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	<title>keimform.de &#187; Arbeit &amp; Freiheit</title>
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	<description>Auf der Suche nach dem Neuen im Alten</description>
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		<title>Das System an seinen Wurzeln packen…</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 06:30:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine Steldinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeit & Freiheit]]></category>
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		<description><![CDATA[…um daraus einen nahrhaften Kompost zu bereiten, auf dem alles gut wachsen und gedeihen kann (Foto: Genista, CC-by-sa). [Repost von Nicht-kommerzielles Leben in Berlin-Brandenburg] Es gibt ein großes Unbehagen mit dem System, mit dem wir zur Zeit gezwungen sind, unser Überleben zu meistern. Immer wieder raufen sich Menschen zusammen, um andere Wege zu beschreiten. Zur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/01/kompost.jpg"><img class="right" style="margin-left: 8px;" src="http://keimform.de/wp-content/uploads/2012/01/kompost-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" align="right" /></a>…um daraus einen nahrhaften Kompost zu bereiten, auf dem alles gut wachsen und gedeihen kann (Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/genista/6316275503/">Genista</a>, CC-by-sa).</p>
<p>[Repost von <a title="Nicht-kommerzielles Leben in Berlin-Brandenburg" href="https://ecobasa.org/nkl/?p=188">Nicht-kommerzielles Leben in Berlin-Brandenburg</a>]</p>
<p>Es gibt ein großes Unbehagen mit dem System, mit dem wir zur Zeit gezwungen sind, unser Überleben zu meistern. Immer wieder raufen sich Menschen zusammen, um andere Wege zu beschreiten. Zur Orientierung werden vielfältige Theorien und Analysen gebaut. Was macht denn dieses System, das unsere alltägliche Versorgung organisieren soll, eigentlich im Kern aus? Die Theorien sind so vielschichtig, dass die Versuchung groß ist, einseitigen und vereinfachten Erklärungen anzuhängen. Analysen und Theorien, die versuchen, die Vielschichtigkeit des menschlichen Gemeinwesens in Worte zu gießen, sind für die meisten bestenfalls abgehoben und schlimmstenfalls komplett unverständlich.</p>
<p>Aus der intensiven Beschäftigung mit der Wertkritik, der Kritik der Kritik, mit “subjektfundierter Hegemonietheorie” und ähnlichem exotisch klingendem, wollen wir in diesem Text einen Versuch wagen, die praktischen Schritte, die sich unserer Meinung nach aus diesen Analysen ergeben, zu skizzieren und dazu anstacheln, daran weiter zu diskutieren und an spannenden Stellen in die Tiefe und Breite zu gehen. Es ist hier nicht der Platz, um jedes Detail deutlich darzustellen. Dieser Text soll nur eine Übersicht geben und wird selbst nicht alle Tiefen berücksichtigen können.Für Einige werden diese Erkenntnisse eine erfreuliche Bestätigung dessen sein, was sie eh schon taten und dachten. Wir wollen den in Theoretiker_Innenkreisen verbreiteten wortgewaltigen Kämpfen einen freundlichen Umgang entgegensetzen. Und nicht zuletzt dazu ermutigen, sich mit Analysen zu befassen, die kaum ein Mensch zuvor gesehen hat.<strong></strong></p>
<p><strong>Wertfrei und Spaß dabei – das gute Leben</strong></p>
<p><strong></strong>Unser Bestreben ist ein schönes Leben. Dazu gehört zum Beispiel ein hübsches Dach über dem Kopf, zum Frühstück einen Kaffee mit Sahne, angenehme Gesellschaft und einiges mehr. Im Kapitalismus wird den meisten Menschen dieser Wunsch nicht erfüllt. Das liegt daran, dass der Kapitalismus leider ein ganz anderes Ziel hat: nämlich aus Geld mehr Geld zu machen. Das klingt banal, aber leider geht es zielsicher an einem Wirtschaftssystem vorbei, das den Sinn haben sollte, alle mit den gewünschten Dingen zu versorgen. Inzwischen hat sich die Erkenntnis weitgehend durchgesetzt, dass wachsende Wertproduktion keineswegs Wohlstand für alle, sondern eine stetig wachsende Masse von “Überflüssigen” (vom Wohlstand Ausgeschlossenen) erzeugt.Der Wert macht Dinge vergleichbar, die sonst wenig mit einander zu tun haben und ermöglicht so, sie (scheinbar gerecht) miteinander zu tauschen. Wenn wir Deine Gurken gegen mein Fahrrad tauschen, sind diese wohl gleich viel wert, denn sonst hätte die benachteiligte Person ja nicht getauscht.</p>
<p>Der Wert einer Sache basiert dabei auf der an ihr verrichteten Arbeit. Allerdings zählt hier nicht die real verausgabte Arbeit, sondern die in der Gesellschaft durchschnittlich aufgewendete Arbeit. Wenn eine Maschine die notwendige Arbeit bei der Produktion eines Gegenstandes reduziert, wird auch der Wert dieses Gegenstandes abnehmen, sobald die maschinelle Produktion sich gesellschaftlich durchsetzt. Deswegen müssen die Produzierenden immer weiter versuchen, die notwendige Arbeitszeit z.B. durch den Einsatz von Maschinen zu reduzieren, wenn sie am Markt bestehen wollen. Obwohl die Herstellung von Gütern immer einfacher wird, werden so immer mehr Menschen von ihrem Nutzen ausgeschlossen, weil sie keine Anstellung mehr finden. Sie werden für die Produktion nicht mehr gebraucht und: „Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen“. Gleichzeitig wurde die eigenständige, von Lohn unabhängige Versorgung durch gewaltsames Durchsetzen der industriellen Produktion brutal ausgetrieben und die Mittel dazu weggenommen.</p>
<p>Dieser Glaube vom “gleichwertigen Tausch unter Gleichen” ist eh als Märchen entlarvt, wenn soziale Unterschiede betrachtet werden. Ich bin im Tauschverhältnis immer unterlegen, wenn der Mensch mit dem ich tauschen will/muss, mein Chef ist, weißer, männlicher, brutaler, klüger, älter etc. ist. Das gilt für alle Ebenen von Tauschverhältnissen. Egal, ob ich meine Arbeitskraft gegen Geld tausche oder mein Huhn gegen einen Sack Kartoffeln.</p>
<p>Dass das nur eine scheinbare Gerechtigkeit von messbaren “Werten” ist, liegt daran, dass diese Wertberechnung von vorne bis hinten unpassend ist. Es ist ganz schön wenig, was letztlich im “Preis” einer Ware abgebildet ist. Es geht weder darum, wer unter welchen Bedingungen wo produziert, noch darum, welche Konsequenzen die Produktion für Menschen und Umwelt hat. Nach diesem System ist zur Berechnung des Werts schlicht nicht relevant, was Bedingungen und Konsequenzen zur Herstellung eines Produktes sind, es geht allein um einen höchst abstrakten Durchschnitt an Zeit. Doch im Leben geht es um weit mehr als nur die Zeit. Es geht beim Wert noch nicht einmal um die tatsächliche Zeit, das jene konkrete Ware benötigt, sondern um einen Durchschnitt, der nach dem globalen technischen Stand der Produktion stetig in die Tiefe strebt (mehr Waren in weniger Zeit herstellen). Schneller, Höher, Tiefer, weiter. Das zeigt sich zudem in der ständigen Beschleunigung im Leben industrialisiert lebender Menschen, denn diese Art und Weise der Lohnarbeit hinterlässt über Generationen tiefe Spuren.</p>
<p>Diese Verkürzung macht es möglich, dass letztlich alles irrelevant ist, was nicht dem Zweck der Warenproduktion und damit dem Herstellen von Profit dient. Damit erübrigen sich Überlegungen in Richtung von “es kann alles bleiben wie es ist, man muss das Geld nur anders nutzen”. Man kann das Leben nicht einfach ausblenden und dann erwarten, dass sich Mensch und Umwelt beliebig den daraus entstehenden Bedingungen anpassen.</p>
<p>Damit das mit der Produktion glatt läuft, halten Regierungen (Aufstandsbekämpfung, Zuckerbrot, Gefängnisse) und jede Menge “gemeinnütziger” Einrichtungen sowie – überwiegend ebenfalls kommerzialisierte – “Freizeit” den Ball flach. Das Leben der meisten Menschen ist durch technologische Rationalität, Fremdbestimmung, Vereinzelung und Konkurrenzdruck leidvoll gezeichnet. Es ist angesichts der Allgegenwart und der gleichgültigen Kälte des Systems erstaunlich, dass die Menschen trotzdem so viele soziale Bindungen mit echter Wärme und Unterstützung ohne jede Verrechnung schaffen.</p>
<p>Stellen wir uns eine Welt ohne Wert und Geld vor. Wenn Geld sonst zwischen den Menschen vermittelt hatte, müssen andere soziale Strukturen geschaffen werden, die den Menschen helfen, miteinander zu planen, was sie brauchen und wie sie es herstellen wollen. Es braucht Kommunikationsstrukturen. Lasst uns miteinander über andere Produktions- und Verteilungswege reden, die uns und unsere Lebensbedingungen nicht ignorieren!</p>
<p>Auch wenn es nicht so scheint (schließlich wird es von Generation zu Generation schwieriger, es sich anders vorzustellen, da es ja “schon immer so war”), so gibt es doch Alternativen zu dieser “Wertlogik” in der Produktion. Es muss dabei beachtet werden, dass den sozialen und ökologischen Prozessen ausreichend Aufmerksamkeit entgegengebracht wird, um lebenswichtige Güter herzustellen.</p>
<p>Es geht dabei um Kooperation statt Konkurrenz, Muße, Bedürfnisse, Qualität statt Quantität.</p>
<p>Dabei wäre der Tausch (Geld oder ähnlichem Berechenbaren) der falsche Weg. Die gesellschaftlichen Auswirkungen sind fatal, auch wenn die einfache Berechenbarkeit zunächst praktisch erscheint. Die dadurch suggerierte “Freiheit” richtet sich an dem Punkt gegen sich selbst, wo der Einzelne losgelöst (von nicht kommerziellen sozialen Beziehungen) zum Sklaven des Marktes wird und im harten Kampf ums knappe Geld unterliegt (und seine Miete nicht mehr zahlen kann).</p>
<p>Geldsysteme versuchen, soziale Beziehungen durch Automatismen zu ersetzen, und zwar so, dass mensch “unabhängig” von Anderen erscheint. Letztlich wird die Abhängigkeit von Familie/Clan/Wahlverwandtschaft durch eine Abhängigkeit vom Markt abgelöst. Dementsprechend wird es nötig, sich den “Spielregeln” – dem Verwertungszwang – zu unterwerfen. Um das als Freiheit “zu verkaufen”, gehört schon ganz schön viel Dreistigkeit dazu.</p>
<p>Es muss also ein Weg gefunden werden, aus einengenden Familien/Clanbeziehungen auszubrechen ohne sich der zerstörerischen Kraft des Marktes auszusetzen. Wenn wir das “schöne Leben” durch zwischenmenschliche Beziehungen und Verbindlichkeiten jenseits des Zwangsmittels Geld aufbauen wollen, ohne in Unterdrückung zurückzufallen, müssen wir über Privilegien nachdenken. Die Vorteile, die einige wegen Geschlecht, Hautfarbe, Alter, Sexualität, soziale Schicht etc. gegenüber anderen haben, spielen eine wichtige Rolle. Diese Rollen müssen hinterfragt werden und Strategien entwickelt werden, wie wir die Unterschiede zur fruchtbaren Kooperation nutzen, statt sie als Abweichung von der Norm zu denken und uns deshalb gegenseitig zu unterdrücken. Eine Welt, in der viele Welten Platz haben schließt jene Welten aus, die nur ihre Welt als die “einzig wahre” gelten lassen wollen.</p>
<p>Das Denken in festen Feindbildern wird durch eine Analyse der Wertlogik erschwert. Klar sitzen Regierungen, Chefs und Banker an größeren Schalthebeln als Andere, jedoch sind sie letztlich genauso an die Marktlogiken gebunden. Und so sitzen wir alle in den selben Zahnrädern eines selbst gebauten Getriebes fest. Das System ist schuld. Lasst uns der Sand im Getriebe sein und langsam rausbröckeln.</p>
<p><strong>Endlich aufhören zu kaufen und zu verkaufen</strong></p>
<p>Wenn ich aufhöre, mich selbst und andere in messbare tauschbare Werte zu pressen und stattdessen überlege, wer den dieser Mensch tatsächlich ist, was konkret der_die Andere braucht und was ich brauche, um ein gutes Leben zu führen, komme ich definitiv zu anderen Ergebnissen als “24,65”.</p>
<p>Eine Versorgung jenseits von Wert und Geld ist sozial, voller interessanter Auseinandersetzungen (endlich Zeit dazu!), kreativ im Problemlösen und setzt auf kollektive Intelligenz. Es geht um konkrete Bedingungen und Auswirkungen konkreter Tätigkeiten. Um beobachten, zuhören und wahrnehmen. Menschen finden zusammen, um zu schauen, ob sie einen Bedarf decken können, bestimmen dafür den nötigen Aufwand und wenn es genug Beteiligung gibt, wird soviel produziert, wie gewünscht und danach aufgehört (der Muße gefrönt). Freiwillige Kooperation heißt hierbei, die Möglichkeit zu haben, aus den jeweiligen Zusammenschlüssen ohne existentielle Nachteile ein- und aussteigen zu können. Auch Maschinen, Infrastrukturen und Werkzeuge müssen daher “offen” sein, das heißt zugänglich für alle, die es brauchen.</p>
<p><strong>Mit dem einen Bein im Kapitalismus stecken</strong></p>
<p>Das derzeitige System ist totalitär. Das heißt, es ist nur unter existenzgefährdenden Nachteilen möglich, auszusteigen (bzw. es gibt nur “Einzellösungen”). Daher ist es nötig, ein strategisches Verhältnis zu Markt und seinen Regierungen einzunehmen. Wie lassen sich Vereinnahmungen verhindern? Es ist fast die Regel, dass soziale Projekte kommerzialisieren, dass Gruppen korrumpieren sobald sie Macht bekommen (siehe “die Grünen”), weil sie dann die Schalthebel der Wertlogik entsprechend bedienen müssen, so dass für andere Ansätze kein Raum mehr bleibt.</p>
<p>Es gibt nicht das Richtige im Falschen, daher muss diese Gratwanderung stattfinden. Das “kleinere Übel” muss akzeptiert werden, sofern damit “Keimformen” einer anderen Produktionsweise und Zusammenleben der Boden bereitet werden kann. Zum Beispiel, indem ein Schenkladen Fördermittel bekommt, Spenden wirbt oder ein kommerzielles Cafee betreibt, um die Miete zahlen zu können. Damit die Wertlogik das jeweilige Projekt nicht zerstört, muss es bis zu einem gewissen Grad kooperieren und etwas “verwerten” oder Verwertung unterstützen. Dies ist als ein bewusster Prozess zu gestalten. Der Weg ist das Mittel zum Ziel, wenn wir morgen eine nicht wertförmige Produktion haben wollen, darf sie das heute auch nicht sein, sondern in möglichst allen Punkten der Utopie nahe kommen. Die kommerziellen Vorhaben müssen daher scharf von den nicht-kommerziellen Experimentierräumen getrennt sein, da kommerzielles Wirtschaften den Marktlogiken folgt und in den nicht-kommerziellen Räumen gerade danach gesucht wird, wie wir ohne sie auskommen. Diese Forschung am nicht-kommerziellen Produzieren und Verhandeln ist schwierig, da wir alle kapitalistisch aufgewachsen sind, jede/r hat andere Grenzen, wie weit er/sie diese “Gewohnheiten” im Denken und Fühlen ersetzen kann. Dies nicht zur neuen druckigen Norm zu erheben und dennoch anzustreben, wird zu einer weiteren Herausforderung.</p>
<p>Die Umgestaltung zur nach-kapitalistischen Gesellschaft wird nicht plötzlich vom Himmel fallen, sondern ein Prozess sein, zu dem leider nicht viel Zeit bleibt (Verelendung, Ressourcen-und Umweltzerstörung). Glaubt niemanden, der_die behauptet, einen fertigen Plan aus der Schublade zaubern zu können.</p>
<p><strong>Direkte Kommunikation, Konfliktkultur und das Gemeinwesen als neue Wurzeln</strong></p>
<p>Jeder Mensch hat Bedürfnisse. Und wenn diese trotz aller tollen Vereinbarungen mit Anderen zusammenstoßen, sprühen die Funken! Sich neu zu organisieren, um zu produzieren und zu leben, wird auch heißen, Konflikte austragen zu müssen und dafür Methoden zu finden. Kreativität, kollektive Intelligenz, Erfahrungen und Stärke können sich darauf richten, eine passende Konfliktkultur zu schaffen ohne damit Verhältnisse zu zementieren oder sich gegenseitig totzuschlagen. Das Reflektieren gesellschaftlicher Machtverhältnisse aufgrund unterschiedlicher Privilegien wurde im Text bereits betont. Es muss zusammen mit der Abschaffung der Wertlogik erfolgen um zu vermeiden, dass Menschen auf unpassende Rollen festgelegt werden und die Dynamik sozialer Beziehungen in neuen Hierarchien erstickt wird. Es geht darum, das “Gemeinsame” zu entdecken und zu pflegen. Wenn wir miteinander ins Gespräch kommen wollen, hindern uns Hierarchien nur daran, ernsthaft produktiv zu sein, da interessante Gedanken so gar nicht erst hervorgebracht oder ignoriert werden.</p>
<p><strong>Arbeit ist scheiße(n)</strong></p>
<p>Vielleicht macht es auch Sinn “Arbeit” als Begriff abzuschaffen. Weil er die Verkürzung auf Wert in sich trägt. Was sagt es einem, wenn jemand meint, er/sie würde arbeiten gehen? Gar nix. Wenn es sich nicht gerade um ein nicht-kommerzielles Projekt handelt, würde ich vermuten, dass jemand seine Arbeitskraft verkauft. Sonst ist dem nix zu entnehmen. Es ist möglicherweise Ausdruck unserer wertlogischen Wahnvorstellung, alles in abstrakte Containerbegriffe zu packen und unsere Arbeitskraft (Lebenszeit) beliebig ersetzbar erscheinen zu lassen, statt das Kind beim Namen zu nennen. “Ich gehe Ziegen betreuen” oder “ich gehe Löcher stanzen” eröffnet gleich viel mehr Perspektiven, auch zum Hinterfragen der Tätigkeit.</p>
<p>Ein weiterer Punkt ist die Wissensweitergabe. Viel von dem Wissen, wie wir uns umwelt- und menschenfreundlich versorgen können, muss erst noch erforscht werden. Oder zum Teil wieder ausgegraben werden aus den Mottenkisten unserer Vorfahren. Jedenfalls kommt der Wissensteilung eine große Rolle zu, die alle spielen können. Jede/r weiß etwas und kann anderen etwas zeigen. Wenn das verwertungsorientierte Wissen aus Schulen und Unis nicht mehr sinnvoll ist, müssen eigene Maßstäbe und Bildungssysteme geschaffen werden. Bildungsnetzwerke wären ein ressourcensparender Ansatz.</p>
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		<title>Commoning konkret</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 06:47:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan-Hendrik Cropp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeit & Freiheit]]></category>
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		<description><![CDATA[Commons-based peer production braucht ein Commoning, also eine Form von Selbstorganisierung um Gemeingüter nicht-kommerziell und bedarfsgerecht zu verwalten. Dieser Artikel möchte einen Beitrag leisten zur Erkundung wie diese Organisierung konkret aussehen könnte: Zum einen an einer Reflektion über ein Experiment &#8220;Solidarischer Landwirtschaft&#8221; und zum anderen an konkreten Überlegungen wie ein Commoning rund um endliche Ressourcen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://linksunten.indymedia.org/image/52622.jpg" rel="lightbox[node_images][&lt;a href=&quot;/de/node/52622&quot; id=&quot;node_link_text&quot; target=&quot;_blank&quot; &gt;People&lt;/a&gt; - &lt;a href=&quot;/image/52622.jpg&quot; id=&quot;lightbox2-download-link-text&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Download&lt;/a&gt;]"><img class="right" src="http://linksunten.indymedia.org/system/files/images/8356304244.thumbnail.jpg" alt="People" width="200" height="121" align="right" /></a></p>
<p>Commons-based peer production braucht ein Commoning, also eine Form von Selbstorganisierung um Gemeingüter nicht-kommerziell und bedarfsgerecht zu verwalten. Dieser Artikel möchte einen Beitrag leisten zur Erkundung wie diese Organisierung konkret aussehen könnte: Zum einen an einer Reflektion über ein Experiment <a href="http://www.solidarische-landwirtschaft.org/">&#8220;Solidarischer Landwirtschaft&#8221;</a> und zum anderen an konkreten Überlegungen wie ein Commoning rund um endliche Ressourcen aussehen könnte. Die Artikel finden sich auch in der aktuellen Ausgabe der <a href="http://www.streifzuege.org/">&#8220;Streifzüge&#8221;</a> und dem soeben erschienenden Büchlein <a href="http://www.projektwerkstatt.de/hefte/index.html">&#8220;Herrschaftsfrei Wirtschaften&#8221;</a>.</p>
<h3>Die post-revolutionäre Möhre. Hier und Jetzt.</h3>
<p><em>Ein Bericht aus einem Versuch solidarischer Landwirtschaft auf dem Weg zur Schenkökonomie</em></p>
<p>Wir, ein Kollektiv von fünf „Gärtner_Innen“, suchten uns eine Gruppe von 60 Personen, die „Begärtnerten„, die von uns durch die Bearbeitung von 5000 qm Ackerfläche im nordhessischen Witzenhausen-Freudenthal mit Gemüse von April bis November versorgt werden wollten. Zusammen formten wir eine verbindliche Gemeinschaft.</p>
<p>Wann und wieviel wir Gärtner_Innen in diesem Projekt arbeiten, nein besser, tätig sein wollen, wurde von jedem einzelnen selbstverantwortlich und je nach Bedürfnissen (flexibel) festgelegt und im Kollektiv vereinbart. Der Teil unserer finanziellen Bedürfnisse („Lohn“), der über das Projekt befriedigt werden soll, wurde weitgehend unabhängig von dieser Tätigkeitszeit bestimmt und mit den laufenden Betriebskosten (ohne Investitionen) zu den Gesamtkosten (Budget) einer Jahresproduktion zusammengerechnet.</p>
<p>Die Begärtnerten boten dann anonym einen auf den Zeitraum der Produktion verbindlichen, monatlichen finanziellen Beitrag, der ihren Möglichkeiten entspricht. Von 0 Euro aufwärts war und ist alles möglich. Diese Zusage und andere Punkte (Entscheidungsfindung, Ausstiegsgründe, Scheiterkriterien, gemeinsame Übernahme von Verantwortung und Risiko, Kommunikation etc.) wurden in einer Vereinbarung schriftlich und verbindlich festgehalten und unterschrieben. Das zuvor beschriebene Budget wurde mit diesen freiwilligen finanziellen Beiträgen gedeckt, woraufhin der genaue Bedarf an Gemüse abgefragt und mit der Produktion des Gemüses begonnen wurde.</p>
<p>Die Ernte wird der Gemeinschaft von Begärtnerten in Depots frei zur Verfügung gestellt. Die Verteilung vor Ort organisiert die Gemeinschaft je nach den individuellen Bedürfnissen. Es gibt keine genormten „Gemüsekisten“, sondern jede_r nimmt, was gebraucht wird. Ein weiteres Mitwirken am Projekt durch Mitarbeit, Erntesicherung/Einmachen und das Einbringen von weiteren Fähigkeiten steht den Mitgliedern frei, ist aber erwünscht und wird gemeinsam organisiert.</p>
<p>Durch dieses Experiment sollen kapitalistische Prinzipien in unserem Verhältnis zueinander überwunden und transformiert werden:</p>
<p><strong>Freiwilliges Beitragen und Schenken statt Tausch, Wert, Ware</strong></p>
<ul>
<li>Niemand muss, alle können nach ihren Fähigkeiten (u.a. finanziell) beitragen.</li>
<li>Bedürfnisse werden erhoben und ihnen entsprechend wird produziert. Daher werden den Leuten keine Waren mehr vor die Füße geschmissen, für die sie dann doch bitte auch ein Bedürfnis haben sollen; sondern Bedürfnisse werden formuliert und die Produktion wird dafür selbst organisiert.</li>
<li>Die Produkte haben keinen Tausch- bzw. Geldwert. Damit werden Dinge nicht abstrakt gleichgesetzt wie im Kapitalismus: Alles, was 1 Euro kostet, ist gleich viel „wert“. Alles, was nix kostet, ist nix „wert“.</li>
<li>Daher entfällt Geld als primäre Wertschätzung und es kann mit neuen Formen der Wertschätzung experimentiert werden; durch Worte, Gesten und vor allem gegenseitige Verantwortung.</li>
</ul>
<p><strong>Freies Tätigsein statt abstrakter Arbeit in Konkurrenz:</strong></p>
<ul>
<li>Tätigkeit wird zu Arbeit und Arbeit zur Last, wenn unsere Produkte auf dem Markt einen Wert erzielen müssen oder wir primär für einen Lohn arbeiten.</li>
<li>In unserem Projekt müssen wir beides nicht: Wir liefern keine normierten Waren und unsere finanziellen Bedürfnisse werden von vornherein abgedeckt.</li>
<li>Daher können wir Anbauweise und Arbeitsabläufe frei bestimmen, um unsere und die Bedürfnisse anderer Menschen zu befriedigen.</li>
<li>Kommt es zu Problemen, lösen wir diese nicht wie in der Gesellschaft der Vereinzelten mit dem Ellenbogen und dem „Ausschalten von Konkurrenten“ sondern durch kollektive Lösungsfindung.</li>
</ul>
<p>Knapp 11 Monate nach Beginn des Projektes haben sich allerdings einige Problemfelder in unserem Projekt aufgetan. Deren Analyse halte ich für wichtig, wenn Projekte über die Waren- und Tauschgesellschaft hinausweisen wollen:</p>
<p><strong>Problemfeld 1: Der verinnerlichte Kapitalismus im Kollektiv</strong></p>
<p>Das Problemfeld betrifft vor allem uns als Kollektiv von Gärtner_innen. Was Tausch und Geld im Kapitalismus so hervorragend machen, nämlich Menschen und Tätigkeiten zu vergleichen und gleichzusetzen, verschwindet in einem weniger kapitalistischen System nicht sofort. Diese Verhaltensweisen scheinen wir tief verinnerlicht zu haben. Wir, also einmalige Individuen, die im Kollektiv zusammenarbeiten, vergleichen weiterhin, wieviel Zeit wir in das Projekt investieren. Wir bekommen ein schlechtes Gewissen, weil wir „zu wenig“ tun, oder werden grummelig, weil wir „zu viel“ tun. Schnell kommt es zu Situationen, in denen wir uns für unsere Bedürfnisse (die ja so sind wie sie sind) rechtfertigen wollen, oder denken, dass wir es müssen. Oft ist es gar nicht das Kollektiv, das diesen Druck erzeugt, sondern wir, die Individuen selbst. Denn schließlich ist unser Kopf vom allgegenwärtigen Kapitalismus vollkommen durchzogen.</p>
<p>Eine schnelle Abhilfe für das Problem scheinen die üblichen Abstraktionen des Kapitalismus zu bieten. So geschieht es beizeiten auch in unserem Kollektiv: Ein Ruf nach einer Abstraktion der Zeit in greifbare „Arbeitsstunden“ oder „Urlaubszeiten“ wird laut. Und darauf aufbauend: Das Verlangen nach einem abstrakten Gerechtigkeitsbegriff. Statt zu sagen: „Es soll allen gut gehen mit dem, was und wieviel sie tun“, sagen wir schnell: „Alle sollen das gleiche Maß an Arbeit verrichten bzw. die gleiche Anzahl an Urlaubswochen haben“. Nicht nur, dass 1 Stunde an 1 Tag sich anfühlen kann wie 8 Stunden an einem anderen. Nein, wer Arbeitsstunden normieren will, ist auch schnell dabei, die ganze Tätigkeit zu normieren: Was zählt als Arbeitszeit? Welche Tätigkeit ist wichtig, welche nicht? Was, wenn eine Person schneller oder „effizienter„ (was ist das?) arbeitet als die andere? Diese Fragen und Probleme und die Erkenntnis, dass es statt Gleichmacherei darum gehen sollte, dass sich alle Beteiligten wohl fühlen, führen diese Abstraktions-Versuche schnell ad absurdum.</p>
<p>Ähnlich schwierig zu akzeptieren scheint auch die Gleichgewichtung aller Tätigkeit außerhalb der Projektes zu sein. Es sollte schließlich egal sein, ob einzelne außerhalb des Projektes (freiwillig) an der Uni büffeln oder in der Badewanne mit einem Glas Sekt liegen und sich ein gutes Buch zu Gemüte führen. Diese Akzeptanz erfordert allerdings eine hohe Selbstverantwortung und ein gutes Reflexionsvermögen.</p>
<p>Hinzu kommt: Der Acker ist vor der Tür. Wir wohnen zwar in verschiedenen WGs, aber doch zusammen auf einem Hof, und die räumliche Nähe führt zu einem Gefühl sozialer Kontrolle, das die oben beschriebenen Tendenzen verstärkt. Wir bekommen schließlich alles von den anderen mit. Ob eine räumliche Distanz das Problem löst oder nicht vielmehr beiseite schiebt, bleibt dahingestellt. Eine Lösung wären klare Vereinbarungen (z.B. feste Tage und Zeiten, in denen man im Projekt tätig ist) und trotzdem ein flexibler Umgang damit (z.B. andere spontane Absprachen, wenn die Zeiten mal nicht passen), um den Bedürfnissen der einzelnen im Jetzt den angemessenen Respekt zu zollen. Dann kann kollektiv nach einer Problemlösung gesucht werden, statt individuelle Schuldzuweisungen und Selbstausbeutungs-Forderungen zu formulieren. Angenommen, eine_r von uns ist überlastet, dann kann so z.B. gemeinsam nach Mithilfe gesucht werden, um der_dem Betroffenen entsprechenden Freiraum zu gewähren. Dennoch bleibt diese Frage bestehen und muss kontinuierlich neu beantwortet werden: Wie stehen individuelle Bedürfnisse im Jetzt und Verantwortung für im Kollektiv getroffene Vereinbarungen zueinander? Klar ist beides wichtig. Eine Grenze ist allerdings überschritten, wenn selbstbestimmte Tätigkeit zu abstrakter, entfremdeter Arbeit wird und es Menschen dadurch mittelfristig schlecht geht.</p>
<p>Wenn Tätigkeit wieder zur abstrakten Arbeit wird (ein fließender Übergang?), wird „der Rest der Zeit“ schnell wieder zur „Freizeit“. Letzteres macht Spaß. Das erstere „muss getan werden“. Sollte die aktuelle „Arbeits“situation tatsächlich unerträglich sein, kann die Wiedereinführung dieser Trennung in Arbeit und Freizeit ein Rettungsanker sein. Eine Möglichkeit zu sagen: Bis hierher und nicht weiter. Dazu braucht es aber sehr wahrscheinlich die oben beschriebene Normierung von Zeit und Tätigkeit. Wenigstens für eine_n selbst: „Ich hab so und so viel gearbeitet &#8211; deshalb hab ich jetzt frei!„. Eine Überwindung dieser Trennung und ein konkretes Tätigsein statt einer abstrakten, entfremdeten Arbeit sollten aber weiterhin die Losung bleiben.</p>
<p>Auch in unserem Tätigsein können sich andere (z.B. feministische) Ansprüche verlieren. Wenn das Gemüse ruft und wir alle Hände voll zu tun haben, stellt sich stereotypes Verhalten ein und bleibt wenig Zeit, unsere Privilegien zu reflektieren und uns gegenseitig Fähigkeiten beizubringen, vor deren Aneignung wir sonst Scheu hätten. Oder ich (ein männlich sozialisierter Gärtner) habe den ganzen Tag auf dem Acker verbracht, komme zurück in meine WG und ärgere mich darüber, dass ich, gerade ich (!), es bin, der um neun Uhr Abends noch anfangen „muss“ (!) zu kochen und zu spülen, weil es niemand anderes gemacht hat. Als ob die anderen Mitbewohner_Innen nichts zu tun gehabt hätten. Wir wollen die geschlechtliche Arbeitsteilung (produktiv / „männliche“ vs. reproduktiv / „weibliche„) überwinden? Pustekuchen!</p>
<p>Allgemein sei auch noch angemerkt, dass Landnutzung, um sie fachlich gut und angepasst betreiben zu können, ein mehrjähriges Engagement verlangt, das in Zeiten steigender Flexibilisierung und Unverbindlichkeit nicht so leicht organisierbar ist, wie es vielleicht auf den ersten Blick scheinen könnte. Wir haben uns im Kollektiv auch nur für ein Jahr zusammengetan.</p>
<p>In diesem Sinne abschließend noch ein kleiner Seitenhieb in Richtung Revolutionsromantiker: Selbstbestimmung und Selbstverantwortung entstehen also nicht automatisch mit dem Wegfall der kapitalistischen Strukturen. Dies ist zwar eine notwendige Voraussetzung. Hinreichend wird es aber erst, wenn wir uns vom Kapitalismus in unserem Kopf befreien. Und dies ist ein langwieriger, kollektiver genauso wie individueller Prozess.</p>
<p><strong>Problemfeld 2: Lustprinzip und Verantwortung</strong></p>
<p>Auch in einer nicht-kapitalistischen Gesellschaft braucht es Verantwortung und Verbindlichkeit. Wir haben einer Gruppe von 60 Menschen zugesagt, für sie Gemüse zu produzieren. Damit rechnen sie. Zwar kann durch den weiterhin bestehenden Zugang zum kapitalistischen Markt ein Ernteausfall durch den Gang zum Supermarkt oder Container abgefedert werden. Aber die Vermeidung eines solchen Rückgriffs ist ja erklärtes Ziel des Projektes. Zwar ist anzunehmen, dass eine vernetzte, nicht-kapitalistische landwirtschaftliche Produktion entsprechende Lücken in der Versorgung durch Risikostreuung (verschiedene Anbaustandorte etc.) überbrücken kann. Aber (vielleicht) nicht, wenn alle Beteiligten (v.a. die Produzierenden) unbedingt dem Lustprinzip („Ich mach, wozu ich Lust habe.“) folgen. Das Lustprinzip kann zwar eine Leitlinie sein. Allerdings ist Landnutzung vor allem die Kunst, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Da kann die Witterung ein Handeln erzwingen, auf das mensch gerade keine Lust hat. Das erzeugt Druck. Druck, der aus gegenseitiger Abhängigkeit, Verantwortung und Verbindlichkeit und aus einem Arbeiten mit der Natur entsteht. Auch dieser wird in einer nicht-kapitalistischen Gesellschaft nicht gänzlich verschwinden. Wir mussten uns dieses Jahr zum Beispiel durch eine beispiellose Trockenheit kämpfen: Die Pflanzen warten nicht darauf, bis jemand Lust hat, sie zu gießen. Sie vertrocknen einfach.</p>
<p>Diesen Druck erzeugen wir allerdings auch durch uns selbst. Lohnenswert bleibt deshalb darüber nachzudenken, welches Handeln wir gerade für unbedingt erforderlich halten und welches nicht. Wie weit wollen wir das Lustprinzip hinten runterfallen lassen? Was passiert mit meiner Lust, wenn alles vertrocknet und es nix mehr zu ernten gibt? Wie weit geht unsere Verantwortung für andere? Ähnlich wie bei der Balance zwischen Kollektiv und Individuum bleibt es auch bei Lustprinzip und Verantwortung ein Lernprozess, die Situationen richtig einzuschätzen und aus Fehlern zu lernen.</p>
<p><strong>Problemfeld 3: Abhängigkeit vom Kapitalismus und die Frage nach dem technischen Niveau</strong></p>
<p>Es ist leider unmöglich, das technische Niveau einer nicht-kapitalistischen landwirtschaftlichen Produktion abzusehen. Dafür müsste die Grundlage des technischen Potentials, nämlich die Rohstoffe dieser Erde, als globales Gemeingut eingerichtet werden. Dann könnte darüber verhandelt werden, ob überhaupt, wie und für welche Technik wir sie als Menschheit verwenden wollen. Die Ergebnisse dieses hypothetischen Aushandlungprozesses bleiben zwangsläufig unbekannt. Deshalb wird es zu dem Thema, welches technische Niveau einer nicht-kapitalistische Produktion angemessen ist, unterschiedlichste Einschätzungen geben.</p>
<p>Diese Unklarheit spielt in unserem landwirtschaftlichen Projekt folgendermaßen eine Rolle: Durch den Kauf moderner Technik greifen wir erstens auf die kapitalistische Gesellschaft und ihre Durchsetzungsmechanismen von Landraub, Vertreibung und Umweltzerstörung durch Rohstoffgewinnung und industrielle Produktion zurück. Deshalb können wir den Menschen, für deren Nahrungmittelversorgung wir Verantwortung übernehmen, nicht versprechen, dass es Traktoren und Landmaschinen in der heutigen Form in einer nicht-kapitalistischen Welt weiterhin geben wird. Schlimmer noch könnte es sein, dass das Wissen um weniger technisierte Anbauverfahren in der Zwischenzeit verloren geht und damit die Nahrungsmittelversorgung in Frage gestellt wird.</p>
<p>Ganz konkret entsteht durch den Rückgriff auf die kapitalistischen Durchsetzungsmechanismen besonders dann ein Bedürfniskonflikt, wenn ich mich nach Rationalisierung und effektiver „Arbeitswirtschaft“ statt „Selbstausbeutung“, durch arbeitserleichternde Landmaschinen sehne und sich auf der anderen Seite eine Bäuerin in Bergbaugebieten in Chile wünscht, dass ich dem kapitalistischen Zwangssystem, das ihre Lebensgrundlage zerstört, keinen Vorschub leiste, indem ich darauf basierende Waren kaufe.</p>
<p>Wollen oder können wir die Produktion von Landmaschinen nicht selbst organisieren, können wir dem Dilemma aus dem Weg gehen, indem wir die nicht-kapitalistische landwirtschaftliche Produktion mit wenig technisierten Verfahren organisieren und bei der Anschaffung neuer Geräte auf die lange Haltbarkeit, einfache Reparierbarkeit, Recycelbarkeit und Durchschaubarkeit der Technik achten sowie deren ökologische Verträglichkeit in Produktion und Nutzung sowie den Enfremdungsgrad für die Produzierenden und Nutzer_Innen prüfen. Die eventuell entstehende Mehrarbeit in einem wenig technisierten System könnte auch, wenn gewollt, von der Gemeinschaft um das Projektkollektiv erledigt werden, um einem Gefühl der Selbstausbeutung und Monotonie der Hauptproduzierenden vorzubeugen.</p>
<p>Ein weiterer Schritt, um die Abhängigkeit vom Kapitalismus zu mindern, wäre es, die laufenden Kosten zu minimieren, d.h. das Produktions-System unabhängiger von Geld-Inputs zu machen. Größere Investitionen in Infrastruktur sollten dann nur getätigt werden, wenn sie uns langfristig unabhängiger von Geld-Inputs machen: ausgeklügelte Handmaschinen, Ölpressen zur Kraftstoffgewinnung, Infrastruktur/Geräte zur eigenen Saatgut-Gewinnung; oder andere Betriebe in das Netzwerk integrieren, die diese Möglichkeiten haben.</p>
<p><strong>Problemfeld 4: Fehlende Selbstorganisation im Netzwerk und Erweiterung des Konzeptes</strong></p>
<p>Genauso wie wir Gärtner_innen in unserem Tätigsein Aspekte der „arbeits-wahnsinnigen„ Gesellschaft verinnerlicht haben, so haben die “Begärtnerten„ sehr wahrscheinlich eine Konsumhaltung verinnerlicht. Gerade auch der freiwillige, monatliche finanzielle Beitrag kann diese Haltung verstärken. Während sich einige eine weitreichende Selbstorganisation als radikales Experiment gegen den Kapitalismus wünschen, ist anderen die “alternativen Gemüsebeschaffungsmaßnahme„ revolutionär genug. Wichtig, um Enttäuschungen durch diese Tendenz vorzubeugen, kann die Formulierung der gemeinsamen Vision sein und darauf folgend die selbstbestimmte, aber verantwortliche Übernahme von anfallenden Aufgaben (in der oder um die Produktion herum) je nach den Fähigkeiten und Wünschen der “Begärtnerten„. In diesem Dialog können dann auch Hindernisse auf dem Weg der Selbstorganisation (Prioritätensetzung, Zeit- und / oder Geldmangel, fehlende Transparenz, Unlust etc.) gemeinsam beschrieben und überwunden werden.</p>
<p>Wenn die Vision auch eine Ausweitung der schenkökonomischen Prinzipien auf andere Lebensbereiche beinhaltet, macht es Sinn, eine Vernetzung mit anderen umsonstökonomischen Projekten anzustreben und zu forcieren. Innerhalb des Projektes wäre es weiterhin auch möglich, die Bedürfnis-Befriedigung der „Produzierenden“(d.h. uns Gärtner_innen), nicht durch Geld, sondern durch die Fähigkeiten der Gemeinschaft zu decken. So könnte ein Begärtnerter, der gleichzeitig Arzt ist, andere in der Gemeinschaft, vor allem aber die Gärtner_innen, umsonst behandeln. Oder der Schlosser im Netzwerk könnte unsere Maschinen umsonst reparieren. Damit werden scheinbar erst mal unvermeidbare finanzielle Kosten (hier z. B. Geld für Krankenversicherung oder Werkstattkosten) irgendwann wegfallen.</p>
<p><strong>Problemfeld 5: Investitionen in und Zugang zu Produktionsmitteln</strong></p>
<p>Das oben beschriebene Budget beinhaltet weder den Kauf von Hof und Land noch die Investition in teurere Produktionsmittel. Hierfür müssen Lösungen gefunden werden: Zum Beispiel durch das Abschreiben und Einbeziehen der Investitionen in das Budget oder die Einrichtung eines Fonds für nicht-kapitalistische Projekte, in den geneigte und betuchte Menschen Gelder investieren, die dann entweder eine Sicherheit für Kredite bieten oder direkt für den Kauf von Produktionsmitteln verwendet werden. Beispiele dafür gibt es z.B. in Frankreich.</p>
<p>Diese Produktionsmittel sollten dann für ein langfristig angelegtes nicht-kapitalistisches Experiment unumkehrbar entprivatisiert werden. Dafür braucht es eine Rechtsform, die genau diese nicht-kapitalistische, ökologischen Nutzungsbestimmungen festschreibt und verankert. Dies würde auch der Forderung Rechnung tragen, dass Land von jenen bewirtschaftet werden sollte, die es am ehesten im Einklang mit den Bedürfnissen der zu versorgenden Gemeinschaft und den ökologischen Gesetzmäßigkeiten nutzen.</p>
<p><strong>Problemfeld 6: Der Zugang zu den zur Zeit begrenzten nicht-kapitalistischen Erzeugnissen</strong></p>
<p>Ähnlich wichtig wäre die Beantwortung der Frage danach, wer Zugang zu den nicht-kapitalistischen landwirtschaftlichen Erzeugnissen bekommt. Nicht-kapitalistisches Gemüse ist unter jetzigen Verhältnissen ein begrenztes Gut. Die Wartelisten von uns ähnlichen Höfen zeigen auch, dass sich das Problem nicht „einfach“ bzw. kurzfristig mit der „Neugründung weiterer Projekte“ oder der „Vergrößerung“ bestehender Projekte lösen lässt. Dies wäre die ideale Lösung und ihr sollte die meiste Energie zufließen.</p>
<p>Wer hat also Zugang zu den Erzeugnissen? Diejenigen, die als erste da waren? Die mit den besseren persönlichen Connections? Auf jeden Fall nicht (nur) diejenigen, die (am meisten) zahlen? Oder jene, die die brauchbarsten Fähigkeiten einbringen? Wohl eher auch nicht. Schließlich geht es um die Entkoppelung von Geben und Nehmen. Ohne die Frage abschließend beantworten zu können, bleibt klar: Das finanzielle Budget des Projektes muss gedeckt werden. Und alle Beteiligten sollen glücklich sein. Im Ergebnis wohl ein weiterer Aushandlungsprozess.</p>
<p>Eine weitere Frage des Zugangs stellt sich, wenn wir reflektieren, dass unser Projekt zumeist aus Menschen der weißen Ober- und Mittelklasse besteht. Was ist mit sozial Ausgegrenzten? Wir stellen unser Gemüse zwar auch illegalisierten Migrant_innen in der Umgebung zur Verfügung. Diese sind allerdings nicht organisiert, wurden an den Stadtrand gedrängt, und es bestehen deshalb Barrieren auf Grund fehlender Mobilität (keine Fahrräder, kein Geld für die Öffentlichen), sozialer Isolation und auch unterschiedlicher Sprachen. Die Abholung und Verteilung der Produkte steht und fällt deshalb mit den wenigen Migrant_innen, bei denen diese Barrieren überwindbar sind und zu denen wir deshalb einen Kontakt aufbauen konnten. Hier wäre kontinuierlicher Austausch mit den Menschen vor Ort nötig. Einfacher hingegen könnte die Arbeit mit organisierten Zusammenhängen sein (z.B. Erwerblosen- und Flüchtlingsinitiativen), zu denen wir Kontakt aufzubauen versuchen.</p>
<p><strong>Die Zukunft. Kommende Herausforderungen</strong></p>
<p>Überzeugt von dem Potential dieser Idee erwarten wir, dass sich in Zukunft Fragen nach der Erweiterung auf zwei Ebenen stellen.</p>
<p>Wir könnten regional mehr Gemüse und auch mehr Produkte nach diesem Modell organisieren. Hier sind Imker_innen und Obstbäuer_innen bereits am Grübeln. Allerdings stellt sich die Frage der Organisierung neu, wenn immer mehr Menschen in einer Region Teil des Projektes werden. Wie können wir uns in Großgruppen methodisch organisieren? Ab wann müssen wir uns aufteilen und wollen wir delegieren?</p>
<p>Außerdem könnten wir uns überregional umschauen, wo unser Wein und unsere Avocados herkommen könnten. Wer stellt diese zu Verfügung? Was für Bedürfnisse haben deren Produzent_innen? Können wir dazu irgendetwas beitragen? Wird es dann nicht wieder zum Tausch? Kohl wollen sie in Spanien als Gegenleistung doch eh nicht haben.</p>
<p>Wenn die beschriebene Gegenseitigkeit also weiter ausgedehnt werden soll, wird es umso komplizierter. Es stellen sich ganze neue Fragen der Organisierung, Bedarfserfassung, Logistik, Ausstattung und Finanzierung. Fragen also, die wohl am besten im Tun beantwortet werden können.</p>
<p>Abschließend sei auch noch auf das „Netzwerk Solidarische Landwirtschaft“ hingewiesen (<a title="www.solidarische-landwirtschaft.org/" href="http://www.solidarische-landwirtschaft.org/">www.solidarische-landwirtschaft.org/</a>), dass versucht bestehende, ähnliche Projekte zu vernetzen, Neugründungen zu unterstützen und die Idee in der Öffentlichkeit bekannter zu machen.</p>
<h3>Endliche Ressourcen als Gemeingut</h3>
<p>Was wäre wenn &#8230; wir über die Nutzung von Bodenschätzen global, gemeinsam und gleichberechtigt entschieden?</p>
<p><strong>Definition</strong></p>
<p>Bodenschätze, also alle endlichen Ressourcen dieses Planeten, sind prädestiniert dafür als Gemeingut zu gelten. Ob, wie und wofür diese gewonnen und genutzt werden, sollte von der gesamten Menschheit kollektiv in einem gleichberechtigten Prozess ausgehandelt werden.</p>
<p>Denn die regionale Verteilung dieser Stoffe ist zufällig, ungleich und ihre Vorkommen begrenzt. Es wäre daher absurd, nur denen eine Nutzung zu ermöglichen, die zufällig in dieser Region leben. Denn das Bedürfnis zur Nutzung dieser Ressourcen ist global. Diese Kombination aus breitem Interesse und Begrenztheit lässt Interessenkonflikte wahrscheinlich werden und verlangt deshalb umso mehr nach einer kooperativen und gleichberechtigten Aushandlung.</p>
<p>Diese Begrenztheit verlangt ebenfalls, dass die Ressourcen zwar genutzt werden können aber so verarbeitet werden sollten, dass sie nicht verbraucht, sondern trotz der temporären Verwendung, langfristig (d.h. möglichst unverändert) und unkompliziert (d.h. ohne großen energetischen oder technischen Aufwand) wieder zurück gewonnen werden können.</p>
<p>Eine Möglichkeit zur Lösung der Mengenfrage, wäre, die Nutzungsrechte der zur Zeit nutzbaren endlichen Ressourcen anteilig und gleichmäßig auf alle Menschen aufzuteilen. Damit hätten dann einzelne Menschen individuell und ihre Gemeinschaften kollektiv ein Budget an Ressourcen, das sie nutzen „dürfen“. Wofür und für wen sie diese Nutzen wollen oder ob sie ihre Anteile zusammenlegen oder anderen zur Verfügung stellen wollen, könnte dann auf kleinerer Ebene entschieden werden.</p>
<p>Auch ist anzumerken, dass der Abbau endlicher Ressourcen erhebliche Verwüstungen ganzer Landstriche in der betroffenen Region verursacht und damit extreme ökologische und soziale Schäden anrichtet. Die Leidtragenden sind hier zu aller erst die dortigen Ökosysteme und die darin lebenden Menschen. Für sie geht es nicht einfach „nur“ um Teilhabe an der Nutzung der Ressource sondern um die existenzielle Beeinträchtigung ihrer Lebensgrundlage und Lebensumwelt durch Abbau und Begleitprozesse.</p>
<p><strong>Erarbeitung von Vorschlägen für diesen globale Aushandlungs-Prozesses</strong></p>
<p>Für diesen globalen Aushandlungsprozess müssen Menschen individuell und kollektiv in ihren Gemeinschaften grundsätzliche Fragen klären: Wie und mit welcher Technik möchte ich meine Bedürfnisse und die dafür nötige Produktion organisieren? Wie viele endliche Ressourcen benötigen ich oder wir dafür? Wie erreichen wie optimale Möglichkeiten zur Wiederverwertung? Und vorausgesetzt, es gibt ein globales Interesse an der Nutzung der aus den Ressourcen produzierten Gütern: Ist deren Produktion bzw. der daraus erwachsende Nutzen verallgemeinerbar? Wenn nein: Wie bekommen wir ein ähnlich zufriedenstellendes Resultat mit geringerem Ressourcen-Bedarf?</p>
<p>Gibt es demnach Ideen und Interesse zur Nutzung bestimmter Ressourcen, müssen weitere Fragen geklärt werden. Wer organisiert den Produktionsprozess von der Rohstoffgewinnung bis zum fertigen Produkt? Wie kann diese Produktion (insbesondere der Abbau) mit möglichst wenig Schaden organisiert werden? Sinnvoll wäre es bereits zu diesem Zeitpunkt zu überlegen, woher mensch die benötigten Stoffen bekommt, um im Vorhinein Vereinbarungen und Absprachen zu den Details des Abbaus mit den Bewohner_Innen der betroffenen Regionen zu finden.</p>
<p>Durch die Beantwortung dieser sicherlich nicht erschöpfenden Fragen können dann konkrete Vorschläge und Ideen ausgearbeitet, die dann in Kooperation mit anderen Menschen umgesetzt werden können Ablauf des Aushandlungs-Prozesses</p>
<p>Hat eine Projektgruppen dann alles für ihre Unternehmung zusammen, ist es notwendig, dass das Vorhaben global transparent gemacht wird. Diese Beschreibung sollte enthalten inwiefern das Produkt die oben genannten Kritierien (Notwendigkeit zur Bedürfnisbefriedigung, weitgehende Reduzierung des Ressourcenverbrauchs/ Verallgemeinerbarkeit, Recycelbarkeit, Langlebigkeit und Reparierbarkeit) erfüllt. Des weiteren sollte ersichtlich sein, dass die benötigten Stoffe noch im oben genannten „Ressourcen-Budget“ der Beteiligten und Nutzer_Innen „drin sind“. Dies würde die globale Klasse der „Hochindustrialisierten“ erstmals ausschließen bis diese ihren Verbrauch drastisch reduziert haben.</p>
<p>Dieses Vorgehen ermöglicht einen offene Prozess in dem andere Interessierte oder Betroffene, Verbesserungen, Vorschläge, Kritik oder andere Anmerkungen einbringen könnten. Sicher werden einige Vorschlägen Kontroversen und direkte Interventionen erzeugen. Die Ergebnisse wären aus heutiger Perspektive nicht vorhersehbar. Sicher scheint, dass durch diesen Prozess die Ressourcennutzung gründlich umgekrempelt würde. Nicht zuletzt weil darin auf die Bedürfnisse der regionalen Gemeinschaften in den Abbaugebieten besonders berücksichtigt würden. Dieses von Initiative und Intervention geprägte System bliebe dynamisch genug um die menschliche Kreativität nicht unnötig zu hemmen. Die Produktion organisieren jene, die ein Interesse an den Produkten haben.</p>
<p>Spätestens jetzt stellt sich allerdings bei diesem Prozess, wie bei viele anderen globalen Problemen, die Frage, wie und wo dieser Aushandlungsprozess und die Bekanntgabe der Vorschläge denn von statten gehen soll. Das Internet könnte hier vielleicht die nötige Transparenz und in geringerem Umfang die nötige Kommunikation schaffen. Allerdings müsste dafür zu aller erst die globale IT-Infrastruktur und dessen endlicher Ressourcen-Verbrauch an sich verhandelt werden.</p>
<p>Für alle konkreteren Schritte der Umsetzung bleiben wahrscheinlich weiterhin andere, direktere Kommunktionsformen (von Telefon, Radio bis physischen Treffen von Interessierten oder Betroffenen ist alles denkbar) nötig, deren Nutzung sehr wahrscheinlich mehr Zeit in Anspruch nehmen wird, um die Fülle an Informationen auszutauschen. Ob und wie die Beschaffenheit dieses Aushandlungsprozesses die Nutzung der Ressourcen und die daraus entwickelte Technik verändert, bleibt abzuwarten.</p>
<p>Es bleibt zu hoffen, dass alle Beteiligten in diesen komplexen Prozess mit ausreichend Selbstreflektion und Selbstorganisationsvermögen einsteigen.</p>
<p><strong>Fazit und praktische Konsequenzen für die Selbstorganisation im Hier und Jetzt</strong></p>
<p>Wenn wir darüber nachdenken, eine schenkökonomische Produktion zu organisieren, kommen wir um die Frage der endlichen Ressourcen nicht herum. Konsequent wäre es eigentlich mit der Organisierung dieses Ursprungs jeglicher Produktion zu beginnen. Erst in diesem Prozess könnte sich dann das technische Niveau einer selbstorganisierten Produktion abzeichnen. Zum Beispiel ob und in welcher Form die sogenannten „erneuerbaren Energien“ (die ja in Produktion und Leitungsnetzen auch auf endlichen Ressouren basieren) eine Rolle spielen. Alles andere bleibt Spekulation.</p>
<p>Die Diskussion zeigt allerdings auch die Notwendigkeit von Technik, die komplett auf erneuerbaren Ressourcen basiert. Weitere Kriterien für eine emanzipatorische Technikentwicklung könnten die einfache Recycelbarkeit und eine möglichst lange Lebensdauer aller Produkte sein. Entscheidet man sich für die vereinfachte Version, in der allen Menschen ein fairer Teil der globalen Ressourcen zugeteilt wird, ist absehbar, dass sich zum Beispiel der bundesdeutsche Ressourcenverbrauch auf 1/10 des jetzigen Niveaus absenken müsste.</p>
<p>All dies gilt es in der Öffentlichkeit, aber vor allem auch in den diversen sozialen Bewegungen bewusst zu machen. Ganz konkret gilt es auch, sich mit dem Widerstand gegen den zerstörerischen Abbau von endlichen Ressourcen, vor allem auch im globale Süden, zu solidarisieren und eigene direkte Aktionen gegen die entsprechenden Akteure zu starten.</p>
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		<title>Elevate-Diskussion: Von der Ich-AG zur Peer Production?</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Nov 2011 07:18:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Siefkes</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor einem Monat habe ich auf dem Grazer Elevate-Festival an einer Diskussionsrunde zum Thema Von der Ich-AG zur Peer Production? Arbeit und Produktion im 21. Jahrhundert teilgenommen. Inzwischen gibt es die Videoaufzeichnung der Veranstaltung im Netz, die auch live im österreichischen „Offenen Kanal“ Okto.tv ausgestrahlt wurde: Um die Peer-Produktion geht es erst im zweiten Teil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einem Monat habe ich auf dem Grazer <a href="http://2011.elevate.at/">Elevate-Festival</a> an einer Diskussionsrunde zum Thema <a href="http://2011.elevate.at/e11arbeit">Von der Ich-AG zur Peer Production? Arbeit und Produktion im 21. Jahrhundert</a> teilgenommen. Inzwischen gibt es die Videoaufzeichnung der Veranstaltung im Netz, die auch live im österreichischen „Offenen Kanal“ <a href="http://okto.tv/">Okto.tv</a> ausgestrahlt wurde:</p>
<p><object width="550" height="309" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://ichmachpolitik.at/embed_q_id/1312" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="550" height="309" type="application/x-shockwave-flash" src="http://ichmachpolitik.at/embed_q_id/1312" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p>
<p>Um die Peer-Produktion geht es erst im zweiten Teil der Diskussion, ungefähr ab Minute 1:11 (beginnend mit einem längeren Input von mir). Weitere Teilnehmer/innen waren <a href="http://2011.elevate.at/diskurs/guest/roettger/">Bernd Röttger</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andrea_D._B%C3%BChrmann">Andrea Bührmann</a> und <a href="http://2011.elevate.at/diskurs/guest/muckenhuber/">Johanna Muckenhuber</a>; organisiert und moderiert wurde die Debatte von <a href="http://kratzwald.wordpress.com/">Brigitte Kratzwald</a>.</p>
<p>Auf der Website des Festivals gibt es noch viele <a href="http://2011.elevate.at/fotos-und-videos/diskursprogamm/">weitere Videos von aufgezeichneten Elevate-Diskussionen sowie der Eröffnungsveranstaltung</a>.</p>
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		<title>Arbeit</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Nov 2011 06:18:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Wiener Streifzüge erscheinen diesmal mit dem Schwerpunkt ARBEIT. Ja, Arbeit durchgestrichen, also gegen die Arbeit. Da konnte ich nicht zurückstehen und habe meiner Kolumne Immaterial World auch den Titel Arbeit gegeben, nicht durchgestrichen, deswegen aber lange noch nicht »für Arbeit«. Sondern ein Versuch einer differenzierten Darstellung. Arbeit Wenn alle gegen die Arbeit reden, soll [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://streifzuege.org/"><img class="right" style="margin-left: 8px;" title="streifzuege53" src="http://keimform.de/wp-content/uploads/2011/11/streifzuege53.jpg" alt="" width="190" height="269" align="right" /></a>Die Wiener <a href="http://www.streifzuege.org/"><em>Streifzüge</em></a> erscheinen diesmal mit dem <a href="http://www.streifzuege.org/inhaltsverzeichnis-streifzuege-53">Schwerpunkt <del>ARBEIT</del></a>. Ja, Arbeit durchgestrichen, also gegen die Arbeit. Da konnte ich nicht zurückstehen und habe meiner Kolumne <a href="http://www.streifzuege.org/navi/immaterial-world">Immaterial World</a> auch den Titel <strong>Arbeit</strong> gegeben, nicht durchgestrichen, deswegen aber lange noch nicht »für Arbeit«. Sondern ein Versuch einer differenzierten Darstellung.</p>
<h3>Arbeit</h3>
<p>Wenn alle gegen <em>die</em> Arbeit reden, soll hier für die <em>Arbeit</em> das Wort ergriffen werden. Nein, falsch, <em>die Arbeit</em> kann nicht belobigt werden, denn in einer abstrakten Redeweise kann man nicht für oder gegen <em>die Arbeit</em> sprechen bzw. schreiben. Wir kommen also auch hier nicht um die Mühe des Begriffs herum, die kolumnengemäß kurz ausfallen muss.</p>
<p>Ausgangspunkt ist die schlichte Tatsache, dass Menschen ihre Lebensbedingungen nicht einfach vorfinden, sondern aktiv herstellen. Das Herstellen bezieht sich auf <em>alle</em> Lebensbedingungen, also nicht nur auf die materiellen, sondern auch auf die sozialen. Der Aspekt der Herstellung der materiellen Lebensbedingungen wird traditionell mit dem Begriff der „Arbeit“ verbunden. Mit dieser terminologischen Abstraktion wird jedoch ein bedeutender Teil der produktiven menschlichen Lebenstätigkeiten abgeschnitten und in ein unsichtbares Reich verbannt. Versuche, diese Tätigkeiten durch Einbeziehung in das „Arbeits-Reich“ – als Beziehungsarbeit, Hausarbeit, affektive Arbeit etc. – wieder sichtbar zu machen, sind weitgehend gescheitert. Die Gründe dafür sind in der Theoriebildung zu finden.</p>
<p>Überlegungen von Karl Marx und sich auf ihn beziehende Ansätze lassen sich in drei Phasen einteilen. Zunächst war Arbeit für Marx identisch mit Entfremdung, mit einer Umkehrung von Mittel und Zweck: Anstatt das „produktive Leben“, das „Gattungsleben“ (<em>Ökonomisch-philosophische Manuskripte</em>, 516) als Selbstzweck zu verwirklichen, gerät Arbeit bloß zum Mittel für einen fremden Zweck und ist nur „Diener des Lohns“ (ebd., 520). Alle Tätigkeit des Gattungslebens ist Produktion, Schöpfung der Lebensbedingungen, während entfremdete Arbeit als Ursache des Privateigentums bestimmt wird.</p>
<p>Mit der „Kritik der politischen Ökonomie“ unterscheidet Marx in der nächsten Phase dann Gattungs- und Formbestimmung: Die <em>nützliche</em> Arbeit ist „eine von allen Gesellschaftsformen unabhängige Existenzbedingung des Menschen, ewige Naturnotwendigkeit, um den Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur, also das menschliche Leben zu vermitteln“ (<em>Kapital I</em>, 57); die gesellschaftliche Form warenproduzierender Arbeit zeigt sich als Verhältnis von <em>konkreter</em> „besonderer zweckbestimmter“ und <em>abstrakter</em> „gleicher menschlicher“ Arbeit (ebd., 61). Diese Fassung wirft bis heute diskutierte Probleme auf, nur zwei seien genannt.</p>
<p>Erstens: Die überhistorische Fassung von „nützlicher Arbeit“ und der historisch-spezifische Formaspekt der „konkreten Arbeit“ (die als solche keine eigenständige Existenz hat) werden in eins gesetzt. Marx tut dies selbst, indem er „konkreter nützlicher Arbeit“ (ebd.) die ewige Fähigkeit zuschreibt, „Bildnerin von Gebrauchswerten“ (ebd., 57) zu sein. Dies hat viele Interpretationen dazu verleitet, die „konkrete Arbeit“ nicht als unselbständiges Moment der warenproduzierenden Arbeit anzusehen, sondern als verselbständigte, neutrale Entität, die es von der Lohnform zu befreien gelte. Dabei rückt aus dem Blick, dass die besondere Zweckbestimmung der konkreten Arbeit die Realisierung des Tauschwerts ist, was auch die sinnlich-konkrete Gestalt der Waren bestimmt.</p>
<p>Zweitens: Zwar unterscheidet Marx – wie unvollkommen auch immer – Gattungs- und Formbestimmung, doch indem er dies mit der „Abstraktion der Kategorie ‚Arbeit‘, ‚Arbeit überhaupt‘, Arbeit sans phrase“ (<em>Grundrisse</em>, 38) tut, geraten all jede Tätigkeiten des „Gattungslebens“ aus dem Blick, die er vorher noch ganz allgemein als „produktives Leben“ gefasst hat. Marx weiß, dass es die „Verhältnisse (sind), die diese einfache Abstraktion erzeugen“, mit der der „Ausgangspunkt der modernen Ökonomie erst praktisch wahr“ (ebd.) geworden ist, befestigt damit aber theoretisch die reale Abspaltung und Entwichtigung der Sphäre der Nicht-Arbeit.</p>
<p>Als dritte Phase kann die wertkritische Rekonstruktion des Marxschen Ansatzes gelten, insbesondere durch Moishe Postone (<em>Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft</em>). Er unterscheidet eindeutig überhistorische Gattungsbestimmung und historisch-spezifische Form der Arbeit. Erstere meint die produktiven Tätigkeiten im allgemeinen Sinne, die in nichtkapitalistischen Gesellschaften „ihre Bedeutung aus den gesellschaftlichen Beziehungen (erlangen), in deren Kontext sie stehen“ (ebd., 233). Im Gegensatz dazu stellt die kapitalistische Arbeit selbst die gesellschaftliche Vermittlung her und verleiht dieser ihre uniforme Bedeutung („was sich rechnet, das zählt“). Beide Aspekte überlagern sich im Kapitalismus, wobei die formspezifische Arbeit dominant ist.</p>
<p>Doch auch Postone rutscht entgegen erklärter Absicht am Ende wieder in eine universalisierende Redeweise von der „Arbeit“, wenn er die Gattungsdimension benennt. Dadurch entsteht der Eindruck einer Aufteilung in eine „gute konkrete“ Arbeit an der Gattung und eine „schlechte abstrakte“ Arbeit am Kapital. So kann er als Alternative zur gesellschaftlichen Vermittlung durch warenförmige Arbeit nur eine intensivierte „politische öffentliche Sphäre“ (ebd., 543) denken.</p>
<p>Wie der junge Marx wusste, ist das „produktive Leben“ insgesamt als Quelle der Schöpfung der gesellschaftlichen Lebensbedingungen zu begreifen. Während die Abstraktion „Arbeit“ immer eine „Nicht-Arbeit“ von sich abstößt und damit implizit behauptet, nur „Arbeit“ würde die Lebensbedingungen herstellen, schließt der Begriff der <em>produktiven Lebenstätigkeit</em> alle gesellschaftlichen Tätigkeiten ein, die die Voraussetzungen menschlich-gesellschaftlichen Lebens schaffen.</p>
<p>Nun könnte man einwenden, dass genau diese transhistorisch-allgemein verstandene produktive Lebenstätigkeit gemeint sei, wenn man von „Arbeit“ schlechthin rede. Das wäre denkbar, allerdings nur dann, wenn man „Arbeit als produktive Lebenstätigkeit“ von „warenproduzierender Arbeit“ unterscheidet und dabei nicht in den Fehler verfällt, eine Dimension der doppelt bestimmten Arbeit mit einer transhistorischen Bestimmung zu verwechseln.</p>
<p>Da scheint es mir doch einfacher, begrifflich „produktive Lebenstätigkeit“ von „Arbeit“ abzuheben und deutlich zu machen, dass Emanzipation voraussetzt, dass die Sphärenspaltung in Arbeit und Nicht-Arbeit aufgehoben wird. Dies wären Verhältnisse, in denen individuelle, besondere Menschen ihre Besonderheit als gesellschaftlich Allgemeines so zur Geltung bringen, dass dies nicht auf Kosten anderer geht, sondern alle anderen einschließt.</p>
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		<title>Ein revolutionäres Minimalprogramm</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Oct 2011 06:40:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>libertär</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit einigen Monaten wird als eine Konsequenz einer von der Sozialistischen Initiative Berlin-Schöneberg angeregten Organisationsdebatte ein revolutionäres Minimalprogramm erarbeitet. Aus diesem Prozess (1, 2, 3) hat sich inzwischen das Bochumer Programm (PDF) herauskristallisiert. (Dokumentation der aktuellen Diskussion) Das Programm könnte auch für Menschen, die den Keimformen nahestehen, interessant und unterstützenswert sein. Robert Schlosser, einer der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit einigen Monaten wird als eine Konsequenz einer von der <em>Sozialistischen Initiative Berlin-Schöneberg</em> <a href="http://www.trend.infopartisan.net/trd0311/t550311.html">angeregten</a> Organisationsdebatte ein revolutionäres Minimalprogramm erarbeitet. Aus diesem Prozess (<a href="http://marx-forum.de/diskussion/forum_entry.php?id=5696">1</a>, <a href="http://marx-forum.de/diskussion/forum_entry.php?id=5728">2</a>, <a href="http://marx-forum.de/diskussion/forum_entry.php?id=5775">3</a>) hat sich inzwischen das <a href="http://www.trend.infopartisan.net/trd0911/t610911.html">Bochumer Programm</a> (<a href="http://www.marx-forum.de/sozialismus/Bochum.pdf">PDF</a>) herauskristallisiert. (<a href="http://arschhoch.blogsport.de/">Dokumentation</a> der aktuellen Diskussion)</p>
<p>Das Programm könnte auch für Menschen, die den Keimformen nahestehen, interessant und unterstützenswert sein. Robert Schlosser, einer der elf Mitverfasser des Programms, <a href="http://www.trend.infopartisan.net/trd1011/t231011.html">begründet</a>, warum eine solche Aufstellung von Forderungen innerhalb des Kapitalismus sinnvoll ist. Eine theoretische Kritik des Kapitalismus alleine reiche nicht, um revolutionäre Bewegungen anzustoßen. Ein kommunistisches Bewusstsein entwickelten Menschen oft erst in einer revolutionären Bewegung. In dem Programm finden sich einige Punkte, die genau jene Veränderungen einfordern, die einer Gesellschaft mit commonsbasierter Peerproduktion vorausgehen müssen. Die „wichtigsten politischen Forderungen“ des Programms beziehen sich gerade darauf:</p>
<ul>
<li>Kommunalisierung und Demokratisierung von Energieversorgung, Lebensmittelversorgung und Transportwesen;</li>
<li>Kommunalisierung und Demokratisierung des Bildungswesens. Einheitliche Ausbildung in Theorie und Praxis für Alle bis zum 18. Lebensjahr.</li>
</ul>
<p>Die Einschränkung der Kommunalisierung und Demokratisierung auf diese Bereiche mag vielleicht zu willkürlich und zu restriktiv erscheinen, will doch die Peerökonomie idealiter jede Produktion in kommunalen und dezentralisierten Gemeinschaften geeigneter Größe organisieren. Dazu muss jedoch auch der erste Schritt einer vielleicht langwierigen Transformation getan werden. Die kommunale Versorgung mit Energie, Lebensmitteln, Transport und Bildung würde Menschen in ihren elementaren Bedürfnissen von einer fremdbestimmten Produktion unabhängig machen und die Selbstverantwortung und -organisation, die eine künftige Produktionsweise kennzeichnen werden, einüben.</p>
<p>Die nächsten vier Forderungen kann die Commonsbewegung ohne weiteres unterstützen. Mit dem Ende des Staates, den auch die Commons irgendwann obsolet machen werden, sind diese Forderungen sowieso erfüllt:</p>
<ul>
<li>Freiheit der Information, der Rede, der Versammlung und der Organisation;</li>
<li>Abschaffung des Beamtentums;</li>
<li>Trennung von Staat und Kirche. Abschaffung der Kirchensteuer;</li>
<li>Abzug aller deutschen Soldaten aus dem Ausland.</li>
</ul>
<p>Im Programm folgen noch die „wichtigsten gewerkschaftlichen Forderungen“. Sie berühren die Commons nicht direkt, da es in Commons ja keine kapitalistische Produktion, keine Lohnarbeit, mehr gibt. Trotzdem ist eine Unterstützung zu erwägen, weil auch Menschen in Commons mehrheitlich noch in der kapitalistischen Gesellschaft verankert und vielleicht als Lohnarbeiter außerhalb ihres Commons vom Kapital abhängig sind. Wollen sie die Commons weiterentwickeln, müssen sie sich Freiräume vom Kapital verschaffen. Hier ergeben sich Anknüpfungspunkte zum Kampf der Gewerkschaften, natürlich nur der revolutionären (in Deutschland etwa <a href="http://www.wobblies.de/">IWW</a> und <a href="http://www.fau.org/">FAU</a>). Der Dialog mit emanzipatorischen Bewegungen und eine gewisse Synchronisation mit ihnen im Klassenkampf scheinen mir zur Lösung der Frage der Aneignung der Produktionsmittel bedeutsam. Denn, so versichert das Programm: „Abschaffung der Lohnarbeit mittels Selbstverwaltung der Unternehmen durch die Werktätigen ist unser wichtigstes Ziel.“ Stehen Betriebe erst unter der Kontrolle der Produzenten, so rückt die Perspektive einer demokratischen Selbstorganisation von wertfreier Gebrauchsgüterproduktion ein Stück näher.</p>
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		</item>
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		<title>(Post-)Ökonomische Perspektiven im 21. Jahrhundert</title>
		<link>http://keimform.de/2011/post-oekonomische-perspektiven-im-21-jahrhundert/</link>
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		<pubDate>Wed, 12 Oct 2011 06:38:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Siefkes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeit & Freiheit]]></category>
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		<description><![CDATA[Diesen Monat nehme ich mal wieder an zwei einer Veranstaltungen teil. Zunächst am kommenden Samstag, 15. Oktober an einem Workshop Ökonomische Perspektiven II – Utopien und Perspektiven des Bildungskollektiv Biko in Erfurt (siehe Kommentar): 15.10.2011 10–16 Uhr im Jugendbüro filler, Schillerstr. 44, Erfurt Ökonomische Perspektiven II &#8211; Utopien und Perspektiven In Zeiten der Krise ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diesen Monat nehme ich mal wieder an <del>zwei</del> einer Veranstaltung<del>en</del> teil. <del>Zunächst am kommenden Samstag, 15. Oktober an einem Workshop <a href="http://biko.arranca.de/index.php?c=programm&amp;nr=109">Ökonomische Perspektiven II – Utopien und Perspektiven</a> des <a href="http://biko.arranca.de/">Bildungskollektiv Biko</a> in Erfurt</del> (siehe <a href="http://keimform.de/2011/post-oekonomische-perspektiven-im-21-jahrhundert/#comment-20611">Kommentar</a>):</p>
<blockquote><p>15.10.2011 10–16 Uhr<br />
im Jugendbüro filler, Schillerstr. 44, Erfurt</p>
<p><strong>Ökonomische Perspektiven II &#8211; Utopien und Perspektiven</strong></p>
<p>In Zeiten der Krise ist wieder Zeit für Analysen und Perspektiven. Wir wollen einen Teil der Ansätze, Ideen und Projekte, die in der letzten Zeit entwickelt bzw. populär wurden vorstellen und diskutieren. Bei der zweiten Veranstaltung geht es um ökonomische Utopien und Perspektiven. Mit der Peer-Ökonomie wird ein weiterer Ansatz vorgestellt sowie Beispiele und Ideen für praktische Umsetzungen gezeigt. Die angebotenen Modelle werden an ihren eigenen Ansprüchen gemessen.</p></blockquote>
<p>Neben <a href="http://keimform.de/tag/peer-economy/">Peer-Ökonomie/Commonismus</a> sollen dabei auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Solidarische_%C3%96konomie">Solidarische Ökonomie</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Parecon">Parecon</a> vorgestellt und kritisch diskutiert werden; <a href="http://biko.arranca.de/anmeld.php?s=%D6konomische+Perspektiven+II+-+Utopien+und+Perspektiven">anmelden kann man sich hier</a>. Plätze sind wohl noch reichlich vorhanden, wer also Lust hat kurzfristig etwas über Peer-Produktion und ökonomische Alternativen zu lernen bzw. diese zu kritisieren, ist herzlich willkommen <img src='http://keimform.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Eine Woche später bin ich dann auf dem <a href="http://2011.elevate.at/">Elevate-Festival</a> in Graz, das vom 20. bis 24. Oktober unter dem etwas generischen Titel „Elevate the 21st century“ stattfindet. Nachdem vor drei Jahren Stefan und Silke auf dem Festival <a href="http://commonsblog.wordpress.com/2008/11/06/elevate-the-commons-das-netz-das-uns-tragt/">die Commons</a> und <a href="http://keimform.de/2008/sieben-thesen-zum-commonismus/">den Commonismus</a> erhoben haben, werde ich dieses Jahr die commonsbasierte Peer-Produktion als für alle Beteiligten bessere Alternative statt Erwerbsarbeit und Marktproduktion vorstellen.</p>
<p>Das <a href="http://2011.elevate.at/diskurs-film/">gesamte Programm</a> des diesjährigen Festivals gibt es online (<a href="http://2011.elevate.at/musik-kunst/">Musik &amp; Kunst</a> separat). Am Samstag nehme ich an einer Diskussionsveranstaltung teil:</p>
<blockquote><p>Samstag 22.10.2011 16–18 Uhr<br />
im <a href="http://forum.mur.at/index.php?idcat=59">Forum Stadtpark</a></p>
<p><strong><a href="http://2011.elevate.at/e11arbeit">Von der Ich-AG zur Peer Production? Arbeit und Produktion im 21. Jahrhundert</a></strong></p>
<p>Diskussion mit<br />
<a href="http://www.linksnet.de/de/autorin/r%C3%B6ttger_bernd" class="broken_link">Bernd Röttger</a> (Freier Sozialwissenschaftler, Bildungsarbeiter / de)<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andrea_D._B%C3%BChrmann">Andrea Bührmann</a> (Georg-August-Universität Göttingen / de)<br />
<a href="http://keimform.de/author/christian/">Christian Siefkes</a> (Softwareentwickler, Autor / de)<br />
<a href="http://2011.elevate.at/diskurs/guest/muckenhuber/">Johanna Muckenhuber</a> (Medizinische Universität Graz / at)<br />
Moderation: <a href="http://kratzwald.wordpress.com/">Brigitte Kratzwald</a> (commons.at / AT)</p>
<p>Vor allem Kultur-, Kreativ- und Wissensarbeiter_innen erleben ihre Erwerbsarbeit als Möglichkeit zur Selbstverwirklichung, trotz oft enormen Arbeitsumfangs bei geringem Einkommen. Viele andere fühlen sich durch die geforderte Flexibilität und längere Arbeitszeiten unter Druck gesetzt. Burn-out wird zur Volkskrankheit. Prekarität, Erwerbsarbeitslosigkeit und Armut nehmen zu, und niemand ist mehr vor sozialem Abstieg gefeit. Dabei könnten wir die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit durch neue Produktionsweisen erheblich reduzieren und uns vor allem Tätigkeiten widmen, auf die wir wirklich Lust haben. Selbstbestimmt und stressfrei.</p>
<p>Nach einer Analyse dieser Umstände wollen wir diskutieren, wie Prekarisierung und (Selbst-)Ausbeutung entgegengewirkt werden kann und wie ein Arbeits- und Produktionsmodell der Zukunft aussehen könnte, das es allen ermöglicht, ihre Fähigkeiten einzubringen und ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Wie kann es gelingen, soziale Sicherheit, Freiheit und Selbstbestimmung gleichermaßen zu verwirklichen? Welche Beispiele sind bereits heute auszumachen und wie können wir sie vervielfältigen?</p></blockquote>
<p>Und am Sonntag biete ich einen vertiefenden Workshop an:</p>
<blockquote><p>Sonntag 23.10.2011 11:30–13:30 Uhr<br />
in der <a href="http://gruene-akademie.at/kontakt">Grünen Akademie</a></p>
<p><strong> <a href="http://2011.elevate.at/e11peer/">Beitragen statt tauschen – Wie funktioniert Peer-Ökonomie?</a></strong></p>
<p>Workshop mit Christian Siefkes</p>
<p>Peer Production nutzt und erzeugt Gemeingüter: Ressourcen und Güter, die allen zustehen und die gemäß selbst definierten Regeln gemeinsam oder anteilig genutzt werden. Sie basiert auf Beiträgen statt auf Tausch: Menschen beteiligen sich an Projekten, die ihnen wichtig sind, und tragen so zu deren Erfolg bei. Und sie basiert auf freiwilliger, zwangloser Kooperation, die keine formalen Hierarchien und Befehlsstrukturen kennt. Im Workshop soll es darum gehen, wie und warum Peer Production funktioniert. Vor allem aber geht es um die Frage, wie die Peer Production den Sprung von der immateriellen in die materielle Welt schaffen kann, sodass die Bedürfnisse der Menschen (und nicht der Profit) bestimmen, was und wie produziert wird.</p></blockquote>
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		</item>
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		<title>Piraten und Knappheit und Eigentum</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Oct 2011 15:12:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich geb&#8217;s zu: Ich habe letztens in Berlin mit der Zweitstimme die Piraten gewählt. Diese Stimme war aber nur eine halbe Stimme. Wie ich das meine, erkläre ich im folgenden anhand der widersprüchlichen Positionen der Piraten zu Knappheit und Eigentum. Die Piratenpartei hat in ihren 10 Thesen zur Netzpolitik in der fünften These den Begriff [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/hansandcarolyn/3038124929/"><img class="right" style="margin-left: 8px;" title="»Not Quite a Pirate Ship« by Hans and Carolyn (CC-by-nc)" src="http://keimform.de/wp-content/uploads/2010/07/pirate-ship.jpg" alt="" width="280" height="293" align="right" /></a>Ich geb&#8217;s zu: Ich habe letztens in Berlin mit der Zweitstimme die <a href="http://keimform.de/2011/piraten-entern-berlin-watt-nu/">Piraten</a> gewählt. Diese Stimme war aber nur eine halbe Stimme. Wie ich das meine, erkläre ich im folgenden anhand der widersprüchlichen Positionen der Piraten zu Knappheit und Eigentum.</p>
<p>Die Piratenpartei hat in ihren <a href="http://web.piratenpartei.de/papiere/2010/10thesen">10 Thesen zur Netzpolitik</a> in der fünften These den Begriff der <em>Knappheit</em> verwendet. Dort heißt es:</p>
<blockquote><p><em>Die Güter der materiellen Welt sind begrenzt und erschöpflich. Was der eine Mensch besitzt oder verbraucht, darauf muss der andere verzichten. Immaterielle Güter hingegen können beliebig oft vervielfältigt werden. In der Informationsgesellschaft gibt es keine natürliche Knappheit an immateriellen Gütern. Die Tragödie unserer Zeit besteht jedoch darin, dass mit Gesetzen eine künstliche Verknappung an immateriellen Gütern erzeugt wird.</em></p></blockquote>
<p>Das hört sich erstmal gut an, erst beim genauen Hinsehen wird ein zentrales <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ideologem">Ideologem</a> der Piraten sichtbar. Worin besteht es?</p>
<p>Unausgesprochen werden den immateriellen Gütern, für die es »keine natürliche Knappheit« geben soll, die materiellen Güter gegenübergestellt, denen wohl &#8212; so die Implikation &#8212; eine »natürliche Knappheit« zukomme. Richtigerweise wird einleitend festgestellt, dass die »Güter der materiellen Welt &#8230; begrenzt und erschöpflich« sind, doch der Übergang zur Knappheit geschieht implizit: begrenzt/erschöpflich = knapp lautet der Schluss, den die Leser_in sich denken darf. Dieser (Kurz-) Schluss ist nicht unüblich, und die allermeisten werden ihn mitgehen. Dennoch ist es ein Kurzschluss. Warum? Zwei Aspekte werden vernachlässigt.</p>
<p><em>Erstens</em> setzt die Vervielfältigung von immateriellen Gütern die Existenz einer materiellen Infrastruktur voraus, die mit begrenzten/erschöpflichen Gütern aufgebaut und unterhalten werden muss. Bei digitalen Informationsgütern liegt das auf der Hand (stoffliche Infrastruktur des Internets), aber auch wenn man etwa nur an die persönliche Weitergabe von Wissen denkt, müssen die beteiligten Menschen stoffliche Ressourcen nutzen und verbrauchen (sprich: ihre Existenz erhalten), um dies tun zu können. Ist jedoch einmal eine Infrastruktur vorhaben &#8212; dies ist der charmante und sichtbare Aspekt bei digitalen Informationsgütern &#8211;, so ist der Aufwand zur Güter-Vervielfältigung gering.</p>
<p>Fazit: Um immaterielle Güter herstellen, nutzen und vervielfältigen zu können, müssen stoffliche Ressourcen, Energie und Aufwand aufgewandt werden.</p>
<p><em>Zweitens</em> gilt das gleiche grundsätzlich genauso für stoffliche Verbrauchsgüter: Um materielle Güter herstellen, nutzen und vervielfältigen zu können, müssen stoffliche Ressourcen, Energie und Aufwand aufgewandt werden. Allerdings fallen die stofflichen Ressourcen, die Energie und der menschliche Herstell- und Erhaltungsaufwand an anderen Stellen an. Es <em>scheint</em> so zu sein, als ob die Verhältnisse bei stofflichen Gütern ganz anders liegen als bei immateriellen Gütern. Es <em>scheint</em> so zu sein, als ob Immaterialgüter natürlich unknapp und stoffliche Güter natürlich knapp seien. Dem ist aber nicht so, und das liegt am Begriff der&#8230;</p>
<p><strong>&#8230;Knappheit</strong></p>
<p>Knappheit wird bei den Piraten (wie in der Gütertheorie üblich) als naturale Eigenschaft der Güter angesehen. Tatsächlich ist es jedoch eine soziale Eigenschaft des menschlichen Herstell- und Erhaltungsprozesses dieser Güter. Die Verwechselung von Gütereigenschaft mit der sozialen Art und Weise ihrer Herstellung und Erhaltung habe ich kürzlich für <a href="http://keimform.de/2011/commons/">Commons und Ware</a> diskutiert. Dort stellte sich heraus, dass Commons wie Ware keine »Dinge« sind, sondern zwei unterschiedliche Formen, Güter (im weitesten Sinne) herzustellen und zu erhalten. In dem Artikel wurden die Unterschiede nicht weiter besprochen. Einen wesentlichen Unterschied können wir uns nun anhand des Begriffs der <em>Knappheit</em> klar machen.</p>
<p>Güter, die als Waren hergestellt werden, müssen knapp sein. Anderenfalls sind sie nicht verkaufbar. Völlig unabhängig von ihrer Beschaffenheit (ob stofflich oder nichtstofflich) oder ihrer potenziellen Verfügbarkeit (reichlich oder begrenzt) muss dafür gesorgt werden, dass das Gut nicht erreicht, bekommen und genutzt werden kann, solange kein Äquivalent (üblicherweise Geld) in die Gegenrichtung fließt. Und dafür wird aktiv gesorgt: Das Lager, in dem die begehrten stofflichen Dinge lagern, wird abgesperrt und bewacht, und die unerlaubte Entnahme wird als Diebstahl verfolgt (selbst aus Abfall-<a href="http://keimform.de/2007/kritisches-zum-containern/">Containern</a>). Das Digitalgut wird abgesperrt (Kopierschutz u.a.) und bewacht (DRM u.a.), und die unerlaubte Entnahme (aka Raubkopie) wird als Diebstahl verfolgt. Da gibt es keinen wesentlichen Unterschied!</p>
<p>Güter, die als Commons hergestellt werden, müssen hingegen nicht knapp sein. Im Gegenteil geht es den Commons darum, möglichst für alle das herzustellen, was die beteiligten Commoners brauchen. Die Bedürfnisse sind der Maßstab. Bei nichtstofflichen Gütern &#8212; und hier kommt nun der Unterschied in der Beschaffenheit zum tragen &#8212; ist es einfacher, das Ziel der Bedürfnisbefriedigung zu erfüllen. Da die digitale Infrastruktur existiert und die meisten einen Pauschalzugang zu dieser abonniert haben (Flatrate) oder mitnutzen können, kann etwa der Wikipedia-Artikel zu Kosten gegen Null geladen und genutzt werden (open access). Was bei Commons ganz legal geht (die Freien Lizenzen machen&#8217;s möglich), geht technisch prinzipiell aber illegal auch bei proprietären Digitalgütern.</p>
<p>Bei stofflichen Commons wird der Zugriff unter den Commoners in der Regel so vereinbart, dass alle beteiligten Commoners einen fairen Anteil bekommen und die Commons erhalten bleiben. Der freie Zugriff wäre hier nur denkbar, wenn die Commons-Produktion die allgemeine Form der Produktion wäre und die beteiligten Produzenten dafür sorgen könnten, dass genug für alle da ist. Selbst wenn das nicht gelingen sollte &#8212; etwa weil aktuell bestimmte Ressourcen nicht ausreichend verfügbar sind &#8211;, so ist dies kein Grund dafür, Güter knapp zu produzieren. Im Gegenteil: Das Ziel ist, sie reichhaltig zu produzieren. Doch derzeit ist ohnehin die Ware als soziale Form der Produktion dominant, und der ist die Knappheit untrennbar eingeschrieben. Nix Knappheit, nix Ware.</p>
<p><strong>Eigentum</strong></p>
<p>Der Naturalisierung der Knappheit folgt die Naturalisierung des Eigentums auf dem Fuße. In einem <a href="http://www.hingesehen.net/piratenpartei-geistiges-eigentum-gibt-es-nicht/">Interview</a> erklärt ein bayerischer Pirat:</p>
<blockquote><p><strong></strong><strong></strong><em>&#8230; es gibt so etwas wie &#8220;geistiges Eigentum&#8221; nicht. Das ist ein Kampfbegriff der Verwertungsindustrie. Auch Künstler erschaffen ein Werk nicht einfach aus dem Nichts. Sie greifen auf den Wissens- und Kulturschatz der Allgemeinheit zu und konstruieren durch Kombination und Modifikation etwas neues. (&#8230;) Das hat &#8230; nichts mit Eigentum zu tun. Moralisch gesehen ist Eigentum ein Prinzip für knappe Güter (“Du sollst nicht stehlen”). Informationen sind aber gerade heute nicht mehr knapp.</em></p></blockquote>
<p>Hier haben wir alles beisammen: Knappheit und Eigentum seien nur ein »Prinzip für knappe Güter«. Knappheit wird naturalisiert, denn dies seien nur jene Güter, die man »stehlen« könne. Doch Stehlen, Diebstahl, ist eine juristische Definition, also eine soziale Form, die sich historisch herausgebildet hat und als Gesetz kodifiziert wurde. Dazu gehört aus Sicht des Gesetzes selbstverständlich auch der Diebstahl nichtstofflicher Güter. Dies wird schnell klar, wenn man sich den <a href="http://keimform.de/2010/commons-und-eigentum-vortrag/">Begriff des Eigentums</a> vergegenwärtigt. Auch hier gibt es viele schiefe Vorstellungen.</p>
<p>Eigentum ist <em>nicht</em> eine Sache, die einer Person gehört, es ist auch <em>nicht</em> die Herrschaft einer Person über eine Sache, sondern es handelt sich um eine <em>Dreiecksbeziehung</em>: Eigentum ist die Beziehung zwischen Personen in Bezug auf eine Sache, bei der die eine Person die andere Person vom Zugriff auf die Sache ausschließen kann. Eigentum ist ein Exklusionsrecht. Eigentum ist die kodifizierte Form einer sozialen Exklusionsbeziehung. Diese ist &#8212; im Gegensatz zu den Vorstellungen des bayerischen Piraten &#8212; auf alle Sachen (gleich ob stofflicher oder nichtstofflicher Natur) anwendbar. Warum?</p>
<p>Weil Eigentum gebraucht wird, um Knappheit herzustellen. <em>Knappheit ist Exklusion</em> von der Verfügung über eine Sache oder ein Ding, und Eigentum ist die rechtliche Grundlage dieser Exklusion. Dies begreift man allerdings nur, wenn man Knappheit als soziale Form Dinge herzustellen versteht und nicht als Eigenschaft des Dings selbst.</p>
<p>Wenn man das dann mal erkannt hat und weiterhin die Legitimität des sogenannten »geistigen Eigentums« in Frage stellt, dann muss man konsequent sein, und die Legitimität des Eigentums generell in Frage stellen. Dann muss man ganz allgemein erkennen, dass das »Eigentum &#8230; ein Kampfbegriff der Verwertungsindustrie« ist, denn genau das ist der Fall. Nur unterliegen leider die Piraten in Bezug auf die stofflichen Güter diesem Kampfbegriff, während sie ihn für nichtstoffliche Güter in Frage stellen.</p>
<p>Fazit: Eine Mischung aus immateriellem Kommunismus und stofflichem Neoliberalismus geht auf Dauer nicht zusammen.</p>
<p>Von mir haben die Piraten nur eine halbe Stimme bekommen.</p>
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		<item>
		<title>Nichtwarenförmige Erdäpfel-Ernte</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Aug 2011 15:50:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die warenkritische Kooperative Karlshof lädt ein zur Kartoffelernte: Der Spätsommer kommt vorbei und mit ihm die beliebten Knollen aus der Erde. Nachdem letztes Jahr mit vielen Händen nur klitzekleine Murmeln aus dem Boden gesammelt wurden, wird es dieses Jahr wieder in die Vollen gehen! Du bist herzlich eingeladen Teil an diesem Riesenspaß zu nehmen. Vom [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.keimform.de/wp-content/uploads/2011/08/kartoffel.jpg"><img class="right" style="margin-left: 8px;" title="kartoffel" src="http://www.keimform.de/wp-content/uploads/2011/08/kartoffel-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" align="right" /></a>Die warenkritische Kooperative <a href="http://www.gegenseitig.de/unsere-pag/projektgruppe-karlshof.html">Karlshof</a> lädt ein zur Kartoffelernte:</p>
<blockquote><p><em>Der Spätsommer kommt vorbei und mit ihm die beliebten Knollen aus der Erde.</em></p>
<p><em>Nachdem letztes Jahr mit vielen Händen nur klitzekleine Murmeln aus dem Boden gesammelt wurden, wird es dieses Jahr wieder in die Vollen gehen!</em></p>
<p><em>Du bist herzlich eingeladen Teil an diesem Riesenspaß zu nehmen. <strong>Vom 2. bis zum 18. September ist es soweit.</strong></em></p>
<p><em>Die Frühentschlossenen unter Euch können sich gerne auch mit in die Vorbereitung einklinken und ein paar Tage früher vorbeikieken. Zu tun gibt&#8217;s bestimmt genug.</em></p>
<p><em>Gerne könntest du auch insgesamt mit Verantwortung übernehmen für die vielen kleinen Aufgaben die so anstehen und -fallen. Sammlungen der to-do&#8217;s und Transparenz werden das hoffentlich erleichtern.</em></p>
<p><em>Für leidenschaftliche Köch*innen und alle, die es werden wollen, gibt es dieses Jahr ein <a href="http://doodle.com/hvntdstu6c2yv4kw" class="broken_link">doodle</a> in das ihr euch eintragen könnt mit euren zig-Gänge-Menüs <img src='http://keimform.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </em></p>
<p><em>Außerdem gibt es den Wunsch, die Finanzierung, das heißt die &#8220;Knete für die Beete&#8221;-Kampagne, während dieser Tgae gemeinsam zu evaluieren. Zur Terminfindung gibt es hierfür auch, tadaaa: ein <a href="http://www.doodle.com/2ww3uxp4nswdcu9x">doodle</a>.</em></p>
<p><em>Bitte melde Dich an (karlshof ÄT gegenseitig PUNKT de) und bring solch illustre Dinge mit wie:Schlafsack, Taschenlampe, feste und nicht feste Schuhe, Abendgestaltungsequipment, Diskussionsstoff, Badeklamotten und Luftmatratze und was du sonst noch so benötigst</em></p>
<p><em>Es freut sich sehr auf Dich</em></p>
<p><em>Deine* kartoffel-unter-die-Erde-bring-Kooperative</em></p></blockquote>
<p>Meldungen für Kartoffel- und andere Bedarfe werden für dieses und nächstes Jahr angenommen. Get in touch!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>The Emergence of Benefit-driven Production</title>
		<link>http://keimform.de/2011/benefit-driven-production/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Aug 2011 10:48:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Siefkes</dc:creator>
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		<description><![CDATA[The following paper was written for the Proceedings of the 6th Annual Open Knowledge Conference (OKCon 2011) which took place about a month before in Berlin. It is also available in PDF format. Abstract The free software and free culture movements have radically changed the ways of producing software and knowledge goods. In many cases, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="left" align="left" hspace="5" vspace="1" title="OKCon logo" src="http://www.keimform.de/wp-content/uploads/2011/06/okcon-logo.png" alt="OKCon logo" width="81" height="81" /><em>The following paper was written for the <a href="http://sunsite.informatik.rwth-aachen.de/Publications/CEUR-WS/Vol-739/">Proceedings</a> of the <a href="http://okcon.org/2011">6th Annual Open Knowledge Conference (OKCon 2011)</a> which took place about a month before in Berlin. It is also <a href="http://ceur-ws.org/Vol-739/paper_9.pdf">available in PDF format</a>.</em></p>
<div id="abstract">
<h3>Abstract</h3>
<p>The free software and free culture movements have radically changed the ways of producing software and knowledge goods. In many cases, participation in such project is benefit-driven rather than profit-driven. Participants get involved in order to realize some practical or social benefit, not because of monetary gains. Another difference from market- and firm-based production is that peer production is non-hierarchical: people voluntarily cooperate as peers; there are no fixed employer/employee or client/contractor relationships. And peer production is based on commons: goods which are jointly developed and maintained by a community and which are shared according to community-defined rules.</p>
<p>Peer production is not just about producing knowledge: Hackerspaces and Fab Labs are the first forerunners of a commons-based production infrastructure. While commons-based peer production reaches beyond capitalism, the preconditions of its development are created by capitalism itself. The paradoxical relationship of capitalism to human labor leads to developments that might make the concept of labor (as we know it today) obsolete, and with it capitalism itself.</p>
<p><strong>Keywords:</strong> peer production, benefit-driven production, commons, commonism, stigmergy, capitalism</p>
</div>
<div id="benefit-driven-production">
<h3>Benefit-driven Production</h3>
<p>The <em>free software</em> and <em>free culture movements</em> have radically changed the ways of producing software and knowledge goods. These changes have caused some markets—such as those for Internet software, programming tools and encyclopedias—to shrink considerably or disappear altogether. These areas have become dominated by free programs such as Apache, Firefox, WordPress, non-proprietary programming languages such as Python, open development environments such as Eclipse, and by the free Internet encyclopedia Wikipedia. They have largely driven out competing offers which (as usual in capitalism) are only available for sale.</p>
<p>Sometimes, free software is produced by companies that use it to indirectly make money, e.g. by selling support, documentation, or suitable hardware. But many projects are driven by communities of people that contribute voluntarily and without pay. Participants may be motivated by the desire to use the software they help creating or they may simply enjoy doing what they do. Others participate in order to improve their knowledge, to demonstrate their skills, or to give something back to the community (Lakhani and Wolf 2005). Free software and free culture projects are thus frequently <em>benefit-driven</em> rather than <em>profit-driven</em>: Participants get involved in order to realize some practical or social benefit (getting useful software, learning, getting community recognition, doing something pleasurable), not because of monetary gains.</p>
<p>Modern, neoclassical economy theory sees companies as a means of reducing so-called transaction costs (Coase 1937). As a company owner, I can assign tasks to my staff instead of having to buy and negotiate each small service individually. The employees benefit by knowing in advance how much they will earn, instead of having to sell themselves day by day in the market, with uncertain results. But they have to accept subordinate positions in a hierarchy and must follow the orders of the management. Market relations, on the other hand, take part between actors who are formally (though often not actually) equal, but they are always merely functional: I’m not interested in the others as human beings, I merely see them as potential trading partners, potential buyers and sellers.</p>
<p>Standard neoclassical theory doesn’t know ways of interaction beyond the market and the firm, but the communities of people who produce on the basis of voluntary cooperation indicate that it missed something. Since everybody participates voluntarily, nobody can order the others around. The term <em>peer production</em> has been coined by Yochai Benkler (2006) to express this stark contrast to the hierarchical nature of firms: participants work together on an equal footing, as peers.</p>
<p>And in contrast to the market, others aren’t merely potential trading partners, but people cooperating with me in order to reach a common goal. Peer production is based on contributions, not on exchange. And while trade (exchange) tends to be a zero-sum game, contributing isn’t. If I make a “good deal,” it quite often means that my trading partner made a bad one. But if somebody contributes something useful, everybody wins.</p>
<p>A world where producers have to sell what they produce and users have to buy what they want to use, inevitably creates antagonisms. One person’s income is another person’s cost. And an increased market share for one producer means that the others producing the same goods will earn less, hence producers are forced to compete with each other. The same conflict of interest as between sellers and buyers in general exists between employees and employers: the former want to sell their labor power as dearly as possible, while the latter strive for a maximum of labor at minimal cost. Benefit-driven production doesn’t know these antagonisms, since fulfilling my needs doesn’t have to come at the cost of your needs. On the contrary, peer production works so well because the participants help each other to reach their goals and fulfill their needs. Everybody benefits.</p>
</div>
<div id="voluntary-production-for-others">
<h3>Voluntary Production for Others</h3>
<p>Benefit-driven production shouldn’t be misunderstood as production merely for oneself. It is true that peer producers often begin by “scratching a […] personal itch,” as Eric Raymond (2001) put it; but at the same time, what they do is also useful for others. And people frequently engage not because of their consumption needs, but because of their productive needs: They contribute because they enjoy the tasks they are doing, because they learn something, or because they want to give something back to the other contributors.</p>
<p>The fact that peer production is always production for others refutes the popular conception that without a market system, people would have to fall back into some kind of Robinson mode: Everybody would only produce for themselves or their family and large-scale cooperation would cease to exist. It’s pretty clear that such a solitary way of production wouldn’t get one very far. Another well-known alternative are centralized planned economies—the former “real socialism.” In such economies, society as a whole functions like a big company. Management (the planners) decides what should be done, assigns the required tasks, and monitors that they are executed correctly. This alternative hasn’t worked well in the past and doesn’t sound very attractive: You are still a dependent employee (though now of the state) and must follow the orders of your superiors.</p>
<p>Peer production, on the other hand, is production for others which is neither based on coercion nor motivated by monetary gain. Peers produce for others because they can, and because it is a way for them to find further contributors. The more people use the results of a project, the more potential contributors exist, since people who decide to join forces as occasional or regular contributors are typically already users of the project they choose to support. If a project doesn’t share with others by coproducing for them, it endangers its opportunity to win new members.</p>
<p>To distribute tasks, peer producers use an open process that has become known as “stigmergy” (cf. Heylighen 2007). Participants leave hints (Greek <em>stigmata</em>) about started or desired activities, encouraging others to follow these hints and take care of the desired tasks. Such hints, e.g. to-do lists and bug reports in software projects and “red links” pointing to missing articles in the Wikipedia, constitute an important part of the communication.</p>
<p>All participants follow the hints that interest them most. This leads to an automatic prioritization of tasks (the more people care for a task, the more likely it is to be picked up by somebody). It also ensures that the different talents and skills of contributors are applied in a more or less optimal way (since people tend to pick up those tasks they think they are good at). And since everybody is free in choosing the tasks they want to do, participants will generally be more motivated than in a market-based system or a planned economy, where they have to follow the orders of their supervisor or client.</p>
</div>
<div id="the-emergence-of-a-commons-based-production-infrastructure">
<h3>The Emergence of a Commons-based Production Infrastructure</h3>
<p>Peer production is thus radically different from the “normal,” market- and firm-based mode of production that dominates our society. Production is mainly for benefit instead of profit; and people voluntarily cooperate as peers rather than being part of hierarchical employer/employee or client/contractor relationships.</p>
<p>Another thing that’s different is the way in which people relate to nature and to the products of their activities. Under capitalism, ideas, products, and natural resources are usually treated as <em>property.</em> Property means the legal right to exclude or include others from using a good, allowing the owner to use, sell, or monetize their property at will.</p>
<p>Peer production is primarily based on <em>commons,</em> therefore Benkler (2006) talks about <em>commons-based peer production.</em> Commons are goods which are jointly developed and maintained by a community and which are shared according to community-defined rules (cf. Ostrom 1990). Water, air, forests, and land were managed as commons in many societies. Free software and open content are a kind of commons that everybody is allowed to use, improve and share. But the relation between peer production and commons is not one-sided: Peer production is not only based on commons, it also creates new ones and maintains the existing ones, as the examples of free software, open content, and <em>open hardware</em> (blueprints and descriptions of physical items that everyone can use to produce, utilize, and maintain these items) show. All these projects contribute to a knowledge commons that can be used, shared, and improved by everybody.</p>
<p>Peer production cannot just produce knowledge, it can also produce infrastructure and physical goods. For example, <em>community wireless networks</em> have formed in many cities; they allow everyone in their neighborhood free network access. Many of these projects are organized as <em>mesh networks</em>: all participating computers will actively transfer data, removing the need for privileged servers. Such self-organized, decentralized networks can create a shared infrastructure for Internet and telephony (cf. Rowe 2010, 2011); similar networks might supply people with energy or water. Community projects organizing access to water as a commons exist in South America (cf. De Angelis 2010).</p>
<p>Open facilities for the production of material goods are emerging as well. <em>Hackerspaces</em> and <em>Fab Labs</em> are typically run by volunteers; they often have computer-controlled machines—including milling machines and fabbers (“3D printers”)—which allow the largely automatized production of individual items or small series. If possible, the utilized machines are open hardware, meaning that their blueprints can be freely used and improved by everyone. Another goal is the creation of machines that can produce machines that are at least as powerful as the original ones, thus allowing Fab Labs to produce the equipment for further Fab Labs. In this way, commons-based peer production is starting to create the tools that will allow it to spread even further, at the same time starting to supply people with what they need to live.</p>
</div>
<div id="a-commonist-future">
<h3>A Commonist Future?</h3>
<p>Nick Dyer-Witheford (2007) has proposed the term <em>commonism</em> for a society where the basic social form of production are the <em>commons</em> (while in capitalism, <em>commodities</em> are the basic social form). As the success of commons-based peer production shows, commons and peer production go together very well. We can therefore expect peer production to be the typical form of production in a commons-based society. Commonism would be a society where production is organized by people who cooperate voluntarily and on an equal footing for the benefit of all.</p>
<p>Some people may claim that such a society must be impossible because it never existed or because it is against human nature. But that something didn’t happen in the past doesn’t mean it won’t become real in the future, and arguments about “human nature” miss the fact that people are formed by society just as well as they are forming society. Changing social structures also changes people’s behavior.</p>
<p>Nevertheless, commonism would have to remain an abstract idea if it didn’t have the potential to develop out of the current social system, capitalism. New ways of production can only emerge when “the material conditions for their existence have matured within the framework of the old society,” as Karl Marx (1859, Preface) expressed it.</p>
<p>There are two preconditions which I consider most relevant for the development of commonism: (1) Human labor disappears from the production processes, being replaced by automation and joyful doing. (2) Everyone has access to resources and means of production. Developments within capitalism favor the partial emergence of these conditions, though their full realization would make capitalism impossible.</p>
<p>How these conditions change the processes of production becomes already visible in the digital realm, where commons-based peer production flourishes. But as argued above, it’s unlikely to stop there. Peer production reaches beyond capitalism, by being benefit-driven and non-hierarchical rather than profit-driven and hierarchical and by obsoleting and destroying markets formerly dominated by commodity production (such as programming tools and encyclopedias). And yet, the preconditions of this development are created by capitalism itself.</p>
<p>A paradox of capitalism is that human labor is its very foundation but also a cost factor which every company has to reduce as much as possible. Labor creates surplus value and thus profit, but at the same time, each company can increase its profit (at least temporarily) by cutting down the amount of labor required, thus achieving a cost advantage compared to its competitors. One way of reducing labor costs is outsourcing to low-cost countries, but in many cases, capitalists can achieve even higher cost savings by replacing human labor with machines, or by getting customers to voluntarily take over activities that formerly had to be paid.</p>
<p>Until some decades ago, machine usage and human labor were usually tightly coupled, e.g. in assembly lines. But increasing levels of automation mean that more and more routine activities can be performed without any human labor. The remaining activities tend to be difficult to automate because they require creativity, intuition, or empathy. Hence modern capitalism is often referred to as a “service economy” or “information society,” since most non-automatable tasks are from these areas.</p>
<p>A related trend is the delegation of tasks to the customers themselves, thus further reducing the required labor power. Thanks to self service, supermarkets need fewer salespeople; online shopping and online banking avoid the need for salespeople and tellers altogether; firms like Ikea leave the final assembly of the furniture to their customers, thus reducing labor and transportation costs.</p>
<p>But these developments also change the relationship between people and their actions. As an employee I work in order to earn money. But if I assemble my own furniture or if I browse the Internet for products I want to have, I’m interested in the <em>result</em> of my actions. And thanks to higher levels of automation, boring routine activities (which you wouldn’t do unless “bribed” by money) are increasingly replaced by more creative and more interesting tasks.</p>
<p>For such tasks, payment is a nice plus (provided you live in a money-based society), but not a necessary condition, as became apparent during the last decades to the surprise of many economists, when voluntary, benefit-driven peer projects started to spring up in all corners of the Internet. These developments are only possible because the participants have access to the necessary means of production (such as computers and Internet access). This precondition may seem to be a serious limitation of the free, commons-based mode of production, since capitalism is characterized by the fact that most means of production are concentrated in a few hands. It’s possible to jointly produce software and knowledge where the necessary means of production are relatively small and already available to large numbers of people; but what about things that require huge factories?</p>
<p>Once more, the productive forces of capitalism come to the rescue. The PCs and laptops of today are the progeny of the room-filling mainframes of 50 years ago. Similarly, other productive machines have started to become more and more accessible and affordable for individuals and small groups. Inexpensive, but flexible CNC (= computer-controlled) machines increasingly replace the huge and cumbersome large-scale industrial facilities of the past. The emergence of a commons-based production infrastructure is a consequence of these developments, which originate in capitalism but allow people to go beyond it.</p>
</div>
<div id="challenges-to-commonism">
<h3>Challenges to Commonism</h3>
<p>But will commonism really be able to replace capitalism at some point? Aren’t there areas where it necessarily falls short? Two frequently raised objections are the problem of unpleasant tasks (which nobody wants to do) and the question of how to handle allocation and deal with the limitedness of natural resources, if private property and money cease to matter.</p>
<div id="unpleasant-activities">
<h4>Unpleasant Activities</h4>
<p>Lets assume a society based wholly on peer production, where all tasks are distributed among volunteers by stigmergic self-selection. What happens if there are no volunteers for certain tasks, because everyone considers them unpleasant, dangerous or otherwise unattractive? A monetary system forces the weakest members of society to handle these tasks—those who have no other options for earning money. Only cynics would say that’s a good solution—but what is the alternative?</p>
<p>Some of these tasks would probably turn out to be dispensable. If that’s not the case, automation, reorganization, and fair sharing remain as solutions.</p>
<p>Automation has had an enormous impact since the start of the “industrial revolution”—increasing parts of production have become automated in part or in total. But in capitalism, the potential of automation is limited by the height of wages. The less well paid a job is, the more difficult it becomes to automatize without extra cost. Therefore, the automation of many unpleasant tasks (such as cleaning) isn’t worthwhile under capitalist logic. With peer production, the situation is different: If there are tasks that all or most people want to have done, but nobody wants to do, then the incentive to wholly or partially automatize them is very high. And since the automation of activities tends to be an exciting and challenging task, the chances of finding volunteers for doing so are much higher.</p>
<p>If automation is impossible, it’s often possible to reorganize activities in a way that makes them more agreeable. In capitalism, the working conditions for some jobs are very bad—for example, office cleaners typically have to work very early in the morning, long before other people get up. People cooperating voluntarily as peers would find different arrangements.</p>
<p>Automation and reorganization can also be combined. For example, some Spanish cities employ garbage trucks with automated forks that can be remote-controlled from the driver’s cab to automatically pick up and dump the rubbish bins. Hence nobody has to handle the garbage directly and waste collection becomes almost like a video game, making it easier to find volunteers.</p>
<p>Activities that cannot be automated away or reorganized may become candidates for a pool of unpleasant tasks, out of which everybody picks a few now and then. If everybody (or everybody who cares) does a small part of such tasks, they can be dealt with without causing much trouble to anybody.</p>
</div>
<div id="allocation-and-the-limited-availability-of-resources">
<h4>Allocation and the Limited Availability of Resources</h4>
<p>The fear that allocation without money is an unsolvable problem mainly stems from a confusion between production for profit and production for usage, or benefit. I can <em>sell</em> a practically unlimited amount of edibles, but I can only <em>eat</em> so many of them before I’m full. The same is true for all other goods: every desire to actually use them is limited. The only thing that’s potentially infinite is the possibility to turn them into money (as long as there are buyers). But that possibility vanishes in a world where production is benefit-, rather than profit-driven, and where nobody is forced to buy and sell anymore.</p>
<p>Organizing production in such a way that everybody earns enough money is indeed an unsolvable problem, since there is never a clear end point where it would be enough. In a money-based society, money cannot only be turned in any other good (commodity), it can also be employed for making more of it, turning the money one already has into even more money one might potentially be able to use in the future. And money is a form of power, it allows influencing others, buying their labor power, and making them do as one wishes.</p>
<p>The outcomes of benefit-driven production are instead specific benefits for the people involved—software, knowledge, food, energy, connectivity, mobility, care, shelter, clothing, etc. But it’s not an unsolvable problem to produce enough food for all—current society is doing that already, it is only incapable of distributing it adequately, since those who would need it most are unable to buy it. Realizing other benefits—producing energy, mobility, care, shelter etc. for all—should be equally solvable once production focuses on these benefits rather than on profit.</p>
<p>And peer production only works if you really treat the others as your peers, as equally relevant. Nobody can self-actualize at the cost of others, because the others aren’t stupid and won’t help them doing so—but without the support of others, nobody will get very far. This means that everybody’s needs and desires matter. It’s not a viable option for a handful of peer producers to build giant houses for themselves and then let the others worry about how to produce enough food in the remaining areas that may no longer be sufficiently large. Peer production is about finding solutions that work for all.</p>
<p>In commonism, as in any society, decisions on how to use the available resources will be necessary. Is it preferable to produce food for all or rather biofuel, allowing some to continue driving cars after oil reserves have been exhausted? Should the energy supply be based on decentralized renewable sources or rather on nuclear power, whose waste will be difficult and dangerous to deal with for centuries to come? How to reconcile the interests of the users of a good, who want new production facilities, with the potential neighbors of these facilities, who might be annoyed by the noise? Anyone who understands how and why peer production works, will be able to imagine possible answers to these questions. But the most important thing is that they can be raised and answered by the people concerned—all of us.</p>
</div>
</div>
<div id="references">
<h3>References</h3>
<ul>
<li>De Angelis, Massimo (2010): <em>Water Umaraqa.</em> URL: <a href="http://www.commoner.org.uk/blog/?p=241">http://www.commoner.org.uk/blog/?p=241</a> (accessed 29 Apr 2011).</li>
<li>Benkler, Yochai (2006): <em>The Wealth of Networks: How Social Production Transforms Markets and Freedom.</em> Yale University Press, New Haven. URL: <a href="http://cyber.law.harvard.edu/wealth_of_networks/">http://cyber.law.harvard.edu/wealth_of_networks/</a> (accessed 29 Apr 2011).</li>
<li>Coase, Ronald (1937): The Nature of the Firm. <em>Economica</em> 4(16): 386–405.</li>
<li>Dyer-Witheford, Nick (2007): Commonism. <em>Turbulence,</em> no. 1. URL: <a href="http://turbulence.org.uk/turbulence-1/commonism/">http://turbulence.org.uk/turbulence-1/commonism/</a> (accessed 9 May 2011).</li>
<li>Heylighen, Francis (2007): Why is Open Access Development so Successful? Stigmergic Organization and the Economics of Information. In: Bernd Lutterbeck, Matthias Bärwolff, Robert A. Gehring (eds.), <em>Open Source Jahrbuch 2007.</em> Lehmanns Media, Berlin. URL: <a href="http://www.opensourcejahrbuch.de/portal/articles/pdfs/osjb2007-02-04-en-heylighen.pdf">http://www.opensourcejahrbuch.de/portal/articles/pdfs/osjb2007-02-04-en-heylighen.pdf</a> (accessed 29 Apr 2011).</li>
<li>Lakhani, Karim R.; Robert G. Wolf (2005): Why Hackers Do What They Do. In: Joseph Feller; Brian Fitzgerald; Scott A. Hissam; Karim R. Lakhani (eds.), <em>Perspectives on Free and Open Source Software.</em> MIT Press, Cambridge, MA. URL: <a href="http://mitpress.mit.edu/books/chapters/0262062461chap1.pdf">http://mitpress.mit.edu/books/chapters/0262062461chap1.pdf</a> (accessed 5 Jun 2011).</li>
<li>Marx, Karl (1859): <em>A Contribution to the Critique of Political Economy.</em> Progress Publishers, Moscow 1977. URL: <a href="http://www.marxists.org/archive/marx/works/1859/critique-pol-economy/preface.htm">http://www.marxists.org/archive/marx/works/1859/critique-pol-economy/preface.htm</a> (accessed 29 Apr 2011).</li>
<li>Ostrom, Elinor (1990): <em>Governing the Commons: The Evolution of Institutions for Collective Action.</em> Cambridge University Press, New York.</li>
<li>Raymond, Eric S. (2001): The Cathedral and the Bazaar. In: <em>The Cathedral and the Bazaar: Musings on Linux and Open Source by an Accidental Revolutionary.</em> O’Reilly, Sebastopol, CA, 2nd edition. URL: <a href="http://www.catb.org/%7Eesr/writings/cathedral-bazaar/cathedral-bazaar/">http://www.catb.org/~esr/writings/cathedral-bazaar/cathedral-bazaar/</a> (accessed 29 Apr 2011).</li>
<li>Rowe, David (2010): <em>Baboons, Mesh Networks, and Community.</em> URL: <a href="http://www.rowetel.com/blog/?p=124">http://www.rowetel.com/blog/?p=124</a> (accessed 29 Apr 2011).</li>
<li>Rowe, David (2011): <em>Dili Village Telco Part 11 – State of the Mesh.</em> URL: <a href="http://www.rowetel.com/blog/?p=1447">http://www.rowetel.com/blog/?p=1447</a> (accessed 29 Apr 2011).</li>
</ul>
</div>
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		<title>Producir sin dinero y coerción</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jul 2011 06:04:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Siefkes</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Commons]]></category>
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		<description><![CDATA[[Deutsche Version] El texto que sigue es mi ponencia para la conferencia “¿Otros mundos posibles?” que tuvo lugar en Medellín (Colombia) en mayo del corriente. Todas las ponencias de la conferencia se van a publicar en una antología de la Fundación Rosa Luxemburgo, en alemán y español. La “producción entre pares basada en bienes comunes” [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.keimform.de/wp-content/uploads/2011/07/otros-mundos-posibles.jpg"><img class="right" title="¿Otros mundos posibles?" src="http://www.keimform.de/wp-content/uploads/2011/07/otros-mundos-posibles.jpg" alt="¿Otros mundos posibles?" width="336" height="145" align="right" hspace="5" vspace="1" /></a>[<a href="http://www.keimform.de/2011/produzieren-ohne-geld-und-zwang/">Deutsche Version</a>]</p>
<p><em>El texto que sigue es mi ponencia para la <a href="https://sites.google.com/site/semillerotrosmundos/informacion-general" class="broken_link">conferencia “¿Otros mundos posibles?”</a> que tuvo lugar en Medellín (Colombia) en mayo del corriente. Todas las ponencias de la conferencia se van a publicar en una antología<br />
de la <a href="http://es.wikipedia.org/wiki/Fundaci%C3%B3n_Rosa_Luxemburgo">Fundación Rosa Luxemburgo</a>, en alemán y español.</em></p>
<h3 style="text-align: center;">La “producción entre pares basada en bienes comunes” <em>(commons-based peer production)</em></h3>
<p><strong>Traducción: Raul Celik; redacción: Laura Rojas</strong></p>
<p>Imaginémonos un mundo en donde la producción y la reproducción se basan en las necesidades de todos y son organizadas por personas libres que se reparten voluntariamente las actividades necesarias. Esta sociedad llamo <em>commonism</em> (deducido de <em>commons,</em> en español bienes comunes), considerando que los bienes comunes, jugarán un rol importante en ella.</p>
<p>Ahora se podrá objetar que tal sociedad será imposible porque todavía no ha existido o porque contradice a la naturaleza del ser humano. Pero del que una sociedad de este carácter todavía no haya existido, no se puede deducir que sea imposible. De igual manera, los argumentos sobre la “naturaleza del ser humano” desconocen que no solo los seres humanos hacen la sociedad sino que, a la inversa, los seres humanos también son influenciados y marcados por la sociedad. Es decir, los cambios de las estructuras también cambian el comportamiento de las personas.</p>
<p>El <em>commonism,</em> no obstante, quedaría siendo una idea abstracta si no tuviera la potencialidad de surgir desde la sociedad existente, o sea del capitalismo. Karl Marx (1859, 9) escribió sobre este aspecto de que “las condiciones materiales de existencia” de nuevas relaciones de producción deben ser “incubadas en el seno mismo de la vieja sociedad”.</p>
<p>De mi punto de vista, una sociedad basada en los bienes comunes tiene dos condiciones principales cuyo desarrollo es favorecido por la lógica capitalista a pesar de que su plena materialización va en contravía al capitalismo: (1) El trabajo humano desaparece del proceso de producción, siendo reemplazado por la automatización y el desenvolvimiento personal. (2) Todos poseen acceso a recursos y bienes de producción de igual manera.</p>
<p>En la producción de software y de otros bienes informáticos podemos observar más claramente como estas condiciones transforman los procesos de producción.</p>
<p>El movimiento de <em>“software libre”</em> y <em>“cultura libre”</em> ha modificado esta área central de la producción moderna de manera tan radical que ciertos mercados han sido reducidos considerablemente o desaparecido del todo. Este proceso se puede observar por ejemplo en el software de internet, el software para programadores y las enciclopedias. Los programas de acceso libres como Apache, Firefox, WordPress, los lenguajes de programación libres como Python, los entornos de desarrollo como Eclipse y la enciclopedia digital Wikipedia se han impuesto. Ofertas parecidas que se comercializan en base de la lógica capitalista, apenas tienen futuro. Esto significa nada menos que el movimiento de software libre, desapareciendo mercados, trasciende los límites del capitalismo. Sin embargo, este movimiento se basa al mismo tiempo en condiciones que surgen en el capitalismo y que tienen que ver con la lógica capitalista.</p>
<p>Una paradoja del capitalismo es el que el trabajo humano por un lado representa su <em>conditio sine qua non</em> aunque, por el otro lado, es un factor de costos que cada empresa busca reducir lo más posible. O sea, el trabajo es la fuente de la plusvalía y por ende de los beneficios. Paralelamente, no obstante, cada empresa busca aumentar sus beneficios reduciendo el factor del trabajo para obtener una ventaja comparativa frente a los competidores. El traslado de la producción a países de bajos salarios es una forma de reducir los costos pero desde la perspectiva empresarial es todavía más prometedor reemplazar el trabajo mediante la automatización o por la asunción de las actividades por los clientes.</p>
<p>Hasta hace pocas décadas, el uso de las máquinas y el trabajo humano iban a la par, por el ejemplo en la fabricación en cadena. Con el tiempo, empero, la automatización hace prescindible el trabajo humano en las actividades rutinarias. Lo que queda son los trabajos dificiles a automatizar porque precisan de creatividad, intuición o sensibilidad. Por ello, el capitalismo moderno muchas veces es definido como una “sociedad de servicios” o “de la información“ porque la mayoría de las actividades no automatizables son de este carácter.</p>
<p>Además, como acabo de mencionar, se delegan tareas a los clientes reduciendo el uso de la mano de obra. Gracias al autoservicio los supermercados necesitan menos vendedores; las compras en linea o la banca online hacen superfluos a los empleados de caja o de taquilla. Otro ejemplo es la cadena de muebles sueca, Ikea, que deja el montaje de sus muebles en manos de los clientes, ahorrando así personal y costos de transporte.</p>
<p>Todos estos procesos transforman el caracter de la actividad. Como asalariado, trabajo para ganar dinero. Si en cambio armo mis muebles o busco productos aptos para mí en internet, me interesa el resultado de mi actividad. Así la creciente automatización reemplaza progresivamente a las actividades rutinarias aburridas, que uno solo hace para recibir un pago (de indemnización), por actividades más creativas e interesantes.</p>
<p>Para estas, la remuneración material suele ser un efecto secundario pero no una condición obligatoria – como se ha demostrado para sorpresa de muchos economistas. Desde que el internet permite a cada vez más personas a entrar en contacto con otros con intereses similares, han surgido muchos proyectos en los cuales la gente trabaja por interés propio. Entre ellas están el software libre, el Open Content (contenidos libre) como Wikipedia y los proyectos de open hardware donde los participantes conjuntamente diseñan objetos materiales y comparten los planes de construcción con todo el mundo.</p>
<p>En el caso de las comunidades inalámbricas (que se dedican a construir redes inalámbricas de libre acceso) y de las huertas comunitarias promovidas por los habitantes de un barrio (que convierten baldíos urbanos en huertas de la comunidad), la colaboración local es el aspecto más importante. Todos estos proyectos se apoyan en dos factores: por un lado, en la cooperación voluntaria y orientada hacia los beneficios de los participantes, por el otro en los bienes comunes – software, conocimientos, redes o lugares – que aprovechan, cultivan o producen.</p>
<p>Algunos de los participantes buscan beneficiarse materialmente o mejorar sus perspectivas de trabajo, pero muchos se comprometen por otras razones: porque les interesa la obra naciente, porque pueden asumir trabajos que les gustan o porque quieren devolver algo a los demás (sin ser obligados a hacerlo). El trabajo que busca la remuneración, es reemplazado de esta manera por actividades que uno asume por interés, por su resultado o por afecto a otros participantes: o sea podemos hablar de autodesenvolvimiento.</p>
<p>Todo esto solo es posible porque los participantes tienen acceso a los medios de producción necesarias como el computador o el acceso al internet. Esto lo podemos interpretar como una limitación de la producción libre y basada en bienes comunes, dado que la concentración de muchos medios de producción en pocas manos es característica del capitalismo. El software y el conocimiento, en cambio, se pueden producir comunitariamente porque ahi solo se necesitan medios de producción pequeños. ¿Pero cómo será con objetos cuya producción tiene lugar en grandes fábricas?</p>
<p>Afortunadamente, también en este contexto el desarrollo de las fuerzas productivas mueve el capitalismo en una dirección facilitando su superación. Tal como los PCs han desplazado a los costosímos y gigantescos macrocomputadores del siglo pasado, otras técnicas de producción se hacen cada vez más económicas y accesibles para individuos y grupos pequeños.</p>
<p>En la producción industrial, las máquinas dirigidas por computadores (máquinas de CNC – control numérico computerizado) reemplazan progresivamente a la fabricación de grandes dimensiones. En el entorno de estas máquinas se ha conformado un movimiento de ’Hobbystas’ – los llamados <em>makers</em> – que utilizan las máquinas no para el beneficio propio sino para una producción orientada hacia las necesidades, para la experimentación y el goce.</p>
<p>En este entorno también han surgido los primeros proyectos de “open hardware” que diseñan máquinas de producción y comparten su conocimiento como bien común, creando así las condiciones para un modo de producción orientado hacia las necesidades y basado en los bienes comunes.</p>
<div id="la-organizacion-de-un-mundo-sin-dinero">
<h3>La organización de un mundo sin dinero</h3>
<p>En el capitalismo la producción tiene carácter social – uno siempre produce para otros y no para si mismo. Sin embargo, el carácter social de la producción solo se evidencia posteriormente – y tampoco en todos los casos – dado que los bienes se producen primero de manera privada (en empresas). La mediación entre producción privada y uso social (por otros) se realiza a través del mercado y del dinero. Solamente se puede vender lo que uno formalmente posee. Es decir, se necesitan la propiedad privada y el Estado que la garantice y vigile el cumplimiento de las reglas de juego.</p>
<p>En una sociedad basada en bienes comunes estas instituciones serían superfluas porque la producción desde el principio tendría carácter social y se orientaría hacia las necesidades. A continuación quiero discutir este aspecto indagando el papel del dinero.</p>
<p>El dinero tiene una función tan central en nuestra sociedad que es difícil imaginarse un mundo sin el. ¿Pero es cierto que las personas solo trabajan para ganar dinero? ¿ Que las empresas solo producen para generar ganancias? ¿Que todo se pararía si no existiera el dinero?</p>
<p>Sin duda, las empresas privadas no trabajarían si no tuvieran ganancias. Pero para las actividades de las personas el dinero no tiene tanta importancia como comunmente se sospecha. En Alemania menos del 40% de los trabajos son remunerados: más de la mitad del trabajo representan las labores en la casa, los servicios de asistencia privados y las actividades honoríficas (comp. Meretz 2010). La sociedad no toma muy en serio a estos trabajos justamente porque no son remunerados. Sin embargo, todo se colapsaría sin ellos. Además demuestran de manera impresionante que los seres humanos sí estamos dispuestos a hacer cosas útiles aún sin recibir un “soborno” monetario.</p>
<p>En internet las formas de producción carentes de dinero juegan un papel central. Para el software libre (como el sistema operativo Linux o el browser Mozilla y para contenidos libres (como la enciclopedia Wikipedia o el proyecto OpenStreetMap), no hay que pagar. Cualquiera puede usarlos, divulgarlos y – si tiene los conocimientos respectivos – ampliarlos y mejorarlos; todo eso no le cuesta ni un centavo.</p>
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<div id="la-produccion-orientada-hacia-las-necesidades">
<h3>La producción orientada hacia las necesidades</h3>
<p>A veces, el software libre es producido por empresas que se benefician indirectamente, por ejemplo a través de tratados de apoyo técnico, de documentaciones o con la venta de los equipos correspondientes. Sin embargo, en muchos casos por detrás de estos proyectos se encuentra una comunidad que participa voluntaria y gratuitamente porque les importa el producto naciente o porque gozan de la actividad. Otros participan para aprender, para demostrar sus capacidades o para devolverle algo a la comunidad. Hay muchos motivos por los que las personas se comprometen – también sin dinero.</p>
<p>Según los conceptos de la teoría moderna neoclásica, las empresas surgen para reducir los llamados costos de transacción (Coase 1937). Es decir, es más económico para un empresario encargar una labor a sus empleados que comprarla en el mercado. Los empleados tienen la ventaja de saber de antemano que ingresos pueden esperar, en lugar de tener que probarse diariamente en el mercado. En cambio, tienen que someterse a un sistema jerárquico y seguir las instrucciones de la gerencia. Por el otro lado, las relaciones en el mercado se mantienen entre pares formalmente iguales pero son de carácter meramente funcional: Los demás solo me interesan como contrapartes de intercambio que me venden o compran algo.</p>
<p>La teoría neoclásica no conoce otras formas que éstas: el mercado y la empresa. Sin embargo, las comunidades de personas que producen conjuntamente, demuestran que sí existen alternativas. A diferencia de la empresa, en estos proyectos comunes todos participan voluntariamente; nadie da órdenes a los demás. Por ello, este modo de producción es denominado <em>peer production</em> (producción entre pares): los participantes cooperan en igualdad de derechos (como <em>peers</em>/ pares).</p>
<p>A diferencia de la situación en el mercado, los demás no son contrapartes potenciales de cambio sino personas que contribuyen a un objetivo que es importante para todos. Es decir, estos proyectos se basan en la contribución en vez del intercambio. Contribuir, a diferencia de intercambiar, no es un juego de ’suma cero’. Si alguien hace un “buen negocio” intercambiando, o sea vendiendo y comprando, normalmente significa que otra persona ha sido zorzaleada. Si en cambio alguien aporta una contribución buena, todos los participantes ganan.</p>
<p>Mientras los productores son vendedores y los usuarios compradores, todos trabajan tendencialmente contra los demás: Los ingresos de unos son los costos del otro. De este manera, el aumento de una cuota de mercado por un productor reduce los ingresos de otra empresa que produce lo mismo. Los productores, por ello, se encuentran necesariamente en una situación de competencia. A esto se suma que la misma contradicción entre vendedores y compradores existe también entre empleados y los dueños o gerentes de las empresas: los primeros quieren vender su mano de obra a condiciones lo más favorables posibles, los segundos quieren adquirir un máximo de mano de obra a cambio de la menor cantidad de dinero posible.</p>
<p>En la producción entre pares orientada hacia las necesidades, estas contradicciones desaparecen dado que las necesidades de uno no están opuestas a las necesidades de otros. Al contrario, todos se apoyan mutuamente en la satisfacción de sus necesidades.</p>
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<div id="una-produccion-sin-coercion-para-todos">
<h3>Una producción sin coerción para todos</h3>
<p>El término “producción orientada hacia la necesidad” no debe ser malinterpretado en el sentido de que cada uno produzca solo para si mismo. Si bien es cierto que la producción entre pares empieza ahí “donde les pica a los programadores”, como lo expresó Eric Raymond (2001), uno de los pioneros del software libre, siempre surgen también bienes utiles para otros. Y muchas veces las personas no participan por necesidades consuntivas sino productivas: Hacen algo porque les gusta hacerlo, porque aprenden algo o porque les importan las personas para las que lo hacen.</p>
<p>El que la producción entre pares (<em>peer production</em>) sea una producción para otros, contradice los conceptos económicos usuales. Según éstos, una alternativa al mercado necesariamente tendría características de una economía robinsoniana: Todos producirían para ellos mismos o sus familias; no habría una cooperación de mayor grado. Es evidente que este modelo no sería muy atractivo. Como otra alternativa se menciona la economía de planificación central – el extinguido “socialismo realmente existente”. Ahí toda la sociedad funcionaba como una empresa. La gerencia y los planficadores fijaban lo que había que hacer, distribuían las tareas y controlaban el cumplimiento de ellas. Esta alternativa no ha funcionado particularmente bien e igualmente es poco atractiva. Uno sigue siendo empleado asalariado, ahora del Estado, y tiene que hacer lo que los superiores ordenan.</p>
<p>La producción entre pares, en cambio, es una producción para otros que no es impuesta y que no se realiza por remuneraciones monterarias. Los pares producen para otros porque pueden hacerlo y porque es una posibilidad de encontrar nuevos aliados. Cuanto más personas usan los resultados de un proyecto tanto más contribuyentes potenciales existen (dado que los contribuyentes provienen normalmente del círculo de usuarios). Si un proyecto no comparte con otros, produciendo también para ellos, reduce su posibilidad de ganar nuevos asociados.</p>
<p>En los proyectos entre pares, el reparto de las tareas se hace en un proceso abierto para el cual se utiliza el término “estigmergia” (comp. Heylighen 2007). Los participantes dejan pautas (en griego <em>stigmata</em>) sobre los trabajos comenzados o deseados, que animan a otros a asumirlos. Estas pautas, por ejemplo listas <em>to-do</em> y reportes de defectos <em>(bug reports)</em> en los proyectos de software o los links rojos hacia artículos aún no escritos en Wikipedia, son una componente importante de comunicación.</p>
<p>Todos los participantes siguen las huellas de los signos que más les interesan y garantizan de este modo tanto la priorización automática de las tareas abiertas – lo que más importa a la gente normalmente es resuelto antes – como el uso casi óptimo de los conocimientos y las capacidades de los participantes. En la mayoría de los casos, los contribuyentes aportarán lo que mejor pueden. Cómo ellos mismos eligen si, donde y cuanto aportan, son más motivados que aquellas personas a las que se asignan las tareas o las cuales, como empleados y microempresarios, tienen pocas alternativas en el mercado.</p>
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<div id="las-tareas-desagradables">
<h3>Las tareas desagradables</h3>
<p>¿Pero esto es suficiente? ¿Qué pasa si uno se proyecta la producción entre pares para toda la sociedad? ¿Qué ocurre si no se encuentran voluntarios para ciertas tareas porque todos las consideran desagradables, peligrosas o inatractivas? Un sistema basado en el dinero obliga a los miembros más débiles de una sociead asumir estas tareas – a estos que no tienen otra manera de ganarse el dinero. Solo cínicos afirmarían que esto es una buena solución. ¿Pero cómo podría ser diferente?</p>
<p>Algunas de las tareas desagradables probablemente resultarán prescindibles. Para otros trabajos existe la posibilidad de automatizar, reorganizar y repartirlos de manera más justa. Desde los comienzos de la revolución industrial, la automatización ha tenido efectos enormes. Son cada vez más los componentes de la producción completa o parcialmente automatizados.</p>
<p>Sin embargo, el salario representa un límite de la automatización en el capitalismo. Cuanto peor se paga un trabajo tanto más difícil será de automatizarlo sin costos adicionales. Por ello, la automatización de actividades ingratas, como los trabajos de limpieza, no resulta rentable en el capitalismo. Diferente el caso de la producción entre pares: Si ahí hay trabajos en cuyo cumplimiento todos o muchos están interesados, pero los cuales nadie quiere asumir, la motivación de automatizarlos entera o parcialmente es muy alta. Dado que la automatización es una ocupación interesante y retadora, las perspectivas de encontrar voluntarios para ella serán mas grandes.</p>
<p>Aquellos trabajos que no son automatizables, se podrían transformar. En el capitalismo, muchos trabajos se realizan bajo condiciones muy malas. Pensemos por ejemplo en la empleada que debe limpiar oficinas a las cuatro de la mañana. Personas que colaboran voluntariamante y con derechos iguales, no lo organizarían de este modo. Además se pueden combinar la automatización y la reorganización. En algunas ciudades españolas por ejemplo se usan hoy camiones de basura con brazos hidraulicos que permiten recoger y vaciar los contenedores de basura de manera teledirigida. De este modo, nadie entra en contacto directo con la basura y la recogida de basuras se convierte en una tarea de destreza similar a un videojuego, para la cual facilmente se encontrarán voluntarios.</p>
<p>Para los casos en los que ni sea posible la automatización ni la reorganización, se podría pensar en un pool de tareas desagradables de las que cada miembro de la sociedad debe asumir alguna. Si todos o la gran mayoría participan en el cumplimiento de estas tareas, nadie estará absorbido por ellas. Además, suele ser mucho menos grave aquello que todos tienen que hacer.</p>
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<div id="producir-bienes-comunes-y-propiedad">
<h3>Producir bienes comunes y propiedad</h3>
<p>En cada sociedad, los individuos se comportan frenta a la naturaleza y a los productos de sus actividades de una manera que corresponde con esa sociedad. En el capitalismo las ideas, los productos y los recursos naturales comunmente se tratan como propiedad privada que solo puede cambiar de tenedor con la autorización del propietario – a cambio de dinero o de otra contraprestación. En una sociedad basada en la producción entre pares, empero, se convertirían en bienes comunes dado que la propiedad, o sea el derecho de convertir objetos “en dinero”, pierde su razón de ser. La propiedad sería desplazada por la tenencia – un término que implica utilizar algo. El apartamento, por ejemplo, alquilado por mi es mi tenencia pero propiedad del dueño de la casa.</p>
<p>Bienes comunes (<em>commons,</em> en inglés) son bienes producidos o conservados por una comunidad y disponibles para usuarios que conjuntamente definen las reglas de uso. Software libre y contenidos libres son bienes comunes que todos pueden modificar y desarrollar, además de usarlos. Para muchas sociedades el agua, el aire, los bosques y los pastizales eran o siguen siendo bienes comunes usados y cuidados por grupos más grandes o pequeños.</p>
<p>La producción entre pares está basada en los bienes comunes y genera nuevos bienes comunes. Por ello, el jurista estadounidense Yochai Benkler (2006) ha propuesto el término <em>commons-based peer production</em> (producción entre pares y basada en los bienes comunes). El conocimiento producido por pares – sea software, contenidos y diseño libres o planes de construcción que documentan la producción, el uso y el mantenimiento de bienes materiales – deviene un bien común que todos pueden aplicar y modificar. Pero la producción entre pares no solo genera información; crea también infraestructuras y bienes materiales. En muchas ciudades han surgido redes inalámbricas libres que permiten el acceso gratuito al internet a todos. Muchas veces estos proyectos están diseñados como redes “ad hoc” <em>(mash networks)</em> que no disponen de un servidor central – todos los computadores integrados tienen los mismos derechos. Mediante tales redes decentralizadas y autoorganizadas, las personas no solo se pueden abastecer con posibilidades de comunicación (comp. Rowe 2010, 2011) sino también con energía y agua. En Suramérica por ejemplo existen proyectos autoorganizados y basados en bienes comunes para el suministro de agua (comp. De Angelis 2010).</p>
<p>Al mismo tiempo han surgido las primeras instituciones libres para la producción de bienes materiales. Hackerspaces y Fab Labs <em>(fabrication laboratories)</em> son mantenidos por voluntarios y disponen de máquinas dirigidas por computadores como fresadoras y impresoras 3D <em>(fabber),</em> que permiten una producción automatizada de pequeñas cantidades. Los diseños de construcción de las máquinas usadas, en lo posible, también son de libre acceso y se trata de generar máquinas con ellas que por lo menos sean equivalentes. De esta manera, la producción entre pares y basada en los bienes comunes <em>(common-based peer production)</em> genera la base para su expansión y al mismo tiempo para el suministro de las personas con los productos necesarios para la vida.</p>
<p>Ahí donde los objetos se producen como bienes comunes y tenencia, la pregunta de la distribución pierde su centralidad. Puedo vender una cantidad ilimitada de alimentos pero solo puedo comer una cantidad muy limitada. Lo mismo también es cierto para otros bienes. La necesidad de usarlos, es tendencialmente limitada. Infinitos son solo las posiblidades y posiblemente los intereses de convertirlos en dinero. Pero esta opción desaparece en un mundo donde la producción se basa en las necesidades y donde nadie tiene que comprar y vender.</p>
<p>Los pares producen para ellos y otros. Hago algo para los demás y confío en que otros también hagan algo para mi. Escojo los campos de trabajo que me importan o gustan. Incluso si algunos no contribuyen nada, no sería un problema siempre cuando otros sean activos. Ahí hay que anotar que la producción entre pares solo funciona si uno ve a los demás como pares, como iguales. Los individuos no pueden autorealizarse a costo de los otros porque los demás no son tontos y no los apoyarán – sin apoyo, empero, no se llega muy lejos.</p>
<p>Es cierto que una sociedad basada en bienes comunes también tendrá que decidir como usar los recursos existentes. ¿Prefiere producir alimentos para todos o biodiesel para que siga habiendo gasolina despúes de agotarse las reservas petroleras? ¿El abastecimiento energético se basará en fuentes decentralizadas de energía renovable o en centrales nucleares cuyos residuos siguen siendo un peligro para miles de años? ¿Cuál de los intereses pesa más: El de los usuarios de un bien que quieren que se construya un sitio de fabricación o el de los vecinos que lo rechazan? El que ha comprendido cómo y por qué funciona la producción entre pares se imaginará de que tipo serán las respuestas a estas preguntas. Lo más importante es, sin embargo, que se planteen y puedan ser respondidas por los afectados – tod@s nosotr@s.</p>
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<div id="referencias">
<h3>Referencias</h3>
<ul>
<li>De Angelis, Massimo (2010): <em>Water Umaraqa.</em> URL: <a href="http://www.commoner.org.uk/blog/?p=241">http://www.commoner.org.uk/blog/?p=241</a> (acceso 2-4-2011).</li>
<li>Benkler, Yochai (2006): <em>The Wealth of Networks: How Social Production Transforms Markets and Freedom.</em> Yale University Press, New Haven. URL: <a href="http://cyber.law.harvard.edu/wealth_of_networks/">http://cyber.law.harvard.edu/wealth_of_networks/</a> (acceso 28-4-2011).</li>
<li>Coase, Ronald (1937): The Nature of the Firm. <em>Economica</em> 4(16): 386–405.</li>
<li>Heylighen, Francis (2007): Why is Open Access Development so Successful? Stigmergic Organization and the Economics of Information. In: Bernd Lutterbeck, Matthias Bärwolff, Robert A. Gehring (eds.), <em>Open Source Jahrbuch 2007.</em> Lehmanns Media, Berlin. URL: <a href="http://www.opensourcejahrbuch.de/portal/articles/pdfs/osjb2007-02-04-en-heylighen.pdf">http://www.opensourcejahrbuch.de/portal/articles/pdfs/osjb2007-02-04-en-heylighen.pdf</a> (acceso 29-4-2011).</li>
<li>Marx, Karl (1859): Zur Kritik der Politischen Ökonomie. In: Karl Marx, Friedrich Engels, <em>Werke</em> (MEW), Band 13. Dietz, Berlin 1961.</li>
<li>Meretz, Stefan (2010): <em>Produktive Schweine und unproduktive Kinder.</em> URL: <a href="http://www.keimform.de/2010/produktive-schweine-und-unproduktive-kinder/">http://www.keimform.de/2010/produktive-schweine-und-unproduktive-kinder/</a> (acceso 23-4-2011).</li>
<li>Raymond, Eric S. (2001): The Cathedral and the Bazaar. In: <em>The Cathedral and the Bazaar: Musings on Linux and Open Source by an Accidental Revolutionary.</em> O’Reilly, Sebastopol, CA, 2. Aufl.</li>
<li>Rowe, David (2010): <em>Baboons, Mesh Networks, and Community.</em> URL: <a href="http://www.rowetel.com/blog/?p=124">http://www.rowetel.com/blog/?p=124</a> (acceso 2-4-2011).</li>
<li>Rowe, David (2011): <em>Dili Village Telco Part 11 – State of the Mesh.</em> URL: <a href="http://www.rowetel.com/blog/?p=1447">http://www.rowetel.com/blog/?p=1447</a> (acceso 2-4-2011).</li>
</ul>
</div>
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