<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
		>
<channel>
	<title>Kommentare zu: Digital ist besser?</title>
	<atom:link href="http://keimform.de/2010/digital-ist-besser/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://keimform.de/2010/digital-ist-besser/</link>
	<description>Auf der Suche nach dem Neuen im Alten</description>
	<lastBuildDate>Wed, 23 May 2012 05:33:33 +0000</lastBuildDate>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.2</generator>
	<item>
		<title>Von: Fail</title>
		<link>http://keimform.de/2010/digital-ist-besser/#comment-17836</link>
		<dc:creator>Fail</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 20:04:46 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.keimform.de/?p=2679#comment-17836</guid>
		<description>&quot;Wie aber die [demokratische] strategische Planung und der [demokratische] Makroplan mit den demokratischen Voten am Markt zusammengehen, wollte sich uns auch nach intensivem Nachdenken nicht erschließen.&quot; Hättest du mal besser intensiv gelesen. Kaufverhalten ist gedacht als Feedback für detaillierte kurzfristige Anpassungen, die Abstimmung über den Makroplan ist gedacht für die Festlegung der langfristigen Entwicklung (letzteres ist allerdings eher vage beschrieben).

&quot;Problem von (nicht entlohnter) Hausarbeit wird als solches nicht überhaupt nicht erkannt.&quot; Das wird bereits im ersten Kapitel angesprochen: http://ricardo.ecn.wfu.edu/~cottrell/socialism_book/new_socialism.pdf

Die Kritik scheitert bereits daran, die Autoren-Meinung zu paraphrasieren.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Wie aber die [demokratische] strategische Planung und der [demokratische] Makroplan mit den demokratischen Voten am Markt zusammengehen, wollte sich uns auch nach intensivem Nachdenken nicht erschließen.&#8221; Hättest du mal besser intensiv gelesen. Kaufverhalten ist gedacht als Feedback für detaillierte kurzfristige Anpassungen, die Abstimmung über den Makroplan ist gedacht für die Festlegung der langfristigen Entwicklung (letzteres ist allerdings eher vage beschrieben).</p>
<p>&#8220;Problem von (nicht entlohnter) Hausarbeit wird als solches nicht überhaupt nicht erkannt.&#8221; Das wird bereits im ersten Kapitel angesprochen: <a href="http://ricardo.ecn.wfu.edu/~cottrell/socialism_book/new_socialism.pdf" rel="nofollow">http://ricardo.ecn.wfu.edu/~cottrell/socialism_book/new_socialism.pdf</a></p>
<p>Die Kritik scheitert bereits daran, die Autoren-Meinung zu paraphrasieren.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: RTFM! &#187; Blog Archive &#187; Aus der virtuellen Nachbarschaft N° 10</title>
		<link>http://keimform.de/2010/digital-ist-besser/#comment-17815</link>
		<dc:creator>RTFM! &#187; Blog Archive &#187; Aus der virtuellen Nachbarschaft N° 10</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 11:26:56 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.keimform.de/?p=2679#comment-17815</guid>
		<description>[...] Guido auf keimform.de. Es geht um das Buch von W. Paul Cockshott und Allin Cottrell &#187;Utopie eines zentralistischen [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Guido auf keimform.de. Es geht um das Buch von W. Paul Cockshott und Allin Cottrell &raquo;Utopie eines zentralistischen [...]</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: StefanMz</title>
		<link>http://keimform.de/2010/digital-ist-besser/#comment-17798</link>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 08:45:02 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.keimform.de/?p=2679#comment-17798</guid>
		<description>&lt;p&gt;Danke, Wolf, für deine Ergänzung, die inhaltlich tatsächlich bestätigt, was hier schon diskutiert wurde.&lt;/p&gt;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Danke, Wolf, für deine Ergänzung, die inhaltlich tatsächlich bestätigt, was hier schon diskutiert wurde.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Wolf Göhring</title>
		<link>http://keimform.de/2010/digital-ist-besser/#comment-17783</link>
		<dc:creator>Wolf Göhring</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Feb 2010 21:04:56 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.keimform.de/?p=2679#comment-17783</guid>
		<description>Hi, 

eure kritik teile ich.

Vor 4 jahren hatte ich einen laengeren streitigen dialog mit Helmut Dunkhase, dem herausgeber der deutschen fassung von C&amp;Cs &quot;sozialismus ex machina&quot;, wie ich das ganze nenne.  Meine damaliges resumee sei hier - unveraendert - publiziert:

Die kritik von C&amp;C an den sozialistischen laendern teile ich weitgehend. Die kritik an der repraesentativen demokratie hat manches fuer sich, qualifiziert diese form aber ab. Der bezug auf aristoteles scheint mir etwas weit hergeholt und idealisierend. In der politeia findet man auch anderes, sowohl - fast woertlich - schroeders politik der mitte als auch: &quot;Zur Erhaltung hat die Natur Führer und Gefolge bestimmt. Denn wer klug vorausschauen kann, den hat die Natur zum Führer und Herrn  bestimmt, wer mit seiner Hände Arbeit die Befehle ausführen kann, zum Gehorchen und Knecht.&quot; (Aristoteles, Politik, Buch I, 1252a, Die Lehrschriften, herausgegeben, übertragen und in ihrer Entstehung erläutert von Dr. Paul Gohlke, Ferdinand Schöningh, Paderborn 1959) (Meiner kenntnis nach flog Aristoteles 3mal aus Athen raus, beim 3. exil starb er. Ansonsten gings in Athen zur zeit der &quot;demokratie&quot;, anders als C&amp;C suggerieren, nicht nur golden, sondern blutig klassenkaempferisch zu.) Die chinesischen volkskommunen kommen mir auch etwas gut weg. (Was machte jemand, der viel gearbeitet hatte, mit dem hohen anteil an der ernte? In der naechsten stadt den persoenlichen ueberschuss verhoekern? Oder sich einen dicken wanst anfressen? Ueber das, was sie in der kulturrevolution taten, sprechen die heute alt gewordenen lieber nicht, wie mir kuerzlich nach einem besuch berichtet wurde.)

Bei C&amp;C klingt auch etwas von der kybernetik durch.

Ihre oekonomie hat aus meiner sicht so gut wie nichts mit Marx&#039; kritik an der warenform zu tun, wie sie auf den ersten 60 seiten von kapital I zu finden ist.  Sie weisen aber eine solche kritik in der deutschen fassung im anhang vehement zurueck. Sie kleben, wie ich meine, geradezu an A. Smith (und wohl auch an Ricardo). Deutlich wird das, dass sie geld fast woertlich wie Smith kritisieren und den arbeitswert fast wie smith als &quot;real price&quot; ansehen und per computer realsieren wollen. Smith erlaeutert die herausbildung von geld und dass der geldpreis (nominal price) in der praxis als variierender market price auftritt, der um den natural price gravitiert. Smith bleibt in den phaenomenen stecken, ohne eine begruendung liefern zu koennen fuer den unterschied von wert und preis. Vor allem bleibt ihm ebenso wie C&amp;C die dialektik fremd, die dahinter steckt. Somit scheint es durchaus machbar zu sein, wenn man nur will, geld durch arbeitsstundenzettel und einen grossen konsistenten plan ersetzen zu koennen. Der konsistent errechnete plan macht das &quot;higgling and bargaining on the market&quot; (Smith) ueberfluessig, somit kann der real price der natural price sein.

C&amp;C muessen sich mit sparen und kredit befassen, mit inflation, der man geeignet gegensteuert (Greenspan steuerte auch), mit aussenhandel mit regionen, die guenstigeren preis bieten, mit aussenhandelsueberschuessen. Es wird wie bei Smith die armee nicht in frage gestellt, es koennte wartimes geben, es bleibt beim national orientierten sozialismus, usw.

C&amp;C scheinen die pointe zu uebersehen, die Marx schon mit den ersten 4 worten von kapital I gegen Adam Smith&#039;s &quot;Wealth of nations&quot; beginnt: &quot;Der reichtum der gesellschaften, in denen kapitalistische produktionsweise herrscht, erscheint als eine ungeheure warensammlung, die einzelne ware als seine elementarform. Unsere untersuchung beginnt daher mit der analyse der ware.&quot; Smith startet hingegen seine &quot;inquiry into the nature and causes of the wealth of nations&quot; mit einem lob der arbeitsteilung. Sein beispiel ist aus D&#039;Alemberts Encyclopedie abgeschrieben, und vor dieser solls bereits der heilige Augustin gebracht haben: das herstellen von nadeln.

Die allgemeine crux scheint mir, dass die ersten 60 seiten von kapital I in der UdSSR als laengst ueberholte einfache warenproduktion abgetan wurden, dass man sich um diese analyse also nicht zu kuemmern brauche - und uebersieht das grundlegende. Austausch ist per se ein widerspruch: der, der ein produkt weggibt, kann es nicht gebrauchen (sonst gaebe er es nicht weg). Es hat keinen gebrauchswert fuer ihn. Umgekehrt hat es fuer den erwerber nur gebrauchswert, weil er es haben will (muss), um es zu gebrauchen. Umgekehrt ist die sicht auf den tauschwert. (Zwischenhandel hierbei ausser betracht). Marx formuliert dies praezis und brillant und erarbeitet in einer stringenten einheit von logischer und historischer entwicklung die konsequenzen - fuer Bernstein (ca. 1895) &quot;fallstricke der dialektischen methode&quot;!

Ich kann nicht erkennen, wo bei C&amp;C die dialektik der warenform im ansatz oder in keimform aufgehoben waere. Der allgemeine plan bringt das nicht, auch wenn in arbeitsstunden kalkuliert wird (&quot;oekonomie der zeit&quot;, Marx in den grundrissen): Denn das individuum produziert nur ein ding mit blick auf die stunden, die es erwirbt, nicht mit blick auf den gebrauchswert, denn es will dieses ding gar nicht gebrauchen, sondern das ding soll aufs allgemeine lager kommen. Umgekehrt holt man sich ein ding nur mit blick auf den gebrauchswert ab, weil man es gebrauchen will, und man muss, leider, auch einige stundenzettel abgeben.

Z.b.: &quot;There is clearly no guarantee that the planners will use the labour-time ‘freed’ by saving to gear up production of precisely those articles that the savers will, at some future date, prefer to consume. &quot; (C&amp;C, engl., s. 96) Entsprechendes auf den folgenden seiten zur liquiditaet der sparkasse.

Z.b.: &quot; All consumer goods are marked with their labour values ... But aside from this, the actual prices (in labour tokens) of consumer goods will be set, as far as possible, at market-clearing levels. &quot; (C&amp;C, engl., s.103) (Ich halte es nachgerade fuer eine frechheit, die aktuellen preise, die vom arbeitswert abweichen, noch mit der masseinheit &quot;labour token&quot; zu versehen. Fuer wie doof werden die leute gehalten? )

Z:b. &quot;The planners must work by trial and error...much as capitalistic firms with market power ...&quot; C&amp;C, engl., s. 107) Und wozu braucht man die planners noch?!

Z.b.: &quot;For these reasons, we should think of the consumer goods marketing algorithm as always moving towards the price = value condition, rather than achieving a static state with prices equal to values throughout. ... The point is that the current labour value of a commodity gives some guide to its probable long-run price.&quot; (C&amp;C,engl.,  s.107) Der preis gravitiert um den natural price, wie es Smith vor 230 jahren schon notiert hatte.

Der ganze widerspruch des austauschs ist da, wie von Marx am anfang des kapitals beschrieben, und dort schliesslich mit folgender fussnote versehen (MEW 23, s.102):

&quot;Danach beurteile man die pfiffigkeit des  kleinbuergerlichen sozialismus, der die warenproduktion verewigen und zugleich den &quot;gegensatz von ware und geld&quot;, also das geld selbst, denn es ist nur in diesem gegensatze, abschaffen will. Ebensowohl koennte man den papst abschaffen und den katholizismus bestehen lassen.&quot;

Diesen einwand lassen C&amp;C natuerlich nicht gelten, indem sie schreiben:

&quot;In einer ¨Okonomie hingegen, in der die Produktionsmittel unter oeffentlicher Kontrolle sind, wird die Arbeit direkt gesellschaftlich in dem Sinn, dass sie einem vorher aufgestellten Plan unterworfen ist. &quot; (C&amp;C, dt. s. 251)

a) &quot;Die arbeit wird einem vorher aufgestellten plan unterworfen&quot;, lese ich da. Werden die menschen, die die arbeit tun, dem plan &quot;unterworfen&quot;? Wenn ja, wie? Oder ist das eine allgemeine leerformel?

b) Was heisst hier &quot;direkt gesellschaftlich&quot;? Die kapitalistische produktion ist in der fabrik &quot;direkt&quot; gesellschaftlich, aber sie wird erst dadurch gesamtgesellschaftlich, dass die produkte aus der fabrik raus und unter die leute kommen, per austausch.

c) Die produkte der &quot;direkt gesellschaftlichen arbeit&quot; im sinne von C&amp;C gehen erst mal auf ein lager, wo man sich das abholt, was einem passt und was die arbeitszettel noch hergeben. Erst durch diese akte wird die vergangene arbeit nachtraeglich gesamtgesellschaftlich. Die arbeit, die in denjenigen produkten steckt, die liegenbleiben, ist beileibe nicht gesamtgesellschaftlich, schon gar nicht &quot;direkt gesellschaftlich&quot;.

Die formulierung von der &quot;direkt gesellschaftlichen arbeit&quot; ist nett, sie gibt meines erachtens aber nicht wider, was tatsaechlich los waere. Bei Marx heisst&#039;s im uebrigen &quot;unmittelbar&quot;. Warum nicht dieses wort verwendet wird, wenn&#039;s das gleiche sein soll, weiss ich nicht.

Die arbeit ist im modell von C&amp;C keineswegs &quot;unmittelbar gesellschaftlich&quot;, denn - technisch gesprochen - sind die konkrete herstellung eines dings und seine konkrete ingebrauchsnahme weitgehend entkoppelt (&quot;nebenlaeufig&quot;). Sie werden erst durch die hergabe von arbeitsgelt verbunden. Das hergegebene arbeitsgeld hat mit der aufgewendeten arbeit(szeit) zur herstellung des dings nichts zu tun. Die an beiden akten, der herstellung des erheischten dings und an der herstellung des den stundenzettzel liefernden dings beteiligten menschen bleiben sich prinzipiell fremd, weil sie nicht darauf angewiesen sind, den akt der weitergabe und erwerbung anders als ueber die hingabe aequivalenter stunden zu regeln. Wobei hinzukommt, dass nicht stunde gegen stunde, sondern stunde gegen etwas davon abweichendes getauscht wird.(Dass der hingegebene zettel vernichtet wird, zerstoert nicht die zirkulation, denn diese wird ueber den zentralen plan mit den (arbeitszeit-)rechnungen und buchungen wiederhergestellt.) Mit andern worten: das ist austausch mit allen konsequenzen! Kybernetistisch: Was man auf der seite der vermittlung zwischen konkreter produktion und konkreter ingebrauchsnahme nicht regelt, kann man auf der seite der produktion durch keine regelung ausgleichen. Oder bildlich: Ausgeschlagene achsschenkel kann man nicht durch noch so feine lenkbewegungen wegsteuern.

Fragen zur praxis der zettelwirtschaft (open ended):

Wer stempelt mir ab, dass ich soundsoviel stunden gearbeitet habe? Die stempeluhr? Ein chef? Die gruppe? Meine eigene zeitaufschreibung? Kann man ueberstunden kloppen? (Wir hatten mit viel stolz im betrieb die selbstaufschreibung sowohl der anwesenheitszeit als auch des zeitaufwands in einzelnen projekten durchgesetzt. Bei letzteren stellte sich bis zu meinem letzten arbeitstag die frage der abgrenzung der taetigkeit fuer eines der projekte a, b, c oder als &quot;gemeinkosten&quot;-taetigkeit etc.)

Wenn alle 35 h in der woche arbeiten, wozu dann individuelle arbeitszettel? Doch nur als konto, dass man soundsoviel ausgegeben hat. Aber dann hats fuer mich als individuum keine andere bedeutung als mein derzeitiges girokonto.

Was macht ein mensch, wenn er in dem 3-stufigen Stundenzettel-system auf die untere stufe runtergestuft wird? Kann er woanders hingehen, wo er sofort wieder auf der mittleren anfaengt? Wer stuft ein? Ein chef? Die gruppe? Ein komittee?

Kann man seinen job jederzeit frei waehlen? Kuendigungsfristen? Kann man rausfliegen, aus persoenlichen oder aus betrieblichen gruenden? Wenn die produktion bestimmter gueter runtergefahren wird, weil die nachfrage sinkt, was passiert mit den leuten? Sind sie fuer die zum ausgleich hochgefahrene produktion qualifiziert?

Ist die arbeit am plan eine mit direkten stundenzetteln bedachte arbeit oder alimentierte arbeit? Ist es arbeit, die sich auf die geplanten produkte bei deren herstellung uebertraegt oder nicht? Usw.

Wie ist es mit immigranten? Alle freiheit oder Schengen?

Wie wird der gebrauch von infrastruktur (telekom, strassen, bruecken, bahnen, schiffahrt, luftfahrt, strom, wasser, gas, sportplaetze, skipisten, theater, kino, deiche usw.) verrechnet? Spazierfahrt ueber eine teure bruecke, guetertransport ueber die gleiche bruecke?

Schiebung im kleinen und im grossen? Fuenfe gerade sein lassen? Anderes tun als geplant und als berichtet wird? Privatarbeit mit ausgemusterten maschinen, mit abgezweigtem material? Privathandel mit dem ausland? Schieber und spekulanten? Schwarzgeld? Staatsfeindliche umtriebe? Spione? (Ich befuerchte, dass ein solcher strafrechtskatalog geschaffen wird. W.G. feb. 2010)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hi, </p>
<p>eure kritik teile ich.</p>
<p>Vor 4 jahren hatte ich einen laengeren streitigen dialog mit Helmut Dunkhase, dem herausgeber der deutschen fassung von C&amp;Cs &#8220;sozialismus ex machina&#8221;, wie ich das ganze nenne.  Meine damaliges resumee sei hier &#8211; unveraendert &#8211; publiziert:</p>
<p>Die kritik von C&amp;C an den sozialistischen laendern teile ich weitgehend. Die kritik an der repraesentativen demokratie hat manches fuer sich, qualifiziert diese form aber ab. Der bezug auf aristoteles scheint mir etwas weit hergeholt und idealisierend. In der politeia findet man auch anderes, sowohl &#8211; fast woertlich &#8211; schroeders politik der mitte als auch: &#8220;Zur Erhaltung hat die Natur Führer und Gefolge bestimmt. Denn wer klug vorausschauen kann, den hat die Natur zum Führer und Herrn  bestimmt, wer mit seiner Hände Arbeit die Befehle ausführen kann, zum Gehorchen und Knecht.&#8221; (Aristoteles, Politik, Buch I, 1252a, Die Lehrschriften, herausgegeben, übertragen und in ihrer Entstehung erläutert von Dr. Paul Gohlke, Ferdinand Schöningh, Paderborn 1959) (Meiner kenntnis nach flog Aristoteles 3mal aus Athen raus, beim 3. exil starb er. Ansonsten gings in Athen zur zeit der &#8220;demokratie&#8221;, anders als C&amp;C suggerieren, nicht nur golden, sondern blutig klassenkaempferisch zu.) Die chinesischen volkskommunen kommen mir auch etwas gut weg. (Was machte jemand, der viel gearbeitet hatte, mit dem hohen anteil an der ernte? In der naechsten stadt den persoenlichen ueberschuss verhoekern? Oder sich einen dicken wanst anfressen? Ueber das, was sie in der kulturrevolution taten, sprechen die heute alt gewordenen lieber nicht, wie mir kuerzlich nach einem besuch berichtet wurde.)</p>
<p>Bei C&amp;C klingt auch etwas von der kybernetik durch.</p>
<p>Ihre oekonomie hat aus meiner sicht so gut wie nichts mit Marx&#8217; kritik an der warenform zu tun, wie sie auf den ersten 60 seiten von kapital I zu finden ist.  Sie weisen aber eine solche kritik in der deutschen fassung im anhang vehement zurueck. Sie kleben, wie ich meine, geradezu an A. Smith (und wohl auch an Ricardo). Deutlich wird das, dass sie geld fast woertlich wie Smith kritisieren und den arbeitswert fast wie smith als &#8220;real price&#8221; ansehen und per computer realsieren wollen. Smith erlaeutert die herausbildung von geld und dass der geldpreis (nominal price) in der praxis als variierender market price auftritt, der um den natural price gravitiert. Smith bleibt in den phaenomenen stecken, ohne eine begruendung liefern zu koennen fuer den unterschied von wert und preis. Vor allem bleibt ihm ebenso wie C&amp;C die dialektik fremd, die dahinter steckt. Somit scheint es durchaus machbar zu sein, wenn man nur will, geld durch arbeitsstundenzettel und einen grossen konsistenten plan ersetzen zu koennen. Der konsistent errechnete plan macht das &#8220;higgling and bargaining on the market&#8221; (Smith) ueberfluessig, somit kann der real price der natural price sein.</p>
<p>C&amp;C muessen sich mit sparen und kredit befassen, mit inflation, der man geeignet gegensteuert (Greenspan steuerte auch), mit aussenhandel mit regionen, die guenstigeren preis bieten, mit aussenhandelsueberschuessen. Es wird wie bei Smith die armee nicht in frage gestellt, es koennte wartimes geben, es bleibt beim national orientierten sozialismus, usw.</p>
<p>C&amp;C scheinen die pointe zu uebersehen, die Marx schon mit den ersten 4 worten von kapital I gegen Adam Smith&#8217;s &#8220;Wealth of nations&#8221; beginnt: &#8220;Der reichtum der gesellschaften, in denen kapitalistische produktionsweise herrscht, erscheint als eine ungeheure warensammlung, die einzelne ware als seine elementarform. Unsere untersuchung beginnt daher mit der analyse der ware.&#8221; Smith startet hingegen seine &#8220;inquiry into the nature and causes of the wealth of nations&#8221; mit einem lob der arbeitsteilung. Sein beispiel ist aus D&#8217;Alemberts Encyclopedie abgeschrieben, und vor dieser solls bereits der heilige Augustin gebracht haben: das herstellen von nadeln.</p>
<p>Die allgemeine crux scheint mir, dass die ersten 60 seiten von kapital I in der UdSSR als laengst ueberholte einfache warenproduktion abgetan wurden, dass man sich um diese analyse also nicht zu kuemmern brauche &#8211; und uebersieht das grundlegende. Austausch ist per se ein widerspruch: der, der ein produkt weggibt, kann es nicht gebrauchen (sonst gaebe er es nicht weg). Es hat keinen gebrauchswert fuer ihn. Umgekehrt hat es fuer den erwerber nur gebrauchswert, weil er es haben will (muss), um es zu gebrauchen. Umgekehrt ist die sicht auf den tauschwert. (Zwischenhandel hierbei ausser betracht). Marx formuliert dies praezis und brillant und erarbeitet in einer stringenten einheit von logischer und historischer entwicklung die konsequenzen &#8211; fuer Bernstein (ca. 1895) &#8220;fallstricke der dialektischen methode&#8221;!</p>
<p>Ich kann nicht erkennen, wo bei C&amp;C die dialektik der warenform im ansatz oder in keimform aufgehoben waere. Der allgemeine plan bringt das nicht, auch wenn in arbeitsstunden kalkuliert wird (&#8220;oekonomie der zeit&#8221;, Marx in den grundrissen): Denn das individuum produziert nur ein ding mit blick auf die stunden, die es erwirbt, nicht mit blick auf den gebrauchswert, denn es will dieses ding gar nicht gebrauchen, sondern das ding soll aufs allgemeine lager kommen. Umgekehrt holt man sich ein ding nur mit blick auf den gebrauchswert ab, weil man es gebrauchen will, und man muss, leider, auch einige stundenzettel abgeben.</p>
<p>Z.b.: &#8220;There is clearly no guarantee that the planners will use the labour-time ‘freed’ by saving to gear up production of precisely those articles that the savers will, at some future date, prefer to consume. &#8221; (C&amp;C, engl., s. 96) Entsprechendes auf den folgenden seiten zur liquiditaet der sparkasse.</p>
<p>Z.b.: &#8221; All consumer goods are marked with their labour values &#8230; But aside from this, the actual prices (in labour tokens) of consumer goods will be set, as far as possible, at market-clearing levels. &#8221; (C&amp;C, engl., s.103) (Ich halte es nachgerade fuer eine frechheit, die aktuellen preise, die vom arbeitswert abweichen, noch mit der masseinheit &#8220;labour token&#8221; zu versehen. Fuer wie doof werden die leute gehalten? )</p>
<p>Z:b. &#8220;The planners must work by trial and error&#8230;much as capitalistic firms with market power &#8230;&#8221; C&amp;C, engl., s. 107) Und wozu braucht man die planners noch?!</p>
<p>Z.b.: &#8220;For these reasons, we should think of the consumer goods marketing algorithm as always moving towards the price = value condition, rather than achieving a static state with prices equal to values throughout. &#8230; The point is that the current labour value of a commodity gives some guide to its probable long-run price.&#8221; (C&amp;C,engl.,  s.107) Der preis gravitiert um den natural price, wie es Smith vor 230 jahren schon notiert hatte.</p>
<p>Der ganze widerspruch des austauschs ist da, wie von Marx am anfang des kapitals beschrieben, und dort schliesslich mit folgender fussnote versehen (MEW 23, s.102):</p>
<p>&#8220;Danach beurteile man die pfiffigkeit des  kleinbuergerlichen sozialismus, der die warenproduktion verewigen und zugleich den &#8220;gegensatz von ware und geld&#8221;, also das geld selbst, denn es ist nur in diesem gegensatze, abschaffen will. Ebensowohl koennte man den papst abschaffen und den katholizismus bestehen lassen.&#8221;</p>
<p>Diesen einwand lassen C&amp;C natuerlich nicht gelten, indem sie schreiben:</p>
<p>&#8220;In einer ¨Okonomie hingegen, in der die Produktionsmittel unter oeffentlicher Kontrolle sind, wird die Arbeit direkt gesellschaftlich in dem Sinn, dass sie einem vorher aufgestellten Plan unterworfen ist. &#8221; (C&amp;C, dt. s. 251)</p>
<p>a) &#8220;Die arbeit wird einem vorher aufgestellten plan unterworfen&#8221;, lese ich da. Werden die menschen, die die arbeit tun, dem plan &#8220;unterworfen&#8221;? Wenn ja, wie? Oder ist das eine allgemeine leerformel?</p>
<p>b) Was heisst hier &#8220;direkt gesellschaftlich&#8221;? Die kapitalistische produktion ist in der fabrik &#8220;direkt&#8221; gesellschaftlich, aber sie wird erst dadurch gesamtgesellschaftlich, dass die produkte aus der fabrik raus und unter die leute kommen, per austausch.</p>
<p>c) Die produkte der &#8220;direkt gesellschaftlichen arbeit&#8221; im sinne von C&amp;C gehen erst mal auf ein lager, wo man sich das abholt, was einem passt und was die arbeitszettel noch hergeben. Erst durch diese akte wird die vergangene arbeit nachtraeglich gesamtgesellschaftlich. Die arbeit, die in denjenigen produkten steckt, die liegenbleiben, ist beileibe nicht gesamtgesellschaftlich, schon gar nicht &#8220;direkt gesellschaftlich&#8221;.</p>
<p>Die formulierung von der &#8220;direkt gesellschaftlichen arbeit&#8221; ist nett, sie gibt meines erachtens aber nicht wider, was tatsaechlich los waere. Bei Marx heisst&#8217;s im uebrigen &#8220;unmittelbar&#8221;. Warum nicht dieses wort verwendet wird, wenn&#8217;s das gleiche sein soll, weiss ich nicht.</p>
<p>Die arbeit ist im modell von C&amp;C keineswegs &#8220;unmittelbar gesellschaftlich&#8221;, denn &#8211; technisch gesprochen &#8211; sind die konkrete herstellung eines dings und seine konkrete ingebrauchsnahme weitgehend entkoppelt (&#8220;nebenlaeufig&#8221;). Sie werden erst durch die hergabe von arbeitsgelt verbunden. Das hergegebene arbeitsgeld hat mit der aufgewendeten arbeit(szeit) zur herstellung des dings nichts zu tun. Die an beiden akten, der herstellung des erheischten dings und an der herstellung des den stundenzettzel liefernden dings beteiligten menschen bleiben sich prinzipiell fremd, weil sie nicht darauf angewiesen sind, den akt der weitergabe und erwerbung anders als ueber die hingabe aequivalenter stunden zu regeln. Wobei hinzukommt, dass nicht stunde gegen stunde, sondern stunde gegen etwas davon abweichendes getauscht wird.(Dass der hingegebene zettel vernichtet wird, zerstoert nicht die zirkulation, denn diese wird ueber den zentralen plan mit den (arbeitszeit-)rechnungen und buchungen wiederhergestellt.) Mit andern worten: das ist austausch mit allen konsequenzen! Kybernetistisch: Was man auf der seite der vermittlung zwischen konkreter produktion und konkreter ingebrauchsnahme nicht regelt, kann man auf der seite der produktion durch keine regelung ausgleichen. Oder bildlich: Ausgeschlagene achsschenkel kann man nicht durch noch so feine lenkbewegungen wegsteuern.</p>
<p>Fragen zur praxis der zettelwirtschaft (open ended):</p>
<p>Wer stempelt mir ab, dass ich soundsoviel stunden gearbeitet habe? Die stempeluhr? Ein chef? Die gruppe? Meine eigene zeitaufschreibung? Kann man ueberstunden kloppen? (Wir hatten mit viel stolz im betrieb die selbstaufschreibung sowohl der anwesenheitszeit als auch des zeitaufwands in einzelnen projekten durchgesetzt. Bei letzteren stellte sich bis zu meinem letzten arbeitstag die frage der abgrenzung der taetigkeit fuer eines der projekte a, b, c oder als &#8220;gemeinkosten&#8221;-taetigkeit etc.)</p>
<p>Wenn alle 35 h in der woche arbeiten, wozu dann individuelle arbeitszettel? Doch nur als konto, dass man soundsoviel ausgegeben hat. Aber dann hats fuer mich als individuum keine andere bedeutung als mein derzeitiges girokonto.</p>
<p>Was macht ein mensch, wenn er in dem 3-stufigen Stundenzettel-system auf die untere stufe runtergestuft wird? Kann er woanders hingehen, wo er sofort wieder auf der mittleren anfaengt? Wer stuft ein? Ein chef? Die gruppe? Ein komittee?</p>
<p>Kann man seinen job jederzeit frei waehlen? Kuendigungsfristen? Kann man rausfliegen, aus persoenlichen oder aus betrieblichen gruenden? Wenn die produktion bestimmter gueter runtergefahren wird, weil die nachfrage sinkt, was passiert mit den leuten? Sind sie fuer die zum ausgleich hochgefahrene produktion qualifiziert?</p>
<p>Ist die arbeit am plan eine mit direkten stundenzetteln bedachte arbeit oder alimentierte arbeit? Ist es arbeit, die sich auf die geplanten produkte bei deren herstellung uebertraegt oder nicht? Usw.</p>
<p>Wie ist es mit immigranten? Alle freiheit oder Schengen?</p>
<p>Wie wird der gebrauch von infrastruktur (telekom, strassen, bruecken, bahnen, schiffahrt, luftfahrt, strom, wasser, gas, sportplaetze, skipisten, theater, kino, deiche usw.) verrechnet? Spazierfahrt ueber eine teure bruecke, guetertransport ueber die gleiche bruecke?</p>
<p>Schiebung im kleinen und im grossen? Fuenfe gerade sein lassen? Anderes tun als geplant und als berichtet wird? Privatarbeit mit ausgemusterten maschinen, mit abgezweigtem material? Privathandel mit dem ausland? Schieber und spekulanten? Schwarzgeld? Staatsfeindliche umtriebe? Spione? (Ich befuerchte, dass ein solcher strafrechtskatalog geschaffen wird. W.G. feb. 2010)</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Martin</title>
		<link>http://keimform.de/2010/digital-ist-besser/#comment-17761</link>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 17:47:12 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.keimform.de/?p=2679#comment-17761</guid>
		<description>Ich glaube, da tust der &lt;a href=&quot;http://www.mlwerke.de/me/me19/me19_013.htm&quot;&gt;Kritik am Gothaer Programm&lt;/a&gt; doch etwas unrecht ... C/C scheinen mir die Arbeitswerttheorie normativ zu verstehen und tatsächlich zu glauben, das Problem bisheriger Planwirtschaften hätte darin bestanden, dass sie ihn nicht korrekt ausgerechnet hätten. Anstatt zu begreifen, dass eine echte Planwirtschaft ohne Tausch natürlich keinen Wert hätte und man ihn daher auch nicht ausrechnen muss. (Natürlich kann ein Überschlag, wieviel Arbeitszeit in einer Ware inkl. Vorprodukten steckt, auch für eine Planwirtschaft sinnvoll sein, um z.B. den Aufwand richtig abzuschätzen. Aber nötig ist er nicht und schon gar keine supergenaue Rechnung, wofür C/C nun die Computer als Lösung präsentieren.)

Das Gothaer Programm versteht aber natürlich die Arbeitswerttheorie nicht normativ. Die bloße Aneignung des Mehrwerts, wobei jeder Arbeiter genau den Gegenwert seiner Arbeit erhält (wie bei C/C), ist dort nur die &quot;erste[] Phase der kommunistischen Gesellschaft, wie sie eben aus der  kapitalistischen Gesellschaft nach langen Geburtswehen hervorgegangen ist.&quot; In der &quot;höheren Phase der kommunistischen Gesellschaft&quot; heißt es dann: &quot;Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!&quot;  Damit ist die Entkopplung von Beiträgen und Entnahmen gemeint (und damit das genaue Gegenteil von C/Cs superrigidem Modell). Es wird auch angedeutet, dass dies eine Aufhebung der bisherigen Arbeit beinhaltet, indem jedeR tut, was ihm/ihr am wichtigsten ist (sein/ihr &quot;erstes Lebensbedürfnis&quot;). Allerdings ist das nicht ganz unmissverständlich formuliert, was es wohl ermöglicht hat, dass der RealSoz das im Sinne einer ggb. dem Kap. noch verstrafften Arbeitsreligion ausgelegt hat.

Ansonsten stimme ich mit deiner Kritik an C/C ganz überein.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich glaube, da tust der <a href="http://www.mlwerke.de/me/me19/me19_013.htm">Kritik am Gothaer Programm</a> doch etwas unrecht &#8230; C/C scheinen mir die Arbeitswerttheorie normativ zu verstehen und tatsächlich zu glauben, das Problem bisheriger Planwirtschaften hätte darin bestanden, dass sie ihn nicht korrekt ausgerechnet hätten. Anstatt zu begreifen, dass eine echte Planwirtschaft ohne Tausch natürlich keinen Wert hätte und man ihn daher auch nicht ausrechnen muss. (Natürlich kann ein Überschlag, wieviel Arbeitszeit in einer Ware inkl. Vorprodukten steckt, auch für eine Planwirtschaft sinnvoll sein, um z.B. den Aufwand richtig abzuschätzen. Aber nötig ist er nicht und schon gar keine supergenaue Rechnung, wofür C/C nun die Computer als Lösung präsentieren.)</p>
<p>Das Gothaer Programm versteht aber natürlich die Arbeitswerttheorie nicht normativ. Die bloße Aneignung des Mehrwerts, wobei jeder Arbeiter genau den Gegenwert seiner Arbeit erhält (wie bei C/C), ist dort nur die &#8220;erste[] Phase der kommunistischen Gesellschaft, wie sie eben aus der  kapitalistischen Gesellschaft nach langen Geburtswehen hervorgegangen ist.&#8221; In der &#8220;höheren Phase der kommunistischen Gesellschaft&#8221; heißt es dann: &#8220;Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!&#8221;  Damit ist die Entkopplung von Beiträgen und Entnahmen gemeint (und damit das genaue Gegenteil von C/Cs superrigidem Modell). Es wird auch angedeutet, dass dies eine Aufhebung der bisherigen Arbeit beinhaltet, indem jedeR tut, was ihm/ihr am wichtigsten ist (sein/ihr &#8220;erstes Lebensbedürfnis&#8221;). Allerdings ist das nicht ganz unmissverständlich formuliert, was es wohl ermöglicht hat, dass der RealSoz das im Sinne einer ggb. dem Kap. noch verstrafften Arbeitsreligion ausgelegt hat.</p>
<p>Ansonsten stimme ich mit deiner Kritik an C/C ganz überein.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: StefanMz</title>
		<link>http://keimform.de/2010/digital-ist-besser/#comment-17748</link>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 11:57:39 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.keimform.de/?p=2679#comment-17748</guid>
		<description>&lt;p&gt;Vielen Dank für eure Kritik an C/C&#039;s »Alternativen aus dem Rechner«. Ich hatte ja schon vor längerer Zeit &lt;a href=&quot;http://www.keimform.de/2008/07/12/geplanter-kapitalismus/&quot;&gt;angekündigt&lt;/a&gt;, selbst eine Kritik zu verfassen. Das habt ihr mir nun abgenommen, was mich sehr freut, -- aber nicht ganz: Ich will noch einen drauf setzen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als Ausgangspunkt kann ich eure Klammerbemerkung nehmen:&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;die Frage, wie „kommunistisch“ das Prinzip des Warentausches an sich überhaupt sein kann,...&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;... muss dringend gestellt werden, formuliere ich weiter. Der Tausch ist der Knackpunkt, denn am Tausch ist nichts kommunistisches, sozialistisches oder irgendwas emanzipatorisches. Warum?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine Begründungsrichtung wäre, zu argumentieren, dass Marx hier missverstanden wird und gleichzeitig auch wieder nicht. Marx hat seinen Rivalen Proudon massiv gebasht, weil der genau so ein Konzept des »gerechten Tausches« (»Austausch einer Arbeitsstunde gegen eine Arbeitsstunde« wie ihr schreibt) vertreten hat. Marx sagte, dass der Tausch, wie er zwischen Kapitalist und Arbeiter stattfinde, gerecht sei, weil der Kapitalist nicht die »Arbeit« (das Arbeitsergebnis) des Arbeiters, sondern sein Arbeitsvermögen (Arbeitskraft) kaufe und dafür den dem Wert der Arbeitskraft entsprechenden Preis bezahle. Ausbeutung (private Aneignung des Mehrwerts) findet also nicht statt, weil es ungerecht zuginge, sondern obwohl und weil gerecht getauscht wird.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Lasalle, auch so ein Arbeiterführer der Zeit, hat ähnlich wie Proudon die Idee vom »unverkürzten Arbeitsertrag« vertreten, und Marx hat die Hände überm Kopf zusammengeschlagen ob der Dummheit der ökonomischen Kurzsichten von Lasalle. Dann schrieb Marx die Kritik des Gothaer Programms und schmiss alle Einsichten und Kritiken über den Haufen und lieferte der Arbeiterbewegung, was sie hören wollte: Es ginge darum, sich den Mehrwert anzueignen und im Interesse der Arbeiter zu verteilen. Das ist im Kern das, was Proudon und Lasalle wollten und was dann Realsozialismus wurde. Wer sich also wie C/C auf Marx und den Realsozialismus beruft, kann dies zu recht tun. Marx hat sich und der Welt damit nur keinen Gefallen getan, denn er wusste es eigentlich besser.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenn einem aber nun egal ist, was Marx mal sagte oder nicht (ein legitimer Standpunkt), sondern »selber denken« fordert, dann geht die inhaltliche Argumentation wie folgt: Getauscht werden muss, weil privat getrennt voneinander produziert wird. Privat wird produziert, weil die das Privateigentum exklusiv ist und alle Nichteigentümer der Produktionsmittel vom Gebrauch zu sinnvollen Zwecken ausschließt. Zwar wurde schon immer getauscht, nur hatte der vorkapitalistische Tausch eine völlig andere Funktion und gesellschaftliche Bedeutung. Der moderne Tausch ist nicht nur ein Mittel, um an gewünschte Güter ranzukommen, die man gerade nicht hat, sondern der Tausch dient der Geldvermehrung als Selbstzweck. Der Tausch, also Kauf und Verkauf, ist zur bestimmenden Art und Weise der gesellschaftlichen Vermittlung geworden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Gesellschaft konstituiert sich über Tausch und den Tausch regulierenden Wert, und dieser vollzieht sich als verobjektivierte Logik gegen mögliche andere Ambitionen -- wie etwa eine soziale Gesellschaft gestalten zu wollen. Das ist der berühmte Fetischismus: Die Bewegung der Sachen (der Waren) in der Tauschlogik erzeugt die Bewegung der Personen, konstituiert also die sozialen Verhältnisse. Da kann man dann (Sozial-)Politik drum herum bauen, aber nur solange sie auch finanzierbar ist, sprich die Verwertungslogik die Mittel dafür liefert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenn man Kapitalismus los werden will, dann muss man genau das: die Tauschlogik, den Fetismusmus, die Vergesellschaftung über den Wert (und was es noch für synonyme Beschreibungen geben mag) loswerden und neue Vermittlungsverhältnisse in die Welt setzen. Eine Gesellschaftsform wird durch eine andere Gesellschaftsform nur abgelöst, wenn die alte durch eine neue Vermittlungsweise abgelöst wird. Vermittlungsweise heisst: Wie produzieren und verteilen die Menschen ihre Lebensmittel, welche sozialen und kommunikativen Beziehungen gehen sie dabei ein, und wer steuert diese.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Lässt man nun die Vermittlunsgweise bestehen -- wie Proudon, Lasalle, der Gothaer Marx und C/C das tun -- dann kann man on top so viel basteln wie man will. Hintenrum setzt sich das durch, was Kapitalismus eben ist: Zwangsvermittlung über Tausch und Wert. Wenn dann willkürlich gegen die derart objektivierten Tauschrelationen verstoßen wird wie das der Realsozialismus getan hat, dann geht eine solche Gesellschaft eben unter. Nichts anders würde mit einem Realsozialismus 2.0 nach C/C auch geschehen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nein, nein, nein, der Weg über Tausch und Wert führt immer nur wieder zum Kapitalismus zurück. Es ist ganz grundsätzlich keine Alternative.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im übrigen sind C/C recht ehrlich, in dem sie die eigentlichen Quellen ihrer Überlegungen mit Smith und Ricardo angeben oder sogar direkt benutzen (beim Außenhandel). In der Tat hat ihr Konzept mit Marx nicht viel zu tun. Marx hat nun mal keine »politische Ökonomie« und keine »Arbeitswertlehre« vorgelegt, sondern eine Kritik derselben. Dass er dabei die innere Logik rekonstruieren musste, war notwendig, aber diese Rekonstruktion als »positive Anleitung« zu nehmen, bedeutet, Marx misszuverstehen. Leider ist das nicht so selten der Fall.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nein, nein, nein, eine Emanzipation auf Grundlage von Arbeitswerten ist nicht möglich. Nur jenseits von Arbeit, Tausch, Wert, Markt und Staat ist Emanzipation zu finden.&lt;/p&gt;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vielen Dank für eure Kritik an C/C&#8217;s »Alternativen aus dem Rechner«. Ich hatte ja schon vor längerer Zeit <a href="http://www.keimform.de/2008/07/12/geplanter-kapitalismus/">angekündigt</a>, selbst eine Kritik zu verfassen. Das habt ihr mir nun abgenommen, was mich sehr freut, &#8212; aber nicht ganz: Ich will noch einen drauf setzen.</p>
<p>Als Ausgangspunkt kann ich eure Klammerbemerkung nehmen:</p>
<blockquote>
<p><em>die Frage, wie „kommunistisch“ das Prinzip des Warentausches an sich überhaupt sein kann,&#8230;</em></p>
</blockquote>
<p>&#8230; muss dringend gestellt werden, formuliere ich weiter. Der Tausch ist der Knackpunkt, denn am Tausch ist nichts kommunistisches, sozialistisches oder irgendwas emanzipatorisches. Warum?</p>
<p>Eine Begründungsrichtung wäre, zu argumentieren, dass Marx hier missverstanden wird und gleichzeitig auch wieder nicht. Marx hat seinen Rivalen Proudon massiv gebasht, weil der genau so ein Konzept des »gerechten Tausches« (»Austausch einer Arbeitsstunde gegen eine Arbeitsstunde« wie ihr schreibt) vertreten hat. Marx sagte, dass der Tausch, wie er zwischen Kapitalist und Arbeiter stattfinde, gerecht sei, weil der Kapitalist nicht die »Arbeit« (das Arbeitsergebnis) des Arbeiters, sondern sein Arbeitsvermögen (Arbeitskraft) kaufe und dafür den dem Wert der Arbeitskraft entsprechenden Preis bezahle. Ausbeutung (private Aneignung des Mehrwerts) findet also nicht statt, weil es ungerecht zuginge, sondern obwohl und weil gerecht getauscht wird.</p>
<p>Lasalle, auch so ein Arbeiterführer der Zeit, hat ähnlich wie Proudon die Idee vom »unverkürzten Arbeitsertrag« vertreten, und Marx hat die Hände überm Kopf zusammengeschlagen ob der Dummheit der ökonomischen Kurzsichten von Lasalle. Dann schrieb Marx die Kritik des Gothaer Programms und schmiss alle Einsichten und Kritiken über den Haufen und lieferte der Arbeiterbewegung, was sie hören wollte: Es ginge darum, sich den Mehrwert anzueignen und im Interesse der Arbeiter zu verteilen. Das ist im Kern das, was Proudon und Lasalle wollten und was dann Realsozialismus wurde. Wer sich also wie C/C auf Marx und den Realsozialismus beruft, kann dies zu recht tun. Marx hat sich und der Welt damit nur keinen Gefallen getan, denn er wusste es eigentlich besser.</p>
<p>Wenn einem aber nun egal ist, was Marx mal sagte oder nicht (ein legitimer Standpunkt), sondern »selber denken« fordert, dann geht die inhaltliche Argumentation wie folgt: Getauscht werden muss, weil privat getrennt voneinander produziert wird. Privat wird produziert, weil die das Privateigentum exklusiv ist und alle Nichteigentümer der Produktionsmittel vom Gebrauch zu sinnvollen Zwecken ausschließt. Zwar wurde schon immer getauscht, nur hatte der vorkapitalistische Tausch eine völlig andere Funktion und gesellschaftliche Bedeutung. Der moderne Tausch ist nicht nur ein Mittel, um an gewünschte Güter ranzukommen, die man gerade nicht hat, sondern der Tausch dient der Geldvermehrung als Selbstzweck. Der Tausch, also Kauf und Verkauf, ist zur bestimmenden Art und Weise der gesellschaftlichen Vermittlung geworden.</p>
<p>Die Gesellschaft konstituiert sich über Tausch und den Tausch regulierenden Wert, und dieser vollzieht sich als verobjektivierte Logik gegen mögliche andere Ambitionen &#8212; wie etwa eine soziale Gesellschaft gestalten zu wollen. Das ist der berühmte Fetischismus: Die Bewegung der Sachen (der Waren) in der Tauschlogik erzeugt die Bewegung der Personen, konstituiert also die sozialen Verhältnisse. Da kann man dann (Sozial-)Politik drum herum bauen, aber nur solange sie auch finanzierbar ist, sprich die Verwertungslogik die Mittel dafür liefert.</p>
<p>Wenn man Kapitalismus los werden will, dann muss man genau das: die Tauschlogik, den Fetismusmus, die Vergesellschaftung über den Wert (und was es noch für synonyme Beschreibungen geben mag) loswerden und neue Vermittlungsverhältnisse in die Welt setzen. Eine Gesellschaftsform wird durch eine andere Gesellschaftsform nur abgelöst, wenn die alte durch eine neue Vermittlungsweise abgelöst wird. Vermittlungsweise heisst: Wie produzieren und verteilen die Menschen ihre Lebensmittel, welche sozialen und kommunikativen Beziehungen gehen sie dabei ein, und wer steuert diese.</p>
<p>Lässt man nun die Vermittlunsgweise bestehen &#8212; wie Proudon, Lasalle, der Gothaer Marx und C/C das tun &#8212; dann kann man on top so viel basteln wie man will. Hintenrum setzt sich das durch, was Kapitalismus eben ist: Zwangsvermittlung über Tausch und Wert. Wenn dann willkürlich gegen die derart objektivierten Tauschrelationen verstoßen wird wie das der Realsozialismus getan hat, dann geht eine solche Gesellschaft eben unter. Nichts anders würde mit einem Realsozialismus 2.0 nach C/C auch geschehen.</p>
<p>Nein, nein, nein, der Weg über Tausch und Wert führt immer nur wieder zum Kapitalismus zurück. Es ist ganz grundsätzlich keine Alternative.</p>
<p>Im übrigen sind C/C recht ehrlich, in dem sie die eigentlichen Quellen ihrer Überlegungen mit Smith und Ricardo angeben oder sogar direkt benutzen (beim Außenhandel). In der Tat hat ihr Konzept mit Marx nicht viel zu tun. Marx hat nun mal keine »politische Ökonomie« und keine »Arbeitswertlehre« vorgelegt, sondern eine Kritik derselben. Dass er dabei die innere Logik rekonstruieren musste, war notwendig, aber diese Rekonstruktion als »positive Anleitung« zu nehmen, bedeutet, Marx misszuverstehen. Leider ist das nicht so selten der Fall.</p>
<p>Nein, nein, nein, eine Emanzipation auf Grundlage von Arbeitswerten ist nicht möglich. Nur jenseits von Arbeit, Tausch, Wert, Markt und Staat ist Emanzipation zu finden.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Auswärtsspiel</title>
		<link>http://keimform.de/2010/digital-ist-besser/#comment-17742</link>
		<dc:creator>Auswärtsspiel</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Feb 2010 23:23:30 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.keimform.de/?p=2679#comment-17742</guid>
		<description>[...] Paul Cockshott und Allin Cottrell, die ich gemeinsam mit Michel geschrieben habe und die heute bei Keimform, dem Blog zur „Suche nach dem Neuen im Alten“, veröffentlicht wurde.  Dieser Eintrag wurde [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Paul Cockshott und Allin Cottrell, die ich gemeinsam mit Michel geschrieben habe und die heute bei Keimform, dem Blog zur „Suche nach dem Neuen im Alten“, veröffentlicht wurde.  Dieser Eintrag wurde [...]</p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
</rss>

