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Triple-free

Aus dem Oekonux-Netzwerk stammt die Einsicht, dass es nicht nur proprietäre und Freie Software gibt, sondern dass Freie Software ihrerseits sich aufteilt in einfach und doppelt Freie Software. Einfach Freie Software ist jene, bei der das Produkt frei ist, meist garantiert durch eine freie Softwarelizenz. Bei doppelt Freier Software ist darüberhinaus auch der Produktionsprozess frei, erfolgt also nicht im Auftrag, für den Markt, für Geld oder andere fremde Gründe, sondern ausschließlich aus je eigener Motivation.

Beim P2P-Workshop 2007 an der Nottingham Trent University zur »politischen Ökonomie der Peer-Produktion« hat Tere Vadén nun einen drauf gesetzt. In Abgrenzung zm »geschlossenen« Paradigma gibt es drei »stages of freedom« (Stufen der Freiheit): »sharing«, »commonist«, »communist«.

Danach gehört »Selbstentfaltung« erst in die zweite Stufe (»commonist«), weil die Mittel (»vehicle«) der Entfaltung nicht frei sind. »Triple Freedom« wäre dann erst in der dritten Stufe (»communist«) erreicht. Tere Vadén holt also die Produktionsmittel in den Fokus der Aufmerksamkeit. Ferner sei es wichtig, nicht nur auf die Veränderung der Medien zu schauen, sondern auch die notwendige Veränderung unserer Lernformen zu beachten.

Hier die komplette Tabelle (sorry, in englisch, auf die Tabelle klicken zum vergrößern):

Four Stages of Freedom

[Update]

doomicile hat die grafische Tabelle in eine HTML-Tabelle übertragen (danke!). Wer also sowas zum Beispiel für die nächste Präsentation braucht: guckst du hier.

Kategorien: Freie Software, Lernen, Theorie

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26. November 2007, 22:05 Uhr   6 Kommentare

1 doomicile » Triple-free (27.11.2007, 08:36 Uhr)

[…] wird auf eine aktuelle Entwicklung der Diskussion um Lizenzen, Produktion und Freiheit hingewiesen. Ich habe schon häufiger Schwierigkeiten gehabt, die verschiedenen Grade von Offenheit und […]

2 Hanno (27.11.2007, 16:15 Uhr)

Es macht durchaus Sinn, sich über die Strukturen freier Softwareprojekte dergestalt Gedanken zu machen, allerdings so als »Kategorien« taugen die des ökonux-Projekts imho nicht sonderlich, da wir es bei realen Projekten ab einer bestimmten Größe immer mit Mischformen zu tun haben. Also einen Mix aus privaten Entwicklern und Firmen, die die Entwicklung finanzieren.

Ein Beispiel wäre KDE, was nach meiner Wahrnehmung schon sehr stark Community-orientiert ist, aber dennoch einige bezahlte Entwickler von Trolltech beschäftigt.

Interessant wäre allerdings zu untersuchen in welcher Form das die Projektrichtung beeinflusst, ob Patches/Bugreports von „bezahlten“ mehr Aufmerksamkeit erlangen o.ä..

3 StefanMz (27.11.2007, 16:36 Uhr)

@Hanno

…da wir es bei realen Projekten ab einer bestimmten Größe immer mit Mischformen zu tun haben

Genau, aber eine Mischform kannst du nur erkennen, wenn du weisst, wovon es eine Mischung ist. Das ist der Sinn solcher Kategorisierungen.

4 Drei Stufen der Offenheit — keimform.de (21.01.2008, 12:04 Uhr)

[…] Dreiteilung erinnert an die »Triple-Free«-Definition von Tere Vadén für Freie Software. Hier nun die sieben Regeln, die den drei Stufen […]

5 Wikiworld — keimform.de (19.03.2008, 10:35 Uhr)

[…] just received an email from Tere Vadén: We have just published an open access book entitled Wikiworld — Political Economy and the […]

6 News soon! « Wikiworld (18.08.2008, 08:33 Uhr)

[…] idea of “triple-freedom” has been discussed here: Beim P2P-Workshop 2007 an der Nottingham Trent University zur »politischen Ökonomie der […]

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