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	<title>Kommentare zu: Copyfarleft &#8212; eine Kritik</title>
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	<description>Auf der Suche nach dem Neuen im Alten</description>
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		<title>Von: Den Betrieb übernehmen. Einstieg in Transformation? &#8212; keimform.de</title>
		<link>http://keimform.de/2007/copyfarleft-eine-kritik/#comment-22000</link>
		<dc:creator>Den Betrieb übernehmen. Einstieg in Transformation? &#8212; keimform.de</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 05:49:16 +0000</pubDate>
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		<description>[...] Nach Wolffs Auffassung würde die drei Bände des »Kapital« von Marx von der Produktion und Verteilung des Mehrwerts handeln. Marx klage an, dass die Arbeiter ausgebeutet würden. Nun sei es angesagt, dass sich die Arbeiter mittels der vorgeschlagenen Kapitalistenersetzung selbst den Mehrwert aneigneten. Diese Figur kehrt immer wieder. [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Nach Wolffs Auffassung würde die drei Bände des »Kapital« von Marx von der Produktion und Verteilung des Mehrwerts handeln. Marx klage an, dass die Arbeiter ausgebeutet würden. Nun sei es angesagt, dass sich die Arbeiter mittels der vorgeschlagenen Kapitalistenersetzung selbst den Mehrwert aneigneten. Diese Figur kehrt immer wieder. [...]</p>
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		<title>Von: theorie edit &#187; Ars Gratia Artis? – Part IV</title>
		<link>http://keimform.de/2007/copyfarleft-eine-kritik/#comment-21882</link>
		<dc:creator>theorie edit &#187; Ars Gratia Artis? – Part IV</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Mar 2012 11:26:58 +0000</pubDate>
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		<description>[...] UrhG) (5) Eine marxistisch-wertkritische Anmerkung zur Copyfarleft-Lizenz hat Stefan Meretz auf http://www.keimform.de/2007/copyfarleft-eine-kritik/ veröffentlicht, eine ausführliche Diskussion dazu gibt es hier: [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] UrhG) (5) Eine marxistisch-wertkritische Anmerkung zur Copyfarleft-Lizenz hat Stefan Meretz auf <a href="http://www.keimform.de/2007/copyfarleft-eine-kritik/" rel="nofollow">http://www.keimform.de/2007/copyfarleft-eine-kritik/</a> veröffentlicht, eine ausführliche Diskussion dazu gibt es hier: [...]</p>
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		<title>Von: Paul Roerijk</title>
		<link>http://keimform.de/2007/copyfarleft-eine-kritik/#comment-19606</link>
		<dc:creator>Paul Roerijk</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 May 2011 15:58:24 +0000</pubDate>
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		<description>Ich weiß, was du meinst – und du hast eingeschränkt ja auch recht –, aber es ging, wie ich es verstanden habe, um etwas anderes:

Kleiner bezieht seine Kritik eher auf eine Art post-industriellem Kapitalismus, welcher seine Macht aus &quot;geistigem Eigentum&quot; zieht und fordert ein anti-kapitalistisches Gegenmodell zur bekannten, kapitalistischen Verwertungslogik. 

Es geht ihm nicht um die industrielle Produktionsweise, macht aber deutlich, dass das Grundproblem des Kapitalismus immer im (zu weit gefassten) Eigentumsbegriff begründet liegt. Das weicht auch von Marx&#039; Theorie nicht sonderlich weit ab und sollte auch das Problem gut genug beleuchten. 

Kleiner bezieht sich in seiner Kritik vor allem auf die CreativeCommons-Lizenzen, die zum Einen die Produktions- und Verwertungsweise von Kreativen nicht wirklich antastet (im Gegensatz zur GPL), aber auch nicht sicherstellen kann, dass der Kreative für sein Schaffen ein Auskommen hat (etwas was die GPL auch nicht garantieren kann, aber bezüglich des Nutzwerts von Software, dies zumindest für Entwickler wahrscheinlicher macht). Das ist durchaus ein Problem, das sehe ich ein und ich verstehe seine Kritik – allerdings sehe ich derzeit keine andere Lösung, als eine Form des Mutualismus, z.B. durch die freiwillige Unterstützung der Künstler durch die Nutznießer. Das gilt aber dann für jegliches politisch-wirtschaftliches System. Ich fühle mich fast schon genötigt zu schreiben, dass so das Los des Künstlers ist…</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich weiß, was du meinst – und du hast eingeschränkt ja auch recht –, aber es ging, wie ich es verstanden habe, um etwas anderes:</p>
<p>Kleiner bezieht seine Kritik eher auf eine Art post-industriellem Kapitalismus, welcher seine Macht aus &#8220;geistigem Eigentum&#8221; zieht und fordert ein anti-kapitalistisches Gegenmodell zur bekannten, kapitalistischen Verwertungslogik. </p>
<p>Es geht ihm nicht um die industrielle Produktionsweise, macht aber deutlich, dass das Grundproblem des Kapitalismus immer im (zu weit gefassten) Eigentumsbegriff begründet liegt. Das weicht auch von Marx&#8217; Theorie nicht sonderlich weit ab und sollte auch das Problem gut genug beleuchten. </p>
<p>Kleiner bezieht sich in seiner Kritik vor allem auf die CreativeCommons-Lizenzen, die zum Einen die Produktions- und Verwertungsweise von Kreativen nicht wirklich antastet (im Gegensatz zur GPL), aber auch nicht sicherstellen kann, dass der Kreative für sein Schaffen ein Auskommen hat (etwas was die GPL auch nicht garantieren kann, aber bezüglich des Nutzwerts von Software, dies zumindest für Entwickler wahrscheinlicher macht). Das ist durchaus ein Problem, das sehe ich ein und ich verstehe seine Kritik – allerdings sehe ich derzeit keine andere Lösung, als eine Form des Mutualismus, z.B. durch die freiwillige Unterstützung der Künstler durch die Nutznießer. Das gilt aber dann für jegliches politisch-wirtschaftliches System. Ich fühle mich fast schon genötigt zu schreiben, dass so das Los des Künstlers ist…</p>
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	<item>
		<title>Von: StefanMz</title>
		<link>http://keimform.de/2007/copyfarleft-eine-kritik/#comment-19449</link>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Apr 2011 12:09:47 +0000</pubDate>
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		<description>@Paul Roerijk: Kleiner beruft sich tatsächlich nicht auf Marx, aber ich bin nicht auf die Idee gekommen, das, was Marx theoretisch zerlegt hat (die bürgerlichen Ökonomen Ricardo und Smith, aber auch Proudon), ernsthaft als theoretische Grundlage in Erwägung zu ziehen. Ein Zurück hinter Marx schien mir ausgeschlossen, sondern bisher ging der Streit stets darum, wer den Marx angemessen interpretiert oder ob die Marxschen Kategorien positiv gewendet werden können etc. Das war ein Fehler von mir, ich sehe es ein (das hätte Dmytri Kleiner ja auch mal selbst sagen können). Da haben wir aneinander vorbeigeredet.

Insofern ist eine weitere Auseinandersetzung wenig sinnvoll, weil ich die ganzen bürgerlichen Kategorien, die Kleiner und du anwenden, für das Problem halte. Man kann den Kapitalismus nicht auf seiner eigenen Grundlage überwinden. Marx ist selber hinter seine eigene Kritik von Proudon u.a. zurückgefallen, als er in der »Kritik des Gothaer Programms« von der Arbeiterbewegung gedrängt all jene Illusionen als »erste Phase« des Kommunismus (dann Sozialismus genannt) zum Besten gab, die er vorher an Proudon u.a. kritisierte. Das, was dann Staatssozialismus wurde, war dann tatsächlich nichts anderes als Staatskapitalismus und kein Beginn einer anderen Produktionsweise.

Mein Fazit halte ich gleichwohl für nach wie vor gültig: »Dmytri Kleiner will trotz aller radikalen Rhetorik die Grundlagen der Warenproduktion nicht antasten, sondern er will auf der Grundlage der Warenproduktion eine etwas gleichmäßigere Verteilung des Reichtums haben« -- ein legitimer Standpunkt, der schlicht nichts mit Überwindung von Kapitalismus zu tun hat.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Paul Roerijk: Kleiner beruft sich tatsächlich nicht auf Marx, aber ich bin nicht auf die Idee gekommen, das, was Marx theoretisch zerlegt hat (die bürgerlichen Ökonomen Ricardo und Smith, aber auch Proudon), ernsthaft als theoretische Grundlage in Erwägung zu ziehen. Ein Zurück hinter Marx schien mir ausgeschlossen, sondern bisher ging der Streit stets darum, wer den Marx angemessen interpretiert oder ob die Marxschen Kategorien positiv gewendet werden können etc. Das war ein Fehler von mir, ich sehe es ein (das hätte Dmytri Kleiner ja auch mal selbst sagen können). Da haben wir aneinander vorbeigeredet.</p>
<p>Insofern ist eine weitere Auseinandersetzung wenig sinnvoll, weil ich die ganzen bürgerlichen Kategorien, die Kleiner und du anwenden, für das Problem halte. Man kann den Kapitalismus nicht auf seiner eigenen Grundlage überwinden. Marx ist selber hinter seine eigene Kritik von Proudon u.a. zurückgefallen, als er in der »Kritik des Gothaer Programms« von der Arbeiterbewegung gedrängt all jene Illusionen als »erste Phase« des Kommunismus (dann Sozialismus genannt) zum Besten gab, die er vorher an Proudon u.a. kritisierte. Das, was dann Staatssozialismus wurde, war dann tatsächlich nichts anderes als Staatskapitalismus und kein Beginn einer anderen Produktionsweise.</p>
<p>Mein Fazit halte ich gleichwohl für nach wie vor gültig: »Dmytri Kleiner will trotz aller radikalen Rhetorik die Grundlagen der Warenproduktion nicht antasten, sondern er will auf der Grundlage der Warenproduktion eine etwas gleichmäßigere Verteilung des Reichtums haben« &#8212; ein legitimer Standpunkt, der schlicht nichts mit Überwindung von Kapitalismus zu tun hat.</p>
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	<item>
		<title>Von: Paul Roerijk</title>
		<link>http://keimform.de/2007/copyfarleft-eine-kritik/#comment-19434</link>
		<dc:creator>Paul Roerijk</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Apr 2011 01:17:20 +0000</pubDate>
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		<description>Also mir stößt die Kritik sauer auf, da sie zwar lang ist, aber komplett am Thema vorbeigeht, weil krampfhaft versucht wird, hier eine unpassende Doktrin der Doktrin willen anzuwenden:

1. Dmytri Kleiner erwähnt in keiner Weise &quot;Marxismus&quot; und beruft sich nicht auf Marx. Das ist Fehler Nr. 1. Dafür stützt sich Kleiner auf Ricardo (ein genialer Kunstgriff, wie ich finde), welcher auch Ansichten von Adam Smith übernommen hat, sowie auf Proudhon und eben nicht auf Marx! Das schrammt schon fast an einer Unverschämtheit vorbei, Kleiner für seine Zusammenfassung von Proudhons Kritik am Eigentum Unverständnis vorzuwerfen, zumal sie hier noch einmal &quot;verdreht&quot; zusammengefasst wurde – was klar zeigt, dass nicht wirklich verstanden wurde, was kritisiert werden wollte.

2. Der natürliche Preis der Arbeit ergibt sich zwangsweise aus der Subsistenz des Arbeiters, da die Arbeit (Leistung * Zeit) nur dann erbracht werden kann, wenn seine Grundbedürfnisse erfüllt sind. Kleiner hat außerdem vollkommen recht, wenn er sagt, dass diese Subsistenz mehr ausmacht, als das reine Überleben, denn in unserer Zeit sind die Grundbedürfnisse andere, da sich auch die sozialen Rahmenbedingungen verändert haben. &quot;Arbeitskraft&quot;, was auch immer das sein soll, ist irrelevant. Das ist eine Spitzfindigkeit, die genau vom eigentlichen Punkt ablenkt, nämlich, dass der Arbeiter nicht im vollen Umfang die Früchte seiner Arbeit erhält, um es frei mit Adam Smith zu formulieren! Dies wird nur dadurch möglich, dass es überhaupt Privateigentum an Produktionsmitteln gibt. Kleiners Kritik – oder besser Proudhons Kritik – ist viel radikaler. Hieraus entwickelte sich auch das &quot;eherne Lohngesetz&quot;, welches übrigens Adam Smiths Begründung von Eigentum widerspricht, der ja den Aneignungsprozess in der Arbeit verortet. Der Arbeiter wird hier de jure zu Gunsten eines Eigentümers enteignet, obwohl a) der Arbeiter durch Arbeit einen Aneignungsprozess ausführt und b) es ja die Gesellschaft ist, und somit auch der Arbeiter, welche das Eigentum schützt, obwohl dies den eigenen Interessen widerspricht. Zu behaupten, dies wäre nur ein Äquivalententausch von Lohn gegen &quot;Arbeitskraft&quot; und sei gerecht, zeugt davon, dass das eigentliche Problem nicht erkannt wurde: Die Enteignung von Arbeit durch Eigentum. Darum geht es und nicht um Kapitalismus, denn diese Form von Enteignung funktioniert auch ohne Kapitalismus. Der Staatssozialismus (welcher diesen Namen nicht verdient) ist ein gutes Beispiel dafür.

3. Kleiner beschränkt den Wertbegriff auf den Nutzwert und deutet an, dass Kunst, die ja keinen Nutzwert besitzt, einen anderen, symbolischen Wert für die &quot;Freunde der Kunst&quot; besitzt. Marx&#039; Wertbegriff ist in seiner Argumentation auch nicht notwendig, da Kleiner vom &quot;natürlichen Preis&quot; ausgeht, also dem Preis, der nach Adam Smith aus den Gestehungskosten resultiert, was im Fall von Arbeit die Subsistenz des Arbeiters wäre. Dies entspricht in etwa dem Marxschen Wert. Darüber hinaus gäbe es noch einen Marktpreis. Dieser bestimmt aber nicht der Arbeiter, sondern derjenige, der sich dessen Arbeit angeeignet hat. Dies entspräche in etwa dem Neuwert, also der Summe aus Wert und Mehrwert. Um das Problem der Enteignung durch Eigentum zu beschreiben ist dieser Begriff allerdings absolut irrelevant. Es ist auch nicht wichtig, ob es sich um absolutem oder relativem Mehrwert handelt. Auch Angebot und Nachfrage spielen hier keine Rolle. Kurz: Dem Dieb ist es gleich, woher sein Beute stammt, in welchen Zusammenhang sie entstanden ist und in welchem Verhältnis sie einmal stand. Wichtig ist, dass er sie sich genommen hat.

4. Eine Rente ist Einkommen ohne Arbeitsleistung. In diesem Fall ein Einkommen, welches sich aus Eigentum ergibt. Ob dies im Endeffekt Profit darstellt, ist ebenfalls ohne Bedeutung. Es geht darum, dass Eigentum eine gesetzliche Einschränkung von Freiheiten zugunsten eines Eigentümers ist, was ihm erlaubt, nach Belieben über die Güter zu bestimmen, welche er sein Eigentum nennt, diese künstlich zu verknappen und mit einer Rente zu belegen. Dies kann Profit aus einem Handel sein, Profit durch Ausbeutung von Arbeitern, aber auch ein Pachtzins für ein Stück Land. Auch für eine Pacht müssen andere Arbeitsleistung erbringen. Rente ist also der richtige Begriff, da er allgemein gehalten ist. Profit und Kapital spielen als Begriffe in diesem Zusammenhang keine Rolle.

5. Wenn man Produktivität ins Spiel bringt, dann sollte man sich klar sein, dass in einer arbeitsteiligen Welt, nur die Gesamtproduktivität endgültig eine Aussagekraft besitzt, denn die eigene Produktivität hängt auch von anderen ab und im Endeffekt zählt nur die Gesamtversorgung mit Gütern und Dienstleistungen und nicht Einzelleistungen, die auf anderen aufbauen. Eine Betrachtung &quot;1 Std. x = 10 Std. y&quot; ist sehr oberflächlich, funktioniert nicht so ohne Weiteres und hat kaum Bestand. Bei genauer Betrachtung resultiert ein solches Verhältnis aus eben diesen kritisierten Eigentumsverhältnissen und der künstlichen Verknappung. Oder wie will man bei einem Künstler, der ja abseits eines industriellen Produktionsprozesses steht, die Arbeitsproduktivität bemessen? Wie soll er sie steigern? Dass er nun zwei Kunstwerke am Tag fertigstellt anstatt eines im Monat? Wie vergleicht man einen Musiker mit einem Bildhauer? Das ist Quatsch und genauso wenig kann man das scheinbare Missverhältnis des Arbeitsergebnisses einer Putzfrau mit dem eines Raketentechnikers auf die erbrachte Arbeit übertragen, wenn Letztere bei beiden gleich war! Fakt ist nur, dass die Subsistenz eines Künstlers genauso gewahrt werden muss, wie die eines Arbeiters, einer Putzfrau oder eines Ingenieurs, zumal Kunst und Kultur auch schon immer zu den menschlichen Grundbedürfnissen zählten, gleichgültig wie arm und unproduktiv eine Gesellschaft war. Daraus resultiert nun einmal kein Verhältnis &quot;1 Std. x = 10 Std. y&quot;, sondern die Verhältnisse &quot;1 Std. x = 1 Std. y&quot; und &quot;10 St. Produkt A = 1 St. Produkt B&quot;. Das ist etwas fundamental anderes und immer gerecht, solange nichts künstlich verknappt wird, da das Missverhältnis aus dem natürlichen Preis der Arbeit resultiert.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Also mir stößt die Kritik sauer auf, da sie zwar lang ist, aber komplett am Thema vorbeigeht, weil krampfhaft versucht wird, hier eine unpassende Doktrin der Doktrin willen anzuwenden:</p>
<p>1. Dmytri Kleiner erwähnt in keiner Weise &#8220;Marxismus&#8221; und beruft sich nicht auf Marx. Das ist Fehler Nr. 1. Dafür stützt sich Kleiner auf Ricardo (ein genialer Kunstgriff, wie ich finde), welcher auch Ansichten von Adam Smith übernommen hat, sowie auf Proudhon und eben nicht auf Marx! Das schrammt schon fast an einer Unverschämtheit vorbei, Kleiner für seine Zusammenfassung von Proudhons Kritik am Eigentum Unverständnis vorzuwerfen, zumal sie hier noch einmal &#8220;verdreht&#8221; zusammengefasst wurde – was klar zeigt, dass nicht wirklich verstanden wurde, was kritisiert werden wollte.</p>
<p>2. Der natürliche Preis der Arbeit ergibt sich zwangsweise aus der Subsistenz des Arbeiters, da die Arbeit (Leistung * Zeit) nur dann erbracht werden kann, wenn seine Grundbedürfnisse erfüllt sind. Kleiner hat außerdem vollkommen recht, wenn er sagt, dass diese Subsistenz mehr ausmacht, als das reine Überleben, denn in unserer Zeit sind die Grundbedürfnisse andere, da sich auch die sozialen Rahmenbedingungen verändert haben. &#8220;Arbeitskraft&#8221;, was auch immer das sein soll, ist irrelevant. Das ist eine Spitzfindigkeit, die genau vom eigentlichen Punkt ablenkt, nämlich, dass der Arbeiter nicht im vollen Umfang die Früchte seiner Arbeit erhält, um es frei mit Adam Smith zu formulieren! Dies wird nur dadurch möglich, dass es überhaupt Privateigentum an Produktionsmitteln gibt. Kleiners Kritik – oder besser Proudhons Kritik – ist viel radikaler. Hieraus entwickelte sich auch das &#8220;eherne Lohngesetz&#8221;, welches übrigens Adam Smiths Begründung von Eigentum widerspricht, der ja den Aneignungsprozess in der Arbeit verortet. Der Arbeiter wird hier de jure zu Gunsten eines Eigentümers enteignet, obwohl a) der Arbeiter durch Arbeit einen Aneignungsprozess ausführt und b) es ja die Gesellschaft ist, und somit auch der Arbeiter, welche das Eigentum schützt, obwohl dies den eigenen Interessen widerspricht. Zu behaupten, dies wäre nur ein Äquivalententausch von Lohn gegen &#8220;Arbeitskraft&#8221; und sei gerecht, zeugt davon, dass das eigentliche Problem nicht erkannt wurde: Die Enteignung von Arbeit durch Eigentum. Darum geht es und nicht um Kapitalismus, denn diese Form von Enteignung funktioniert auch ohne Kapitalismus. Der Staatssozialismus (welcher diesen Namen nicht verdient) ist ein gutes Beispiel dafür.</p>
<p>3. Kleiner beschränkt den Wertbegriff auf den Nutzwert und deutet an, dass Kunst, die ja keinen Nutzwert besitzt, einen anderen, symbolischen Wert für die &#8220;Freunde der Kunst&#8221; besitzt. Marx&#8217; Wertbegriff ist in seiner Argumentation auch nicht notwendig, da Kleiner vom &#8220;natürlichen Preis&#8221; ausgeht, also dem Preis, der nach Adam Smith aus den Gestehungskosten resultiert, was im Fall von Arbeit die Subsistenz des Arbeiters wäre. Dies entspricht in etwa dem Marxschen Wert. Darüber hinaus gäbe es noch einen Marktpreis. Dieser bestimmt aber nicht der Arbeiter, sondern derjenige, der sich dessen Arbeit angeeignet hat. Dies entspräche in etwa dem Neuwert, also der Summe aus Wert und Mehrwert. Um das Problem der Enteignung durch Eigentum zu beschreiben ist dieser Begriff allerdings absolut irrelevant. Es ist auch nicht wichtig, ob es sich um absolutem oder relativem Mehrwert handelt. Auch Angebot und Nachfrage spielen hier keine Rolle. Kurz: Dem Dieb ist es gleich, woher sein Beute stammt, in welchen Zusammenhang sie entstanden ist und in welchem Verhältnis sie einmal stand. Wichtig ist, dass er sie sich genommen hat.</p>
<p>4. Eine Rente ist Einkommen ohne Arbeitsleistung. In diesem Fall ein Einkommen, welches sich aus Eigentum ergibt. Ob dies im Endeffekt Profit darstellt, ist ebenfalls ohne Bedeutung. Es geht darum, dass Eigentum eine gesetzliche Einschränkung von Freiheiten zugunsten eines Eigentümers ist, was ihm erlaubt, nach Belieben über die Güter zu bestimmen, welche er sein Eigentum nennt, diese künstlich zu verknappen und mit einer Rente zu belegen. Dies kann Profit aus einem Handel sein, Profit durch Ausbeutung von Arbeitern, aber auch ein Pachtzins für ein Stück Land. Auch für eine Pacht müssen andere Arbeitsleistung erbringen. Rente ist also der richtige Begriff, da er allgemein gehalten ist. Profit und Kapital spielen als Begriffe in diesem Zusammenhang keine Rolle.</p>
<p>5. Wenn man Produktivität ins Spiel bringt, dann sollte man sich klar sein, dass in einer arbeitsteiligen Welt, nur die Gesamtproduktivität endgültig eine Aussagekraft besitzt, denn die eigene Produktivität hängt auch von anderen ab und im Endeffekt zählt nur die Gesamtversorgung mit Gütern und Dienstleistungen und nicht Einzelleistungen, die auf anderen aufbauen. Eine Betrachtung &#8220;1 Std. x = 10 Std. y&#8221; ist sehr oberflächlich, funktioniert nicht so ohne Weiteres und hat kaum Bestand. Bei genauer Betrachtung resultiert ein solches Verhältnis aus eben diesen kritisierten Eigentumsverhältnissen und der künstlichen Verknappung. Oder wie will man bei einem Künstler, der ja abseits eines industriellen Produktionsprozesses steht, die Arbeitsproduktivität bemessen? Wie soll er sie steigern? Dass er nun zwei Kunstwerke am Tag fertigstellt anstatt eines im Monat? Wie vergleicht man einen Musiker mit einem Bildhauer? Das ist Quatsch und genauso wenig kann man das scheinbare Missverhältnis des Arbeitsergebnisses einer Putzfrau mit dem eines Raketentechnikers auf die erbrachte Arbeit übertragen, wenn Letztere bei beiden gleich war! Fakt ist nur, dass die Subsistenz eines Künstlers genauso gewahrt werden muss, wie die eines Arbeiters, einer Putzfrau oder eines Ingenieurs, zumal Kunst und Kultur auch schon immer zu den menschlichen Grundbedürfnissen zählten, gleichgültig wie arm und unproduktiv eine Gesellschaft war. Daraus resultiert nun einmal kein Verhältnis &#8220;1 Std. x = 10 Std. y&#8221;, sondern die Verhältnisse &#8220;1 Std. x = 1 Std. y&#8221; und &#8220;10 St. Produkt A = 1 St. Produkt B&#8221;. Das ist etwas fundamental anderes und immer gerecht, solange nichts künstlich verknappt wird, da das Missverhältnis aus dem natürlichen Preis der Arbeit resultiert.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Medien/Wissenschaft im Web (Woche 42/2010) &#171; digiom. studienblog über das leben in und mit digitalen onlinemedien</title>
		<link>http://keimform.de/2007/copyfarleft-eine-kritik/#comment-18665</link>
		<dc:creator>Medien/Wissenschaft im Web (Woche 42/2010) &#171; digiom. studienblog über das leben in und mit digitalen onlinemedien</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Oct 2010 15:02:53 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.keimform.de/2007/08/16/copyfarleft-eine-kritik/#comment-18665</guid>
		<description>[...] Das Manifest ist das dritte in der Network Notebooks Series des Instituts, neben Rob van Kranenburgs The Internet of Things (bei dem es um RFID, nicht &#8211; wie man anhand des Titels auch erwarten könnte &#8211; um RDF geht) und Rosalind Gills Technobohemians or the new Cybertariat. Dmytri Kleiner sprach auch auf den Wiener Paraflows, seinen sehr anregenden Vortrag zu &#8222;P2P communism vs the client-server state&#8220; kann man als MP3 von dieser Seite herunterladen und nachhören. Den marxistisch Versierteren (oder daran Interessierten) sei zur Einordnung auch folgender Artikel bei Keimform empfohlen: Copyfarleft &#8211; eine Kritik. [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Das Manifest ist das dritte in der Network Notebooks Series des Instituts, neben Rob van Kranenburgs The Internet of Things (bei dem es um RFID, nicht &#8211; wie man anhand des Titels auch erwarten könnte &#8211; um RDF geht) und Rosalind Gills Technobohemians or the new Cybertariat. Dmytri Kleiner sprach auch auf den Wiener Paraflows, seinen sehr anregenden Vortrag zu &#8222;P2P communism vs the client-server state&#8220; kann man als MP3 von dieser Seite herunterladen und nachhören. Den marxistisch Versierteren (oder daran Interessierten) sei zur Einordnung auch folgender Artikel bei Keimform empfohlen: Copyfarleft &#8211; eine Kritik. [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Alles wird offen (Teil 2) &#8212; keimform.de</title>
		<link>http://keimform.de/2007/copyfarleft-eine-kritik/#comment-15596</link>
		<dc:creator>Alles wird offen (Teil 2) &#8212; keimform.de</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 2008 15:04:16 +0000</pubDate>
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		<description>[...] Produktionsweise (Vermittlung &#252;ber Markt und Wert) werden dabei nicht in Frage gestellt, was &#252;bersieht, dass die Unterscheidung zwischen Produktionsmittel-Eigent&#252;mern (Kapitalisten) und [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Produktionsweise (Vermittlung &#252;ber Markt und Wert) werden dabei nicht in Frage gestellt, was &#252;bersieht, dass die Unterscheidung zwischen Produktionsmittel-Eigent&#252;mern (Kapitalisten) und [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Materielle Peer-Produktion — Teil 0: Merkmale der Peer-Produktion &#8212; keimform.de</title>
		<link>http://keimform.de/2007/copyfarleft-eine-kritik/#comment-10923</link>
		<dc:creator>Materielle Peer-Produktion — Teil 0: Merkmale der Peer-Produktion &#8212; keimform.de</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jan 2008 11:14:07 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.keimform.de/2007/08/16/copyfarleft-eine-kritik/#comment-10923</guid>
		<description>[...] wen die Produktion einem hierarchischen Planungsprozess folgt, findet keine Peer-Produktion ist — Dmytris Vorschlag ist aus dem [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] wen die Produktion einem hierarchischen Planungsprozess folgt, findet keine Peer-Produktion ist — Dmytris Vorschlag ist aus dem [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Mutt666</title>
		<link>http://keimform.de/2007/copyfarleft-eine-kritik/#comment-10686</link>
		<dc:creator>Mutt666</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Jan 2008 16:49:01 +0000</pubDate>
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		<description>Das regt zum Sterben an, weil das Beispiel Erich Mühsam sehr typisch ist und ein gutes Beispiel. Warum haben andere Nationen gewisse Dinge besser im Griff? Eine Band wie Pantera wäre in Germany nie denkbar gewesen. Die Wurzelverhinderung befindet sich im Ansatz und das passiert hier jeden Tag bei Ausnahme-Freaks. Müssen wir denn alle ins Ausland, um mit Hohn und Spott zu arbeiten? (Boll) Mir wäre es lieber, wenn die grundsätzliche Annerkennung nicht über die Globalität sondern über Leute laufen würden, die ihr Wissen (Euer Wissen) auch anwenden würden. Wir diskutieren und andere werden annerkannt. O.k. vielleicht vereinfache ich es hier zu stark. Aber Tatsache ist, dass ich an dieser Diskussion teilnehme, mir die Augen blutig lese und eigentlich den Job machen will, den ich kann, um hier meine Steuern, die ich bezahlen würde, in Weiterbildung von Musik und Filmkunst zu buttern. Ich kann mich an die Frage erinnern: &quot;wer ist eigentlich...?&quot; Dient diese zum weitermachen oder weitergejagt werden? Meint Ihr Lemmy Kilmister würde sich das alles durchlesen oder Fassbinder?? O.K.vielleicht ganz schlechter vergleich. Die hatten auch ne Crew...und nicht alles alleine gemacht..(Das müsste doch schon einiges ins Rechts-Licht stellen).</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das regt zum Sterben an, weil das Beispiel Erich Mühsam sehr typisch ist und ein gutes Beispiel. Warum haben andere Nationen gewisse Dinge besser im Griff? Eine Band wie Pantera wäre in Germany nie denkbar gewesen. Die Wurzelverhinderung befindet sich im Ansatz und das passiert hier jeden Tag bei Ausnahme-Freaks. Müssen wir denn alle ins Ausland, um mit Hohn und Spott zu arbeiten? (Boll) Mir wäre es lieber, wenn die grundsätzliche Annerkennung nicht über die Globalität sondern über Leute laufen würden, die ihr Wissen (Euer Wissen) auch anwenden würden. Wir diskutieren und andere werden annerkannt. O.k. vielleicht vereinfache ich es hier zu stark. Aber Tatsache ist, dass ich an dieser Diskussion teilnehme, mir die Augen blutig lese und eigentlich den Job machen will, den ich kann, um hier meine Steuern, die ich bezahlen würde, in Weiterbildung von Musik und Filmkunst zu buttern. Ich kann mich an die Frage erinnern: &#8220;wer ist eigentlich&#8230;?&#8221; Dient diese zum weitermachen oder weitergejagt werden? Meint Ihr Lemmy Kilmister würde sich das alles durchlesen oder Fassbinder?? O.K.vielleicht ganz schlechter vergleich. Die hatten auch ne Crew&#8230;und nicht alles alleine gemacht..(Das müsste doch schon einiges ins Rechts-Licht stellen).</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Thomas Kalka</title>
		<link>http://keimform.de/2007/copyfarleft-eine-kritik/#comment-10237</link>
		<dc:creator>Thomas Kalka</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Jan 2008 07:44:52 +0000</pubDate>
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		<description>Dieser Text ist wie vieles in letzter Zeit meiner Aufmerksamkeit entgangen. 
Hier scheint eine Gelegenheit, mein fortwährendes Unverständnis des &quot;Werts&quot; und seiner Zusammenhänge ein wenig zu ergründen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Text ist wie vieles in letzter Zeit meiner Aufmerksamkeit entgangen.<br />
Hier scheint eine Gelegenheit, mein fortwährendes Unverständnis des &#8220;Werts&#8221; und seiner Zusammenhänge ein wenig zu ergründen.</p>
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