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	<title>keimform.de &#187; Eigentumsfragen</title>
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	<description>Auf der Suche nach dem Neuen im Alten</description>
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		<title>Peer Property Scanner</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 07:30:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Kalka</dc:creator>
				<category><![CDATA[Commons]]></category>
		<category><![CDATA[Eigentumsfragen]]></category>

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		<description><![CDATA[Lassen sich Produktionsmittel als Commons &#8220;freikaufen&#8221;? Dazu starte ich folgendes Experiment: ich habe einen Dokumentenscanner (ScanScnap 1500) gekauft, d.h. so ein Ding wo man bedrucktes Papier (oder Bücher in zerschnittener Form) reinsteckt und eine Weile später ohne manuelles Zutun virtualisiert hat &#8230; Ich lade Euch ein, diesen Scanner zu einem öffentlichen Gut zu machen, und zwar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lassen sich Produktionsmittel als Commons &#8220;freikaufen&#8221;?</p>
<p>Dazu starte ich folgendes Experiment: ich habe einen Dokumentenscanner (ScanScnap 1500) gekauft, d.h. so ein Ding wo man bedrucktes Papier (oder Bücher in zerschnittener Form) reinsteckt und eine Weile später ohne manuelles Zutun virtualisiert hat &#8230;</p>
<p>Ich lade Euch ein, diesen Scanner zu einem öffentlichen Gut zu machen, und zwar so: 30€ des Einkaufspreises sind mein &#8220;public share&#8221;, der Rest wird &#8220;private share&#8221;. Ihr könnt durch Spenden meinen &#8220;public share&#8221; vergrößern oder durch Patenschaften meinen &#8220;private share&#8221; in Euer eigenen &#8220;public share&#8221; überführen.</p>
<p>Die Nutzung des Scanners wird öffentlich verhandelt und durch die Shareholder bestimmt.</p>
<p>Solange ich diese beeinflussen kann, ist diese Nutzungsregelung beabsichtigt:</p>
<ul>
<li>der Scanner wird an Nutzer weitergegeben und verbleibt bei dem aktuellen Nutzer</li>
<li>der nächste Nutzer holt sich den Scanner selber ab, bzw. übernimmt Versandkosten</li>
<li> der Scanner soll im Raum Potsdam/Berlin verbleiben</li>
<li>der aktuelle Nutzer des Scanners verpflichtet sich, Dokumente für andere in geringer wöchentlicher Menge im Auftrag durch den Scanner zu schicken</li>
</ul>
<p>Wenn ihr Bücher virtualisieren wollt, die in meinen Interessenbereich fallen (siehe coforum.de),  dann schickt sie mir mit Rücksendeumschlag entweder schon zerschnitten zu, oder mit einer Spende, die den Schnitt des Buches in einem Copyshop erlaubt. Überschüssige Spenden fließen in Transformation meines &#8220;private share&#8221; in &#8220;public share&#8221; und darüber hinaus in die Finanzierung einer Stapelschneidemaschine als Peer Property.</p>
<p>Aktueller Stand:</p>
<p style="padding-left: 30px;">peers: 1</p>
<p style="padding-left: 30px;">public share:  30€<br />
private share: 295€</p>
<p style="padding-left: 30px;">
]]></content:encoded>
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		<title>LINKE zum Urheberrecht</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 05:33:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigentumsfragen]]></category>
		<category><![CDATA[die linke]]></category>
		<category><![CDATA[interessen]]></category>
		<category><![CDATA[jimmy wales]]></category>
		<category><![CDATA[richard stallman]]></category>
		<category><![CDATA[urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[verwaistes werk]]></category>
		<category><![CDATA[verwerter]]></category>
		<category><![CDATA[wissen]]></category>
		<category><![CDATA[wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Bundestagsfraktion der LINKEN hat durch ihre Sprecherinnen für Netz-, Medien-, Kultur-, Forschungs- und Technologiepolitik ein Zehnpunktepapier vorgelegt. Das war dringend nötig, laufen der LINKEN doch die Wähler_innen davon in Richtung PIRATEN, die als die echte Netzpartei wahrgenommen werden. Können die nun vorgelegten Punkte was reissen? Im folgenden gehe ich die zehn Punkte durch und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://keimform.de/wp-content/uploads/2009/05/linke-mix-it.jpg"><img class="right" title="LINKE und Remix?" src="http://keimform.de/wp-content/uploads/2009/05/linke-mix-it-300x160.jpg" alt="" width="300" height="160" align="right" /></a>Die Bundestagsfraktion der LINKEN hat durch ihre Sprecherinnen für Netz-, Medien-, Kultur-, Forschungs- und Technologiepolitik ein <a href="http://www.linksfraktion.de/positionspapiere/fraktion-linke-10-punkte-urheberrecht-digitalen-welt/">Zehnpunktepapier</a> vorgelegt. Das war dringend nötig, laufen der LINKEN doch die Wähler_innen davon in Richtung PIRATEN, die als die echte Netzpartei wahrgenommen werden. Können die nun vorgelegten Punkte was reissen?</p>
<p>Im folgenden gehe ich die zehn Punkte durch und kommentiere sie. Meine Leitfrage ist dabei, ob es die LINKEN schaffen, aktuelle Reformvorschläge zu machen, die gleichzeitig eine längerfristige Perspektive aufzeigen. Oder kürzer gefragt: Verstehen die LINKEN den Wissenskommunismus des Netzes?</p>
<p>Bevor jetzt jemand ein Herzkasper bekommt: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wissenskommunismus">Wissenskommunismus</a> ist ein harmloses Wort. Das stammt nicht von mir, sondern von dem Soziologen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_K._Merton">Robert Merton</a>. Dieser beschrieb &#8212; lange bevor es das Netz in der heutigen Form gab &#8212; die elementaren Eigenschaften von Wissenschaft. Zusammengefasst: Nur wenn sich die Wissenschaft jenseits von Privatinteressen bewegt, ist sie in der Lage, allgemeines Wissen für die Gesellschaft zu produzieren. Diese Forderung lässt sich relativ zwanglos auf das Netz übertragen: setze Wissenschaft = Netz.</p>
<p>Aber wer sagt, dass das so sein muss? Niemand. Es ist eine Entscheidung, die auf Einsichten beruht. Robert Merton hatte solche Einsichten. Er hat erkannt, dass Wissenschaft nur als freie Wissenschaft funktionieren kann. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jimmy_Wales">Jimmy Wales</a> hat erkannt, dass Wikipedia nur als freie Commons-Enzyklopädie funktionieren kann. Die Frage ist also: Wollen wir ein freies, offenes, allen zugängliches und von allen gestaltetes Netz? Oder akzeptieren wir Einschränkungen, damit sich Privatinteressen durchsetzen können? Wie wird sich die LINKE entscheiden?</p>
<p>Im folgenden diskutiere ich nur Auszüge aus dem <a href="http://www.linksfraktion.de/positionspapiere/fraktion-linke-10-punkte-urheberrecht-digitalen-welt/">Zehnpunktepapier</a> (auch <a href="http://blog.die-linke.de/digitalelinke/der-welttag-des-geistigen-eigentums-verwertungsinteressen-und-die-rechte-von-urhebern-und-nutzern/">hier</a>). Die Kürzungen weise ich nicht extra aus, bitte ggf. den Volltext lesen. Los geht&#8217;s mit einer Einleitung:</p>
<p>Das Urheberrecht</p>
<blockquote><p><em>bewegt sich im Spannungsfeld zwischen den Schutzinteressen von Kreativen, von Geschäftsmodellen der Medienindustrie auf der einen, und von Nutzerinnen und Nutzern, von Öffentlichkeit auf der anderen Seite.</em></p></blockquote>
<p>Das Urheberrecht regelt den Interessenausgleich zwischen divergierenden privaten und allgemeinen Interessen. Kann es das überhaupt?</p>
<blockquote><p><em>Das Urheberrecht stellt die notwendige Balance zwischen Kreativen, Verwertern und Nutzerinnen und Nutzern nicht mehr zufriedenstellend her.</em></p></blockquote>
<p>Nein, das kann es nicht. Es kann nur versuchen, eine »Balance« zu erreichen. Wie <a href="http://keimform.de/2012/beduerfnisse-und-interessen/">anderenorts behauptet</a>, kann die LINKE das Dogma von Balance oder Ausgleich nicht verlassen, denn sie akzeptiert den Interessenmodus der Warengesellschaft. Der Interessenmodus besagt: Des einen Vorteil ist des anderen Nachteil. Balance ist, wenn alle ein wenig unter die Räder kommen. Das sagen auch alle anderen Parteien, auch die Piraten übrigens. Politik ist nurmehr die Frage, wer mehr unter die Räder kommt: Diese oder jene Interessengruppe.</p>
<blockquote><p><em>Die Medienindustrie versucht, das Urheberrecht und seine Durchsetzung noch verschärft ins Internet zu übertragen. Dies löst kein Problem und wird die Legitimations- und Akzeptanzkrise des Urheberrechts weiter zuspitzen.</em></p></blockquote>
<p>Was schlecht daran, wenn sich das Urheberrecht nicht mehr akzeptiert wird? Sieht die LINKE es als ihre Aufgabe an, wieder für Legitimation und Akzeptanz zu sorgen?</p>
<blockquote><p><em>DIE LINKE setzt sich dafür ein, Nutzer wie Urheber zu stärken, ihre Interessen in den Mittelpunkt der politischen Diskussion und der Weiterentwicklung des Urheberrechts zu stellen und die Chancen der Digitalisierung für den kulturellen Austausch offensiv zu nutzen.</em></p></blockquote>
<p>Hier werden die Fronten neu sortiert: Nun stehen plötzlich »Nutzer wie Urheber« auf der einen und die ungenannte Medienindustrie auf der anderen Seite. Die guten Kleinen gegen die bösen Großen. Suggestive Harmonie gegen einen ungenannten Feind.</p>
<blockquote><p><em>1. Gerechte Verträge und faire Vergütung für Urheberinnen und Urheber!</em></p></blockquote>
<p>Was ist gerecht, was fair?</p>
<blockquote><p><em>Urhebern und ausübenden Künstlern soll die Durchsetzung ihres Anspruchs auf angemessene Vergütung für jede Art der Werknutzung erleichtert werden.</em></p></blockquote>
<p>Diesen Anspruch machen Urheber_innen gegen die Nutzer_innen geltend. Das ist der Sinn des Verwertungsrechts im Urheberrecht. Erleichterung für die einen heißt Sanktionierung für die anderen. Mit dem Urheberrecht <a href="http://keimform.de/2009/14-thesen-zum-urheberrecht/">müssen die Urheber_innen die Nutzer_innen wie Feinde behandeln</a>.</p>
<blockquote><p><em>Das meiste Geld, das mit Musik, Texten und anderen Kulturgütern verdient wird, verbleibt bei Plattenfirmen und Rechteverwertern. Nur ein Bruchteil geht an die tatsächlichen Urheberinnen und Urheber, Künstlerinnen und Künstler.</em></p></blockquote>
<p>Dem ist so, aber diese Baustelle heißt Vertragsrecht, nicht Urheberrecht.</p>
<blockquote><p><em>DIE LINKE fordert, dass die Kreativschaffenden besser und fair bezahlt werden.</em></p></blockquote>
<p>Ist das moralischer Appell an die Rechteverwerter? Und nochmal: Wie definiert sich »fair«?</p>
<blockquote><p><em>Wir wollen die Praxis von “Total-Buy-Out”-Verträgen unterbinden. Mit ihnen treten die Kreativen alle Nutzungsrechte an ihren Werken dauerhaft ab und werden dafür nur einmal und oft unzureichend bezahlt, während Verwertungsfirmen auf Jahre hinaus mit den Werken Geld verdienen können. Solche Knebelverträge schaden den wirklichen Urheberinnen und Urhebern.</em></p></blockquote>
<p>Tja, Vertragsrecht. Shit happens.</p>
<blockquote><p><em>Wir wollen deshalb die rechtliche Stellung von Urheberinnen und Urhebern und ausübenden Künstlerinnen und Künstlern gegenüber den Verwertern in den Vertragsverhandlungen stärken.</em></p></blockquote>
<p>Wie das bitte? Soll der Grundbaustein der bürgerlichen Gesellschaft, die Vertragsfreiheit, in Frage gestellt werden? Und das mit den LINKEN? Das male ich mir in meinen wildesten Träumen nicht aus&#8230;</p>
<blockquote><p><em>2. Abmahnwahn beenden!</em></p></blockquote>
<p>Dem kann wohl niemand widersprechen &#8212; Abmahner ausgenommen.</p>
<blockquote><p><em>Wir wollen die horrenden Abmahnkosten bei unerlaubten Downloads von Musiktiteln, Software, etc. auf den tatsächlich entstandenen Schaden begrenzen. Der Schaden soll von den Rechteinhabern hinreichend belegt werden, sodass nicht wie bisher groteske Schadensersatzforderungen eingefordert werden können.</em></p></blockquote>
<p>Die LINKE akzeptiert demnach das Pejorativ des »Schadens«? Schaden ist vorgeblich entgangene Einnahme. Vorher fordert die LINKE jedoch bessere Bezahlung für die Kreativen. Bessere Bezahlung auf der einen Seite bedeutet entgangene Einnahme auf der anderen Seite. Also ein »Schaden«. Warum wird hier also die Rede vom »Schaden« übernommen, während alle anderen Schäden im System des sich gegensetig Schädigens unerwähnt bleiben? Anstatt konsequent den »Schaden« und die »Logik des Schädigens« zurückzuweisen?</p>
<blockquote><p><em>Auch die Anwaltsgebühren bei Abmahnungen will DIE LINKE deutlich begrenzen. Das Geschäftsmodell Abmahnung für nicht-kommerzielle illegale Downloads von Rechtsanwaltskanzleien wird damit beendet.</em></p></blockquote>
<p>Abmahnungen, also Schädigungen von Nutzer_innen, sind demnach grundsätzlich in Ordnung, nur ein Geschäftsmodell sollen sie nicht sein? Sollen die legitimen anwaltlichen Interessen auf »faire« Bezahlung hier geschädigt werden? Warum sollen überhaupt irgendwelche Downloads illegal sein? Das ist Raubkopierer-sind-Verbrecher-Sprech! Illegalisiert sind Uploads urheberrechtlich blockierten Materials, nicht Downloads. AFAIK.</p>
<blockquote><p><em>3. Weiterverkauf von MP3s und E-Books ermöglichen!</em></p></blockquote>
<p>Verkauf statt Teilen?</p>
<blockquote><p><em>Heute ist es oftmals untersagt, gekaufte MP3-Musikdateien oder elektronische Bücher weiterzuverkaufen. Dies greift in die Rechte von Verbraucherinnen und Verbrauchern ein. Schließlich dürfen Musik auf CDs oder Bücher in Papierform auch legal weiterverkauft werden. DIE LINKE fordert ein Recht auf Weiterverkauf von digitalen Kulturgütern.</em></p></blockquote>
<p>Mal abgesehen vom Unterschied von Eigentum und Nutzungsrecht, der hier zu diskutieren wäre: Warum nur der Weiterverkauf und nicht kostenlose Weitergabe? Oder ist das eine subversive Forderung, da die freie Verteilung eine Art »Verkauf zum Preis Null« wäre? Warum das dann aber nicht gleich so sagen? Oder sollen die Nutzer_innen gezwungen werden, ihre digitalen Inhalte zu verkaufen, sollen diese also in die allgegenwärtige Logik der künstlichen Knappheit eingebunden werden? Und wenn Weiterverkauf oder Weitergabe, dann muss dies für alle digitalen Produkte gelten, auch für angeblich »illegal« heruntergeladenes Material, denn dem Digitalstück ist ohne »digitales Wasserzeichen« seine Herkunft nicht anzusehen. Oder spricht sich die LINKE etwa für »digitale Wasserzeichen« aus?</p>
<blockquote><p><em>4. Open Access für eine freie Wissenschaft!</em></p></blockquote>
<p>Yep!</p>
<blockquote><p><em>DIE LINKE will einen freien und ungehinderten Zugang zu Informationen und Wissen für alle Menschen. Das ist das Ziel von Open Access, mit dem jedermann die Erlaubnis erhält, Dokumente zu lesen, zu speichern, zu drucken und damit entgeltfrei zu nutzen. Das Internet bietet dazu die besten Voraussetzungen.</em></p></blockquote>
<p>Das sollte für <em>alle</em> Informationen und jedes Wissen gelten, nicht nur für den Wissenskommunismus im engeren Sinne der Wissenschaft (s.o.). Open Access ist eine Maßnahme der Verteidigung des Wissenskommunismus gegen die zunehmende Privatisierung wissenschaftlichen Wissens &#8212; das sollte nicht vergessen werden.</p>
<blockquote><p><em>Ein Großteil wissenschaftlicher Arbeiten an Hochschulen und Forschungsinstituten wird durch öffentliche Mittel finanziert. Deshalb hat die Gesellschaft auch ein besonderes Anrecht auf den freien Zugang zu den Forschungsergebnissen. Wir fordern deshalb, Open Access-Veröffentlichungen als Bedingung für Forschungsförderung zu machen.</em></p></blockquote>
<p>Das ist eine sinnvolle Forderung.</p>
<blockquote><p><em>Wissenschaftliche Autorinnen und Autoren sollen darüber hinaus das Recht erhalten, ihre Forschungsergebnisse sechs Monate nach einer Veröffentlichung auf klassischem Wege auch unter Open Access-Bedingungen zu publizieren.</em></p></blockquote>
<p>Das ist wieder Sache des Vertrages zwischen Autor_in und Journal, also nur ein Appell.</p>
<blockquote><p><em>5. Freie Lizenzen und alternative Vergütungssysteme fördern!</em></p></blockquote>
<p>Das eine hat mir dem anderen zunächst nichts zu tun. Auch freie Lizenzen sind eine Form der Selbstverteidigung gegen ein »enclosure of the commons«.</p>
<blockquote><p><em>Freie Lizenzen tragen dazu bei, dass im Internet kulturelle Werke eine große Verbreitung finden können. Heute ist fast jeder Internetnutzer auch ein Produzent von kreativen Inhalten – sei es in Blogs, sozialen Netzwerken oder auch als Produzent von Videos oder Musik. DIE LINKE will die Verbreitung und Nutzung freier Lizenzen fördern.</em></p></blockquote>
<p>Sie könnte schon mal dafür sorgen, dass die Inhalte auf ihren Plattformen unter freie Lizenzen gestellt werden.</p>
<blockquote><p><em>Auch staatliche Stellen können mit freien Lizenzen die Verbreitung von Informationen und Wissen vorantreiben – die Open Data-Initiativen sind hierfür ein gutes Beispiel.</em></p></blockquote>
<p>Dort, wo die LINKE (mit-) regiert, könnte sie das tun.</p>
<blockquote><p><em>Alternative Vergütungssysteme ergänzen freie Lizenzen durch die Möglichkeit, mit Inhalten Geld zu verdienen. Verschiedene Modelle wie die Kulturflatrate, die Kulturwertmark oder das so genannte Crowdfunding werden derzeit diskutiert und erprobt. Gemein ist ihnen, dass alle Nutzerinnen und Nutzer zur Finanzierung von kreativen Leistungen im Internet beitragen.</em></p></blockquote>
<p>Das trifft nicht zu. Nur bei einer Zwangsflatrate für alle Anschlüsse würden alle Internet-Nutzer_innen beitragen.</p>
<blockquote><p><em>6. Kein Leistungsschutzrecht für Presseverlage!</em></p></blockquote>
<p>Yep!</p>
<blockquote><p><em>Ein Leistungsrecht beschädigt die freie Verbreitung von Informationen im Netz.</em></p></blockquote>
<p>Ja, wie <em>alle</em> Exklusionsrechte für bestimmte Interessengruppen.</p>
<blockquote><p><em>7. Schutzfristen neu regeln!</em></p></blockquote>
<p>»Schutzfrist« ist eine weitere verharmlosende Bezeichnung für ein künstliches Monopolrecht.</p>
<blockquote><p><em>DIE LINKE wendet sich nachdrücklich gegen eine weitere Verlängerung urheberrechtlicher Schutzfristen. Wir wollen statt dessen eine Neuregelung nach dem Grundsatz: „So lange wie nötig, so kurz wie möglich“.</em></p></blockquote>
<p>Das ist windelweich. Wie lange ist »nötig«? Eine klare Forderung wäre hier angesagt, zum Beispiel: 5 Jahre und dann ist Schicht. Das fordert zum Beispiel Richard Stallman.</p>
<blockquote><p><em>Schutzfristen im Urheberrecht legen fest, wie lange ein kulturelles Werk nur mit Zustimmung der Rechteinhaber genutzt werden darf. Dies ist für die soziale Absicherung von Urheberinnen und Urheber grundsätzlich richtig.</em></p></blockquote>
<p>Warum? Die soziale Absicherung von Urheber_innen und überhaupt <a href="http://keimform.de/2011/kulturflatrate/">allen Menschen</a> ist grundsätzlich richtig. Aber warum muss dies die Exklusion aller anderen bedeuten, auf deren Schultern schließlich auch die Urheber_innen stehen? Denn wie vorher festgestellt: Wir sind fast alle Urheber_innen. Die Fiktion des einmaligen, abgrenzbaren »Werks« wird fortgeschrieben.</p>
<blockquote><p><em>Schließlich sollen Kreative von ihrer Arbeit leben können.</em></p></blockquote>
<p>Das hat wenig bis nichts mit den Schutzfristen zu tun. Ändert sich auch nur ein Deut am »von der Arbeit leben können«, wenn die Schutzfristen 20 oder 70 Jahre betragen? <a href="http://schutzfristen-irrsinn.de/">Nach dem Tod des/der Urheber_in wohlbemerkt!</a> Schutzfristen sorgen stattdessen dafür, dass 85% aller »Werke« verwaist, also überhaupt nicht mehr verfügbar sind, auch nicht kommerziell. Hier sind alle sogenannten »Raubkopierer_innen« zu loben, die in teilweise mühevoller Kleinarbeit dazu beitragen, Kultur zu bewahren. Kulturgüter bewahren heißt, sie verfügbar zu halten. Eine sinnvolle Forderung könnte lauten: Ist ein digitales Stück kommerziell nicht erhältlich, darf es von jedem nicht-kommerziell angeboten werden. Alternativ: <a href="http://keimform.de/2010/verwaiste-werke-in-die-gemeinfreiheit/">Verwaiste Werke fallen automatisch in die Gemeinfreiheit</a>.</p>
<blockquote><p><em>Heute aber gelten Schutzfristen bis zu 70 Jahre nach dem Tod der Urheberin oder des Urhebers. Ein solches Erbrecht ist mit unseren Vorstellungen von gerechter Verteilung nicht vereinbar.</em></p></blockquote>
<p>Aha. Was heißt das jetzt &#8212; für oder gegen ein Erbrecht von Schutzfristen? Hier gehört eine klare Forderung hin: Keine Vererbung von Verwertungsrechten!</p>
<blockquote><p><em>8. Digitaler Verbraucherschutz!</em></p></blockquote>
<p>Werden hier Bits verbraucht?</p>
<blockquote><p><em>DIE LINKE will die Rechte der Nutzerinnen und Nutzer im Sinne eines digitalen Verbraucherschutzes stärken. Technische Schutzmaßnahmen und Vertragsbedingungen dürfen die Möglichkeit zur Privatkopie und zur uneingeschränkten Nutzung nicht unterlaufen.</em></p></blockquote>
<p>Wäre »Privatkopie erhalten« nicht der passendere Titel? Wieso ein Wort aus der analogen Welt ins Digitale rüberzwingen? Sind technische »Schutzmaßnahmen« legitim, wenn sie die Privatkopie erlauben, aber alle anderen Verstöße am besten gleich online an die Verwertungsindustrie petzen? Wäre so ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digitale_Rechteverwaltung">DRM</a> für die LINKE etwa akzeptabel?</p>
<blockquote><p><em>9. ACTA stoppen!</em></p></blockquote>
<p>Standard.</p>
<blockquote><p><em>DIE LINKE lehnt das ACTA-Abkommen ab. Der Ratifizierungsprozess ist endgültig zu stoppen.</em></p></blockquote>
<p>Das hört sich so an, als ob ein moderaterer Nachfolger von ACTA durchaus ok wäre, zumal auch die LINKE das Urheberrecht behalten will. Und was man an Recht hat, muss auch durchgesetzt werden. Nichts anderes wollte ACTA.</p>
<blockquote><p><em>10. Gegen Internetsperren, Warnhinweise und Netzüberwachung!</em></p></blockquote>
<p>Minimum.</p>
<blockquote><p><em>Wir lehnen Internetsperren sowie das Durchleuchten und Filtern von Inhalten ab.</em></p></blockquote>
<p>Gut.</p>
<blockquote><p><em>Informationen hingegen müssen frei sein. Mit der digitalen Technologie wurde der Zugang zu Wissens- und Kulturgütern geöffnet und erweitert.</em></p></blockquote>
<p>Auch gut.</p>
<blockquote><p><em>Ihr Verständnis als öffentliche Güter für alle Menschen ist inzwischen alltäglich.</em></p></blockquote>
<p>Commons sind bei den LINKEN noch nicht angekommen. Aber ok.</p>
<blockquote><p><em>Statt Nutzerinnen und Nutzer zu kriminalisieren, wollen wir die Entwicklung neuer Vergütungsmodelle der Kreativ- und Kulturschaffenden politisch befördern.</em></p></blockquote>
<p>Hallo? Was haben die Vergütungsmodelle jetzt hier wieder zu suchen? Wieso erklären sich die LINKEN für Geschäftsmodelle zuständig? Ah. Es dämmert die Ahnung, dass ein Recht, das durchgesetzt wird, notwendig zur Kriminalisierung derjenigen führt, die sich nicht ans Recht halten wollen. Also einerseits PRO Urheberrecht mit allen Exklusionsmechanismen, aber andererseits CONTRA rechtsstaatliche Gewaltmaßnahmen? Also wer A sagt muss auch B sagen. Stattdessen soll »politisch befördert« werden, was kriminalisierend nicht gewollt wird? Zutexten oder wie? Totquatschen, bis die entnervte Nutzer_in endlich zahlt?</p>
<p>Das war&#8217;s. Bleibt noch zu fragen, was fehlt. Das hier:</p>
<p><strong>Freie Software</strong>: Wie kann Partei einen Katalog zum Urheberrecht entwerfen und kein einziges Wörtchen zur Freien Software verlieren? Weil Partei selbst fast durch die Bank proprietäre Software einsetzt und es zu peinlich wäre? Weil man keine Forderungen &#8212; etwa die Förderung Freier Software &#8212; aufstellen mag, die Partei-an-der-Macht später ohnehin nicht einhalten wird? Rätsel über Rätsel.</p>
<p><strong>Public Domain</strong>: Die Gemeinfreiheit, also jene Werke, die tatsächlich endlich aus den Klauen des Urheberrechts entlassen sind, hat zwar nicht direkt etwas mit eben jenem Exklusionsrecht zu tun &#8212; aber wären auch dazu ein paar Vorstellungen nicht angebracht gewesen? Ok, hat vielleicht nicht in die runden 10 Punkte gepasst.</p>
<p><strong>Trennung von Urheberpersönlichkeitsrecht und Verwertungsrecht</strong>: Das Persönlichkeitsrecht und das Verwertungsrecht sind zwei Regelungsbereiche im Urheberrecht. Forderungen müssen sich also klar auf das eine oder das andere beziehen, anstatt auf »das Urheberrecht«. man muss nicht glecih das <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,828246,00.html">Urheberrecht </a><a href="http://www.keimform.de/2006/10/16/make-copyright-history/">abschaffen</a> wollen. Es wäre leicht vorstellbar, das Urheberpersönlichkeitsrecht lebenslang festzuschreiben, während das Verwertungsrecht nach 5 oder 10 Jahren endet. Das wäre doch mal eine sinnvolle Reformforderung.</p>
<p><strong>Perspektive</strong>: Damit begann ich diese kleine Untersuchung. Fehlanzeige. Wohin will die LINKE? Will sie tatsächlich alles so wie die anderen auch, nur alles irgendwie etwas »gerechter«, »fairer«, »ausgeglichener«? Aber haben wir dito nicht auch bei den PIRATEN? Kann sich die LINKE eine Welt ohne Urheberrecht, nein, stopp: ohne Verwertungsrecht vorstellen? Eine Welt ohne gegenseitige Exklusion der Interessengruppen, die von LINKEN ausbalanciert wird?</p>
<p>Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Umkipper schon in den scheinbar klaren Positionen eingebaut sind. Das hat damit zu tun, dass die LINKE eine klare PRO-Urheberrechtspartei ist und das auch nicht ändern will. Recht muss jedoch durchgesetzt werden. Also sind dann auch alle Maßnahme zur Durchsetzung legitim, eben rechtsstaatlich. Also: DRM, ACTA, Abmahnungen, Überwachung &#8212; nur alles irgendwie »soft« und »verbraucherfreundlich«, irgendwie »links«.</p>
<p>Wer das Urheberrecht als Exklusionsrecht in Kern nicht antasten will, hat den Wissenskommunismus des Netzes nicht verstanden und kann keine Perspektive entwickeln. Und der muss am Ende auch die Sanktionen bei Rechtsverstößen rechtfertigen. Dito wäre bei den PIRATEN zu überprüfen, und ich fürchte, da sieht&#8217;s nicht besser aus.</p>
<p>Überzogene Kritik? Nun, wir werden es sehen.</p>
<p>Apropos: Die LINKE und andere diskutieren über <a href="http://www.linksfraktion.de/termine/save-the-date-kreatives-schaffen-digitalen-welt/" class="broken_link">»Kreatives Schaffen in der digitalen Welt &#8211; Neue Finanzierungsmodelle zwischen Copyright &amp; Commons«</a>, am 07.05.2012 10:30 Uhr bis 18:00 Uhr, im Pfefferberg, Haus 13, Schönhauser Allee 176, 10119 Berlin (U2 Senefelder Platz).</p>
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		<item>
		<title>Eigentum und Besitz und Commons</title>
		<link>http://keimform.de/2012/eigentum-und-besitz-und-commons/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Apr 2012 09:17:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Commons]]></category>
		<category><![CDATA[Eigentumsfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
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		<description><![CDATA[Liebe Leena, neben der unbedingten Würdigung deines Versuchs, in der Enquête-Kommission digitale Gesellschaft die Dogmatik des »geistigen Eigentums« etwas aufzubrechen, möchte ich mit diesem Text auf eine Dimension hinweisen, die bei dir (und wohl auch in der Kommission) überhaupt nicht vorkommt: Die Unterscheidung von Eigentum und Besitz. Du setzt das beides ins eins und willst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe <a href="http://www.stud.uni-potsdam.de/~leena/">Leena</a>, neben der unbedingten Würdigung deines <a href="http://www.stud.uni-potsdam.de/~leena/2012/04/die-sache-mit-dem-geistigen-eigentum/">Versuchs</a>, in der Enquête-Kommission digitale Gesellschaft die Dogmatik des »geistigen Eigentums« etwas aufzubrechen, möchte ich mit diesem Text auf eine Dimension hinweisen, die bei dir (und wohl auch in der Kommission) überhaupt nicht vorkommt: Die <em>Unterscheidung von Eigentum und Besitz</em>. Du setzt das beides ins eins und willst gleichzeitig zu einer begrifflichen Klärung beitragen. Das wird nicht funktionieren. Ohne eine Unterscheidung von Eigentum und Besitz wird es nicht gehen.</p>
<p>Hier nun also auch »unverblümt« vor dem Waschgang in der »Kompromissmaschine« (schönes Wort!) mein Versuch, die inhaltliche Qualität dieser notwendigen Unterscheidung von Eigentum und Besitz zu verdeutlichen &#8212; samt folgenden Konsequenzen für die Debatte ums »geistige Eigentum«.</p>
<p> Die Unterscheidung von Eigentum und Besitz ist keine Erfindung von mir, sondern sie hat eine lange Tradition, die bis ins Römische Reich zurückreicht (wie fast alle rechtlichen Kodifizierungen). Auch im BGB taucht sie noch auf (Besitz: §§ 854ff, Eigentum: §§903ff). In meinen Worten ist »Besitz« ein Begriff zur Fassung eines <em>konkreten Nutzungsverhältnisses</em> eines Menschen in Bezug auf eine Sache und andere Nutzer_innen. »Eigentum« hingegen ist ein <em>abstraktes Rechtsverhältnis</em> einer Person (nicht notwendig ein lebendiger Mensch) in Bezug auf andere Personen und eine Sache. Eigentum definiert rechtlich die Exklusion Dritter von der Verfügung über eine Sache.</p>
<p>»Konkrete Nutzung« und »abstraktes Rechtsverhältnis« markieren hier also den Unterschied. Ich verwende gerne folgendes Beispiel, um den Unterschied zu veranschaulichen: Als Eigentümer einer Wohnung muss ich nie einen Fuß in dieselbe gesetzt haben, dennoch kann ich über die Wohnung verfügen, weil Dritte von der Verfügung a priori ausgeschlossen sind. Diesen Ausschluss hebe ich vertraglich gegenüber einem Mieter auf, der die Wohnung fortan besitzt, also tatsächlich bewohnt. Der Eigentümer verfügt über die Wohnung rechtlich, der Mieter besitzt sie tatsächlich.</p>
<p>Die Konsequenzen dieser Differenzierung sind weitreichend. Ich will sie kurz diskutieren, auch in Bezug auf deinen Text.</p>
<p>Wer behauptet, es gäbe keinen Unterschied zwischen dem Eigentum an stofflichen und nichtstofflichen Gütern, liegt völlig richtig. Es gibt keinen, weil Eigentum ausschließlich eine abstrakte Rechtsbestimmung ist, die andere von der (rechtlich legitimen) Verfügung über die Sache ausschließt. Der Einwand, nichtstoffliche »nichtrivale« Güter, etwa Wissen, könne man doch aber nahezu aufwandslos kopieren, während »rivale« Güter sich verbrauchen und immer wieder hergestellt werden müssten, geht fehlt, weil er gar nicht die Dimension »Eigentum«, sondern die Dimension »Besitz«, also die konkrete Nutzung adressiert.</p>
<p>Das subjektive Empfinden »das gehört mir« (wie in der Geschichte mit deiner Freundin illustriert) hat zunächst nichts mit dem »geistigen Eigentum« zu tun. Es geht hier bestenfalls um »geistigen Besitz«, wenn man den Kampfbegriff umschreiben wollte. Denn das ist »geistiges Eigentum« tatsächlich: ein Kampfbegriff der (ganz unverblümt gesagt) Urheberrechtsextremisten. Durch die bewusste oder unbewusste Vermischung der Dimensionen »Eigentum« und »Besitz« wird suggeriert, es gehe um einen »Diebstahl« u. dgl. Das ist Propaganda und Ideologie im Kampf ums Geld.</p>
<p>Die Unterscheidung von Eigentum und Besitz hat auch Konsequenzen für die Sicht auf die Frage des »Teilens« (sharing). Teilen, das sollte deutlich geworden sein, bezieht sich auf die Dimension des konkreten Besitzens, etwa wenn deine Freundin ihren Roman nicht teilen möchte, weil ihr die Charaktere ans Herz gewachsen sind. Genauso möchtest du etwa deinen Tisch nicht teilen, weil du ihn auf absehbare Zeit brauchst (interessant, dass du beim Tisch vom »besitzen« redest und sonst immer vom Eigentum!).</p>
<p>Das Umgekehrte ist aber genauso denk- und machbar: Du teilst deine Geschichte, dein Wissen usw. mit anderen, und du teilst deinen Tisch mit anderen, in dem du ihn weitergibst. Der Unterschied ist »nur«, dass das Teilen des Wissens tatsächlich parallel für beliebig viele Leute geht, während das Teilen stofflicher Güter eine Serialität der Benutzung oder echte »Aufteilung« erfordert. Was man aber nicht sagen kann, ist: nichtstoffliche Güter sind teilbar und stoffliche Güter nicht. Die Teilbarkeit stofflicher Güter erlebt derzeit gerade einen <a href="http://www.shareable.net/">Boom</a>, Bücher über die sich ausbreitende »sharing economy« sind erschienen.</p>
<p>Das alles hat nicht viel mit dem Eigentum zu tun. Teilen geht auch auf Grundlage unterschiedlicher Eigentumsformen. Die <a href="http://keimform.de/2012/commons-buch-erschienen/">Commons</a> zeigen das ganz deutlich, Elinor Ostrom hat dafür einen Nobelpreis bekommen. Und auf einer endlichen Erde bleibt uns letztlich nichts anderes übrig, als über ein sinnvolles Teilen von Ressourcen nachzudenken.</p>
<p>Was heißt das nun für die Urheberrechtsdebatte? Aus meiner Sicht muss man sich ehrlich klar machen, dass Eigentum <em>immer</em> mit dem Ausschluss anderer zu tun hat. Da dieser Ausschluss allein rechtlich (sanktioniert via Staat) läuft, gibt es keinen Unterschied bezüglich der Beschaffenheit des Gutes. Jene, die also eine Besonderheit nichtstofflicher Güter reklamieren, können dies nicht über die Dimension Eigentum tun, sondern nur über die Dimension Besitz. Doch wie die kurze Diskussion des Teilens zeigt, liegen auch hier keine Welten zwischen nichtstofflichen und stofflichen Gütern.</p>
<p>Die Frage ist allein, in welcher Gesellschaft wir leben wollen. Das steht eigentlich hinter dem Streit, und das sollte man ehrlich sagen: Wollen wir eine Gesellschaft, die auf Ausschluss jeweils Dritter basiert, oder wollen wir eine Gesellschaft, die die maximale Inklusion möglichst aller anstrebt. Im zweiten Fall muss man allerdings das Eigentum insgesamt in Frage stellen (und nicht nur das »geistige«) und über neue Formen des Besitzes nachdenken. Das ist es jedoch, was »piratige« bis »linke« Ansätze noch nicht mal ansatzweise gedanklich hinbekommen. Der Commons-Ansatz bietet hier neue Anknüpfungspunkte.</p>
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		<title>Occupying the Commons</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Mar 2012 05:03:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Praxis-Reflexionen]]></category>
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		<description><![CDATA[The following documentary about the occupation of the Teatro Valle in Rome, the oldest theater in Italy, is part of a project to the study the practice of the Commons. The aim of the project is to explore the connection between the occupation movements of 2011 &#38; 2012 with the paradigm of the commons. Read [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>The following documentary about the occupation of the Teatro Valle in Rome, the oldest theater in Italy, is part of a project to the study the practice of the Commons. The aim of the project is to explore the connection between the occupation movements of 2011 &amp; 2012 with the paradigm of the commons.</p>
<p><iframe title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="549" height="339" src="http://www.youtube.com/embed/2GIODnGx41s" frameborder="0" allowFullScreen="true"> </iframe></p>
<p>Read more about the relationship between occupation movements and the commons in an <a href="http://www.commonssense.it/s1/?page_id=938">interview with Saki Bailey</a>, director of the documentary.</p>
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		<title>Facebook beansprucht »face« und »book« exklusiv</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Mar 2012 05:19:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Feindbeobachtung]]></category>
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		<description><![CDATA[Wolltest du &#8212; Facebook-User wie fast alle &#8212; immer schon mal eine Website aufmachen oder eine Firma gründen, die auf den Namen »xy-book« hört? Oder irgendwas mit »face« im Namen? Schlechte Idee, denn Facebook beansprucht etliche Wörter exklusiv: You will not use our copyrights or trademarks (including Facebook, the Facebook, and F Logos, FB, Face, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wolltest du &#8212; Facebook-User wie fast alle &#8212; immer schon mal eine Website aufmachen oder eine Firma gründen, die auf den Namen »xy-book« hört? Oder irgendwas mit »face« im Namen? Schlechte Idee, denn Facebook beansprucht etliche Wörter exklusiv:</p>
<blockquote><p><em>You will not use our copyrights or trademarks (including Facebook, the Facebook, and F Logos, FB, Face, Poke, Book, and Wall), or any confusingly similar marks, except as expressly permitted by our Brand Usage Guidelines or with our prior written consent.</em></p></blockquote>
<p>Facebook besitzt mehr als 70 Trademarks (Markenrechte) auf normale Wörter wie »face« oder »like« &#8212; »book« gehört noch nicht dazu, aber das spielt eh keine Rolle. Denn als Facebook-User hast du die Nutzungsbedingungen akzeptiert &#8212; inklusive aller Änderungen &#8212; und somit zugestimmt, dass du all jene Worte nicht benutzen wirst. Und Facebook ist nicht zimperlich mit Klagen: Die Reisesite Placebook wurde von Facebook zur Namensänderung gezwungen, und <a href="http://teachbook.com/">Teachbook</a>, eine Site für Lehrer_innen, wird ebenfalls bedroht.</p>
<p>Es geht hier also nicht nur um absurde Formen von angeblichen Verstößen gegen das »geistige Eigentum«, sondern um ebenso absurde Formen des Abstrafens missliebiger Konkurrenz auf dem Wege des Vertragsrechts. [<a href="http://rt.com/news/facebook-trademark-book-revised-agreement-468/">via</a>]</p>
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		<title>Was die Marxistinnen sagen</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Feb 2012 06:40:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(Crossposting: Dieser Text erscheint gleichzeitig bei Principien, wo er den dritten Teil einer Mini-Serie bildet. Der erste Teil ist nach der Diskussion, die ich im Anschluss mit einem freischaffenden Künstler führte, und in deren Verlauf ich meine Haltung revidiert habe, eigentlich obsolet. Im zweiten Teil argumentiere ich u.a. für eine bilaterale rhetorische Abrüstung: Wir sollten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(Crossposting: Dieser Text erscheint gleichzeitig bei <a href="http://principien.de/">Principien</a>, wo er den dritten Teil einer Mini-Serie bildet. Der <a href="http://principien.de/ad-acta-freie-kuenstler/">erste Teil</a> ist nach der Diskussion, die ich im Anschluss mit einem freischaffenden Künstler führte, und in deren Verlauf ich meine Haltung revidiert habe, eigentlich obsolet. Im <a href="http://principien.de/ad-acta-ii-die-diskussion/">zweiten Teil</a> argumentiere ich u.a. für eine bilaterale rhetorische Abrüstung: Wir sollten aufhören, von Teilen&amp;Tauschen zu sprechen, wenn dafür die Gegenseite auf den Diebstahl-Vorwurf verzichtet. Er ist außerdem der Ausgangspunkt des folgenden Artikels.)</p>
<p>In der <a href="http://principien.de/ad-acta-ii-die-diskussion/">Diskussion</a> um ACTA und das Urheberrecht haben die Progressiven einen argumentativen Sieg gegen die Konservativen errungen. Er hinterlässt aber einen bitteren Beigeschmack. Ja, er fühlt sich fast an wie eine Niederlage. Der Fortschritt soll die Künstlerinnen überflüssig machen? Ist das die Pointe? Sollten wir dann nicht doch besser beim konservativen Modell bleiben?</p>
<p>Eine dritte Gruppe hat der Diskussion bislang schweigend, an manchen Stellen kopfschüttelnd zugehört: die Marxistinnen. Nun spucken sie aus und pfeifen durch die Zähne, «ppfff». (Marxistinnen wirken oft ein bisschen arrogant, weil sie meinen, immer alles besser zu verstehen. Das haben sie von ihrem großen Guru gelernt, der ein Meister im Besserwissen war – in beiden Bedeutungen des Wortes.) Sie sagen, was Marxistinnen am liebsten sagen: «Die Diskussion steht doch auf dem Kopf, wir müssen sie auf die Füße stellen». Das geht so:</p>
<p>Es sei doch offensichtlich, dass es um die Künstlerinnen überhaupt nicht gehe. Als hätten sich Staat und Kapital je ernsthaft um den Zustand der Kunst geschert. Kapital wolle akkumulieren und kapitalistische Staaten müssten (sonst hörten sie auf, solche zu sein, was sie nicht könnten, solange es den Kapitalismus gibt bzw. umgekehrt) dafür sorgen, dass entsprechende Bedingungen herrschen. So auch hier: bei HADOPI/SOPA/ACTA und was ihnen noch so alles einfallen möge, gehe es letztlich immer um dasselbe. Es solle mit diesen Gesetzen gewährleistet werden, dass das Kapital im kulturindustriellen Sektor weiter akkumulieren könne. Das sei im Übrigen kein Geheimnis, da die Musik- und Filmbranche selbst fast genau das sagten. Nur in anderen Worten: <a href="http://www.zeit.de/kultur/musik/2011-01/digital-music-report">Arbeitsplätze seien gefährdet</a>.</p>
<p>Das ganze Geraune von wegen «die Kunst» wäre bedroht, sei doch nur die <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/urheberrecht-unter-piraten-1768330.html">übliche Leier</a> der integrierten Intellektuellen (nützlichen Idiotinnen) in den bürgerlichen Feuilletons. Sie trage das Merkmal, an dem man Ideologie immer erkenne, nämlich an der eigentümlichen Mischung aus (1.) Schein-Plausibilität, (2.) krassem Widerspruch zu allen bekannten Fakten und (3.) einer Herrschaft stabilisierenden Funktion. Kunst habe es in allen höher entwickelten Kulturen gegeben. Ihre Warenförmigkeit sei die historische Ausnahme, nicht die Regel, auf gar keinen Fall aber ihre <em>conditio sine qua non</em>.</p>
<p>Solange die Künstlerinnen nicht erkennten, dass sie sich von den Strukturen des ihre Arbeitskraft ausbeutenden Kapitalsektors befreien müssten, blieben sie in einer Logik gefangen, die ihren Interessen nur scheinbar entspräche, ihnen in Wirklichkeit jedoch entgegenstünde. Namentlich sei dies die Logik der Managerinnen und Vertriebsfirmen, die von ihrem Produkt den Mehrwert abzweigten und behaupteten, es sei leider nicht anders möglich.</p>
<p>Nun habe sich aber mit der Produktivkraftsteigerung durch das Internet die historisch neuartige Situation ergeben, dass die partikulare Befreiung der Künstlerinnen dem Ende der kapitalistischen Vergesellschaftung nicht mehr logisch nachgeordnet sei. Dies aus folgendem Grund: Durch die Möglichkeit, die in Daten vorliegende Kunst <em>beliebig oft und qualitätsverlustfrei zu kopieren</em> (was nebenbei die Distributionskosten entfallen lasse), sei riesiger gesellschaftlicher Reichtum entstanden, der leichter als je zuvor ohne Tausch anzueignen sei. So werde er massenhaft seiner Warenform entkleidet (verliere seinen Tauschwert), und sei daher nur mit außerökonomischen, gewaltsamen Mitteln zu verknappen.</p>
<p>Diese künstliche Verknappung sei genau Zweck des zum Copyright verschärften Urheberrechts, dessen Geltung der Staatsapparat durchsetzen müsse. (Gern auch mal mit der mittelalterlichen Methode des Exempels. Das ließe schon auf eine gewisse Verzweifelung schließen, auf einen widerwärtigen Zynismus jedenfalls.) Denn wo keine Knappheit und keine Warenform – dort keine Kapitalakkumulation. Digitaler Kommunismus sei aus diesem Grund trotz und innerhalb der dominanten kapitalistischen Produktionsweise möglich, wie P2P und Commons-based Peer Production zeigten.</p>
<p>Der Kampf für ACTA/SOPA/HADOPI sei also im Kern: kein Kampf für die Rechte der Künstlerinnen, mitnichten! Sondern der Überlebenskampf des kulturindustriellen Sektors, der sich nur ideologisch als Kampf für die Künstlerinneninteressen artikuliere. Für sie, die Marxistinnen, hinge nun alles daran – dies sei <em>das politische Gebot der Stunde!</em> – mit den Künstlerinnen eine Allianz zu suchen. Also nicht auf den Schein-Antagonismus hereinzufallen, den die Logik des Kapitals konstruiere. Sondern mit ihnen <em>gemeinsam</em> Maßnahmen zu ergreifen, die den Künstlerinnen in einer Übergangsphase (der Phase des Kampfes gegen die Industrie) den Lebensunterhalt sicherten. Dies sei keine leere Formel, keine Utopie; die bereits erfolgreich praktizierten Freiwilligkeitsmodelle gäben die Richtung an. Und einfache Rechnungen könnten deren beiderseitige Vorteile beweisen.</p>
<p>Dieser Kampf möge reformistisch wirken, da er nicht die Forderung nach sofortiger Revolution beinhalte. Er sei es nicht. Denn die Entkapitalisierung der Kunst, der Kulturindustrie, stelle – im Zusammenspiel mit der nicht mehr verschwindenden allgemeinen Krise – für den Kapitalismus nicht weniger als den Anfang vom Ende dar. Für die Menschen den ersten Schritt in die Freiheit.</p>
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		<title>SOPA, ACTA, Urheberrecht = Marktwirtschaft</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Feb 2012 11:02:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[kapitalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[SPONs Konrad Lischka wirft sich in die Bresche: Wer die Markwirtschaft (sic!) akzeptiert, aber Urhebern das Recht aufs Wirtschaften abspricht, ist ein Heuchler. Er hat ja sowas von recht. Allerdings ganz anders als er denkt. Lischka echauffiert sich über die Anti-SOPA- und Anti-ACTA-Proteste, deren Stoßrichtung er so sieht: Das Urheberrecht ist das eigentliche Übel, ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,814276,00.html">SPONs Konrad Lischka wirft</a> sich in die Bresche:</p>
<blockquote><p><em>Wer die Markwirtschaft</em> (sic!) <em>akzeptiert, aber Urhebern das Recht aufs Wirtschaften abspricht, ist ein Heuchler.</em></p></blockquote>
<p>Er hat ja sowas von recht. Allerdings ganz anders als er denkt.</p>
<p>Lischka echauffiert sich über die <a href="http://keimform.de/2012/internet-blackout-tag-18-januar-2012/">Anti-SOPA</a>- und <a href="http://keimform.de/2012/acta-kicken/">Anti-ACTA</a>-Proteste, deren Stoßrichtung er so sieht:</p>
<blockquote><p><em>Das Urheberrecht ist das eigentliche Übel, ein vormodernes Überbleibsel aus analogen Zeiten, das heute die Freiheit fast aller Menschen einschränkt, nur einer winzigen Minderheit nützt.</em></p></blockquote>
<p>Das ginge ja nun nicht. Eigentlich ist das Urheberrecht nämlich ganz toll, es sei geradezu ein Freiheitsgesetz. Es ermögliche die Selbstverwertung.</p>
<p>Auch die übliche Polemik gegen die Content-Mafia sei daneben, denn letztlich ermögliche das Urheberrecht an dieser Mafia teilzuhaben. Das Urheberrecht ermögliche ein Einkommen (auch Kleinvieh macht Mist&#8230;), und die Urheber (ja, nur Männer) hätten die Möglichkeit, ihre Rechte an einen Verwerter zu verkaufen, um sich »aufs Schreiben, Komponieren, Gestalten zu konzentrieren statt selbst zu vermarkten«. Dass »vermarkten« nicht erst dann stattfindet, wenn man Rechte an Verwerter verkauft, sondern schon bei jenem »Schreiben, Komponieren, Gestalten« auf die Verkaufbarkeit hin, kommt dem Autor nicht in den Sinn. Aber das nur am Rande.</p>
<p>Der wichtigste Punkt trifft nämlich voll ins Schwarze.</p>
<p>Im <a href="http://www.stopactaberlin.de/aufruf/">Aufruf zur Anti-ACTA-Demo in Berlin</a>, die heute stattfindet, lautet eine Forderung:</p>
<blockquote><p><em>Wir setzen uns <strong>für ein modernes, verständliches und menschenfreundliches Urheberrecht</strong> ein, das die Interessen von Kreativen und Nutzern vereint.</em></p></blockquote>
<p>Hübsch. Haben auch wir als <a href="http://www.stopactaberlin.de/unterstuetzer/" class="broken_link">mitaufrufender</a> Blog unterstützt. Es ist eine subversive Forderung. Denn bei Lichte besehen &#8212; und darauf weist Lischka hin &#8212; kann es das nicht geben: Vereinigung der Interessen von Kreativen und Nutzern. Es bedeutet nämlich übersetzt, die Interessen von Verkäufern und Käufern zu vereinen. Doch die einen wollen viel einnehmen (oder wenigstens etwas) und die anderen wollen wenig (am liebsten gar nichts) ausgeben. Ergo: Die Interessen lassen sich nicht vereinen, sie sind gegensätzlich, einander ausschließend, geradezu feindlich. Andere reden daher statt von einer »Vereinigung« auch lieber von »Balance«, aber wie die definiert soll, habe ich noch nie verstanden.</p>
<p>Modern, verständlich und menschenfreundlich hingegen wäre es, das <a href="http://keimform.de/2007/eine-welt-ohne-urheberrecht/">Urheberrecht abzuschaffen</a>. Doch das geht nicht so einfach, sagt Lischka. Es sei befremdlich, dass</p>
<blockquote><p><em>&#8230;die Kritiker niemals die kapitalistische Marktwirtschaft an sich in Frage stellen. Wenn man aber eine kapitalistische Marktwirtschaft für Kultur anzweifelt, kann man nicht gleichzeitig befürworten, dass neue Verwerter wie Apple, Google und Facebook Öffentlichkeit im Netz privatwirtschaftlich strukturieren.</em></p></blockquote>
<p>Genau. Stimmt. That&#8217;s it. Wer vom Kapitalismus nicht reden will, soll vom Urheberrecht schweigen. Und dann aber auch von SOPA, ACTA und Co. Das ist ein logischer Zusammenhang. Und an den wollen viele Kritiker_innen tatsächlich nicht ran. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß. Gut erkannt, Konrad.</p>
<p>[Update] Die Frage ist dann nur konsequent: <a href="http://netzpolitik.org/2012/wisst-ihr-acta-demonstranten-das-ihr-fur-diebstagl-auf-die-strase-geht/">Wisst Ihr ACTA-Demonstranten, dass ihr für Diebstahl auf die Straße geht?</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>The unissued recordings of Vladimir Horowitz: An example of copyright endangering culture?</title>
		<link>http://keimform.de/2012/the-unissued-recordings-of-horowitz/</link>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 20:14:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Siefkes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigentumsfragen]]></category>
		<category><![CDATA[English]]></category>
		<category><![CDATA[Feindbeobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[community]]></category>
		<category><![CDATA[copyright]]></category>
		<category><![CDATA[horowitz]]></category>
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		<category><![CDATA[youtube]]></category>

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		<description><![CDATA[Interview with Bernie Horowitz (The Horowitz Website) Today, copyright influences strongly how cultural works are produced, who can access them, and how they can (or cannot) be used and shared. An important problem connected with the current strict copyright practices is the danger of confinement, degradation or even loss of important cultural heritage. The world-famous [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="right" src="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/01/Abbildung1.jpg" alt="Vladimir Horowitz" width="261" height="304" align="right" /><em>Interview with Bernie Horowitz (The Horowitz Website)</em></p>
<p>Today, copyright influences strongly how cultural works are produced, who can access them, and how they can (or cannot) be used and shared. An important problem connected with the current strict copyright practices is the danger of confinement, degradation or even loss of important cultural heritage.</p>
<p>The world-famous artist <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Vladimir_Horowitz">Vladimir Horowitz</a> is a striking example for these problems: His recordings are highly esteemed by critics and fans alike; nonetheless, a significant part of them remain unpublished, in locations without access of public or conservation specialists, and thus in danger of permanent loss.</p>
<p>The following interview discusses the reasons for these problems, as well as implications for general copyright practices, with Bernie Horowitz, administrator of <a href="http://www.vladimirhorowitz.hostzi.com/">The Horowitz Website</a>, enthusiast and collector.</p>
<p>(1) <em>Over 20 years after his death, Vladimir Horowitz is still one of the most famous pianists. Why?</em></p>
<p>Bernie Horowitz: One doesn’t have to be a classical music aficionado to experience Vladimir Horowitz’s overwhelming nervous intensity.</p>
<p>Some admire Horowitz for this singular quality and others do not. But, Horowitz must not be reduced to one attribute – he was an exceptionally versatile musician who was equally capable of <a href="http://www.youtube.com/watch?v=qq7ncjhSqtk">moving listeners to tears</a>. (German users need the <a title="Stealthy extension" href="https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/stealthy" class="broken_link">Stealthy extension</a> for Firefox for this and most other videos.)</p>
<p>(2) <em>Considering his fame, many people will be surprised that a significant part of his recordings remains unpublished. Can you make a rough estimate which how many of his live recordings (excluding pirate recordings) are blocked?</em></p>
<p>BH: For an inventory of what Sony has in its vault, please see <a href="http://www.vladimirhorowitz.hostzi.com/1_33_Unreleased-Horowitz-Material-SONY-.html">here</a>. Specific programming information about each individual concert is available <a href="http://www.vladimirhorowitz.hostzi.com/1_6_Live-Recordings.html">here</a>. (I think the focus should be on the unreleased live recordings, from the 1945-50 period, but especially 1966-68 (which have presumably been preserved in high-quality sound, unlike the “private” recordings).</p>
<p>(3) <em>How important are the unreleased Horowitz recordings? What is at stake for music fans?</em></p>
<p>BH: It is widely accepted that Horowitz’s live performances are superior to those he recorded in the studio. But RCA did not begin recording Horowitz’s live recitals until 1951, when he was forty-seven years old. While RCA finally decided to start recording Horowitz live in 1951, he retired from the stage in 1953 (after only three recitals had been recorded) and didn’t return until 1965 (when he was sixty-one years old), before retiring again in 1969. Hence, arguably the greatest pianist of the twentieth century was recorded in his prime, in live solo performance by his recording company on just twenty occasions; three times between 1951 and 1953 (between the ages of 47 and 49), and seventeen times between 1965 and 1968 (ages 61 and 65). Of the latter group, most remain entirely unreleased except for a few fragments. A complete list of Horowitz’ live recordings can be found <a href="http://vladimirhorowitz.hostzi.com/1_35_Live-Recordings-new-.html">here</a>.</p>
<p>(4) <em>From 1945 to 1950, Horowitz paid an engineer to record his performances at Carnegie Hall. Why has Sony the rights to these “Yale recordings,” which were donated by Horowitz to Yale University?</em></p>
<p>BH: This is a very complicated issue, and my understanding is limited; the Horowitz Estate owns the Yale recordings, but Sony possesses the licensing rights. There’s also a cornucopia of conditions for the approval of releases and the disbursal of profits from sales. I’ll say a bit more about this in response to other questions below, but I don’t want to speculate about subjects I don’t fully understand.</p>
<p>(5) <em>A small part of the “Yale recordings” was issued on 3 CDs in 2009/10. How did this come about, and is there a chance of further releases?</em></p>
<p>BH: After Horowitz’s death in 1989, his producer, Thomas Frost, and engineer Jon Samuels listened to all the “private” recordings. They agreed that the material should be evaluated for commercial release. Frost approached Horowitz’ wife, Wanda (Toscanini-Horowitz), about issuing the “private” recordings, but the releases were restricted to pieces which Horowitz had never otherwise recorded. This substantially limited Frost’s options. However, he presented Wanda with a compendium of recordings from the collection, enough music to fill two CD’s. Wanda approved the releases, but vetoed two specific selections: Horowitz’s only existing performances of Franz Liszt’s <a href="http://www.youtube.com/watch?v=lnp2HQ-RCDE">St. Francis Walks on the Water</a> and Mili Balakirev’s <a href="http://www.youtube.com/watch?v=yJAHIE272Wo">Islamey</a>. Both these recordings (finally released just recently) feature unbridled virtuosity and staggering technical command. After years of reading critics assaulting the depth of Horowitz’s musicianship, Wanda was fed up. She apparently decided that no matter how well-played, these two pieces wouldn’t serve the best interests of her husband’s reputation, along with many other performances from the collection.</p>
<p>I don’t know about further releases – I’m in no way affiliated with the Horowitz Estate, Sony, or professionally involved with music, I’m just a dilettante.</p>
<p>(6) <em>What do we know about Horowitz’ position on these recordings, which he donated to Yale University?</em></p>
<p>BH: Horowitz said more about this than people realize, including interviews and press conferences. I recall at least one instance where a questioner asked directly Horowitz about releasing the private recordings (which were known to insiders at the time because he would play them for guests at home), and he complained about the sound quality and said that he thought it precluded commercial release of the material.</p>
<p>In a recorded interview with Don Newlands of the CBC in 1975, Horowitz <a href="http://www.youtube.com/watch?v=v_Ebm-cHekE&amp;feature=related">discussed his performances of the Brahms 2nd Piano concerto</a> with Toscanini and Bruno Walter (see 5:29), the conductor with whom Horowitz said that he worked best. The Walter recording (recorded live at Carnegie Hall on April 8 or 9, 1948) is one of those locked up at Yale. I think it’s implicitly clear from the CBC interview which one Horowitz preferred.</p>
<p>I’ve heard from a third-hand account (from somebody who spoke to a Yale student who listened to the Walter recording in the early 1990’s) that the Brahms performance in question is excellent, vastly superior to the recordings with Toscanini. It’s a shame that this recording remains unreleased, because all other existing Horowitz recordings of the piece were conducted by Toscanini, and I (and many others) don’t find them to be so great.</p>
<p>(7) <em>The recordings in Yale are accessible to visitors (in accordance with the function of the archive). These recordings were originally made on acetate disks susceptible to scratching or breaking (one disk had already broken before the donation was made). Has it been it possible to make backup copies, or are the only existing copies played for the visitors?</em></p>
<p>BH: The acetates were transferred to tape immediately upon their donation to Yale. Unfortunately, judging from the sound of the 1994-5 releases relative to those from 2009-10, the originals are apparently still utilized for new releases, and it sounds as though they’ve deteriorated over the past fifteen years.</p>
<p>(8) <em>Furthermore, there exist professional recordings of live performances from 1966 to 1968. How valuable are these recordings? What reasons might Sony have for not publishing this material, as well as the Yale recordings?</em></p>
<p>BH: The Yale recordings and the 1966-68 CBS recordings fall into different categories. If I understand correctly, in the case of the former, the Horowitz Estate actually owns the recordings, while Sony has the licensing. The latter are owned by Sony rather than the Estate (but the Estate still controls an uncommonly sizable portion of the royalties, of which most go to charities). As per the examples I presented above, the only possible answer I can imagine for the CBS recordings not being released is money; Sony probably doesn’t anticipate a profit.</p>
<p>(9) <em>Some pirate recordings in bad sound that are in circulation show these to have been spectacular concerts.</em></p>
<p>BH: I don’t think there can be any possible doubt as to the musical merit of releasing the 1966-68 recordings. Just listen to Horowitz’s “Vallée d’Obermann” from December 10, 1966 (see below); imagine that in professional-grade sound!!</p>
<p>The 1966-68 period reflects the only time of Horowitz’s prime career during which he was professionally recorded in live performance on a regular basis. Navigating the high seas (Horowitz and his wife could be very difficult when it came to releasing recordings), and utilizing a few selections of these live recordings, Frost produced award-winning recordings released in 1967, 1968 and 1971 (in addition to one every year from 1962-65).</p>
<p>Interestingly, most of the Horowitz recitals recorded by Columbia from 1966-68 were also recorded by members of the audience, who’d smuggled in recording equipment. And, while these recordings often feature very poor sound quality, they suggest that as with Wanda’s preferences with the posthumous release of her husband’s “private” recordings, the selections released by Columbia from the 1966-68 period may have been selected partially in accordance with Wanda’s distaste for recordings in which Horowitz’s virtuosity was abundant. I could argue at length, but will simply present two examples.</p>
<p>Horowitz’s commercial “live” (edited and spliced) recording of <a href="http://www.youtube.com/watch?v=aDH9xdeZjsw">Liszt’s “Vallée d’Obermann,” from November 27, 1966</a>. (German users need the <a title="Stealthy extension" href="https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/stealthy" class="broken_link">Stealthy extension</a>.)</p>
<p>Horowitz’s performance of Liszt’s “Vallée d’Obermann” from December 10, 1966, recorded from the audience (also recorded by CBS and held in the Sony vault).</p>
<p><iframe title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="549" height="442" src="http://www.youtube.com/embed/mvgnqIZHPrY" frameborder="0" allowFullScreen="true"> </iframe></p>
<p>Horowitz’s commercial live recording of the final movement of (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=8XLk_-fukbo">Rachmaninoff’s Second Sonata from December 15, 1968</a>).</p>
<p>Horowitz’s performance of the final movement of Rachmaninoff’s Second Sonata from May 12, 1968, recorded from the audience &#8211; also recorded by CBS and held in the Sony vault:</p>
<p><iframe title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="549" height="442" src="http://www.youtube.com/embed/rCPTxoGvjJ8" frameborder="0" allowFullScreen="true"> </iframe></p>
<p>(10) <em>Is there a danger of deterioration or loss to the unissued Horowitz recordings in the vaults of Sony? Is anything known about their condition?</em></p>
<p>BH: I don’t know about the condition of the recordings in the Sony vault. But, my hope is that by 1966, recording technologies had advanced to the point that recordings wouldn’t deteriorate very much over time.</p>
<p>(11) <em>In 2009, Sony issued a big 70-CD-“Original Jacket Collection”, which included only a small percentage of unreleased material. Why do you think Sony gave this project priority over the unpublished material?</em></p>
<p>BH: My guess would be finance. It would be much cheaper for Sony to issue the “Original Jacket Collection” without paying engineers and producers to collate previously unreleased material. From Sony’s perspective this would be a matter of mere “opportunity cost.” How many people who considered purchasing the “Original Jacket Collection” know about the unreleased material? Would this dissuade them from making the purchase anyway? In my case, definitely – but I’m probably in the minority.</p>
<p>(12) <em>Is the fact that Horowitz donated the “Yale recordings” to the University a sign that he wanted them made available to the public?</em></p>
<p>BH: I think we have to make a distinction between the commercial release of the “Yale recordings” and the mere ability to access them through the archive.</p>
<p>There should never be any ambiguity about the fact that the Horowitz’s intended to make the recordings available to people who wanted to visit the archive and listen.</p>
<p>The isolation of the private recordings at Yale grossly discriminates against those who live in Asia and Europe. It’s enough that people who live outside the northeastern US have to visit New Haven, Connecticut to hear these recordings – but there’s more: the archive is so poorly staffed and over-booked that appointment-making is tedious and must be done far in advance. Towards the end of his life, Horowitz took pains to cater to his fans abroad, first with a special “International” concert on May 7, 1978 (most of the tickets were sold to people who lived outside the US), and then with his tours to Japan and Europe between 1983-87.</p>
<p>On the question of the recordings being commercially issued, as was the case with releases during his lifetime, I think Horowitz (and Wanda) would have been highly selective and reluctant. As for Horowitz himself, we must remember that he was the sort of person who on numerous occasions had releases blocked and recalled, and we know without doubt that substandard sound quality would have been a significant (if not decisive) consideration in his mind. But, at the very least, I think that he might have supported the release of the aforementioned Brahms 2nd Concerto with Bruno Walter, depending on its sound quality. It should also be noted that as long as Wanda was alive, Horowitz couldn’t have arranged this release; can you imagine him telling Wanda that he didn’t like the other Brahms 2 performances because of her father’s conducting?</p>
<p>(13) <em>Supporters of strong copyright laws argue that market forces will ensure that works of great artists are made available to the public. The example of Horowitz seems to prove the opposite – does this mean current copyright doesn’t work, and might endanger even the recorded heritage of world-renowned artists?</em></p>
<p>BH: The purpose of copyright laws is to protect artists’ control of their own material; should they wish to withhold certain segments of their output, that’s their right. I’m not aware of any facet of copyright law which incorporates the public interest in access to restricted, copyrighted material.</p>
<p>But, with respect to artists restricting access to their own material, I don’t feel that copyright is something we should worry too much about. I’d posit that in most such cases, the death of the artist or generator of the restricted material ultimately facilitates access. Yes, there are extreme instances where unreasonable people have made it impossible for certain material to ever see the light of day after they die. (I vaguely recall reading in Robert Dallek’s Nixon and Kissinger that Nixon’s physician recently made arrangements precluding public access to Nixon’s medical files for the next 75 years!) In most cases, however, the death of the artist voids such restrictions. I think the problem is merely that market forces no longer reflect the proclivities of consumers. If we were dealing with 1980’s-grade technology today, wouldn’t you agree that Horowitz recordings would sell many more individual copies? As for the current landscape, I can’t conceive of an electronic mechanism which could prevent CD-burning and file sharing, somehow assuring that each consumer seeking a certain recording would have to make a purchase.</p>
<p>If Sony releases a brand new Horowitz CD which contains the unreleased recordings, a few people will purchase copies and then share them online. Sony would never recover their costs (if substantial) because so few people would actually pay.</p>
<p>(14) <em>Horowitz died in 1989, and his wife, Wanda Toscanini-Horowitz, in 1998. Today, “the Estate of Vladimir Horowitz” is represented by Allan Steckler, who has to approve every new publication. Has there been a clear policy regarding unissued material from their side?</em></p>
<p>BH: Yes, Allan Steckler exercises de facto control over any releases by the Horowitz Estate. Mr. Steckler has never publicly expressed any sort of “policy” for such releases. There are a number of other legal complications which I won’t address; there are others who have jurisdiction (and veto power) over releases, and there also exist special conditions affecting the disbursal of profits yielded by Horowitz recordings sales. Horowitz fans must not forget that Mr. Steckler is financially incentivized to issue as many Horowitz recordings as possible. If I thought Mr. Steckler were the person who actually selected the materials for recent releases (from the Yale collection), I would hold it against him. However, he’s not.</p>
<p>Horowitz fans concur that many of the selections included in the recent “Yale” releases were incomprehensible. Purely on the basis of piece selection (and not sound quality, which I cannot evaluate), the selections were a mere tease. Nobody wanted to hear another Horowitz recording of the Schumann Fantasie or Chopin Barcarolle (both in poor sound) and least of all a collection of Haydn and Beethoven Sonatas. If given a choice, this was the Yale material which Horowitz fans wanted to hear least!</p>
<p>(15) <em>Would it make sense for fans of Horowitz to write to Sony and/or to Allan Steckler, or even to initiate a campaign for release of the unissued recordings?</em></p>
<p>BH: Only an incorrigible optimist would suggest that such a campaign might make a difference. I think the only way the situation will change is if some noble soul conducted an armed robbery of the Sony vault as well as the Yale archive. Who’s with me?! To be serious, under present circumstances, I think that encouraging the release of the 1966-68 material would require intervention at the top level of the Sony Classical bureaucracy.</p>
<p>From what I can tell, Horowitz is more popular in Asia and Europe than in the United States. I don’t think this problem would be solved by fan mobilization.</p>
<p>I should also point out that Sony Classical has been in a state of upheaval lately. They recently switched CEO’s, and rarely seem to dig into their archives. Even if all the support for Horowitz was somehow projected, I don’t know that it would make a difference under present conditions.</p>
<p>(16) <em>Companies now control a major part of our cultural heritage. Obviously, they have thus gained an important cultural function. Do you think they are aware of this responsibility?</em></p>
<p>BH: Ambrose Bierce famously said that corporations are an “ingenious device for obtaining individual profit without individual responsibility.” I’d be hesitant to attribute corporations any sort of collective consciousness. Then again, according to Citizens United v. Federal Election Commission (a 2010 US Supreme Court decision), corporations qualify as persons under the First Amendment (insofar as exercising political views in campaign ads, for example).</p>
<p>(17) <em>Taking into account that companies today fulfill functions traditionally given to archives and museums, would some kind of “cultural preservation law” make sense, obliging film and record companies to preserve, secure (by making copies) and publish material from the great artists (i.e. musical recordings, films etc.)?</em></p>
<p>BH: Though it’s a nice idea in principle, a government regulation mandating the preservation of certain historical recordings would be unfeasible. I don’t see how legislation could account for the selection process (it would be inconceivable to preserve everything). Furthermore, even if such a law were passed, industry lawyers would have a field day; any such mandate would impose a heavy cost burden on recording companies (which are struggling already) on the basis of affecting material that they already “own.” Hence, because it would be unrealistic to expect the companies to pay for these preservations, any such initiative would necessitate heavy government funding, an impossibility considering the current financial state of the US.</p>
<p>(18) <em>Speaking about copyright reform, different proposals have been made. Would a “use it or lose it” clause for companies (NOT private copyright-holders) make sense, requiring them to publish material in a certain timespan, otherwise giving copyright back to the authors or their heirs?</em></p>
<p>BH: I like the timespan idea. Why would a company suddenly decide to issue a recording that’s 50 years old? There should be a means by which recording companies make old recordings (which will never be issued) available to small consumer groups.</p>
<p>(19) <em>Other proposals currently discussed would shorten the length of copyright protection, e.g. ending it with the death of the creator of the work. Do you think that’s a good idea?</em></p>
<p>BH: I answered this partially in question #11; I think that what we’re dealing with in the case of Horowitz mostly isn’t a copyright problem, it’s a money/consumer expression problem. Besides, it would be a violation of basic principle to strip the copyright from the inheritors of an artist’s material. Realistically, I think any such policy would have to centrally focus on encouraging propagation of the content rather than stripping or limiting copyright or ownership.</p>
<h3>Conclusion</h3>
<p>(MS) The unissued recordings of Vladimir Horowitz are just one example of the access barriers which exist in many areas of culture today. If we don&#8217;t want to lose many fascinating works, we should think about new ways of organizing access to cultural works. Clear opposition by the creators themselves is the only reason where non-publication is legitimate. In the long term, copyright as we know it seems outdated &#8211; but we need a new way of production (<a href="http://keimform.de/2011/benefit-driven-production/">peer production</a>, as discussed on this blog) to replace it without hurting creators.</p>
<p>Those who care about unpublished and endangered works, however, can get active today. Fan communities might recognize their power to organize and petition copyright holders. One could also think about a law requiring publication of cultural works by the copyright holders under certain conditions (e.g. when a certain number of votes are cast in an online petition), or about the mentioned &#8220;use it or lose it&#8221;-clause that guarantees access to works if the copyright holders don&#8217;t manage publication. Even today, fan communities are very productive and contribute significantly to culture: fan fiction, fanzines and websites, and the sharing of pirate recordings (that even ten years ago would only have been accessible to a few elect people) over the Internet is commonplace.</p>
<p>Communities and fans already self-publicate works that weren&#8217;t accessible (examples are <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Project_Gutenberg">Project Gutenberg</a> for books and <a href="http://www.parnassusrecords.com/">Parnassus records</a> for classical music). However, copyright often limits these efforts. Probably, many fans would like to help with restoration and publication of Vladimir Horowitz&#8217; recordings, but due to current copyright conditions, the result of their communal work would depend on decisions not under their control and result in profit for others &#8211; factors that deter community engagement. We should therefore think about how we can enlarge the possibilities of communities to become directly involved in preservation, access to and publication of cultural works, by limiting copyright and granting access to those who take responsibility. Building on this, a new approach to sharing works and taking responsibility for them is possible, and a community-based culture can be created.</p>
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		<title>Jetzt gegen ACTA</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 09:40:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach SOPA/PIPA steht nun auf europäischer Ebene ACTA vor der Tür, das die Freiheit im Internet bedroht. Es kommt als »harmloses« Handelsabkommen daher, will aber neue »Standards gegen Produktpiraterie und Urheberrechtsverletzungen« etalieren. Das kennen wir schon. »Die EU« ist gestern dem Vertrag beigetreten. Was immer das heißt, der Ratifizierungsprozess ist noch nicht abgeschlossen. Erst müssen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/01/acta-droht.gif"><img class="right" title="ACTA droht" src="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/01/acta-droht-209x300.gif" alt="" width="209" height="300" align="right" /></a>Nach <a href="http://keimform.de/2012/internet-blackout-tag-18-januar-2012/">SOPA/PIPA</a> steht nun auf europäischer Ebene <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement">ACTA</a> vor der Tür, das die Freiheit im Internet bedroht. Es kommt als »harmloses« Handelsabkommen daher, will aber neue »Standards gegen Produktpiraterie und Urheberrechtsverletzungen« etalieren. Das kennen wir schon.</p>
<p>»Die EU« ist gestern dem Vertrag beigetreten. Was immer das heißt, der Ratifizierungsprozess ist noch nicht abgeschlossen. Erst müssen noch das EU-Parlament und der Bundestag für D-Land zustimmen. Kampagnen gegen die Ratifizierung sind angelaufen: <a href="http://www.avaaz.org/de/eu_save_the_internet/?cl=1535607868&amp;amp;v=12216">AVAAZ</a>, <a href="http://digitalegesellschaft.de/2011/11/mitmachen-stoppt-acta/">Digitale Gesellschaft</a>.</p>
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		<title>Be prepared: Defend our freedom to share</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 18:43:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Meretz</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Why <a href="http://keimform.de/2012/internet-blackout-tag-18-januar-2012/">SOPA and PIPA</a> is just the first step. Great talk of Clay Shirky.</p>
<p><object width="549" height="374" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="wmode" value="transparent" /><param name="bgColor" value="#ffffff" /><param name="flashvars" value="vu=http://video.ted.com/talk/stream/2012S/Blank/ClayShirky_2012S-320k.mp4&amp;su=http://images.ted.com/images/ted/tedindex/embed-posters/ClayShirky_2012S-embed.jpg&amp;vw=512&amp;vh=288&amp;ap=0&amp;ti=1329&amp;lang=en&amp;introDuration=15330&amp;adDuration=4000&amp;postAdDuration=830&amp;adKeys=talk=defend_our_freedom_to_share_or_why_sopa_is_a_bad_idea;year=2012;theme=media_that_matters;theme=master_storytellers;event=TEDSalon+NY2012;tag=Business;tag=Technology;tag=creativity;tag=media;tag=politics;&amp;preAdTag=tconf.ted/embed;tile=1;sz=512x288;" /><param name="src" value="http://video.ted.com/assets/player/swf/EmbedPlayer.swf" /><param name="pluginspace" value="http://www.macromedia.com/go/getflashplayer" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><embed width="549" height="374" type="application/x-shockwave-flash" src="http://video.ted.com/assets/player/swf/EmbedPlayer.swf" allowFullScreen="true" allowScriptAccess="always" wmode="transparent" bgColor="#ffffff" flashvars="vu=http://video.ted.com/talk/stream/2012S/Blank/ClayShirky_2012S-320k.mp4&amp;su=http://images.ted.com/images/ted/tedindex/embed-posters/ClayShirky_2012S-embed.jpg&amp;vw=512&amp;vh=288&amp;ap=0&amp;ti=1329&amp;lang=en&amp;introDuration=15330&amp;adDuration=4000&amp;postAdDuration=830&amp;adKeys=talk=defend_our_freedom_to_share_or_why_sopa_is_a_bad_idea;year=2012;theme=media_that_matters;theme=master_storytellers;event=TEDSalon+NY2012;tag=Business;tag=Technology;tag=creativity;tag=media;tag=politics;&amp;preAdTag=tconf.ted/embed;tile=1;sz=512x288;" pluginspace="http://www.macromedia.com/go/getflashplayer" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" /></object></p>
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