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Ausgetauscht!

Eine Gesellschaft nach Bedürfnissen und Fähigkeiten kommt ohne Geld und sogar ganz ohne Tauschlogik aus, argumentiert Friederike Habermann in ihrem neuen Buch „Ausgetauscht! Warum gutes Leben für alle tauschlogikfrei sein muss“. Häufig komme es zu einem Bruch zwischen kapitalismuskritischen Analysen und ihren Transformationsperspektiven: Sie prangerten Entfremdung, Ausbeutung und/oder das Verstärken anderer Herrschaftsverhältnisse an, verblieben dann aber bei der Hoffnung, demokratische Bestrebungen könnten die Marktmechanismen aufheben. Doch warum sollte es einfacher sein, gegen diese zu wirken, als sie zu ersetzen? Das Buch argumentiert: Für eine tauschlogikfreie Gesellschaft einzutreten ist nicht naiv, sondern konsequent links, feministisch und zukunftsweisend.

Kategorien: Commons, Medientipp, Theorie

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4. Januar 2019, 09:49 Uhr   20 Kommentare

1 Michaela Lusru (05.01.2019, 23:14 Uhr)

Nun habe ich das Buch noch  nicht gelesen, gehe aber davon aus, dass die kurze Rezension korrekt etwas zum Inhalt meint und da stellen sich (demnach mehr zur Rezension als zum Buch eventuell) mir schon einige Fragen, wohlgemerkt: mir –
– MarktMechanismen gibt es nicht, es sind nur menschliche Verhaltensweisen, etwas anderes existiert rsp. wirkt im “Markt“ nicht, also was soll uns der Verweis sagen?

– Keine Gesellschaft kommt “ohne Tauschlogik“ aus, denn genau diese, nur diese, ist, macht Gesellschaft, ohne diese gibt es GESELL-schaft nicht. Mensch ist nicht nur im umgangssprachlichen Geist ein “geselliges Wesen“ sondern zwingend existenziell darauf angewiesen als Sozialität der Art kooperativ gegenseitig nicht nur verbal zu kommunizieren sondern die Gegenseitige Hilfe (Kropotkin lässt grüssen) zur eigenen und Erhaltung der Art Mensch aktiv auszuüben, was bekanntlich nur über den AUSTAUSCH von Gütern und Informationen  (Geist) möglich aber eben auch erforderlich ist.

Bereits biologisch ist das Wesen Mensch als kooperativ “inszeniert“, gebaut, und hat sich nur aufgrund dessen somit als Entwicklungs-, Erhaltungs- und Entfaltungsinstrument die (Aus)Tauschlogik benutzend überhaupt zu dem modernen Menschen entwickeln können.Wer den Verzicht auf Austausch(logik, -Erfordernis) propagiert, der ist auf dem Wege das abzuschaffen, was Mensch, Menschheit und damit dem entsprechende Gesellschaft ausmacht, schlicht abzuschaffen.Nicht zuletzt ist Kooperationsdrang des Menschen bereits im genetischen und neurologischen Nachweis unterwegs (Das kooperative Gen, J. Bauer, koterkarrierend die awissenschaftliche populistische Konstruktion des Egoistischen Gens des Herrn Dawkin).Das Problem besteht nicht in der “Abschaffung“ derTauschlogik sondern im Gegenteil:  Einer fehlenden stringent mutual gestalteten Tauschlogik nach den Gesetzen der gegenseitigen Hilfe, die alle gekünstelten “Solidaritätsaufforderungen“ überflüssig macht, weil dies die natürliche menschliche solidarische Daseinsweise ist, jeder, auch der Bedürftigste hat der Gesellschaft noch etwas zu geben, ist das wert, und hat von der Gesellschaft zu empfangen – im Tausch!
– Und wieso sollte die “Abschaffung DER Tauschlogik“ dann links oder gar feministisch sein, wenn dadurch doch die Lebensgrundlage und das Wesen von mutual geprägter und nur so solidarischer Austauschgesellschaft der Art Mensch zerstört würde?

Ob das der Rezensent oder gar die Autorin mal erklären könnte?
Konsequent “links“ (was inzwischen – nicht zuletzt wegen solcher gedanklichen Ansiedlungen ? – zu einer wahrlich diffusen Kumuluswolke verkommen zu sein scheint), darunter verstand ich vor längerer Zeit konkretes Engagement für Gesellschaft und deren Funktion und nicht lyrisch-akademische Märchenwelten gegen diese Erfordernisse und deren Grundbedingungen: Den AUSTAUSCH der sich selber verstoffwechselnden sozialen Wesen Mensch

Irgendwie stimmt mich soetwas ratlos, aber weniger links als mehr neoliberal in der tatsächlichen Konsequenz der so erzwungenen austauschfreien Vereinzelungen, die letztlich nur hilflose Bedürftige hinterlässt

2 Stefan Meretz (06.01.2019, 15:27 Uhr)

@Michaela: Kann es sein, dass du „Austauschen“ und „Tauschen“ in eins setzt? Austauschen im Sinne einer Zirkulation von tätigkeitsteilig hergestellter Güter und Leistungen kennt in der Tat jede Gesellschaft, Tauschen im Sinne einer personalen Kopplung von Geben und Nehmen hingegen nicht.

3 Michaela Lusru (06.01.2019, 22:25 Uhr)

@ Stefan Meretz Ja, auch der AusTausch ist nur eine Form des Tausches, aber eben auch nur ein Tausch. Jede Gesellschaft “kennt“… Falsch, der Austausch arbeitsteilig geschaffener materieller oder geistiger Güter ist nichts, was “Gesellschaften kennen“, sondern die kooperativ bedingte existenzielle Basis jeder Gesellschaft, erst dadurch entsteht Gesellschaft, und zwar nur auf diesem Weg.Um dabei von “Zirkulation“ zu sprechen, ein Vorgang der weit über die elementare kooperativ bedingte mutual geprägte Tauschlogik hinaus geht und von bestimmten Theoretikern mal als Markt benannt wurde, ohne dabei zugleich klar zu stellen, dass Markt nur ein Regelwerk menschlich praktizierter Verabredungen ohne Eigenleben und ohne eigenem Wesen ist, bedarf es bereits Theoriegebäude, die keineswegs frei vom jeweiligen Erstellungs- und Betrachtungsstandpunkt samt dazu geschaffenen Deutungshoheiten ist.
Marktregeln kann Mensch umgehend verändern, anders absprechen rsp. festlegen, als willkürliche weil gewollte Steuerung von solcher Zirkulation.Jedoch – wie du sagst personale Kopplung von – Geben und Nehmen ist die Urform jeder Tauscherei, eben die Basis von JEDER Gesellschaft, sie wird also sehr wohl von jeder Gesellschaft gekannt, auch wenn aufgrund von Komplexitätsentfaltungen inzwischen Regelwerke, Hilfsmittel (Geld) und Instrumentarien dazwischen geschaltet wurden wie auch missbraucht wurden, werden. Eine “revolutionäre Beseitigung dieser Tauschlogik“ ist keine solche sondern die Vorstellung, man könne ohne sie (in welcher Art der Entfaltung auch immer) Gesellschaft betreiben, Infrastrukturen für Gemeinschaft und personale Verbündnisse diverser Beschaffenheiten über rein “personal gebundenen Austausch“ herstellen oder gar erhalten, der träumt offensichtlich davon, wider der Natur von Mensch durch das Wedeln der Arme fliegen zu können – es sei denn, er hat einen Schöpfer zur Hand, der die erforderlichen Gemeinschaftsleistungen von und für Gesellschaft unabhängig von gesellschaftlicher Tauschlogik personaler Direktbeziehungen erstellt … Es ist vom und zum Ganzen zu denken, um die Rolle der Einzelnen sinnvoll zu beschreiben …. Wobei das Ganze eben nur in geringsten Teilen der Einzelne ist, so sehr er sich auch anderes als Freiheit

4 Thomas Kalka (06.01.2019, 22:59 Uhr)

Das Buch ist ja CC-BY-NC-SA lizenziert. Kennt jemand einen Link zu einer elektronischen Version ?

5 Stefan Meretz (07.01.2019, 11:05 Uhr)

@Michaela#3: In frühen Gesellschaften kamen durchaus ohne Kopplung von Geben und Nehmen auf personaler Ebene aus. Daraus schließe ich, hier empirisch argumentierend, Tauschen ist nicht die Grundlage jeder Gesellschaft. Wichtig finde ich, die unterschiedlichen Ebene zu unterscheiden: Eine Entkopplung auf personaler Ebene kann mit einer Kopplung auf kollektiver Ebene (der Gruppe z.B.) einhergehen. Oder, jetzt logisch für eine mögliche zukünftige Gesellschaft gedacht: Eine Entkopplung auf personaler wie kollektiver Ebene kann mit einer Kopplung auf gesamtgesellschaftlicher Ebene (Geben und Nehmen sind in Balance) verbunden sein. Das wäre eine nachhaltige Gesellschaft, die nicht auf Tausch basiert.

Heute haben wir den verrückten Zustand, dass auf personaler wie kollektiver Ebene eine Kopplung besteht (auch Tauschlogik genannt), auf gesamtgesellschaftlicher jedoch nicht.

Allerdings verwende ich hier einen eher „engen“ Tauschbegriff, während in der Soziologie ein „weiter“ Tauschbegriff die Regel ist. Auch die gegenseitige Gabe wird folglich dort als „Tausch“ angesehen, also im Sinne dessen, was ich deskriptiv (nicht kategorial im Marxschen Sinne) „Zirkulation“ nannte. Tatsächlich ist die Kopplung von Geben und Nehmen bei Gabensystemen eher lose oder verzögert. In der Soziologie werden der Tendenz nach „Tausch“ und „Austausch“ gleichgesetzt. Einen „engen“ Begriff finde ich jedoch produktiver. Das gleiche Problem setzt sich beim Begriff der Reziprozität fort, der stets als Kopplung verstanden wird. Wie gezeigt muss das aber nicht immer der Fall sein.

6 Michaela Lusru (07.01.2019, 13:33 Uhr)

@Stefan Meretz Du unterliegst einem Missverständnis mit dem Verweis auf frühe Gesellschaften, und damit in der weiteren Argumentation. Mensch ist ein ganzheitliches bio-soziales Wesen, es gibt keine soziale Kategorie, die von der biologischen Existenz des Menschen trennbar ist, wer dennoch so denkt, betreibt nur religiöse Theoriefindung und übergeht die Realität, dass es ohne die biologische Existenz und Funktion von Mensch als ganzheitlicher lebendiger (biologischer und sozialer) Organismus (Ganzheit, System) keine Sozialität von Mensch gibt, geben kann. Das heisst, alles was sich sozial bei Mensch tut ist tief von seiner biologischen Beschaffenheit und Funktion geprägt und beeinflusst. In diesem Zusammenhang mein Hinweis auf die falsch Fährte des Dawkin mit seinem egoistischen Gen (die du mit deiner Auffassung gewollt oder ungewollt voll beschreitest), Mensch ist nicht egoistisch (the fittest setzen sich durch und prägen das Dasein) geprägt, sondern eben bereits biologisch zur Erhaltung seiner Art (wie alle anderen Lebewesen in der Evolution) bereits genetisch kooperativ geprägt, also biologisch (s. J. BAUER das kooperative Gen). Damit ist Kooperation und somit AUSTAUSCH (was sollte sonst wohl kooperiert werden?) als biologisch vorgegebenes Arterhaltungskonzept für das soziale Verhalten vorgeprägt, was auf die mutual – zum gegenseitigen Nutzen zur Erhaltung und Entwicklung der Art – erforderliche Ausrichtung des grundsätzlichen sozialen Verhaltens zeigt, als bereits biologisch treibendes Wesensmerkmal der Sozialität (Geyellschaftlichkeit) unbestreitbar wird, damit als Grundbedingung für jede Gesellschaft der Art Mensch. Wenn nun dieser so vorgezeichnete Kooperationsdrang von Mensch behindert oder verhindert wird, wird zugleich die Erhaltung der Art existenziell gefährdet, und eine von diesen biologisch wirkenden Eigenschaften angeblich “frei und unabhängige“ Betrachtung versetzt sich damit aus der gesellschaftlichen Realität in eine Kumuluswolke, die hoch über fassbaren faktischen Welten als sozial nicht greifbare Traumwelt schwebt. Darauf Theorien aufzubauen oder zu diskutieren anstatt den natürlich gegebenen Wesenseigenschaften der biologisch-sozialen Ganzheit Mensch Rechnung zu tragen und deren freie Entfaltung zu konzipieren schafft keine neuen und erst recht keine besseren Gesellschaftsbedingungen, da in der Kurve nicht ungestraft die Hände vom Steuer genommen oder in Gegenrichtung erfolgte Lenkung abseits des möglichen Strassenverlaufes gelenkt werden kann. Tausch und Austausch jeder Art sind elementare wesensimmanente Kooperationshandlungen, die zwar gestaltet, aber nie abgeschafft werden können. Womit wir wieder beim Punkt wären, besser beim Ausgang, nun aber wissen könnten, dass innerhalb der Art Mensch nur mit / über Kooperation mutualer Prägung wie Tausch und Austausch Gesellschaft entsteht, besteht und gestaltbar ist als Vorbedingung für jede folgende Zirkulation ….Die Gesellschaft ist Art-gebunden, und damit biologisch vorgeprägt, oder es gibt keine, soziale Gestaltung muss dem folgen und das weder ignorieren noch vergewaltigen wollen, die Ganzheiten Mensch lassen sich nicht sozial aus ihrer Art heraus trennen und beliebig sozial modellieren, oder gar austauschen , evtl. als Gabe. ANDERS: Es kann nur das rollen, was Räder hat, und wer die abschafft, der bleibt unweigerlich am Platze, kommt nicht

7 Mattis (07.01.2019, 16:12 Uhr)

@Michaela Lusru:
„Damit ist Kooperation und somit AUSTAUSCH (was sollte sonst wohl
kooperiert werden?) als biologisch vorgegebenes Arterhaltungskonzept für
das soziale Verhalten vorgeprägt“
Machtkämpfe und Konkurrenz sind ebenso genetische Basis-Optionen wie Kooperation; es ist eine reine ideologische Willkür, das eine oder das andere als Wesenseigenschaft des Menschen in den Vordergrund zu stellen. Aus der Biologie ist schon alles Mögliche  „abgeleitet“ worden, vom Rassenwahn bis zur blauäugigsten Utopie. Das zum einen.
Kooperation als Austausch darzustellen führt m.E. zur Sinnentlehrung der Begriffe und einer aufgrund dessen extrem abgehobenen Debatte.
Ich bitte um konkrete Beispiele, damit man nachvollziehen kann, wie diese sehr subjektiven Begriffsverschiebungen tatsächlich gemeint sind. Trotz der langen Ausführungen über die vermeintlich feststehende „Natur“ des Menschen ist das, zumindest mir, nicht klargeworden.

8 Michaela Lusru (07.01.2019, 18:42 Uhr)

@MattisJa, “trotz der langen Ausführungen“- schreibst du das?Gut, dieer Reihe nach:
– Machtkämpfe und Konkurrenz sind ebenfalls ….Zunächst sind Machtkämpfe selber Konkurrenz, nie etwas anderes, was sollte denn die Unterscheidung im Prinzip sein, die Form?Dann gehe ich mal davon aus, dass du durchaus den Nachweis führen kannst, wieso bewiesen sei, dass “Machtkämpfe und Konkurrenz ebenso genetische Basisoptionen“ seien, oder hast du das nur mal gehört …Nicht ohne Grund verwies ich auf die unwissenschaftlichen Behauptungen des Dawkin (Das egoistisches Gen), die bisher weltweit die einzigen Ausführungen (neben dem gern erzählten altspiesserlichen neoliberalen Hörensagen) sind, auf die deine Sicht zurückführbar wären – wenn sie denn wissenschaftlich bewiesen statt behauptet (konstruiert) wären.
Hingegen wissenschaftliche Ausführungen (weil anhand modernster biologischer Forschung bis hin zur Neurologie) des Prof. J. Bauer in “das kooperative Gen“ bringen Beweise für das Kooperationsprinzip- lesen musst du das schon selber. Damit wird das bereits von dem Biologen, Bienenzüchter, russischen Grossfürsten und Revolutionsakteur Kropotkin gefundene und beschriebene “Gesetz von der Gegenseitigen Hilfe “ (als anderer Ausdruck für das hier angeführte Kooperationsprinzip) nun auch aus biologischer wissenschaftlicher Sicht beschrieben.
– BiologieKann es sein, dass alles, was Biologie meint, Leben ist?
Kann es sein, dass Mensch Leben ist?Kann es sein, dass Gesellschaft ausschliesslich aus Menschen, aus biologischen Wesen, aus sich selbst verstoffwechselnden und damit lebenden und damit biologischen Entitäten besteht?Kann es sein, dass etwas über Gesellschaft erfahren, lernen, das Wissen über dieses Leben und damit die biologischen Grundlagen von Gesellschaft das kleine und grosse Einmaleins ist für alle weiteren sozialen Betrachtungen?Wenn das so ist, dann verstehe ich nicht deine etwas naiv, um nicht zu sagen etwas uninformiert und mindestens unbedachte Schmähung der Biologie von dir hier so bewertet wird. 
Die komplexeste Erscheinung auf dieser Erde ist das Leben, und damit auch der Mensch und seine Gesellschaft, und die einzige Naturwissenschaft, die sich dieser (!) Komplexität wissenschaftlich adäquat weil ganzheitlich (auch organisch oder systemisch) stellt, ist die Biologie, von deren Erkenntnissen alle anderen geprägt, bestimmt und überhaupt erstellt werden können, und dieses hochwertige wissenschaftliche Instrumentarium willst du mit dem etwas peinlichen Verweis auf biologische Missbräuche vom Tisch wischen?Warum, weisst du es nicht besser?Mit der Biologie ist es wie mit z.B. der DrohnenTechnik (übrigens Drohne ist ein biologischer Fachbegriff aus der Sozialität der Bienen etc.):Man kann sie zum Nutzen der Menschen einsetzen, aber  damit auch massenhaft eskaliert (wie seit Obamas “stille“ Weltpolitik) Überfälle auf fremde Länder und Menschen und deren LEBEN – bisher weit überwiegend unbescholtene Zivilisten – töten, eine hypermoderne Form der willkürlichen machtokratischen Euthanasie an Menschen – wieso regt sich die Weltgemeinschaft über Biologiemissbrauch in der Euthanasie und der kurzzeitigen falschen Konstruktion von Menschenrassen und angeblichen “Gesetzen“ dazu seit Jahrzehnten auf und macht Biologie angeblich dafür verantwortlich, aber die verheerende unmenschliche und asoziale Drohnenvernichtung von fremden unverurteilten Menschen kümmert Gesellschaften bestenfalls insoweit, dass auch D nun Drohnen anschaffen will, aus Israel …
– KOOPERATION -AustauschWas muss erfolgen bei einer Kooperation, was ist dazu unabdinglich?Es muss etwas hin und her gereicht werden, gegeben werden, was auch immer, und im kooperativen Geist muss das für beide seiten sinnvoll, nützlich, mutual, sein.
Und wenn “Gaben“, welche auch immer,  gegeben werden im Wechselverhältnis, in welchem auch immer, so nennt Mensch das überall auf der Welt TAUSCH, gebunden an Regeln auch AusTAUSCH.Es gibt keine Kooperation ohne Tausch, das Tauschen ist das Wesoen von Kooperation.Reicht es so, auch wenn wieder lang, ist alles erklärt?Selbstverständlich kann man das alles auch in andere Zusammenhänge setzen, falls man nicht gerade die Welt der Lebenden besser gestalten möchte, gerechter und verständlicher, motivierender und ertragreicher wie verlust- und leidärmer

9 Mattis (07.01.2019, 23:16 Uhr)

@Michaela Lusru

„Prof. J. Bauer in “das kooperative Gen“ (…) Beweise für das Kooperationsprinzip- lesen musst du das schon selber.“

Ich konnte schon vor Jahren feststellen, dass Bauer den Dawkins in etlichen Punkten falsch verstanden und seine eigene These nicht ausreichend belegt hat.

„Selbstverständlich kann man das alles auch in andere Zusammenhänge
setzen, falls man nicht gerade die Welt der Lebenden besser gestalten
möchte ..“

Da wird aber schnell die moralische Keule geschwungen – ausgerechnet von jemandem, der ständig von Kooperation redet! Da ist eine weitere Diskussion sinnlos.

10 Michaela Lusru (08.01.2019, 14:53 Uhr)

@Mattis,so, so, du “konntest schon vor Jahren feststellen“ -wie stellt man denn das fest, bist du aktiv involvierter Neurologe, Biologe, Systemiker, Ganzheitsexperte und in der Evolution wie in der wissenschaftlichen Gegenwart dazu ausreichend bewandert, oder “glaubst du das nur“?Was du von dir gibst, liest sich wie Meinung, nicht wie Wissen, erst recht nicht wie wissenschaftlich orientiert sondern wie politisch gerichtet, aber ohne auf auch dazu erforderliche z.B. biowissenschaftliche und damit gesellschaftswissenschaftliche Funktionsgrundlagen überhaupt zugreifen zu wollen.Bauer hat Dawkins bestens “verstanden“ und schliesslich deshalb mit ähnlicher Titelwahl seine Erkenntnisse in ein Buch gesetzt. Während Bauer als Spezialist tatsächlich über Forschung zu Genen redet, schwadroniert Dawkin populistisch von seinen Überlegungen, z.B. zu Meme, also kulturell erworbene Eigenschaften, die er als Biologe des Materialismus auch noch für vererbbar hält und, das setzt die Krone auf, meint, das sei Darwinismus.
Hingegen Bauer begang den gewaltigen Fehler, seine Erkenntnisse (ebenfalls wohl sogar gezielt um Aufmerksamkeit bei allen Seiten heischend populistisch überzogen) auch als “Ende des Darwinismus“ proklamieren zu lassen, wohl wissend, das es nicht das sondern das Ende der pseudodarwinistischen und missbräuchlichen Darwinauslegungen einleutet und das, was der Wissenschaft heute als Erbe Darwins wichtig ist, wieder in das Zentrum der Biologie und damit auch der Gesellschaftswissenschaften rückt.
Damit jedoch sehr wohl der längst ausstehende Tiefschlag in die konstruktivistischen statt auf wissenschaftliche Forschungsergebnisse beruhenden scients-Romane des Dawkin, der die Biologie inzwischen wie Püppi Langstrumpf handhabt, erfolgt.
Ja, von Kooperation reden heisst noch lange nicht, fragwürdige unbelegte weil unbelegbare Thesen des Dawkin mit wissenschaftlichen Fakten verschmelzen zu müssen, zu sollen.Offenbar hast du in deinem Vorwurf versehentlich etwas verTAUSCHT:Du meintest wohl statt Kooperation mehr Toleranz, nur davon redete ich hier nicht.
Nur leider kennt Wissenschaft zwar Kooperation, aber kaum Toleranz.
Darüber hinaus empfehle ich die Lektüre von Mario Bunge, der viel Erhellendes zu diesen Fragen und somit auch zum Tausch in Gesellschaft und damit Austausch als Gesellschaft auf wissenschaftlicher -nicht politischer- Grundlage und damit politisch wertvoller Nutzbarkeit bei zutragen hat, noch weilt er unter uns.

11 Mattis (08.01.2019, 17:17 Uhr)

@Michaela Lusru
Ich bin kein Dawkins-Fan, aber so wie du diesen Mann verbal in die Pfanne haust, das fordert ja schon fast zur Solidarisierung heraus.

Und ja, die „Lektüre von Mario Bunge“ wird mir auch nicht weiterhelfen, denn mein kritisches Urteil über ihn kannst du ja gleich wieder mit deiner Retoure infrage stellen, dass ich ja gar kein „aktiv involvierter“ Philosoph und Physiker bin wie er … womit wir dann wieder am Anfang wären.

12 Michaela Lusru (08.01.2019, 18:12 Uhr)

@Mattis,Du hast keinen Grund, dein Licht (und damit auch deine Meinung) unter den Scheffel zu stellen und zu verzagen, wer den Finger hebt und sich meldet, will gesehen werden, wird gesehen, und wer seinen Senf aufstreicht muss damit rechnen, dass das andere auch tun. Nur ein Kommentärchen fallen zu lassen und dann zu verschwinden ist nicht der Sinn solcher blogs..Dieser hier hat als zentrales Thema die Austauschlogik in der Gesellschaft, die – ja was – weg oder anders werden soll, mit dem Ziel, gerechtere Chancen für alle wie für den Einzelnen zu schaffen.Das ist ein dicker Stamm, an dem da gesägt werden soll. Und wenn die Sägen weder geeignet noch scharf sind, wird das nix.Also geben wir uns schon mal etwas Mühe und rappeln nicht so durch den Wald, als ob dieser nur ein Gebüsch ist.Dazu gehört auch das Sortieren und Werten wie das ständige Aktualisieren all dessen, was andere vor und neben, gelegentlich über uns hinterlassen haben, ohne Ansehen der Person.Herr Dawkins gibt sich als oberster Skeptiker, erfüllt jedoch inzwischen (!!) mehr nur soetwas wie ein Geschäftsführer dieser Organisation, völlig hinter sich lassend die Skepzis an der eigenen Sicht, die Menschen stets zu Skeptikern mal werden liess.Finde ich z.B. durchgehende Linien in der Erkenntniswelt über viele Jahrzehnte und Gesellschaftsordnungen hinweg, vom russischen Grossfürsten Kropotkin und seiner gegenseitigen Hilfe als Forschungsergebnis aus sozialen lebenden (biologischen!)  Systemen, zum ersten namhaften Systemtheoretiker des vorigen Jahrhunderts, dem russischen Utopie-Autoren Bognanow (Tektonik), über den Philosophen,  Jahrhundertevolutionsbiologen  und prägenden Systemwissenschaftler und Ersteller der Allgemeinen Systemtheorie L.v.Bertalanffy, zu dem ersten Beschreiber der Entität INFORMATION als UNTERSCHIED und Beschreiber Sozialer Information Ursul, bis zu den bekannten modernen Systemtheoretikern (zu denen ich den Konstruktivisten Luhmann nicht zähle) und Evolutionsbiologen incl. Gesellschaftswissenschaftler / Philosophen Mario Bunge bis hin zu lebenden Legenden wie Gesellschaftswissenschaftler Chomsky,aber auch Fachwissenschaftler J.Bauer, finde ich da eben diese durchgehenden bzw. sich bestätigenden und ergänzenden Bezüge (obwohl all diese Leute  sich nicht oder kaum kannten, auch ich sie als Person nicht kenne), dann, und nur dann ergeben sich für Skeptiker hinreichend gefestigte Zusammenhänge, je im einzelnen Fach gefunden und auf Ganzheit bezogen geordnet.Es erklärt sich von selbst, dass so entstandene Bilder von unserem Leben auf der Erde nicht mit mehrfach überreichten Meinungen ohne Faktenlage umschreiben lassen wollen, sich akzeptabel präsentieren wollen.
Es ist also normal, wenn Skeptiker sich selbst treu bleiben und dies in Diskussionen einbringen, es könnte ja auch anregen, die Widerrede, und zwar nur die, also: nur Mut, ruhig fragen und oder meinen, auch wenn dazu wieder neuer Verriss oder besser skeptische Hinterfragung droht …

13 Wolfgang Tah (09.01.2019, 09:43 Uhr)

@Stefan
Danke für Deinen Hinweis auf das Buch!
Ich konnte schon mal das erste Kapitel lesen …

@Michaela (1)
Deine Anmerkungen kannst Du selbst durch das Lesen des Buches als unzutreffend entdecken.

Heiter weiter …
Wolfgang Tah

14 Christian Siefkes (10.01.2019, 03:46 Uhr)

@Michaela Lusru: Ich habe einen Kommentar von dir, der in der Moderationsschleife hängen geblieben war (frag mich nicht warum), nicht freigegeben, weil ich keine neuen Argumente erkennen konnte. Generell empfinde ich deine Haltung des „ich weiß alles besser, weil ich alles besser weiß und die ‚richtigen‘ Leute gelesen habe“ als äußerst anstrengend, zudem ist sie unbegründet (und unbegründbar) und hilft weder dir noch deinen Leser_innen weiter.

Zudem würde ich (wie Wolfgang und andere) vorschlagen, dass du das Buch zunächst liest bevor du es kritisierst. Friederike unterscheidet klar zwischen Tausch und Austausch. Man kann von ihren Argumenten halten, was man will (ich habe mit einigen von ihnen so meine Probleme), aber ein kenntnisfreies Pauschalbashing bringt nichts.

15 Christian Siefkes (11.01.2019, 05:47 Uhr)

@Thomas:

Das Buch ist ja CC-BY-NC-SA lizenziert. Kennt jemand einen Link zu einer elektronischen Version ?

Sofern ich es richtig mitbekommen habe, steht das PDF bislang nirgendwo online, sondern Friederike schickt es Interessent_innen auf Anfrage zu — vermutlich auf Wunsch das Verlags. (Wobei die Empfänger es dann natürlich online stellen könnten, wenn sie möchten.)

16 Michaela Lusru (12.01.2019, 02:36 Uhr)

@Wolfgang Tah / Christian Siefkesja, da sollte ich wohl doch mal das ganze Werk lesen, Gleiches erwarte ich ja auch von denen, die MIR Besserwisserei anschulden, obwohl ich bisher nirgendwo von meinem Wissen sondern nur von dem anderer Menschen vor uns sprach, deren Reputationen leicht prüfbar sind, nicht bemerkt? …Meine Gedanken dazu später.
Wird etwas dauern, denn das Buch ist nur im Netz zu haben.
Vorab hoffe ich, dass dabei nicht letztlich doch der Eindruck übrigbleibt, der anhand des WikiPuhhhh-Eintrages zur Autorin leicht sich scheint anzudienen, dass die „Tauschlogikfreie Gesellschaft“ nicht etwas für einige elitär veranlagte Insiderdenker ist, sondern eine voll massentaugliche gesamtgesellschaftlich händelbare Regelung (!) auch für einfache Gemüter sein kann, soll.
Evtl. sind bereits die Ausgangsverständnisse für solche nicht uninteressanten Vorstellungen ungeeignet.
Die Grundposition, die die Autorin aufgrund Ihrer sonstigen Engagements vertritt, dass „alle Menschen GLEICH“ seien, lässt das eben wenig erwarten und ist auch der Punkt, der meine Skepzis bedient, denn bekanntlich sind nicht alle Menschen „gleich“, weder biologisch, noch sozial, noch ökonomisch oder kulturell.Was den und damit die Menschen auszeichnet in der Welt des Lebens war und ist ihre Unterschiedlichkeit und die ihrer Daseinsweise, ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten, vor allem die, ihre Unterschiedlichkeit zu erkennen und zu nutzen, gesamtgesellschaftlich fruchtbar zu nutzen, z.B. zur Erhaltung ihrer Art – wie das ihre kooperative (unterschiedshändelnde) biologische Konzeption ihnen vorgibt, was bei „Gleichheit“ aufgehoben wäre, das Ende jeder Entwicklung.
Hoffe auch, dass hier der mal in der Franz. Revolution geprägte Begriff von „der Gleichheit der Menschen“ nur schlampig in der Begriffswahl heutig benutzt wird und eigentlich die  „Gleichheit der CHANCEN“ – nicht der Menschen – gemeint sein soll.Menschheit ist seit ihrer Entstehung eine Unterschiedsgesellschaft weil Informationsgesellschaft, ihr grosses Entwicklungspotential in allen Richtungen, das bei Strafe des Unterganges der Menschheit nicht aufhebbar ist.Auch die Wahl des Begriffes eines „Beitrags“ finde ich unglücklich konstruiert, ist wie in einem Verein: Beitragspflichtig.Menschliche Gesellschaft ist ein ORGAN, ein Ganzes, das nicht beitragspflichtig ORGANisierbar ist.
Die gegenseitig gleichberechtigte TeilHABE an ALLEM Geben und Nehmen halte ich für treffender.
Bin gespannt …

17 Michaela Lusru (12.01.2019, 02:43 Uhr)

Noch dies:“ohne Geld“ – das ist etwa so, als ob wir ein Werkzeug zur Ermöglichung des Austausches von Leistungen und „Gaben“ abschaffen, um ein anderes zu installieren, nur welches soll es dann sein, Bernstein, Perlen, Muscheln – das soll bekanntlich schon mal funktioniert haben, und nur statt „Geld“ nun „Punkte“ zu sagen, das rechtfertigt wohl den Aufwand nicht

18 Mattis (12.01.2019, 16:20 Uhr)

@Michaela Lusru

„Hoffe auch, dass hier der mal in der Franz. Revolution geprägte Begriff
von „der Gleichheit der Menschen“ nur schlampig in der Begriffswahl
heutig benutzt wird und eigentlich die  „Gleichheit der CHANCEN“ – nicht
der Menschen – gemeint sein soll.“

Erst wird der Autorin ein platter Gleichheitsbegriff nachgesagt, gerade so als sei von ihr jede Art von Ungleichsein abgelehnt worden!

Dann wird, passend dazu, ausgerechnet die Gleichheit von Chancen als Positivum genannt – diese alte zynische Formel, mit der alle Armut und Schädigung im Kapitalismus als menschliche Ungleichheit schöngeredet wird, denn schließlich hätte ja jeder seine Chance gehabt. Klar, so wie in der Reise nach Jerusalem.
Chance passt als Begriff zur Konkurrenzgesellschaft. Aber nicht Chancen – bei denen es zwangsläufig immer Gewinner und Verlierer gibt – sondern real befriedigende Lebens- und Arbeitsumstände sind hier das Thema!

19 Christian Siefkes (14.01.2019, 04:45 Uhr)

@Michaela: Ich habe einen neuen Kommentar von dir zum Thema (Chancen-)Gleichheit nicht freigegeben, weil ich das Gefühl habe, dass so eine abstrakte Debatte, die mit dem Buch selber gar nichts zu tun hat, hier off-topic ist.

20 Michaela Lusru (17.01.2019, 02:47 Uhr)

@Christian Siefkes (14.01.2019, 04:45 Uhr)
„weil ich das Gefühl habe, dass so eine abstrakte Debatte, die mit dem Buch selber gar nichts zu tun hat“ –
Sorry, Christian, da ich inzwischen das Buch habe und lese, erlaube ich mir das völlig anders zu sehen und gehe davon aus, dass zumindest diese meine Bemerkung Teil des offenen Disputes dazu bleibt, ohne dass ich den Gedankengang in Respekt zu deiner Sicht hier weiter verfolgen möchte.

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