Auf der Suche nach dem Neuen im Alten
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Fundamentalistischer Heimunterricht

Bei Telepolis ein bisschen Gegengift für alle, die glauben, dass es eine gute Idee wäre, ausgerechnet den Eltern zu überlassen, was und wie ihre Kinder lernen (und nicht der Gesellschaft – heutzutage zugegebenermaßen mehr schlecht als recht durch den Staat repräsentiert – und/oder den Kindern selbst):

Für den Hausunterricht entscheiden sich Eltern vor allem, um ihre Kinder fern von den Schulen zu halten, in denen sie um ihre Sicherheit fürchten und Sorge haben, dass sie an Drogen kommen oder unter den Druck von Mitschülern geraten. Fast ebenso oft werden religiöse oder moralische Gründe genannt. 72% der Eltern gaben an, ihre Entscheidung für den Hausunterricht sei aufgrund des Wunsches entstanden, religiöse und moralische Lehren zu vermitteln. Sexualität oder Keuschheit spielt bei den Fundamentalisten natürlich auch eine große Rolle. Man sorgt sich nicht nur, dass die Jugendlichen von ihren Altersgenossen verführt, sondern womöglich auch noch homosexuell werden könnten. […]

Nachdem die Fundamentalisten es mitunter nicht erreichen, im Unterricht etwa die Evolutionstheorie durch den Kreationismus bzw. Intelligent Design zu ergänzen oder gar zu ersetzen, könnte der Drang zum Ausstieg aus der Schule noch stärker werden. Lehrbücher für Biologie, die beispielsweise vom Beka Verlag für den Heimunterricht angeboten werden, sind denn auch ideologisch auf Bibeltreue getrimmt.

Tja, dagegen ist die Schule dann wirklich das kleinere Übel…

Kategorien: Lernen

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14. November 2006, 14:57 Uhr   4 Kommentare

1 benni (14.11.2006, 16:16 Uhr)

Nur dumm dass unter der einmalig restriktiven Schulpflicht in Deutschland (die das hier garnicht erlaubt und die ein Überbelibsel der Nazizeit ist) auch positive Initiativen wie Unschooling oder Sudburyschulen leiden müssen.

2 Christian (14.11.2006, 21:25 Uhr)

Tja, fragt sich nur wie man die guten Ansätze ermöglichen könnte ohne sich auch die schlechten einzuhandeln? Zumindest beim Unschooling scheint mir im Vergleich zu sowas von außen betrachtet kein eindeutiger Unterschied erkennbar.

3 benni (14.11.2006, 22:29 Uhr)

Ein Unterschied ist sicher erkennbar, auch von aussen. Nur ist der nicht juristisch haltbar solange Fundamentalismus nicht verboten ist.

4 Martin Wilke (18.12.2006, 12:46 Uhr)

Zur Frage, wie ein Recht der Kinder auf selbstbestimmtes Lernen auch gegen Eltern durchgesetzt werden kann, so daß auch Homeschooling oder Unschooling nur dann stattfindet, wenn das Kind selbst auch einverstanden ist, habe ich mir vor einiger Zeit mal folgende Gedanken gemacht:

http://www.martinwilke.de/lif_durchsetzen.htm

Martin Wilke

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