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SpOn entdeckt Oekonux

Im gewohnt quengligen Ton schreibt SpiegelOnline über »Anarchie im Netz« — uh, ganz böse! Es ist der Bewerbungsartikel zum neuen Spiegel-Special-Heft mit dem Titel »Wir sind das Netz«. Der Spiegel bedient ja seit jeher eine Kombination aus Möchtegern-Intellektualismus und dumpfen Ressentiments. Mein Lehrer brachte das seinerzeit auf den Punkt: »Spiegel ist BILD für Intellektuelle«. Nur der Spiegel schafft diese Kombination:

»Raubkopieren ist zum Volkssport geworden. Doch was ist eine Kunst noch wert, die es überall umsonst gibt?« (aus dem Inhaltsverzeichnis von Spiegel-Spezial)

Der BILD-Proll will Kunst vom ALDI, der Intellele will Distinktionsgewinn vom Spiegel.

Im Netz grassiert nicht nur eine bedrohliche »Gratis-Kultur«, sondern SpOn sieht Kräfte am Werk, die »den globalisierten Kapitalismus ins Wanken … bringen«:

»Attac hat eine Arbeitsgruppe mit dem eher altdeutschen Namen „Wissensallmende und Freier Informationsfluss“ gegründet. Eine in Deutschland gegründete Gruppe namens Oekonux wirft die Frage auf, ob „freie Software bereits die Keimform einer künftigen, nicht kapitalistischen Gesellschaft ist“. Die Frage ist nicht so irre, wie sie klingt. Die ersten ernsthaften Versuche, bei der Software-Entwicklung vom traditionellen Urheberrechtsschutz abzuweichen, sind tatsächlich von der Idee getrieben, die Welt vom Microsoft-Kapitalismus zu befreien.«

Das ist nun echt zu viel der Ehre. Aber immerhin: Nach 8 Jahren Oekonux zu entdecken und dann nicht zum Irrsinn, Wahn oder Terrorismus zu erklären, ist eine Leistung. Aber ich hör‘ mal besser auf zu quengeln…

Kategorien: Feindbeobachtung

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27. Juni 2007, 12:06 Uhr   2 Kommentare

1 moca (01.07.2007, 16:23 Uhr)

🙂 darauf, dass der spiegel die bildzeitung der intelektuellen ist bin ich vor ca. 15 jahren ganz von alleine gekommen. wenn ich ab und an doch mal einen spiegelartikel lese fühle ich mich meistens in dieser meinung bestätigt.

ich hör dich gerne quengeln, mach ruhig weiter 😀

2 el casi (10.07.2007, 21:05 Uhr)

Ja, eine Danke auch von mir, der ich selten in den Genuß komme, meine Lehren aus der Lektüre von Spiel-Artikeln zu ziehen. Deine Reduktion auf wesentliche Auszüge sowie die Kommentierung machen die Rezeption ja denn auch angenehm deutlich angenehmer, als wenn man sich allein über jede Passage aufregen müßte 😉

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