Auf der Suche nach dem Neuen im Alten
Artikel drucken

„Solidarische“ als „Nicht-Kommerzielle“ Landwirtschaft

[alle Texte der Broschüre „ich tausch nicht mehr – ich will mein Leben zurück“]Cover der Broschüre "ich tausch nicht mehr - ich will mein Leben zurück"

Jeder nach seinen Fähigkeiten,
jedem nach seinen Bedürfnissen!

Karl MarxKritik des Gothaer Programms

Unser Projekt [1]

Die CSA Freudenthal [2] ist ein jährlich wechselndes Kollektiv von bisher 5–7 „Gärtner*Innen“, das mit einer Gruppe von ca. 90 Personen, den „Begärtnerten“ eine Gemeinschaft bildet, die durch die Bearbeitung von knapp 1,5 ha Ackerfläche im nordhessischen Witzenhausen-Freudenthal ganzjährig mit Gemüse voll versorgt wird. Es besteht nun seit gut 4 Jahren und ist beständig gewachsen.

Wann und wie viel die Gärtner*Innen in diesem Projekt arbeiten; nein besser, tätig sein wollen, wird von jeder*m einzelnen selbstverantwortlich und je nach Bedürfnissen (flexibel) festgelegt und im Kollektiv vereinbart. Der Teil der finanziellen Bedürfnisse, der über das Projekt befriedigt werden soll, wird weitgehend unabhängig von dieser Tätigkeitszeit bestimmt. Es gibt also einen Bedarfslohn, der mit den laufenden Betriebskosten (inkl. Abschreibungen für Investitionen) zu den Gesamtkosten, dem sogenannten „Budget“ einer Jahresproduktion zusammengerechnet wird.

Die Begärtnerten bieten dann anonym einen auf den Zeitraum der Produktion (12 Monate) verbindlichen, monatlichen (finanziellen) Beitrag an, der ihren Möglichkeiten entspricht. Beim finanziellen Beitrag ist von 0 Euro aufwärts alles möglich; das Einbringen von nicht-monetären Beiträgen wie Fähigkeiten und Ressourcen wird ebenfalls ermutigt und mit dem Bedarf des Gärtner*Innen-Kollektivs abgeglichen. Diese verbindlichen Zusagen monetärer und nicht-monetärer Art sowie andere Punkte (Entscheidungsfindung, Ausstiegsgründe, Scheiterkriterien, gemeinsame Übernahme von Verantwortung und Risiko, Kommunikation etc.) werden in der sogenannten Gründungsvereinbarung jährlich schriftlich und verbindlich festgehalten und unterschrieben. Das zuvor beschriebene Budget wird mit diesen freiwilligen finanziellen Beiträgen gedeckt, woraufhin der genaue Bedarf an Gemüse abgefragt wird und mit der Produktion des Gemüses begonnen wird.

Die Ernte wird der Gemeinschaft von Begärtnerten in Depots frei zur Verfügung gestellt. Die Verteilung vor Ort organisiert die Gemeinschaft je nach den individuellen Bedürfnissen. Es gibt keine genormten „Gemüsekisten“, sondern jede*r nimmt, was gebraucht wird. Ein weiteres Mitwirken am Projekt durch Mitarbeit, Erntesicherung/Einmachen und das Einbringen von weiteren Fähigkeiten steht den Mitgliedern frei, ist aber erwünscht und wird gemeinsam organisiert. Voraussetzung fürs Mitmachen ist es aber nicht.

Durch dieses Experiment sollen kapitalistische Prinzipien in unserem Verhältnis zueinander überwunden und transformiert werden:

Freiwilliges Beitragen und Schenken statt Tausch, Wert, Ware

  • Niemand muss, alle können nach ihren Fähigkeiten (u.a. finanziell) beitragen.
  • Bedürfnisse werden erhoben und ihnen entsprechend wird produziert. Daher werden den Leuten keine Waren mehr vor die Füße geschmissen, für die sie dann doch bitte auch ein Bedürfnis haben sollen; sondern Bedürfnisse werden formuliert und die Produktion dafür wird selbst organisiert.
  • Die Produkte haben keinen Tausch- bzw. Geldwert. Damit werden Dinge nicht abstrakt gleichgesetzt wie im Kapitalismus: Alles, was 1 Euro kostet, ist gleich viel „wert“. Alles, was nix kostet, ist nix „wert“.
  • Daher entfällt Geld als primäre Wertschätzung und es kann mit neuen Formen der Wertschätzung experimentiert werden; durch Worte, Gesten und vor allem gegenseitige Verantwortung.

Freies Tätigsein statt abstrakter Arbeit in Konkurrenz

  • Tätigkeit wird zu Arbeit und Arbeit zur Last, wenn unsere Produkte auf dem Markt einen Wert erzielen müssen oder wir primär für einen Lohn arbeiten.
  • In unserem Projekt müssen wir beides nicht: Wir liefern keine normierten Waren und unsere finanziellen Bedürfnisse werden von vornherein abgedeckt.
  • Daher können wir Anbauweise und Arbeitsabläufe frei bestimmen, um unsere und die Bedürfnisse anderer Menschen zu befriedigen.
  • Dies eröffnet Reflektionsräume über Hierarchien und gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse im alltäglichen Umgang miteinander.
  • Kommt es zu Problemen, lösen wir diese nicht wie in der Gesellschaft der Vereinzelten mit dem Ellenbogen und dem „Ausschalten von Konkurrenten“ sondern durch kollektive Lösungsfindung.
  • Die Rotation im Gärtner*Innen-Kollektiv führt dazu, dass sich jedes Jahr eine neue Gruppe durch dieses Konzept in verschiedenster Weise ermächtigen kann und dann mit diesem Wissen als Multiplikator*In in die Welt zieht.

… und die Herausforderungen

Soweit so gut. Angemerkt sei an dieser Stelle vielleicht, dass wir mit unserem Projekt allerdings deutlich weiter gehen als viele, viele andere Projekte Solidarischer Landwirtschaft in Deutschland und die folgenden Überlegungen erstmal allein auf unser Projekt zutreffen und nicht zwangsläufig auf „Solidarische Landwirtschaft“ allgemein [3].

Also: An welche Grenzen stoßen wir mit unserem Projekt?

Politische Überfrachtung. Viele unserer Begärtnerten wollen einfach nur einen Bezug zu ihrem Essen, eine regionale, ökologische Landwirtschaft unterstützen und Kontakt zu den Produzierenden. Das Erreichen und die Weiterentwicklung der hier erwähnte politischen Ansprüche ist nicht das Ziel ihrer Mitwirkung. Diese Beteiligung allein allerdings ist schon ein großer Beitrag. Denn „allein“ mit ihrer Unterstützung ermöglichen sie viele der oben beschriebenen Aspekte.

Transparenz der Beiträge. Wie schaffen wir es, dass alle wirklich das geben, was sie können? Im Moment sind die monetären Beiträge nur für das Gärtner*Innen-Kollektiv einsichtig. Doch sollte es für alle am Projekt Beteiligten transparent sein, was die anderen beigetragen haben? Oder sollten diese Informationen anonym bleiben? Welche Rolle spielen hier sozialer Druck und unterschiedliche Privilegien der Beteiligten? Wer wird damit sichtbar gemacht (diejenigen die wenig gegeben haben?) und wer bleibt unsichtbar (diejenigen die hätten mehr geben können?)? Wann und wo reproduzieren wir Chauvinismus und Klassismus?

Verinnerlichter Kapitalismus. Auch wenn die äußeren Zwänge zur Verwertung wegfallen, halten wir „kapitalistische Verhaltensweisen“ zwischen uns weiter aufrecht. Also müssen wir im Projekt bewusst Räume schaffen, um uns diese Dynamiken bewusst zu machen: um z.B. unüberlegte Gerechtigkeitsbegriffe („alle kriegen und arbeiten gleich viel“), normierte Arbeit und Arbeitszeit („ein Arbeitstag hat 8 Stunden“) und Selbstaufopferung für das Projekt zu reflektieren. [4]

Geschlechterverhältnisse. Ähnlich steht es um patriarchale Verhaltensmuster, die immer wieder reproduziert werden. Immer wieder muss bei uns bewusst die Gender-Brille aufgesetzt werden: Wer macht die Reproduktionsarbeit, für die auf dem Acker Tätigen? Wer hält das Projekt sozial zusammen? Wer verrichtet welche Arbeiten auf dem Acker? Gibt es Räume für geschlechtsspezifische Ermächtigung und Reflektion von Privilegien oder gehen diese mal wieder im stressigen Landwirtschaftsalltag unter?

Lustprinzip und Verantwortung. Das Ziel der Ernährungsautonomie bringt auch das Laster der Verantwortung mit sich. Wir haben Menschen zugesagt sie für ein Jahr lang zu versorgen und diese Erwartung steht erst einmal, weil wir der Marktlogik mit ihrer Unverbindlichkeit, Beliebigkeit und Flexibilisierung etwas entgegen setzen wollen. Das kann bedeuten bei -20 Grad Grünkohl ernten statt Tee schlürfen oder bei +35 Grad bewässern statt in den See hüpfen. Gleiches gilt für richtige Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt, um der Verantwortung der Bodenfruchtbarkeit gegenüber gerecht zu werden. Diesen Notwendigkeiten wollen wir uns bewusst stellen, weil mit ihnen emanzipatorisch umzugehen ein wichtiger Teil antikapitalistischer Praxis ist. Aber irgendwann ist Schluss. Ganz klar. Doch wann und für wen? Wem ist was wichtig? Wer kann gut Nein sagen und wer nicht? Wer kennt seine Grenzen? Wer hat Schwierigkeiten sie zu respektieren und sie durchzusetzen? Für sich eine Balance zu schlagen zwischen Lustprinzip und Verantwortung ist keine einfache Herausforderung.

Vom Projekt leben. Wir haben uns von Beginn an dafür entschieden, dass die Kollektivstas möglichst vom Projekt leben sollen können, um sich nicht anderswo verdingen zu müssen und von Existenzängsten befreit zu sein. Eine unrepräsentative Umfrage unter ehemaligen Gärtner*Innen hat ergeben, dass ein höherer Bedarfslohn (oder der Lohn überhaupt) nicht ein Mehr an Druck mit sich bringt. Vielmehr ist es die Versorgungszusage den Begärtnerten gegenüber, die ein Pflichtgefühl hervorruft. Allerdings spielt die verinnerlichte kapitalistische Logik von: “Ich muss erst arbeiten damit ich Leben darf.“ weiterhin eine große Rolle. Der Schritt von dorthin zu: “Ich habe ein Recht auf gutes Leben! Jenseits meines Tuns!” scheint ein großer zu sein und hat nicht zuletzt viel mit Selbstwert und Selbstsicherheit zu tun. Eigenschaften die ungleich in der Gruppe verteilt sind. Dies führt mithin zu unterdurchschnittlichen Löhnen, die dann durch Initiativen der Begärtnerten zwangserhöht werden müssen, weil sich das Kollektiv diese nicht freiwillig zuspricht. Auch hier also wieder die Frage: Wie schaffen wir es, dass sich die Gärtner*Innen das nehmen, was sie brauchen?

„Ich muss erst arbeiten damit ich Leben darf.“[…] „Ich habe ein Recht auf gutes Leben! Jenseits meines Tuns!“

Aneignung von Produktionsmitteln. Wie gelangen wir an Hof, Land und Produktionsmittel? Zurzeit sind wir auf den guten Willen des Pächters angewiesen, der uns all dies zur Verfügung stellt. Aber auch bei uns macht mangelnde Infrastruktur die landwirtschaftliche Arbeit zeitweise ziemlich unattraktiv. Hier gilt es ehrlich mit sich zu sein und Netzwerke zu nutzen, Infrastruktur kollektiv instand zusetzen und eventuell auch das notwenige Kapital zu mobilisieren, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Anschließend gilt es diese Ressourcen auch formal zu entprivatisieren und für den Zweck der Nicht-Kommerzialität langfristig zu sichern.

Grenzen der Entmonetarisierung. Mittelfristig können wir zwar versuchen weitgehend autonom zu produzieren (eigene Verarbeitung, Treibstoffe etc.), aber solange unser Projekt auf finanzielle Beiträge von außen angewiesen ist (für Diesel, Saatgut, Lebensunterhalt etc.), basiert es in zweifacher Hinsicht auf kapitalistischer Verwertung: Nämlich auf dem Geld aus verwerteter Arbeitskraft der Begärtnerten, dass dann wiederum ausgegeben wird für den Einkauf kapitalistischer Erzeugnisse (Diesel, Saatgut etc.).

Fehlende Selbstorganisation. Leisten Leute in unserem Projekt „ehrenamtliche“ Arbeit, dann konkurriert diese mit ihrer Lohnarbeits- oder Freizeit. Unter anderem deshalb mangelt es oft an Selbstorganisation bei den Begärtnerten. Hier gilt es transparent zu machen, was Menschen brauchen, um sich aktiv einbringen zu können und diese Grundlage zu schaffen, um Partizipation zu ermöglichen.

Zugang zu den begrenzten nicht-warenförmigen Gütern. Die Menge an Gütern (in unserem Fall Gemüse), die wir an Menschen abgeben können, ist durch die Kombination von zur Verfügung stehendem Land und Anbaumethoden begrenzt. Hier drängt sich die Frage auf, wer dann Zugang zu diesen begrenzten Gütern bekommt. Klar liegt es auf der Hand bei entsprechender Nachfrage neue Projekte zu starten. Allerdings mag dies nicht immer möglich sein. Im Moment lösen wir das traditionalistisch. Diejenigen, die schon letztes Jahr dabei waren und die, die am schnellsten zuschlagen, kriegen Zugang. Aber bräuchte es nicht einen horizontalen Aushandlungsprozess darüber?

Projektinterne Kommunikation. Um allseitige Empathie zu schaffen, braucht es Kommunikation und Transparenz. Rein elektronische Medien haben sich hier als nicht ausreichend entpuppt. Es braucht regelmäßige direkte, physische Treffen (in unserem Fall z.B. Liefercafés mit Gärtner*Innen und Begärtnerten an den Abholtagen).

Prozess- und/oder Zielorientierung. Es kann bei uns zu Situationen kommen, in denen das Ziel (Ernährungsautonomie) mit einem zweifelhaften Prozess erreicht wird (Selbstaufopferung). Oder umgekehrt, dass bei zu viel Prozess niemand mehr mit Gemüse versorgt werden kann. Da hier die persönlichen Wahrnehmungen und Prioritäten der Beteiligten unterschiedlich sind, gilt es darauf acht zu geben, an welcher Stelle sich das Projekt auf diesen beiden Skalen (Prozess- und Zielorientierung) bewegt und wie sich Menschen damit fühlen: Sowohl die Begärtnerten als auch die Kollektivistas. Woran messen wir den Erfolg unseres Projektes? Wann scheitern wir? Eine Perspektive wäre also, schon vor Beginn des Anbaujahres in der Gründungsvereinbarung gemeinsam zu priorisieren, welche Aspekte des Projektes welchen Stellenwert in der kommenden Saison haben sollen. Damit hätte das Gärtner*Innen-Kollektiv dann eine Grundlage für ihr alltägliches Handeln zur Verfügung.

Wissenshierarchien und Professionalität. Fast jedes Jahr treffen bei uns „Fachmenschen“ mit Menschen ohne viel praktischem Vorwissen zusammen: Wie fühlen sich also „fachfremde“ Kollektiv-Mitglieder in einem von „Profis“ dominierten Produktionsprozess? Wie fühlen sich die Fachmenschen, also Landwirt*Innen und Gärtner*Innen, in einem Haufen tatenhungriger Landwirtschafts-Dilettant*Innen die gleichberechtigt mitbestimmen wollen? Und wer will überhaupt wie stark involviert sein, kommt mit welcher Motivation und will welche Verantwortungen übernehmen? Und welche Rolle spielt „Professionalität“ in unserem Projekt? Diese Fragen haben sowohl zu vielen Konflikten wie auch dem mannigfaltigen Abbau von Wissenshierarchien geführt. Bisher allerdings gab es niemanden, die*der unsere Arbeitsteilung (Gärtner*Innen und Begärtnerte) grundsätzlich in Frage gestellt hat. Dennoch gibt es immer wieder kollektiv-interne Debatten um Mechanisierung, Effizienz und die Optimierung von Arbeitsprozessen. Von Fall zu Fall werden diese entsprechend der Bedürfnislage der Gruppe entschieden. Dennoch sollte man wachsam bleiben bei der Durchsetzung einer bestimmten Norm, wie Dinge zu tun sind.

Wie fühlen sich die Fachmenschen, also Landwirt*Innen und Gärtner*Innen, in einem Haufen tatenhungriger Landwirtschafts-Dilettant*Innen die gleichberechtigt mitbestimmen wollen?

Subkulturalisierung. Unser Projekt reicht oft nicht über eine bestimmte Szene, ein bestimmtes Milieu hinaus. Dominant sind weiße Menschen mit bildungsbürgerlichem Hintergrund. Formal gibt es zwar oft wenige oder gar keine Zugangsbeschränkungen, aber wer erfährt von dem Projekt? Welche Informationen gelangen wohin? Und wie offen und einladend sind unsere Räume wirklich für Menschen aus anderen Milieus? Wie können wir unsere Projekte attraktiv und relevant machen für Menschen, die “eigentlich andere Probleme haben”? Wie kann eine Zusammenarbeit mit z.B. Erwerbslosen und selbst organisierten Geflüchteten aussehen?

Rotationsprinzip und Projektentwicklung. Unser Projekt war nie auf ein Rotationsprinzip angelegt und doch haben wir uns über die Jahre immer bewusster dafür entschieden. Denn es ermöglicht einen Ermächtigungsprozess für eine Vielzahl von Menschen. Dieser Prozess ist uns zurzeit wichtiger als eine schnellstmögliche Weiterentwicklung des Projektes was landwirtschaftliche Praxis und Infrastruktur angeht. Jedes Jahr wird zwar ein Handbuch mit Erfahrungen für die kommende Generation geschrieben, aber trotzdem wäre das Projekt diesbezüglich sicherlich „weiter“, wäre es die letzten Jahre von der gleichen Personengruppe betrieben worden. Und das obwohl einige ehemalige Kollektivistas dem Gesamtprojekt für einige weitere Jahre treu waren. Sie regen nämlich häufig eher soziale Reflektion und Innovation an als weiter praktisch involviert zu sein.

Voneinander lernen

Es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen NK-Projekten und dem Ansatz, den wir umsetzen. Es kann also nicht darum gehen nach dem „einen” richtigen Konzept zu suchen. Vielmehr ermöglicht die Vielfalt an post-kapitalistischen Ansätzen ein Mitwirken ganz unterschiedlicher Charaktere an Projekten, die ihren ganz eigenen Bedürfnissen entsprechen. Dennoch stellt sich immer wieder die Frage, mit welchen Ansätzen welche Logiken überwunden werden können; und welche nicht. In diesem Sinne sollen die oben formulierten Erfahrungen, Reflektionen im eigenen Projekt anregen. Das Nachdenken darüber also inwieweit mit der eigenen Praxis tatsächlich über die kapitalistische Vergesellschaftung hinausgewiesen wird. Für dieses Nachdenken bleiben ein Austausch und eine kontinuierliche Vernetzung unersetzbar.

Gesammelte Texte zum Projekt unter

http://keimform.de/author/jhc/

Fußnoten

Autor*innenbeschreibung:

Ich habe das Projekt mit gegründet, wohne vor Ort und war ein Jahr lang teil des GärtnerInnen-Kollektivs. Seit dem verspeise ich das Gemüse und leiste nicht-gärtnerische Beiträge um das Projekt weiter zu entwickeln. Der Artikel stellt meine persönliche Perspektive auf das Projekt dar und entspricht nicht der Meinung der Gesamtgruppe.

Kategorien: Commons, Praxis-Reflexionen

Tags: , ,

12. Februar 2016, 14:42 Uhr   0 Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare...

Schreibe einen Kommentar