Könnte, sollte, müsste …. – verzweifelte Gedanken angesichts der griechischen Tragödie.
Die Abwicklung des Falls Griechenland ist die derzeit spannendste und depromierendste Mediendiskussion zugleich. Es wird zunehmend klar: dieser Staat kann seine Schulden nicht bedienen und der politische Konsens innerhalb der EU über die Bürgschaft der Euroländer ist wahrscheinlich nicht zu haben. Mit andern Worten es steht ein griechischer Staatsbankrott bevor, eine Währungsreform oder was auch immer, das den normalen Gang nicht nur der kapitalistischen Geschäfte, sondern so ziemlich jeder Transaktion von der Menschen abhängig sind gefährdet oder lahmlegt. Geldsubjekte ohne Geld – dieser zustand ist uns aus der sogenannten “Dritten Welt” zur Genüge bekannt. Schon heute ist absehbar, dass die griechische Wirtschaft im Binnenmarkt nicht konkurrenzfähig ist, dass die staatliche Gewährleistung aller möglichen Dienste an Geld und Gesellschaft ihre Grundlage verliert.
In dieser Situation sind wir praktisch darauf verwiesen, uns Gedanken zu machen über die Frage, inwiefern gerade in einer solchen Situation übergänge in neue, zukunftsfähige Formen der gesellschaftlichen Organisation beschleunigt werden könnten. Mit anderen Worten: haben wir vielleicht den ersten Fall vor uns, wo eine lokal organisierte, zugleich international solidarisch unterstützte Peer – Production in das Vakuum der absehbar sehr tiefen Krise vorstoßen könnte? Gibt es überhaupt die Bedingungen dafür? Wer wären die Subjekte? Es ist ja interessant dass zumindest die intellektuelle Basis dafür in Griechenland einigermaßen gegeben ist.
Kategorien: Praxis-Reflexionen, Reichtum & Knappheit
13. September 2011, 13:49 Uhr 9 Kommentare
Linz as »Commons City«
Recently, StefanMz was skeptical about the inflationary use of the word Commons, so here is a similarly ambiguous case, which to me nevertheless seems very interesting:
The Austrian city of Linz has launched an initiative to become the first »open commons region« in Europe. The initiative is designed to stimulate the use of open-access and electronic dissemination of data, software, teaching and learning materials and other so called »Open Commons« (common good) stored content. Linz had previously taken pioneering steps to bring the citizens to the Internet. In 2005 the hot spot initiative started, which has been built 118 hotspots for free access to the Internet. In addition, for each citizen, web space and a personal e-mail inbox is available on the servers of the city – as well as programs for non-commercial publication of content on the Internet.
Kategorien: Commons, English, Freie Software
23. Juli 2010, 14:35 Uhr 2 Kommentare
Linz als “Commons City” ?
War Stefan Mz unlängst skeptisch gegenüber der inflationären Verwendung des Wortes Commons, so ist hier ein ähnlich ambivalenter Fall, der mir aber doch sehr interessant scheint:
“Die österreichische Stadt Linz hat eine Initiative gestartet, um die erste »Open-Commons-Region« in Europa zu werden. Die Initiative soll Impulse für die frei zugängliche Nutzung und elektronische Verbreitung von Daten, Software, Lehr- und Lernmaterialien und anderen als »Open Commons« (Gemeingut) bezeichneten, digital gespeicherten Inhalten geben. Linz hatte zuvor schon wegweisende Schritte unternommen, die Bürger ins Internet zu bringen: Seit 2005 läuft die Hotspot-Initiative, die in ganz Österreich bisher 118 Hotspots für den Gratis-Einstieg ins Internet aufgebaut hat. Außerdem stehen jedem Bürger Speicherplatz sowie ein persönliches E-Mail-Postfach auf den Servern der Stadt und Programme für die nichtkommerzielle Veröffentlichung von Inhalten im Internet zur Verfügung.”
Kategorien: Commons, Freie Software
22. Juli 2010, 20:40 Uhr 4 Kommentare
Keimformhafte Perspektiven für Studentenproteste gesucht
In Österreich spielt sich derzeit eine im Umfang und in der Ausdrucksform ungewöhnliche Studentenbewegung ab. Seit einer Woche halten Studenten der Universität Wien den Vorlesungsbetrieb blockiert und ihre Aktionen breiten sich wie ein Lauffeuer durch ganz Österreich aus. Das ganze noch mit der witzigen Pointe versehen, dass der Wissenschaftsminister just in diesem Moment einen Abgang als EU-Komissar nach Brüssel macht.
Hier sind die neuesten Entwicklungen nachzuverfolgen, es gibt auch eine U-Stream Lifeberichterstattung aus dem besetzten audimax: http://unibrennt.at/

Studenten im besetzten Audimax der Uni Wien
Kategorien: Lernen, Praxis-Reflexionen, Soziale Netzwerke
29. Oktober 2009, 12:32 Uhr 13 Kommentare
Factor E Farm: Beginn einer Klärung
In Anschluss an die Projektkrise wie sie im letzten Post von StefanMz beschrieben wurde hat Marcin begonnen, seine Kommunikationspolitik zu verändern. Besucher auf der Farm – sofern sie nicht einfach sich umsehen wollen, sondern wirklich Projektarbeit machen wollen – müssen einen schriftlichen Proposal liefern der dann begutachtet wird. So denkt er Streitigkeiten von vorneherein vermeiden zu können. Dazu hat er auch dankenswerterweise nochmal seine Prinzipien in einem Mission Statement zusammengefasst, das es leichter macht Stellung zu nehmen.
Ich habe das getan und gebe die Passage aus meiner mail hier wieder:
Kategorien: Freie Hardware, Praxis-Reflexionen
16. August 2009, 10:30 Uhr 4 Kommentare
Brief an Genevieve Vaughan
I share this letter with the Keimform community because I think it is a part of necessary and fruitful dialogues that we have to start. In a different colour (blue) I also included Genevieves answer which came rather swiftly and hopefully shows that dialogue is not only possible but also might lead to results.

Genevieve,
we met up shortly after your Friday evening speech at the “Matriarchy-Gift Economy – Subsistence” seminar at the Vienna University of Agriculture and we had the opportunity to have a little chat afterwards at the buffet generously offered by Gerda Schneiders Institute of Landscape Planning. I talked to you about the feelings that I had as a strong advocate of non-monetary economics about your speech. And I announced that I would make them more precise in a letter. I share this letter with some friends that are at the heart of the matter.
Kategorien: Arbeit & Freiheit, Eigentumsfragen, Gender, Reichtum & Knappheit
10. Mai 2009, 16:31 Uhr 29 Kommentare
Communia Workshop in London 1
Eine sehr erfreuliche Entdeckung mache ich hier in London: es gibt auch hier eine Koalition zwischen akademischen und politischen Repräsentanten die mit sehr starken Argumenten für die Freiheit und öffentliche Verfügbarkeit von Information arbeitet. Die ersten beiden Keynote Adressen von Ian Angell von der gastgebenden London School of Economics und dem Minister für “Digitales Engagement und Bürgerservice” Tom Watson lassen eine spannende Konferenz erwarten.
Ich blogge darüber hier.
Kategorien: Freie Software
26. März 2009, 11:15 Uhr Kommentieren
Kommt das Open Source Auto ?
Eine unendliche Geschichte mit vielen Windungen, Enttäuschungen, Hoffnungen, Ankündigungen – doch diesmal eine realistische Aussicht.
Die EDAG Gruppe wird am Genfer Automobilsalon das erste Open Source Auto vorstellen:
In der Presserklärung heisst es:
Viele der heute gezeigten Technologien befinden sich noch im frühen Stadium der Entwicklung. Daher hat EDAG das Light Car als Open Source Projekt ausgelegt und spricht andere Unternehmen an, um gemeinsam das „EDAG Light Car“ weiterzuentwickeln. Dabei definiert das Unternehmen den Adressatenkreis bewusst weit, um neue Denkansätze in das Auto der Zukunft mit einfließen zu lassen. Computer- und Softwareentwickler sollen genauso ihre neuen Technologien zur Anwendung bringen wie die Spezialisten für die ASA.TEC Basaltfaser, (O)LED Technik oder Elektroantriebe.
Zur Frage der enormen Konsequenzen hinsichtlich “intellectual property” finden sich aber in der Presseerklärung noch keine Hinweise. Auch nicht zur Frage ob nicht ein Open Source Projekt eigentlich heute schon über das Auto hinausdenken könnte….
Kategorien: Freie Hardware
21. Januar 2009, 10:54 Uhr 36 Kommentare
Neujahrsbotschaft von Marcin – Open Source Ecology
Kategorien: English, Freie Hardware, Praxis-Reflexionen
5. Januar 2009, 20:30 Uhr Kommentieren
Neues Social Network “Materialbroker”
Ein guter Platz um die Diskussion über stoffliche Verkettungen lokaler solidarischer Ökonomien zu führen könnte dieses Social Network werden:
Kategorien: Freie Hardware
13. Dezember 2008, 12:42 Uhr 2 Kommentare

