Auf der Suche nach dem Neuen im Alten
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Proprietäre Schwarmhardware und andere Biester

CrowdSpirit ist eine Webseite die versucht den Prosumergedanken für das Feld elektronischer Hardware konsequent umzusetzen. Leider ist da scheinbar nix frei , sondern den Mitspielern wird Geld versprochen, das scheint ja sowieso der neueste Web-2.0-Trend zu sein.  Der Schwarm wird bezahlt.

Für uns stellt sich da die Frage,  ob es gegen diese Strategie der Microverwertung noch der kleinsten Lebensregungen ein adäquates Gegenmittel geben könnte.  Freie Software funktioniert ja auch zu einem großen Teil deswegen, weil es sich für viele Beteiligte nicht lohnt ihren Einsatz zu verwerten.  Was, wenn jetzt jemand auf die Idee kommt einfach jeden Codeschnippsel und jeden Bugreport zu bezahlen? Ich hoffe mal, der Feind liest nicht mit 😉

Ein auf den ersten Blick (ist schon spät, ich muss ins Bett) interessanter Blog, der sich mit diesen Fragen beschäftigt ist Crowdwisdom.

Kategorien: Feindbeobachtung, Freie Hardware, Freie Software

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24. Februar 2007, 00:52 Uhr   3 Kommentare

1 Christian (25.02.2007, 09:56 Uhr)

Naja, „andere arbeiten lassen und dann an den Gewinnen beteiligen“ ist ja immerhin ein Fortschritt gegenüber klassischen „AAL“-Prinzip des Web 2.0 („andere unbezahlt arbeiten lassen und selbst die ganze Kohle abgreifen“). Daher finde ich es schon in Ordnung, wenn die Mitwirkenden an Verkaufseinnahmen beteiligt werden sollen.

Schade nur, dass es hier ja wohl darauf rauslaufen wird, dass die Designs etc. eben auch wieder geheimgehalten werden, statt als Freie Hardware-Designs zugänglich gemacht zu werden…

2 Markus Pöhlmann (27.02.2007, 10:43 Uhr)

Ich glaube, die Menge an Möglichkeiten, andere Leute unbezahlt arbeiten zu lassen und selbst daraus Gewinn zu erzielen ist recht begrenzt. Man muss keine Ausbeutungsszenarien an die Wand malen – schließlich geht es um freiwillige Mitarbeit. So lange sich Leute finden, die umsonst mitarbeiten, scheint ja etwas Anderes – ein immaterieller Nutzen – ausschlaggebend zu sein.

3 benni (27.02.2007, 11:26 Uhr)

@Markus: Ja, um Ausbeutung geht es nicht (nur). Für die Frage ob solche Phänomene Keimformcharakter haben oder nicht, ist das zwar nicht egal, aber auch nicht die einzige Bedingung. Auch wenn da niemand ausgebeutet würde wären diese Web-2.0-Phänomene als Keimform einer neuen Produktionsweise jenseits der Warengesellschaft diskreditiert, wenn dort jede kleine Regung warenförmig gemacht werden könnte.

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