Auf der Suche nach dem Neuen im Alten

Artikel vom Januar 2016

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Propaganda der Tat – Verschenkemarkt

[alle Texte der Broschüre „ich tausch nicht mehr – ich will mein Leben zurück“]

Cover der Broschüre "ich tausch nicht mehr - ich will mein Leben zurück"Seit mehren Jahren veranstalten der Projektehof Wukania und die Lokale Agenda 21 in Biesenthal einen „Verschenkemarkt“. Mehrere hundert Menschen aus Biesenthal und Umgebung drängen sich um die Tische mit Büchern, Spielzeug, Klamotten, Geschirr und Haushaltsgegenständen. Die Szenerie ähnelt sehr einem Trödelmarkt. Der wesentliche Unterschied erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Es wird nichts gekauft, nichts verkauft. Keine Münzen, keine Geldscheine wechseln die BesitzerIn. Selbst am Kaffee- und Kuchenstand gibt es alles umsonst. Einen Nachmittag lang die Utopie aufscheinen lassen.

Das Prinzip ist ganz einfach. Menschen bringen Sachen mit, die sie nicht mehr brauchen, aber die zu schade zum Wegwerfen sind und treffen dann auf Menschen, die genau diese Sachen gebrauchen können und mitnehmen. Dabei wird nichts getauscht oder aufgerechnet.

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Kategorien: Commons, Praxis-Reflexionen

5. Januar 2016, 14:13 Uhr   Kommentieren

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nk und die Rettung der Welt

Versuch einer poststrukturalistischen Polemik
– ein Appell –

[alle Texte der Broschüre „ich tausch nicht mehr – ich will mein Leben zurück“]Cover der Broschüre "ich tausch nicht mehr - ich will mein Leben zurück"

PROLOG: In den Wald hinein rufen

Ich habe noch nie erlebt, dass es so aus einem Wald herausschallte wie ich hineinrief. Für gewöhnlich kommt aus dem Wald immer dasselbe zu Brei gemischte Brummen. Also gilt das zugrunde liegende Sprichwort[1] nur, wenn es als Imperativ angewendet wird: Rufe so (und nur so) in den Wald, wie es ohnehin schon herausschalllt.

Jetzt will ich zwei ein bisschen widersprüchliche Dinge behaupten: Erstens ist es dann ziemlich ungefährlich, also irgendwie egal, anders zu rufen (es kommt ja doch im Mittel das Mittel heraus); und zweitens ist es ziemlich wichtig, individuell abzuweichen, bestenfalls: wenn Alle anders rufen.

Den Wald fand ich als Kind übrigens gar nicht immer schön: Monokulturen von geradstämmigen Kiefern, aus denen schon aufgrund dem der Pflanzung zugrunde liegenden, quadratischen Punktraster nur ganz bestimmte Brummgeräusche zurückkommen konnten. Es wird also auch ein bisschen darum gehen, wie der Wald überhaupt so aussieht.

PRÄAMBEL die Weißheit mit Löffeln…

Der Text ist als Polemik gemeint. Also werde ich die ganze Zeit mit großen Worten um mich schmeißen (Herrschaft, Gesellschaft, Welt, Kapitalismus, . . .) ohne sie irgendwie zu definieren. Darüber hinaus ist es nur ein sehr kleiner Blick und als Beispiel kommt so richtig nur Kapitalismus als Herrschaftsstruktur vor. Das ist eigentlich viel zu verkürzt und lässt die Verwobenheit verschiedener Herrschaftsmomente ziemlich außer Acht. Ich selbst bin männlich, weiß, aus wohlhabenden Verhältnissen, wohne in Gebieten mit guter Netzabdeckung und schreibe alles in allem aus einer Perspektive, in der der Fokus auf dem Identifizieren und Abgeben von Privilegien liegt.

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Kategorien: Commons, Praxis-Reflexionen

2. Januar 2016, 14:29 Uhr   4 Kommentare