Auf der Suche nach dem Neuen im Alten
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MOVE – Sommertreffen 2017

MOVE: Miteinander Offen Vertrauensvoll Emanzipatorisch…

…die Zukunft gestalten

Das Wirtschaftssystem, das unsere Welt beherrscht, ist an sein Ende gekommen. Immer mehr Menschen begreifen dies, und fürchten um die Zukunft. Doch die Antworten linker Parteien gehen über ein ‚Wir machen es etwas weniger schlimm‘-nicht hinaus und überlassen das Feld rechtspopulistischen Bestrebungen.

Wir sehen es als absolute Notwendigkeit, diesen Strömungen eine Bewegung entgegenzusetzen, an der jeder Mensch teilhaben kann. Wir möchten miteinander, nicht gegeneinander leben.

Statt uns von nationalistischen Ideologien blenden zu lassen, glauben wir nicht daran, dass wir in Schubladen passen, sondern möchten der Besonderheit jedes einzelnen Menschen mit Achtsamkeit begegnen. Dabei offen und kritisch unseren eigenen Mechanismen gegenüber zu sein, auch scheinbare Tabuthemen wie Macht und Hierarchie zu beleuchten, ist selbstverständlicher Teil der Bewegung.

…dem Wachstum entwachsen

Die Erhaltung unseres Planeten und ein friedliches Zusammenleben sind nicht mit einem Wirtschaftssystem vereinbar, das auf der Ausbeutung von Menschen und unserer Mitwelt beruht und nur durch ständiges Wachstum am Laufen gehalten werden kann – von dem gleichzeitig immer mehr Menschen ausgeschlossen werden, da sie nicht ‚verwertet‘ werden können. Das Klima wird nicht nur in der Atmosphäre, sondern auch auf der Erde immer rauer, Konflikte werden angeheizt und unter großen Kosten wird immer mehr aufgerüstet und Krieg geschürt. Dabei sterben seit wir denken können täglich Zigtausende an diesem System, und fast eine Milliarde Menschen hungert, während ein Drittel der Lebensmittel weggeworfen wird.

Wir wandeln lieber das System als das Klima und verweigern uns einer Gesellschaft, die die Natur nur als Ressource und Tiere als Fleisch begreift, die keine Zeit für Sorgetätigkeiten lässt und Menschen nach Kosten- und Leistungsfaktoren beurteilt.

Wir gehen einen neuen Weg.

…die Utopie leben

Wir teilen die Vision, überkommene Verhältnisse menschlicher Vereinzelung ab- und neue Formen des Zusammenlebens aufzubauen. Wenn wir Bedürfnisse und Talente offen teilen und mitteilen, kann eine neue Art von Beziehungen entstehen. Eine, die Individualität als Grundlage unseres Miteinanders anerkennt und darauf aufbaut, Unterschiedlichkeit zu genießen und als Bereicherung zu erfahren.

Die Herausforderungen unserer Zeit können nicht einzeln behandelt und nicht von einzelnen Menschen oder Parteien gelöst werden. Wir möchten Formen des Zusammenlebens entwickeln, die für alle Menschen ein gutes Leben ermöglichen.

Im Bewusstsein, dass wir von dieser Erde und immer auch voneinander abhängig sind: Wir sind der tiefen Überzeugung, dass wir miteinander gemäß unserer Bedürfnisse und Fähigkeiten leben können. Viele unter uns nennen es geldfrei-er leben, andere Ecommony, Commonismus oder Beitragsökonomie, wieder andere sprechen von unconditional sharing – doch statt uns über Begriffe zu zerreden, fangen wir an, die Welt neu zu erschaffen: Wir feiern das Experiment der gelebten Utopie, um uns jenseits von Nationen den globalen Problemen dieser Zeit zu stellen.

Im Sommer 2017 treffen wir uns!

Du fühlst Dich angesprochen? Mach mit beim gemeinsamen Weiterentwickeln! Informier Dich auf www.move-utopia.de

MOVE – Bewegen  wir uns!

Kategorien: Commons, Termine

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9. Januar 2017, 22:23 Uhr   8 Kommentare

1 Wolfgang Tah (10.01.2017, 16:25 Uhr)

Danke Stefan!

Ohne eine Geldgesteuerte Wirtschaft ist alles das möglich.

Mein Standpunkt:
Geld überhaupt ist abzuschaffen.

Wann und wie können wir das Geld abschaffen …

Heiter weiter …
Wolfgang

2 Christian Siefkes (16.01.2017, 11:05 Uhr)

Unten auf der MOVE-Webseite lese ich

Keine Bühne für Sexismus, Rassismus, Speziezismus, Heteronormativität sowie jegliche andere Form der Diskriminierung.

Das muss ich dann doch ganz schön heftig schlucken. Wer „Speziezismus“ (also den Glaube, dass es einen grundsätzlichen Unterschied zwischen Menschen und anderen Tieren gibt, der im Umgang mit beiden eine Rolle spielen sollte) mit Sexismus und Rassismus in eine Reihe stellt, verharmlost letztere ganz gewaltig und und würdigt die Opfer von Sexismus und Rassismus herab.

Wir hatten die Diskussion in Hinblick auf die Utopikon-Konferenz ja schon mal und ich will sie hier nicht nochmal aufrollen, aber ich halte den Antispeziesismus für eine äußerst dubiose und bei konsequenter Anwendung menschenverachtende Ideologie.

Daher würde ich mir wünschen, dass solchen Positionen hier in Zukunft zumindest kein unkritisches Forum mehr geboten wird!

3 Friederike (16.01.2017, 16:43 Uhr)

Auch ‚Feminismus‘ könnte so verstanden werden, dass es nur um das Wohl von Frauen ginge; hierzu sind die Debatten aber hinlänglich bekannt, so dass dieser Vorwurf zumindest in der linken Szene nicht kommt. Genauso kann vom Wort her Speziezismus das bedeuten, was Du, Christian, da reinliest, aber ich kenne niemanden, der/die es in der Debatte so füllt. Trotzdem haben wir den Ausdruck jetzt erstmal durch „Anthropozentrismus“ ersetzt und werden es unter uns beim Vorbereitungswochenende zur Diskussion stellen.

Beste Grüße,
Friederike

4 Mitleser Günter (16.01.2017, 19:04 Uhr)

„zumindest in der linken Szene nicht“

„den Ausdruck jetzt erstmal durch ‚Anthropozentrismus‘ ersetzt“

Na ja, die linke Szene. Ihre Irrungen und Wirrungen sind stets vielfältig gewesen, ändern sich aber im Laufe der Zeit. Was offenichtlich über die Zeitläufte hinweg gleichbleibt, ist der rigide Umgang untereinander und mit Andersdenkenden. Jetzt ist in gewissen Kreisen also ein Engagement gegen „Anthropozentrismus“ angesagt. Humanistinnen und Humanisten kann ich da nur raten: Sicherheitsabstand zu „Friederike“ & Co wahren!

5 Friederike (17.01.2017, 21:46 Uhr)

Genau, die linke Szene ändert sich im Laufe der Zeit. Früher wurden auch Feministinnen von linken Männern gebasht. Es ist halt immer ein großer Schritt, die eigenen Herrschaftsstrukturen als solche zu erkennen. Aber mit der Zeit wird sich das auch mit dieser Unterdrückungsform ändern.

6 Christian Siefkes (18.01.2017, 09:11 Uhr)

Friederike #3:

Trotzdem haben wir den Ausdruck jetzt erstmal durch „Anthropozentrismus“ ersetzt und werden es unter uns beim Vorbereitungswochenende zur Diskussion stellen.

Das klingt zwar schon weniger brisant, aber doch immer noch seltsam. Kannst du Beispiele dafür nennen, was anthropozentrische Aussagen sein könnten, denen ihr keine Bühne geben wollt? Wie unterscheidet sich denn eine anthropozentrische Position z.B. von einer, die für ein besseres Leben für alle Menschen eintritt? Oder ist letzteres auch schon anthropozentrisch und damit „böse“/unerwünscht?

7 Christian Siefkes (18.01.2017, 09:21 Uhr)

@Friederike: Der Unterschied zum Feminismus lässt sich ja schon an der Position der Protagonist_innen erkennen. Gäbe es einen selbsternannten „Feminismus“, der ausschließlich von Männern betrieben wird, würde ich diesem jedenfalls äußerst misstrauisch entgegentreten. Genauso sieht’s aber mit der Tierrechts- und antispeziesistischen Bewegung aus — ein reines Menschending.

8 Stefan Meretz (19.01.2017, 11:57 Uhr)

Das Ersatzwort „Anthropozentrismus“ als Kritik („Keine Bühne für…“)  kann ich nicht nachvollziehen. Ich denke, wir können gar nicht anders, als anthropozentrisch zu denken, fühlen und handeln. Aus meiner Sicht ist etwa der Antispeziesismus anthropozentrisch.

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