Auf der Suche nach dem Neuen im Alten
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Again: Fun or Money?

Es ist ja schon länger bekannt, dass in China viele Leute davon leben, dass sie stundenlang vor dem Computer hocken und Onlinespiele wie zum Beispiel World of Warcraft spielen. Sie häufen Spielgeld an und verkaufen dieses dann an reiche Spieler im Westen für echtes Geld.

Diese an sich schon bizarre Tatsache, wird nun durch eine neue Meldung noch gesteigert. Anscheinend gibt es dort jetzt Banden, die Kinder zwingen für Geld zu spielen-arbeiten.

Fun or Money? Beides und weder noch würde ich sagen.

Was hat das mit unserem Thema zu tun? Das ist zugegeben nicht so direkt zu erkennen. Der Hintergrund für mich ist Folgender: Ich bin zu dem Schluß gekommen, das es entscheidend ist, um Keimformen zu verstehen, zu verstehen nicht nur was Arbeit ist, sondern auch, wie dieser Bedeutungswirbel mit den benachbarten Wirbeln Spiel und Liebe korrelliert. In diesem Zusammenhang macht mich diese Meldung aufmerksam. Zum einen beleuchtet sie ein Verhältnis von Arbeit und Spiel, das völlig quer liegt zu dem sonst üblichen und das nun gerade auch noch Kinderarbeit involviert ist bringt den dritten Wirbel Liebe mit ins Spiel (Ist Kinderarbeit nichts anderes als der Entzug von Liebe unter den Bedingungen des globalisierten Kapitalismus?). Ich gebe gerne zu, dass das alles noch keine ausformulierte Theorie ist, nur Assoziationen. Ich poste das also hier in der Hoffnung, dass sich aus euren Kommentaren neue Assoziationen ergeben, die mich und euch ein Stück weiterbringen – und das ist ja mit Christians Intervention – zumindestens was mich angeht – auch schon geschehen.
Noch ein Versuch: Ist nicht der Witz bei Freier Software, das Spiel und Arbeit zusammenfallen können (siehe Stefans letzten Beitrag)? Und passiert hier nicht genau dasselbe, nur eben doppelt pervertiert statt doppelt frei? Das muss doch was bedeuten für uns, oder?

Kategorien: Arbeit & Freiheit

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9. Oktober 2006, 21:43 Uhr   8 Kommentare

1 Christian (10.10.2006, 12:22 Uhr)

Will ja nicht meckern, aber richtig viel mit unserem Thema zu tun hat dieser Beitrag nicht, oder hab ich was übersehen?

2 benni (10.10.2006, 13:34 Uhr)

Zugegeben, das hätte ich vielleicht deutlicher machen sollen. Ich hab den Artikel jetzt mal deutlich erweitert um diesem Einwand zu begegnen.

3 Krizz (14.10.2006, 14:15 Uhr)

@Christian
Schade, wenn Artikel sich rechtfertigen müssen, dafür, dass sie mal nen ungewöhnlichen Seitenblick bieten. Diese Art von „Kontrolle“ ist die beste Art nen Blog langweilig zu machen. Freie Assoziationen abzutöten, ungewöhnliche Gedankenwege zu verbieten.
Die hintenangeschobene Erklärung macht den Artikel IMO verkrampfter und eher schlechter.

4 Christian (14.10.2006, 18:32 Uhr)

Es geht mir sicher nicht um Kontrolle, aber ich fände es auch traurig, wenn man kritische Nachfragen (generell, also auch zur Relevanz) verbieten bzw. entmutigen würde.
In diesem Fall kam meine Nachfrage dadurch zustande, dass ich mit Benni getalkt hatte – im Lauf des Gesprächs kamen wir auf den Artikel und ich meinte dann eben, dass mir der Bezug nicht so ganz klar war. Nachdem er ihn mir dann erläutert hatte (was mir ja auch durchaus einleuchtete), meinte er ich könne ja noch einen entsprechenden Kommentar schreiben um ihm die Gelegenheit zu geben, das auch für andere zu erläutern.

5 keimform.de » Handel mit virtuellen Gütern (05.02.2007, 21:42 Uhr)

[…] Virtueller Handel (ala ebay) ist ja längst Alltag, der Handel mit virtuellen Gütern jedoch hat immer noch was exotisches. Über die in China in Kinderarbeit erzeugten virtuellen Güter berichtete ich ja schon. Inzwischen scheint es auch in Deutschland Firmen zu geben, die diesem Gewerbe nachgehen. Über die rechtlichen Probleme in diesem Zusammenhang schreibt jetzt die Financial Times Deutschland: “Das Bürgerliche Gesetzbuch geht davon aus, dass ein Gegenstand körperlich ist”, sagt Krasemann, “dass man ihn also anfassen kann.” Es reiche nicht, wenn das virtuelle Ich ihn berühren könne. Rechtlich gesehen kann es im Spiel keinen Diebstahl geben – denn genau genommen existiert nichts, was entwendet werden könnte. […]

6 Christian Siefkes (27.09.2008, 12:53 Uhr)

Zufällig entdeckt: Bei Heise gibt’s den Cartoon zum Artikel.

7 Außer, dass der {Artikel (28.02.2011, 22:54 Uhr)

Die Seite ist toll und der Artikel ist für mich persönlich sehr nützlich. Ich hatte nur das kleine Problem, deinen Rss zu abonnieren. Ich weiß nicht warum, aber das klappte erst beim dritten Mal. Ist bei anderen auch so? Falls ja, müsstest Du mal die Einstellungen checken. Alles andere ist toll, gute, schnelle Ladezeit usw. Kann man sich durchaus was abschauen

8 Christian Siefkes (29.05.2011, 15:34 Uhr)

Außer Kinderarbeit gibt’s in China auch Zwangsarbeit in Gefängnissen, wo die Häftlinge zum WoW-Spielen gezwungen werden.

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