomicus" target="_blank">homo oeconomicus</a> betrachtet werden.</p>
<p>Dabei wird gerade der <em>homo oeconomicus</em> momentan quer durch die Wissenschaftsdisziplinen einen fundierten Kritik unterzogen und zum Abtreten aufgefordert. Deshalb haben wir uns kurzerhand entschlossen, die wunderbare Vorlage aufzugreifen und das Begleitmaterial für Lehrerinnen und Lehrer auf aktuellen Stand zu bringen.</p>
<p>Et voilà, lieber Sparkassen-SchulService, liebe Lehrer_innen und alle, die es interessiert: bitte schön! Hier gibt es das Material als <a href="http://www.gemeingueter.de/wp-content/uploads/2012/03/Schulservice-1-Was-sind-Commons.pdf" target="_blank">PDF</a> zum Ausdrucken und im freien Format <a href="http://www.gemeingueter.de/wp-content/uploads/2012/03/Schulservice-1-Was-sind-Commons.odt" target="_blank">ODT</a> zum Weiterbearbeiten.</p>
<p>Das Material ist unter den Bedingungen der Creative-Commons-Lizenz »Namensnennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen« zur Benutzung und Bearbeitung freigegeben – wie es sich für Wissensallmende gehört.</p>
<p>Apropos: freigeben. Das Material des Sparkassen-Schulservice steht als kostenloser Download bereit. Das ist schonmal gut, aber nicht gut genug. Großartig wäre es, wenn zukünftig alle vom Sparkassen-Schulservice produzierten Materialien unter einer freien Lizenz und mit zugänglichen Quellen verbreitet würden, anstatt wie bisher die Weitergabe und Veränderung auszuschließen. Das wäre ein echter Beitrag zur Wissensallmende und würde dem selbstformulierten Bildungsauftrag entsprechen.</p>
<p>Viel Spaß mit dem Gemeingüter-SchulService <img src="http://www.gemeingueter.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif" alt=":-)" /></p>
<p>[<a href="http://www.gemeingueter.de/?p=3159" target="_blank">via</a>]</p>
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		<title>Let&#8217;s CC: Creative Commons Suchmaschine</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 14:13:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das war schon lange fällig: Eine Meta-Suchmaschine speziell für Inhalte, die unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht wurden. Das geht zwar im Prinzip auch mit Google, aber hat das jemand schon mal gefunden bzw. probiert? Als Meta-Suchmaschine durchsucht Let&#8217;s CC allerdings nur die Inhalte großer Anbieter: Flickr, Jamendo, ccMixter, Youtube und Slideshare. Dadurch ist Reichweite begrenzt. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://eng.letscc.net/"><img class="right" title="Let's CC" src="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/02/letscc.gif" alt="" width="234" height="92" align="right" /></a>Das war schon lange fällig: Eine <a href="http://eng.letscc.net/">Meta-Suchmaschine</a> speziell für Inhalte, die unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht wurden. Das geht zwar im Prinzip auch mit Google, aber hat das jemand schon mal gefunden bzw. probiert?</p>
<p>Als Meta-Suchmaschine durchsucht <em>Let&#8217;s CC</em> allerdings nur die Inhalte großer Anbieter: Flickr, Jamendo, ccMixter, Youtube und Slideshare. Dadurch ist Reichweite begrenzt. Die Ergebnisse werden nach Bildern, Audio/Musik, Video und Text gruppiert. Zum Stichwort <a href="http://eng.letscc.net/?t=all&amp;k=keimform">keimform</a> wird übrigens nicht viel gefunden&#8230; [<a href="http://de.creativecommons.org/2012/01/18/cc-korea-startet-suchservice-fur-cc-inhalte-lets-cc/">via</a>]</p>
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		<title>Commons &#8212; das Buch</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 15:52:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ab April soll es zu haben sein, das Buch »Commons. Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat«, herausgegeben von Silke Helfrich und der Böll-Stiftung. Diesen Tipp kann man sich zwecks späteren Downloads notieren oder das Buch zum Kauf vormerken lassen. Es wird unter einer Creative-Commons-Lizenz (und zwar: Copyleft) sowohl in elektronischer wie in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/02/commons-buch.jpg"><img class="right" style="margin-left: 8px;" title="Das Commons-Buch" src="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/02/commons-buch-197x300.jpg" alt="" width="197" height="300" align="right" /></a>Ab April soll es zu haben sein, das Buch <a href="http://www.transcript-verlag.de/ts2036/ts2036.php">»Commons. Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat«</a>, herausgegeben von <a href="http://commonsblog.wordpress.com/">Silke Helfrich</a> und der Böll-Stiftung. Diesen Tipp kann man sich zwecks späteren Downloads notieren oder das Buch zum Kauf <a href="http://www.transcript-verlag.de/main/wkb_wkb.php?isbi=2036&amp;btit=Helfrich%2FH.%2DB%F6ll%2DStiftung+%28Hg.%29%2C+Commons&amp;preis=ca.24.80">vormerken lassen</a>. Es wird unter einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons">Creative-Commons</a>-Lizenz (und zwar: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Copyleft">Copyleft</a>) sowohl in elektronischer wie in gedruckter Form erscheinen. Da es sehr umfangreich sein wird (deutlich über 400 Seiten), wird hier ein Ausdruck deutlich zu aufwändig werden. Aber gut wäre es, wenn einzelne Beiträge online verlinkbar sind. Ich hoffe also, dass das Buch nicht nur als ein Riesen-PDF, sondern webgemäß in Einzelartikelform erreichbar sein wird.</p>
<p>Was erwartet uns inhaltlich?</p>
<p>Genau weiß ich es nicht und bin schon sehr gespannt. Da ich aber zu den Autor_innen gehöre und auch mal  einen Blick auf die Liste der angefragten Beiträge werfen konnte, kann ich versprechen: Es wird gewaltig. Über 90 Autor_innen aus 30 Ländern schrieben ca. 75 Beiträge (die genauen Zahlen kenne ich nicht) mit einer großen Spannbreite von Themen: Von digitalen zu naturalen Commons, von Wissen zu Wasser, von Theorie zu Praxis. Dieses Buch wird auf lange Zeit das Referenzwerk zum Thema sein. Vorschusslorbeeren!</p>
<p>Für den Transcript-Verlag ist es wohl das erste Buch, dass unter einer freien Lizenz erscheint und gleichzeitig kostenlos online und gegen Geld gedruckt erhältlich sein wird. Also ein Experiment. Alle sind gespannt, ob es funktioniert, ob also die kostenlose Verfügbarkeit als Werbung für den kommerziellen Absatz dient. Ich kann mir auch vorstellen, dass die Heinrich-Böll-Stiftung eine monetäre Absicherung gewährt hat. Das wäre immerhin sinnvoll angelegtes Stiftungsgeld <img src='http://keimform.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Nun noch die Ankündigung des Verlages:</p>
<p>Die »Occupy«-Bewegung trägt ein Unbehagen auf die Straße – weltweit. Sie stellt Profitmaximierung an den Pranger und der Politik einen Misstrauensantrag. Die ernüchternde Diagnose: Markt und Staat haben versagt. Menschen verlieren die Kontrolle über das eigene Leben. Weltweit steigen die Preise für Wasser, Böden und Lebensmittel, während der Markt sie verknappt und an die Börse spült – flankiert von staatlichen Freihandelsverträgen.</p>
<p>Güter, die allen gehören, wie Meere oder Wälder, werden rücksichtslos auf den Markt getragen. Auch Wissen und Ideen, unsere wichtigsten produktiven Ressourcen, sind in Fülle vorhanden. Doch sie werden behandelt wie knappe Güter.</p>
<p><em>Aus Leben und Vielfalt für alle wird so Reichtum für wenige.</em> Deshalb verwundert es nicht, dass die Commons, die Idee der Gemeingüter, eine Renaissance erleben – nicht zuletzt seit dem Wirtschaftsnobelpreis 2009 für Elinor Ostrom.</p>
<p>Die Commons sind wichtiger denn je: Sie beruhen nicht auf der Idee der Knappheit, sondern sie schöpfen aus der Fülle. Commons sind produktiv. Sie produzieren nicht in erster Linie für den Markt, sondern für die Menschen – und sie lösen konkrete Probleme. Wenn die Menschen die Freiheit haben, sich selbst zu organisieren und zu kooperieren, kann die gemeinsame Nutzung von Gütern sozialen Zusammenhalt und Verantwortlichkeit fördern und unsere Lebensgrundlagen schützen.</p>
<p>Dieser Band mit Beiträgen von 95 internationalen Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft, Politik und zivilgesellschaftlicher Praxis stellt ein modernes Konzept der Commons vor, das klassische Grundannahmen der Wirtschafts- und Gütertheorie radikal in Frage stellt und Wegweiser für eine neue Politik liefert.</p>
<p>[Update] Das Inhaltsverzeichnis gibt&#8217;s <a href="https://commonsblog.wordpress.com/2012/02/15/commons-das-buch-hat-jetzt-ein-inhaltverzeichnis/">jetzt bei unseren Nachbarn</a>.</p>
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		<title>»Open Source Ecology« gründet deutsches Projekt</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 06:25:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das US-basierte ambitionierte Projekt Open Source Ecology (OSE), über das wir mehrfach berichteten, will nun auch in Deutschland Wurzeln schlagen. Nachfolgend dokumentieren wir den Aufruf zum Aufbau der OSE Community in Deutschland Es findet ein Paradigmenwechsel statt, und neue praktische Lösungen werden gebraucht. In diesem Jahr möchten wir mit der Open Source Ecology (OSE) Community [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://oseeurope.org/"><img class="right" style="margin-left: 8px;" title="OSE Europe" src="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/01/ose-europe.png" alt="" width="114" height="203" align="right" /></a>Das US-basierte ambitionierte Projekt <a href="http://opensourceecology.org/">Open Source Ecology (OSE)</a>, über das wir mehrfach <a href="http://keimform.de/tag/open-source-ecology/">berichteten</a>, will nun auch in Deutschland Wurzeln schlagen. Nachfolgend dokumentieren wir den <a href="http://oseeurope.org/2012/01/aufbau-der-ose-community-in-deutschland/">Aufruf</a> zum</p>
<h3>Aufbau der OSE Community in Deutschland</h3>
<p>Es findet ein Paradigmenwechsel statt, und neue praktische Lösungen werden gebraucht. In diesem Jahr möchten wir mit der <a href="http://opensourceecology.org/">Open Source Ecology</a> (OSE) Community in Deutschland starten und suchen dafür nach einem engagierten Team.</p>
<p>Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Projektes teilen offen und kostenlos wirtschaftlich bedeutsame Informationen. Wir möchten die gesamte Bandbreite der ökologischen, sozialen und technischen Systeme öffentlich verfügbar machen, um damit direkt zur Schaffung einer Open-Source-Ökonomie beizutragen – einer Ökonomie, die die Produktion und Verteilung von Gütern verbessert und gleichzeitig nachhaltig und sozial gerecht ist.</p>
<p>Wir beginnen mit der Technologie, die nötig ist, um eine Zivilisation im kleinen Maßstab mit modernem Komfort zu schaffen – das <a href="http://opensourceecology.org/wiki/Global_Village_Construction_Set">Global Village Construction Set</a> (GVCS) und andere relevante Werkzeuge. Von Traktoren über Windturbinen bis hin zu Autos – alle Techniken werden im Hinblick auf Modularität, Einfachheit, langlebiges Design, niedrige Kosten, geschlossene Kreisläufe, Eigenbau (DIY), flexible Fertigung und hohe Leistung entwickelt. Wir wollen den kompletten Lebenszyklus jeder Technologie als Open Source zur Verfügung stellen – von den Stücklisten und der Herstellung, über die Benutzung, Wartung und Reparatur bis zur Wiederverwendung und dem Recycling.</p>
<p>Wir werden auch unsere ökologische Nahrungsherstellung als Open Source veröffentlichen, den Wohnungs- und Werkstattbau und die Geschäftsmodelle – unsere komplette Ökonomie. Alle diese ökonomisch wichtigen Informationen werden digital im Internet gespeichert, in Form von Texten, Fertigungsdateien, Bildern und Videos, um die Daten nicht nur unserer Generation, sondern auch allen zukünftigen Generationen zu Verfügung zu stellen – die diese dann nutzen und darauf aufbauen können! Wir suchen nach den Pionierinnen und Pionieren, die das mit uns erschaffen wollen!</p>
<p>Unser erstes Ziel ist die Gründung des <a href="http://opensourceecology.org/wiki/OSE_Europe/Germany#Development_Team">Entwicklungsteams</a>, das sich 2012 der Gründung der Community widmet. Neben diesem Entwicklungsteam, das für jeden, der an der Gründung und Entwicklung der Community mitarbeiten will offen ist, gibt es ein Kernteam, das sich hauptsächlich mit diesen vordringlichen Zielen beschäftigt. Wir brauchen Hilfe in allen Bereichen: Organisation, Kommunikation, Landsuche, ökologischer Hausbau, Werkstatt-Architektur und -Konstruktion, Fertigung, Maschinenbau, Mechatronik, Permakultur, biologisch-dynamische Landwirtschaft, Betriebswirtschaft, rechtliche und soziale Fragen und Finanzen, um nur einige zu nennen.</p>
<p>Wir haben einen <a href="http://opensourceecology.org/wiki/OSE_Europe/Germany#Roadmap">vorläufigen Meilensteinplan</a> erstellt. Im Januar werden wir mit einer Menge Menschen in Verbindung treten, uns kennenlernen und die Möglichkeiten erkunden, eine Community aufzubauen. Es sind Besuche in Frankfurt und Berlin geplant. Die Planung wird erweitert und konkretisiert in dem Maße wie wir wachsen.</p>
<p>Warum Deutschland? Die Menschen in Deutschland können und werden bei der OSE-Entwicklung in Europa und der Welt eine wichtige Rolle spielen. Es gibt in Deutschland sehr gute Ingenieurinnen und Ingenieure, die meisten Menschen sind finanziell abgesichert, und die Nachhaltigkeits- und Open-Source-Kultur ist eine der Besten der Welt. Es ist der perfekte Ort, um eine OSE-Community zu gründen.</p>
<p>Egal ob Vollzeit, Teilzeit oder was auch immer du leisten kannst, jede Hilfe ist willkommen. Schreib uns einfach und erzähl etwas von dir:</p>
<ul>
<li>für direkte Kontaktaufnahme sende eine E-Mail an Nikolay: nikolay.h.georgiev (at) gmail [dot] com</li>
<li>um an das ganze Team zu schreiben, benutze bitte die <a href="https://groups.google.com/forum/#%21forum/ose-germany" class="broken_link">Google Mailingliste</a> (ose-germany (at) googlegroups [dot] com).<br />
Alternativ zur Mailingliste gibt es noch das OSE Europe Forum unter <a href="http://oseeurope.org/forum/">http://oseeurope.org/forum/</a></li>
</ul>
<p>Bitte erzähl deinen Freundinnen und Freunden von diesem Aufruf – und allen Anderen, die es interessieren könnte. Danke!</p>
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		<title>»Piraten« entern Berlin &#8212; watt nu?</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Sep 2011 16:12:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freie Inhalte]]></category>
		<category><![CDATA[berlin]]></category>
		<category><![CDATA[peer-production]]></category>
		<category><![CDATA[piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Piratenpartei hat&#8217;s geschafft, sogar ziemlich satt. Sie konnte erfolgreich Stimmen von allen anderen Parteien abziehen, vermutlich auch stark von der Linkspartei. Im Unterschied zur Bundespartei hatte das Wahlprogramm der Berliner Piraten doch ein deutlich linkeres Profil. Neben FDP und Grünen ist eine weitere liberale Partei wohl auch überflüssig. Doch was nun draus machen? Hier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="right" title="piratenlogo" src="http://www.keimform.de/wp-content/uploads/2009/09/piratenlogo.gif" alt="" width="180" height="65" align="right" />Die Piratenpartei hat&#8217;s geschafft, sogar ziemlich satt. Sie konnte erfolgreich Stimmen von allen anderen Parteien abziehen, vermutlich auch stark von der Linkspartei. Im Unterschied zur Bundespartei hatte das Wahlprogramm der Berliner Piraten doch ein deutlich linkeres Profil. Neben FDP und Grünen ist eine weitere liberale Partei wohl auch überflüssig.</p>
<p>Doch was nun draus machen?</p>
<p>Hier mein Vorschlag: Setzt euch ein für die Förderung von Projekten commons-basierter Peer-Produktion. Was das ist? Das lest ihr hier <a href="http://www.keimform.de/2011/spw/">zum Beispiel hier</a> nach. Ihr wisst schon, Wikipedia und so. Nur eben nicht beschränkt auf Daten (OpenData, OpenCommons, OpenAccess sind Stichworte in eurem Programm), sondern bezogen auf stoffliche Produkte &#8212; das wäre neu.</p>
<p>ABER: Rutscht bloß [update:] <strong>nicht</strong> in die Laber-Schiene »Wir schaffen Arbeitsplätze«, das machen schon alle anderen. Sondern Voraussetzung für Förderung von Projekten der commons-basierten Peer-Produktion muss sein: Es werden <em>keine</em> Waren für den Verkauf hergestellt. Und: Die Ergebnisse stehen allen zur freien Verfügung (unter einer Freien Lizenz oder als PublicDomain). Freie Produktion von freiem Wissen und freien Produkten. CbPP-Projekte als Experimental-Labore der Zukunft.</p>
<p>Das ist wie bei der Finanzierung von Infrastrukturen: Wenn eine Autobahn gebaut wird, entsteht auch nix zum Verkaufen. Man kann sie nutzen. Und da wir aber von Autobahnen in Berlin genug haben (und ihr glücklicherweise gegen den Ausbau der A100 seid), bietet sich die Förderung von CbPP-Projekten an &#8212; als Projekte der kreativ-experimentellen Infrastruktur. Davon haben alle was, denn die Ergebnisse stehen allen offen. Das wäre doch mal was Neues. Im Alten.</p>
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		<title>Wikihouse</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Sep 2011 05:43:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freie Hardware]]></category>
		<category><![CDATA[Freie Inhalte]]></category>
		<category><![CDATA[cnc]]></category>
		<category><![CDATA[do-it-yourself]]></category>
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		<category><![CDATA[materielle produktion]]></category>
		<category><![CDATA[open source]]></category>
		<category><![CDATA[open source ecology]]></category>
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		<description><![CDATA[Mich haben einige Leute gefragt, was man denn mit CNC-Maschinen so alles machen kann. Ich verkneife mir die Antwort &#8220;alles&#8221; und will die Frage mehr so verstehen, wo ein Zusammenspiel von verschiedenen Projekten freier/offener Hardware sinnvoll werden kann. Die derzeit ambitioniertste Antwort gibt das Open Source Ecology Project, das ich auch in der CNC-Liste genannt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://wikihouse.cc/"><img class="right" style="margin-left: 8px;" title="Wikihouse" src="http://www.keimform.de/wp-content/uploads/2011/09/wikihouse.png" alt="" width="233" height="147" align="right" /></a>Mich haben einige Leute gefragt, was man denn mit <a href="http://www.keimform.de/2011/open-hardware-cnc-maschinen/">CNC-Maschinen</a> so alles machen kann. Ich verkneife mir die Antwort &#8220;alles&#8221; und will die Frage mehr so verstehen, wo ein Zusammenspiel von verschiedenen Projekten freier/offener Hardware sinnvoll werden kann. Die derzeit ambitioniertste Antwort gibt das <a href="http://opensourceecology.org/">Open Source Ecology Project</a>, das ich auch in der CNC-Liste genannt habe. Ganz anschaulich kann der <a href="http://opensourceecology.org/wiki/CNC_Torch_Table">Schweiss-Automat</a> wesentlich präziser und schneller die notwendigen Teile schneiden, die für den Bau der <a href="http://opensourceecology.org/wiki/Global_Village_Construction_Set">anderen Maschinen</a> gebraucht werden.</p>
<p>Hier aber mal ein anderes, auch sehr anschauliches Beispiel: <a href="http://wikihouse.cc/">Wikihouse</a>.</p>
<p>Ein Wiki-Haus wird aus Sperrholz gebaut, dessen Teile mittels CNC-Maschinen zugeschnitten werden. Die Schnitt-Schablonen liegen als quelloffene Dateien vor, d.h. genau genommen soll es einmal so sein, denn das Projekt hat erst begonnen. Ziel ist es, dass man ein Wiki-Haus aus lokalen Ressourcen und auf Basis offener Daten mit minimalen Kenntnissen selbst aufbauen kann.</p>
<p>Ein Wiki-Haus besteht aus einer Reihe von Rahmen, die zusammengeschraubt stabile Basis-Strukturen ergeben. Varianten von solchen Basis-Strukturen werden dann zu vielfältigen Hausformen kombiniert. Wie man sich das Zusammenbauen vorstellen kann, ist in einem kleinen <a href="http://wikihouse.cc/prototype.html" class="broken_link">Zeitraffer-Filmchen</a> zu sehen.</p>
<p>Das erste Wiki-Haus wird in Süd-Korea bei der <a href="http://gb.or.kr/?mid=main_eng">Gwangju Design Biennale 2011</a> entstehen. Es werden noch Architekt_innen, Produkt-Designer_innen, Handwerker_innen und Konstrukteur_innen gesucht, die sich an dem WikiHouse-Prozess <a href="http://wikihouse.cc/contribute.html" class="broken_link">beteiligen</a> wollen.</p>
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