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	<title>Kommentare zu: Streifzug-Review 2: »Knappheit«</title>
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	<description>Auf der Suche nach dem Neuen im Alten</description>
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		<title>Von: keimform.de &#187; Kritisches zum »containern«</title>
		<link>http://keimform.de/2006/streifzug-review-2-knappheit/#comment-1415</link>
		<dc:creator>keimform.de &#187; Kritisches zum »containern«</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Feb 2007 11:26:38 +0000</pubDate>
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		<description>[...] »Containern« nennt man die Praxis, entsorgte aber noch gute Lebensmittel einzusammeln, um sie f&#252;r ein leckeres Mahl zu verwenden. Damit befasst sich der autonome container-blog. »Warum zum Henker ist Containern illegal?« &#8212; fragt ein eher theoretischer Beitrag und erkl&#228;rt schl&#252;ssig, dass die allgemeine Knappheit der Waren aufrecht erhalten werden muss. [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] »Containern« nennt man die Praxis, entsorgte aber noch gute Lebensmittel einzusammeln, um sie f&#252;r ein leckeres Mahl zu verwenden. Damit befasst sich der autonome container-blog. »Warum zum Henker ist Containern illegal?« &#8212; fragt ein eher theoretischer Beitrag und erkl&#228;rt schl&#252;ssig, dass die allgemeine Knappheit der Waren aufrecht erhalten werden muss. [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: keimform.de &#187; »End Enclosures – build Commonism!«</title>
		<link>http://keimform.de/2006/streifzug-review-2-knappheit/#comment-205</link>
		<dc:creator>keimform.de &#187; »End Enclosures – build Commonism!«</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Dec 2006 13:22:12 +0000</pubDate>
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		<description>[...] Dabei ist der Ansatz sehr inspirierend: Die Zeitung sieht die historischen und aktuellen Auseinandersetzungen bestimmt durch den Gegensatz »Commons« vs. »Enclosures« bzw. »Allmende« vs. »Exklusion«. Genau darum ging und geht es: Die Menschen von der unmittelbaren Produktion ihrer Lebensbedingungen auszuschlie&#223;en und zu entfremden, um die Ware-Geld-Beziehung als einzige Reproduktionsform durchzusetzen. Das erinnert mich an unsere Debatte &#252;ber »Knappheit«. [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Dabei ist der Ansatz sehr inspirierend: Die Zeitung sieht die historischen und aktuellen Auseinandersetzungen bestimmt durch den Gegensatz »Commons« vs. »Enclosures« bzw. »Allmende« vs. »Exklusion«. Genau darum ging und geht es: Die Menschen von der unmittelbaren Produktion ihrer Lebensbedingungen auszuschlie&#223;en und zu entfremden, um die Ware-Geld-Beziehung als einzige Reproduktionsform durchzusetzen. Das erinnert mich an unsere Debatte &#252;ber »Knappheit«. [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: StefanMz</title>
		<link>http://keimform.de/2006/streifzug-review-2-knappheit/#comment-62</link>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Oct 2006 15:45:15 +0000</pubDate>
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		<description>Aus gleichem Grund - es ist &lt;em&gt;strategisch&lt;/em&gt; sinnvoller - ist mein Vorgehen eher ein dekonstruktives. Aus &lt;em&gt;taktischen&lt;/em&gt; Gründen bin ich schon in der Lage, auch mit dem althergebrachten Verständnis von &quot;Knappheit&quot; zu argumentieren. Aber: Es ist eine Falle.

Also, ich glaube die Differenz ist substanziell und nicht nur terminologisch. Und aus taktischen (und inhaltichen) Gründen erkenne ich nicht an, dass Unterproduktion ein spezielles Problem des Kapitalismus ist;-) Meine Gründe dafür als Syllogismus formuliert:
&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;&quot;Unterproduktion&quot; aus Nicht-Rentabilität erzeugt &quot;Knappheit&quot;&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;&quot;Normal- und Überproduktion&quot; aus Rentabilität erzeugt &quot;Knappheit&quot;&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;=&gt;Jede Produktion erzeugt &quot;Knappheit&quot;, q.e.d.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
Und mein drittes Argument, auch wenn nicht beantwortet, gilt nach wie vor:
&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Jede Knappheit ist &quot;künstlich&quot;, es gibt keine &quot;nicht-künstliche Knappheit&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

Im übrigen geht es bei meinem &quot;Vorkommen&quot; nicht nur um Rohstoffe, sondern auch um verfügbare Produkte zur gegebenen Zeit, also um verfügbare Güter generell. Dieser Begriff ist in der Tat unglücklich, da er in der Regel ausschließlich mit Rohstoffen assoziiert wird. Vielleicht fällt mir hierfür noch eine Lösung ein.

{finally} Ich habe den Eindruck, dass wir das hier in einem Blog nicht ausdiskutiert bekommen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Aus gleichem Grund &#8211; es ist <em>strategisch</em> sinnvoller &#8211; ist mein Vorgehen eher ein dekonstruktives. Aus <em>taktischen</em> Gründen bin ich schon in der Lage, auch mit dem althergebrachten Verständnis von &#8220;Knappheit&#8221; zu argumentieren. Aber: Es ist eine Falle.</p>
<p>Also, ich glaube die Differenz ist substanziell und nicht nur terminologisch. Und aus taktischen (und inhaltichen) Gründen erkenne ich nicht an, dass Unterproduktion ein spezielles Problem des Kapitalismus ist;-) Meine Gründe dafür als Syllogismus formuliert:</p>
<ul>
<li>&#8220;Unterproduktion&#8221; aus Nicht-Rentabilität erzeugt &#8220;Knappheit&#8221;</li>
<li>&#8220;Normal- und Überproduktion&#8221; aus Rentabilität erzeugt &#8220;Knappheit&#8221;</li>
<li>=>Jede Produktion erzeugt &#8220;Knappheit&#8221;, q.e.d.</li>
</ul>
<p>Und mein drittes Argument, auch wenn nicht beantwortet, gilt nach wie vor:</p>
<ul>
<li>Jede Knappheit ist &#8220;künstlich&#8221;, es gibt keine &#8220;nicht-künstliche Knappheit&#8221;</li>
</ul>
<p>Im übrigen geht es bei meinem &#8220;Vorkommen&#8221; nicht nur um Rohstoffe, sondern auch um verfügbare Produkte zur gegebenen Zeit, also um verfügbare Güter generell. Dieser Begriff ist in der Tat unglücklich, da er in der Regel ausschließlich mit Rohstoffen assoziiert wird. Vielleicht fällt mir hierfür noch eine Lösung ein.</p>
<p>{finally} Ich habe den Eindruck, dass wir das hier in einem Blog nicht ausdiskutiert bekommen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Christian</title>
		<link>http://keimform.de/2006/streifzug-review-2-knappheit/#comment-61</link>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Oct 2006 13:22:45 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.keimform.de/2006/10/19/streifzug-review-2-knappheit/#comment-61</guid>
		<description>Zu Stefans erstem Kommentar:
&lt;blockquote&gt;Wenn du etwa einforderst, mangelnde Rentabilität als Ursache von “Knappheit” zu betrachten, dann wird in dieser Figur die “Knappheit” zu einer neutralen Instanz für “zu wenig da” oder “Mangel”. Es ist aber so, dass sowohl hervorragende wie mangelnde Rentabilität, also Rentabilität sui generis systematisch “Knappheit” herstellt. Dass dem so ist, fehlt allerdings in meiner Argumentation.&lt;/blockquote&gt;
Genau, das war der Punkt auf den ich (ergänzend) hinweisen wollte. Strenggenommen hätte ich schreiben sollen, dass mangelnde Rentabilität eine Ursache von &lt;em&gt;Unterproduktion&lt;/em&gt; ist, aber da ich diesen Begriff da noch nicht eingeführt hatte, konnte ich das nicht.
&lt;blockquote&gt;So ist zweitens ein Begriff von “Unterproduktion” in einer Freien Gesellschaft gut aufgehoben, weil wir dann in der Tat damit umgehen müssen, dass “sich nicht genügend Menschen finden” etwas Benötigtes herzustellen. Schon die Verwendung des Wortes “Menschen” deutet das an. Das ist eine sympatische Denkweise. Diese Frage stellt sich jedoch für den Kapitalismus nicht, denn dort geht es nicht um “Menschen”. Hier ist die Frage: Ist eine Produktion profitabel bei gegebenen Verwertungsbedingungen, wozu gehört, Arbeitskraft zu einem bestimmten Preis kaufen zu können.&lt;/blockquote&gt;
Stimmt, die gegebene Definition orientierte sich zwar erstmal an dem Szenario einer Freien Gesellschaft, aber wie du ja selbst schreibst, ist Unterproduktion auch im Kapitalismus ein Problem, nur aus anderen Gründen (nämlich eben aufgrund mangelnder Rentabilität).
&lt;blockquote&gt;Kern der inhaltlichen Differenz ist, dass du aus meiner Sicht den vorgeblich neutralen und naturalen Begriff der “Knappheit” aus der bürgerlichen Ökonomie übernimmst und durch Anreichung kritisch (ver-)wendest, während ich darauf hinweise, dass “Knappheit” weder etwas Neutrales und schon gar nicht Naturales ist, sondern eine geschaffene soziale Form der Warenproduktion, die als solche zu verwerfen ist.&lt;/blockquote&gt;
Sofern du anerkennst, dass Unterproduktion ein spezielles Problem ist, das man nicht mit dem begrenzten Vorkommen etwa von Rohstoffen in einen Topf werfen sollte, sehe ich keine inhaltliche, sondern lediglich eine terminologische Differenz. Und die ist mir nicht so wichtig - ich kann gut damit leben, von &quot;Begrenztheit&quot; statt &quot;natürlicher Knappheit&quot; und &quot;Verknappung&quot; statt &quot;künstlicher Knappheit&quot; zu reden.

Allerdings glaube ich, dass es &lt;em&gt;strategisch&lt;/em&gt; sinnvoller sein kann, die verhandenen Begriffe kritisch weiterzuentwickeln statt sie zu verwerfen, weil dein Vorgehen IMHO leicht als Taschenspielertrick empfunden werden kann (natürlich zu Unrecht, aber trotzdem). Du sagst &quot;es gibt keine Knappheit&quot;, dein Gegenüber wendet ein &quot;moment, also zumindest in manchen Fällen, z.B. bei Rohstoffen, ist doch nicht zwangsläufig genug da, um den Bedarf zu decken&quot;, dann sagst du &quot;ja stimmt schon, aber das nenne ich nicht Knappheit, sondern Begrenztheit&quot;, und dein Gegenüber wendet sich enttäuscht ab und denkt sich &quot;der mogelt&quot;. Diese Schlußfolgerung wäre natürlich falsch, aber das Risiko besteht schon, deshalb meine &lt;em&gt;pragmatische&lt;/em&gt; Präferenz die vorhandenen Begriffe nicht komplett zu verwerfen, sondern sie aufzugreifen und so zu (ver)wenden, dass sie Sinn machen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zu Stefans erstem Kommentar:</p>
<blockquote><p>Wenn du etwa einforderst, mangelnde Rentabilität als Ursache von “Knappheit” zu betrachten, dann wird in dieser Figur die “Knappheit” zu einer neutralen Instanz für “zu wenig da” oder “Mangel”. Es ist aber so, dass sowohl hervorragende wie mangelnde Rentabilität, also Rentabilität sui generis systematisch “Knappheit” herstellt. Dass dem so ist, fehlt allerdings in meiner Argumentation.</p></blockquote>
<p>Genau, das war der Punkt auf den ich (ergänzend) hinweisen wollte. Strenggenommen hätte ich schreiben sollen, dass mangelnde Rentabilität eine Ursache von <em>Unterproduktion</em> ist, aber da ich diesen Begriff da noch nicht eingeführt hatte, konnte ich das nicht.</p>
<blockquote><p>So ist zweitens ein Begriff von “Unterproduktion” in einer Freien Gesellschaft gut aufgehoben, weil wir dann in der Tat damit umgehen müssen, dass “sich nicht genügend Menschen finden” etwas Benötigtes herzustellen. Schon die Verwendung des Wortes “Menschen” deutet das an. Das ist eine sympatische Denkweise. Diese Frage stellt sich jedoch für den Kapitalismus nicht, denn dort geht es nicht um “Menschen”. Hier ist die Frage: Ist eine Produktion profitabel bei gegebenen Verwertungsbedingungen, wozu gehört, Arbeitskraft zu einem bestimmten Preis kaufen zu können.</p></blockquote>
<p>Stimmt, die gegebene Definition orientierte sich zwar erstmal an dem Szenario einer Freien Gesellschaft, aber wie du ja selbst schreibst, ist Unterproduktion auch im Kapitalismus ein Problem, nur aus anderen Gründen (nämlich eben aufgrund mangelnder Rentabilität).</p>
<blockquote><p>Kern der inhaltlichen Differenz ist, dass du aus meiner Sicht den vorgeblich neutralen und naturalen Begriff der “Knappheit” aus der bürgerlichen Ökonomie übernimmst und durch Anreichung kritisch (ver-)wendest, während ich darauf hinweise, dass “Knappheit” weder etwas Neutrales und schon gar nicht Naturales ist, sondern eine geschaffene soziale Form der Warenproduktion, die als solche zu verwerfen ist.</p></blockquote>
<p>Sofern du anerkennst, dass Unterproduktion ein spezielles Problem ist, das man nicht mit dem begrenzten Vorkommen etwa von Rohstoffen in einen Topf werfen sollte, sehe ich keine inhaltliche, sondern lediglich eine terminologische Differenz. Und die ist mir nicht so wichtig &#8211; ich kann gut damit leben, von &#8220;Begrenztheit&#8221; statt &#8220;natürlicher Knappheit&#8221; und &#8220;Verknappung&#8221; statt &#8220;künstlicher Knappheit&#8221; zu reden.</p>
<p>Allerdings glaube ich, dass es <em>strategisch</em> sinnvoller sein kann, die verhandenen Begriffe kritisch weiterzuentwickeln statt sie zu verwerfen, weil dein Vorgehen IMHO leicht als Taschenspielertrick empfunden werden kann (natürlich zu Unrecht, aber trotzdem). Du sagst &#8220;es gibt keine Knappheit&#8221;, dein Gegenüber wendet ein &#8220;moment, also zumindest in manchen Fällen, z.B. bei Rohstoffen, ist doch nicht zwangsläufig genug da, um den Bedarf zu decken&#8221;, dann sagst du &#8220;ja stimmt schon, aber das nenne ich nicht Knappheit, sondern Begrenztheit&#8221;, und dein Gegenüber wendet sich enttäuscht ab und denkt sich &#8220;der mogelt&#8221;. Diese Schlußfolgerung wäre natürlich falsch, aber das Risiko besteht schon, deshalb meine <em>pragmatische</em> Präferenz die vorhandenen Begriffe nicht komplett zu verwerfen, sondern sie aufzugreifen und so zu (ver)wenden, dass sie Sinn machen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: StefanMz</title>
		<link>http://keimform.de/2006/streifzug-review-2-knappheit/#comment-60</link>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Oct 2006 09:06:30 +0000</pubDate>
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		<description>Die Seiten von Annette Schlemm zum Stichwort &quot;Knappheit&quot;:
http://www.thur.de/philo/knappheit.htm</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Seiten von Annette Schlemm zum Stichwort &#8220;Knappheit&#8221;:<br />
<a href="http://www.thur.de/philo/knappheit.htm" rel="nofollow">http://www.thur.de/philo/knappheit.htm</a></p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: StefanMz</title>
		<link>http://keimform.de/2006/streifzug-review-2-knappheit/#comment-57</link>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Oct 2006 21:02:07 +0000</pubDate>
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		<description>Ich bin noch nicht so weit vorgedrungen in Sabines Buch, dein Kommentar liest sich für mich wie ein Auf-den-Kopf-stellen der wirklichen Zusammenhänge. Mir fallen dazu sofort die Gründungsverbrechen des Kapitalismus ein, die darin bestanden, eine initiale Situation des Mangels plus Ausschluss von Massen von Menschen von ihren unmittelbaren Reproduktionsgrundlagen herzustellen. Marx nannte das die &quot;Die sogenannte ursprüngliche Akkumulation&quot;, sehr anschaulich im Kapitel 24 vom Kapital beschrieben. Der &quot;doppelt freie Lohnarbeiter&quot; musste mit Gewalt geschaffen werden.

Das Interessante dieses Prozesses ist seine Parallelität zum dem, was wir seit einiger Zeit im virtuellen Bereich der Informationsgüter erleben: Die Gemeingüter (Commons) werden durch Ausschluss per Urheberreicht und Patent überhaupt erst begrenzt, sie erhalte die Form eines knappen Guts. Das gleiche passierte mit den Bauern Englands, die nicht mehr die Wälder und Felder nutzen durfen, die ihnen vorher quasi &quot;unbegrenzt&quot; zur Reproduktion zur Verfügung standen. Die Commons &lt;em&gt;müssen&lt;/em&gt; zerschlagen werden, damit Kapitalismus funktionieren kann.

Das Paradoxe ist doch, dass der Kapitalismus Überfluss und Mangel &lt;em&gt;gleichzeitig&lt;/em&gt; produziert. Der Begriff &quot;Überfluss&quot; meint doch gerade das über die zahlungsfähige Nachfrage hinausgehende Angebot und &lt;em&gt;nicht&lt;/em&gt; das Zuvielsein von Güter an sich. Für das Waresein braucht es die Knappheit, im Resultat der Produktion entsteht Überfluss, da es &lt;em&gt;nie&lt;/em&gt; genug Nachfrage gibt.

Zum Weiterlesen kann ich &lt;a rel=&quot;nofollow&quot; href=&quot;http://www.balzix.de/e-lohoff_dialektik-mangel-ueberfluss_k21.html&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;&quot;Zur Dialektik von Mangel und Überfluss&quot;&lt;/a&gt; von Ernst Lohoff empfehlen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin noch nicht so weit vorgedrungen in Sabines Buch, dein Kommentar liest sich für mich wie ein Auf-den-Kopf-stellen der wirklichen Zusammenhänge. Mir fallen dazu sofort die Gründungsverbrechen des Kapitalismus ein, die darin bestanden, eine initiale Situation des Mangels plus Ausschluss von Massen von Menschen von ihren unmittelbaren Reproduktionsgrundlagen herzustellen. Marx nannte das die &#8220;Die sogenannte ursprüngliche Akkumulation&#8221;, sehr anschaulich im Kapitel 24 vom Kapital beschrieben. Der &#8220;doppelt freie Lohnarbeiter&#8221; musste mit Gewalt geschaffen werden.</p>
<p>Das Interessante dieses Prozesses ist seine Parallelität zum dem, was wir seit einiger Zeit im virtuellen Bereich der Informationsgüter erleben: Die Gemeingüter (Commons) werden durch Ausschluss per Urheberreicht und Patent überhaupt erst begrenzt, sie erhalte die Form eines knappen Guts. Das gleiche passierte mit den Bauern Englands, die nicht mehr die Wälder und Felder nutzen durfen, die ihnen vorher quasi &#8220;unbegrenzt&#8221; zur Reproduktion zur Verfügung standen. Die Commons <em>müssen</em> zerschlagen werden, damit Kapitalismus funktionieren kann.</p>
<p>Das Paradoxe ist doch, dass der Kapitalismus Überfluss und Mangel <em>gleichzeitig</em> produziert. Der Begriff &#8220;Überfluss&#8221; meint doch gerade das über die zahlungsfähige Nachfrage hinausgehende Angebot und <em>nicht</em> das Zuvielsein von Güter an sich. Für das Waresein braucht es die Knappheit, im Resultat der Produktion entsteht Überfluss, da es <em>nie</em> genug Nachfrage gibt.</p>
<p>Zum Weiterlesen kann ich <a rel="nofollow" href="http://www.balzix.de/e-lohoff_dialektik-mangel-ueberfluss_k21.html" rel="nofollow">&#8220;Zur Dialektik von Mangel und Überfluss&#8221;</a> von Ernst Lohoff empfehlen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: benni</title>
		<link>http://keimform.de/2006/streifzug-review-2-knappheit/#comment-56</link>
		<dc:creator>benni</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Oct 2006 17:01:54 +0000</pubDate>
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		<description>Nachdem diese Diskussion sich in meinen Hirnwindungen eingenistet hat, wärend ich Sabines Buch lese hat sich das bei mir zu folgenden Überlegungen verdichtet:


Ist es nicht vielleicht sogar so, dass die &quot;natürliche Knappheit&quot; oder &quot;Begrenztheit&quot; den Kapitalismus garnicht fördert, so wie die &quot;künstliche Knappheit&quot; oder einfach nur &quot;Knappheit&quot;?  Wenn das so wäre würde es wohl tatsächlich keinen Sinn mehr machen   von nur unterschiedlichen Formen von Knappheit zu sprechen, weil diese Phänomene ja nicht nur graduell unterschiedliche Auswirkungen hätten, sondern entgegengesetzte. Aber wieso sollte es so sein?



Zunächst einmal ist es ja evident, dass der Kapitalismus erst dann so richtig in Fahrt kam, als er anfing Überfluß zu produzieren, was im großen Stil relativ unabhängig von natürlichen Grundlagen erst mit der Industrialisierung möglich war. Und der Kapitalismus nahm umso mehr Fahrt auf (breitete sich weiter aus), je mehr Überschuss er produzierte. Die Begrenztheit scheint ihn also eher zu stören als ihn zu fördern.  Und umgekehrt werden in echten gesamtgesellschaftlichen Notzeiten (Krieg etc.) ja auch gerne mal Lebensmittelmarken ausgegeben, also die Martkräfte massiv eingeschränkt.  Ähnliches kann man vielleicht am Ostblock beobachten: Nachholende Modernisierung ist ja gerade ein Projekt unter Bedingungen gesellschaftlicher Armut.



Auf individueller Ebene macht das auch Sinn, weil man natürlich nur dann etwas auf den Markt tragen kann, wenn man zuviel davon hat und umso mehr man hat umso mehr kann man auf den Markt tragen und somit auch umso mehr Kapital akkumulieren.



Was mir noch ein bisschen fehlt in dieser Argumentation ist ein Bindeglied zwischen diesen beiden Ebenen, was dann vielleicht die im engeren Sinne politökonomische Argumentation wäre (?).


Könnt ihr damit was anfangen?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem diese Diskussion sich in meinen Hirnwindungen eingenistet hat, wärend ich Sabines Buch lese hat sich das bei mir zu folgenden Überlegungen verdichtet:</p>
<p>Ist es nicht vielleicht sogar so, dass die &#8220;natürliche Knappheit&#8221; oder &#8220;Begrenztheit&#8221; den Kapitalismus garnicht fördert, so wie die &#8220;künstliche Knappheit&#8221; oder einfach nur &#8220;Knappheit&#8221;?  Wenn das so wäre würde es wohl tatsächlich keinen Sinn mehr machen   von nur unterschiedlichen Formen von Knappheit zu sprechen, weil diese Phänomene ja nicht nur graduell unterschiedliche Auswirkungen hätten, sondern entgegengesetzte. Aber wieso sollte es so sein?</p>
<p>Zunächst einmal ist es ja evident, dass der Kapitalismus erst dann so richtig in Fahrt kam, als er anfing Überfluß zu produzieren, was im großen Stil relativ unabhängig von natürlichen Grundlagen erst mit der Industrialisierung möglich war. Und der Kapitalismus nahm umso mehr Fahrt auf (breitete sich weiter aus), je mehr Überschuss er produzierte. Die Begrenztheit scheint ihn also eher zu stören als ihn zu fördern.  Und umgekehrt werden in echten gesamtgesellschaftlichen Notzeiten (Krieg etc.) ja auch gerne mal Lebensmittelmarken ausgegeben, also die Martkräfte massiv eingeschränkt.  Ähnliches kann man vielleicht am Ostblock beobachten: Nachholende Modernisierung ist ja gerade ein Projekt unter Bedingungen gesellschaftlicher Armut.</p>
<p>Auf individueller Ebene macht das auch Sinn, weil man natürlich nur dann etwas auf den Markt tragen kann, wenn man zuviel davon hat und umso mehr man hat umso mehr kann man auf den Markt tragen und somit auch umso mehr Kapital akkumulieren.</p>
<p>Was mir noch ein bisschen fehlt in dieser Argumentation ist ein Bindeglied zwischen diesen beiden Ebenen, was dann vielleicht die im engeren Sinne politökonomische Argumentation wäre (?).</p>
<p>Könnt ihr damit was anfangen?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: StefanMz</title>
		<link>http://keimform.de/2006/streifzug-review-2-knappheit/#comment-53</link>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Oct 2006 12:11:56 +0000</pubDate>
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		<description>Vielen Dank für den hilfreichen Kommentar. Wahrscheinlich kann ich ihn in der Tiefe der Argumente nicht würdigen, dazu bräuchte ich mehr Zeit. Das Thema ist auch ziemlich kompliziert. Nach meiner Wahrnehmung trennst du nicht hinreichend zwischen verschiedenen Aspekten, sondern diskutierst sie immer in einem Zug. Das führt dazu, dass du mitunter Ursachen und Wirkungen verwechselst - so meine Wahrnehmung.

Wenn du etwa einforderst, mangelnde Rentabilität als Ursache von &quot;Knappheit&quot; zu betrachten, dann wird in dieser Figur die &quot;Knappheit&quot; zu einer neutralen Instanz für &quot;zu wenig da&quot; oder &quot;Mangel&quot;. Es ist aber so, dass sowohl hervorragende wie mangelnde Rentabilität, also Rentabilität sui generis systematisch &quot;Knappheit&quot; herstellt. Dass dem so ist, fehlt allerdings in meiner Argumentation.

So ist zweitens ein Begriff von &quot;Unterproduktion&quot; in einer Freien Gesellschaft gut aufgehoben, weil wir dann in der Tat damit umgehen müssen, dass &quot;sich nicht genügend Menschen finden&quot; etwas Benötigtes herzustellen. Schon die Verwendung des Wortes &quot;Menschen&quot; deutet das an. Das ist eine sympatische Denkweise. Diese Frage stellt sich jedoch für den Kapitalismus nicht, denn dort geht es nicht um &quot;Menschen&quot;. Hier ist die Frage: Ist eine Produktion profitabel bei gegebenen Verwertungsbedingungen, wozu gehört, Arbeitskraft zu einem bestimmten Preis kaufen zu können.

Und drittens unterstellt &quot;Künstliche Knappheit&quot;, dass es eine nicht-künstliche Knappheit gäbe. Dem ist aber IMHO nicht so. Jede Knappheit ist aus Sicht der Befürfnisbefriedigung dysfunktional. Tritt sie nicht als Begrenzung auf, sondern als produzierte soziale Form, so ist sie &lt;em&gt;immer&lt;/em&gt; künstlich.

Kern der inhaltlichen Differenz ist, dass du aus meiner Sicht den vorgeblich neutralen und naturalen Begriff der &quot;Knappheit&quot; aus der bürgerlichen Ökonomie übernimmst und durch Anreichung kritisch (ver-)wendest, während ich darauf hinweise, dass &quot;Knappheit&quot; weder etwas Neutrales und schon gar nicht Naturales ist, sondern eine geschaffene soziale Form der Warenproduktion, die &lt;em&gt;als solche&lt;/em&gt; zu verwerfen ist.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vielen Dank für den hilfreichen Kommentar. Wahrscheinlich kann ich ihn in der Tiefe der Argumente nicht würdigen, dazu bräuchte ich mehr Zeit. Das Thema ist auch ziemlich kompliziert. Nach meiner Wahrnehmung trennst du nicht hinreichend zwischen verschiedenen Aspekten, sondern diskutierst sie immer in einem Zug. Das führt dazu, dass du mitunter Ursachen und Wirkungen verwechselst &#8211; so meine Wahrnehmung.</p>
<p>Wenn du etwa einforderst, mangelnde Rentabilität als Ursache von &#8220;Knappheit&#8221; zu betrachten, dann wird in dieser Figur die &#8220;Knappheit&#8221; zu einer neutralen Instanz für &#8220;zu wenig da&#8221; oder &#8220;Mangel&#8221;. Es ist aber so, dass sowohl hervorragende wie mangelnde Rentabilität, also Rentabilität sui generis systematisch &#8220;Knappheit&#8221; herstellt. Dass dem so ist, fehlt allerdings in meiner Argumentation.</p>
<p>So ist zweitens ein Begriff von &#8220;Unterproduktion&#8221; in einer Freien Gesellschaft gut aufgehoben, weil wir dann in der Tat damit umgehen müssen, dass &#8220;sich nicht genügend Menschen finden&#8221; etwas Benötigtes herzustellen. Schon die Verwendung des Wortes &#8220;Menschen&#8221; deutet das an. Das ist eine sympatische Denkweise. Diese Frage stellt sich jedoch für den Kapitalismus nicht, denn dort geht es nicht um &#8220;Menschen&#8221;. Hier ist die Frage: Ist eine Produktion profitabel bei gegebenen Verwertungsbedingungen, wozu gehört, Arbeitskraft zu einem bestimmten Preis kaufen zu können.</p>
<p>Und drittens unterstellt &#8220;Künstliche Knappheit&#8221;, dass es eine nicht-künstliche Knappheit gäbe. Dem ist aber IMHO nicht so. Jede Knappheit ist aus Sicht der Befürfnisbefriedigung dysfunktional. Tritt sie nicht als Begrenzung auf, sondern als produzierte soziale Form, so ist sie <em>immer</em> künstlich.</p>
<p>Kern der inhaltlichen Differenz ist, dass du aus meiner Sicht den vorgeblich neutralen und naturalen Begriff der &#8220;Knappheit&#8221; aus der bürgerlichen Ökonomie übernimmst und durch Anreichung kritisch (ver-)wendest, während ich darauf hinweise, dass &#8220;Knappheit&#8221; weder etwas Neutrales und schon gar nicht Naturales ist, sondern eine geschaffene soziale Form der Warenproduktion, die <em>als solche</em> zu verwerfen ist.</p>
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		<title>Von: Christian</title>
		<link>http://keimform.de/2006/streifzug-review-2-knappheit/#comment-51</link>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Oct 2006 08:32:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.keimform.de/2006/10/19/streifzug-review-2-knappheit/#comment-51</guid>
		<description>Interessant, sich diesen Artikel nochmal vorzunehmen! Deine Ausführungen zur „Knappheit“ waren seinerzeit sehr hilfreich für mich, mir über das Thema klarer zu werden und zu erkennen, dass ein Großteil dessen, was heute unter „Knappheit“ läuft, eine Folge der warenproduzierenden Systems ist und dass deshalb dieses Problem in einer nicht auf Warenproduktion basierenden Gesellschaft viel weniger dramatisch wäre als wir heute denken. Allerdings vermisse ich bei der Analyse des heutigen Systems Überlegungen zur &lt;a title=&quot;Kapitalismus&quot; href=&quot;http://www.freie-gesellschaft.de/wiki/Kapitalismus#Knappheit_und_Rentabilit.C3.A4t&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;mangelnden Rentabilität als Ursache von Knappheit&lt;/a&gt;: produziert wird im Kapitalismus im Allgemeinen nur das, was auch &lt;em&gt;rentabel&lt;/em&gt; ist, d.h. was hinreichend Profit abwirft. Deshalb entwickeln Pharmakonzerne &lt;a rel=&quot;nofollow&quot; title=&quot;http://www.oekonux-konferenz.de/dokumentation/texte/Wagner.html&quot; class=&quot;external text&quot; href=&quot;http://www.oekonux-konferenz.de/dokumentation/texte/Wagner.html&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;lieber Medikamente für Krankheiten, die in Industrieländern auftreten, als für typische „Armutskrankheiten“ (wie Tuberkulose, Malaria, Schlafkrankheit)&lt;/a&gt; – das Problem ist in solchen Fällen nicht, dass vorhandene Medikamente künstlich „verknappt“ werden (wie etwa bei Aids-Medikamenten), sondern dass sie schlicht nicht da sind, weil sich ihre Entwicklung unter kapitalistischen Gesichtspunkten nicht lohnt, da die potenzielle Kundschaft nicht über genügend Kaufkraft verfügt.

Außerdem scheint mir dein Begriff der „Begrenztheit“ etwas schillernd zu sein, insbesondere wenn man den letzten Kommentar zu HGG betrachtet („Begrenztheit realisierter Ideen“) – im Freie-Gesellschaft-Wiki unterscheiden wir stattdessen drei Arten von Knappheit:
&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;&lt;a title=&quot;Natürliche Knappheit&quot; href=&quot;http://www.freie-gesellschaft.de/wiki/Nat%C3%BCrliche_Knappheit&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Natürliche Knappheit&lt;/a&gt;: wenn Güter nicht in ausreichendem Maße vorhanden oder produzierbar sind, aufgrund „natürlicher“ Faktoren wie der Abhängigkeit von endlichen Ressourcen oder nutzbarem Raum&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;&lt;a title=&quot;Unterproduktion&quot; href=&quot;http://www.freie-gesellschaft.de/wiki/Unterproduktion&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Unterproduktion&lt;/a&gt;: wenn Güter zwar in ausreichendem Maße hergestellt werden &lt;em&gt;könnten&lt;/em&gt;, aber sich nicht genügend Menschen finden um dies tatsächlich zu tun&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;&lt;a title=&quot;Künstliche Knappheit&quot; href=&quot;http://www.freie-gesellschaft.de/wiki/K%C3%BCnstliche_Knappheit&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Künstliche Knappheit&lt;/a&gt;: eine von Menschen hergestellte Verknappung an sich nicht knapper Dinge (etwa durch Kopierverbote und Kopierschutzmechanismen bei Software)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
Künstliche Knappheit entspricht also deiner Verknappung, aber natürliche Knappheit und Unterproduktion sind IMHO zwei sehr unterschiedliche Formen von „Begrenztheit“, die man auseinander halten sollte, auch weil sie verschiedene Strategien im Umgang damit nahelegen: natürliche Knappheit ist ein &lt;em&gt;Verteilungs-&lt;/em&gt; bzw. &lt;em&gt;Allokationsproblem&lt;/em&gt; (wie entscheidet man, welche Bedürfnisse Vorrang haben, wenn aufgrund begrenzter Ressourcen nicht alle befriedigt werden können?), während Unterproduktion ein &lt;em&gt;Organisationsproblem&lt;/em&gt; ist (wie findet man Leute, die mit einem zusammen oder für einen aus einem Wunsch eine „realisierte Idee“ bzw. ein realisiertes Gut machen?).</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Interessant, sich diesen Artikel nochmal vorzunehmen! Deine Ausführungen zur „Knappheit“ waren seinerzeit sehr hilfreich für mich, mir über das Thema klarer zu werden und zu erkennen, dass ein Großteil dessen, was heute unter „Knappheit“ läuft, eine Folge der warenproduzierenden Systems ist und dass deshalb dieses Problem in einer nicht auf Warenproduktion basierenden Gesellschaft viel weniger dramatisch wäre als wir heute denken. Allerdings vermisse ich bei der Analyse des heutigen Systems Überlegungen zur <a title="Kapitalismus" href="http://www.freie-gesellschaft.de/wiki/Kapitalismus#Knappheit_und_Rentabilit.C3.A4t" rel="nofollow">mangelnden Rentabilität als Ursache von Knappheit</a>: produziert wird im Kapitalismus im Allgemeinen nur das, was auch <em>rentabel</em> ist, d.h. was hinreichend Profit abwirft. Deshalb entwickeln Pharmakonzerne <a rel="nofollow" title="http://www.oekonux-konferenz.de/dokumentation/texte/Wagner.html" class="external text" href="http://www.oekonux-konferenz.de/dokumentation/texte/Wagner.html" rel="nofollow">lieber Medikamente für Krankheiten, die in Industrieländern auftreten, als für typische „Armutskrankheiten“ (wie Tuberkulose, Malaria, Schlafkrankheit)</a> – das Problem ist in solchen Fällen nicht, dass vorhandene Medikamente künstlich „verknappt“ werden (wie etwa bei Aids-Medikamenten), sondern dass sie schlicht nicht da sind, weil sich ihre Entwicklung unter kapitalistischen Gesichtspunkten nicht lohnt, da die potenzielle Kundschaft nicht über genügend Kaufkraft verfügt.</p>
<p>Außerdem scheint mir dein Begriff der „Begrenztheit“ etwas schillernd zu sein, insbesondere wenn man den letzten Kommentar zu HGG betrachtet („Begrenztheit realisierter Ideen“) – im Freie-Gesellschaft-Wiki unterscheiden wir stattdessen drei Arten von Knappheit:</p>
<ul>
<li><a title="Natürliche Knappheit" href="http://www.freie-gesellschaft.de/wiki/Nat%C3%BCrliche_Knappheit" rel="nofollow">Natürliche Knappheit</a>: wenn Güter nicht in ausreichendem Maße vorhanden oder produzierbar sind, aufgrund „natürlicher“ Faktoren wie der Abhängigkeit von endlichen Ressourcen oder nutzbarem Raum</li>
<li><a title="Unterproduktion" href="http://www.freie-gesellschaft.de/wiki/Unterproduktion" rel="nofollow">Unterproduktion</a>: wenn Güter zwar in ausreichendem Maße hergestellt werden <em>könnten</em>, aber sich nicht genügend Menschen finden um dies tatsächlich zu tun</li>
<li><a title="Künstliche Knappheit" href="http://www.freie-gesellschaft.de/wiki/K%C3%BCnstliche_Knappheit" rel="nofollow">Künstliche Knappheit</a>: eine von Menschen hergestellte Verknappung an sich nicht knapper Dinge (etwa durch Kopierverbote und Kopierschutzmechanismen bei Software)</li>
</ul>
<p>Künstliche Knappheit entspricht also deiner Verknappung, aber natürliche Knappheit und Unterproduktion sind IMHO zwei sehr unterschiedliche Formen von „Begrenztheit“, die man auseinander halten sollte, auch weil sie verschiedene Strategien im Umgang damit nahelegen: natürliche Knappheit ist ein <em>Verteilungs-</em> bzw. <em>Allokationsproblem</em> (wie entscheidet man, welche Bedürfnisse Vorrang haben, wenn aufgrund begrenzter Ressourcen nicht alle befriedigt werden können?), während Unterproduktion ein <em>Organisationsproblem</em> ist (wie findet man Leute, die mit einem zusammen oder für einen aus einem Wunsch eine „realisierte Idee“ bzw. ein realisiertes Gut machen?).</p>
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