Artikel vom Oktober 2009
Repost: »Über den Commonismus«
[Der nachfolgende Artikel ist ein (reformatierter und nun lesbarer) Repost aus dem Blog Marx101. Lizenz: CC-by-sa-nc]
Vom Kapitalismus über den Commonismus zum Kommunismus?
Eine Betrachtung in Marx’ Kategorien
Verfasser: Daniel Scharon
1. Einleitung
Die zunehmende Verbreitung und Bedeutung von Freier Software rückt die Zusammenhänge ihrer Entstehung sowie ihre grundsätzlichen Bedeutung in den Fokus wissenschaftlichen Untersuchungsinteresses. Doch dabei bleibt es nicht stehen. Freie Software und dessen Entwicklungsmodell wird von vielen als etwas ganz neues angesehen, das dem bisherigen Modell, Software zu produzieren, diametral entgegen steht. Vollständigen Artikel lesen »
Kategorien: Freie Software, Theorie
31. Oktober 2009, 14:03 Uhr 3 Kommentare
Keimformhafte Perspektiven für Studentenproteste gesucht
In Österreich spielt sich derzeit eine im Umfang und in der Ausdrucksform ungewöhnliche Studentenbewegung ab. Seit einer Woche halten Studenten der Universität Wien den Vorlesungsbetrieb blockiert und ihre Aktionen breiten sich wie ein Lauffeuer durch ganz Österreich aus. Das ganze noch mit der witzigen Pointe versehen, dass der Wissenschaftsminister just in diesem Moment einen Abgang als EU-Komissar nach Brüssel macht.
Hier sind die neuesten Entwicklungen nachzuverfolgen, es gibt auch eine U-Stream Lifeberichterstattung aus dem besetzten audimax: http://unibrennt.at/

Studenten im besetzten Audimax der Uni Wien
Kategorien: Lernen, Praxis-Reflexionen, Soziale Netzwerke
29. Oktober 2009, 12:32 Uhr 13 Kommentare
Copy Light: Freie Software und globale Emanzipation
Konzerne wie Microsoft setzten in den 1980er Jahren Eigentümer-Software durch, die erworben werden muss. Als Gegenmodell entwickelte sich die Bewegung der Freien Software. Gerade in Ländern des Südens unterläuft Freie Software die Ausgrenzung von NutzerInnen. Darüber hinaus kann sie ein Signalgeber für eine verwertungsfreie Produktion sein.
Von Stefan Meretz
Seit Mitte der 1980er Jahre ist eine neue Softwareklasse in die Welt getreten: Freie Software. Doch neu war eigentlich nur das Attribut „frei“, denn alle Software war zuvor frei verfügbar. Dies änderte sich erst in dem Maße, wie Software als eigenständige Ware gehandelt werden konnte und nicht mehr nur Zugabe zur Hardware war. Voraussetzung, um aus freier Software (mit kleinem „f“) eine Ware zu machen, war die künstliche Verknappung durch Zurückhalten des Quelltextes und strikter Anwendung des Copyright. Aus freier Software wurde proprietäre Software: Eigentümer-Software.
Kategorien: Commons, Eigentumsfragen, Freie Software
26. Oktober 2009, 13:59 Uhr 3 Kommentare
Basarökonomie oder Überproduktion – wo kommt die Krise her?
Ist die seit 2000 schwelende Dauerkrise der Wirtschaft – die von der scharfen, mit Problemen im Finanzsektor in Verbindung gebrachten Abwärtsbewegung von 2008, von der wir uns bereits wieder erholen, zu unterscheiden ist – eine Überproduktionskrise (auch hier, 2.)? In den letzten Jahren herrschte massive Konkurrenz unter den Warenproduzenten, es setzte ein starker Preiskampf ein. In Deutschland bildete sich eine Wirtschaft heraus, die auf Sonderangeboten, Vergünstigen, hartem Preiskampf und euroweisem Unterbieten (beispielsweise auf Basis der täglich aktualisierten Preisvergleichs-Seiten im Internet, wo man vorne dabei sein muss) basiert.
Für die Kunden mag dies angenehm sein, weil viele Dinge (gerade Markenware) deutlich billiger geworden ist: Im Internet bekommt man nicht selten aktuelle Elektronikprodukte für die Hälfte des Listenpreises. Für die Unternehmen bedeutet es die Notwendigkeit zur entschlossenen Umstellung, Gewinnmargen schrumpfen und können nur durch unerbittliche Preisdrückerei aufrechterhalten werden. Die Zeche zahlen oft genug die Arbeiter und Arbeiterinnen Vollständigen Artikel lesen »
Kategorien: Arbeit & Freiheit, Feindbeobachtung, Theorie
19. Oktober 2009, 18:38 Uhr 11 Kommentare
Von Abschaffung und Aufhebung
Georg Seeßlen hat im aktuellen »Freitag« einen bitter-realistischen Artikel zur Zukunft der Autorenschaft geschrieben: »Die letzte Avantgarde«. Zunächst erklärt er die Long-Tail-These für gescheitert. Long-Tail bedeutet, dass in der Summe Nischen-Kulturgüter mehr Profit bringen, als die Top-Seller in der Spitze. Seeßlen hält dagegen, dass »in Deutschland nur mit 4 Prozent der publizierten Bücher echtes Geld verdient [wird]. Der Rest besteht aus Spekulation und Imitation, aus Subvention und aus einem System des selbstausbeuterischen Prekariats«.
Kategorien: Arbeit & Freiheit, Praxis-Reflexionen
17. Oktober 2009, 22:55 Uhr 4 Kommentare
Die digitale LINKE mag Freie Software
Am 10. Oktober trafen sich 20 Menschen der AG Digitale Demokratie in der LINKEN, um sich über Freie Software zu informieren und eine Position zu formulieren. Zur inhaltlichen Einstimmung gab es zwei Vorträge zur Freien Software, die unten dokumentiert sind.
Die Diskussion war intensiv, interessiert und kenntnisreich. Im Anschluss wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die nun eine Position zur Freien Software formulieren will. Mal sehen, ob es die LINKEN schaffen, sich inhaltlich gegenüber Grünen und Piraten zu profilieren. Als weitere Ziele hat sich die AG Digitale Demokratie vorgenommen, die LINKSPARTEI in Sachen Netzpolitik zu beraten und Unterstützung für eine Umstellung der LINKSPARTEI-Büros auf Freie Software zu organisieren. Wie bei der LINKEN üblich muss man nicht Mitglied der Partei sein, um in einer AG mitzumachen und mitzuentscheiden.
Hier nun die beiden Vorträge als Slidecasts zum Ansehen und Anhören.
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Kategorien: Eigentumsfragen, Freie Software
13. Oktober 2009, 22:15 Uhr 13 Kommentare
Nobelpreis für die Commons
…na ja, nicht ganz, aber für eine Commons-Forscherin: Elinor Ostrom — und zwar
for her analysis of economic governance, especially the commons
Interessant finde ich die verschiedenen Versuche der Presse zu beschreiben, womit sich Elinor Ostrom in ihrer Forschung eigentlich beschäftigt hat. Das Nobelkomitee erklärt, sie habe gezeigt
wie gemeinschaftliches Eigentum von Nutzerorganisationen erfolgreich verwaltet werden kann
wie Wikipedia den entsprechenden Satz aus der Begründung korrekt übersetzt. Das behagte der Deutschen Welle nicht so ganz, weswegen das dort so heisst:
wie öffentliche Güter durch Nutzergemeinschaften verwaltet werden können
Kategorien: Commons, Eigentumsfragen
12. Oktober 2009, 23:56 Uhr 14 Kommentare
Commons und Gütersystematik: Diskussion
Was sind Commons, in welchem Verhältnis stehen sie zu anderen Gütern, Ressourcen und sozialen Beziehungen? Zur Einordnung hatte ich einen Entwurf einer Gütersysthematik vorgelegt. Dieser wurde diskutiert. Silke hat ihre Vorstellung in eine Mindmap gebracht (siehe oben, zum Vergrößern auf das Bild klicken). Diese Skizze will ich zunächst mit diesem Beitrag diskutieren, bevor ich in einem neuen Artikel dann einen neuen Vorschlag mache.
Kategorien: Commons, Eigentumsfragen, Theorie
5. Oktober 2009, 06:27 Uhr 6 Kommentare
Die LINKE und Freie Software
Zwei Welten treffen aufeinander? Das sicher nicht, aber eine vertraute Beziehung zwischen der Linkspartei und der Freien Software besteht nicht. Das ist etwas verwunderlich, sollte man doch annehmen, dass die LINKE in der Freien Software einen Verbündeten sieht. Um das Potenzial Freier Software zu diskutieren, lädt die Bundesarbeitsgemeinschaft »Digitale Demokratie« in der LINKEN, die erst im April 2009 gegründet wurde, zu einer Veranstaltung ein:
- 10. Oktober 2009, 10 bis 18 Uhr
- Helle Panke, Kopenhagener Str. 9, 10437 Berlin (S/U Schönhauser Allee)
Nach einem Vortrag von Torten Grote von der Free Software Foundation Europe zur Frage, was Freie Software überhaupt ist, darf ich einen beratenden Vorschlag einbringen, welches emanzipatorische Potenzial es für die LINKE noch zu erschließen gilt. Hier schon mal die Struktur meines Vortrags:
- Freie Software und Eigentum
- Immaterialgüterrecht und freie Lizenzen
- Macht und Gegenmacht
- Verallgemeinerung und Perspektive
Im zweiten Teil der Veranstaltung wird über die Satzung der AG geredet, was vielleicht weniger spannend ist.
Offen für alle!
Kategorien: Eigentumsfragen, Freie Software, Termine
4. Oktober 2009, 12:35 Uhr 2 Kommentare
Schon 1000 Netlabels für freie Musik
Das weiß die Jungle World in einem lesenswerten Artikel über den Stand der freien Musik im Internet.
Der Artikel zeigt Licht und Schatten in der Entwicklung auf: Einerseits wird immer mehr Musik mit Creative Commons-Lizenzen versehen und von Netlabels vertrieben oder einfach von den Bands auf ihren Seiten oder in Communities wie myspace eingestellt. Dazu trägt auch die ökonomische Entwicklung bei: Vollständigen Artikel lesen »
Kategorien: Freie Inhalte, Medientipp
1. Oktober 2009, 18:50 Uhr 4 Kommentare

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