Auf der Suche nach dem Neuen im Alten
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Mobile P2P-Kommunikation

Es ist der logisch nächste Schritt: Nachdem wir alle über das aufgespannte Wabennetz der Telkos mobil telefonieren, wird es Zeit, auch in diesem Bereich die Intermediaries zu ersetzen, denn sie sind auch nicht immer verfügbar — etwa in Katastrophenfällen oder in Regionen, in denen es keine Mobiltelefonie gibt.

Die alten, dummen Handys sind dafür nicht geeignet, neue mit WiFi ausgestattete Smartphones schon. Das Serval-Projekt liefert dafür die Software (zunächst für Android). Serval funktioniert im Prinzip wie das Freifunk-Projekt: lokale WLAN-Stationen bilden ein vermaschtes Netzwerk, in dem die Daten fließen — NUR: statt WLAN-Stationen sind die Handys direkt miteinander vernetzt. Das ist doch ein schönes neues Spielfeld für Hackerspaces 😉

Hier die deutsche Übersetzung des Textes der Homepage des Projektes:

Kommuniziere überall, zu jeder Zeit … ohne Infrastruktur, ohne Sendemasten, ohne Satelliten, ohne WiFi-Hotspots und ohne Carrier. Nutze die handelsüblichen Mobiltelefone. Nutze deine bestehende Handy-Nummer wo auch immer du bist und bezahle nie wieder Roaming-Gebühren.

Kommunikation sollte nicht nur für die Glücklichen da sein — Kommunikation sollte für alle frei verfügbar sein, denn wir denken, dass Kommunikation ein Menschenrecht sein sollte.

Serval ermöglicht mobile Kommunikation, egal wie deine Umstände sind: mobile Kommunikation angesichts einer Katastrophe, angesichts von Armut, angesichts von Isolation, angesichts von Unruhen oder angesichts von Netzwerkausfällen. Kurz, Serval bietet eine stabile Mobilkommunikation für alle Menschen im Universum.

Die Serval-Technologie überbrückt die digitale Spaltung. Wir haben bewiesen, dass es möglich ist mit Hilfe von Open-Source-Technologien eine mobile Kommunikationsplattform zu schaffen, die jedem nutzt, für alle Zeit, und die die Art der Telekommunikation für immer verändert.

Hier ein Vortrag von Paul Gardner-Stephen auf der Linux-Conf in Brisbane, Australien, im Januar 2011: The Serval BatPhone: Making Mesh Mobile Telephony Practical, Anywhere, Any Time

Kategorien: Freie Software

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16. Februar 2011, 11:02 Uhr   7 Kommentare

1 Traumsinner (17.02.2011, 11:43 Uhr)

kling sehr spannend, kann man das irgendwie berechnen wieviel leute man im umkreis von ca 10 Kilometer haben muss das jeder mit jedem Kommunizieren kann ?  10 Kilometer wäre jetzt eine mittelgrosse stadt und umgebung  zumindest in österreich 🙂

2 Benni Bärmann (17.02.2011, 11:47 Uhr)

Das größere praktische Problem ist wohl momentan der Stromverbrauch. Die Smartphones rauchen ihren Akku in sehr wenigen Stunden leer, wenn sie als WLAN-Relay eingesetzt werden. Man will das also nicht dauerhaft anlassen. Damit ist man dann im Wesentlichen doch wieder auf stationären Freifunk reduziert.

3 TraumSpinner (18.02.2011, 20:00 Uhr)

@Benni  hehe ja und auf den solarhandys wird sicher kein stromfresser wie android drauf sein 😀

dennoch würde es ja eigenlich reichen wenn jeder nur dann routet wenn er selbst gerade surft.. zumindest wenn man davon ausgehen würde das jeder der ein handy hat auch diese funktion nutzt .. das wäre ja bei mir im wohnhaus dann schon über 100 Handys im umkreiss von 200 m 😉   da muss dann nicht jeder immer routen damit das klappt ..   (thoretisch halt. )

4 Sammelmappe (18.02.2011, 20:54 Uhr)

Ja, Kommunikation sollte für alle da sein. Das wäre schön.

5 Sammelmappe » Blog Archive » Kommunikation ist Menschenrecht (18.02.2011, 20:57 Uhr)

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