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Der erfolgreichste Film Finnlands

Starwreck… ist von Ari Kaurismäki? Weit gefehlt! Der erfolgreichste Film Finnlands ist »Star Wreck: In the Pirkening« von Samuli Torssonen. Der Film ist genau das, wonach der Titel klingt: eine Star-Treck-Parodie, aber eine vom Feinsten!

Rund fünf Millionen Downloads machen den Film zum meist gesehenen finnischen Film aller Zeiten. Wie es geht? »In the Pirkening« — »Star Wreck« ist eine ganze Reihe — ist ein freier Film, der unter einer nicht-kommerziellen Creative Commons-Lizenz veröffentlicht wurde.

Das hielt jedoch chinesische und russische Profi-Kopierer nicht davon ab, den Film auf DVD zu pressen und zu verticken — worauf die Filmmacher ganz stolz sind: vgl. »Gepiratetetete (?) freie Filme« und das Interview mit den Star-Wreck-Leuten (engl.). Samuli Torssonen, der Maintainer des ganzen Projekts, hat auch die Hauptrolle des Captain Pirk gespielt: Er musste das übernehmen, weil er der einzige war, der über die sieben Jahre der Produktion den gleichen Haarschnitt hatte;-)

Der Film entstand größtenteils in der Wohnung von Samuli Torssonnen mit Hilfe der der Bluescreen-Technik. In den FAQ wird sehr anschaulich erklärt, wie das geht und was die Schwierigkeiten sind. Und im FAQ wird erklärt, warum der Film frei ist, klar, das ist die erste Frage. Das Gesamtbudget von ca. 20.000 Euro ging hauptsächlich für Computer drauf, die Digital-Kamera wurde von einer Schule geborgt. Der erfolgreiche DVD-Verkauf bringt die Kosten wieder rein und finanziert zum Teil das nächste Projekt: »Iron Sky«. Freie Downloads und DVD-Verkauf gehen hier zusammen.

Das Filmemachen wurde beim Machen des Films gelernt, oft „from the scratch“. Aber da es keinen kommerziellen Druck, Termine etc. gab, wurden viele Szenen zwei bis drei Mal gedreht:

»Wir haben beim Machen des Films eine Menge gelernt, und wir konnten diese Erfahrungen nutzen. Wenn wir einen Fehler machten, waren wir in der Lage, ihn zu korrigieren, auch wenn das bedeutete, die Szenen erneut zu drehen. Das hat den Film besser gemacht und aus uns bessere Filmemacher.« (aus: FAQ — The quality questions)

Die Macht der Freiheit vom Verwertungsdruck und die Macht der Kreativität.

Kategorien: Freie Inhalte, Medientipp

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8. Juli 2007, 16:28 Uhr   0 Kommentare

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