Auf der Suche nach dem Neuen im Alten
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500 Tage keimform.de — kleine Bilanz

keimform.de - kein ProjektAm 21.09.2006 um 20:08 Uhr erblickte der erste Beitrag im neuen Blog »keimform.de« das Licht der Welt. Eine bislang unbenutzte Nische wurde damit besetzt, denn auch unter den eher inhaltlich-reflexiven oder politischen Blogs herrscht eine »Anti-Haltung« vor. Wir wollten hingegen das »Neue im Alten« sichtbar machen, wozu natürlich gehört, sich darüber zu verständigen, was denn ein »Neues« überhaupt konstituieren kann.

Ein wenig Statistik

In 500 Tagen wurden 323 Beiträge veröffentlicht, also alle eineinhalb Tage ein Beitrag. Kommentare gab es mehr als zwei pro Tag, insgesamt erstaunliche 1122 Stück. 49 Nutzerinnen und Nutzer haben sich bei keimform.de eingetragen.

Am am häufigsten verwendete Kategorien sind »Freie Software« (74), »Freie Inhalte« (66) und »Theorie« (66). Tags wurden konsequent nicht-redundant gewählt, sie wiederholen also nicht Themen, die durch Kategorien-Zuordnungen schon abgedeckt sind. Bei den Tags liegen »Geistiges Eigentum«, »Selbstentfaltung« und »Wertkritik« mit je 19 Treffern gleich auf, dicht gefolgt von »Informationskapitalismus« mit 18 Zuweisungen.

Nun zum Nutzungsspektrum. Jeden Tag greifen im Schnitt etwa 600 Nutzerinnen und Nutzer auf Beiträge zu (ohne Suchmaschinen-Bots). Meist besuchte Beiträge sind »Wie finden wir uns?«, »Kreisch: Utopie!?« und »Die Ums-Ganze! Kongress-Dokumentation«. Erwähnenswert ist auch Platz 4: »Auslaufmodell GEMA«, denn »gema« ist der häufigste Suchbegriff in externen Suchmaschinen, mit dem die Besucher/innen zu keimform.de kommen.

Bei den Suchbegriffen wird »gema« wird dicht gefolgt von »andré gorz« (in verschiedenen Schreibweisen) und »neue schule hamburg«. Hier kommt uns zu Gute, dass Google Blogs generell sehr hoch zu bewerten scheint — bei allen drei Suchphrasen taucht der entsprechende Keimform-Artikel auf der ersten Seite der Suchergebnisse auf.

Womit surfen die Besucherinnen und Besucher auf den Seiten von keimform.de? Hier liegen Firefox/Mozilla mit 49% vor Internet-Explorer mit 41% und Konqueror mit 4%. Bei den Betriebssysteme liegt Windows mit 72% vor GNU/Linux mit 23% und Mac mit 4%.

Ein wenig Inhalt

Soviel der Statistikspielerei. Inhaltlich, schätze ich mal ein, haben wir uns bei einem (nicht ganz) kleinen, aber feinen Publikum einen Namen machen können. Die Vernetzung mit anderen Blogs könnte noch intensiver sein. Allerdings ist die Suche nach »Keimformen« ziemlich unangesagt — das mussten wir immer wieder erleben. Auch die weichgespülte bis radikale Linke starrt lieber auf den Feind und erfriert in ihrer Anti-Haltung. Bei den Nicht-Linken ist das »Anti« nachvollziehbarerweise schwach ausgeprägt, aber mit einem gänzlich Neuen gar jenseits des Kapitalismus können viele dann sehr wenig anfangen. Positiv ist durchaus eine gewachsene Offenheit wenigstens sich mal so etwas Abseitiges anzusehen.

Fazit: Wir machen den Blog keimform.de vor allem für uns. Wir sind kein Projekt und haben keine Mission. Wir bieten einen Reflexionsraum für diejenigen, die über das Hier und Jetzt hinausdenken wollen. Und das ist schon eine ganz Menge.

Was denkt ihr?

Kategorien: Praxis-Reflexionen

Tags:

4. Februar 2008, 10:29 Uhr   5 Kommentare

1 benni (04.02.2008, 15:14 Uhr)

Zur Statistik: Man sollte vielleicht dazu sagen, dass die erst seit knapp vier Wochen geführt wird. Deswegen sind da neuere Artikel vielleicht überproportional vertreten.

Mir ist übrigens unklar woher die Zugriffe auf den Utopie- und den Wie-finden-wir-uns-Artikel kommen. Die Kongreßartikel sind vielfach verlinkt wegen den Audioaufnahmen und „Gema“ scheint bei Google häufig gesucht zu werden. Aber bei den anderen beiden ists mir schleierhaft. Konnte nix finden wo das herkommt.

Zu „kein Projekt“: Naja, ich seh das inzwischen lockerer. Dafür machen wir das jetzt schon ganz schön lange, dass es immer noch nicht mal ein Projekt sollen sein darf 😉

Zu „keine Mission“: Na, du gibst sie doch selbst im nächsten Satz an, die „Mission“.

2 StefanMz (04.02.2008, 15:21 Uhr)

@benni: Na, wenn „Reflexionsraum bieten“ schon eine Mission ist, dann haben wir eine Mission — aber eine ziemlich selbstgenügsame;-)

3 benni (05.02.2008, 10:29 Uhr)

@Stefan: Ne, wieso? Das muss ja nich nur für uns gelten.

4 StefanMz (05.02.2008, 12:35 Uhr)

@benni: Nee, natürlich nicht, das „selbstgenügsam“ bezog sich auf den Inhalt der Mission. Reflexion hatte ich nicht als Mission angesehen. Eine Mission wäre für mich die Erreichung eines bestimmten Ziels, Reflexion verstehe ich zunächst nur als Mittel. Aber du hast recht: Inzwischen wird „Mission“ einfach mit „was wir machen“ oder „wozu diese Site da ist“ verbunden („mission statement“). Aber dann ist irgendwie alles „Mission“….

5 benni (05.02.2008, 13:32 Uhr)

@Stefan: Na, http://de.wikipedia.org/wiki/Mission listet diese Bedeutung als „Ziel“ aber eigentlich nicht. Wir haben hier doch durchaus einen „Auftrag“. Ok, der kommt nicht von Gott sondern von uns selbst. Aber Auftrag ist Auftrag.

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