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Kongress: Wie wollen wir wirtschaften?

In zwei Wochen (24.-26.11.) findet in Berlin der Kongress „Wie wollen wir wirtschaften? Solidarische Ökonomie im globalisierten Kapitalismus“ statt. Ein Großteil der Veranstaltungen dürfte für unsere Fragestellung zwar nicht besonders ergiebig sein – zumeist handelt es sich wohl um Attac-artige Träume von einem „netten” Kapitalismus oder um dröge „Alternativen” wie Tauschringe und Subsistenzwirtschaft. Es gibt aber einen Workshop der Stiftung Fraueninitiative, der die Warenform wenigstens vom Titel hinter sich lässt: „Wie weiter? Gedankenaustausch zu zukünftigen theoretischen und praktischen Handlungsfeldern für waren- und herrschaftskritisches Wirtschaften, Arbeiten, Leben“. Als weitere Veranstaltungen, die interessant sein könnten, sind mir aufgefallen:

Am Sonntag morgen gibt es u.a. Veranstaltungen zu Umsonstläden und zur „Sozialistischen Selbsthilfe Mülheim”. Die Kulturflatrate-Verfechter sind ebenfalls vertreten (auch hier und hier und hier).

Kategorien: Arbeit & Freiheit, Praxis-Reflexionen

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11. November 2006, 16:43 Uhr   8 Kommentare

1 benni (11.11.2006, 17:20 Uhr)

Ausserdem gibt es eine ganze Reihe von Veranstaltungen zum bedingungslosen Grundeinkommen bei diesem Kongress. Ich weiß, die Relevanz für unser Thema ist umstritten, umso mehr ein Grund, es sich vielleicht mal anzutun.

2 Frank (12.11.2006, 17:40 Uhr)

Ich verstehe nicht, weshalb man sich noch immer einen Kopf darüber macht, sich den Kapitalismus bissl gemütlich einzurichten, was nicht möglich ist, sondern besser sich über aufgehobenes Privateigentum zu unterhalten. Wie, steht auf meiner Webseite.
Ein Grundeinkommen führt doch ebenso ins Nichts, da es unmöglich SOn finanzierbar ist, dass es der Masse einen Vorteil bringt. Das ist Symptombehandlung bei bleibender Ursache.

3 benni (12.11.2006, 23:47 Uhr)

@Frank: Seh das Grundeinkommen als Möglichkeit Privateigentum aufzuheben. Ganz direkt in der Alimentierung Freier Projekte zB. Dazu ist es egal ob das „der Masse einen Vorteil“ bringt (auch wenn ich glaube, dass das trotzdem der Fall sein könnte). Wichtig ist nur, dass es die Krise abfedert. Wir brauchen noch etwas Zeit um den Laden übernehmen zu können, diese Zeit soll uns das BGE verschaffen 😉

4 Frank (13.11.2006, 12:13 Uhr)

Umverteilung ist keine Aufhebung von Privateigentum. Dreh es, wie du willst, diese Lösung klingt schön populistisch, ist aber unrealistisch. Die einzig sinnbringende Richtung habe ich auf meiner Seite beschrieben.
Aufhebung PE = Umkehr von dessen Verkehrsform, der Aneignungsweise. Von individuell zu gesellschaftlich. ERST DANN platzt der Knoten.

5 benni (13.11.2006, 16:00 Uhr)

Danke, dass ich mit dem Erfinder der „einzig sinnbringenden Richtung“ sprechen durfte.

6 Frank (13.11.2006, 16:08 Uhr)

Das ist keine „Erfindung“. Das hatte Marx eigentlich detailliert beschrieben, nur scheint das offenbar keiner zu verstehen.
Hast du dir wenigstens mal die Mühe gemacht, über die Konsequenzen daraus nachzudenken?

7 keimform.de » Noch ein Kongress (03.12.2006, 21:20 Uhr)

[…] Im Berlin gibt es Ende Dezember traditionell einen Kongress mit einer ziemlich anderen Ausrichtung als der „Solidarische Ökonomie”-Kongress neulich, nämlich den CCC-Kongress (Chaos Communication Congress). Auch wenn „Hacker” im CCC-Umfeld üblicherweise etwas anderes definiert werden als im Freie-Software-Umfeld – ein paar Veranstaltungen, die in unsere Richtung gehen könnten, gibt es schon. The gift of sharing soll Freie Software/Open Source aus anthropologischer Sicht beleuchten – ob man da viel Neues lernen könnte, ist allerdings die Frage; dass die Charakterisierung als „Geschenkökonomie” dem FOSS-Phänomen nicht gerecht wird, ist zwar richtig, aber ja schon ein alter Hut. Außerdem gibt es einen Erfahrungsbericht zu Freie Software – Eine Chance für Afrika?. Hinter dem vielversprechenden Titel Hacking Capitalism scheint sich die eher fragwürdige Idee zu verstecken, unbeliebte Firmen zu boykottieren und daran gleichzeitig noch Geld zu verdienen. […]

8 keimform.de » Solidarische Ökonomie: Stipendien für Frauen (08.01.2007, 18:54 Uhr)

[…] Dort gibt es auch einen Bericht (ebenfalls PDF-Link) zu dem Workshop der Stiftung auf dem Kongress “Wie wollen wir wirtschaften?”, den die Veranstalterinnen für die Zeitschrift contraste geschrieben haben. Erwartungsgemäß enthält der Bericht eher Fragen als Antworten; die eine oder andere Anregung aus dem hauptsächlich von Stefan und mir eingebrachten “Keimform”-Spektrum findet habe ich dort auch wiedererkannt. […]

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