John Perry Barlow über zivilen Ungehorsam
Markus Beckedahl veröffentlicht in netzpolitik.org ein Interview mit John_Perry_Barlow auf dem 23C3:
Während Lessig pessimistisch die nächsten 20 Jahre abgeschrieben hat, was eine Veränderung des Urheberrechtssystems betrifft, geht Barlow radikaler vor: “Break the System” ist seine Ansage und er fordert zum massiven zivilen Ungehorsam in Fragen des Urheberrechts im digitalen Raum auf:
[…]If you wanna share something – share it. If you wanna use something – use it. Try to do so ethically in the sense of don´ t take things without attribution.[…] Pay no attention to these people when it comes to being creative. Go ahead and do the stuff that Larry showed in the beginning of his talks and do lot of it. And every time they put a lock on – break it. And every time they pass a new law – break that.[…]
Kategorien: Arbeit & Freiheit, Commons
5. Januar 2007, 09:43 Uhr 1 Kommentar
100$-Laptop als Basis einer P2P Infrastruktur ?
Technology Review berichtet unter dem Titel “Die Philantropie-Maschine” über die Initiative 100$-Laptop, die ich schon seit einiger Zeit gespannt beobachte. Die Idee damit zur Bildung armer Kinder beizutragen finde ich nicht spannend. Das Gerät könnte aber als Basis einer P2P-Infrastruktur für Alternativökonomie dienen. Sollte es wirklich in Produktion gehen, hätte es folgende Vorzüge:
- relativ Preisgünstig
- große Verbreitung, dadurch Standardisierung
- läuft relativ unabhängig von käuflicher Energieversorgung (geringer Energieverbauch und von Menschen betriebener Generator)
- kann sich mit anderen Einheiten vernetzen (WLan)
Damit könnten autonome Kommunikationsnetzwerke aufgebaut werden. In diesem Zusammenhang interessieren mich Projekte, die an asynchroner Kommunikationsinfrastruktur arbeiten. Kennt jemand irgendwas in dieser Richtung ?
Kategorien: Freie Software, Soziale Netzwerke
28. Dezember 2006, 21:11 Uhr 8 Kommentare
Selbstentfaltende Reservearmee
Die Zeit berichtet unter dem Titel “Tausche Geist gegen Geld” wie das Kapital sich das Innovationspotential von Freizeitforschern zunutze macht. Auch wenn die Aneignung der Ideen ärgert und die Düsentriebe anonym gegeneinander um den Preis für die beste Lösung streiten ist dies ein Beispiel für mögliche Peer-Produktion.
Kategorien: Arbeit & Freiheit, Feindbeobachtung
27. Dezember 2006, 07:26 Uhr 2 Kommentare
Geld verdienen trotz(t?) freier Produktion
In diesem Thread geht es darum, wie trotz freier Produktion (d.h. Nutzen ist nicht an Leistung gekoppelt), der Entwickler der wohl sehr brauchbaren Firmware dd-wrt trotdem zu Geld kommen könnte.
Ich wäre glücklich, wenn jemand diesen langen Thread zusammenfassen könnte.
Kategorien: Arbeit & Freiheit, Freie Hardware, Reichtum & Knappheit
24. Dezember 2006, 13:34 Uhr 1 Kommentar
Fork des deutschsprachigen Bereichs von Wikitravel
Das als private Initiative gestartete Wiki-Projekt Wikitravel wurde verkauft. Darauf hin beschloss ein Teil der deutschsprachigen Nutzer einen Fork, der dazu dienen soll, eine “demokratische” Trägerschaft (in Form eines Vereins) sicherzustellen.
Eine Diskussion mit den Betreibern des neuen Projekts (Wikivoyage) gibt es im GründerWiki.
Die Inhalte von Wikitravel und Wikivoyage sind unter CC-by-sa-1.0 lizensiert.
Kategorien: Commons, Freie Inhalte
24. Dezember 2006, 09:55 Uhr 4 Kommentare
soliTOOL
Kategorien: Freie Software
15. Dezember 2006, 18:53 Uhr Kommentieren
Interview mit Jaron Lanier im Spiegel
Der Spiegel hat (für zwei Wochen kostenlos) ein Interview mit Jaron_Lanier im Netz, mit kritischen Bemerkungen zur “Weisheit der Massen”:
Lanier: Die schlimmste ist der Glaube an die sogenannte Weisheit der Massen, die im Internet ihre Vollendung finde.
… Mir bereitet die Vision Sorgen, nur das große Ganze, das Kollektiv sei real und wichtig – nicht aber der einzelne Mensch. Das war der Fehler in allen totalitären Ideologien, vom Nazi-Regime über Pol Pot bis zu den Islamisten.
… Schnell wird der Einzelne Opfer des Mobs; die Gefahr von Wiki-Lynchjustiz halte ich für sehr real. In der Wikipedia-Welt bestimmen jene die Wahrheit, die am stärksten besessen sind. Dahinter steckt der Narzissmus all dieser kleinen Jungs, die der Welt ihren Stempel aufdrücken wollen, ihre Initialen an die Mauer sprayen, aber gleichzeitig zu feige sind, ihr Gesicht zu zeigen.
Bemerkenswert finde ich Laniers Idee von “Digitaler Eingeschlossenheit:” :
Leider durchlaufen digitale Strukturen, im Gegensatz zur menschlichen Kultur, keine Evolution. Sie werden gleichsam eingeschlossen.
…
Nehmen Sie die Geschichte von Midi. Das ist ein technischer Standard, wie der Computer Musik beschreibt. Den hat vor 25 Jahren mein Freund Dave Smith entwickelt, als Wochenendprojekt, gedacht dafür, zwei Synthesizer miteinander zu verbinden. Aber wie es so geht, wurde es der universale Standard für musikalische Klänge. Der steckt auch in Ihren Handys und lässt sie klingeln. Praktisch jeder Musiker findet Midi unangemessen, es gab endlose Kongresse, die es überarbeiten wollten. Aber das geht nun nicht mehr.
…
Midi ist einer der Gründe dafür, dass sich unsere Musik heute so mechanisch anhört: Club-Music, HipHop und so weiter – das ist genau das, was Midi gut kann. Viele meiner Kollegen in der Computerwelt wollen die antievolutionären Eigenschaften digitaler Techniken nicht wahrhaben. Sie erliegen dem Trugschluss, Computersysteme entwickelten sich und Software würde besser und besser.
Seine Ideen das ganze besser zu machen scheinen mir allerdings kaum Richtungsweisend:
Ich würde eine Technik erfinden, wie man im Internet unmittelbar mit Inhalten Geld einnehmen kann. Das wäre für viele Menschen der Anreiz, anspruchsvolle Dinge im Internet zu veranstalten und zu veröffentlichen. Sofort gäbe es eine Fülle unterschiedlichster ernstzunehmender Stimmen – und dem Kollektivismus wäre die Grundlage entzogen.
Einen weiterer Kommentar dazu findet sich auch bei commonspage.
Kategorien: Feindbeobachtung
17. November 2006, 09:40 Uhr 2 Kommentare
Künstliche Knappheit in Second Life bedroht …
und die User sind empört. In den Kommentaren zur Meldung findet sich manches vergnügliches wie auch diese biologistische Argumentation für Fabber.
Kategorien: Eigentumsfragen, Freie Hardware
16. November 2006, 11:23 Uhr 4 Kommentare
“…dass die Idee, Software zu verkaufen, immer uninteressanter wird…”
Sun gibt Java unter GPL frei (siehe Heise-Ticker), dazu gibt es in Technoligy Review ein Interview mit Timothy William Bray (Director of Web Technologies bei Sun Microsystems):
Von einem ökonomischen Standpunkt aus gesehen geht es uns am besten, wenn die Leute unsere Technologien verwenden. Also sollten wir Alles beseitigen, was sie daran hindert, dies zu tun. Closed Source hat sich als ein solches Hindernis erwiesen, das wir nun beseitigt haben.
Eine weitere Ticker-Meldung führt das noch weiter aus:
Ein erklärtes Ziel der Freigabe von Java unter der GPL ist es, der Sun-Software den Weg in die Linux-Distributionen zu ebnen. Immer mehr Distributionen enthalten nur noch Software, die unter der GPL oder einer kompatiblen Lizenz steht. Suns JDK und JRE blieben damit bislang außen vor; teilweise kamen andere Java-Implementierungen wie der Java-Compiler Jikes und die Java-Klassenbibliothek Classpath zum Zuge. Sun möchte jetzt alle Kräfte in seinem OpenJDK-Projekt bündeln – und, auch wenn man nicht so direkt darüber spricht, wohl der eigenen IDE NetBeans Vorteile gegenüber Eclipse verschaffen.
Kategorien: Freie Software
13. November 2006, 23:44 Uhr Kommentieren
Telepolis: Wikipedia ist schneller als die Geheimdienste
US-Geheimdienste entdecken im Zuge der eingeleiteten organisatorischen Veränderungen Blogs und Wikis als Mittel der selbstorganisierten und schnellen Informationsverarbeitung
Kategorien: Feindbeobachtung
29. Oktober 2006, 12:07 Uhr Kommentieren
