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Zum 1. Mai: Film gegen die Arbeitsreligion

In seinem Film »Frohes Schaffen — ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral« attaktiert Konstantin Faigle einen heiligen Gral: die Arbeit. Ganz unausgewogen, also mit einer deutlichen Haltung, nimmt er die Absurditäten der verrückten Arbeitsgesellschaft auf’s Korn. Ab morgen in deutschen Kinos. In einer Aspekte-Sendung wurde der Film vorgestellt:

Update: Im Casablanca Nürnberg gibt’s morgen, 2.5.2013, um 19:00 Uhr eine Premierenvorführung mit anschließender Podiumsdiskussion.

Kategorien: Arbeit & Freiheit, Medientipp

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1. Mai 2013, 06:52 Uhr   5 Kommentare

1 Torben (01.05.2013, 16:30 Uhr)

vllt ganz interessant dazu: eine schon ältere Gesprächsrunde auf ARTE zum Thema „Arbeit – Sinn des Lebens?“ klick

2 मनु (01.05.2013, 23:56 Uhr)

Druckbetankung statt Leistungsdruck!  😉 http://youtu.be/FTszc3NhYn8 Ehrgeiz ist die letzte Zuflucht des Versagers. Feierabend jetze.

3 3/2ano (05.05.2013, 09:22 Uhr)

Neues Mittelalter voraus!

4 Christian Siefkes (06.06.2013, 19:50 Uhr)

Ich habe mir den Film kürzlich im Kino angesehen und kann ihn definitiv empfehlen, allerdings nicht uneingeschränkt. Gut gelungen ist die Kritik an der Absurdität und Substanzlosigkeit der heute praktisch überall und von allen Parteien hochgehaltenen „Arbeit! Arbeit!! Arbeit!!!“ Ideologie. Diese wird als Ersatzreligion des Kapitalismus diagnostiziert, was es ganz gut trifft.

Schwach wird der Film hingegen (wie mein Vorredner schon angedeutet hat), wenn es um das Andeuten von Alternativen geht. Da klingt es so, als ob mit der Arbeit tendenziell auch die Industrialisierung über Bord geworfen soll. Gegenseitige Hilfe unter Nachbarn und viel Handarbeit (ist das keine Arbeit??) stellen aber noch keine gesellschaftliche Alternative dar — jedenfalls keine wünschenswerte.

Dabei wird in den argumentativen Beiträgen u.a. der beiden Wertkritiker Norbert Trenkle und Franz Schandl durchaus betont, dass das im Kapitalismus erreichte hohe Produktivitätsniveau eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass sowas wie ein „Ende der Arbeit“ heute denkbar ist. Leider scheinen diese theoretischen Anregungen beim Autor des Films nicht so recht angekommen zu sein.

Spaß macht der Film trotzdem 🙂

5 Christian Siefkes (18.05.2014, 13:28 Uhr)

Wer sich beeilt, kann den Film noch bis morgen in der ZDF Mediathek ansehen (via Streifzüge).

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