Auf der Suche nach dem Neuen im Alten
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Mier und die neue Bedeutung von »Liquid Democracy«

Mier? Mier = Mate + Bier. Mier ist liquid, ganz offensichtlich. Aber democracy? Bei Mier kann man über die nächste Version, die nächste Brauung, mit entscheiden. Wie das geht mit Mate und Bier und Mier und Open Source und Liquid Democracy erklärt der folgende Film.

Mier steht unter der Lizenz CC-by-nc-sa. Steht auf jeder Flasche. Aber was heißt das? Ein kniffliger Fall.

Die Mier-Macher ermuntern dazu (siehe Video), das Rezept zu nutzen, es zu verändern und Bier zu brauen. Kein Problem, solange es nicht »kommerziell produziert« wird. Was aber heißt »kommerziell« in diesem Fall? Die CC-Lizenz bezieht sich genau genommen nur auf das Rezept, nicht auf das gebraute Bier. Damit sind wir in einer ähnlichen Problematik, die Christian schon einmal ausführlich am Beispiel von Computer-Hardware diskutierte.

Die Mier-Macher ahnen das wohl auch, weswegen ein »fairtrust« auf den Flaschen prangt. Der Appell: »Wer Mier vertickt, der zahle an uns einen Anteil, bitte«. Das klingt fair. Ist aber rechtlich nicht zwingend. Und überhaupt: Was ist dann noch der Unterschied zu einem beliebigen anderen Franchising-Produkt — fragt Sam Muirhead auf Shareable zurecht.

Noch grundsätzlicher: Wenn die NC-Bestimmung (»nicht kommerziell«) nicht wirklich funktioniert und außerdem aus CC eine unfreie Lizenz macht, wozu brauchen wir sie dann noch? Hierüber wird heftig gestritten. Die »Students for Free Culture« fordern, die unfreien Bestimmungen NC und ND (keine Weiterentwicklungen) ganz aus dem CC-Lizenz-Baukasten zu streichen. Andere laufen dagegen Sturm und argumentieren, dass NC und ND eine wichtige Einstiegsfunktion in CC weg vom alten »All Rights Reserved« haben. Der CC-Verein signalisiert Diskussionsbereitschaft, hat aber zunächst nichts entschieden.

Die Logik der Warenproduktion und der Commons prallen hier direkt aufeinander. Interessant, was Open Liquids so alles auslösen können.

Kategorien: Commons, Freie Hardware, Freie Inhalte

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16. September 2012, 06:24 Uhr   2 Kommentare

1 Krithika e Fabricio (18.09.2012, 13:22 Uhr)

We use the CC license and publish our recipes on the blog to share the knowledge special to people who like to brew DIY. The reason of the NC is that we are trying a decentralized build up of Mier and we prefer to make sure that the quality offered to consumers are according to our standards. We are not from software or hardware field but as long as we do not offer the name Mier as open-source, but as CC NC to protect the Name and also consumer. In this way they know what they are getting when purchasing such a drink. Regarding democracy, we did use a democratic concept including a liquid democratic tool in the beginning to define the taste of the Mier we offer in Berlin as well as of the first brews in Brazil. We strongly recommend the same to be done whenever the Mier is produced in other areas so that the taste would be adjusted to the local public. Other than TM Coca Cola that tastes always different we would appreciate it to give the voice to the local consumers.Cheers and Prost auf Mier!

2 Stefan Meretz (18.09.2012, 14:40 Uhr)

AFAIK you have use trademark law (Markenrecht) to force people asking you to use the mark »Mier«. CC-NC does not function that way. CMIIW.

CC generally base on copyright law (Urheberrecht) which is for texts, music etc., but not for the application of texts (recipes for instance). That’s why normal firms keep their recipes secret.

But anyway: cool project 🙂

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