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Untersuchung zu Frauen in Freier Software

Frauen fuehlen sich diskriminiert, Maenner sehen das anders

Tja, dieser Graph spricht fuer sich. Eine der beiden Gruppen hat eine furchtbar verschobene Realitaetswahrnehmung.

Das Bild stammt von einer Studie, die schon knapp ein Jahr alt ist. Vielleicht kennt das hier deshalb schon der eine oder die andere: Ergebnisse einer EU-finanzierten Studie zu (dem Mangel von) Frauen in Freien Software Projekten.

Hier die wesentlichen Funde aus dem „Executive Summary“:

1. Frauen werden aktiv ausgeschlossen. Es ist nicht etwa so, dass sie sich einfach nicht interessieren.

2. Innerhalb Freier Software dominiert immernoch ein „Hacker-Ethos“, der sich unter anderem dadurch auszeichnet, dass er Technisches vom Sozialen trennt und das Technische hoeher bewertet. Frauen werden der sozialen Sphaere zugeordnet, waehrend sich maennliche „Hacker“ der technischen Seite zugehoerig fuehlen.

3. Innerhalb Freier Software wird die Produktion von „Code“ hoeher bewertet als die Produktion von „Software“. Damit werden Spezialisten den Allroundern uebergeordnet. Frauen sind haeufiger in als „nicht-technisch“ angesehenen, staerker der ganzen Software gewidmeten Bereichen aktiv, z.B. Interface Design oder Dokumentation.

4. Die gesamte Freie Software Szene ist auf Leute zugeschnitten, die vergleichsweise lange Erfahrung mit Computern haben. Es werden also Leute, die sehr frueh schon angefangen haben zu programmieren bevorzugt. Frauen fangen im Durchschnitt in hoeherem Alter an und sind daher strukturell ausgeschlossen.

5. Das uebliche Flaming und anderes aggressives Verhalten schliesst Neulinge, v.a. die mit weniger Erfahrung mit Computern, also tendenziell auch Frauen, aus.

6. Freie Software zu schreiben setzt die Verfuegung ueber viel freie Zeit zum intensiven Programmieren voraus. Aufgrund ihrer im Durchschnitt hoeheren Beteiligung an Hausarbeit haben Frauen hier weniger Zeit.

Ich lasse die Ergebnisse mal so stehen, zumal mich die Empfehlungen aus dem Report nicht ueberzeugt haben. Die Graphik (s.o.) zeigt, dass Wahrnehmungen auseinander gehen. Da ist ein bisschen Aufklaerung sicher schonmal ein Anfang zur Besserung.

Kategorien: Freie Software, Gender

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23. Februar 2007, 18:51 Uhr   0 Kommentare

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