Auf der Suche nach dem Neuen im Alten

Artikel vom Februar 2007

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Wir basteln uns ein Vorurteilssystem

Vor über 11 Jahren gab es mal auf einem CCC einen sehr interessanten Vortrag in dem eine Idee vorgeschlagen wurde, die ich schon damals bestechend fand, die aber in dieser Form immer noch nicht umgesetzt wurde. Das Kind wurde damals “Vorurteilssystem” genannt. Schon damals erschien die Infoflut uns alle zu überrollen und es wurde nach Wegen gesucht, wie man sich in dem ja noch recht frisch explodierten Dschungel namens Internet zurechtfindet und vor allem die Sachen findet, die einen interessieren.

Die Idee der Vourteilssysteme basiert darauf, dass Menschen schon immer und überall in der Lage waren gigantische Informationsmengen zu bewältigen, so lange sie nur genügend Urteile an der Hand haben, die die Welt für sie vorsortieren, ohne sich alles im Detail angucken zu müssen – Vorurteile eben. Das Problem heute ist also demnach nicht so sehr die Menge an Information, sondern vielmehr das Fehlen eines gesellschaftlichen Konsenses darüber, was wichtig ist und was nicht. Heutzutage hat man halt gerne seine eigenen Vorurteile oder die der eigenen Subkultur oder Peergroup. Aus meiner Perspektive geht es dabei nicht nur darum individuell informiert zu sein, sondern auch und vor allem darum kollektiv handlungsfähig zu bleiben, obwohl oder vielleicht sogar gerade weil die alten gemeinsamen Vorurteile nicht mehr existieren.

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Kategorien: Lernen, Praxis-Reflexionen, Soziale Netzwerke

28. Februar 2007, 11:58 Uhr   10 Kommentare

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Kulturerbe digitalisieren – Urheberrecht kicken

Die FAZ stellt fest, dass an der »Digitalisierung des europäischen Kulturerbes als Sisyphosaufgabe … kein Weg vorbei führt«. Das wäre jedoch ungeheuer aufwändig, und wer soll das alles bezahlen? Und schließlich wären da noch die »Rechteinhaber«. Überraschende Frage: »Braucht man deren Erlaubnis überhaupt?« Noch überraschender ist die stellvertretende Antwort: Vollständigen Artikel lesen »

Kategorien: Freie Inhalte

26. Februar 2007, 14:35 Uhr   1 Kommentar

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Proprietäre Schwarmhardware und andere Biester

CrowdSpirit ist eine Webseite die versucht den Prosumergedanken für das Feld elektronischer Hardware konsequent umzusetzen. Leider ist da scheinbar nix frei , sondern den Mitspielern wird Geld versprochen, das scheint ja sowieso der neueste Web-2.0-Trend zu sein.  Der Schwarm wird bezahlt.

Für uns stellt sich da die Frage,  ob es gegen diese Strategie der Microverwertung noch der kleinsten Lebensregungen ein adäquates Gegenmittel geben könnte.  Freie Software funktioniert ja auch zu einem großen Teil deswegen, weil es sich für viele Beteiligte nicht lohnt ihren Einsatz zu verwerten.  Was, wenn jetzt jemand auf die Idee kommt einfach jeden Codeschnippsel und jeden Bugreport zu bezahlen? Ich hoffe mal, der Feind liest nicht mit ;-)

Ein auf den ersten Blick (ist schon spät, ich muss ins Bett) interessanter Blog, der sich mit diesen Fragen beschäftigt ist Crowdwisdom.

Kategorien: Feindbeobachtung, Freie Hardware, Freie Software

24. Februar 2007, 00:52 Uhr   3 Kommentare

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Untersuchung zu Frauen in Freier Software

Frauen fuehlen sich diskriminiert, Maenner sehen das anders

Tja, dieser Graph spricht fuer sich. Eine der beiden Gruppen hat eine furchtbar verschobene Realitaetswahrnehmung.

Das Bild stammt von einer Studie, die schon knapp ein Jahr alt ist. Vielleicht kennt das hier deshalb schon der eine oder die andere: Ergebnisse einer EU-finanzierten Studie zu (dem Mangel von) Frauen in Freien Software Projekten.

Hier die wesentlichen Funde aus dem “Executive Summary”:

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Kategorien: Freie Software, Gender

23. Februar 2007, 18:51 Uhr   Kommentieren

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Solarzellen selbstgemacht

Die Uni Bayreuth bietet eine Bauanleitung für eine Solarzelle auf Basis von u.a Hibiscusblüten. Genutzt wird ein neues Verfahren zur Herstellung von Solarzellen ohne Silizium, dass auch in absehbarer Zukunft großtechnisch umgesetzt werden und so Solarzellen deutlich billiger machen soll, wie Telepolis berichtet.

Kategorien: Freie Hardware, Lernen

22. Februar 2007, 12:35 Uhr   3 Kommentare

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Kritische Psychologie an der FU Berlin vor dem Aus

Morus Markard ist der letzte Professor, der an der Freien Universität (FU) Berlin Lehrveranstaltungen zur Kritischen Psychologie anbietet — und auch das nur per Lehrauftrag, der jedes Semester neu vergeben werden muss. Damit sollte nun nach dem Willen der FU Schluss sein. Begründung: Die FU müsse sich auf die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge vorbereiten. Durch eine Protestaktion konnten die Studierenden dafür sorgen, dass Markard den Lehrauftrag noch mal bekam.

Doch die Studierenden machen sich keine Illusionen. Nora Kiefer schreibt in der jungen Welt:

Den Erfolg der Proteste an der FU Berlin und die Bewilligung von Markards Lehrauftrag als einen Sieg zu bezeichnen, wäre weit gefehlt. Aber die Studierenden haben ein kleines Zeichen gesetzt, daß sich Betroffene wehren können, daß es noch Alternativen gibt und daß sie genutzt werden können.

Keimformdenken braucht die Kritische Psychologie. Man muss nicht völlig mit ihr übereinstimmen, aber die theoretischen Grundlegungen zur Handlungsfähigkeit und Selbstentfaltung sind unverzichtbar.

Die kritische Potenz kann sich jedoch nur unzureichend entfalten, wenn Kritische Psychologie nur als akademische Lehre und Forschung verstanden wird, die auf ein normales Berufsleben vorbereiten soll. Spätestens jetzt ist klar, dass die Kritische Psychologie nur außerhalb der Universitäten überleben kann. Dafür müsste jedoch auch aus der Universität heraus etwas getan werden.

Kategorien: Feindbeobachtung

21. Februar 2007, 12:03 Uhr   Kommentieren

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Kampagne für Zugang zu essentiellen Arzneimitteln

Wie das bei Kampagnen so ist, haben sich die Ärzte ohne Grenzen einen Fall herausgesucht, der ein Schlaglicht auf den Zusammenhang zwischen geistigem Eigentum und Krankheit wirft. Novartis, der Pharmakonzern, verklagt zur Zeit die indische Regierung, weil sie das Patent auf das einem Krebsmedikament zugrundeliegenden Wirkstoff verweigert hat.

Der Hintergrund: Laut Ärzte ohne Grenzen waren bis 2006 Medikamente in Indien nicht patentierbar. Das hat sich mit TRIPS, WTOs Vereinbarung zum Schutz geistigem Eigentums im Handel, geändert. In Indien warten zur Zeit knapp 10.000 Pharmaziepatente auf ihre Ratifizierung, was das Ende der Produktion vergleichsweise billigerer Generika bedeuten würde. Auf diesen indischen Generika, d.h. der billigeren Version anderenorts patentierter Medikamente, beruht nicht nur teilweise das indische Gesundheitswesen sondern auch z.B. Teile der Aidsbekämpfung in anderen “Entwicklungsländern”. Mehr Info gibts auf der Kampagnenwebsite.

Diese Links habe ich übrigens von Benjamin Mako Hills Copyrighteous Blog, er schreibt da:

From a certain perspective, some of the core calls for access to knowledge share common ground with free software, free culture, and anti software patent advocacy that I’ve been involved in. Of course, it puts things in perspective to see Mika and others in the AEM community point to millions of people and say that those people will die because of an IP maximilist position.

Kategorien: Commons, Eigentumsfragen

20. Februar 2007, 10:19 Uhr   1 Kommentar

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Virtual Citizenship Assoziation

Die Virtual Citizenship Assoziation hat sich gebildet wärend des (gescheiterten) Versuchs der Community, das Online-Spiel Rhyzom zu kaufen und dadurch zu befreien. Der Code sollte unter die GPL gestellt werden und andere Inhalte (Grafik, Sound, …) unter ähnliche Lizenzen.

Die Vereinigung verfolgt jedoch weiter ihr Ziel, ein Online-Spiel zu “kaufen” und nebenher noch einige weitere.

Kategorien: Freie Inhalte, Freie Software

19. Februar 2007, 18:40 Uhr   Kommentieren

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Buch: »Die Befreiung der Information«

André Spiegel hat vor ein paar Monaten ein nettes kleines Büchlein über »GNU, Linux und die Folgen«, wie es im Untertitel heißt, herausgebracht. Der Autor konnte einen Verlag überzeugen, das Werk sowohl kommerziell zu vertreiben und wie auch den freien Download unter einer Creative-Commons-Lizenz zu akzeptieren — geht doch! Was steht drin? Eine nachgereichte Rezension…

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Kategorien: Freie Software, Medientipp

19. Februar 2007, 08:52 Uhr   3 Kommentare

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Innenansicht eines Projektes

Sehr spannend: Bei Telepolis ein Artikel von Jürgen Buchmüller. Er schildert aus der Sicht eines Beteiligten die Dynamik eines über 10 Jahre gewachsenen Freien-Software-Projektes, eines Simulators alter Arcade-Spiele (MAME). Ein paar Zitate, die vielleicht zeigen, dass da jemand schreibt, der von “unserem” Geist nicht allzuweit weg ist:

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Kategorien: Freie Software, Praxis-Reflexionen

18. Februar 2007, 18:35 Uhr   2 Kommentare