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	<title>Kommentare zu: Peer-Economy: Offene Fragen</title>
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	<description>Auf der Suche nach dem Neuen im Alten</description>
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		<title>Von: Arbeiterselbstverwaltung und Keimform &#8212; keimform.de</title>
		<link>http://keimform.de/2008/peer-economy-offene-fragen/#comment-15143</link>
		<dc:creator>Arbeiterselbstverwaltung und Keimform &#8212; keimform.de</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Oct 2008 09:01:53 +0000</pubDate>
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		<description>[...] mit intern weitgehend wertfreien Relationen und »Peer &#214;konomie« nachdenken. Also mehr in die Richtung, die hier diskutiert wurde, die Christian allerdings nicht weiterverfolgt hat. Ich allerdings auch [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] mit intern weitgehend wertfreien Relationen und »Peer &#214;konomie« nachdenken. Also mehr in die Richtung, die hier diskutiert wurde, die Christian allerdings nicht weiterverfolgt hat. Ich allerdings auch [...]</p>
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	<item>
		<title>Von: benni</title>
		<link>http://keimform.de/2008/peer-economy-offene-fragen/#comment-14876</link>
		<dc:creator>benni</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Jul 2008 12:52:21 +0000</pubDate>
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		<description>Uli Frank hat schon letztes Jahr einen Artikel geschrieben, den man als Antwort auf diesen hier lesen könnte (obwohl er älter ist): http://www.ulifrank.info/uf/index.php?n=Uf.Ressourcen</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Uli Frank hat schon letztes Jahr einen Artikel geschrieben, den man als Antwort auf diesen hier lesen könnte (obwohl er älter ist): <a href="http://www.ulifrank.info/uf/index.php?n=Uf.Ressourcen" rel="nofollow">http://www.ulifrank.info/uf/index.php?n=Uf.Ressourcen</a></p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Peer-Economy: Noch eine offene Frage. &#8212; keimform.de</title>
		<link>http://keimform.de/2008/peer-economy-offene-fragen/#comment-14849</link>
		<dc:creator>Peer-Economy: Noch eine offene Frage. &#8212; keimform.de</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Jul 2008 19:28:36 +0000</pubDate>
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		<description>[...] einiger Zeit f&#252;hrten wir hier eine interessante Diskussion &#252;ber offene Fragen der Peer-Economy. Dabei ist ein Punkt noch nicht zur Sprache gekommen, der mir damals als nicht so wichtig erschien, [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] einiger Zeit f&#252;hrten wir hier eine interessante Diskussion &#252;ber offene Fragen der Peer-Economy. Dabei ist ein Punkt noch nicht zur Sprache gekommen, der mir damals als nicht so wichtig erschien, [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Transformation und Eigentum &#8212; keimform.de</title>
		<link>http://keimform.de/2008/peer-economy-offene-fragen/#comment-14398</link>
		<dc:creator>Transformation und Eigentum &#8212; keimform.de</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Mar 2008 08:06:28 +0000</pubDate>
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		<description>[...] gab einige Diskussionen und Ideen im (deutschsprachigen Teil) des Keimform-Blogs in Bezug auf das &#8220;Interface-Problem&#8221;, [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] gab einige Diskussionen und Ideen im (deutschsprachigen Teil) des Keimform-Blogs in Bezug auf das &#8220;Interface-Problem&#8221;, [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Transformation and ownership &#8212; keimform.de</title>
		<link>http://keimform.de/2008/peer-economy-offene-fragen/#comment-14388</link>
		<dc:creator>Transformation and ownership &#8212; keimform.de</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Mar 2008 16:02:03 +0000</pubDate>
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		<description>[...] have been some discussions and ideas in the (german part of the) keimform blog concerning the &#8220;interface problem&#8221;, which I [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] have been some discussions and ideas in the (german part of the) keimform blog concerning the &#8220;interface problem&#8221;, which I [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Thomas Kalka</title>
		<link>http://keimform.de/2008/peer-economy-offene-fragen/#comment-14205</link>
		<dc:creator>Thomas Kalka</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Feb 2008 08:27:52 +0000</pubDate>
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		<description>Zur Frage des Ausverkaufs: Da könnte man mit neuen Eigentumsregelungen experimentieren. Man verkauft nicht mehr das Eigentum am Produkt, sondern - wie in der Content-Industrie üblich - ein Nutzungsrecht. Das Eigentum bleibt bei der PeerCommunity. Diese &quot;Nutzungslizenz&quot; könnte zum Beispiel vererbbare Transparenz über den Besitzenden beinhalten (falls mit aktuellem Recht kompatibel).</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zur Frage des Ausverkaufs: Da könnte man mit neuen Eigentumsregelungen experimentieren. Man verkauft nicht mehr das Eigentum am Produkt, sondern &#8211; wie in der Content-Industrie üblich &#8211; ein Nutzungsrecht. Das Eigentum bleibt bei der PeerCommunity. Diese &#8220;Nutzungslizenz&#8221; könnte zum Beispiel vererbbare Transparenz über den Besitzenden beinhalten (falls mit aktuellem Recht kompatibel).</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: StefanMz</title>
		<link>http://keimform.de/2008/peer-economy-offene-fragen/#comment-14066</link>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Feb 2008 22:00:56 +0000</pubDate>
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		<description>@Christian#8: Genauso schwierig wie der Fluss von Geld rein ins Projekt ist auch der Fluss von Produkten raus. Und zwar insbesondere von solchen Produkten, die nach alten Wertmaßstäben im Projekt billig und außerhalb teuer sind.

Unter einer ähnlichen Situation beginnt Venezuela derzeit zu leiden: Subventionierte Produkte werden nach Kolumbien geschmuggelt und dort teurer verkauft (viele tausend Tonnen im Januar lt. Azzelini-News).

Ich weitere Frage ist der »Scheidungspreis« wenn eine/r wieder raus will aus dem Projekt (vgl. freie Kooperation).

Ideen? Vielleicht lohnt das einen neuen Beitrag ;-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Christian#8: Genauso schwierig wie der Fluss von Geld rein ins Projekt ist auch der Fluss von Produkten raus. Und zwar insbesondere von solchen Produkten, die nach alten Wertmaßstäben im Projekt billig und außerhalb teuer sind.</p>
<p>Unter einer ähnlichen Situation beginnt Venezuela derzeit zu leiden: Subventionierte Produkte werden nach Kolumbien geschmuggelt und dort teurer verkauft (viele tausend Tonnen im Januar lt. Azzelini-News).</p>
<p>Ich weitere Frage ist der »Scheidungspreis« wenn eine/r wieder raus will aus dem Projekt (vgl. freie Kooperation).</p>
<p>Ideen? Vielleicht lohnt das einen neuen Beitrag <img src='http://keimform.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Christian Siefkes</title>
		<link>http://keimform.de/2008/peer-economy-offene-fragen/#comment-14051</link>
		<dc:creator>Christian Siefkes</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Feb 2008 16:16:53 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.keimform.de/2008/02/08/peer-economy-offene-fragen/#comment-14051</guid>
		<description>Zum &lt;b&gt;Übergang&lt;/b&gt; schreibt Benni:

&lt;blockquote&gt;
Alleine wenn man sich überlegt, was das erste Projekt sein könnte, stößt man schon auf eine ganz zentrale Hürde: das Geld. Mir zumindestens ist auch nach wochenlangem Grübeln kein materielles Projekt eingefallen, was nicht einen stetigen Fluß an Geld bräuchte, um Ausgangsmaterialien oder Miete oder was auch immer zu bezahlen
&lt;/blockquote&gt;

Richtig, ganz ohne Geld wird es nicht gehen, das sehe ich auch so. Wie kann man diese Hürde nehmen? Spenden und Firmensponsoring sind Möglichkeiten, die du erwähnst, aber da würde ich ebenfalls zweifeln, dass die ausreichend sind. Bleibt noch:

&lt;blockquote&gt;
Dann gäbe es noch die Möglichkeit, Geld innerhalb der Peer-Economy mit zu verrechnen, entweder als Ressource oder als Aufwand es zu erlangen. Das halte ich allerdings für keine gute Idee, weil damit “weighted labour” quasi konvertierbar würde in Geld und damit ein zentraler Unterschied wegfiele, wieso die Peer-Economy keine Marktökonomie ist.
&lt;/blockquote&gt;

Ressourcen sind in meinem Model Commons, sie haben keine Eigentümer – &quot;Geld als Ressource verrechnen&quot; wäre also nur ein andere Ausdruck für Spenden einsammeln, das hatten wir eben schon. Bleibt noch die Möglichkeit, das Einbringen von Geld als eine Art von Aufwand anzuerkennen.

Wie kann das gehen, ohne das Projekt selbst der Geldlogik zu unterwerfen? IMHO ist es dafür essenziell, dass das Projekt nur das Geld &lt;i&gt;einsammelt,&lt;/i&gt; dass es &lt;i&gt;ausgeben&lt;/i&gt; muss, d.h. das Geld, das es braucht, um benötigte Ressourcen und Produkte zu kaufen, die es nicht selbst herstellen bzw. von anderen Peer-Projekten erhalten kann. Das Projekt darf weder &lt;i&gt;intern&lt;/i&gt; Geld verwenden (Bezahlung von Mitarbeitern o.ä.), noch &lt;i&gt;Geld verdienen&lt;/i&gt; wollen (indem es Dinge auf dem Markt verkauft), sonst greifen wieder die &quot;Zwangsgesetze der Konkurrenz&quot; zwischen den Projektmitgliedern bzw. zwischen dem Projekt und seinen Konkurrenten auf dem Markt.

Wie kann das Projekt das Geld einsammeln, das es benötigt? Dazu zwei Ideen:

&lt;ol&gt;
&lt;li&gt;Erwerbstätige Menschen raten ihre (Lohn-)Arbeit selbst als &quot;weighted labor&quot; – sie schätzen also selbst, wie viel Stundenlohn sie erhalten und welches &quot;labor weight&quot; sie ihrer Arbeit geben würden (hoch = sehr unangenehm, niedrig = sehr angenehm). Der geschätzte Stundenlohn kann dann (sofern das Projekt noch Geld braucht) als Beitrag in das Projekt eingebracht werden und entspricht einer Stunde Arbeit zum geschätzten labor weight. Das würde auf Vertrauensbasis passieren, da man diese Angaben ja nicht überprüfen kann.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&quot;Geld einbringen&quot; wird &lt;i&gt;eine&lt;/i&gt; der viele Aufgaben, die das Projekt ausschreibt.  Dabei wird zunächst willkürlich eine Stunde Arbeit mit einer bestimmten Menge Geld gleichgesetzt, z.B. &lt;i&gt;1 Std. = 1o EUR.&lt;/i&gt; Wie die &lt;i&gt;tatsächliche&lt;/i&gt; Gleichsetzung dann aussieht, entscheidet dann das &quot;labor weight&quot; &lt;i&gt;dieser&lt;/i&gt; Aufgabe. Wollen alle lieber Geld beisteuern als etwas tun, dann ergibt sich ein niedriges labor weight von z.B. 0,5, so dass &lt;i&gt;1 gewichtete Stunde = 20 EUR&lt;/i&gt; – man muss also mehr zahlen. Will niemand zahlen, steigt das labor weight z.B. auf 2,0, dann wäre die Formel &lt;i&gt;1 gewichtete Stunde = 5 EUR&lt;/i&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;

Zu beachten ist, dass es in beiden Fällen keine volle Konvertierbarkeit zwischen Geld und Aufwand gibt (trotz der Gleichsetzung in Variante 2), denn die Umwandlung funktioniert erstens nur solange Geld benötigt wird, und zweitens nur in eine Richtung. Geld kann zwar in Aufwand umgesetzt werden (d.h. genutzt werden, um an vom Projekt produzierte Güter zu gelangen), aber umgekehrt geht es nicht: Aufwand kann nicht in Geld umgesetzt werden.  (Genau wie in dem Modell ja generell Aufwand in Güter, nicht aber Güter in Aufwand umgesetzt werden können.)

Variante 2 finde ich dabei etwas einfacher und eleganter, da sie keine Selbsteinschätzung erfordert (die auch schwierig sein könnte, z.B. wenn man das Geld gar nicht verdient, sondern z.B. geerbt hat) und &quot;Geld einbringen&quot; einfach als eine Aufgabe unter vielen einsieht. Variante 1 könnte man eventuell als fairer empfinden, weil sie die Reichen (zumindest die ehrlichen Reichen) stärker fordert.

Ungerecht ist in beiden Fällen, dass diejenigen, die Geld haben, mehr Möglichkeiten haben als die ohne, denn sie können Geld &lt;i&gt;oder&lt;/i&gt; Arbeit einbringen, während Habenichtse nur Arbeit einbringen können. Diese Ungerechtigkeit besteht aber natürlich schon vorher in der Welt (Geld eröffnet einem nun mal zusätzliche Möglichkeiten) und ist daher IMHO kein grundsätzliches Argument dagegen, auf diese Weise an die für Peer-Produktion benötigen finanziellen Mittel zu kommen. Trotzdem sollte man natürlich immer im Hinterkopf behalten, dass die Peer-Produktion solche Ungerechtigkeiten beseitigen will und der Kauf auf dem Markt immer nur ein Notbehelf sein kann.  Diese Schnittstelle zum Markt sollte also immer kleiner werden, bis sie ganz verschwunden ist – je mehr Ressourcen als Commons zur Verfügung und je mehr Aktivitäten per Peer-Produktion organisiert werden können, um so besser.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zum <b>Übergang</b> schreibt Benni:</p>
<blockquote><p>
Alleine wenn man sich überlegt, was das erste Projekt sein könnte, stößt man schon auf eine ganz zentrale Hürde: das Geld. Mir zumindestens ist auch nach wochenlangem Grübeln kein materielles Projekt eingefallen, was nicht einen stetigen Fluß an Geld bräuchte, um Ausgangsmaterialien oder Miete oder was auch immer zu bezahlen
</p></blockquote>
<p>Richtig, ganz ohne Geld wird es nicht gehen, das sehe ich auch so. Wie kann man diese Hürde nehmen? Spenden und Firmensponsoring sind Möglichkeiten, die du erwähnst, aber da würde ich ebenfalls zweifeln, dass die ausreichend sind. Bleibt noch:</p>
<blockquote><p>
Dann gäbe es noch die Möglichkeit, Geld innerhalb der Peer-Economy mit zu verrechnen, entweder als Ressource oder als Aufwand es zu erlangen. Das halte ich allerdings für keine gute Idee, weil damit “weighted labour” quasi konvertierbar würde in Geld und damit ein zentraler Unterschied wegfiele, wieso die Peer-Economy keine Marktökonomie ist.
</p></blockquote>
<p>Ressourcen sind in meinem Model Commons, sie haben keine Eigentümer – &#8220;Geld als Ressource verrechnen&#8221; wäre also nur ein andere Ausdruck für Spenden einsammeln, das hatten wir eben schon. Bleibt noch die Möglichkeit, das Einbringen von Geld als eine Art von Aufwand anzuerkennen.</p>
<p>Wie kann das gehen, ohne das Projekt selbst der Geldlogik zu unterwerfen? IMHO ist es dafür essenziell, dass das Projekt nur das Geld <i>einsammelt,</i> dass es <i>ausgeben</i> muss, d.h. das Geld, das es braucht, um benötigte Ressourcen und Produkte zu kaufen, die es nicht selbst herstellen bzw. von anderen Peer-Projekten erhalten kann. Das Projekt darf weder <i>intern</i> Geld verwenden (Bezahlung von Mitarbeitern o.ä.), noch <i>Geld verdienen</i> wollen (indem es Dinge auf dem Markt verkauft), sonst greifen wieder die &#8220;Zwangsgesetze der Konkurrenz&#8221; zwischen den Projektmitgliedern bzw. zwischen dem Projekt und seinen Konkurrenten auf dem Markt.</p>
<p>Wie kann das Projekt das Geld einsammeln, das es benötigt? Dazu zwei Ideen:</p>
<ol>
<li>Erwerbstätige Menschen raten ihre (Lohn-)Arbeit selbst als &#8220;weighted labor&#8221; – sie schätzen also selbst, wie viel Stundenlohn sie erhalten und welches &#8220;labor weight&#8221; sie ihrer Arbeit geben würden (hoch = sehr unangenehm, niedrig = sehr angenehm). Der geschätzte Stundenlohn kann dann (sofern das Projekt noch Geld braucht) als Beitrag in das Projekt eingebracht werden und entspricht einer Stunde Arbeit zum geschätzten labor weight. Das würde auf Vertrauensbasis passieren, da man diese Angaben ja nicht überprüfen kann.</li>
<li>&#8220;Geld einbringen&#8221; wird <i>eine</i> der viele Aufgaben, die das Projekt ausschreibt.  Dabei wird zunächst willkürlich eine Stunde Arbeit mit einer bestimmten Menge Geld gleichgesetzt, z.B. <i>1 Std. = 1o EUR.</i> Wie die <i>tatsächliche</i> Gleichsetzung dann aussieht, entscheidet dann das &#8220;labor weight&#8221; <i>dieser</i> Aufgabe. Wollen alle lieber Geld beisteuern als etwas tun, dann ergibt sich ein niedriges labor weight von z.B. 0,5, so dass <i>1 gewichtete Stunde = 20 EUR</i> – man muss also mehr zahlen. Will niemand zahlen, steigt das labor weight z.B. auf 2,0, dann wäre die Formel <i>1 gewichtete Stunde = 5 EUR</i>.</li>
</ol>
<p>Zu beachten ist, dass es in beiden Fällen keine volle Konvertierbarkeit zwischen Geld und Aufwand gibt (trotz der Gleichsetzung in Variante 2), denn die Umwandlung funktioniert erstens nur solange Geld benötigt wird, und zweitens nur in eine Richtung. Geld kann zwar in Aufwand umgesetzt werden (d.h. genutzt werden, um an vom Projekt produzierte Güter zu gelangen), aber umgekehrt geht es nicht: Aufwand kann nicht in Geld umgesetzt werden.  (Genau wie in dem Modell ja generell Aufwand in Güter, nicht aber Güter in Aufwand umgesetzt werden können.)</p>
<p>Variante 2 finde ich dabei etwas einfacher und eleganter, da sie keine Selbsteinschätzung erfordert (die auch schwierig sein könnte, z.B. wenn man das Geld gar nicht verdient, sondern z.B. geerbt hat) und &#8220;Geld einbringen&#8221; einfach als eine Aufgabe unter vielen einsieht. Variante 1 könnte man eventuell als fairer empfinden, weil sie die Reichen (zumindest die ehrlichen Reichen) stärker fordert.</p>
<p>Ungerecht ist in beiden Fällen, dass diejenigen, die Geld haben, mehr Möglichkeiten haben als die ohne, denn sie können Geld <i>oder</i> Arbeit einbringen, während Habenichtse nur Arbeit einbringen können. Diese Ungerechtigkeit besteht aber natürlich schon vorher in der Welt (Geld eröffnet einem nun mal zusätzliche Möglichkeiten) und ist daher IMHO kein grundsätzliches Argument dagegen, auf diese Weise an die für Peer-Produktion benötigen finanziellen Mittel zu kommen. Trotzdem sollte man natürlich immer im Hinterkopf behalten, dass die Peer-Produktion solche Ungerechtigkeiten beseitigen will und der Kauf auf dem Markt immer nur ein Notbehelf sein kann.  Diese Schnittstelle zum Markt sollte also immer kleiner werden, bis sie ganz verschwunden ist – je mehr Ressourcen als Commons zur Verfügung und je mehr Aktivitäten per Peer-Produktion organisiert werden können, um so besser.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: StefanMz</title>
		<link>http://keimform.de/2008/peer-economy-offene-fragen/#comment-13766</link>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Feb 2008 17:21:03 +0000</pubDate>
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		<description>@Christian: Vielleicht sollte ich mich aus BGA doch nicht raushalten, sondern folgendes anmerken: Ich verstehe so, dass Benni nach Wegen des Übergangs zum Übergang, also zur Peerconomy, sucht. Dazu schreibst su selbst in Kapitel 9, dass eine Gruppe derjenigen, die die Peerconomy aufgreifen könnten, vermutlich die sind, die noch gut dran sind und deswegen die Zeit und Energie haben, etwas neues zu versuchen. Das BGA -- so verstehe ich Benni -- soll nun dazu diesen, diese Zeit und Energie möglichst vielen (potenziell dann allen) zur Verfügung zustellen. Es entspricht also prinzipiell deiner Überlegung.

Das BGA hat folglich logisch gar nichts mit Peerconomy zu tun und ist auch kein Bestandteil von ihr, sondern die Peerconomy ist ja selbst eine Form des Grundauskommens, nur halt mit Bedingungen (der o.g. Kopplung). Das BGA ist kein Ersatz, kein alternativer Mechanismus oder so, sondern nur eine Voraussetzung, unter Bedingungen des Kapitalismus überhaupt mal was anderes zu probieren jenseits der Schindermühle von Arbeit. Dieses Argument finde ich nachziehbar.

Dass IMHO BGA (und erst recht BGE) im Kapitalismus nicht funktionieren kann, steht auf einem anderen Blatt und wurde anderenorts wohl schon ausführlich diskutiert. Mir kommts hier erstmal nur auf den logischen Standort des Arguments »BGA« an.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Christian: Vielleicht sollte ich mich aus BGA doch nicht raushalten, sondern folgendes anmerken: Ich verstehe so, dass Benni nach Wegen des Übergangs zum Übergang, also zur Peerconomy, sucht. Dazu schreibst su selbst in Kapitel 9, dass eine Gruppe derjenigen, die die Peerconomy aufgreifen könnten, vermutlich die sind, die noch gut dran sind und deswegen die Zeit und Energie haben, etwas neues zu versuchen. Das BGA &#8212; so verstehe ich Benni &#8212; soll nun dazu diesen, diese Zeit und Energie möglichst vielen (potenziell dann allen) zur Verfügung zustellen. Es entspricht also prinzipiell deiner Überlegung.</p>
<p>Das BGA hat folglich logisch gar nichts mit Peerconomy zu tun und ist auch kein Bestandteil von ihr, sondern die Peerconomy ist ja selbst eine Form des Grundauskommens, nur halt mit Bedingungen (der o.g. Kopplung). Das BGA ist kein Ersatz, kein alternativer Mechanismus oder so, sondern nur eine Voraussetzung, unter Bedingungen des Kapitalismus überhaupt mal was anderes zu probieren jenseits der Schindermühle von Arbeit. Dieses Argument finde ich nachziehbar.</p>
<p>Dass IMHO BGA (und erst recht BGE) im Kapitalismus nicht funktionieren kann, steht auf einem anderen Blatt und wurde anderenorts wohl schon ausführlich diskutiert. Mir kommts hier erstmal nur auf den logischen Standort des Arguments »BGA« an.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: StefanMz</title>
		<link>http://keimform.de/2008/peer-economy-offene-fragen/#comment-13764</link>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Feb 2008 16:52:39 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.keimform.de/2008/02/08/peer-economy-offene-fragen/#comment-13764</guid>
		<description>@Christian: Hm, ich glaube, wir brauchen noch mal eine ausführlichere Diskussion zum Thema Kooperation.

Zunächst aber mal das: Ich habe das Peerconomy-Modell keinesfalls als Übergangsmodell »abqualifiziert«, sondern »qualifiziert«, was ein wesentlicher Unterschied ist. Ich sehe die &lt;em&gt;Qualität&lt;/em&gt; des Peerconomy-Modell gerade darin, einen Übergang von der Privatproduktion mit Marktvermittlung als »Ex-Post-Indirektion« zur gesellschaftlichen Produktion mit »direkter Bedürfnisvermittlung« zu kommen. Dass das geht, braucht in der Tat -- wie Benni auch schreibt -- Vertrauen darin, dass das stabil funktioniert: heute, morgen und übermorgen. Deswegen brauchen wir IMHO einen Übergang, in dem Beitrag und Entnahme (Geben und Nehmen) noch gekoppelt sind, und das leistet die Peerconomy. Sie ist schon eine Form direkter Vermittlung, aber eben noch mit Kopplung. Aus dieser Kopplung sind zwar einige Gruppen entlassen (Kinder, Kranke etc.), das sehe ich schon, nur eben nicht alle. Und ich sehe keinen Grund, warum nicht irgendwann (bei Stabilität der gesellschaftlichen Vermittlung) alle daraus entlassen werden sollten.

Das Besondere deines Modell ist IMO nicht die Kooperation. Kooperation gibt es immer und überall, es ist ein Wesensmerkmal menschlicher Gesellschaft. Auch im Kapitalismus wird kooperiert, und das nicht zu knapp (für den Postfordismus ist Kooperation entscheidend, das kann man vom Postoperaismus lernen). Die Parole »Kooperation statt Konkurrenz« ist leichtfertig, weil sie etwas in einen Gegensatz stellt, was dort nicht hineingehört.

Selbstverständlich steht diese kapitalistische Kooperation in einem bestimmten gesellschaftlichen Zusammenhang. Sie dient dazu, Partialinteressen auf Kosten anderer Partialinteressen durchzusetzen. Das bestimmende Moment ist die Konkurrenz, die hier einen Exklusionscharakter bekommt. Aber in einem anderen Kontext (etwa der Peerconomy) kann Konkurrenz durchaus ein Inklusionscharakter haben. Oder anders ausdrückt: Das Verhältnis von Kooperation und Konkurrenz ist verschieden. Auch hier nochmal die Erinnerung an die Überlegungen dazu von &lt;a href=&quot;http://www.opentheory.org/kooperenz/text.phtml&quot;&gt;Benni&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;http://www.opentheory.org/ko-kurrenz/text.phtml&quot;&gt;mir&lt;/a&gt; (durchaus unterschiedlich und umstritten).

Aus BGA halt ich mich raus. Was wirklich nicht sinnvoll ist, ist der Gegensatz von »Absprache« vs. »Spontanität«/»Automatik«, den du aufmachst. Auch hier wieder gilt: Jede Gesellschaft hat Mechanismen der »gesellschaftlichen Absprache«. Das ist doch gerade das, was gemeinhin »Vergesellschaftung« oder »gesellschaftliche Vermittlung« genannt wird. Es gibt keine Gesellschaft, in der sich alles irgendwie spontan fügt. Es gibt keine Gesellschaft ohne Aufwandsteilung. Das hat die Peerconomy nicht für sich gepachtet.

Die Frage ist »nur« wie die Vermittlung, wie die notwendigen Aufwände gesellschaftlich organisiert werden. Heute haben wir die fetististische Wertvermittelung quasi als gesellschaftlichen Organisator der Aufwandsteilung, in der Peerconomy ist es die direkte Aufwandsteilung mit Kopplung von Geben und Nehmen, und in einer freien Gesellschaft wird es auch eine Form der Aufwandsteilung geben, nur ohne eine Kopplung.

Und na klar sind auch die anderen von dir genannten Elemente der Entscheidungsfindung und Konfliktregulation nicht überflüssig. Sie werden keineswegs verschwinden, im Gegenteil: Wenn das Geld (oder abgeleitete Formen wie das Militär) nicht mehr gewaltförmig Konflikte »regelt«, dann werden explizite Formen der Konfliktregulation wichtiger. Ob die nun genau so aussehen, wie du vorschlägst, ist am Ende nicht so wichtig: Das entscheiden die Menschen dann ohnehin selbst (wie du auch immer wieder betonst).

Was jetzt noch fehlt, ist der Übergang zum Übergang -- das war im Kern die Frage von Bennis Artikel. Und wie ausgeführt sehe ich darauf keine einfache Antwort. Aber der Gap ist kleiner geworden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Christian: Hm, ich glaube, wir brauchen noch mal eine ausführlichere Diskussion zum Thema Kooperation.</p>
<p>Zunächst aber mal das: Ich habe das Peerconomy-Modell keinesfalls als Übergangsmodell »abqualifiziert«, sondern »qualifiziert«, was ein wesentlicher Unterschied ist. Ich sehe die <em>Qualität</em> des Peerconomy-Modell gerade darin, einen Übergang von der Privatproduktion mit Marktvermittlung als »Ex-Post-Indirektion« zur gesellschaftlichen Produktion mit »direkter Bedürfnisvermittlung« zu kommen. Dass das geht, braucht in der Tat &#8212; wie Benni auch schreibt &#8212; Vertrauen darin, dass das stabil funktioniert: heute, morgen und übermorgen. Deswegen brauchen wir IMHO einen Übergang, in dem Beitrag und Entnahme (Geben und Nehmen) noch gekoppelt sind, und das leistet die Peerconomy. Sie ist schon eine Form direkter Vermittlung, aber eben noch mit Kopplung. Aus dieser Kopplung sind zwar einige Gruppen entlassen (Kinder, Kranke etc.), das sehe ich schon, nur eben nicht alle. Und ich sehe keinen Grund, warum nicht irgendwann (bei Stabilität der gesellschaftlichen Vermittlung) alle daraus entlassen werden sollten.</p>
<p>Das Besondere deines Modell ist IMO nicht die Kooperation. Kooperation gibt es immer und überall, es ist ein Wesensmerkmal menschlicher Gesellschaft. Auch im Kapitalismus wird kooperiert, und das nicht zu knapp (für den Postfordismus ist Kooperation entscheidend, das kann man vom Postoperaismus lernen). Die Parole »Kooperation statt Konkurrenz« ist leichtfertig, weil sie etwas in einen Gegensatz stellt, was dort nicht hineingehört.</p>
<p>Selbstverständlich steht diese kapitalistische Kooperation in einem bestimmten gesellschaftlichen Zusammenhang. Sie dient dazu, Partialinteressen auf Kosten anderer Partialinteressen durchzusetzen. Das bestimmende Moment ist die Konkurrenz, die hier einen Exklusionscharakter bekommt. Aber in einem anderen Kontext (etwa der Peerconomy) kann Konkurrenz durchaus ein Inklusionscharakter haben. Oder anders ausdrückt: Das Verhältnis von Kooperation und Konkurrenz ist verschieden. Auch hier nochmal die Erinnerung an die Überlegungen dazu von <a href="http://www.opentheory.org/kooperenz/text.phtml">Benni</a> und <a href="http://www.opentheory.org/ko-kurrenz/text.phtml">mir</a> (durchaus unterschiedlich und umstritten).</p>
<p>Aus BGA halt ich mich raus. Was wirklich nicht sinnvoll ist, ist der Gegensatz von »Absprache« vs. »Spontanität«/»Automatik«, den du aufmachst. Auch hier wieder gilt: Jede Gesellschaft hat Mechanismen der »gesellschaftlichen Absprache«. Das ist doch gerade das, was gemeinhin »Vergesellschaftung« oder »gesellschaftliche Vermittlung« genannt wird. Es gibt keine Gesellschaft, in der sich alles irgendwie spontan fügt. Es gibt keine Gesellschaft ohne Aufwandsteilung. Das hat die Peerconomy nicht für sich gepachtet.</p>
<p>Die Frage ist »nur« wie die Vermittlung, wie die notwendigen Aufwände gesellschaftlich organisiert werden. Heute haben wir die fetististische Wertvermittelung quasi als gesellschaftlichen Organisator der Aufwandsteilung, in der Peerconomy ist es die direkte Aufwandsteilung mit Kopplung von Geben und Nehmen, und in einer freien Gesellschaft wird es auch eine Form der Aufwandsteilung geben, nur ohne eine Kopplung.</p>
<p>Und na klar sind auch die anderen von dir genannten Elemente der Entscheidungsfindung und Konfliktregulation nicht überflüssig. Sie werden keineswegs verschwinden, im Gegenteil: Wenn das Geld (oder abgeleitete Formen wie das Militär) nicht mehr gewaltförmig Konflikte »regelt«, dann werden explizite Formen der Konfliktregulation wichtiger. Ob die nun genau so aussehen, wie du vorschlägst, ist am Ende nicht so wichtig: Das entscheiden die Menschen dann ohnehin selbst (wie du auch immer wieder betonst).</p>
<p>Was jetzt noch fehlt, ist der Übergang zum Übergang &#8212; das war im Kern die Frage von Bennis Artikel. Und wie ausgeführt sehe ich darauf keine einfache Antwort. Aber der Gap ist kleiner geworden.</p>
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