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Eine Besetzung und eine Diskussion

In Wien hat sich eine Landbesetzung ereignet, in deren Verlauf ein 3 ha großes Gelände besetzt wurde, das einer landwirtschaftlichen Hochschule als Versuchsgarten diente und wegen der Pachtkosten und vielleicht auch des Desinteresses der Universität an die Bundesimmobiliengesellschaft zuirückgegeben werden sollte. Nach einer Woche wurde das Gelände nicht ganz friedlich geräumt, paradoxerweise weil Angriffsziel weniger die Besetzer als eine schon lange dort tätige Gruppe aus Universitätsangehörigen und lokalen Anwohnern war, die durch die Besetzung selbst eher überrumpelt waren, von der Universität aber so bequem mit „entsorgt“ werden konnten. Zwischen mir und Andreas Exner entspann sich eine Kontroverse über den Sinn solcher Besetzungen, die vielleicht über das Lokale hinaus einige allgemeine Problematiken anspricht.

„Am Morgen des 26. April kamen von der Universität für Bodenkultur beauftragte Securitys und forderten die Aktivist_innen auf, das am Tag des kleinbäuerlichen Widerstands, am 17. April, besetzte Gelände in Wien Jedlersdorf zu verlassen. Eigentlich wollten die Besetzer_innen der Aufforderung Folge leisten. Als dann aber mit Kettensägen und Baggern begonnen wurde, die Gemeinschaftsgärten des einstigen Boku-Vorzeigeprojekts „Großstadtgemüse“, die in jahrelanger Arbeit von Studierenden und Personen aus der Umgebung aufgebaut und gepflegt worden waren, zu zerstören, versuchten Besetzer_innen einzugreifen. Sie bildeten Blockaden, die von Securitys gewaltsam aufgelöst wurden. Die Polizei beobachtete die Gewaltanwendungen, griff aber nicht ein. Gegen Mittag verließen die letzten Besetzer_innen das Gelände, nachdem sie so viel Setzlinge wie möglich in Sicherheit gebracht haben. Währenddessen riss ein Bagger Gewächshäuser und Bauwägen buchstäblich in der Luft, wurde unter Berufung auf einen Auftrag der Universität für Bodenkultur (!!) soviel wie möglich an Gartenfläche, Pflanzen und Beeten zerstört.“

Ein Blogeintrag von mir

http://transitionaustria.ning.com/profiles/blogs/fehler-korrigieren-bevor-ihre-konsequenzen-schmerzhaft-erfahren-w

führte zu einer Kontroverse, die sicher zu interessanten Antworten herausfordert:

http://transitionaustria.ning.com/profiles/blogs/warum-besetzung-solila-und-die-vielen-schichten-einer-h-chst

Kategorien: Feindbeobachtung, Praxis-Reflexionen

27. April 2012, 16:02 Uhr   1 Kommentar

1 Eine Besetzung und eine Diskussion — keimform.de | Claudia Troßmann & her daily Snippets (01.05.2012, 08:33 Uhr)

[…] Eine Besetzung und eine Diskussion — keimform.de. This entry was posted in Welt and tagged Bodenkultur, Landbesetzung, Landwirschaft, […]

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