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Silke Helfrich: Vortrag zur Einführung in die Commons

Silke Helfrich, profilierteste Gemeingüter-Autorin im deutschsprachigen Raum, hat beim beim Forum Solidarische Ökonomie (2.-4.3.2012 in Kassel) eine sehr schöne Einführung in das Commons-Thema gegeben. Die folgende Aufzeichung des Vortrags und der Diskussion hat drei Teile. Teil 1:

=> Teil 2 (Vortrag und Diskussion)

=> Teil 3 (Diskussion)

Einige klitzekleine Anmerkungen (liebe Silke):

  • Tim Berners-Lee als »Erfinder des Internet« zu bezeichnen, ist sehr großzügig. Es stimmt insofern, als das für viele gilt Internet=WWW, denn Tim Berners-Lee ist Erfinder der WWW-Sprache HTML (1992) und des Übertragungsprotokolls HTTP (1991). Tatsächlich ist das Internet aber wesentlich älter (1969) und umfasst wesentlich mehr Dienste.
  • Freie Software ist nicht identisch Copyleft, sondern es gibt auch nicht wenige Freie Software-Lizenzen, die nicht das Copyleft-Prinzip (Weiterverbreitung unter gleichen Bedingungen) enthalten. Auch das GNU-Projekt weist darauf explizit in seiner Definition von Freier Software hin.
  • Nicht nur die Piraten und die Grünen oder die SPD, sondern tatsächlich auch die Partei Die Linke (PDL) interessiert sich für die Commons. Sicherlich ist es nicht »die Partei« als ganze, sondern einzelne Gliederungen, aber das gilt wohl für alle Parteien. Hier auf keimform.de finden sich viele Dokumente dazu. Ich stimme allerdings Silkes Bewertung zu, dass sich die PDL wegen ihrer staatszentrierten Politikkonzeption besonders schwer tut, den Blick zu weiten.

Das soll jetzt keine übertriebene Krittelei sein, denn ich kenne die Situation in Vorträgen, in denen auch ich zu Abkürzungen greife, wenn es um komplizierte Zusammenhänge geht — vor allem, wenn die Abkürzung gar nicht das Hauptthema ist (wie auch hier). Es sind eher ein paar zusätzliche Hinweise für Leute, sie sich die Videos anschauen.

Kategorien: Commons, Freie Inhalte, Medientipp

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24. März 2012, 07:15 Uhr   2 Kommentare

1 Silke (24.03.2012, 09:44 Uhr)

Lieber Stefan, danke! Ich komme ja nicht dazu, mein eigenes Zeug zu posten 🙂 Wir hängen in der Endphase der Redaktion des engl. Buches und ich schreibe fleißig Artikel, die Stück für Stück auf dem commonsblog erscheinen werden – soviel dazu. Danke für den Superservice hier!

Deine Anmerkungen: Ich kann mir grad gar nicht vorstellen, dass ich gesagt habe „gilt als Erfinder des Internets“. Ich erklär dann auch immer artig, dass damit html und http gemeint ist (aber grundsätzlich hast Du natürlich recht mit den Verkürzungen). Der andere Punkt: Auch korrekt. Die vielen Unterschiede zwischen den alternat. Lizenzen lasse ich an der Stelle alle aussen vor, manchmal wird es dann in der Diskussion zum Thema. Mir geht es ja hier nur um den Grundgedanken, die Definition von Nutzungsrechten mal grundsätzlich anders zu denken. Dritte Anmerkung: Danke für die Ergänzung. Habe neulich einen Vortrag bei der RLS gehalten, wo ich viel von den Diskussionen hier profitiert habe.

Viele Gruesse
Silke

2 Konkrete Utopie des Alter(n)s (II) « Philosophenstübchen-Blog (10.08.2012, 21:02 Uhr)

[…] – ich verbinde damit die Konzepte und Erfahrungen der sog. „Peer-Ökonomie“ auf Basis der „Commons“ (Gemeingüter). Diese Konzepte deuten auch an, dass das Ganze keine utopische Spinnerei ist, […]

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