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Bildung eines Serviceknotens für ein Kommunikationsnetz von Solidargemeinschaften

Bericht und Einladung

Der Vorschlag zur Bildung eines „Serviceknotens für ein Kommunikationsnetz von Solidargemeinschaften“ ausgehend vom Kongress „Solidarische Ökonomie“ fand interessierte Aufnahme. Ca. 30 Personen trafen bei dem entsprechenden Workshop zur Erörterung der Vorschläge ein. Zum Abschluss des Kongresses befestigte sich eine Gruppe, welche die ersten Schritte virtuell koordinieren will. Für Februar 2006 ist ein Arbeitstreffen in Kassel in den Räumlichkeiten der Kommune Niederkaufungen geplant, zu der alle, die sich aktiv einklinken wollen, eingeladen sind.

Die Idee besteht darin einen internetgestützten Serviceknoten zu entwickeln, der sich auch nach dem Kongress für die Kommunikation zwischen bestehenden Solidargemeinschaften verschiedenster Art, sowie einzelner Personen einsetzt. Er soll an die auch nach dem Kongress weiter bestehende Webpräsentation des Kongresses „Solidarische Ökonomie“ anknüpfen, tendenziell aber darüber hinausgehen, indem er nicht nur abrufbare Informationen repräsentiert, sondern einen Kommunikationsraum herstellt, der die Funktionen eines öffentlich zugänglichen Internetportals mit denen eines vor dem Marktdruck geschützten Innenraumes verbindet. In diesem Innenraum sollen Vorstellungen, Ideen, Theorien solidarischer Ökonomie entwickelt, diskutiert und dokumentiert sowie praktische Verbindungen zwischen Menschen hergestellt werden, die bereits aktiv in der Entwicklung solidarischer Ökonomie stehen und solchen, die erste Schritte auf diesem Gebiet setzten möchten. Gleichzeitig soll der Serviceknoten die Idee der solidarischen Ökonomie öffentlich zugänglich und auch in Detailfragen abrufbar machen. Ausdrücklich, so kam der Workshop überein, ist von Service-Knoten und nicht von Service-Zentrum die Rede. Über das Netz sollen schon bestehende sachliche oder regionale Vernetzungs-Systeme oder Knoten, insbesondere auch aus dem ländlichen Raum miteinander in Austausch treten können.

Erste Schritte können sogar eben gerade darin bestehen, bereits bestehende Knoten miteinander in Verbindung zu bringen. Zur Einleitung dieser Schritte bedarf es jedoch eines Konsenses bereits tätiger, interessierter Gemeinschaften wie auch interessierter Einzelpersonen über Sinn und Ziel eines solchen übergeordneten Knotens und darüber hinaus auch eines technischen Rahmens, die Web-Standards, die eine auch für technische Laien leicht bedienbare, übersichtliche und kompakte Kommunikation erlauben. Systemtechnisch kommen dafür soziale Software-Werkzeuge wie zum Beispiel Wikis- oder Blogs in Frage. Die technische Gestaltung kann allerdings, darin besteht ebenfalls Einigkeit aller am Workshop und an der nachfolgenden Kooperationsgruppe beteiligten Personen, nur Ausdruck eines gemeinsamen Willens sein und darf nicht umgekehrt von der Technik diktiert werden. Beispielsweise muss geklärt sein, wie transparent der Serviceknoten für die Öffentlichkeit sein soll, wie der Innenraum definiert, ob er und wie wenn dann wie er als Dachverband organisiert sein soll nicht zuletzt auch wie er finanziert wird. Was die Finanzen betrifft, besteht Einigkeit, dass der Serviceknoten nicht als linkes Selbstausbeutungsprojekt betrieben werden, sondern so nach Prinzipien solidarischer Ökonomie organisiert werden soll. Die notwendige Finanzierung muss aus dem Nutzen entspringen, den der Knoten für schon bestehende Gemeinschaften oder interessierte Einzelpersonen oder Institutionen hat. Das läuft im Prinzip auf eine Finanzierung durch Spenden und Sponsoren hinaus, wenn man Vereinsstrukturen mit Mitgliederbeiträgen oder auch Werbung und ähnlichem vermeiden will.

Der erste Schritt erfolgt jetzt als Koordination über Mailinglisten, die bereits einen ersten kleinen Adresspool bilden. Der Aufruf zum ersten Arbeitstreffen erfolgt über die Listen und die Auswertungsplattform „Solidarische Ökonomie“. So vorbereitet soll das Treffen in Kassel Ende Januar/Februar 2006 Aufgaben und Struktur des Knotens konkretisieren und wenn möglich auch Schritte zur technisch-systematischen Umsetzung einleiten.

Das Treffen findet am 18.2.2007 in Niederkaufungen statt (Beginn: 11,00 Uhr).

Themen:

  • Diskussion von Aufgaben und Strukturen eines Serviceknotens an Hand vorliegender Vorschläge
  • Erste Vorschläge zum technischen Rahmen

Anmeldungen bitte an die Adresse von Uli Barth, Kommune Niederkaufungen. Organisatorische Details sind zu erfragen.

Uli Barth, Kai Ehlers, Thomas Kalka, Stefan Matteikat,

P.S.

Dieser Text ist das Resultat der Debatte auf der vereinbarten Mailingliste.
Offen blieb allein die Frage, ob es wünschenswert sei, einen „übergeordneten Knoten“ zu haben.

Kategorien: Soziale Netzwerke, Termine

Tags:

5. Januar 2007, 16:51 Uhr   7 Kommentare

1 Florian Konnertz (06.01.2007, 03:48 Uhr)

cool.
Ein Gedanke zur offenen Frage: Ich meine, ob es ein übergeordneter Knoten sein wird, sowas wird man sehen weil das ja emergiert aus den Interaktionen mit anderen Knoten, die Frage kann man also schon eher offen lassen. lg, flo

2 benni (06.01.2007, 14:06 Uhr)

Ich hab ehrlich gesagt noch garnicht verstanden was das für „Services“ sein sollen, die ihr anbieten wollt. Oder ist das noch garnicht klar?

3 keimform.de » »Wie finden wir uns?« (18.01.2007, 10:05 Uhr)

[…] Es gibt am 18.2.2007 ein Treffen, um über die Frage der besseren Vernetzung von Projekten der »Solidarischen Ökonomie« (was immer das ist…) zu sprechen. Ich fürchte, da kommt nur wieder der übliche Kanon raus: Noch ein Wiki, Blog, Newsletter etc. Bringt es das? Bringt es was, sich am Kampf um Aufmerksamkeit zu beteiligen, anstatt zu gucken, wie wir untereinander zeitsparende Netzwerke knüpfen können? Ich halte es für vielversprechender, die schmale Kraft in die eigene P2P-Vernetzung zu stecken, als ungelesene Infos in die Welt zu blasen. Oder wenn denn Info-Fluten sein muss (es gibt ja gute Gründe), dann wenigstens in einer Weise, dass die Informationen wiederverwendbar sind. Dazu müssen sie maschinenlesbar sein. Die vorgestellten Miniwelt-Formate bieten sich an. Allerdings setzt das die Bereitschaft voraus, sich mit neuen Techniken zu befassen – erstmal nur eine Herausforderung für das Denken. […]

4 benni (28.01.2007, 20:46 Uhr)

Meint ihr vielleicht sowas?

5 Thomas Kalka (28.01.2007, 21:31 Uhr)

Danke für den Hinweis, Benni. Der Link muss auf alle Fälle in die Spezifikationsliste mit rein.

6 ibu (28.01.2007, 23:06 Uhr)

Ist besagte Spezifikationsliste open source?

7 keimform.de » NoseRub -- Killerapp für dezentrale soziale Netzwerke? (03.09.2007, 14:34 Uhr)

[…] hat die Potenz zu einer Killer-Applikation, sie erfüllt die Anforderungen, die wir auch schon hier und hier […]

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